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{{Infobox Berg
|BILD=Pechbrunn.jpg
|BILDBESCHREIBUNG=Blick zum Teichelberg
|NAME=Teichelberg
|HÖHE=685
|HÖHE-BEZUG=DE-NHN
|LAGE=[[Bayern]], [[Deutschland]]
|GEBIRGE=[[Steinwald (Fichtelgebirge)|Steinwald]]
|BREITENGRAD=49.95746
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Der '''Teichelberg''' ist ein 685 m ü. NHN{{Höhe|685|DE-NHN|link=true}} hoher Berg im [[Basalt]]gebiet [[Großer Teichelberg]] des [[Steinwald (Fichtelgebirge)|Steinwald]]s, einem Mittelgebirge im Regierungsbezirk [[Oberpfalz]], [[Bayern]] ([[Deutschland]]). Er liegt ca. 2&nbsp;km nordöstlich des [[Steinknock]] und nördlich von [[Fuchsmühl]] im [[Oberpfalz|Oberpfälzer]] [[Landkreis Tirschenreuth]].<ref>[https://www.geodaten.bayern.de/histTopoKarten/02_TK25/02_6038_N_1940.pdf Meßtischblatt 1940]</ref>

Früher wurde in amtlichen Dokumenten für den Kleinen und den Großen Teichelberg jeweils der Name Kleiner/Großer Teuchelberg verwendet.<ref>[https://books.google.ch/books?id=9L0QAAAAIAAJ&pg=PA15&dq=Teuchelberg&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwir6r3crJjuAhW2wAIHHfdPDC4Q6AEwBHoECAUQAg#v=onepage&q=Teuchelberg&f=false  Karl Wilhelm Ritter von Gümbel: Geognostische Beschreibung des Königreichs Bayern: Abth. Geognostische Beschreibung des Fichtelgebirges] J. Perthes 1879, S. 15</ref><ref>[https://books.google.ch/books?id=xq9TAAAAYAAJ&q=Teuchelberg+grosser+kleiner&dq=Teuchelberg+grosser+kleiner&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjllKPkrZjuAhUOuaQKHWeVAi4Q6AEwAXoECAEQAg Bavaria. B. Oberbergamt. Geologische Landesuntersuchung: Die nutzbaren Mineralien, Gesteine und Erden Bayerns: Bd. Frankenwald, Fichtelgebirge und Bayerischer Wald] Verlag von R. Oldenbourg und Piloty & Loehle, 1924 S. 2 und 4</ref>

Grundeigentümer ist der bayerische Staat (Staatsforst), zuständig ist der Forstbetrieb [[Waldsassen]].

== Geographische Lage ==
Der Teichelberg liegt im bayerischen [[Landkreis Tirschenreuth]] in der Gemarkung der Gemeinde [[Pechbrunn]].<ref>[https://www.fichtelgebirge.bayern/detail/remoteid=594a7b55975a8e55b5b06e82 Großer Teichelberg] fichtelgebirge.bayern</ref> An seinem Nordfuß verläuft die [[Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau]], am Südfuß von [[Großbüchlberg]] kommend und nach [[Fuchsmühl]] führend der [[Fränkischer Gebirgsweg|Fränkische Gebirgsweg]].

== Geologie ==
Zwischen [[Marktredwitz]], [[Mitterteich]], [[Konnersreuth]] und [[Seußen]] liegt ein großes Basalteruptionsgebiet. Es ist der westlichste Ausläufer des nordböhmischen Basaltvulkanismus. Im [[Miozän]] ist dort flüssige Basaltmasse durch den Granit emporgedrungen.

Am Großen Teichelberg traten vor ca. 21,4 Millionen Jahren in mehreren Phasen heiße [[Lava|Laven]] aus, erkalteten und erstarrten. Das „Vorkommen besteht aus einem mehrschichtigen Basaltdeckenerguss mit einer 30 bis 40&nbsp;m mächtigen Hauptdecke, die sich von einigen Spalten und Schloten im Zentrum der kuppenförmigen Geländeaufragung speiste. Im Liegenden der Hauptdecke befinden sich weitere Basaltlagen, die durch [[Tuff]]e und [[Tuffit]]e voneinander getrennt sind. Die Basis der im Lagerstättengebiet verbreiteten Vulkanite bildet der tiefgründig verwitterte Falkenberger Granit“.<ref name=":0">{{Internetquelle |autor= |url=https://www.basaltwerk-pechbrunn.de/unternehmen/rohstoff-olivinnephelinit.html |titel=Rohstoff Olivinnephelinit |werk=Basaltwerk Pechbrunn GmbH |hrsg=Basaltwerk Pechbrunn GmbH |datum= |abruf=30.10.2019 }}</ref>

„Die Hauptbasaltdecke am Großen Teichelberg besteht aus einem sogenannten Olivin[[nephelinit]]. Es handelt sich dabei um ein quarzfreies, basaltisches Gestein mit einem außergewöhnlich hohen Anteil an Feldspatvertretern (ca. 20 % Nephelin). Damit unterscheidet sich das Vulkangestein von den meisten Basalten der Region, die einen höheren SiO<sub>2</sub>-Gehalt haben und damit saurer sind.“<ref name=":0" />

Außergewöhnlich sind u.&nbsp;a. die hohe Homogenität und Festigkeit vor allem des Hauptlagers, die das anstehende Gestein als hochwertigen Rohstoff qualifizieren. An der Nordseite des Berges wurde der Basalt in einem seit 1888 bestehenden Steinbruch abgebaut, dem größten Basaltsteinbruch Süddeutschlands: Entlang einer ca. 600&nbsp;m langen Steinbruchswand wurde in 4 Etagen Gestein überwiegend für den Straßen- und Eisenbahnbau gewonnen.<ref>{{Literatur |Autor=Dimroth, E., Söllner, K. & Stettner, G. |Titel=Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000 Blatt Nr. 6038 Waldershof |Hrsg=Bayerisches Geologisches Landesamt |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort=München |Datum=1965 |ISBN= |Seiten=105}}</ref> Zum 31. Dezember 2018 wurde der Gewinnungsbetrieb eingestellt.

Aufschluss und Erschließung durch den Abbau ließen ein außergewöhnliches [[Geotop]] entstehen, das einen dreidimensionalen Einblick in die Dynamik des oberen Stockwerkes eines ehemaligen [[Schlacken- und Aschenkegel|Schlackenkegel]]-Vulkans bietet und in dem durch die letztlich vorzeitige Einstellung der Rohstoffgewinnung die Steinbruchswand (2018 über 800&nbsp;m Länge) mit ihren [[Basaltsäulen]] (Höhen bis ca. 30&nbsp;m, Durchmesser bis 4&nbsp;m) erhalten blieb.

== Naturschutzgebiet, Europäisches Schutzgebiet und Naturwaldreservat ==
1996 wurde am Gr. Teichelberg eine Fläche von ca. 115&nbsp;Hektar unter [[Naturschutz]] gestellt.,<ref>{{Internetquelle |autor= |url=http://www.regierung.oberpfalz.bayern.de/leistungen/umwelt/info/naturschutzgebiete/nsg_tir/teichelberg/062_text.pdf |titel=Verordnung über das Naturschutzgebiet„Großer Teichelberg“ |werk=http://www.regierung.oberpfalz.bayern.de |hrsg=Regierung  der  Oberpfalz |datum=08.01.1996 |abruf=30.10.2019 }}</ref><ref>{{Internetquelle |autor= |url=http://www.regierung.oberpfalz.bayern.de/leistungen/umwelt/info/naturschutzgebiete/nsg_tir/teichelberg/062_karte.htm |titel=Karte Naturschutzgebiet Großer Teichelberg |werk=http://www.regierung.oberpfalz.bayern.de |hrsg=Regierung der Oberpfalz |datum= |abruf=30.10.2019 }}</ref> die in identischem Umfang Teil des ausgewiesenen europäischen [[Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie)|Fauna-Flora-Habitats]] „Basaltkuppen in der Nördlichen Oberpfalz (amtliche Nr.: 6039-301)“ ist.<ref>{{Internetquelle |autor= |url=https://www.kreis-tir.de/fachbereiche/umwelt/naturschutz/schutzgebiete/ffh-gebiete/ |titel=FFH-Gebiete Landkreis Tirschenreuth |werk=https://www.kreis-tir.de |hrsg=Landkreis Tirschenreuth |datum= |abruf=30.10.2019 }}</ref><ref>{{Internetquelle |autor= |url=https://www.stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/schutzgebiete/ffh_gebiete.htm |titel=Fauna-/Flora-/Habitat-Gebiete in Bayern |werk=https://www.stmuv.bayern.de |hrsg=Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz |datum= |abruf=30.10.2019 }}</ref> Große Teile davon gehören zudem zum [[Naturwaldreservat]] „Gitschger“<ref>{{Internetquelle |autor= |url=https://www.baysf.de/de/wald-schuetzen/bayerns-wilde-waelder/naturwaldreservate/naturwaldreservat-gitschger.html |titel=Naturwaldreservat Gitschger |werk=https://www.baysf.de |hrsg=Bayerische Staatsforsten |datum= |abruf=30.10.2019 }}</ref>

Besonders markant und schützenswert sind die auffälligen Blockschuttbereiche und der Laubmischwaldkomplex, bestehend aus Buchen, Linden und Traubenkirschen. Diese Waldbestände zählen zu den ältesten Baumbeständen im Naturraum und erreichen in Kernbereichen ein Alter bis zu 230 Jahren.<ref name="BN1">{{Webarchiv |url=http://www.bund-naturschutz.de/teichelberg-basaltabbau.html |text=Bund Naturschutz |wayback=20130619083644 |archiv-bot=2019-05-17 14:56:23 InternetArchiveBot}}, Basaltabbau am Teichelberg</ref> In der [[Stratifikation (Ökologie)#Krautschicht|Krautschicht]] wachsen unter anderem [[Schlüsselblume]]n, [[Maiglöckchen]], [[Lungenkraut]], [[Waldmeister]] und [[Weißwurz]].
Dieses [[Naturschutzgebiet (Deutschland)|Naturschutzgebiet]] ist der Lebensraum für seltene und vom Aussterben bedrohte Vogelarten wie [[Hohltaube]], [[Grauspecht|Grau-]] und [[Kleinspecht]], [[Waldschnepfe]], [[Raufußkauz]], [[Schwarzstorch]] und [[Uhu]]. Die alten Laubholzbestände werden von [[Fledermäuse]]n bewohnt, und es existieren über 226 verschiedene [[Nachtfalter]]arten.<ref name="LBV1" />
Im Gebiet kommen [[Eurasischer Luchs|Luchse]] und [[Wildkatze]]n vor.<ref name="BN1" /> Für Wildkatzen ist der Teichelberg einer von bayernweit drei Plätzen, an denen sich diese Art fortpflanzt.<ref name="LBV1" />

== Wirtschaftliche Nutzung ==
Auf der Nordseite des Bergs wurde in einem Steinbruch von 1888 bis Ende 2018 die etwa 45&nbsp;m dicke Basaltdecke abgebaut. Aus dem Gestein wurde in Brechanlagen Schotter, Splitt und Edelsplitt hergestellt.

== Sagen ==
Nach der Sage wohnten auf dem Teichelberg in alten Zeiten die Hankerln. Sie waren gutmütige, hilfsbereite Zwerge mit langen Bärten und runzeligen Gesichtern und hüteten in der Nähe des Hankelbrunnens ihre unterirdischen Goldschätze, bis undankbare Menschen sie vertrieben.

== Einzelnachweise ==
<references>
<ref name="LBV1">{{Webarchiv | url=www.lbv.de/fileadmin/www.lbv.de/service/Heft_Vogelschutz/LBV-Magazin-VOGELSCHUTZ1_11.pdf | wayback=20111128055823 | text=Landesbund für Vogelschutz Magazin 1/2011}}</ref>
</references>

== Literatur ==
* Julius Neidhardt: ''Wanderführer durch das Fichtelgebirge'', VI. Ausgabe, S. 278
* Unbekannt: ''Die Sage vom Teichelberg'', Der Siebenstern 1927, S. 161
* Erich von Glaß: ''Zur älteren Geschichte des Teichelbergs''; Heimaterzähler Nr. 16/1963
* {{BibISBN|3929364182}}
<!--Zeitungsberichte in Der neue Tag und Frankenpost Hof = ohne konkrete Angaben als ref kaum von Wert-->

== Weblinks ==
* [http://www.bayern-fichtelgebirge.de/steinwald/12.htm Der Große Teichelberg, Karte und Beschreibung]

== Karten ==
* Bayerisches Landesvermessungsamt: Naturpark Fichtelgebirge – östlicher Teil, Naturpark Steinwald UK 50-13, ISBN 3-86038-450-3

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{{Normdaten|TYP=g|GND=4586495-0|VIAF=244288169}}


[[Kategorie:Fichtelgebirge]]