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== [[Hans Fallada]] ==

== [[Mecklenburg]] ==

'''Mecklenburg''' [norddeutsch {{IPA|/ˈmeːklənbʊˑç/}}, mittel- u. süddeutsch {{IPA|/ˈmeːklənbʊrk/}}], [[Mecklenburgisch-Vorpommersch|mecklenburgisch]] ''Mękelborg'' [{{IPA|/ˈmɛːkəlbɔɐç/}}] ist eine europäische Region im Norden [[Deutschland]]s [...]. 995 wurde  ''Mecklenburg'' erstmals erwähnt.<ref>Johannes Erichsen: ''Geschichte und Kunst einer europäischwen Region, Landesausstellung Mecklenburg−Vorpommern 1995.'' Katalog zur Landesausstellung im Schloß Güstrow  (23. Juni – 15. Oktober 1995), Staatliches Museum Schwerin – Rostock 1995, Hinstorff-Verlag, ISBN 3356006223.</ref>

=== [[Mecklenburg#Mittelalter|Mittelalter]] / [[Mecklenburg#Frühe Neuzeit|Frühe Neuzeit]] ===
Im Ergebnis der [[Deutsche Ostsiedlung]] (12.– 13. Jhdr.) zwischen [[Elbe]] und [[Oder]] entstanden, wurde ''Mecklenburg'' bis zur Auflösung des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation]] (1806) als [[Lehnswesen|Reichslehen]] römisch–deutscher Kaiser an  mecklenburgische [[Reichsfürsten|Fürsten]] vergeben.

=== [[Mecklenburg#Nach 1945 in der DDR und in der Bundesrepublik|Nach 1945 in der DDR und in der Bundesrepublik]] === 

Seit dem 3.&nbsp;Oktober 1990 −&nbsp;mit Beitritt der [[DDR]] zur [[Bundesrepublik Deutschland]]&nbsp;−  gehört ''Mecklenburg'' zum Bundesland [[Mecklenburg-Vorpommern]].<ref>Bundesministerium der Justiz: [http://bundesrecht.juris.de/einigvtr/BJNR208890990.html#BJNR208890990BJNG000300301 ''Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands''] – Einigungsvertrag – vom 31. August 1990 ([[Bundesgesetzblatt (Deutschland)|BGBl.]] 1990 II S. 889)</ref>Die größten Städte der Region sind [[Rostock]], [[Schwerin]], [[Neubrandenburg]] und [[Wismar]].

== [[Neustrelitz]] ==

== [[Strelitz-Alt]] ==

== [[Stadtkirche Sternberg]] ==
=== [[Stadtkirche Sternberg#Historische Bedeutung|Historische Bedeutung]] ===
[[Datei:Schedel judenfeindlichkeit2.jpg|thumb|200px|Feuertod Mecklenburger Juden – Weltchronik von [[Hartmann Schedel]] (1493)]] 

In der Kirche wurden bis in das Jahr 1913 in zweijährigem Rhythmus (im Wechsel mit [[Malchin]]) die mecklenburgischen Landtage eröffnet. Im Jahr 1931 verlieh der Oberkirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche von Mecklenburg-Schwerin der Stadtkirche den Ehrennamen „Reformationsgedächtniskirche“ zum Gedenken an den außerordentlichen Landtag vom 20. Juni 1549 bei Sternberg, auf dem in Mecklenburg die [[Reformation]] eingeführt wurde.

Nach dem –&nbsp;[[Sternberg#Judenpogrom und Wohlstand|Sternberger Judenprogom]]&nbsp;− erlangte die Kirche überregionale Bedeutung als [[Wallfahrtskirche]]. Zeitgenössische Schriften berichteten über die Ereignisse im Jahr [[1492]] :

''Der damalige [[Vikar#Römisch-katholische Kirche|Vikar]] am Allerheiligen-Altar Peter Däne habe Schulden bei dem Juden Eleasar gehabt und habe ihm dafür zwei [[Hostie]]n verschafftDie Hostien seien vom Juden und seinen Freunden mit Nadeln zerstochen worden, bis Blut aus ihnen geflossen sei. Eleasars Frau habe die Hostien in den Bach werfen wollen, was als Verheimlichungsversuch gedeutet wurde. Peter Däne habe die Hostien gefunden und auf dem Gelände des alten Fürstenhofs vergraben, wo heute das Heimatmuseum liegt. Von Gewissensbissen geplagt, öffnete er sich einem Schweriner Geistlichen. Dieser ließ ihn foltern, bis er die Juden des Hostienfrevels bezichtigte. Nach Einholung eines entsprechenden Gutachtens der [[Universität Rostock]] wurden daraufhin allein in Sternberg 65 Juden verhaftet und gefoltert. 25 Männer und zwei Frauen wurden am 24. Oktober 1492, nach unter Folter erpressten Geständnissen, vor der Stadt auf dem [[Scheiterhaufen]] verbrannt.  Alle Juden wurden aus Mecklenburg vertrieben, so dass mancher Bürger seiner Schulden ledig wurde. Der Hinrichtungsort wurde seitdem ''Judenberg'' genannt. Peter Däne wurde als [[Ketzer]] nach [[Kanonisches Recht|kanonischem Recht]] zum [[Feuertod]] verurteilt und am 13. März 1493 in Rostock verbrannt.''<ref name="ADB">{{ADB|4|726|726|Däne, Peter|Krause|ADB:Däne, Peter}}</ref><ref>Karl Ernst Hermann Krause : 
[http://mvdok.lbmv.de/mjbrenderer?id=mvdok_document_00002871 Dr. theol. Hinrich Boger oder Hinricus Flexor, der Begleiter Herzogs Erich nach Italien 1502-1504]. In: ''Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde'', Band 47 (1882), S. 115.(abgerufen am 12. Juni 2012,[http://mvdok.lbmv.de/resolve?id=mvdok_document_00002871 Dokumentenserver der Landesbibliotek MV])</ref><ref name="Weltchronik" /> 

Angeblicher [[Hostienfrevel]], daraufhin verkündetes [[Blutwunder]] und anschließendes [[Judenpogrom]] wurden schon bald von norddeutschen Chronisten wie [[Hinrich Boger]] überall bekannt gemacht und von dem Nürnberger [[Hartmann Schedel]] in seiner [[Hartmann Schedel#Die Schedel’sche Weltchronik |Weltchronik von 1493]] (Blatt 258)<ref name="Weltchronik">[http://de.wikisource.org/wiki/Die_Schedelsche_Weltchronik_(deutsch):258  Schedelsche Weltchronik, Blatt 258]</ref> aufgenommen. Zur Aufbewahrung der mit dem angeblichen Blutwunder verbundenen [[Reliquie]]n wurde die [[Stadtkirche Sternberg#Kapelle des Heiligen Blutes|Kapelle des Heiligen Blutes]] an die Stadtkirche angebaut.

Heute steht die Stadtkirche Sternberg unter [[Denkmalschutz]] und ist in die Denkmalliste des [[Amt Sternberger Seenlandschaft|Amtes Sternberger Seenlandschaft]] eingetragen.<ref>[http://www.bks-mv.de/cms/BKS_prod/BKS/Landkreis_Parchim/_Behoerden/Landkreis_Parchim/_Behoerden/Dezernat_I/_Behoerden/Bauordnungsamt/_Dienste/Denkmalschutz/_Formular/Baudenkmale_Amt_Sternberger_Seenlandschaft.pdf Denkmalliste Amt Sternberger Seenlandschaft, pdf-Datei]</ref>

== [[Sternberg]] ==
=== [[Sternberg#Judenpogrom und Wohlstand|Judenpogrom und Wohlstand]] ===

So und in anderen Varianten ist der Sachverhalt als [[Legende]] überliefert. Angeblicher Hostienfrevel und Judenpogrom fanden 1493 Aufnahme in die weit verbreitete [[Hartmann Schedel#Die Schedel’sche Weltchronik |Weltchronik]] des Nürnbergers [[Hartmann Schedel]].<ref name="Weltchronik">[http://de.wikisource.org/wiki/Die_Schedelsche_Weltchronik_(deutsch):258  Schedelsche Weltchronik, Blatt 258]</ref> Der Humanist [[Hinrich Boger]] verfasste darüber ein damals oft gedrucktes Gedicht.<ref>  Karl Ernst Hermann Krause : 
[http://mvdok.lbmv.de/mjbrenderer?id=mvdok_document_00002871 Dr. theol. Hinrich Boger oder Hinricus Flexor, der Begleiter Herzogs Erich nach Italien 1502-1504]. In: ''Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde'', Band 47 (1882), S. 115.(abgerufen am 12. Juni 2012,[http://mvdok.lbmv.de/resolve?id=mvdok_document_00002871 Dokumentenserver der Landesbibliotek MV])</ref>
Nur der Historiker und Jurist [[Nikolaus Marschalk]] −&nbsp;ab 1510 außerordentlicher Professor an der [[Universität Rostock]]&nbsp;– erhob im Rahmen seiner Publikation ''„Mons Stellarum“'' <ref> In Nikolaus Marschalk: ''Mons Stellarum (Res a iudacis perfidissimis in monte Stellarum gesta)'', Rostock (Ludwig Dietz für Hermann Barkhusen) 1512 Druck, Fragment (20 Bl.), 16,3 x 12, 4 Titelholzschnitt, Universitätsbibliotek Rostock (MK–122467)). ( Literaturverweis aus: Johannes Erichsen: ''Geschichte und Kunst einer europäischwen Region, Landesausstellung Mecklenburg−Vorpommern 1995.'' Katalog zur Landesausstellung im Schloß Güstrow  (23. Juni – 15. Oktober 1995), Staatliches Museum Schwerin – Rostock 1995, Hinstorff-Verlag, ISBN 3356006223, S.248.)</ref> Anspruch darauf, die tatsächlichen Ereignisse  darzustellen. Sein Gutachten zielte vermutlich  auf die Anerkennung  des den Juden unterstellten Hostienfrefels als [[Blutwunder]] durch den [[Papst]] ab.<ref name="Katalog_Landesausstellung_1995" />

[...]
 
Im Jahre 1922 auf dem Höhepunkt der [[Deutsche Inflation 1914 bis 1923|Inflation in Deutschland]] druckte die Stadt Sternberg, so wie viele andere deutsche Städte in der [[Weimarer Republik]] auch, eigenes [[Notgeld]]. Als Motive wählte man Darstellungen aus der Legende vom Sternberger Hostienfrevel. Die Ausgabe der Notgeldscheine erfolgte kommentarlos „als handele es sich dabei um eine historische, wahrheitsgemäße Begebenheit.“<ref name="Ortag7"/>

== Einzelnachweise ==
<references />