Revision 15644 of "Nestlé" on chwiki

<!--schweizbezogen-->
{{Weiterleitungshinweis|Nestle}}
{{Infobox_Unternehmen
| Name = Nestlé S.A.
| Logo = [[Datei:Nestle-logo.svg|170px|Unternehmenslogo]]
| Unternehmensform = [[Aktiengesellschaft (Schweiz)|Aktiengesellschaft]]
| ISIN = CH0038863350
| Gründungsdatum = 1866
| Handelsregistereintrag = 19.07.1905
| Sitz = [[Vevey]], [[Schweiz]]
| Leitung = [[Paul Bulcke]] <br /> ([[Chief Executive Officer|CEO]]) <br /> [[Peter Brabeck-Letmathe]] <br /> ([[Verwaltungsrat (Schweiz)|VR-Präsident]])
| Mitarbeiterzahl = ca. 328'000<ref>[http://www.nestle.com/jobs/pages/jobs.aspx Nestlé, global info], abgerufen am 17. April 2012</ref>
| Umsatz = 83,6 Mrd. [[Schweizer Franken|CHF]] <small>(2011)</small>
| Branche = Nahrungsmittel
| Produkte = Lebensmittel, Getränke
| Homepage = [http://www.nestle.com/ www.nestle.com]<br />[http://www.nestle.ch/ www.nestle.ch]<br />[http://www.nestle.de/ www.nestle.de]
}}
[[Datei:NestleHQ.jpg|thumb|Nestle-Hauptsitz in [[Vevey]]]]
[[Datei:Nestlé1.jpg|thumb|Der damalige Präsident Brasiliens [[Luiz Inácio Lula da Silva]] bei der Eröffnung einer Nestlé-Fabrik in Brasilien]]
[[Datei:Nestle-kindermehl.jpg|thumb|Nestle Kindermehl in einer Annonce von 1898]]

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Die '''Nestlé S.A.''' (deutsch [{{IPA|ˈnɛstlə}}]; international [{{IPA|nɛsˈtle}}]) ist der grösste [[Lebensmittelindustrie|Lebensmittelkonzern]] der Welt und das grösste Industrieunternehmen der [[Schweiz]]. Die [[Nestlé-Hauptverwaltung]] befindet sich in [[Vevey]], Kanton [[Waadt]], der Unternehmenssitz in Vevey und [[Cham ZG|Cham]], [[Kanton Zug]].

== Unternehmen ==
Der Nestlé-Konzern erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 109,7 Milliarden Schweizer Franken und erzielte einen Reingewinn von 34,2 Milliarden Schweizer Franken. Laut dem Wirtschaftsmagazin [[Forbes Magazine|Forbes]] erzielt Nestlé den grössten Gewinn aller weltweit börsennotierter Unternehmen.<ref>http://www.forbes.com/global2000/#p_1_s_dprofits_All_All_All</ref> Nestlé betreibt 443 Produktionsstätten in 81 Ländern und beschäftigt insgesamt rund 328.000 Mitarbeiter.

Der Geschäftsführer (CEO) ist [[Paul Bulcke]], der diese Position von seinem Vorgänger [[Peter Brabeck-Letmathe]] im April 2008 übernahm.

Mit 14.380 Mitarbeitern und einem Umsatz von 3,772 Milliarden Euro im Jahr 2007 ist Nestlé Deutschland der drittgrösste Ländermarkt des Konzerns.
Dies entsprach einem Umsatz von 5,552 Milliarden Schweizer Franken.

== Geschichte ==
Die ''Farine Lactée Henri Nestlé lk.A.'' wurde 1866 vom Schweizer Apotheker deutscher Herkunft [[Henri Nestlé]] gegründet.

Henri Nestlé war es 1867 gelungen, ein lösliches Milchpulver herzustellen, das Säuglingen als Muttermilchersatz gegeben werden konnte (Nestlé ''Kindermehl'').

Als Unternehmenslogo verwendete er sein Familienwappen. Sein Familienname bedeutet im Schwäbischen „kleines Nest“. Das Familienwappen mit der Brutpflege war passend für sein erstes Produkt und ist bis heute Unternehmenswappen.<ref>Claudia Leu: Index Logo, MITP, ISBN 3-8266-1507-7, Seite 115</ref>

1898 wurde die erste ausländische Fabrik übernommen, ein Milchpulverwerk in Norwegen. 1905 fusionierte Nestlé mit der damals deutlich grösseren ''[[Anglo-Swiss Condensed Milk Company]]'' in [[Cham ZG]]. Der Markenname Nestlé wurde aber wegen der grösseren Bekanntheit in der Bevölkerung beibehalten. 1929 schlossen sich die Schokoladeproduzenten ''Peter, [[Cailler]], Kohler'' und Nestlé zusammen, wiederum setzte sich der Name Nestlé durch.

Die erfolgreiche Vermarktung [[Löslicher Kaffee|löslichen Kaffees]] ab dem Jahr 1938 brachte dem Unternehmen grosse Gewinne. 1947 folgte die Fusion mit der [[Maggi]] AG und der Namenswechsel zu Nestlé Alimentana AG. Es folgten weitere Übernahmen: 1963 die [[Findus (Unternehmen)|Findus AG]] und 1971 [[Ursina-Franck AG]] ([[Thomy]] und [[Bärenmarke]]). Der Unternehmensname (Firma) wurde nun in Nestlé S.A. geändert.

1974 erwarb das Unternehmen 49 % an der [[Holdinggesellschaft]] [[Gesparal]] und damit erstmals Anteile an einem Non-Food-Unternehmen. Die Gesparal hielt 53,7 % der Aktien des Kosmetikunternehmens [[L'Oréal]]. 2004 wurde die Gesparal mit L'Oréal fusioniert und Nestlé hält nun 26,4 % des Unternehmens.

Die Marke [[Bübchen-Werk Ewald Hermes|Bübchen]] gehört seit 1983 zum Konzern.

1985 erfolgte die nächste Übernahme in der Nahrungsmittelindustrie, für 3 Milliarden US-Dollar wurde der US-Konzern [[Carnation (Unternehmen)|Carnation]] übernommen. 1988 folgte die Übernahme des britischen Schokoladen- und Süsswarenkonzerns [[Rowntree's|Rowntree Mackintosh]] sowie des italienischen Teig- und Süsswarenkonzerns [[Buitoni]]. Mit der Übernahme von [[Perrier (Mineralwasser)|Perrier]] und [[Sanpellegrino]] stieg Nestlé in den 1990er-Jahren in den Mineral- und Tafelwassermarkt ein.

2002 übernahm Nestlé den amerikanischen Tierfutterkonzern [[Ralston Purina]] für 10,3 Mrd. US-Dollar und integrierte ihn als [[Nestlé Purina PetCare]] in den Konzern <ref> [http://www.manager-magazin.de/unternehmen/ma/0,2828,187769,00.html Nestlé/Ralston Purina: Kraftvoll zugebissen], ''[[Manager-Magazin|manager-magazin]]'' vom 31. März 2002</ref>. Nestlé wurde dadurch weltweit Marktführer im Bereich Tiernahrung für Hunde- und Katzenfutter. In Deutschland liegt Nestlé mit ca. 20 % Marktanteil jedoch noch hinter [[Mars Incorporated|Mars]] (39 %) zurück. Ebenfalls 2002 wurde die [[Theo Schöller|Schöller]]-Holding (Schöller- und Mövenpick-Eis) von den bisherigen Gesellschaftern [[Südzucker AG]] und der Familie Schöller übernommen.<ref>[http://rhein-zeitung.de/on/01/06/29/topnews/nestle.html Nestlé will Schöller schlucken], Rhein-Zeitung, 29. Juni 2001</ref><ref>[http://www.suedzucker.de/de/Presse/Pressemeldungen/?detail=2177 Südzucker-Neuausrichtung nach Plan], Pressemitteilung vom 19. Oktober 2001</ref>

Im Juni 2002 gab Nestlé bekannt, in den USA seine Speiseeissparte mit dem grössten Speiseeis-Hersteller der USA [[Dreyer's]] zu fusionieren und dadurch 67 % an dem neuen, vergrösserten Unternehmen zu übernehmen.<ref>[http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,201211,00.html US-Fusion: Eiscreme-Giganten verschmelzen] in ''[[Spiegel Online]]'' vom 17. Juni 2002</ref><ref>[http://www.n-tv.de/archiv/Nestle-wird-Nummer-Eins-article106860.html Eiscreme-Markt USA: Nestle wird Nummer Eins] auf ''[[n-tv]]'' vom 26. Juni 2003</ref> 2006 übernahm Nestlé schliesslich Dreyer's zu 100 % und wurde damit Weltmarktführer im Speiseeis-Geschäft.<ref>[http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/newzzEIMSLDYZ-12-1.4789 Nestlé wird Glacé-Weltmarktführer], ''[[Neue Zürcher Zeitung]]'' vom 19. Januar 2006</ref>

Ende 2004 übernahm die deutsche Nestlé 49 % der ''[[Wagner Tiefkühlprodukte]] GmbH'' um auf dem deutschen Markt im Bereich der Tiefkühlpizzas gegen die Konkurrenten [[Dr. Oetker GmbH|Dr. Oetker]] und die [[Freiberger-Gruppe]] zu positionieren. Anfang 2010 übernahm Nestlé bei Wagner mit 74 % schliesslich die Mehrheit.<ref>[http://www.fr-online.de/wirtschaft/pizza-nestle-greift-nach-wagner,1472780,3285896.html Pizza: Nestle greift nach Wagner], ''Frankfurter Rundschau'' vom 18. August 2009</ref>

[[Datei:Logo_von_Nestlé-Schöller.jpg|thumb|right|150px|Logo von Nestlé-Schöller]]
Aus strategischen Gründen verkaufte ''Nestlé Schöller'' zum 1. Januar 2007 die Produktion von Handelsmarken-Eis (für Aldi, Lidl, Penny etc.) an den Standorten Nürnberg und Prenzlau an die [[Rosen Eiskrem|Rosen Eiskrem GmbH]].<ref>[http://www.roseneis.de/de/Bilder/Presse/Presseberichte/2006_10_SweetsGlobalNetwork.pdf Rosen Eiskrem übernimmt Fabriken von Nestle Schöller] (PDF-Datei), Sweets Global Network, 10/2006</ref>

Im September 2006 gab die [[EU-Kommission]] ihr Einverständnis für ein zum Jahresende 2006 beginnendes [[Joint-Venture]] von Nestlé (40 %) mit [[Lactalis]] (60 %) im Bereich Frischeprodukte unter dem Namen ''Lactalis Nestlé Produits Frais'' (LNPF). Das Kooperationsprojekt erstreckt sich auf acht EU-Staaten (Frankreich, Belgien, Luxemburg, Vereinigtes Königreich, Irland, Spanien, Italien, Portugal), sowie die Schweiz. Durch diese Aktion bleibt Nestlé auf dem ersten Platz in der weltweiten Milchindustrie vor Lactalis, [[Dean Foods]] (USA) und [[Danone]] (Frankreich).

Im April 2007 übernahm Nestlé für 5,5 Mrd. US-Dollar den US-amerikanischen Kindernahrungshersteller [[Gerber Products Company|Gerber]] vom Pharmakonzern [[Novartis]]. Damit wurde Nestlé im Bereich Säuglingsnahrung nicht nur in den USA zur Nummer&nbsp;1, dem hierfür grössten nationalen Markt, sondern auch weltweit.<ref>[http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-476744.html Nestlé: Milliardendeal mit Novartis] in ''manager-magazin'' vom 12. April 2007</ref>

Seinen 77-Prozent-Anteil am Augenpflegemittel-Hersteller [[Alcon]] verkaufte Nestlé in zwei Tranchen komplett an Novartis: 2008 wurden 25 % für 11 Milliarden Dollar veräussert, 2010 dann die restlichen 52 % für rund 28 Milliarden Dollar.<ref>[http://derstandard.at/3292649 Alcon Novartis steigt bei Nestlé-Tochter ein] in ''[[Der Standard]]'' vom 11. Juni 2008</ref><ref>[http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,713867,00.html Novartis: Kauf des Alcon-Pakets abgeschlossen] in ''manager-magazin'' vom 26. August 2010</ref>

Am 5. Januar 2010 gab Nestlé die Übernahme des Tiefkühlpizza-Geschäfts des US-Nahrungsmittelkonzerns [[Kraft Foods]] für 3,7 Milliarden US-Dollar bekannt. Hierzu gehören unter anderem die Marken ''DiGiorno'', ''Tombstone'', ''California Pizza Kitchen'', ''Jack's'' und ''Delissio''.<ref>[http://www.nestle.com/MediaCenter/PressReleases/AllPressReleases/Kraft+pizzas.htm?Tab=2010 Nestlé, Medienmitteilung vom 5. Januar 2010]</ref> Damit wurde Nestlé auch im Marktsegment Tiefkühlpizzen zum Weltmarktführer.<ref>[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,670111,00.html Übernahme in Nordamerika: Nestlé schmiedet Tiefkühlpizza-Imperium] in ''Spiegel Online'' vom 5. Januar 2010</ref>

Im April 2012 kaufte Nestlé die Babynahrungssparte des US-Pharmakonzerns [[Pfizer]], um sein Engagement auf den schnell wachsenden Märkten für Babynahrung in Schwellen- und Entwicklungsländern weiter auszubauen.<ref>[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/uebernahme-nestle-kauft-von-pfizer-sparte-mit-babynahrung-a-829132.html Milliarden-Deal; Nestlé kauft von Pfizer Geschäft mit Babynahrung] in ''Spiegel Online'' vom 23. April 2012</ref>

== Kritik ==
{{Neutralität}}
<!--Der Dokumentarfilm „Flaschenkinder“ (1975) von [[Peter Krieg]] war viele Jahre lang für das Unternehmen ein konstantes Ärgernis. Der Film prangerte die Auswirkungen der Propagierung künstlicher Säuglingsnahrung durch multinationale Lebensmittelkonzerne wie Nestlé in Ländern der „Dritten Welt“ an und wurde in vielen Ländern ein Hauptinstrument entwicklungspolitischer Bildungsarbeit, bis hin zu Boykottkampagnen gegen die Milchmultis.-->
=== Vermarktung von Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern ===

In den 1970er und 1980er Jahren wurden Nestlé und andere Unternehmen für ihre Vermarktung von Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern heftig kritisiert. Ihnen wurde vorgeworfen, aggressive Verkaufsmethoden anzuwenden, etwa Verkaufspersonal als Krankenschwestern zu verkleiden und Gratismuster zu verteilen, deren Verwendung bei damit einhergehender Einstellung des [[Stillen]]s zum Versiegen der Muttermilch führt. Damit würden Mütter dauerhaft von den teuren Produkten abhängig gemacht, die aber gerade in Entwicklungsländern für Teile der Bevölkerung unerschwinglich sind, zudem würden gesundheitliche Schäden und Tod von Säuglingen durch Zubereitung mit verschmutztem Wasser in Kauf genommen.

Als die ''Arbeitsgruppe 3. Welt Bern'' 1974 die Studie ''[[Nestlé tötet Babies]]'' zum Thema herausgab, klagte Nestlé gegen sie wegen Ehrverletzung. Als ehrverletzend empfand das Unternehmen den Titel sowie die Angaben, Nestlé sei verantwortlich für den Tod tausender Säuglinge, Nestlés Verhalten sei unethisch und Nestlé-Verkaufspersonal werde als Krankenschwestern verkleidet. Der „Nestlé-Prozess“ endete 1976 mit einer [[Buße (Verwaltungsrecht)|Busse]]<!-- Sic! Schweizbezogen! --> wegen des Studientitels und Freispruch in den übrigen Punkten sowie einer Ermahnung des Richters an Nestlé, ihre Marketingpraktiken zu überdenken. 1984 erklärte sich das Unternehmen schliesslich dazu bereit, den 1981 von der WHO und UNICEF verabschiedeten [[Internationaler Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten|Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten]] einzuhalten.<ref>[[Erklärung von Bern]]: ''Aktenzeichen Babynahrung ungelöst'' (2004) [http://www.evb.ch/p25003240.html]</ref>

=== Verwendung gentechnisch veränderter Zutaten ===

Kritisiert wurde Nestlé auch wegen der Verwendung gentechnisch veränderter Zutaten. So wurde 1996 das Produkt [[Butterfinger]], ein Schokoriegel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen, nach massiven Protesten der Umweltschutzorganisation Greenpeace und der Bevölkerung wieder vom deutschen Markt genommen. Nach eigenen Angaben verwendet Nestlé heute für den europäischen Markt keine gentechnisch veränderten Rohstoffe mehr.<ref>[http://www.nestle.de/Home/Engagement/NestleInformiert/Gentechnologie/ Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel: Nestlé Produkte sind nicht betroffen]</ref> Für Milchprodukte, die von der [[Unternehmensgruppe Theo Müller]] unter Lizenz für Nestlé sowie für verschiedene Handelsmarken hergestellt werden, wird jedoch zum Teil Milch von Kühen verwendet, die gentechnisch verändertes Futter erhalten.<ref>[http://de.einkaufsnetz.org/gentechnik/tierfutter/13358_1.html Greenpeace Einkaufsnetz: Gentechnik bei Milchproduktion überflüssig]</ref>

=== Kinderarbeit ===

In der [[westafrika]]nischen [[Elfenbeinküste]], dem bedeutendsten Exportland von Kakao, werden laut Menschenrechtsorganisationen etwa 12.000 Kinder als Sklaven auf Kakaoplantagen eingesetzt. Nestlé und anderen kakaoverarbeitenden Unternehmen wurde vorgeworfen, zu wenig zur Verbesserung dieser Zustände zu unternehmen. Daraufhin unterzeichnete die Schokoladenindustrie, darunter auch Nestlé<ref>''Schmutzige Schokolade''. Reportage/Dokumentation von Miki Mistrati im Auftrag des [[NDR]], 43:23 Minuten, deutsche Erstausstrahlung am 6.&nbsp;Oktober 2010 in [[Das Erste]], abrufbar unter http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8577084, Stelle: 5:25</ref> im September 2001 das sogenannte [[Harkin-Engel-Protokoll]]. Dieses Protokoll beinhaltet Massnahmen, die bis 2005 zur Beendigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit bzw. -sklaverei in der Kakaoindustrie führen sollten.<ref>http://www.cocoainitiative.org/en/reports/harkin-engel-protocol</ref> Die vereinbarten Massnahmen führten u.a. zur Gründung der ''International Cocoa Initiative'', die gegen Kinderarbeit und Zwangsarbeit im Kakaoanbau vorgehen soll. Eine Reportage der ARD kam allerdings 2010 zu dem Schluss, dass grosse Firmen wie Nestlé, Mars Inc. und Kraft Foods Kindersklaverei nach wie vor „zumindest dulden.“<ref>''Schmutzige Schokolade''. Reportage/Dokumentation von Miki Mistrati im Auftrag des [[NDR]], 43:23 Minuten, deutsche Erstausstrahlung am 6.&nbsp;Oktober 2010 in [[Das Erste]], abrufbar unter http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8577084, Stelle: 40:02-41:30</ref> Die österreichischen Enthüllungsjournalisten Klaus Werner Lobo und Hans Weiss werfen dem Konzern „Ausbeutung und Kindersklaverei“ auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste vor.<ref>Klaus Werner Lobo, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen - Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullenstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-37314-0, S. 340f., 328f sowie S. 160-162.</ref><ref>[http://www.stopthetraffik.org/ourwork/chocolate/ Stop the Traffik: The Chocolate Campaign]</ref><ref>[http://www.cocoainitiative.org/ International Cocoa Initiative]</ref> Eine Evaluation der [[Tulane-Universität]] stellte 2011 fest, dass von den sechs im Harkin-Engel-Protokoll genannten Massnahmen keine einzige vollständig umgesetzt wurde.<ref>http://www.cocoainitiative.org/images/stories/pdf/Documents_and_Reports/Tulane/Tulane_-_2011_-_Final_Report.pdf</ref>
In Grossbritannien hat Nestlé das Produkt [[Kitkat]] nach massiven Verbraucherprotesten gegen die mit dem Produkt verbundene Regenwaldzerstörung<ref>[http://www.utopia.de/magazin/unternehmen-greenpeace-vs-nestle-erfolgreiche-anti-kitkat-kampagne-video-schokoriegel?all Greenpeace vs. Nestlé - Anti-Kitkat-kampagne erfolgreich]</ref> vollständig auf Kakao aus fairem Handel umgestellt.<ref>[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,665977,00.html Lebensmittelkonzerne: Warum Schokogiganten auf politisch korrekten Kakao setzen] in ''Spiegel Online'' vom 3. Januar 2010</ref>

=== Bespitzelung von Globalisierungskritikern===
Im Juni und Juli 2008 berichteten zahlreiche Schweizer Medien, dass Nestlé die Sicherheitsfirma [[Securitas]] beauftragt habe, das Autorenteam des von der NGO  [[Attac]] veröffentlichten Buches ''Nestlé. Anatomie eines Weltkonzerns'' zu überwachen. <ref>http://www.evb.ch/cm_data/Nestle_attac_engl.pdf</ref> <ref>Uns gehört die Welt, Klaus Werner-Lobo,Carl Hanser Verlag, 2008</ref><ref>Securitas spionierte für Nestle, 20 Min Online, 13.Juni 2008, http://www.20min.ch/schweiz/news/story/12761930</ref>

=== Unfairer Handel ===

Im November 2002 forderte Nestlé von [[Äthiopien]] eine Entschädigung von sechs Millionen Dollar für ein Unternehmen, das zuvor verstaatlicht worden war. In [[Kolumbien]] werden Nestlé der Massenverkauf abgelaufenen Milchpulvers und Repressionen gegen Gewerkschaften vorgeworfen.<ref>Klaus Werner Lobo, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen - Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullenstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-37314-0, S. 341.</ref>

Auf Kritik von [[Oxfam]] und weiteren Organisationen, angesichts der [[Kaffeekrise]] zu wenig für die Existenzsicherung von Kaffeebauern in Entwicklungsländern zu unternehmen, reagierte das Unternehmen 2005 mit der Einführung von [[Fairer Handel|fairhandelszertifiziertem]] Kaffee in Grossbritannien und Irland.<ref>[http://www.oxfam.de/sites/www.oxfam.de/files/20070919_istdiekaffeekrisenunvorueber_5260kb.pdf Oxfam u.a.: Ist die Kaffeekrise nun vorüber?] (2007)</ref>

Im September 2011 lancierte die NGO [[Solidar Suisse]] eine Kampagne<ref>[http://www.solidar.ch/kaffee Kampagnenseite von Solidar Suisse]</ref>, in der sie die Nestle-Marke Nespresso dazu aufforderte, fair gehandelten Kaffee anzubieten. Im Zentrum der Kampagne stand die Parodie eines Nespresso-Werbespots mit [[George Clooney]].<ref>[http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,784595,00.html Nespresso-Schild trifft Clooney-Double in die Weichteile] in ''Spiegel Online'' vom 6. September 2011</ref> Der Spot wurde innerhalb weniger Tage über 500.000 Mal auf Youtube angesehen.<ref> [http://www.youtube.com/watch?v=2G8QljHVn_A Nespresso-Parodie von Solidar Suisse]</ref> Nespresso weist die Kritik zurück.<ref>http://www.nespresso.com/communication/?q=comment/14</ref>

=== Rodung von Regenwald zur Palmölproduktion für Schokoriegel ===
Wie [[Greenpeace]] im März 2010 öffentlich machte, bezog Nestlé einen Teil seines [[Palmöl]]s, das unter anderem zur Herstellung von Schokoriegeln und Keksen verwendet wird, von der [[Sinar Mas Group]], die für den Anbau der [[Ölpalme]]n entgegen internationalem und indonesischem Recht grosse Flächen des indonesischen Regenwaldes rodet. Es begann eine grössere Social-Media-Kampagne gegen den Konzern.<ref>[http://www.greenpeace.de/themen/waelder/nachrichten/artikel/kitkat_suesses_mit_bitterem_beigeschmack-1/ Kampagne: Kitkat - Süsses mit bitterem Beigeschmack], ''Greenpeace'', 31. März 2010</ref> Nestlé kündigte daraufhin zwar die direkte Zusammenarbeit mit Sinar Mas, bezog jedoch weiterhin Palmöl indirekt über das Handelsunternehmen [[Cargill]] aus Sinar-Mas-Produktion.<ref>[http://www.greenpeace.de/themen/waelder/nachrichten/artikel/nestle_zoegert_greenpeace_bleibt_dran/ Kampagnen-Update 2: Nestlé, Kitkat und das Palmöl], ''Greenpeace'', 11. Mai 2010</ref> Im Mai 2010 teilte Nestlé mit, dass man eine Allianz mit [[The Forest Trust]] eingehen werde. Zunächst sollten beim Einkauf von Palmöl strenge Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden, danach auch bei Zellstoff und Papier. Greenpeace begrüsste dies, der Konzern bewege sich damit in die richtige Richtung.<ref>[http://www.greenpeace.de/themen/waelder/nachrichten/artikel/erfolg_nestle_will_urwald_schuetzen/ Erfolg: Nestlé will Urwald schützen], ''Greenpeace'', 17. Mai 2010</ref><ref>[http://www.greenpeace.org/austria/de/News/Aktuelle-Meldungen/Urwalder-News/nestle-1jahr/ Ein Jahr nach dem Versprechen von Nestlé, die Regenwälder zu verschonen], ''Greenpeace'', 23. Mai 2011</ref> Die von Greenpeace initiierte „Kitkat-Kampagne“ gilt (auch wegen der grossen Beteiligung von Verbrauchern) als bis dahin erfolgreichster Umweltprotest im Bereich [[Social Media|Social-Media]].<ref>[http://www.utopia.de/magazin/unternehmen-greenpeace-vs-nestle-erfolgreiche-anti-kitkat-kampagne-video-schokoriegel Greenpeace vs. Nestlé: Erfolgreiche Anti-Kitkat-Kampagne], ''Utopia Magazin'', 17. Mai 2010</ref>

=== Wasser ===
Im 2009 erschienenen Dokumentarfilm ''[[Abgefüllt]]'' von Stephanie Soechtig wurde kritisiert, dass der Konzern ohne Rücksicht auf die Bevölkerung in ländlichen Gemeinden deren Wasser praktisch kostenlos abpumpen lässt und dann mit grossem Gewinn weiterverkauft. Darüber hinaus würden die Plastikflaschen die Umwelt unnötig belasten, eine grosse Gefahr für die Weltmeere darstellen und Plastikflaschen chemische Substanzen an das Wasser abgeben und damit ungesünder sein, als Leitungswasser. Zudem dürfe man etwas lebensnotwendiges wie das Grundrecht auf Wasser nicht zu einem reinen Wirtschaftsgut machen.<ref>http://www.tappedthemovie.com/</ref> 

Im Jahr 2012 kam die Dokumentation ''[[Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser]]'' in die Kinos, die sich mit der Vermarktung in Flaschen abgefüllten Trinkwassers beschäftigt. Darin bezeichnete die ehemalige [[UNO]]-Chefberaterin für Wasserfragen Nestlé als ein „Raubtier auf der Suche nach dem letzten sauberen Wasser dieser Erde“. Insbesondere in der dritten Welt würde Nestlé auch mit korrupten Regierungen zusammenarbeiten und beispielsweise Grundwasser aus armen Gegenden absaugen und dann für teures Geld an die wohlhabende Oberschicht verkaufen.<ref>[http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/01/23/Kultur/Bottled-Life-wirft-Licht-auf-Nestles-Geschaeft-mit-dem-Wasser «Bottled Life» wirft Licht auf Nestlés Geschäft mit dem Wasser ], ''Schweizer Fernsehen'' vom 23. Januar 2012</ref><ref>[http://doklab.com/projects/detail.php?lang=de&id=9 Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser]</ref> Nestlé schildert ihre Sicht zum Film auf ihrer Website. So würden „Tatsachen im Film meist falsch dargestellt und es fehle an Objektivität.“<ref>[http://www.nestle-waters.com/BottledLife.html?btn_ajax=1&_lang=de Bottled Life: Our position.] In: nestle-waters.com, abgerufen am 7. August 2012</ref>

=== Sonstiges ===
2007 wurden Aktionäre und verantwortliche Manager des Nestlé-Konzerns  von der Stiftung ''Ethik & Ökonomie (ethecon)''  mit dem Internationalen ''Black Planet Award'' für „herausragende Verantwortung bei Zerstörung und Ruin unseres Blauen Planeten hin zu einem Schwarzen Planeten“ ausgezeichnet.<ref>[http://www.ethecon.org/de/269 Website ethecon: Hintergrund zur Black planet award - Verleihung an Nestle]</ref><ref>[http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=11725 Die Preisverleihung 2007 in der Neuen Rheinischen Zeitung]</ref> In Kolumbien wurden mehrere kritische Nestle-Gewerkschafter ermordet, in diesem Zusammenhang wurde Strafanzeige gegen die Konzernleitung in der Schweiz erstattet.<ref> [http://www.taz.de/Ermordete-Gewerkschafter-in-Kolumbien/!94353/ Die Nestlé-Fabrik und die Morde] in ''taz'' vom 2. Juni 2012</ref>

== Literatur ==
* {{Literatur
 | Autor=Pierre Harrisson
 | Titel=Das Imperium Nestlé.
 | TitelErg=Praktiken eines Nahrungsmultis am Beispiel Lateinamerikas
 | Auflage=
 | Verlag=Rotpunktverlag
 | Ort=Zürich
 | Jahr=1986
 | ISBN=3-89190-876-8
 | Seiten=413
}}
* {{Literatur
 | Autor=Friedhelm Schwarz
 | Titel=Nestlé. Macht durch Nahrung
 | Auflage=
 | Verlag=DVA
 | Ort=Stuttgart 
 | Jahr=2000
 | ISBN=3-421-05331-6
 | Seiten=295 
}}
* {{Literatur
 | Autor=Horst W. Nestle
 | Titel=Stammbaum der Familie Nestle
 | Auflage=
 | Verlag=
 | Ort=Stuttgart 
 | Jahr=1976
 | ISBN=
 | Seiten=
}}
* {{Literatur
 | Autor=Klaus Werner, Hans Weiss
 | Titel=Das neue Schwarzbuch Markenfirmen: Die Machenschaften der Weltkonzerne
 | Auflage=
 | Verlag=Ullstein Taschenbuch
 | Ort=
 | Jahr=2010
 | ISBN=978-3548373140
 | Seiten=400
}}
* {{Literatur
 | Autor=Arbeitsgruppe Dritte Welt Bern
 | Titel=Exportinteressen gegen Muttermilch. Der tödliche Fortschritt durch Babynahrung
 | Auflage=
 | Verlag=Rowohlt TB-V.
 | Ort=
 | Jahr=1976
 | ISBN=978-3499140655
 | Seiten=136 
}}

== Weblinks ==
{{Commonscat|Nestlé}}
* [http://www.nestle.ch Website von Nestlé Schweiz]
* [http://www.nestle.de Website von Nestlé Deutschland]
* [http://www.nestle.at Website von Nestlé Österreich]
* {{HLS|41776}}
* [http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=2666 Konzerne mit Problemzonen] in ''greenpeace magazin'', Ausgabe 1.07

== Einzelnachweise ==
<references/>

{{NaviBlock
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{{SORTIERUNG:Nestle}}

[[Kategorie:Nestlé| ]]
[[Kategorie:Lebensmittelhersteller (Schweiz)]]
[[Kategorie:Molkereiunternehmen (Schweiz)]]
[[Kategorie:Schokoladenhersteller]]
[[Kategorie:Unternehmen (Kanton Waadt)]]
[[Kategorie:Vevey]]
[[Kategorie:Heißgetränkehersteller]]
[[Kategorie:Kaffeehersteller]]
[[Kategorie:Unternehmen im Swiss Leader Index]]
[[Kategorie:Unternehmen im Swiss Performance Index]]
[[Kategorie:Unternehmen im Swiss Market Index]]

[[als:Nestlé]]
[[ar:نستليه]]
[[az:Nestle]]
[[be:Nestlé]]
[[bg:Нестле]]
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[[cv:Nestle]]
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[[tl:Nestlé]]
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[[uk:Nestlé S.A.]]
[[vi:Nestlé]]
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