Difference between revisions 104560919 and 104659521 on dewiki{{Shortcut|BD:MLR/B}} {{Benutzer:Micha L. Rieser/Menu}} <div style="padding: 5px; border:solid 2px #aaaaaa; background-color:#EEEEEE; "> [[Datei:Micha-Konnichiwa.jpg|thumb|upright=1.5|Konnichiwa! ^_^]]In diesem '''Blog''' schreibe ich Dinge nieder, die mich während meiner Arbeit in der Wikipedia beschäftigen. Hauptaugenmerk haben philosophische Überlegungen über das Projekt, interessantes Tagesgeschehen, mir aufgefallene Wikipedianer, meine eigene Artikel- und Bilderarbeit. Die Beiträge kommen täglich, wöchentlich, monatlich, so wie ich gerade Lust und Zeit habe. Manchmal regelmässiger, manchmal seltener. Dieser Blog ist Teil eines Wikis. Es ist deshalb jedem erlaubt, meine Beiträge zu kommentieren. Ebenso dankbar bin ich für Korrekturen von Tipp- und Rechtschreibfehlern, sowie grammatikalischen Schnitzern in meinen Beiträgen. Stilistische sowie allenfalls aktuelle inhaltliche Änderungen sind aber ausschliesslich dem Autor [d.h. mir :-)] vorbehalten. Beiträge, die bereits wenige Tage gealtert sind, werden inhaltlich aber nicht mehr verändert. == 26. Januar 2011 - Medien == [[Datei:10vor10-Dreh-bei-Heureka.jpg|thumb|left|Wir schielen zurück. (Die 10vor10-Crew beim Filmen.)]] Am Samstag 15. Januar wurde Wikipedia 10 Jahre alt und für die Idee einer freien Enzyklopädie bekam der Mitgründer Jimmy Wales heute den Gottlieb-Duttweiler-Preis, der nur alle paar Jahre unregelmässig an einige Zeitgenossen verliehen wird, die irgendwas Aussergewöhnliches für das Wohle der Allgemeinheit leisteten. Zwei Gründe, warum die '''Medien''' weltweit über Wikipedia berichten; so auch hierzulande. Auch ich kam in den Genuss ein Interview für das Zürcher Tagblatt [http://epaper2.tagblattzuerich.ch/ee/tazh/_main_/2011/01/12/002/], ein telefonisches Interview für Radio Top und ein filmisches Interview für 10vor10 [http://www.videoportal.sf.tv/video?id=05c68b6a-790a-487f-b90b-2342cca300b1] zu geben. Ich bin aber nicht der einzige der von den Medien in Beschlag genommen wurde, sondern auch einige Mitautoren. Da wurde Wikipedia also mit Argusaugen medial beobachtet. Machen wir es mal umgekehrt schauen wir mal auf die Medien. Aber vorher noch was anderes: Es war wirklich sehr interessant, die Funktionsweise dieser Medien mal kennen zu lernen. Es ist nämlich ein Thema, das ich für «safe» halte. Als «Wikipedia-Autor» wird man nicht über Beziehungskisten gefragt. Es wird auch nicht in die Wohnung und unter die Bettdecke geschaut. Die Persönlichkeit interessiert nicht. Man wird zum austauschbaren Stellvertreter, der der Wikipedia sehr kurzfristig ein Gesicht verleiht. Es ist ein ideales Thema um mal durch die Medien geschleift zu werden und dann herrscht am nächsten Tag wieder Business as usual. Und man muss auch keine Angst haben, in Zukunft auf der Strasse erkannt zu werden. Dass das wahr ist, ist einfach zu beweisen: Beim 10vor10-Bericht über den Gottlieb-Duttweiler-Preis gab es vorher noch einen Beitrag über die deutschen Onlinereiseveranstalter in der Schweiz. Irgend ein Typ irgend einer Plattform versucht in der Schweiz als Anbieter Fuss zu fassen. Wie hiess der aber schon wieder? Wie sieht der eigentlich wieder aus? Das ist alles bereits vergessen. Genauso geht es auch mit meinem Konterfei und meinem Namen. Gott-sei-Dank. - Das gilt natürlich nicht für diejenigen, die mich bereits kennen. Denen fiel mein Gesicht und mein Namen auf und kamen schiesslich auf mich zu. Die Reaktionen waren jeweils sehr positiv. Ich habe bisher keine schlechten Erfahrungen von Bekannten gemacht, die erfahren haben, dass ich für dieses gemeinnützige Projekt arbeite. Zurück zu den Medien: Das Interview beim Tagblatt dauerte über eine Stunde. In einem Kaffee fragte mich die Journalistin gezielt nach meiner Motivation, meinen Themen und nach den Hintergründen der Wikipedia. Meine Bilder auf meiner Benutzersiete konnte sie aber nicht betrachten, denn zu gross war ihre Angst vor Spinnen. Also redeten wir von den «Viechern», falls ich doch dieses Thema anschneiden wollte. Das Interview habe ich später gegengelesen und fand es inhaltlich auch in Ordnung. Es gab da zwar nachträglich Kleinigkeiten, die mir zuerst nicht auffielen. So sind «Edit-Wars» natürlich keine Rededuelle. Aber was gibt es für eine bessere einwörtige, deutsche Bezeichnung, wenn man es nicht einfach als «Bearbeitungskriege» übersetzen will? Und ebenso bekam ich kein Lob meines Chefs, sondern vom CEO der Firma ([[Phion]]), was doch ein Unterschied darstellt. Im Kern ist es dasselbe und «ein dickes Lob vom Chef» liest sich nun mal besser als «ein dickes Lob vom CEO». Ich fand bei aller Berichterstattung das Interview am gelungensten, obwohl die Textform eigentlich ein absoluter Fake ist. Das Interview kommt in Zitatform daher und schaut aus, als wenn es ein Wortprotokoll wäre. Da wird mir eine Frage gestellt und darauf folgt meine Antwort. Ein Pingpongspiel, das genau dokumentiert daherkommt und doch nie so stattgefunden hat. Es ist bloss ein Zusammenzug aus diversen Aussagen, vermischt mit zusätzlicher Recherchearbeit der Journalistin (bsp. dass Langer Pfeffer aus dem südostasiatischen Raum stammt, war mir nicht präsent) und subjektiver Filterung der Journalistin. Trotzdem erfasste sie wesentliche Punkte, die ich so unterschreiben kann. Ebenso nahm sie mein Bild des ''Homo sapiens'' auf und formulierte da sogar den Titel daraus. - Aber, da steht in der Einleitung, dass ich einer von 100'000 Wikipedianer sei. Woher haben die Medien nur immer diese Zahl? Ich versuchte stets zu erklären (so wie Jimmy Wales auch im Interview für 10vor10), dass Wikipedia aus einer viel kleineren Gruppe Leute besteht, die die meisten Beiträge verfassen und das Ganze zusammenhalten. (Schaut man auf die Beitragszahlen, dann haben nur ungefähr 2000 gleich oder mehr als 5000 Edits.) Hunderttausende oder gar Millionen Autoren würde bedeuten, dass ja jeder Besucher der Wikipedia auch mal einen Beitrag verfasst. Dass das nicht der Fall ist, müsste sich doch schon aus ein wenig Plausibilitätsüberlegung ergeben. Auch im 10vor10-Bericht wurde ich als Autor von Hundertausenden Autoren dargestellt, obwohl im gleichen Bericht der Widerspruch durch die Aussage von Jimmy Wales aufgezeigt wird. Da projezieren die Jounalisten stets ihre voreingenommene Meinung in die Wikipedia hinein und die bleibt hartnäckig. Der Dreh für den 10vor10-Bericht betrug vier Stunden. Bei diesem Dreh war eigentlich alles gestellt. Zuerst machten wir um 10 Uhr bei der Heureka-Plastik ab, die ich als Fotografierobjekt vorgeschlagen habe. Es wurde für den Tag Regen vorausgesagt. Da aber alles bereits organisiert war (bsp. ZB-Dreherlaubnis), konnten wir nicht mehr verschieben. Schon die Vorstellung, dass ich bei Regen eine Plastik vor Ort bei miesen Wetter fotografieren gehe, ist völlig absurd. Dann wurden diverse Einstellungen gedreht. Hatten wir jenste Einstellungen abgedreht, wurde ich in einer bestimmten Einstellung interviewt. Es wurden viele Fragen gestellt und die Antworten auf eine Frage musste ich teilweise mit anderen Worten oder kürzeren Sätzen wiederholen. Schliesslich ging es weiter in der Zentralbibliothek. Diese hat erst dann für den Dreh zugesagt, als sie erfahren hat, dass sie nicht schlecht weg kommt (bsp. in einem Bericht über das neue Wissen in neuen Medien vs. veraltetes Wissen in einer verstaubten Bibliothek, was sie zuerst befürchtete). Glücklich waren die Verantwortlichen aber nicht, dass wir ausgerechnet in der Prüfungszeit, wo viele Studenten den Lesesaal nicht etwa zum Lesen der Bibliotheksbücher, sondern schlicht zum Lernen (miss-)brauchten, noch eine Filmcrew irgendwas filmen wollte. Sie suchten uns ein Plätzchen im Lesesaal und gaben uns eine Stunde. Mehr nicht! Ich habe dann dort ein wenig in Büchern geblättert, die ich schon Tage vorher organisiert hatte und schrieb dasselbe Sätzchen mehrmals auf meine Benutzerseite und musste x-mal ein Bild hochladen (sorry Commons). Alles wurde wieder in diversen Einstellungen gefilmt. Das ging aber so lange, dass die Verantwortlichen der ZB bereits reklamierten, dass wir da nun raus müssen. Man denke doch nur an die armen Studenten! - Auch dieser Dreh war komplett gestellt. Ich editierte im Lesesaal zum ersten Mal für die Wikipedia. Ich recherchierte zwar schon mehrmals und musste im Lesesaal die Bücher sichten, die man nicht heim nehmen durfte und kopierte Seiten daraus im Kopierraum. Aber editiert habe ich dort noch nie. Egal. - Das Interview lief wieder ähnlich ab. Eine spezielle Einstellung, viele Fragen, viele Antworten, manchmal umformulieren und ja nie in die Kamera gucken. Aber diesmal leise sein. Man denkt ja schliesslich an die armen Studenten! Schliesslich filmten wir noch, wie ich in die Bibliothek gehe, wie ich in den Saal gehe, etc.. Alles Einstellungen, die gar nicht gebraucht wurden. Dass der Beitrag aber so knapp ausfallen würde, war schon vorher klar. Höchstens eine Minute, höchstens zwei Quotes, hiess es. Einen Riesenaufwand für so wenig Sendezeit. Abgesehen von den erwähnten Hundertausenden Autoren, die es da auch gemäss 10vor10 geben soll, fiel mir noch was anderes auf: Im Bericht heisst es, als ich dort oben im Lesesaal sitze und instruiert eine Buch in die Hände nehme, ein wenig darin blättere, es zurücklege und schliesslich irgend einen Blabla tippe, dass im Gegensatz zu den Dokumenten (der Bibilothek) meine Einträge nicht professionell überprüft werden. Wie bitte? Wie kann man ernsthaft glauben, die Bücher, die ich in den Fingern halte, seien professionell überprüft worden. Die werden redigiert und Korrektur gelesen. O.k. Aber die Idee, diese Bücher werden grundsätzlich auch professionell überprüft, d.h. überprüft, ob nun eine Aussage auch in den angegeben Quellen wiedergefunden werden, ist ja bedenklich naiv. Das ist höchstens für einen Bruchteil einer Promille aller Bücher der Fall. Das diese Dinge nicht überprüft werden, merkt man spätestens, wenn man zwei Bücher zum gleichen Thema miteinander vergleicht. Wie Jimmy Wales das richtig sagt, ist keine Quelle sicher und man muss bei jeder Informationsquelle kritisch sein. So etwas ist eigentlich logisch und ist nur bedenklich, wie wenige Personen das offenbar realisiert haben. Wenn man für die Wikipedia schreibt, wird einem das wohl einfach nochmals ein Stück bewusster. === Kommentare «Medien» === == 29. Juli 2010 - Destruktivität == [[Datei:Turbinenbräu.jpg|thumb|Meinen Artikel seid ihr möglicherweise bald los. ]] Seit gestern ist der Artikel ''TurbinenBräu'' in der Löschdiskussion. Der Artikel habe ich am 4. Mai 2009 angelegt. Er handelt um eine Kleinbrauerei in Zürich, die 1997 gegründet wurde und seit diesem Zeitpunkt in einem stagnierenden Absatzmarkt Wachstum erzielt. Gleichzeitig ist es eine Brauerei, die auf die Marke «Zürich» setzt und dadurch eine Pionierrolle unter den neuen Kleinbrauereien geniesst. Statt auf ländliche Motive wie die Abbildungen von Landschaften, Feldern oder bäuerlichen Szenen auf ihre Flaschen zu drucken, setzt sie auf Autorennen. «Sprint», «Rekord» und «Start» heissen die Biersorten und treffen offensichtlich den Geschmack von jungen und urbanen Menschen. Als ich den Artikel angelegt habe, wusste ich aber, dass er die damaligen Relevanzkriterien auf keine Fälle erfüllt. Mit nur sechs Mitarbeitern, keinen Filialen und keinem Umsatz von 100 Mio. als Unternehmen klar nicht relevant. Der LA folgte zwei Tage später. Zum Glück sind Relevanzkriterien keine Ausschlusskriterien, sondern geben bloss Hinweise, wann ein Artikel sicher behalten wird. Ich konnte die Diskussion positiv beeinflussen und so wurde der Artikel schliesslich behalten. Die Freude dauerte nun gut ein Jahr an, bis ich gestern wieder darum zittern muss. Denn im November wurden von einigen wenigen neue Relevanzkriterien für Brauereien erarbeitet. Fortan sind nur noch Brauereien relevant, die mindestens 100'000 Hektoliter pro Jahr produzieren oder wenn sie zwischen 5'000 bis 100'000 Hektoliter produzieren, dann nur, wenn es sie bereits seit 100 Jahren gibt. Es gibt also nur zwei Kriterien: Grösse und Alter. Jetzt hat ein Benutzer, der die neuen Relevanzkriterien massgeblich mitgeprägt hat, einen erneuten Löschantrag auf den TurbinenBräu-Artikel gestellt, weil die Brauerei weder dieses gewünschte Alter noch diese Grösse vorzeigen kann. - Ich finde diese Vorgehen, nach neuen Relevanzkriterien auch gut ausgebaute Artikel zu löschen, für brandgefährlich. Wenn ich als Autor Zeit und Geld (bsp. Fotoausrüstung) in die Wikipedia investiere, dann nicht, weil ich dafür bezahlt werde. Wäre es nämlich so, dann wäre mir das persönlich egal, wenn meine Arbeit kritisiert und am Ende gelöscht wird, weil sie nicht mehr gebraucht oder erwünscht wird. In der Informatik produziert man viel Zeilen Code, die irgendwann obsolet werden. Aber man verdient so das täglich Brot. Es gibt in der Privatwirtschaft ein klar definierter Auftraggeber, der auch was dafür hergibt, dass der Arbeitnehmer für ihn arbeitet und der somit auch das Recht hat, auch die Arbeit des Lohnnehmers wegzuwerfen, wenn er sie nicht mehr braucht. Anstatt Geld bekommt der Autor in der Wikipedia aber nur die Freude an einem fertigen, gut ausgebauten Artikel. Aber das ist viel. Denn ohne persönliche Freude an der Arbeit und der Sache, betreibt niemand ein Hobby. Für den Artikel TurbinenBräu investierte ich einige Stunden für das Umsetzen des Logos in SVG, in die Recherche und schliesslich für die Diskussion des ersten Löschantrags. Wenn aber die Arbeit, die man in dieses Projekt völlig freiwillig inverstiert, einfach zerstört werden kann von wenigen und die Stunden, die man in einen Artikel gesteckt hat, spurlos verloren gehen, fragt man sich als Autor schon, warum man das da noch tun soll. Warum soll ich in ein solches Projekt überhaupt noch Zeit stecken, das eigentlich bloss von Freiwilligenarbeit lebt? Meine Motiviation nach dem grossen Lust vor ein paar Tagen, hier die Stabkirchenartikel auf Vordermann zu bringen und sie textlich und bildlich stark auszubauen, hat seit gestern stark gelitten. Warum soll ich die Fotos, die ich kürzlich produzierte, nicht in einem Buch veröffentlichen und kann dort auch über das schreiben, was ich will, völlig unabhängig von künstlichen Relevanzkriterien und Streiterein über einen möglicherweise unerwünschten Inhalt. Ein Buch kann auch nicht einfach gelöscht werden, nur weil der Verleger zwei Jahre später findet, es sei doch grundsätzlich irrelvant, was ich dort veröffentliche. - Der Vorgang des Schaffens neuer Relevanzkriterien, die keine Rücksicht auf bestehendes Artikelgut nehmen, ist höchst '''destruktiv'''. Es ist nämlich sehr einfach, irgendwelche Kriterien aus den Fingern zu saugen, die irgend einer bestehenden Artikelkategorie das Messer ansetzt und einige Artikel unabhängig von ihrer Qualität rauskippen lässt. Wenn man beispielsweise definiert, dass nur noch Unternehmen erwünscht sind, die 200 Mio. Umsatz erreichen, lassen sich viele Artikel rauswerfen, ganz unabhängig, wieviel freiwillige Zeit das Erstellen gekostet hat. Was bringt das aber? Ich erkenne an, dass die Wikipedia nicht Platz bieten will und kann für sämtliche Inhalte, aber das Rauswerfen von bestehenden und gut elaboriertem Inhalt schafft keine Qualität. Es schafft nur böses Blut und demotiviert die freiwilligen Mitarbeiter. Um Qualität zu schaffen, muss nicht das Messer angesetzt werden, sondern es müssen die Autoren motiviert werden, dass sie gute Artikel schreiben. Die besten Artikel sind kein Flickwerk von vielen, wo ein Keim mal mit vielen Edits zur Luxusgüte gereift ist. Artikel, die durch viele Edits anwachsen, sind und bleiben unausgewogenes Flickwerk. Sämtliche inhaltlich kohärenten und sprachlich wie inhaltlich ausgewogenen lesenswerten und exzellenten Artikel sind durch stundenlange Arbeit von einzelnen oder wenigen entstanden. Und somit entstanden sie durch den bewussten Willen, Qualität zu schaffen. Es ist ein positiver und konstruktiver Vorgang, der Qualität schafft. Mit Weglöschen von vermeintlich Irrelevanten, verbessert man allerhöchstens kurzfristig das Verhältnis von lesenswerten und exzellenten Artikel zum Rest. Der Schaden, den es anrichtet, ist aber viel grösser. - Relevanzkriterien dafür zu gebrauchen, die bereits bestehende Artikelmenge auszulichten, ist eigentlich auch eine Pervertierung ihres Zwecks. Sie dienten bisher nur dazu, dem Autor Gewissheit zu schaffen, dass ein Artikel behalten wird, auch wenn dieser gerade mal ein einziges Relevanzkriterium erfüllt. Es kann so auch als Orientierungshilfe dienen. Für alles andere wurde eine Relevanz in der Löschdiskussion geklärt. Eine postiv entschiedene Löschdiskussion gab bisher Sicherheit. Relevanz bleibt dagegen immer relativ. Sie trennt das Besondere vom Gewöhnlichen. Was aber besonders ist und was gewöhnlich ist, ist relativ zum Bezugrahmen. Für eine Kleinstadt ist eine ansässige Brauerei etwas besonders, für einen ganzen Staat ist diese Brauerei aber eine gewöhnliche Kleinbrauerei unter vielen. Jetzt kann man künstlich den Bezugsrahmen vergrössern oder verkleinern und so Relevanz ganz subjektiv begründen, obwohl man dann von quasi «objektiven» Kriterien spricht. Objektive Relevanz gibt es eben nicht. Sicherheit vor Löschung deshalb auch nicht. - Die Wikipedia tut gut daran, nicht die gut ausgebaute Artikelmenge auf der Suche nach Qualität zu durchlöchern, sondern endlich mal die destruktiven Elemente zu entfernen. Es gibt nämlich nichts, was das Konstruktive in der Wikipedia schneller vertreibt, als stundenlange Löschdiskussionen auch bei guten Durchschnittsartikel nur aufgrund der von wenigen intersubjektiv erarbeiten Relevanzkriterien. Da reift sonst schnell mal bei vielen Autoren in diesem Freiwilligenprojekt der bedauerliche Gedanke: Leckt mich doch kreuzweise. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 09:35, 29. Jul. 2010 (CEST) === Kommentare «Destruktivität» === Mich stören die vielen Stubs zu irgendwelchen Gemeinden in Paraguay, USA oder was weiss ich für ein Land viel mehr als gute Artikel, die an den Relevanzkriterien kratzen. Qualität sehe ich meist nicht in der Erfüllung von Relevanzkriterien. Vielleicht sind Relevanzkriterien einfach ein untaugliches Mittel, um die Lexikonwürdigkeit zu ermitteln? Immerhin: [[Benutzer:Micha L. Rieser/Artikellabor/Zürcher Brauereigeschichte|Zürcher Brauereigeschichte]] ist ein guter Vorschlag zur Umgehung dieser unnötigen Diskussionen und unbrauchbaren Regeln. --[[Benutzer:Albinfo|Lars]] 16:05, 29. Jul. 2010 (CEST) : Das ist eben das Problem, dass die Wikipedia schon längstens verbindliche Qualitätskriterien aufstellen müsste, wie denn ein Artikel auszusehen hat und wie er belegt werden muss. Dann könnte man sich grösstenteils die Relevanzkriterien abschaffen. Die Wikipedia definiert dann nicht mehr, welche Lemmata sie will, sondern welchen Inhalt zu welcher Qualität. Die RKs müssen ja gar nicht gänzlich verschwinden, sondern könnten in den Bereichen, wo viel Quark eingestellt wird in Lightform bestehen bleiben. Es wäre aber unnötig in jedem Bereich RKs zu definieren. Trotzdem können Qualitätskriterien Relevanzkriterien fast vollständig ersetzen. Ist etwas nämlich nicht relevant, dann kann man kaum darüber Literatur finden. Das ist schon fast ein Naturgesetz. Ein Artikel über eine Kellerband, die gerade das erste Demoalbum probt, könnte man so getrost ebenfalls verschwinden lassen, weil keine reputable Quelle dazu gefunden wird, die die Band in Sekundärliteraturweise beschreibt. Der Vorteil der Qualitätskriterien ist, dass aber auch heutige relevante Ministubs mit einem Satz und Geokoordianten zu einem Ort irgendwo auf der Welt, die mithilfe einer schlechten Webquelle erstellt wurden, getrost löschen kann. Die gut belegten Artikel bleiben aber bestehen. Da Relevanz eh relativ ist, spart man sich dann die Diskussion, wie gross oder klein, regional oder allgemein etwas nun sein darf oder muss. Was jetzt passiert ist aber das pure Gegenteil. Die RKs werden so weit aufgebläht, bis sie platzen. Man greift so gut ausgebaute Artikel an und lässt aber den Artikelschrott bestehen, der gerade mal ein Relevanzkriterium trifft, sonst aber eigentlich in seiner Form höchst entbehrlich wäre. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 16:23, 29. Jul. 2010 (CEST) ::@Micha Zum Vorrang von Qualität vor irgendwie ermittelter „Relevanz“ gebe ich dir völlig recht. Allerdings sind die Quellen zu Turbinenbräu auch noch nicht ganz der Goldstandard, oder? Das kann bei einem so jungen Unternehmen auch kaum anders sein. Unternehmens-Website, paar Zeitungsartikel, deine Studienarbeit (die ich übrigens nicht öffnen kann), das kann man kaum Literatur nennen. Du bist halt ein alter Hase, du weißt, wie man daraus einen passabel aussehenden Artikel baut. Aber Details wie Umsatzveränderungen von Jahr zu Jahr, ein Streit in einer Fanmeile, das ist [[:en:Wikipedia:Recentism|Recentism]]. Im Kontext einer Zürcher Brauereigeschichte würde ich da noch ein wenig kürzen. Aber zurück zum Thema, Qualität vor „Relevanz“: das wird leider die Löschdiskussionen noch deutlich intersubjektiver machen. (Schönes Wort.) Ist also im Prinzip richtig, aber in der Praxis sehr schwer operationalisierbar. Klar sollten bewährte Mitarbeiter nicht demotiviert werden. Aber einen Bonus haben die bei den LD-Admins sowieso schon, weil kein Interessenkonflikt da ist (zumindest nix, was über das übliche Lokalpatriotentum hinausgeht), und weil die Artikel einfach besser sind. Sieht man ganz gut an den Löschquoten nach Einsteller [http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:Minderbinder/WSM#Analyse_der_LD_vom_Mai_2010_.28Nach_Artikel-Einsteller.29 hier]. Dass jemand rumläuft, und nach geänderten RK Bestandsartikel aufgreift, ist wirklich selten, und sollte nicht einreißen. Wenn dir so etwas auffällt, dann sag mir gern bescheid. Ich bin recht häufig als konservative Stimme bei den RK zu hören, und mache viel LD/LP. Da würde ich dann auch mal reingrätschen, denn solch einen Stress brauchen wir nicht. (Auch wenn es einen „Bestandsschutz“ im verwaltungsrechtlichen Sinne nicht gibt.) Im vorliegenden Fall haben wir ja hoffentlich eine gute Lösung. Und wenn der Redirect von Turbinenbräu wie von mir vorgeschlagen bleibt, dann ändert sich für den Leser eigentlich nicht so viel. --[[Benutzer:Minderbinder|Minderbinder]] 16:53, 29. Jul. 2010 (CEST) ::: Da ist mir auch klar, dass bei Qualitätskriterien einige meiner Artikel neu durchleuchtet werden müssen. Das ist nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Autoren der Fall. Es gibt auch (ohne Namen und Artikel hier zu nennen) sehr angesehene Autoren mit vielen exzellenten Artikeln, die umgekeht mal einen Artikel einstellen, der gerade mal aus einem umgeschrieben Satz aus einem Buch besteht. (Und die sind nicht nur in einem Artikelmarathon entstanden, wo der Qualität nicht in erster Linie Beachtung geschenkt wird, sondern mit voller Absicht in dieser Form erstellt worden.) Im Sinne einer [[Kaizen]] ist das ja gar nicht mal schlecht, wenn wir die Artikel hingehend der Qualität immer wieder durchleuchten. Daraus folgen schliesslich auch Argumente, auf die ich sehr anspreche und gutheisse, im Gegensatz zu Argumenten, wieviele Hektoliter eine Brauerei produzieren muss, dass sie dann einen Artikel verdient. Die Qualitätskriterien müssen natürlich auch dem Artikelbereich Rechnung tragen, wie du das ja auch geschrieben hast. (''«Das kann bei einem so jungen Unternehmen auch kaum anders sein.»'') Ein Taxon eines Lebewesen garantiert nun mal dank seiner Beschreibungskultur seit Jahrhunderten in der Wissenschaft im Lebewesenbereich ([[Linné]]) schon von vornerein die bessere Quellenabdeckung, als beispielsweise Musikbands. Bei dem einem kann man sich quasi in den Bibliotheken bedienen und beim zweiten muss man aus wenigen, teilweise schlecht geschriebenen und höchst subjektiven journalistischen Berichten irgend etwas machen. Aber Qualitätskriterien können bedeuten, dass man beispielsweise keine Artikel aus Bildzeitungszitaten baut, wie das damals beim Artikel um [[Lutz Heilmann]] geschehen ist und zu einem rechtlichen Problem geführt hat. - In punkto Artikel über Turbinenbräu: Ich halte die Brauerei nach wie für relevant und lemmatauglich. Aber ich schreibe nun lieber an einem Artikel, als dass ich ellenlang in einer LA diskutiere und sich im wesentlichen Artikelbereich dann nichts mehr bewegt. Andere finden offenbar gerade die Beteiligung bei der Diskussion um neue RKs und an daraus folgenden Löschdiskussionen für den Hauptzwecks ihres virtuellen Daseins. Die Frage ist bloss, welcher Vorgang ist schützenswerter und passt eigentlich besser auf das Ziel, eine Enzykopädie zu schreiben. Für den Leser ist in der Tat unerheblich, unter welchem Lemma die Information steht, solange sie gefunden wird. Mir als Autor ist das ebenfalls egal, solange man die erarbeitete Information nicht einfach aus momentanen legalistischen Überlegungen gelöscht wird. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 17:39, 29. Jul. 2010 (CEST) ::::Ja sicher, „l'enfer, c'est les autres“. ;-) Viel Erfolg jedenfalls. --[[Benutzer:Minderbinder|Minderbinder]] 17:45, 29. Jul. 2010 (CEST) ::::: Merci. ;-) - Den Em-Punkt habe ich gelöscht. War ein Überbleibsel der LA-Diskussion. War irgend ein Argument, das jemand dann prominent einarbeitete weil ja «Relevanz vom Artikel hervorgehen muss». --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 17:54, 29. Jul. 2010 (CEST) == 13. Mai 2010 - Die Qual der Wahl == [[Datei:Jove decadent.jpg|thumb|left|Bitte legen sie sich auf die Couch...]] '''Die Qual der Wahl''' liegt in der Wikipedia weniger beim Wählenden, sondern häufig beim Kandidierenden. Trotz dieser Qual treten viele erfolglose Kandidaten mehrmals an. Wieso eigentlich? Nehmen wir einmal ein aktuelles Beispiel. Seit dem 10. Mai läuft die [[Wikipedia:Adminkandidaturen/Björn Bornhöft II|Adminwahl von Björn Bornhöft]]. Es ist seine dritte Adminkandidatur und sie ist voraussichtlich gescheitert, denn im Moment steht es 78:113 gegen ihn. Für eine erfolgreiche Kandidatur braucht es aber eine Zweidrittelsmehrheit. Die ersten beiden sind schon über zwei Jahre her. Zuerst kandidierte er am 21. Juni 2007 noch unter dem alten Benutzernamen Primus von Quack. Sie endete knapp bei 176:94. Die zweite Kandidatur unter seinem Klarnamen war am 2. Februar 2008 und scheiterte deutlich bei 122:152. Er ist aber nicht der einzige, der mehrere Anläufe in einem etwa ein- bis zweijährigen Abstand startete. Mir kommt spontan [[Benutzer:Dodo von den Bergen|dvdb]] in den Sinn mit bisher vier erfolglosen Kandidaturen oder [[Benutzer:ChristianBier|ChristianBier]] mit drei erfolglosen Kandidaturen. Es gibt vielleicht noch mehr Benutzer mit einem vollen Versuchskonto. Bevor ich da aber nun weiter darauf eingehe, mache ich kurz mal reinen Tisch mit meinen eigenen Versuchen. Ich probierte es selbst nämlich auch zweimal. Das erste Mal um meinen 33. Geburtstag herum am 7. August 2008 und das zweite Mal an Weihnachten desselben Jahres. Beide Wahlen habe ich aber vorzeitig beendet. Die erste bei einem Verhältnis von 116:56, die zweite bei 50:62. Die erste habe ich deshalb abgebrochen, weil durch meine Antworten auf der Diskussionseite immer mehr Benutzer Kontra stimmten. Kontra gab es deshalb, weil ich etwas wichtiges vom Adminjob nämlich nicht erledigen wollte: Benutzer sperren. War bei den ersten Voten die Quote noch bei 90%, sank sie mit der Zeit auf 50%. Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die Zustimmung unter die nötige Zweidrittelsmehrheit gefallen wäre. Die zweite Kandidatur um Weihnachten habe ich bloss eingestellt, weil ich an diesem Abend zuviel Feuerzangenbowle getrunken habe und noch unter dem Eindruck des gefühlsmässig sehr positiven Weihnachtstreffen des Stammtischs in Karlsruhe und auch noch unter dem nachwirkenden Eindruck der gefühlsmässig recht intensiven vergangenen Kandidatur gestanden bin. Ich dachte mir dort: Verdammt, nun wählt mich doch einfach. Strategisch war das aber ein absoluter Blödsinn. Mindestens ein Jahr hätte vergehen müssen, damit die Community eine neue Kandidatur als legitim empfindet. Als ich am morgen (nüchtern) aufwachte, schwante mir deshalb Böses. Der Blick auf die Seite offenbarte zwar weniger Schlimmes, aber auch dann war klar, dass nichts mehr daraus werden konnte. Meine weiteren Bezeugungen auf der Diskussionsseite, dass ich immer noch keine Benutzer sperren wolle, brachten mir dann nicht noch die nötigen Befürworter, sondern natürlich zusätzliche Gegner. Ich schwor mir dann, dass ich hier keine Wahlen mehr absolviere. Sie sind schlicht Gift für meinen Seelenfrieden. Ich verkündigte das deshalb auch gleich vor Ort mit den Worten: «Und genau deshalb ist das natürlich die ''absolut letzte'' Administrator- und Schiedsgerichtswahl von Micha L. Rieser in der Wikipedia.» [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia_Diskussion%3AAdminkandidaturen%2FMicha_L._Rieser_2&diff=54474874&oldid=54466109]. Das war eine Art Selbstimpfung. Und seither habe ich mir da auch Wort gehalten. Zurück zu den anderen erfolglosen Kandidaten. Warum versuchen es diese immer und immer wieder anzutreten, obwohl bereits der Versuch aussichtslos erscheint? Der Systemadministrator ist in den Firmen meist ein mühsamer Job, den nur wenige gern machen. Auch hier jammern viele Admins, dass es sehr häufig nicht toll ist, was sie machen müssen und sich vielen Anfeindungen bei Entscheidungen gegenübersehen. Warum versuchen trotzdem ein paar absolut verbittert diesen Job zu ergattern? Ich denke, da gibt es zwei einfache Gründe. Der erste ist, dass der Admin eine Machtposition darstellt. Auch wenn die Macht sehr eingeschränkt ist und er sich an Regeln halten muss, so hat der Admin immerhin für ihn selbst sichtbar ein paar Reiter mehr, beispielsweise «sperren». Der Admin hat schon durch die blosse Existenz seiner Knöppe (wie die Wikipedianer liebevoll zu den Reitern sagen) mehr Macht. Ebenso erscheint ein Admin für jeden, der das Monobook von PDD installiert hat, mit einem (A) hinter der Signatur. Der Administrator kann Dinge, die ein normaler Benutzer nicht kann. Zum Beispiel in gelöschte Versionen blicken. Das gibt dem Positionsinhaber das Gefühl der Überlegenheit und dem Betrachter evtl. auch das Gefühl der Unterlegenheit. Evtl. bekommt der Admin auch im Freundes- und Bekanntenkreis ausserhalb der Wikipedia Bewunderung. Wer kennt und braucht denn heutzutage nicht die Wikipedia? Wikipediaadministrator zu sein, muss also was ganz Exklusives sein. Im Gegensatz irgendwas reinschreiben, das kann ja jeder. Das ist ja schon das Prinzip hinter Wikipedia. Das ist aber nur das eine. Das andere ist durch die Wahl bedingt. Eine erfolgreiche Wahl ist eine Anerkennung von ganz vielen Wikipedianern. Und vorallem weil es eben nicht jeder so leicht werden kann, ist das eine spezielle Ehre. Derjenige, der es nämlich schafft, ist offenbar ein besonders toller Typ. Einer der allseits beliebt ist und dem man auch durchs Band vertraut. Diese zwei Dinge zusammen machen die Adminrolle für viele absolut begehrenswert. So begehrenswert, dass selbst hoffnungslose Fälle sich zu Kandidaturen hinführen lassen und vielleicht so begehrenswert, dass einige förmlich danach gieren und der Wunsch sie nicht mehr in Ruhe lässt. Das Glück und Unglück innerhalb der Wikipedia ist für diese so direkt an den Erfolg oder Misserfolg der eigenen Adminwahl gekoppelt. Das gleiche Muster gibt es ja eigentlich auch im Beruf. Befördert werden können nicht alle. Und die Kaderstelle ist dann zwar eine Machtposition, die aber auch in ihrem Wirkungsspielraum sehr eingeschränkt ist. Die Leute, die aber befördert werden, werden meist vom Management gelobt. Gemäss Management sind es eben die tollsten, die besten und die fähigsten Mitarbeiter, die wieder mal befördert wurden. Wer will dann nicht auch so eine Anerkennung erhalten? Wer will nicht zu den tollsten, den besten und den fähigsten gehören? Das Problem ist, dass in der Wikipedia die communitymässige Anerkennung etwa um Verdienste um Inhalte nicht stark ausgebildet ist. Viele Artikel werden sehr einsam eingestellt. Niemand klopft dem Autor anschliessend auf die Schulter. Lässt er seinen Artikel als lesenswerten oder exzellenten Artikel kandidieren, muss er sogar mit scharfer inhaltlicher Kritik rechnen. Wurden die Artikel dann doch lesenswert oder exzellent, wissen das die meisten Benutzer nicht mal. Es gibt zwar viele Autoren, die die Zahl der von ihnen verfassten exzellenten und lesenswerten gut sichtbar auf ihrer Benutzerseite stehen haben, aber das macht schon den Eindruck von Eigenlob und ist ja dann eher bäh. Es gibt zwar Schreibwettbewerbe, wo es für wenige mal die Möglichkeit gibt, direkte Bestätigung von einer Jury und vom Publikum zu erhalten. Es ist aber ausgelegt als einen Wettkampf, wo viele Autoren auch mit viel Arbeit und Herzblut am Schluss verlieren. Aber auch Schreibwettbewerbe werden von einer Minderheit der Community wahrgenommen. Das einzige Mittel wirklich ins positive Zentrum der Community vorzustossen und von zwei- bis dreihundert Wikipedianer auf einen Schlag positives Feedback zu erhalten ist und bleibt somit eben nur die Adminwahl. Und solange das so bleibt, werden wir noch viele verzweifelte Versuche von Benutzern sehen, die partout nicht anders können, als immer wieder für diese Softwarerolle zu kandidieren. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 02:08, 13. Mai 2010 (CEST) === Kommentare «Die Qual der Wahl» === Ach Micha, ich bin seit viereinhalb Jahren Admin ([[Benutzer:Anneke Wolf]], [[Benutzer:Baldhur]], [[Benutzer:Southpark]], [[Benutzer:Michail|Benutzer:Finanzer]] und [[Benutzer:Achim Raschka]] haben mich damals auf dem ersten [[Wikipedia:Westküste|Westküsten-Stammtisch]] dazu überredet) und habe das bisher nicht als sonderliche Erhebung über den Rest der Autorenschaft empfunden. Ich kann halt ein paar Dinge tun, die andere nicht tun können, aber auch das ist alles reversibel. Ich bin - was meine Admintätigkeit angeht - (überwiegend) im Bereich Nach-Commons-verschobene-Bilder-aufräumen tätig (das waren in den letzten zwei Jahren über 95% der Aktionen, für die ich die "Knöppe" brauchte). Natürlich kommt es vor, daß ich mal Artikel sperre, wenn sich gerade ein Editwar zeigt und sehr selten sperre ich auch mal eine IP oder einen Benutzer (meistens hat sich der Konflikt nämlich schon erledigt, wenn ich ihn sehe). --[[Benutzer:Mogelzahn|Mogelzahn]] 02:04, 18. Mai 2010 (CEST) : Hallo Mogelzahn. Sehr viele Admins sehen das genauso wie du. Nur ist das nicht die Sicht derjenigen, die hier unbedingt Admin werden wollen. Denn wenn es nur eine simple Putztruppe und Serviceschnittstelle für das Projekt wäre, dann wäre ja nach einem oder zwei Wahlvorgängen eines ungewählten Kandidaten tatsächlich Schluss. Im Sinne: Die Community wollte mich nicht zum Admin, sie hat mich als Admin in Zukunft auch gesehen. In der Adminrolle wird noch viel mehr hineingelegt als nur das und genau das führt dazu, dass sich einige Benutzer ständig dazu verleiten lassen, aufs Neue anzutreten. - Ich teile übrigens deine Ansicht nicht ganz. Natürlich sehen viele die Adminrolle übersteigert und die Admins sind eigentlich auch nur Benutzer, die mit ein wenig mehr Rechten ausgestattet sind und damit eigentlich dem Projekt dienen. Ebenso verfügen sie über keine Allmacht, sondern sind stark eingebunden im System und können von Kollegen auch überstimmt werden. Die Rechte eines einzelnen Admins können aber ganz real zu Sanktionen bei anderen Benutzer führen (Sperren), wo ein Normalbenutzer aber nicht mitreden kann und darf. Und dies ist eben gerade ''die Macht über andere'' und deshalb spielen Administratoren nun mal eine andere Rolle in der Community und werden deshalb von vielen Benutzern meistens kritisch, manchmal neidisch, manchmal angstvoll, manchmal bewundernd beäugt, egal wie häufig von den Administratoren versichert wird, sie seien eigentlich nur ein gleichwertiger Teil der Community. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 07:14, 18. Mai 2010 (CEST) == 10. Mai 2010 - Bildersturm == [[Datei:Nopenis.svg|thumb|right|Eine Vorlage weist Commons-Benutzer darauf hin, dass das Hochladen eines Bildes des eigenen Penis nicht wirklich viel zum Aufbau der Enzyklopädie beiträgt. Es hat schlicht bereits genug unscharfe Bilder von erigierten Teilen.]] Der '''Bildersturm''' des Jimbo Wales auf Commons, bei dem er pornografische Bilder und alles, was ihn daran erinnerte, eigenmächtig löschte, hat nun zu einer Revolte gegen sein Founder-Flag geführt. Offenbar folgte Jimbo nur einer Fox-News-Meldung im blinden Gehorsam und beseitigte das Übel gleich von selbst. Die Konfrontation mit der europäischen Community, die die ethischen Grundsätze der Fox-News-Redaktion nicht gleichermassen teilt, war die Folge. Wer die einzelnen Schritte dazu verfolgen will, der sei auf die jüngsten Blogeinträge von [[Benutzer:Elian/Blog|Elian]] verwiesen. Ob die gestürmten Bilder nun technisch gut oder schlecht, oder ob sie enzyklopädisch brauchbar oder entbehrlich oder ob sie künstlerisch oder pornografisch sind, sei mal dahingestellt. Bedauerlicherweise wird heute Sexualität immer mehr als etwas Gefährliches angeschaut. Das verwundert eigentlich nicht, weil Sexualität in den letzten Jahren häufig in einem kriminellen Zusammenhang in den News-Medien auftaucht. Ich erinnere mich spontan an Fälle wie die [[Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche|pädophilen Übergriffe der römisch-katholischen Kirche]], kannibalische Informatiker ([[Meiwes]]), Filmregisseure mit Lolitakomplex ([[Roman Polański|Polański]]), jugendliche Vergewaltiger und ähnliche Fälle. Auch im Berufsleben kommt als einer der ersten Punkte bei Code-of-Conduct-Regeln, wie man sich bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu verhalten hat. Und schliesslich werden auf politischer Ebene Kämpfe ausgefochten, dass unheilbare Sexualstraftäter verwahrt bleiben und die sexuellen Straftaten unverjährbar werden. Sexualität bekommt so den Stellenwert von etwas, wovon Kinder unbedingt bewahrt werden müssen, damit sie keine seelischen Schäden nehmen. Eine Konfrontation mit der Sexualität darf deshalb nur noch in einem äusserst geschütztem Rahmen wie in der Familie oder der staatlich kontrollierten Schule stattfinden. Dabei ist die Erwachsenenwelt durchdringt von Sexualität auf allen Gefühlsebenen und auf allen Ebenen des Zusammenlebens, wie das bereits Freud festgestellt hatte. In der Gesellschaft begegnet sie uns beispielsweise durch die harte Realität im Rotlichtmilieu, durch das plumpe Abbilden in der Pornografie, über den derben anrüchigen Humor bis hin zu künstlerischen Sublimierungen in Literatur und bildende Kunst. Sexualität hat immer etwas Rohes, Direktes, Unverblümtes, Unkontrollierbares und eben Gefährliches. Die Kindheit ist dagegen zart, unschuldig und schützenswert. Wie kann man sowas Rohes nur auf so was Zartes ungefiltert prallen lassen. Da muss ja zwangsläufig etwas in die Brüche gehen. Wikipedia ist aber ein Medium, welches die Sexualität, wie alle anderen Inhalte, durch eine wissenschaftliche Lupe betrachtet. Jegliches Rohe, Unbändige, Unkontrollierbare wird dadurch trocken, klinisch und kalt. Beispielsweise der letzte Artikel des Tages über die [[Vulva]]. Nichts ist unerotischer als irgendwelche medizinischen Bilder darüber. Ergänzt noch mit Bilder von Krankheiten wie Feigwarzen oder irgenwelchem gelblich trüben Vaginalausfluss. Das Ganze kombiniert mit einer Sprache, die genausogut gefühlslos auch Altäre in Kirchen oder das Periodensystem der Elemente beschreiben könnte. Eigentlich gäbe es nichts harmloseres für Kinder als die Darstellungen in der Wikipedia, wo selbst eine fotografische Darstellung eines Geschlechtsaktes als medizinisches Anschauungsmaterial daherkommt und somit jede Sinnlichkeit verloren geht. Da trifft nichts Rohes mehr auf Zartes, sondern eher Versachlichtes auf (noch) Unverständiges. Warum das aber gerade vom Wikipediagründer anders gesehen wird, ist durch die US-Moral erklärbar. In den Staaten gibts nichts höheres Gewichtetes als die Familie selbst. Die Familie ist der einzige Hort und die einzige Einheit, die nicht von der Politik und von der Gesellschaft angreifbar ist. Dass elterliche Kontrolle ausgeübt wird, ist nicht nur ein verteidigtes Recht, sondern auch eine geforderte Pflicht. Der Umgang mit Sexualität und die korrekte Interpretation der Sexualität ist eine Familienaufgabe, wo weder Staat noch private Organisationen wie die Wikipedia-Community reinreden darf. Im Gegensatz dazu steht Europa, in der die Familie sich in das Gesellschaftsystem einordnen muss. Familie ist zwar wichtig, aber nicht das einzig Wichtige. Genauso wichtig ist das gesamte soziale Netzwerk eines Individuums und seinen Platz in der Gesellschaft. Sexualität ist deshalb nicht nur eine Familienangelegenheit, sondern auch eine Gesellschaftsangelegenheit. Aus europäischer Sicht ist also der korrekte Umgang mit der Sexualität und der Aufklärung darüber ebenfalls eine Gesellschaftsaufgabe. Dass eine Wikipedia auch zur Sexualaufklärung beiträgt, ist deshalb selbstverständlich. Die Frage aus dieser Entwicklung ist nun, ob für Wikipedia eine europäische oder eine US-amerikanische Moralvorstellung vorherrschen darf. Der Kampf ist jedenfalls eröffnet und auf den amerikanischen Tisch schlagen nun vorallem die Europäer. Mal sehen, ob sie dann auch als Sieger aus diesem Moralkampf hervorgehen werden. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 13:42, 10. Mai 2010 (CEST) === Kommentare zu «Bildersturm» === == 7. Mai 2010 - Der Kreuzzug gegen das Kreuz == [[Datei:Latin Cross.svg|thumb|left|upright|Lateinisches Kreuz.]] Momentan läuft gerade das [[Wikipedia:Meinungsbilder/Verwendung des genealogischen Kreuzzeichens|Meinungsbild]] zur Verwendung des genealogischen Kreuzzeichens † bei den Todesdaten von Biografieartikeln. Es ist das dritte Meinungsbild, welches das † zum Thema hat. Der Stand in diesem Augenblick (17:00 Uhr) ist 225 für die Beibehaltung, 77 für die Einfügung einer neuen einheitlichen Form, 17 wollen das den Autoren offenlassen und 11 können oder wollen sich nicht zwischen den Möglichkeiten entscheiden. 76 lehnen das Meinungsbild ab und 173 halten es hingegen für gültig. Die Meinungen scheinen bereits gemacht zu sein und das Ergebnis ist schon prognostizierbar. Die Diskussionsseiten füllen sich nur noch mit gegenseitigen Anschuldungen und Unterstellungen und zeigen die hoffnunglose Verfahrenheit der Situation. Über das Zeichen zu philosophieren möchte ich hier nicht, dazu habe auch auf der Diskussionseite des Meinungsbildes bereits genug geschrieben. Ich finde es aber ein gutes Beispiel, um die Voraussetzungen für erfolgreiche Meinungsbilder zu untersuchen und auch festzustellen, ob es so etwas wie ein Schema des Erfolgs oder des Misserfolgs gibt. Ich denke, es gibt grundsätzlich mal zwei Ausprägungen von Meinungsbildern. Konsensorientierte und konfliktorientierte Meinungsbilder. War das letzte über die Wiederwahl der Administratoren ein Paradebeispiel für ein konsensorientiertes Meinungsbild, so ist dieses nun ein Paradebeispiel für ein konfliktorientiertes Meinungsbild. - Weshalb? Zuerst fällt auf, dass das Meinungsbild Pro- und Contra-Argumente aufzählt und wirkt deshalb eigentlich fair. Es kommen so alle Meinungen zum Ausdruck und es muss jetzt nur noch entschieden werden. Das Problem ist aber, dass damit ein Konflikt bereits zementiert wird und die Abstimmenden in Positionen gedrängt werden. Es gibt offenbar nur zwei mögliche Positionen. a) Das Kreuz ist christlich konnotiert und somit nicht für sämtliche Rezipienten geeignet.<ref group="Anm">Zitat des ersten Arguments für Änderung «Das † ist auch in seiner etablierten Verwendung nur bedingt ein neutrales Zeichen. (...) In der Anwendung auf Todesdaten nicht-christlicher Personen kann es deshalb deplatziert wirken (...)»</ref> b) Das Kreuz ist wertfrei.<ref group="Anm">Zitat des ersten Arguments gegen die Änderung «Die Symbole sind neutral genug (...) , denn sie haben ihre ursprünglich christliche Konnotation (Stern von Betlehem und Kreuz Christi) schon seit langem verloren.»</ref> Hier sind also zwei konträre Positionen, die sich ausschliessen. a) Kreuz nicht wertfrei. b) Kreuz wertfrei. a) ist durch die Verneinung das Gegenteil von b). Und nun wird der Abstimmer aufgefordert, sich zwischen den konträren Positionen zu ''entscheiden''. Der Abstimmende muss also nicht nur entscheiden, ob er einer formalen Änderung zustimmt, sondern wird gleichzeitig aufgefordert klar Stellung zum ''Wert'' und zur ''korrekten Interpretation'' dieses Zeichens zu nehmen. Es ist also so nicht vorgedacht, dass jemand für eine Änderung stimmt, auch dann, wenn er das Zeichen eigentlich für wertfrei einschätzt. Der Konflikt ist bereits strukturell vorgezeichnet und kann sich in der Abstimmung auch nicht auflösen, sondern eher noch erhärten. Wie würde aber eine konsensorientiertes Meinungsbild aussehen? Es würde nicht mehr die Positionen gegeneinander ausspielen, sondern jeweils die gegenüberliegene Position zuerst mal gültig sein lassen. Man untersucht dann aber wie beim [[Harvard-Konzept]] die Interessen des Gegenübers. Was sind die Interessen der Abstimmer, die heute Positon a) einnehmen? Sie haben offenbar das Interesse nicht aufgrund des [[WP:NPOV|Neutralitätssatz der Wikipedia]] erst heute eine wertfreie Form einzuführen, sondern eine Version, die bei sämtlichen Rezipienten als das anerkannt wird. Bsp. Das Rote Kreuz wurde in arabischen Ländern deshalb zum roten Halbmond, nicht weil die Neutralität des Kreuzes grundsätzlich bestritten wurde, sondern weil es auch für die Rezipienten in den arabischen Ländern funktionieren musste. Also auch für diese, die aus religiösen Gründen ein Kreuz nicht akzeptieren können. Das ist das gleiche, wie in Deutschland ein Hakenkreuz als Symbol für eine asiatische Friedensorganisation die in Deutschland aktiv werden will, nicht funktionieren würde, obwohl dieses Kreuz im asiatischen Raum aufgrund des buddhistischen Verständisses ein sehr positives Zeichen darstellt und diese Interpretation auch von den Deutschen zugestanden wird. Das Interesse derjenigen, die heute für b) sind und somit für die Beibehaltung des Status Quo stimmen, ist nicht christlicher Natur (oder die der allermeisten). Das Interesse ist dort tatsächlich der Neutralitätssatz. Wikipedia darf nicht ein Spielball sein, der zwischen religiösen oder politischen Fronten hin und her jongliert wird. Wikipedia muss sich der wissenschaftlichen Sichtweise verpflichten und muss gegenüber all diesen Sichtweisen eine neutrale und unabhängige Sichtweise einnehmen. Und genau deshalb stimmen im jeztigen Meinungsbild viele auch unreligiöse Leute fürs Behalten, weil von den Initiatoren diese Position bei den aufgezählten Argumenten ja sogar als die wertfreie deklariert wurde, obwohl sie es persönlich anders sehen. (Das ist eine paradoxe Ausgangslage.) Ein Konsens wäre nun genau eine Klärung der Interessen gewesen. Nicht die Positionen gegeneinander ausspielen, sondern vor der Abstimmung einen ''gemeinsamen'' Vorschlag finden, der allen Interessen gerecht wird. Also sowohl [[WP:NPOV]] erfüllt, aber auch von mehreren Rezipienten mit unterschiedlichem Erfahrungs- und somit Interpretationshintergrund als unproblematisch angesehen wird. Die heutigen Befürworter der Änderung müssten deshalb den heutigen Gegner der Änderung die Absicht der wertneutralen Interpetation des Kreuz anerkennen und sie nicht in eine antisemitische Ecke drängen. Aber ihnen dann eine Variante unterbreiten, die alle Vorteile (NPOV, Prägnanz, etc.) der bisherigen hat, aber gleichzeitig den Vorteil, dass auch ihre Interessen damit abgedeckt sind. So wäre es nur noch eine Frage der Praktikabilität gewesen und nicht etwa eine Abstimmung darüber, wie sich jeder persönlich zum Zeichen stellt und für wie wertneutral man es schlussendlich einschätzt. So ist es aber als ein '''Kreuzzug gegen das Kreuz''' aufgegleist worden und spaltet nun die Community in zwei Lager: Kreuzbefürworter und Kreuzgegner. Aber keiner fühlt sich in einer dieser Rollen wirklich wohl. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 18:29, 7. Mai 2010 (CEST) <references group="Anm" /> === Kommentare zu «Der Kreuzzug gegen das Kreuz» === Fein. Ein prächtiger Beitrag; feinfühlig und souverän erdacht und formuliert. Danke & Gruß --[[Benutzer:Sir James|Sir James]] 23:38, 13. Mai 2010 (CEST) Eine feinfühlige, essayistische Analyse zum Thema. Glückwunsch! Ich bin gerade das erste mal auf deinen Blog gestoßen. - Woran ist das Portal:Spiele eigentlich für dich als Redaktionsgruppe gestorben? -- [[Benutzer:Justus Nussbaum|Justus Nussbaum]] 21:00, 2. Aug. 2010 (CEST) : Hallo Justus. Vielen Dank! Und auch nachträglich Danke an Sir James. ;-) - Das Portal:Spiele ist für mich nicht gestorben, ich habe mich in den letzten Monaten thematisch davon weg bewegt, ohne bewusst den Rücken gekehrt zu haben. Eigentlich habe ich auch immer noch genügend Stoff, um über Brettspiele zu schreiben. Welche Artikel ich bearbeite ist sowieso phasenweise und abhängig vom momentanen Interesse. Mal sind Stabkirchen, mal Vogelspinnen, mal Trilobiten, mal MSX-Computer im Fokus meines Interesses oder auch wieder mal Brettspiele. Vieles hat auch mit Zufall zu tun. Jetzt bearbeite ich gerade Brauerei-Artikel, wofür ich mich vor zwei Wochen eigentlich noch nicht interessierte. Das Portal:Spiele soll mir also ein wenig Zeit geben, ich komme sicher wieder zurück. ;-) --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 21:12, 2. Aug. 2010 (CEST) == 26. November 2009 - Adminwiederwahlen == [[Datei:Cleric-Knight-Workman.jpg|thumb|upright|right|Kleriker, Ritter und Bauer. Die Stände im Mittelalter.]] Da ich schon mal von jemanden als «Vater» der Adminwiederwahlen betitelt wurde, handelt der seit Tagen überfällige Blogeintrag gerade von diesen. Warum aber «Vater»? Ich habe nur eine Meinung verkündet wie alle anderen auch und das Meinungsbild für die Wiederwahlen haben andere zum Rollen gebracht und schliesslich spielte wohl auch die Wiederwahl von Baba66 und somit grosses Stück Zufall eine Rolle. Aber es ist schon möglich, weil ich mich gedanklich schon sehr lange mit diesem Thema beschäftige nun vielleicht von einigen als eine Art «Vordenker» angesehen werde. Seit dem 18. Oktober 2009 um 2:00 ist es also möglich, dass Administratoren wiedergewählt werden können. Das von Gestumblindi einberufene [[Wikipedia:Meinungsbilder/Admin-Wiederwahl_3|Meinungsbild]] bekam sagenhafte 90,82 % Zustimmung. Bis heute sind schon über 50 Admins zur Wiederwahl aufgefordert worden. Als ich angefangen habe, war das noch undenkbar. Damals (vor etwa 4 Jahren) gab es noch einen unaberkennbaren Adminstatus. Und daran störten mich zwei Dinge. Erstes das Attribut ''unaberkennbar'' und zweites der ''Status''. Das Unaberkennbare am Adminstatus wurde nun mit der Möglichkeit zur Wiederwahlen beseitigt. Der ''Status'' ist dagegen etwas, was sich nicht per Regelung beseitigen lässt, sondern sich schlicht in der Einstellung der Wikipedianer widerspiegelt. ''«Status»'' ist das lateinische Wort für ''«Zustand»''. Was ist aber ein ''Status'' oder ein ''Zustand''? Ein ''Zustand'' ist erkennbar an den dem Zustand zugeordneten Rechte und in dem Status abhängige Bedingungen für eine Zustandsänderung. Nimmt man beispielsweise die [[Ständeordnung|Stände]] im Mittelalter. Hier gibt es jedem Stand zugeordete Rechte und Pflichten. Ebenso hatten einige höhere Rechte und auch Rechte über andere Stände. Aber der Stand war gottgegeben und ''unveränderlich'' und somit nicht ein eigentlicher Status. Es war eine ontologische Ordnung der Menschen. Würde man diese Ständeordnung nun modifizieren und Bedingungen für jeden Stand angeben, wie er in einen anderen Stand wechseln kann, erzeugte man nun Status. Das Ganze liess sich in einen [[Endlicher Automat|Endlichen Automaten]] abbilden. In der Wikipedia war einfach der Weg in den Zustand Admin per Wahl möglich. Danach war er Richtung Benutzer nur noch dann möglich, wenn er einen gravierenden Fehler gemacht hatte. War dies nicht der Fall, wars absolut unmöglich dem Admin die Rechte abzuerkennen. Die Benutzer im Zustand Admin bildeten eine eigene Klasse. Admin werden hiess also nicht nur Rechte eines Status zu bekommen, sondern auch in diese höhere Klasse aufzusteigen. In eine höhere Klasse aufzusteigen hat aber weit mehr Bedingungen als bloss die Fähigkeit diese Funktionen korrekt ausüben zu können. Man muss auch der Klasse genügen. Das dies der Fall ist, zeigten diverse Adminwahlen, wo die Wählenden viel mehr von den Benutzer erwarteten als bloss die korrekte Beherrschung der Adminknöpfe. War jemand beispielsweise ein lausiger Autor, dann war das keine gute Voraussetzung in die Administratorenklasse aufgenommen zu werden. Der Administrator musste vorher ''Leistung'' erbringen und zwar auf diversen Orten. War diese Leistung erbracht, war die Administrierung ein [[Ritterschlag]]. Eine Auszeichnung für den fleissigen Autor. Ob er dann wirklich die Rechte brauchte und ausübte, war zweitranging. Und heute? Heute ändert sich langsam diese Sichtweise. Sie ist aber immer noch sehr verankert. Obwohl die Adminwiederwahlen eingeführt wurden und deshalb jeder völlig frei wählen darf, gibt es immer noch solche, die inaktive Administratoren bestätigen. Dadurch bestätigen sie indirekt den Status. Das Recht gehört zu einem Status und es ist keine Frage, ob er der Admin sie auch wirklich braucht oder nicht. Wichtig ist bloss, dass er die Rechte ''hat'' und nicht, ob er sie ''ausübt''. Was ist aber eigentlich das Problem bei dieser Sichtweise? Warum sollen nicht einfach Benutzer in einem Status sein und man lässt das so bleiben. Ein Problem sind die Rechte selbst. Sie sind nämlich sehr umfassend. Ein normaler Beutzer hat praktisch nur Schreibrechte und das auch nur dann, wenn sie nicht administrativ durch eine Schreibsperre unterbunden wurden. Ein Admin darf aber fast alles. Er kann löschen, er kann Gelöschtes einsehen, er kann importieren, er kann Seiten sperren und er kann Benutzer sperren. Das sind sehr weitgehende Rechte. Und weil ein Administrator Benutzer sperren kann, ''«herrscht»'' er quasi über sie. Obwohl Willkür eigentlich durch mehr oder weniger verbindliche, explizite oder implizite Regelungen ausgeschlossen sind, ist die Idee von Steuernden (Admins) und Gesteuernden (normaler Benutzer) offensichtlich. In mittelalterlichen Gesellschaften war dies aber die normale Ordnung. Der Adel durfte über den Bauernstand herrschen und der Bauernstand war dem Adel sogar Abgaben schuldig. In modernen Gesellschaften ist es aber genau umgekehrt. Die Gemeinschaft aller (das Volk, Basis oder Community) ist die Instanz, die Rechte verteilt und wieder wegnimmt und somit eigentlich festlegt, wer die höheren Rechte ausübt und unter welchen Bedingungen. Und genau das soll auch für die Wikipedia gelten. Und warum? In der Wikipedia setzt sich die Community aus produktiven Benutzern zusammen (auch ein Konsument der Inhalte ist ein Benutzer, er gehört aber nicht zur Community). Und nur diese sollen entscheiden, was die Wikipedia für Inhalte hat, welche gelöscht werden, welche Bedingungen für Mitarbeiter gelten und welche Ziele man verwirklichen will. Die Community ist das oberste und wichtigste Organ. Und genau deshalb ist wichtig, dass die Community nicht nur selber festlegt, wer Admin sein soll, sondern auch unter welchen Bedinungen. Admins sind also nicht Benutzer einer ''höheren Klasse'', die es rechtfertigt, dass sie andere Benutzer steuern oder sanktionieren dürfen, sondern sie tun das nur deshalb, weil ihnen die Communtiy den Autrag gegeben hat, dies zu tun. Sie sind nur ''Dienstleister'' der Community und somit dem Ziel der Community unterstellt. Der Administrator ist also kein Zustand, Status oder Klasse sondern schlicht nur eine [[Administrator (Rolle)|Softwarerolle]] (Was es ja schon immer war. Denn der Zustand/Status ist ja nur eine Illusion in den Köpfen einiger Wikipedianer). Administrator ist somit vergleichbar mit einem Werkzeuggurt eines Handwerkes mit vielen zusätzlichen Werkzeugen drin (= die berühmten «Knöpfe»). Jemand der dieses Werkzeug trägt ist in einer ''Funktion''. Er ''funktioniert'' für die Community. Er zieht sich den Werkzeuggurt nur dann an, wenn er damit etwas für die Community bewerkstelligen will. Es gibt umgekehrt gar keinen Grund einen Werkzeuggurt auch dann zu tragen, wenn man ihn gar nicht (mehr) braucht. Wenn man die Rolle mit dem Status verwechselt, erinnert der Gurt nun sehr an ein Statussymbol oder an ein [[Penisfutteral]]. Dieser lässt das gute eigene kleine Stück grösser erscheinen, als es in Wriklichkeit ist und der Träger kann damit protzen, dass er nun einen grösseren hat als der Durchschnittspenisträger. Aber nochmals: Warum ist es wichtig, dass der Adminstatus auch gedanklich zur Adminrolle wird? Damit wieder die Community als oberste Instanz in diesem Projekt allgemein anerkannt wird und damit die Communtiy für alle das oberste steuernde Organ ist. Denn die Community ist schlussendlich diejenige, die dieses Projekt trägt und inhaltlich weiterentwickelt. Und deshalb muss sie selber bestimmen, wer für sie tätig wird und wer nicht mehr tätig sein soll und weshalb. Und um optimal steuern zu können, ist es im ureigensten Interesse der Community, über die verteilten Rollen Klarheit, Ordnung und Übersicht zu behalten. Das bedingt auch, dass inaktive Administratoren ihre Rechte verlieren. Denn ein Chaos ist schlicht unbeherrschbar. === Kommentare zu «Adminwiederwahlen» === == 11. September 2009 - Männerverein == [[Datei:David von Michelangelo.jpg|thumb|upright|left|Der Durchschnittswikipedianer: männlich und heterosexuell.]] Heute findet das gemeinsame Wikipedia-Treffen der Stammtische [[WP:Zürich|Zürich]] und [[WP:Aare|Aare]] statt. Auffällig bei diesen Stammtischtreffen ist die Dominanz des angeblich starken Geschlechts. Die Frage drängt sich auf, ob Wikipedia ein '''Männerverein''' ist. Und wenn ja, weshalb? Bei den Treffen in Zürich nahm zuerst nur [[Benutzer:Irmgard|Irmgard]] als Vertreterin des weiblichen Geschlechts teil. Bei späteren Treffen kamen endlich mehr Frauen, wie abschliessend aufgezählt die Wikipedianerinnen [[Benutzer:Amphibium|Amphibium]], [[Benutzer:Sundance Raphael|Sundance Raphael]], [[Benutzer:Abena|Abena]] und [[Benutzer:Martina Steiner|Martina Steiner]]. Es kamen zwar auch ab und zu Frauen als Begleiterinnen, diese konnte man ebenfalls an einer Hand abzählen. Guckt man nach Deutschland, sieht es nicht so gravierend aus, wie in der Schweiz. Die Männerdominanz ist aber auch dort evident. Die Dominanz zeigt sich manchmal auch bei der Artikelarbeit. Bei [[Akt (Kunst)]] oder [[Aktfotografie]] hatte es bis zu meiner Intervention nur Abbildungen von nackten Frauen drin. Die sexuellen Vorlieben der mitarbeitenden Männer zeigten sich in diesen Artikel also sehr deutlich. Umgekehrt war auch im Artikel [[Homosexualität]] bei der Bebilderung offensichtlich, dass es sich dort vor allem um eine schwule und nicht etwa um eine lesbische Bildauswahl handelte. Erst duch die Benutzerin [[Benutzer:Poisend-Ivy|Poisend-Ivy]] wurde die weibliche Perspektive bei der Bildauswahl berücksichtigt. Warum gibt es diese Männerdominanz eigentlich? Werden hier Frauen generell ausgeschlossen oder sogar diskriminiert? Dise Vermutung ist nicht haltbar, denn die Wikipedianerinnen, die in der Community sehr aktiv sind, haben meistens auch eine sehr starke Stellung inne. Beispielsweise [[Benutzer:Henriette Fiebig|Henriette Fiebig]], die nun zum zweiten Mal im Schiedsgericht teilnimmt und bei der letzten Wahl mit 227 am besten von allen Kandidaten gewählt wurde. (Im Schiedsgericht ist das Verhältnis von Frauen zu Männer 3:7.) Oder da gab es [[Benutzer:Elian|Elian]]. Sie war der dritte Account, der bei Beginn der Wikipedia erstellt wurde und somit eine Benutzerin, die sehr lange dabei war. Seit ein paar Tagen steht zwar nun «Elian ist away» auf der Benutzerseite, aber ob das definitv ist, ist nicht klar. Als Checkuser-Berechtigte genoss sie grosses Vertrauen innerhalb der Wikipedia. Ebenso eine starke Stellung hat die Wikipedianerin mit dem schwer ausprechbaren Accountnamen [[Benutzer:Poupou l'quourouce|Poupou l'quourouce]], der aus einem Sketch von Loriot stammt, wie sie mir bei einem Treffen verriet. Als Hauptautorin von exzellenten Artikel über Alltagsdingen wie [[Zitronenpresse]], sitzt sie heute in der Jury des Schreibwettbewerbs. Eine [[Benutzer:Juliana da Costa José|Juliana da Costa José]] als bekennende frühere Sexworkerin, die heute sehr stark im Bereich der Sexualität tätig ist, geniesst ebenfalls hohes Ansehen. Auch alleine schon wegen ihres Mutes, mit Klarnamen in einem manchmal problembehafteten Thema zu arbeiten. Die Stellung der Frauen in der Wikipedia ist nicht schlecht, warum dann die auffällig geringere Anzahl? Ist das Schreiben einer Enzyklopädie eine Männerarbeit? Ist es, weil der Computer immer noch ein Männerthema ist und Frauen dadurch weniger Zugang in den Quellcode der Wikipedia wagen? Oder ist es die Politik, die innerhalb der Wikipedia sehr häufig gemacht wird und auch sehr hart sein kann und dadurch nicht für das angeblich sensiblere Geschlecht geeignet ist? Ich kann mir das nicht abschliessend erklären. Ein ähnliches Thema, aber nicht völlig gleichgeartet, ist die Frage nach schwulen Benutzern. Auffällig sind bloss ein paar wenige, die in dem Themenbereich aktiv sind. Teilweise besteht bei den offen bekennenden Schwulen auch eine Verbindung zum Thema Christentum, so dass sie manchmal abschätzig «Schwuppikale» genannt werden. Manchmal entdeckt man das Babel, dass sich jemand für homo- und bisexuelle Themen interessiert, was meistens auch auf ihre persönliche Veranlagung schliessen lässt. Gemäss wissenschaftlichen Schätzungen sind aber fünf bis zehn Prozent der Menschen homosexuell. Somit müsste das auch für Wikipedianer gelten. Tatsächlich ist das auch der Fall. Wenn man ein wenig hinter die Kulissen sieht, stellt man fest, dass es enorm viele Schwule bei den Admins und sonstigen wichtigen Schaltstellen in der Wikipedia gibt. (Beispielsweise bei den Berliner Admins bilden Heteros scheinbar die Minderheit.) Das ist aber nicht offen bekannt. Der Grund ist wohl einerseits, dass Schwule sich nicht bloss aus ihrer Veranlagung auch für das Thema ''Homosexualität'' interessieren. Je eher Homosexualität und der homosexuelle Mensch in der Gesellschaft akzeptiert wird, desto weniger besteht auch die politische Notwendigkeit für das persönliche Interesse daran. Andererseits hat sich aber auch gezeigt, dass Wikipedianer in dieser Frage konservativer sind als anderswo. Ein klares Bekenntnis zu Homosexualität auf der Benutzerseite kann sogar bei einer Adminwahl als blockierend wirken. Offenbar vermuten Wikipedianer bei einem offen schwulen Benutzer eher extremes oder exzentrisches Verhalten und das passt dann nicht gut zur Idee eines neutralen Admins. Ebenso gibt natürlich auch Benutzer, für die das Thema «Homosexualität» sowieso ein rotes Tuch ist. Meistens aus religiösen Überzeugungen. Möglicherweise realisieren diese aber gar nicht, mit wie vielen schwulen Admins und sonstige Benutzer, sie es hier bereits zu tun haben und gehen von einer sehr kleinen und unbedeutenden Minderheit aus, die sie nicht unterstützen wollen. Die Gründe warum die Geschlechter unterschiedlich vertreten sind ist sicher ein anderes, als die Sichtbarkeit von schwulen Benutzern. Wo sind übrigens die Lesben? Ich weiss es nicht. Interessant ist nur, dass der heterosexuelle Mann so zum Normaltyp für den Wikipedianer wird. Zu beurteilen, ob das nun gut und richtig oder sogar wünschenswert ist, oder ob das eher eine bedauenswerte Tatsache ist, das überlasse ich jedem selber. Es ist aber ein evidentes Phänomen. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 00:10, 11. Sep. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Männerverein» === Wenn man sieht und hört, wie hier zum Teil mit Frauen umgegangen wird – ganz nach dem Motto: zu diesem Thema können Frauen eh nichts beitragen –, überrascht es wenig, dass die WP ein Männerverein ist. Die Gründe für die grosse Inaktivität von Schweizer Frauen bei Internet-Projekten sind mir ebenfalls schleierhaft. Aber auch bei anderen Open-Source-Projekten gab es kaum aktive Frauen aus der Schweiz. Jedenfalls schade. --[[Benutzer:Albinfo|Lars]] 13:50, 1. Okt. 2009 (CEST) ''"Teilweise besteht bei den offen bekennenden Schwulen auch eine Verbindung zum Thema Christentum, so dass sie manchmal abschätzig «Schwuppikale» genannt werden."'' Das ist falsch. http://www.homowiki.de/Schwuppikal --[[Benutzer:Fg68at|Franz]] <small>(Fg68at)</small> 22:37, 29. Sep. 2009 (CEST) Hi, bin hier grad zufällig drüber gestolpert und hab dazu wegen eines kürzlichen Erlebnisses einen kleinen Einwurf: Vor kurzem war ich auf einer Konferenz mit Vorträgen vornehmlich zum Thema Open-Source-Krams, wo unter anderem doch "tatsächlich" eine junge Frau einen Vortrag hielt. Im Anschluss an den Vortrag, in kleinerer Runde, bemerkte ein Zuhörer zur Rednerin sowas wie: ''"Schöner Vortrag und dazu noch von einer so attraktiven Dame"''. Mal ehrlich: der Herr meinte es sicher nicht böse, aber bei solchen (nicht seltenen) Chauvi-Kommentaren, kann man doch verstehen, dass sich keine Dame so eine Veranstaltung antun möchte. Viele meinen wohl immer noch, Schönheit und Intelligenz würde sich bei Frauen ausschließen. Das ist nur eine kleine Episode, aber sie zeigt mE, dass in diesen bestimmten Bereichen die Chauvis doch recht fest etabliert sind. Frauen treten in den Techi-Bereichen allenfalls als "cute geek girls" in Erscheinung (man(n) denke an [http://www.youtube.com/user/hotforwords#p/u/ HotForWords]) ... geeky ja ok, aber Hauptsache sexy. Müssen wir Herrschaften uns also nicht auch mal selbst an die Nase fassen, wenn wir hier den mageren Frauenanteil beklagen? Grüße, --[[Benutzer:Alexrk2|alexrk]] 19:04, 27. Okt. 2009 (CET) == 9. September 2009 - Illustrationen == [[Datei:Morelia-viridis.jpg|thumb|Mein erstes exzellentes Bild]]Die Wikipedia besteht nicht nur aus Text, sondern auch aus '''Illustrationen'''. Das klingt zwar nun selbstverständlich, ist es aber nicht. Bei den Illustrationen handelt es sich meistens um Fotografien. Hinter jedem Foto steckt ein Fotograf, wie hinter jedem Text ein Autor steckt. Das geht aber manchmal in Vergessenheit. Wegen der Seite [[Wikipedia:Kandidaten für exzellente Bilder|Kandidaten für exzellente Bilder]] habe ich zum ersten Mal meinen prüfenden Blick auf Fotos geschult. Es ist interessant, die Beurteilungen der langjährigen Hobbyfotografen und der berufsmässigen Fotografen zu lesen und zu verstehen lernen. Zu lernen, wie sie ein Bild betrachten und beruteilen. Ebenso finde ich es aufschlussreich zu begreifen, was von einer Fotografie erwartet werden darf und was nicht. Die Fotografie hat nach wie vor sehr viele Grenzen. Ich hörte in diesem Zusammenhang zum ersten Mal von [[Bildrauschen]], von [[Stürzende Linien|stürzenden Linien]], von [[Chromatische Aberration|chromatischer Aberration]], von [[Bokeh]], von [[High Dynamic Range Image|HDR]] und so weiter. Was ich früher als gute Fotos anschaute, entpuppten sich auf einmal als Schnappschüsse. Die Diskussionen reizten mich, mich einmal selber auf dem Gebiet der Fotografie vorzuwagen und schaffte mir deshalb eine Kamera, sowie Objektive und Bildbearbeitungsprogramme an. [[Photoshop]] kannte ich vom meinem früheren Beruf und konnte es deshalb bereits sehr gut bedienen. Es ging da aber eher um kleine Webgrafiken und nicht um die Bearbeitung von Fotos. Und deshalb lernte ich da gleich noch was dazu. Beim Fotografieren bin ich aber immer noch blutiger Anfänger. Ich habe zwar einige Fotos geschossen und digital bearbeitet, die schlussendlich als exzellente Bilder ausgezeichnet wurden. Trotzdem fehlt mir noch sehr viel Know-how und grundlegendes Verständnis von der Materie. Desto mehr bewundere ich Personen, die hier ihre professionellen Werke unter einer freien Lizenz zu Vefügung stellen. Ich bin von Natur aus ein sehr visueller Mensch. Text ist gut und recht, ersetzt für mich meistens aber nicht eine gute Illustration. Das geht soweit, dass ich Artikel häufig mit der Bilderarbeit beginne. Wenn ich etwas fotografiert habe, dann entsteht daraus häufig ein Artikel. So sind beispielsweise ''[[Nephila clavata]]'', ''[[Paralejurus]]'' oder [[Grotten von Vallorbe]] entstanden. Habe ich keine guten Fotos gemacht oder kein sonstiges Bildmaterial auf Commons zum Thema gefunden, so lasse ich es dann bleiben. Desto eher stört mich, dass dies häufig von Wikipedianern nicht goutiert wird. Heute hat jemand schon wieder in einem Artikel Bilder von mir entfernt, weil sie sich ähnlich sehen. Edit-Begründung: Kein Mehrwert. Was ist aber Mehrwert? Für jemanden, der sehr viel Information aus Bildern zieht, ist eine andere Perspektive auf ein Objekt ein grosser Mehrwert. Für jemanden, der sich nicht für Bilder interessiert oder damit nicht viel anfangen kann, sieht das nach unnötiger Redundanz aus. Ein Text darf aber ausführlich sein. Ein Objekt darf man von allen Seiten ''beschreiben'', nur ''zeigen'' darf man es so offensichtlich nicht. Noch absurder ist die Edit-Begründung, dass ein Bild bloss der Dekoration dienen soll. Diese Personen berufen sich auf eine Richtlinie in [[Wikipedia:Artikel illustrieren]]: ''Die Bebilderung eines Artikels sollte immer dem besseren Verständnis des Textes dienen, nie allein der Zierde.'' Da überlesen offenbar einige das «nie alleine». Ein Bild darf auch zur Zierde dienen, wenn es nicht sein alleiniger Zweck ist. Beispielsweise ein Bild eines Herzchen bei [[Liebe]] oder ein Bild eines Schiffchen auf dem Meer bei [[Sehnsucht]] wäre reine Zierde, weil es den Sachverhalt nicht illustriert sondern höchstens zum Lemma passt. Ein Bild von einem Objekt in einem Artikel über dieses Objekt dient nie allein der Zierde, auch wenn es hübsch aussieht. Es kann nämlich gar keine ausschliessliche Zierde sein. Ich wünschte mir deshalb wirklich, die Wikipedianer würden die Bilderarbeit besser schätzen lernen und nicht bei jedem Bild, das nur oberflächlich betrachtet als redundant beurteilt wird, vermuten, dass die Wikipedia durch dieses eine Bild noch zum Bilderbuch verkommt. Denn schliesslich ist die Bilderarbeit genauso wichtig und ist häufig sogar noch die schwerere Arbeit, als Texte zu schreiben. Und etwas sollte man sich stets vor Augen halten: Viele Rezipienten profitieren sehr von diesen Illustrationen und sie sind deshalb ein besonderer Wert für Wikipedia. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 20:23, 9. Sep. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Illustrationen» === == 8. September 2009 - Troll == [[Datei:Cave troll as corporate bully.jpg|thumb|left|Sieht so ein moderner Troll aus?]]Ich möchte diesen Blogeintrag einem Benutzertyp widmen, der keine eigentliche Softwarerolle darstellt, wie beispielsweise Sichter oder Administrator, aber etwa auf der Ebene eines Profidiskutanten oder Vandalen angesiedelt werden kann. Es geht also um ein ungewünschtes Benutzerverhalten und nicht um allfällige zusätzliche Rechte. Die Rede ist vom '''«Troll»'''. Was ist ein «Troll»? Trolle stammt eigentlich aus der nordischen Mythologie. Es handelt sich um Wesen der Natur und haben manchmal die Form von Bergen oder Hügeln oder leben versteckt im Wald. Es sind häufig sehr unförmige und dickliche Figuren mit langen Nasen und struppigem Haar. Die Gegend, wo sie angeblich zuhause sind, wurde [[Trollheimen]] genannt. Dass die nordische Welt voll Trollen sein soll, hat vermutlich mit der wilden Gegend und den häufig dunklen und nebligen Gegebenheiten zu tun. Durch die Schattenspiele werden wie bei einem [[Rorschachtest]] alle möglichen unheimliche Gestalten in die Landschaft gezaubert. Trolle sind gemäss Mythologie Unholde und meinen es nicht gut mit den Menschen und tauchen dann auf, wenn man sie nicht braucht. Diese Eigenschaft führte dazu, dass diese Bezeichnung im übertragenen Sinn auf Benutzer anwendbar ist. Bei den ersten Chats und Newsgroups von früher wurde der Begriff «Troll» zum ersten Mal für unliebsame Benutzer ausgegraben. Newsgroups waren die Web-1.0-Vorläufer der heutigen Webforen. Sie basierten noch auf dem Mailsystem. Viele Provider hatten Newsserver mit etlichen Newsgroups. Die Newsserver glichen ihren Datenbestand ab und behielten die Beiträge je nach Konfiguration unterschiedlich lang. Meistens aber nicht länger als drei Monate. Schickte ein Benutzer nun ein Mail an diesen Newsserver wurde er also verteilt an x-beliebige Standorts und dort bis drei Monate aufbewahrt, um auf Abruf ausgeliefert zu werden. Das Abgleichen führte häufig zu grossen Belastungen der Netzwerke der Provider und war der Grund, dass viele Provider die Newsserver anfangs 2000 aus dem Angebot nahmen. Teilnehmen bei einer Newsgroup war einfach. Zuerst suchte man sich eine Newsgroups, die einen thematisch interessierte. Beispielsweise gab es politische, weltanschauliche Newsgroups oder solche, die sich mit einem Betriebssystem befassten. Man abonnierte nun die Group und erhielt sämtliche Mails («Postings» genannt), die innerhalb einem Zeitraum geschrieben worden sind. Wollte man auf ein Posting antworten, so drückte man auf Reply und schrieb eine Anwort an die Newsgroup, wie das heute bei Mails immer noch üblich ist. Dass die Anworten aufeinander zugeordnet werden konnten, wurden diese als sogenannte Threads angeordnet. Ein Thread in einer Newsgroup war aber kein Faden (deutsch für «Thread»), sondern war eine baumförmige Struktur, wie sie heute ähnlich auf Wikipedia-Diskussionseiten mit den Einrückungen der Fall ist. Dass aber sauber auf ein Thema geanwortet wurde und nicht wie heute üblich die ganze Vergangenheit der Replies unten im Mail angehängt blieb, gab es klare Zitatsregeln, in dem man den Teil des Postings, auf den man antwortene nochmals im Antwortschreiben zitierte. Neuen Benutzern, die das noch nicht wussten, wies man sanft mit der URL learn.to/quote auf ihre fehlerhaften Beiträge hin. Ich erinnere mich an die Newsgroup ''de.soc.drogen'' vor 10 Jahren. In dieser Newsgroup lernte ich übrigens bereits [[Benutzer:Mathias Schindler|Mathias Schindler]] kennen, wie wir auf der Party von Jcornelius feststellten. Die Gruppe beschäftigte sich neben allerlei Eigenschaften von Drogen auch sehr mit der Drogenpolitik. Ein Thema, das mich interessierte und in der Schweiz durch die Viersäulenpolitik mit der Heroinabgabe und durch die geplante Liberalisierung des Cannabis auf höchster politischer Ebene positiv diskutiert wurde. Ich fragte mich, wie wohl das nachbarschaftliche Ausland auf diese damals für die Schweiz und die Welt bahnbrecherischen Schritte reagierte und gelangte so auf diese Newsgroup. In dieser Newsgroup gab es einen Thorsten Müller, der alle Teilnehmer als potentielle Drogensüchtige ansah und aus seiner christlichen Überzeugung alle verirrten Schafe wieder zurück in den Stall des Herrn holen wollte und deshalb fast bei jedem Thread missionarisch auftauchte. Reagierte man auf ihn verärgert und wollte man ihn zurückweisen, wurde er nur bestätigt, dass es sich um sehr verirrte Seelen handeln musste. Fazit: er nevte alle und wurde allgemein als «Troll» deklariert und man konnte ihn nicht loswerden. Die Newsgroups waren nämlich meistens unkontrolliert und durch ihre dezentrale Struktur durch etliche Newsserver war auch schwer möglich sie zu kontrollieren. Es gab also keine Administratoren wie in der Wikipedia, die unliebsame Benutzer mit Schreibsperren blockieren können. Obwohl viele Teilnehmer einer Newsgroup eine [[Netiquette]] aufstellten, die entweder auf einer Website aufgerufen werden konnte oder regelmässig gepostet wurde, blieb als einzige Massnahme gegen unliebsame Benutzer, die sich nicht an die Netiquette hielten, nur die Ignoranz. Man konnte bestimmte Absenderadressen in das sogenannte ''[[Killfile]]'' aufnehmen. Ein Filter, der gewisse Beiträge beim Abrufen einfach entfernte, ähnlich einem heutigen [[Spamfilter]]. Die Ignoranz funktionierte dann aber nicht, wenn andere immer noch auf die Beiträge des Trolls anworteten. So kriegte man seine Beiträge durch die Zitate innerhalb der Beiträge der antworteten Benutzer immer noch mit. Um das zu verhindern versuchte die Teilnehmer meistens vergebens die Aufforderung «Don't feed the trolls» zu platzieren. Das ''Killfile'' wurde aber zum Drohbegriff gegen Benutzer, die nicht die gleiche Meinung vertraten. Man antwortete auf unliebsame Beiträge mit *PLONK*, was lautmalerisch das Aufschlagen des Beitrags im Killfile darstellen sollte. Der Begriff «Troll» hat sich bis in die Wikipediazeiten erhalten. Trolle sind heute eigentlich nicht mehr dasselbe Problem, wie zu Newsgroupszeiten, denn die Wikipedia ist ja administriert und unliebsame Benutzer können da sehr einfach gesperrt werden. Das Problem liegt wohl in der Interpretation, wer nun tatsächlich ein Troll ist und wer nicht. Der Troll wird so heute genauso zum nebulösen Etwas, was schwer zu definieren ist und nur subjektiv auftaucht, wie die mythologischen Kreaturen aus den nordischen Sagen. Die Trolle in der Wikipedia haben somit viel mehr mit den Namensgeber gemeinsam, als sie es je zu Newsgroupszeiten hatten. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 23:35, 8. Sep. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Troll» === Man muss von den Newsgroups nicht in der Vergangenheit schreiben; das Usenet existiert nach wie vor und in etlichen Newsgroups finden auch noch rege Diskussionen statt :-). Den Zenit seiner Beliebtheit hat es überschritten, gewiss. Das strukturierte, übersichtliche Diskutieren mit einem guten Newsreader hat aber m.E. immer noch viele Vorzüge gegenüber Webforen. [[Benutzer:Gestumblindi|Gestumblindi]] 22:55, 9. Sep. 2009 (CEST) : Ja, das ist wahr. Bei Google kann man ja auch auf «Groups» klicken, per Konto Postings schreiben und dort in sämtlichen aktuellen oder längst vergangenen Beiträgen wühlen. (Ein Fakt, den ich damals noch nicht realisierte. Mir war beispielsweise nicht klar, dass ich da bereits für die Ewigkeit schrieb. Nach drei Monaten waren die Beiträge ja «weg». Wenn ich was Dummes geschrieben habe, konnte ich nach drei Monaten aufatmen, denn das Posting löste sich in nichts auf. Scheinbar. Heute sind alle diese dummen Beiträge aber wieder zu finden, wie in der Wikipedia in der History. :-)) Für mich ist der Groove der Newsgroups aber Vergangenheit. Vor allem weil dieses Vollangebot eines Providers mit dem Paket WWW-Zugang, POP3- und Newsserver, wo man sich noch mit einem Modem oder ISDN einwählen musste, endgültig der Vergangenheit gehört. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 23:07, 9. Sep. 2009 (CEST) ::Man kann bei Google Groups eigene Beiträge aus dem Archiv löschen lassen, wenn man ein Google-Konto hat. Das bis in die frühen 80er Jahre (!) zurückreichende Archiv ist für manche Recherche jedenfalls sehr wertvoll, leider scheint es in letzter Zeit nicht immer stabil zu funktionieren - Artikel verschwinden, tauchen wieder auf, lassen sich nur mit Verrenkungen finden... [[Benutzer:Gestumblindi|Gestumblindi]] 23:21, 9. Sep. 2009 (CEST) ::: Ja, dann löscht man die Postings und die Zitate sind immer noch da, aber nun aus dem Zusammenhang gerissen. Dann lässt man das lieber bleiben und sieht es als historische Dokumente. Wenn ich meine Postings quer lese, muss ich mich sowieso nicht distanzieren. Meine Meinung und Weltanschaung hat sowieso nicht völlig geändert, ich bin nur ab und zu intelligenter geworden und würde heute meist ein wenig anders argumentieren. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 23:31, 9. Sep. 2009 (CEST) ::: Tatsächlich: Momentan scheinen sowieso praktisch alle Postings nicht auffindbar zu sein. Per Suche finde ich so gut wie nichts mehr von damals... Vergisst Google doch? --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 23:35, 9. Sep. 2009 (CEST) ::(BK) Achja, und was die Verfügbarkeit von Newsservern angeht: zwar haben viele Provider tatsächlich selbst keinen mehr im Angebot (Bluewin z.B. hat seinen offenbar erst vor wenigen Monaten wegen mangelnder Nutzung eingestellt, bis dahin konnte wohl noch jeder Bluewin-Kunde, der auf die Idee kam, einen Usenetclient zu nutzen, news.bluewin.ch verwenden), aber Alternativen gibt es schon... einen guten Ruf haben z.B. der kostenlose [http://albasani.net/ albasani.net] oder der mit 10 Euro/Jahr auch nicht gerade astronomisch teure [http://www.individual.de/ individual.de]. [[Benutzer:Gestumblindi|Gestumblindi]] 23:36, 9. Sep. 2009 (CEST) :Benutzt du die [http://groups.google.ch/advanced_search?q=& Erweiterte Groups-Suche], um nach Postings mit dir als Autor zu suchen? Ich finde da etliches von dir :-) [[Benutzer:Gestumblindi|Gestumblindi]] 23:38, 9. Sep. 2009 (CEST) :: Du kannst mir ja dann mitteilen, wenn du was Schönes gefunden hast. :-) --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 23:45, 9. Sep. 2009 (CEST) == 7. September 2009 - Bissigkeit == [[Datei:Two dogs seems like fighting but are NOT Jan 2008 Shot in Jalandhar Punjab India by gopal1035 003.jpg|thumb|Scheinkampf von Hunden]] Anlass des anbahnenden Schiedsgerichtsfalles zur Lösung des Problems zwischen [[Wikipedia:Schiedsgericht/Anfragen/Probleme durch das Editierverhalten von Umschattiger|Taxiarchos228 und Umschattiger]] ein kleiner Exkurs in die '''Bissigkeit'''. Ein paar Benutzer scheinen sich während der Arbeit regelrecht ineinander zu verbeissen. Das Problem zwischen Taxiarchos228 und Umschattiger ist nicht der erste Fall und wohl auch nicht der letzte. Das Problem erinnert an die mystischen Symbole der ineinander verbissenen Drachen. Eigentlich hat jeder von ihnen einen akuten Beisskrampf, was das einseitige Loslösen verunmöglicht und so bleiben sie auf Ewigkeit ineinander verschlungen. Denn solange der eine den Schmerz des Bisses im Hintern spürt, solange bleibt sein Kiefer fest geschlossen verbissen im Hintern des anderen. Eine Trennung ist folglich nur noch chirurgisch möglich. Wie im vorliegenden Fall möglicherweise durch ein Schiedsgerichtsurteil. Was ist aber ''Bissigkeit''? Der Begriff hat veschiedene Konnotationen. Es kann sowohl das Sozialverhalten von Tieren, wie auch im übertragenen Sinn für allgemein verletzende Bemerkungen gebraucht werden. Bei Hunden spricht man von Bissigkeit im Zusammenhang mit ihrem Verhalten untereinander oder anderen Spezies gegenüber, die nicht zu ihren Beutetieren gehören. Wenn die Wildform eines Hundes (der Wolf) ein Beutetier erlegt und mit seinem Gebiss zerlegt, spricht man nicht von Bissigkeit, denn es gehört zu seinem normalen Verhalten um durch die Beutejagd an Nahrung zu gelangen. Bissigkeit ist also ein Sozialverhalten, denn es geht um die Stellung innerhalb des Rudels. Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz glaubte sogar an eine natürlich eingerichtete [[Beisshemmung]] bei Hunden. Sobald der unterlegene Hund bei einem Kampf eine empfindliche Stelle dem Angreifer offeriert, dann greift diese Hemmung gnadenlos zu und der Angreifer ist nicht mehr in der Lage zuzubeissen obwohl er das immer noch möchte. Erklärbar wäre das damit, dass durch eine solche Hemmung Verluste im Rudel vermieden werden können. Es wäre in der Tat ein Segen, eine solche Beisshemmung gäbe es auch beim Menschen. Lorenz hat sich geirrt. Hunde tragen nämlich sehr häufig Scheinkämpfe aus. Es geht also nicht um Vernichtungs- und Beschädigungskämpfe, sondern um Wettkämpfe mit klaren Spielregeln, um sich die Stellung im Rudel zu sichern. Ein ausgeprägtes spielerisches Kampfverhalten gibt es auch beim Menschen. Nur beim Wikipedianer lässt sich das leider meistens vermissen. Apropos Bissigkeit und Hunde: Bereits [[Aristoteles]] bezeichnete die Philosophen rund um [[Diogenes von Sinope|Diogenes]] als «Hunde». Diogenes war nämlich ein sehr bissiger Philosoph. Beispielsweise wird diese Geschichte erzählt, welche die besondere Bissigkeit von Diogenes untermauern soll: Aristoteles wanderte mit seinem Rudel, den [[Peripatetiker]]n in der Wandelhalle hin und her. Irgendwann und ein paar Gehkilometer später sind sie auf die Erkenntnis gelangt, dass der Mensch ja nichts anderes sei, als ein nacktes Tier. Diese «Erkenntnis» gelangte an Diogenes und es machte ihn rasend. Er schnappte sich beim Markt ein gerupftes Huhn, stützte in die Wandelhalle und hielt das Huhn in die Höhe und rief: «Seht her. Für Aristoteles ist das also ein Mensch.» Es verwundert also nicht, dass Aristoteles ihn als Hund oder eben als [[Kyniker]] bezeichnete. Der Begriff «zynisch» stammt genau vom Begriff «Kyniker» ab und bezeichnet heute noch ''bissige, verletzende Bemerkungen''. Die Frage ist also eher, was ein Produzent mit bissigen Bemerkungen erreichen will. Will der Produzent Bewusstheit schaffen und auf Irrtümer hinweisen, wie es Diogenes stets vorhatte? Oder will der Produzent einen Scheinkampf austragen, um seine Stellung innerhalb der Gruppe zu erfahren oder zu sichern? Oder will er einen Beschädigungskampf anzetteln, um einen unliebsamen Gegner loszuwerden? Oder ist es schlussendlich sogar bereits eine Verkrampfung, die durch die gegeinseitige Rückkopplung zu einem Gordischen Knoten geworden ist? Für viele braucht es aber schlicht nur einen Maulkorb (beispielsweise in Form von Schreibsperren) um die bissigen Hunde zurückzubinden. Aber löst das das Problem oder ist das nicht nur reine Symptombekämpfung? Eine Frage, die auch im nicht übertragenen Sinne bei Kampfhunden auf dem politischen Parkett diskutiert wird. === Kommentare zu «Bissigkeit» === == 6. September 2009 - Glaubwürdigkeit == [[Datei:Albrecht Dürer Betende Hände.jpg|thumb|left|upright|Vielleicht hilft nur noch beten?]]Bei Wikipedia stellt sich häufig die Frage der '''Glaubwürdigkeit''' seiner Inhalte. Diese Frage beschäftigt eher die Rezipienten als die Autoren, wie der NZZ-Artikel ''Im Dschungel der Subjektivität'' vom 4. September 2009 zeigt. Der Autor findet sich selber ja glaubwürdig, wenn er nicht zu einem dieser psychologisch nicht ganz erklärbaren [[Benutzer:Micha L. Rieser/Blog#24. August 2009 - Fake|Fälschern]] gehört. Es gibt zwischen Autoren natürlich auch Meinungsverschiedenheiten, die aber eigentlich der Wahrheitsfindung dienen können. Eine ''Meinung'' ist die Idee, eines ''An-sich-seins'', welche durch das Entdecken einer anders gearteten Idee, des ''An-sich-seins'' erschüttert wird. So entdecken beide, dass sie nur eine ''Meinung'' haben und kein tatsächliches Wissen über das ''An-sich-seins''. Sie können nun gemeinsam elenktisch<ref group="Anm.">''Elenktisch'' ist die Findung der Wahrheit durch ein Gespräch unter Freunden und nicht etwa durch ein ''eristisches'' Gespräch (= Streitgespräch) unter Gegnern. Siehe dazu [[Mäeutik]].</ref> nach dem wahren ''An-sich-seins'' suchen, wobei dann häufig doch ein ''eklektisches'' <ref group="Anm.">''eklektisch'' bedeutet zusammengestellt aus bereits Vorhandenem.</ref> Durcheinander dabei rauskommt. Das ist auch nicht verwunderlich, in einer Welt, wo der ''Meinungsfindung'' und nicht der ''Wahrheitsfindung'' immer mehr Priorität zugemessen wird und die Akteure noch stolz sind, eine eigene Meinung zu haben. Also streng nach dem Motto: ich kann nicht belegen, ob ich Recht habe, weiche aber trotzdem keinen Deut von meinem Standpunkt ab, da ich ja eine eigene ''Meinung'' habe und diese gemäss ''Meinungsfreiheit'' auch haben darf. Ob es dann aber nicht besser wäre, ''frei'' von einer ''Meinung'' zu sein, lasse ich mal so offen im Raum stehen. Was bedeutet eigentlich ''Glaubwürdigkeit''? Es bedeutet, dass ''etwas würdig ist, geglaubt zu werden''. Das klingt quasi nach einem objektiven Mass. Und es gipfelt eigentlich in einer Ja-oder-Nein-Frage, denn entweder glaube ich etwas, oder ich glaube es nicht. Einen Sachverhalt nur halb zu glauben ist nicht möglich, aber evtl. gibt es aber ein Mass des Zweifels an der Richtigkeit eines geglaubten Sachverhaltes? [[Benutzer:Napa|Nando Stöcklin]] des Zentrums für Bildungsinformatik der [[Pädagogische Hochschule Bern|Pädagogischen Hochschule Bern]] versuchte jedenfalls mit dem Tool ''Wikibu''<ref group="Anm.">Bei [http://www.wikibu.ch/ Wikibu] wird die «Glaubwürdigkeit» als «Verlässlichkeit» bezeichnet, was aber noch mehr die Subjektivität dieses Massstabes kaschiert.</ref> genau dieses Mass objektiv zu erfassen. Wenn man beispielsweise meinen Artikel ''Stadtkirche Bremgarten'' mit diesem Tool überprüft [http://www.wikibu.ch/search.php?search=Stadtkirche+Bremgarten], dann spuckt es nun 8 von 10 Punkten aus. Das heisst wohl, dass der Artikel zu 80% glaubwürdig ist, oder um das Wort eben nicht zu gebrauchen, Zweifel nur zu 20% angebracht sind. Kann man aber die Glaubwürdigkeit überhaupt objektiv erfassen? Denn ob ich etwas glaube oder nicht, ist doch eine rein subjektive Angelegenheit. Solange es kein wikipedianisches [[Konzil (Römisch-Katholische Kirche)|Konzil]] gibt, welches mir vorschreiben kann, welche Artikel ich glauben muss und welche nicht, bin ich sehr frei, ob ich einen Artikel mit 0 von 10 Punkten trotzdem glaube und einen Artikel mit 10 von 10 Punkten dagegen nicht. Oder soll man nur Artikel mit über 5 Punkten glauben und die anderen nicht? Das Tool macht aber etwas, was auch Wikipedianer häufig machen, wenn sie einen Artikel auf die Glaubwürdigkeit hin überprüfen, aber für externe Rezipienten bisher ungekannt blieb. Und zwar Artikel aufgrund bestimmten Indikatoren zu bewerten. Beispielsweise, wieviele Einzelnachweise hat er? (= ist der Inhalt überprüfbar?) Wie schnell ändern sich seine Inhalte? (= evtl. sind die Inhalte umstritten?) Wie gut ist er verlinkt? (= Ist er möglicherweise ein zentraler und dadurch von vielen begutachteter Artikel?) Und so weiter. Jeder einzelne Indikator trägt aber eine grosse Unsicherheit in sich. Das einzige was nun erhofft wird, ist, dass die Aggregation sämtlicher Indikatoren die Unsicherheit des einzelnen abschwächt. Was dem Tool aber fehlt und offenbar vom Forschungsprojekt der englischen Wikipedia mithilfe der University of California entwickelt wurde, ist das Kenntlichmachen der Autoren der einzelnen Textpassagen. Neuerdings sollen also Passagen farblich gekennzeichnet werden können. Die Farbe spricht dann für die Glaubwürdigkeit des Autors. Glaubwürdigkeit hängt nämlich sehr stark an einer Marke oder eben eines einzelnen Autors ab. Zur Glaubwürdigkeit der Marke: Wikipedia kann leider nicht als Marke auftreten, wie beispielsweise eine Brockhaus-Enzyklopädie. «Brockhaus» als Marke verspricht dem Käufer eine gewisse gleichbleibende Qualität. Warum eigentlich das, denn er wird ja auch von einzelnen Autoren analog der Wikipedia geschrieben? Wahrscheinlich weil der Rezipient davon ausgeht, dass es stabile Abläufe innerhalb der Redaktion gibt, welche die gleichbleibende Qualität der Artikel garantiert. Wikipedia verkörpert nicht dieselbe Markenqualität, obwohl es absolut vergleichbare Abläufe gibt. Zur Glaubwürdigkeit des Autors: Der Wikipedia haftet nach wie vor der Ruf an, dass jedermann mitarbeiten kann und ''jedermann'' ist per se nicht vertrauenswürdig, denn «jedermann» bedeutet neben vielen vertrauenwürdigen und integeren Personen auch Geschichtsrevisionisten, Extremisten, Gerüchtekocher, etc. Also muss Wikipedia die Inhalte auf einzelne Autoren herunterbrechen können, um Glaubwürdigkeit zu generieren. Ein Autor, der bisher viel mitgearbeitet hat und seine Artikel gut belegt und vielleicht auch von der Community ausgezeichnete Artikel geschrieben hat, wirkt glaubwürdiger als ein Neuling, den man nicht kennt und dadurch nicht einschätzen kann. Auch das ist genau betrachtet ein Irrtum, aber wir gehen eben häufig davon aus, dass Personen in ihrem Verhalten mehr oder weniger konstant bzw. träge bleiben. Wenn jemand bisher sehr sorgfältig in einem Themenbereich arbeitete, wird er das wahrscheinlich auch in einem anderen Themenbereich tun. Und wenn er in Vergangenheit sauber arbeitete, so wird er das wahrscheinlich auch in Zukunft tun. Ebenso wenig trauen wir Trollen zu, dass sie auf einmal zu guten Autoren werden oder dass Vandalen auf einmal zur Vandalismusbekämfung übergehen. Der Mensch ist offenbar ein Gewohnheitstier und auf das vertrauen viele in ihrer Einschätzung. Obwohl die Glaubwürdigkeit also immer eine subjektive Angelegenheit bleiben wird, ist die Auseinandersetzung damit eine wertvolle Aufgabe. Sie deckt nämlich latente Probleme auf und schafft ein allgemeines Qualitätsbewusstsein. Und wachsende Qualität ist schlussendlich der Glaubwürdigkeit der Wikipedia am meisten zuträglich. <references group="Anm." /> === Kommentare zu «Glaubwürdigkeit» === == 5. September 2009 - Voyager == [[Datei:Voyager spacecraft.jpg|thumb|[[Voyager 1]]]]Statt nochmals über verflossene Benutzer oder nichtgewählte Adminkandidaten zu fabulieren, möchte ich hier auch einmal einen mir sehr positiv aufgefallenen Benutzer darstellen. Benutzer '''Voyager''' ist einer der Benutzer, der für mich der Inbegriff des ausgeprägten Wikipedianers ist. Das erste Mal, als er mir in der Wikipedia aufgefallen ist, war, als er meinen zweiten je eingestellten Artikel in die richtige Form rückte: [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Unspunnenstein&diff=6391906&oldid=6391837]. Das letzte Mal, als er mir ausserhalb Wikipedia in den Sinn kam, war auf einer Fahrt am 21. August mit dem [[SBB_RAe_4/8_1021|Churchill-Pfeil]] von Zürich nach Lausanne. Der fuhr nämlich an den Aargauer Orten [[Baden AG|Baden]], [[Brugg]] und [[Aarau]] vorbei. Sämtliche Wikipedia-Artikel dazu wurden von Voyager als Hauptautor geschrieben und sind exzellent ausgezeichnet. Gemäss seiner [[Benutzer:Voyager|Benutzerseite]] ist er ein sportfanatischer, aargauischer und lokalpatriotischer Benutzer mit einer anglophilen Neigung. Sein Account heisst offenbar einerseits nach der Star-Trek-Serie «Raumschiff Voyager» und andererseits nach der Raumsonde «Voyager 1». Die Bedeutung dieser beiden Dinge könnte aber nicht unterschiedlicher sein. ''Voyager 1'' brachte Ende 1970er Jahre und Anfang der 1980er Jahre grosse Erkenntnisse über das Plantentensystem. Es war ein zielgerichtetes und höchst erfolgreiches Projekt, welches das Wissen der Menschheit über das Sonnensystem massgeblich vergrösserte. Die Serie ''Raumschiff Voyager'' ist aber ein modernes Märchen, das sehr viel von der Idee des griechischen Epos [[Odyssee]] abgekupfert hat. Es erzählt von einem Raumschiff in der Zukunft, das unfreiwillig in einen fernen Quadranten der Milchstrasse gezogen wurde und nun über Jahre und etliche Hindernisse den Weg nach Hause finden muss. Was passt nun besser auf den Benutzer Voyager? Fühlt er sich als zielgerichteter und erfolgreicher Arbeiter im Dienste zur Vergrösserung der Artikelanzahl oder als moderner Odysseus im Kampf gegen etliche Hindernisse im Dschungel der Wikipedia? Machen wir deswegen ein wenig Statistik. Der Account wurde am 6. März 2004 ins Leben gerufen, die reale Person dahinter einige Jahre früher und zwar 1975 in Olten. Er ist der Schweizer Benutzer mit den meisten Edits und an der 7. Stelle in der Gesamtbetrachtung ([[WP:Beitragszahlen]]). Am 11. Juli 2009 tätigte er seinen 100'000 Edit (gelöschte nicht mitgerechnet). Das macht gerundet 50 Edits pro Tag. Sein erster Artikel ist [[Strassenbahn Barcelona]] und er hat seither 3535 weitere Artikel angelegt. Das sind heute 3,7 ‰. aller Artikel in der deutschen Wikipedia. Der letzte Artikel erstellte er am 2. September über den kanadischen Politiker [[Lucien Bouchard]]. Voyager war schon dreimal in der Jury des Schreibwettbewerbs und zwar in der Jury des 7., des 9. und des aktuellen 11. Wettbewerbs. Seit 21. Februar 2005 ist er Administrator in der deutschen Wikipedia. Die Wahl glückte im zweiten Anlauf. Er ist Hauptautor von 14 lesenswerten und 22 exzellenten Artikel. Davon haben acht mit dem Kanton [[Aargau]] und elf mit Sport zu tun. Er ist seit dem siebten [[WP:ZH|Stammtisch in Zürich]] regelmässiger Teilnehmer und wird voraussichtlich am 11. September zum siebten Mal dabei sein. (Die Zahl «7» kommt in dieser Statistik sehr häufig vor. Evtl. gibt es da ja irgendwo einen Verschwörungstheoretiker vom Dienst oder ein [[Numerologie|Numerologe]], der mir das erklären kann?) So leid es mir also für den Trekie Voyager tut, «Voyager 1» passt einiges besser zu ihm. Aber wer weiss? Vielleicht hat er auch als Person tatsächlich etwas mit ''Captain Kathryn Janeway'' gemeinsam? Das lässt sich aber mit reiner Wikipedia-Statistik nicht eruieren und über meine persönlichen Eindrücke über ihn, bin ich hier nun verschwiegen, wie der künstliche Schiffsarzt auf Voyager, wenn er gerade mal ausgeschaltet wurde. +++ good night +++ switched off +++ beep. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 02:01, 5. Sep. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Voyager» === Vielen herzlichen Dank für deinen netten Beitrag. Allerdings solltest du von meinen 100.000 Beiträgen etwa einen Viertel abziehen, da der Rest Tipp- und Formatierungsfehler sind, die ich nach durchschnittlich 30 Sekunden selbst korrigiert habe. Sozusagen "mit-der-flachen-Hand-auf-die-Stirn-schlagen"-Fehler ;-) Habe ich wirklich über 3500 Artikel geschrieben? Das muss der Grund sein, weshalb meine Beobachtungsliste so voll ist. --[[Benutzer:Voyager|Voyager]] 16:16, 5. Sep. 2009 (CEST) : Man hört ja häufig die bissige Bemerkung, dass man keiner Statistik glauben soll, die man nicht selber gefälscht hat. Aber es sind tatsächlich 3536 Artikel, die der Zähler ausgespuckt hat. Ich musste es sogar zweimal auswerten, denn das erste Mal ist das Tool wegen Überlastung zusammengebrochen. :-) --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 03:21, 6. Sep. 2009 (CEST) ::Übrigens – da es am Rande bemerkt wurde – die Verteilung von Ziffern braucht man nicht den Humbugwissenschaften überlassen, das übernimmt die Mathematik schon selbst ;). Siehe dazu: [[Benfordsches Gesetz]] – [[Benutzer:Taxiarchos228|Wladyslaw]] [[Benutzer Diskussion:Taxiarchos228|<small>[Disk.]</small>]] 17:49, 7. Sep. 2009 (CEST) == 4. September 2009 - THWZ == [[Datei:Vicente Castell Laparotomía 1898.jpg|thumb|left|Der Patient Wikipedia im Operationssaal]]'''THWZ''' ist das Akronym von Thomas Hubert Werner Zimmermann. Er ist seit 20. Dezember 2007 in der Wikipedia tätig. Gemäss seiner [[Benutzer:THWZ|Benutzerseite]] arbeitet er als Halbgott in Weiss. Von 18. August 2009 bis 1. September kandidierte er erfloglos als Administrator. Der Wikipediasouverän sprach sich mit 155:137 mit 20 Enthaltungen gegen ihn aus. Es wäre zwar in jeder Demokratie eine komfortable Mehrheit, aber die Wikipedia kennt die Zweitdrittelsmehrheit. Was führte aber zu der misslungenen Adminwahl? Ins Auge sticht der Achtpunkteplan seines Wahlprogramms [http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Adminkandidaturen/THWZ] und damit trat er bereits bei einigen ins Fettnäpfchen. Als Wikipedianer ist man exzentrisch. Es gibt eigentlich niemand, der hier langjährig tätig ist und nicht an einer besonderen Art der Exzentrizität leidet, aber zu exzentrisch darf man als Admin nicht sein. Bzw. nicht schon vor oder bei der Adminwahl. Danach ist das dann kein Problem mehr, wie das einige Admins sehr schön beweisen. Ein solches Wahlprogramm ist natürlich aussergewöhnlich, denn normalerweise begnügt sich ein Adminkandidat mit einer kleinen Laudatio, die am besten von jemanden anderes geschrieben wurde und vor allem die Vorzüge des Kandidaten in der Vandalenbekämpfung und Löschdiskussionen und seines besonderen Wertes für Wikipedia anhand seiner Artikelbeiträge darlegt. Dass er nicht gewählt wurde hatte aber einen anderen Grund. Er setzte in der Vergangenheit sehr viele Änderung zurück, weil Quellen fehlten. Kritisiert wurde, dass er da zu rigide vorgeht. Dabei steht bei [[Wikipedia:Belege]], dass Wikipedia-Artikel belegt sein sollen und sich nur auf zuverlässige Publikationen stützen müssen. In Klammern steht noch «Belegpflicht». Somit fordert er ja nur etwas ein, was ein Grundsatz von Wikipedia ist. Oder doch nicht? Das Meinungsbild [[Wikipedia:Meinungsbilder/Überprüfbarkeit als Grundprinzip|Überprüfbarkeit als Grundprinzip]] wurde am 29. Juli 2009 mit 94:197 klar abgelehnt. Einerseits werden klar Belege gefordert, andererseits auch wieder klar nicht. Ist Wikipedia an Schizophrenie erkrankt? Wie therapiert man einen solchen Patienten? Die Frage ist wohl eher, was mit diesen Belegen erreicht werden will? Viele antworten auf die Frage mit der «Überprüfbarkeit». Das heisst, ich kann eine Information, die ich hier finde mit Publikationen irgendwo in der Welt ausserhalb Wikipedia überprüfen. Aber was kann ich genau überprüfen? Ich kann als erstes überprüfen, ob die dargestellte Information in einer Publikation vorkommt. Obwohl ich das für die meisten Artikel natürlich nicht mache, da dies zuviel Aufwand bedeuten würde, ist doch das eine beruhigende Ausgangslage. Kann ich mit den angegebenen Quellen auch überprüfen, ob es der Wahrheit entspricht? Die Richtlinie spricht bewusst von «zuverlässigen Publikationen». Was ist aber nun zuverlässig? Jetzt kann jeder einen von zwei Standpunkten einnehmen, wie mit Quellen umgegangen werden soll: Standpunkt A) Wikipedia bildet nur ab. Ob es nun der Wahrheit entspricht oder nicht, ist für Wikipedia nicht von Interesse. Im schlimmsten Fall muss man sogar eine falsche Behauptung in der Wikipedia belassen, wenn sie belegt ist und die richtige Behauptung unbelegbar bleibt. Beispielsweise beim Artikel einer Politikerin ist der Geburtsort falsch angeben, er wurde aber mit einem Zeitungsartikel belegt. Es ist nun durch einen persönlichen E-Mail-Verkehr mit der Politikerin von einem Autor als falsch realisiert worden. Trotzdem belässt er die falsche Behauptung trotz Besserwissens, da dies sogenannter Original Research wäre und im schlimmsten Fall als reine [[WP:TF|Theoriefindung]] angeprangert würde. Standpunkt B) Wikipedia ist der Wahrheit verpflichtet. Was in der Wikipedia steht, soll prinzipiell wahr sein. Wenn nun eine Quelle fehlerhaft ist und dies festgestellt werden kann, sei es aus der schlichten Logik heraus oder aus einem Insiderwissen oder sonstigen unbelegbaren Quellen, dann muss der Autor auch die korrekte Variante einarbeiten, auch wenn sie unbelegbar bleibt. Denn wer nicht die Wahrheit schreibt, lügt so bewusst die Rezipienten des Artikels an. Vertreter von Standpunkt A) können tatsächlich gnadenlos sämtliche unbelegte Stellen entfernen. Die Hardliner sind sogar für Belege von akzeptiertem Allgemeinwissen. Wie reputabel eine Quelle ist, ist schlussendlich nicht so wesentlich. Je reputabler, je besser, aber Hauptsache ein Beleg ist da. Plausiblisierung der Inhalte oder gar Wahrheitsfindung hat mit Wikipedia nichts zu tun, da sie ja nur ''zusammenfasst'', was da draussen als Publikationen herumliegt und damit nur ein ''Zusammenschnitt'' darstellt und deshalb genauso wahr oder falsch ist, wie die zugrundeliegenden Quellen. Vertreter von Standpunkt B) sehen das natürlich ganz anders. Lieber keine Quelle als eine schlechte und weil Wahrheit nicht immer belegbar ist, muss Wikipedia auch unbelegte Behauptungen akzeptieren können. Schliesslich gilt es zu Plausibilieren, ob der Inhalt stimmig oder widersprüchlich ist. Wenn man aufgrund eines Insiderwissens oder einer unbelegbaren Quelle über einen unwahren Sachverhalt informiert ist, muss der trotzdem korrigiert werden, weil man sonst bewusst zum Lügner wird. Was ist nun richtig? Ein wenig von A und ein wenig von B? Beides gleichzeitig und wiederum keines? Schon ein wenig schizophren das Ganze, nicht wahr? Was ist nun das korrekte Verhalten? Vielleicht braucht Wikipedia ja wirklich die Therapie eines Halbgottes in Weiss. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 01:33, 4. Sep. 2009 (CEST) === Kommentare zu «THWZ» === == 3. September 2009 - Und sie verjährt doch ... == [[Datei:Galileo Galilei01.jpg|thumb|upright|''Und sie verjährt doch ...'']] Heute hat der Schweizer Admin [[Benutzer:Baba66|Baba66]] drei Autobahnkreuze ([[Autobahnkreuz Wilmersdorf]], [[Autobahndreieck Neukölln]] und [[Autobahndreieck Kreuz Oranienburg]]) gelöscht und zwar mit der Begründung ''Wo steht „Relevanz verjährt nicht“ in den RK?'' Offenbar wurde dies als Argument aufgeführt, sie zu behalten. Sie landeten schliesslich in der Löschprüfung und wurden kurz darauf wiederhergestellt. Abgesehen, ob man nun persönlich die Löschung von Autobahnkreuzen für richtig oder falsch hält, wurde Baba66 vor allem vorgeworfen, dass er die Grundsätzlichkeit, dass Relevanz nicht verjährt, in Frage gestellt hat. Obwohl das nicht niedergeschrieben sei, sei das eigentlich jedem klar und müsse deshalb nicht diskutiert werden, hiess es. Es ist also ein innerwikipedianisches [[Dogma]]. Ein Dogma ist gemäss dem zugehörigen Wikipedia-Artikel ''«eine grundlegende Lehrmeinung, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich gilt»''. Die Verletzung des Dogmas hat dem Administrator nun sogar Wiederwahlforderungen eingebracht: [[Benutzer Diskussion:Baba66#Wiederwahl]]. Quasi der wikipedianische [[Scheiterhaufen]]. Wird er wohl auch wie damals Galileo Galilei seine Haut retten können, indem er seinen ketzerischen Ansichten abschwört und am Ende sagen: '''Und sie verjährt doch! ...''' ? Ich bin ja grundsätzlich kein Freund von Dogmen und deshalb die Frage, verjährt enzyklopädsiche Relevanz wirklich nicht? Nehmen wir wiedermal Wikipedia selber als Grundlage. Da steht bei der Begriffsklärungseite von Relevanz als erstes: ''Bedeutsamkeit, ein Maß für die Wichtigkeit einer Sache oder Information in der Realität''. «Relevanz» kann also gleichgesetzt werden mit der «Bedeutsamkeit» oder kurz «Bedeutung». Enzyklopädische Relevanz heisst also, dass etwas die Bedeutung geniesst, dass sie in einem umfassenden Nachschlagewerk stehen darf. Eine Bedeutung ist aber relativ, da sie abhängig ist von der Zeit und der Gesellschaft. Denn wer würde heute wirklich von zeitloser Bedeutung sämtlicher Artikelsinhalte ausgehen? Dass zeitlose Bedeutung nicht allem zugemessen werden kann, lässt sich mit einem Gedankenexperiment belegen. Sternchen der Unterhaltungsindustrie können in einem bestimmten Zeitpunkt sehr hohe Bedeutung haben und ein Jahr darauf sind sie fast vergessen. Nehmen wir dazu beispielsweise die Kandidaten von [[Big Brother (Fernsehshow)|Big Brother Schweiz]]. Wer erinnert sich heute noch an die Teilnehmer? Damals waren sie aber in aller Munde und es wurde in den Medien diskutiert, wer wohl erster, zweiter oder dritter wird. Heute kennen viele nicht mal mehr die Namen oder haben schon fast vergessen, dass es die Sendung einmal gab auf einem Sender, den es heute auch nicht mehr gibt. Es gibt aber Dinge, die haben fast zeitlose Bedeutung, wie der [[Satz des Pythagoras]]. Der Satz wird wohl auch in 1000 Jahren immer noch seine Bedeutung haben. Die Bedeutung von Bauwerken sind nicht ganz so zeitlos. Ein denkmalgeschützes Gebäude wie beispielsweise das [[Limmathaus]] oder Plätze wie der [[Limmatplatz]] haben für viele Personen eine hohe Bedeutung und haben das meist auch schon sehr lange. Im ''Limmathaus'' sind am Wochenende viele Personen in den Konzerten oder Discos der [[X-Tra]]. Über den ''Limmatplatz'' verkehren täglich Tausende von Menschen. Was ist aber in 1000 Jahren? Wenn das Limmathaus beispielsweise endgültig verschwunden ist und der Limmatplatz verbaut ist und deshalb auch nicht mehr existiert? Haben sie dann immer noch die gleiche Bedeutung? Sicher nicht mehr die gleiche, aber evtl. haben sie nun eine geschichtliche Bedeutung erlangt wie der [[Koloss von Rhodos]]. Aber nicht alles was uns heute bewegt und was für uns wichtig ist, hat schlussendlich geschichtliche Bedeutung. Schlussendlich verjährt tatsächlich Relevanz, denn sie ist relativ zur Zeit und der Gesellschaft. Aber was man unbedingt festhalten muss, ist, dass sämtliche Wissensinhalte eine eigene Halbwertszeit haben. Ich denke das Problem liegt eigentlich ganz anders. Wenn die Wikipedianer von ''Relevanz verjährt nicht'' sprechen, dann meinen sie damit eine bestimmte Sicherheit vor Löschungen. Ein Artikel, der einmal für Wikipedia als relevant beurteilt wurde, soll nicht zwei oder drei Jahre später als irrelevant beurteilt werden und deshalb gelöscht werden. Denn das wäre Willkür und für Autoren unerträglich. Um sicherzustellen, dass die Inhalte nicht nach zwei oder drei Jahren gelöscht werden, werden Wissensgegenstände mit einer sehr kleinen Halbwertszeit, erst gar nicht aufgenommen. Eine ''Chiara Ohoven'', die Bekanntheit durch [[Stefan Raab]] erlangte, der sich über ihre offensichtlich aufgespritzen Lippen lustig machte und darüber, dass sie das noch abstritt, hat eine enorm kleine Halbwertszeit. Ein Artikel über sie wurde deshalb auch sehr schnell entfernt und die etlichen Löschprüfungen kamen zum selben Schluss. Die Dinge mit einer mittleren oder hohen Halbwertszeit sollen aber nicht ständig auf ihre Relevanz hin überprüft werden müssen. Es wäre sonst frustrierend, wenn ein Artikel einmal in einer Löschprüfung als relevant beurteilt wird und zwei Jahre und viel Ausbauarbeit später, wegen fehlender Relevanz gelöscht wird. Relevanz verjährt selbstverständlich, aber man darf in der Wikipedia trotzdem nicht einfach Artikel löschen, nur weil sie zwei Jahre später subjektiv von einem Adminstrator in ihrer Relevanz anders beurteilt werden. Denn das wäre schlicht Willkür. Und Willkür verjährt dann wirklich nicht. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 19:59, 3. Sep. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Und sie verjährt doch ...» === Man sollte sich immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass die Wikipedia kein Platzproblem hat. Es schadet absolut nichts, einen Artikel zu einem Gegenstand zu behalten, der einmal eindeutig Relevanz genoss (z.B. durch Medienaufmerksamkeit, verkehrliche Bedeutung etc.), wenn keine weiteren Gründe dagegensprechen. Diese weiteren Gründe könnten bei lebenden Personen z.B. persönlichkeitsrechtliche Aspekte sein - heikel ist es vor allem, wenn's um Straftaten geht, siehe [[Wikipedia:BIO#Straftaten]]. Wenn ein Artikel nicht mehr häufig aufgerufen wird, macht das aber grundsätzlich gar nichts. In der Bibliothek, in der ich arbeite, stehen hunderttausende Bücher im Magazin, von denen viele vielleicht alle paar Jahrzehnte einmal von einem Benutzer bestellt werden. Und wir haben sogar ein Platzproblem ;-) - trotzdem ist das Wegwerfen selten gebrauchter Bücher für uns, die wir einen Sammelauftrag haben und einen wichtigen Bestandteil des kulturellen Gedächtnisses der Region darstellen, keine Option (bei allgemein-öffentlichen Bibliotheken, die der Grundversorgung der Bevölkerung mit aktueller Literatur dienen, verhält es sich natürlich anders). Auch die Wikipedia kann einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Gedächtnis liefern. Wenn ein Wikipedia-Artikel auch nur alle zehn Jahre (oder seltener!) einmal einem Leser weiterhilft, hat er seinen Zweck schon erfüllt. Unser Nachschlagewerk ist ein langfristig angelegtes Projekt. Vielleicht stösst ein Historiker in 50 Jahren im Zuge seiner Arbeiten auf den Namen eines Big-Brother-Teilnehmers und kann ihn nicht einordnen. Nehmen wir an, es sei in einem Zeitungskommentar, dessen Verfasser sich beklagt: ''"Wir leben in Zeiten, in denen ein Zlatko Trpkovski und eine Kader Loth manchen Leuten wichtiger scheinen als Schiller und Goethe!"'' Wenn die Wikipedia dann noch existiert, was ich sehr hoffe, und die Artikel über diese beiden Leute bis dahin nicht von ''"Relevanz verjährt doch!"''-Anhängern gelöscht wurden, kann der Historiker sofort ohne Mühe erfahren, wer diese im Jahre 2059 gewiss gründlich vergessenen "Persönlichkeiten" waren. Insofern ''kann'' "Relevanz" eben doch nicht verjähren: was die Menschen einmal interessierte, kann jederzeit wieder zum Gegenstand des Interesses werden. Wenn der zeitliche Abstand nur gross genug ist, wird sogar "Irrelevantes" erst relevant: ein gewöhnlicher Verbrecher wie [[Paneb]] würde uns, wäre er ein Zeitgenosse, kaum als relevant gelten. Da aber inzwischen die Lebensläufe von Leuten, die vor über dreitausend Jahren lebten, eine Seltenheit sind, ist uns jeder davon kostbar. Wie auch achtlos weggeworfende Tonscherben den Archäologen ein Quell der Freude und Erkenntnis sind... Und in diesem Sinne unterschreibe ich die Aussage "Relevanz verjährt nicht" weiterhin: es geht eben um mehr als um die Sicherheit vor Löschungen. [[Benutzer:Gestumblindi|Gestumblindi]] 17:30, 6. Sep. 2009 (CEST) : Die Frage ist eben vielleicht eine andere und zwar, ob wir wirklich ein ''Nachschlagewerk'' über das Wissen sind, oder gar eine echte ''Wissenssammlung''. Die Bibliothek, in der du arbeitest, ist eine Wissenssammlung und dort gibt es eigentlich kein Relevanzproblem. Solange Wikipedia sich aber als enzyklopädisches Nachschlagewerk versteht, solange wird die Frage nach der Relevanz ein Thema bleiben. Definieren wir uns aber als Wissensammlung, dann brauchen wir uns um die Relevanz nicht mehr zu kümmern, sondern dann wären eher Platzfragen von Belang. (Die du im ersten Satz ja als nicht-existent beschrieben hast.) Für jemanden, der Wikipedia aber als reines Nachschlagewerk begreift, wird dieses Argument so oder so nicht gelten lassen. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 18:30, 6. Sep. 2009 (CEST) ::Die Abgrenzung von "Nachschlagewerk" und "Wissenssamlung" lässt sich nicht scharf durchführen, insbesondere nicht für die Wikipedia. Natürlich sammelt auch ein Nachschlagewerk Wissen. Auch wir beziehen das Wissen für unsere Arbeit in der Wikipedia oft aus anderen Nachschlagewerken (und wenn wir uns dabei auf Allgemeinlexika wie den alten Meyer oder die Britannica stützen, werden wir teilweise zur "Quartärliteratur"...). Die alten Auflagen des Meyer behandeln Gegenstände, die in späteren Ausgaben weggefallen sind bzw. in aktuellen gedruckten Nachschlagewerken wie dem Brockhaus nicht oder nicht mehr in dieser Ausführlichkeit behandelt werden. Als Beispiel könnte ich den Jahres-Supplementband 1899/1900 (bzw. Bd. 20) zur 5. Auflage des Meyer nennen, der von S. 718 bis 724 in zwölf eng bedruckten Spalten das Stichwort [[Naturschönheit]] abhandelt und zur Illustration eine Farbtafel mit Bildern von Röhrenquallen bringt (verglichen damit ist unser Artikel ziemlich kläglich). Ein gedrucktes Werk muss aufgrund der Platzbeschränkung mit der Zeit gehen und Themen, die nicht mehr "in Mode" sind, in späteren Auflagen reduzieren oder ganz weglassen, wie politische Persönlichkeiten, die nicht mehr im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, oder eben die "Naturschönheit" - um 1900 durch das Werk [[Kunstformen der Natur]] von [[Ernst Haeckel]] gerade ein ausgesprochenes Modethema. Aber in den früheren Auflagen kann man sie weiter nachschlagen. Die Wikipedia kennt nun eben keine "früheren Auflagen" (wenn man von den gelegentlichen Ausgaben auf DVD-ROM und auszugsweisen Druckversionen absieht). Wird ein Artikel gelöscht, ist es für Otto Normalnutzer schwierig, ihn noch aufzufinden, wenn überhaupt (vielleicht hat er Glück und der Artikel hat es auf eine DVD-Ausgabe geschafft, vielleicht existierte er aber zu kurz - oder wurde aus Relevanzangst gar nicht geschrieben). Daher ist der richtige Weg hier m.E., die "früheren Auflagen" integriert zu lassen. Ansätze, die für gedruckte Nachschlagewerke sinnvoll sind, sind nicht unbedingt auf die Wikipedia übertragbar. Übrigens gibt es bei uns in der Bibliothek durchaus ein "Relevanzproblem": es muss ja schon entschieden werden, was angeschafft werden soll. Und wenn ein Buch zu alt ist, um es noch in der Freihandbibliothek zu lassen, muss man sich entscheiden, ob es im Magazin aufbewahrt oder ausgeschieden wird. Man hat hier durch den eingeschränkten Platz auch einen gewissen Druck. Was dann aber einmal im Magazin landet, was wir also einmal für "relevant" erklärt haben, das bleibt dort grundsätzlich "ewig". [[Benutzer:Gestumblindi|Gestumblindi]] 18:59, 6. Sep. 2009 (CEST) ::: Das mit der fehlenden Versionierung ist eine interessant Idee. Es ist tatsächlich nicht so, dass ich Wikipedia von 2005 nochmals ansehen kann. Wenn ich sämtliche Versionen der Artikel auf einen bestimmten Stichtag zurückrechnen würde, fehlen mir dann aber die gelöschten. Ein alter Brockhaus steht mit aber immer zur Vefügung mit sämtlichen Artikeln. - Das angebliche «Relevanzproblem» der Bibliothek halte ich übrigens für ein scheinbares. Hättet ihr unendlich viel Platz und Geld zur Verfügung, würdet ihr euch wohl nicht scheuen, von jedem gedruckten Buch ein Exemplar aufzunehmen. Umgekehrt hat Wikipedia praktisch unendlich Platzressourcen und auch die Arbeitskraft, die Artikel erstellen würden, scheut sich trotzdem sehr bei der Aufnahme von gewissen Artikeln. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 19:18, 6. Sep. 2009 (CEST) == 2. September 2009 - Annemie Fontana == [[Datei:Annemie_Fontana_-_Döltschihalde_Zürich_-_02.jpg|thumb|left|upright|Schnappschuss mit [[Nokia E51]]]]Der nächste Schreibwettbwerb steht an und ich habe einen eigenen Artikel ([[Stabkirche]]) nominiert. Ich fragte mich deshalb im Vorfeld, was mich eigentlich am Artikelschreiben fasziniert. Es ist wohl weniger, der Vorgang des Schreibens, der mir besonderen Spass bereitet, sondern viel eher die Recherche für einen bestimmten Artikel. Es macht mir sehr viel Freude, wenn ich nach viel Abklärarbeit endlich das gesuchte Puzzleteilchen gefunden habe. Erstmals gemerkt habe ich das beim Artikel [[Stadtkirche Bremgarten]], wo ich jedes Steinchen einzeln für bestimme Infos umgedreht habe und den ich heute durch die gefunden Daten eigentlich noch weiter ausbauen könnte. Da er aber bereits exzellent ausgezeichnet ist, empfinde ich das nicht mehr als allzu dringend. Ein gutes Beispiel für das Aufstöbern von Daten ist der Artikel über '''[[Annemie Fontana]]'''. Als Kreis-5-Bewohner fiel mir der dominante orange Brunnen auf dem [[Escher-Wyss-Platz]] schon sehr bald auf. Als ich ihn zufällig entdeckte, schien er abgestellt zu sein, denn ich erwartete von seiner Bauform, dass Wasser über diese Treppen fliessen müsste. Die Flächen sahen aber sehr trocken und neu aus, als hätten sie nie fliessendes Wasser gesehen. Ich stellte mir den Brunnen sehr lebhaft vor und deshalb erschien mir der abgestellte Zustand als sehr trostlos. (Die kleinen Fontänen habe ich nie bemerkt.) Ich hatte zwar später Zweifel, ob der Brunnen wirklich so funktionieren würde, wie ich eigentlich ursprünglich erwartete, denn die Treppen sahen nicht so aus, als wären sie imstande Wasser zu kanalisieren. Es würde so nämlich am Rand herunter fliessen. War das der Grund, dass er abgestellt war? Fehlkonstruktion, die man kurz danach entdeckte? (Die Vermutung war sogar halbrichtig, den früher hatte der Brunnen Wasservorhänge auf der Unterseite seiner Flügel, die aber nie richtig funktionierten.) Wenn ich vom Treppenaufgang zur Hardbrücke von oben auf die Skulptur schaute, konnte ich keine Wasseröffnungen entdecken. Wo soll da Wasser herkommen? Die Skulptur passte übrigens auf den Platz, wie die Faust aufs Auge. (Man kann diesen Spruch nun einfach ironisch verstehen wie Schweizer oder doppelt ironisch wie Deutsche.) Ein leuchtend oranger Brunnen inmitten eines grauen und mit einer Autobrücke überdachten Platzes, der ebenfalls als eine stark frequentierte Haltestelle für Bus und Tram diente. Es wirkte alles sehr entmenschlicht und lebensfeindlich und dieses orange, unnatürliche, fremdartige Ding, das wahrscheinlich ein auflockernder Farbtupfer hätte darstellen sollen, verstärkte diesen Eindruck noch. Irgendwann mal las ich etwas über den «Fontana-Brunnen» auf dem Escher-Wyss-Platz in der Zeitung. Dieses orange Ding bekam auf einmal einen Namen und das weckte meine Neugier. Als mir Google dann eine Künstlerin auspuckte, war ich überrascht. Ich erwartete einen männlichen Schöpfer. Wahrscheinlich, weil männliche Künstler die öffentliche Szene domieren. Da fiel mein Entschluss, einen Wikipedia-Artikel über diese Künstlerin anzulegen. Weitere Google-Abklärungen förderten schliesslich ein paar Lebensdaten zutage. Der Gang in die Bibliothek verschaffte mir dann die nötige Literatur. Ich fand durch die Literatur heraus, dass es noch drei weitere Objekte im Öffentlichen Raum in Zürich geben musste. Diese zu finden, war allerdings schwieriger als erwartet. Das Buch erzählte, dass die Skulptur «Sunrise» beim ''Sportplatz Hardau'' stehen würde. Hardau liegt im Quartier Hard des Kreis 4. Es gibt dort aber kein Sportplatz. (?) Die Bilder zeigten die Skulptur aber irgendwo draussen im Grünen, wo er heute nicht mehr steht. Der Hinweis, dass die Skulptur nahe den Tennisplätzen aufgestellt ist, führte nach einigem Googlen zur Erkenntnis, dass wahrscheinlich der ''Hardhof'' im Kreis 5 gemeint ist. Also unweit vom Platz des Brunnens auf dem Escher-Wyss-Platz entfernt. Google-Earth zeigte mir schliesslich etwas blaues in der Nähe von Tennisplätzen dieses Sportplatzes. Vor Ort fand ich dann tatsächlich endlich die gesuchte Skulptur. Noch schwieriger zu finden war die Skulptur bei der Döltschihalde. Sie wurde als Skulptur beim ''Schulhaus Döltschihalde'' beschrieben. Ein Schulhaus Döltschihalde gab es aber nicht, sondern ein ''Schulhaus Döltschi''. Ich ging jedenfalls mit der Kamera zum Schulhaus und fand nichts. Da das Schulhaus gerade vollständig im Umbau war, ging ich davon aus, dass sie zeitweise abmontiert wurde. Eine Anfrage beim Rektorat des Schulhaus lieferte die Antwort, dass man eine solche Skulptur noch nie gesehen hat. Der korrekte Standort bekam ich schliesslich von der Stadt Zürich. Die Skulptur befand sich nämlich nicht auf dem Schulhausareal, sondern bei einer Überbauung ''Döltschihalde''. Witzigerweise wurde vom Amt noch gebeten, ich solle mich doch nochmals melden, ob die Figur auch tatsächlich vorhanden ist. Sofort ging ich von der Arbeit und fand die Skulptur tatsächlich in einer Überbauung und knipste sie erstmals mit Handy. Eine weitere Puzzlesucherei war das korrekte Todesdatum. Auf der Website der Stiftung und in vielen Künstlerdatenbanken steht, dass sie am 25. Oktober 2002 gestorben sei. Rechnete ich dagegen die Zeitungsmeldungen über ihren Tod auf ein konkretes Datum zurück, kam ich jedesmal auf den 28. Oktober. Dieses Datum wurde mir vom städtischem Amt für Hochbauten, Abteilung Kunst und Bau, bestätigt. Das Datum stellte sich trotzdem als falsch heraus, denn ich bekam den Todesschein von der Stiftung. Das korrekte Datum ist also doch der 25. Oktober. Den Zeitungsjournalisten ist also nicht zu trauen. (Was aber nicht zwingend eine neue Erkenntnis ist.) Annemie Fontana beschäftigte mich deshalb lange und wird mich weiter beschäftigen. Wegen ihr machte ich einen Abstecher nach Chur, nahm Kontakt auf mit dem Hotel Widder und war am letzten August im Schwimmbad Zumikon. Überall finden sich Spuren dieser Künstlerin. Erst gestern holte ich mir von der ETH-Bibliothek ein Büchlein von den Verkehrsbetrieben Zürich, in dem nochmals betriebsinterne Kunstwerke von ihr beschrieben werden. Weitere Daten werde ich später abklären, denn die Bibliothek des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft hat noch eine interessante Sammlung an Literatur und Filmmaterial über Annemie Fontana. Dieser Artikel ist aber nur ein Beispiel, wie die Jagd nach Daten für einen Wikipedia-Artikel sehr dominant sein kann und die Mehrheit der Arbeit ausmacht. Die Freude danach, dass nun ein Artikel vorhanden ist, der ohne diese genaue Recherche niemals existieren würde, ist für mich etwas vom Schönsten an der Mitarbeit hier. Wer sonst käme auf die Idee, für die Allgemeinheit solche umfassenden Nachforschungen über eine einzelne, weniger bekannte Künstlerin zu machen? Genau solche seltenen Informationen sind für mich schlussendlich der besondere Wert der Wikipedia gegenüber anderen Enzyklopädien. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 20:47, 2. Sep. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Annemie Fontana» === == 1. September 2009 - Fir0002 == [[Datei:Punctate Flower Chafer.jpg|thumb|Solche exzellenten Bilder werden in Zukunft vielleicht seltener.]]Gestern hat sich der australische Benutzer '''Fir0002''' (oder kurz ''Fir'' genannt) von der Wikipedia verabschiedet. Auf seiner [http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=User:Fir0002&oldid=311241349 Benutzerseite] auf der englischen Wikipedia steht ein schwarzer Rahmen mit zwei Jahreszahlen: ''Joined: 31. August 2004'', ''Retired: 31. August 2009''. Es erinnert sehr an eine Grabsteininschrift und ich nehme an, dass dieser Eindruck sehr bewusst entstehen soll. Fir war ein begnadeter Fotograf, der gemäss seiner Benutzersiete 2500 Bilder während seinen fünf Jahren hochgeladen hat, davon sind 166 Bilder ausgezeichnet worden. Diese kann man [http://en.wikipedia.org/wiki/User:Fir0002/Fir0002_gallery/Featured_Pictures hier] bewundern. Wie ein Selbstmörder, ging er nicht ohne [[:en:User:Fir0002/Retirement|Abschiedsbrief]]. Als Hauptgrund gibt er an, es komme ihm vor, «als wenn die Interessen für die Qualität von Wikipedia als Enzyklopädie nicht so wichtig sind, wie die Gewährleistung, dass sämtliche Inhalte kommerziell verwendet werden können». Es gab schon etliche Diskussionen, ob man nicht doch auch Bilder akzeptiert, die als explizit von der kommerziellen Weiternutzung ausgeschlossen werden können. D.h. sie werden als non-commercial, bzw. «NC» deklariert. Es gibt nämlich sehr viele Flickr-Fotografen, die zwar bereit sind, ihre Fotos mit einer wiederverwendbaren [[Creative Commons|Creative-Commons-Lizenz]] veröffentlichen, den kommerziellen Gebrauch aber ausschliessen. Es ist natürlich verständlich, dass sehr gute Fotografen mit der jetztigen Lizenz nicht zufrieden sind. Sie müssen ihre Arbeit absolut kostenlos der kommerziellen Nutzung zur Verfügung stellen und müssen sich gerade mal mit der Nennung ihres Namens zufrieden geben. Was gemäss Fir bei Schnappschüssen absolut kein Problem ist, desto eher wird es aber zum Problem bei professionellen Fotos. Die Lizenz schreckt professionelle Fotografen ab und so kann schlicht kein Qualitätszuwachs erreicht werden. Die Gefahr besteht, dass so bildliche Inhalte immer laienhaft und mangelhaft bleiben. Ebenso bemängelt er die erzwungene Umstellung der Lizenz von [[GFDL]] auf [[Creative Commons]], welches nun eine sehr einfache kommerzielle Weiternutzung ermöglicht. Früher musste ein Veröffentlicher eines einzelnen Fotos in seiner Publikation eine ganze A4-Seite mit dem Lizenztext abdrucken, heute genügt eine kleine Erwähnung der Lizenz. Weshalb benutzen wir hier überhaupt solche Lizenzen zur Weiterverwendung? Grundsätzlich ist das eine rechtliche Absicherung, so dass mehrere Autoren und Fotografen an gleichen Artikeln arbeiten können. Wenn ich beispielsweise einen zusätzlichen Text in einen Artikel schreibe, stelle ich diesen Text gleichzeitig unter einer Creative-Commons-Lizenz (früher GFDL). Diese ermöglicht nun, dass andere Autoren meinen Text umschreiben dürfen. Das ist ein ganz normaler, häufiger und notwendiger Vorgang innerhalb der Wikipedia und ist erst durch diese Lizenz möglich. Ich als Autor bleibe aber in der Versionsgeschichte als Urheber erhalten. Das gleiche gilt aber auch für Fotos. Jeder hat das Recht ein Foto in der Wikipedia per Bildverarbeitung zu verändern. Zum Beispiel, wenn ein Ausschnitt davon sehr gut als Illustation in einem anderen Artikel eingefügt werden kann. Warum aber die kommerzielle Variante der Wikipedia, die so betrachtet nicht nötig sein müsste? Das ist wohl eine Glaubensfrage. Das eine ist die bekannte Argumentation von professionellen Fotografen, wie sie beispielsweise bei Benutzerin EvaK nachzulesen ist: ''[[Benutzer:EvaK#Bildlizenzierung_und_kommerzielle_Nutzung|Bildlizenzierung und kommerzielle Nutzung]]''. Es gibt aber auch Wikipedianer, die genau durch die Lizenz zur kommerziellen Weiternutzung professionelle Fotografen verhindern wollen. Denn sie haben Angst, dass andernfalls diese Fotografen eine kostenlose Werbeplattform zur Veröffentlichung ihrer Fotos bekommen würden unn dann bei einem kommerziellen Interessent stinkfrech ihre Fotos verkaufen. In dieser Argumentation verhindert also genau der Zwang zur kostenlosen kommerziellen Weiternutzung, dass die Wikipedia von Fotografen kommerziell missbraucht wird und nur noch zum Präsentationsteller und Bilderbuch verkommt. Diese sehen so also mit der Möglichkeit zur kommerziellen Weiternutzung das Projektziel gesichert. Diese Medaille hat also zwei Seiten. Die Frage ist wohl eher, wie bei einem klassischen Dilemma, was dem Projekt mehr und was weniger schadet. Persönlich habe ich jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass ich viele gute Fotos von Flickr nicht einbinden konnte, weil diese NC deklariert wurden. Beispielsweise beim Artikel [[Stabkirche Heimaey]] ist immer noch dieses eine hässliche, verschwommene Bild drin, obwohl es auf Flickr eine reiche Auswahl an NC-Bildern gäbe. Es hilft momentan also nichts anderes, als zu hoffen, dass jemand sich eines Tages erbarmt und gute Bilder dieser Kirche unter einer kommerziellen Lizenz veröffentlicht. Oder aber man plant selber irgendwann eine Reise auf Island und fotografiert die Kirche vor Ort schlicht selbst. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 23:44, 1. Sep. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Fir0002» === == 31. August 2009 - Schreibwettbewerb == [[Datei:Borgund, GABull.jpg|thumb|left|upright|Mein Thema]]Morgen beginnt nicht nur der meteorologische Herbst sondern der 11. '''Schreibwettbewerb''' ([[WP:SW]]). Dieses Mal aber mit einer bedeutenden Änderung in den Spielregeln. Früher durften nur Artikel nominiert werden, die zum Zeitpunkt des Wettbewerbs entweder nicht existierten oder aus weniger als einer bestimmten Anzahl Zeichen bestand. Dieses Zeichenlimit wurde aber häufig von Wettbewerb zu Wettbewerb erhöht und lag letztes Mal bei 8'000 Zeichen. Die Jury konnte Ausnahmen machen, wenn der Artikel bereits überlang war, aber beispielsweise vor allem aus Listen bestand. Ebenso wurde bei zentralen Artikel Ausnahmen gemacht, wenn sie grosses Entwicklungspotential vorwiesen. Wollte der Schreiberling wirklich mit einem komplett neuen Artikel aufwarten, musste er sehr spezielle Nischenthemen suchen, denn bei fast einer Million Artikel sind nun viele grundlegende Themen bereits sehr stark bearbeitet worden (wenn auch häufig nicht zufriedenstellend). Das Limit verleitete einige sogar dazu, Artikel zu sehr ausgefallenen Orchideenthemen zu schreiben. Die logische Folge dieser Entwicklung ist es nun, dieses Zeichenlimit endgültig fallen zu lassen. Die Jury erhofft sich damit, dass mehr zentrale Artikel verbessert werden. Massgebend ist schlussendlich auch die tatsächliche Verbesserung für die Bewertung des Artikels. Ausgenommen vom Schreibwettbewerb sind bloss bereits als lesenswert oder exzellent ausgezeichnete Artikel. Ich wollte schon lange einmal den Artikel «[[Stabkirche]]» ausbauen bzw. neuschreiben, denn er ist stark verbesserungswürdig. Im Rahmen eines Schreibwettbwerb war es bisher nicht möglich, da der Artikel bereits auf 25'000 Zeichen angewachsen ist. Bearbeitbar ist er für mich aber sehr gut, da sich zwischenzeitlich bei mir Stabkirchenbücher stapeln. Ich wählte beim letzten Wettbewerb eine einzelne Stabkirche, die noch keinen Artikel hatte und hätte auch dieses Jahr wieder eine einzelne Kirche beschrieben. Für eine Enzyklopädie ist der Übersichtsartikel aber wesentlicher. Es gibt wahrscheinlich mehr Personen, die sich über das Thema «Stabkirchen» als solches informieren wollen, als über eine einzelne spezifische. Obwohl ich im September, wie meistens in Schreibwettbewerbmonaten, eigentlich wenig Zeit habe, versuche ich diesmal mit diesem Übersichtsartikel anzutreten. Wünscht mir deshalb viel Erfolg. Tusen takk! --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 19:23, 31. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Schreibwettbewerb» === Der Artikel muss auf einen anderen Zeitpunkt warten. Wie bereits erwähnt habe ich wegen Studiumsbeginn ganz andere Dinge um die Ohren... --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 13:19, 9. Sep. 2009 (CEST) == 30. August 2009 - Checkuser == [[Datei:Fichenskandal-Beiblatt-Beispiel.jpg|thumb|Die Fiche eines gecheckuserten Schweizers in den 1980er Jahren]]Momentan laufen gerade die '''Checkuser'''-Wahlen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Checkuser/Wahl/2009]. «Checkuser» ist ein Wikipedia-Begriff und ein Werkzeug bei dem die IP-Adressen und sonstige [[Hypertext Transfer Protocol|HTTP]]-Header-Informationen, wie der verwendete Browser, zu bestimmten Benutzeraccounts abgefragt werden können. Das sind Informationen, die praktisch jeder kommerzielle Anbieter von Webinhalten auswertet, um Statistiken über die Besucher zu erstellen. Ein Webshopbetreiber ist beispielsweise interessiert daran, welche Browser von seinen Kunden verwendet werden, um den Webshop browsergerecht anzupassen. Bei jedem Besuch einer Webseite liefert mein Browser also gleich seine Erkennung mit und ebenso liefert mein Client die IP-Adresse als Rücksendeandresse, damit ich überhaupt meine angefragte Information erhalte. Die IP ist also die Antwortadresse, ohne die ein Datenaustausch zwischen Server und Client unmöglich wäre. Sie gibt aber auch Auskunft, an welchen Provider der Anfrager angeschlossen ist und lässt auch bedingt Rückschlüsse auf den Standort des Benutzers zu. Es sind also alles Informationen, die ständig durch das Web wandern und auch überall gesammelt werden können. Jeder Internetbenutzer hinterlässt so seine Spuren in Logfiles irgendwelcher privater Server. Bei Wikipedia ist die Auswertung aber nicht so einfach möglich. Da gibt es strikte Regeln, wer Zugang zu diesen Daten hat und wer nicht. Dafür gibt es die sogenannten Checkuser-Berechtigten, die nun gerade gewählt werden und die mindestens die Akzeptanz von 70% der Wählenden haben müssen. Damit verhindert die Wikipedia, dass nicht jeder Einsicht hat, was dem Datenschutz Rechnung trägt. Eine solche Abfrage wird nur dann getätigt, wenn grosse Missbrauchsvermutungen da sind, wie beispielsweise das Abstimmen bei Meinungsbildern mit Zweitaccounts (sogenannte [[Sockenpuppe]]n) oder bei nachträglicher Belästigung eines Benutzers mit einer solchen Sockenpupe oder als unangemeldete IP, obwohl der Hauptaccount bereits mit einer Sperre sanktioniert wurde. (Eine Checkuser-Abfrage wird also dann gemacht, wenn jemand gegen Wikipediaregeln verstösst und nicht etwa, wenn sein Verhalten strafrechtlich relevant wäre.) Da aber der Datenschutz hochgeschrieben wird, werden diese Abfragen nur dann gemacht, wenn der Verdacht auch sehr gut begründet ist. Das führte faktisch in Vergangenheit dazu, dass man quasi schon den Beweis für einen Missbrauch erbringen musste, bevor überhaupt eine Abfrage von den Berechtigten als notwendig erachtet wurde. Man musste also nicht nur den verdächtigen Mörder finden, die Tatwaffe vorlegen und das Mordopfer benennen um dann von der Checkuserforensiker eine Antwort zu erhalten, sondern auch beweisen, dass der Verdächtige auch tatsächlich der Mörder ist, der mit der Tatwaffe das Opfer hinterrücks erschossen hat. Hatte man nun endlich den Beweis auf dem Tisch, hiess es häufig, dass eine Checkuser-Abfrage ja nun unnötig geworden ist, da der Beweis ja schon erbracht wurde oder der Missbrauch durch diesen Benutzer ja sowieso offensichtlich ist. Ein Dienst ohne Biss also. Darüber hinaus ist es doppelgemobbelt. Nicht nur dass nur wenige verschwiegene Personen Zugang zu diesen Daten haben, was meiner Meinung nach schon eine ausreichende Sicherung gegen Missbrauch dieses Features ist, sollen diese verschweigenen Personen zusätzlich auch möglichst nur dann das Feature in Anspruch nehmen, wenn es absolut unausweichlich geworden ist. Aber sind diese abgefragten Daten auch wirklich datenschutzmässig relevant? Gemäss schweizerischem Datenschutz sind vorallem Daten, die zur Kategorisierung einer Person dienen, höchst schützenswert. Also beispielsweise die Schulnoten, Arbeitszeugnisse, Geschlecht, sexuelle Vorlieben, Haarfarbe, Alter, Krankheitsgeschichte, Religion, Zivilstand, Essgewohnheiten einer Person sind höchst schützenswerte Daten, denn man kann damit eine Person in Kategorien einteilen und damit personengestützte Auswertungen tätigen. Die Information, dass ein anonymer Account mit einer Bluewin-IP-Adresse und ein anderer anonymer Account mit derselben Bluewin-IP-Adresse bei einer Wikipediawahl teilgenommen hat, ist in der Tat nicht wirklich besonders schützenswert. Es lässt sich da nur vermuten, dass dieselbe anonyme Person im Vorfeld zwei Account anlegte, die sie nun offensichtlich nach Wikipediaregeln missbräuchlich verwendete. Welche Person oder Personengruppe es ist, wird selbst nach der Abfrage nicht klar, da die Information nur der Provider (beispielsweise die bereits genannte Bluewin) herausrücken könnte. Und da viele Personen, die anonym bleiben wollen sowieso öffentlich in den Versionsgeschichten ihre IP-Adresse hinterlassen, ist diese Information offensichtlich aus der Wikipediaperspektive beurteilt nicht so schützenswert. Man hätte ja anstatt der IP-Adresse auch schlicht die Bemerkung „unangemeldet“ oder „anonym“ in den Versionsgeschichten vermerken können. Nichtsdestotrotz ist man eigentlich auch als Schweizer und nicht nur als Ostdeutscher und ehemaliger stasibespitzelter DDR-Bürger beim Thema Datenschutz besonders sensibilisiert. In den 1980er Jahren wurde als Auswuchs des Kalten Krieges 10 Prozent der Bevölkerung gecheckusert. Reiste man als Schweizer in das sozialistische Ausland, galt man bereits als mögliches subversives Subjekt. Gutes Beispiel ist die Fiche des W. [http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Fichenskandal-Beiblatt-Beispiel.jpg]. Er war vermutlich über Weihnacht und Neujahr im nahen Österreich und kam schliesslich per Zug in die Schweiz zurück. Beim Grenzzollamt [[Buchs SG]] wurde festgestellt, dass W. in seinem Pass Stempel von der Teschoslowakei, Ungarn und Polen hatte und wurde deshalb an die Bundespolizei als mögliches subversives Subjekt verpfiffen. Der Grenzbeamte war offensichtlich nicht der beste, denn er übersah schlicht noch den Stempel der damaligen UdSSR. Die Anwaltschaft legte am 2. Januar 1984 prompt eine Fiche (Karteikarte) an mit Namen, Vornamen und sonstige Daten des W. inklusive dem Namen und Vornamen seiner Ehefrau. Schliesslich bestellte er beim Nachrichtendienst Zürich noch weitere Abklärungen. Pflichtbewusst sandte der Nachrichtendienst einen Spitzel aus, um das mögliche subversive Element ein wenig genauer zu überprüfen. Die Antwort auf die Anfrage erhielt die Bundespolizei am 9. Januar 1984. Die Daten waren aber falsch, denn der Spitzel hatte schlecht gearbeitet. Das konnte die Bundespolizei aber nicht wissen und so stand Fehlerhaftes in der Kartei ohne dem Wissen des Betroffenen, dass da sogar falsche Daten über ihn gesammelt wurden. Jedenfalls stand zum Glück noch etwas Entlastendes auf der Fiche. Über W. sei «Nichts Nachteiliges bekannt». Offenbar hat W. bei der befragten Nachbarin, oder Nachbar, oder Wirt, oder Verkäuferin des nahen Verkaufsladen, oder wer auch immer, keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Diese für die Bundespolizei sehr wichtigen Informationen wurden vermerkt. Die damalige für die Bundespolizei subversive SP-Nationalrätin [[Menga Danuser]] wurde ebenfalls bespitzelt. Auf ihrer Fiche stand, dass sie abends gerne ein Bier trinken würde. Der Spitzel hat offenbar bemerkt, dass die Beschattete abends noch häufig in die Beiz ging. Auch diese besonders wichtige Information der subversiven Danuser wurde vermerkt. Welche Freude hätte die damalige Bundespolizei an den Status-Meldungen der Facebook-Benutzer gehabt? «Ich gucke gerade einen Film» oder «mir ist langweilig» oder «ich spiele gerade World of Warcraft» oder «ich schreibe einen Artikel für die Wikipedia». Ein gefundenes Fressen an besonders wichtigen Daten subversiver Subjekte. Nach Auffliegen der [[Fichenaffäre]] haben viele Schweizer ihre Fiche angefordert. War eine Fiche vorhanden, wurde eine Kopie angefertigt, aber die Namen der Denunzianten, Spitzel und Informanten wurden zum Schutz vor Übergriffen geschwärzt. Das veranlasste den Spieleerfinder [[Urs Hostettler]] die Politaffäre mit einem Spiel [[der wahre Walter]] zu parodieren. Das Ziel ist es bei Fichen mit geschwärzten Stellen eine für einen Mitspieler besonders passende Attributisierung zu finden. Je absurder die Beschreibung ist, desto lustiger wird das Spiel. Vielleicht sollten wir da ja auch mal ein Checkuser-Spiel für Wikipedia-Stammtischtreffen erfinden? Das wäre doch eine witzige Auflockerung. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 19:32, 30. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Checkuser» === == 29. August 2009 - Aufregung des Tages == [[Datei:Speed1c.png|thumb|left|Dieses Bild ist zu gut für die Hauptseite]]Gestern war der von [[Benutzer:Ralf Roletschek|Ralf Roletschek]] im Jahr 2005 angelegte Artikel über die 14-Gang-Nabenschaltung [[Speedhub 500/14]] ''Artikel des Tages'' oder besser gesagt die '''Aufregung des Tages'''. AdT so oder so also. Artikel des Tages sind entweder lesenswerte oder exzellente Artikel und sind deshalb Vorzeigeartikel für die Arbeit innerhalb der Wikipedia. Sie sind schlicht das beste, was die Wikipedia zu bieten hat. Dieser Artikel führte aber zu grossen Diskussionen innerhalb der Wikipedia. Anstoss war eine Formulierung auf der Hauptseite ''«Bis heute gibt es kein vergleichbares Konkurrenz-Produkt»''. Entspricht eine solche Formulierung denn dem Neutralitätsgedanken? Er ist ein Grundsatz der Wikipedia und in einer eigenen Richtlinie zusammengefasst: [[Wikipedia:Neutraler Standpunkt]]. Eine solche Formulierung klingt doch sehr nach Werbung. Andererseits ist es offenbar die einzige Nabenschaltung dieser Art auf dem Markt und somit offenbar tatsächlich ein unvergleichliches Produkt. Kann etwas der Wahrheit entsprechen und trotzdem nicht neutral sein? Jedenfalls war der Artikel noch am selben Tag stark umkämpft und hatte gegen Abend eine Quellenwarnung und eine Neutralitätswarnung drin. Ebenso wurde er am selben Tag zur Lesenswert-Abwahl vorgeschlagen. Er war schon im Vorfeld bei der Kandidatur zum Artikel des Tages umstritten. Die teilweise von der Firma bereitgestellten Bilder sind offenbar zu gut, um in der Wikipedia auf der Hauptseite platziert zu werden. Denn wenn Bilder über Produkte professionell wirken, denken viele offenbar sofort an Gratiswerbung. Wenn ein Bild aber unterbelichtet, verschwommen und verrauscht ist, dann ist es wohl enzyklopädisch, weil jemand zuhause kurz vor dem Wegfahren mit dem Fahrrad noch einen Schnappschuss mit der Schnellkamera getätigt hat. Homebrew rules. Wann wurde der Artikel eigentlich lesenswert? Er bekam das blaue L am 12. Oktober 2005. Er ist deshalb ein verhältnismässig alter lesenwerter Artikel, der evtl. nicht mehr heutigen Standards entspricht. So waren damals die vielen Einzelnachweise nach [[Wikipedia:Einzelnachweise]] nicht gefordert. Der Artikel war bereits im Mai 2007 schon mal zur Abwahl vorgeschlagen und überlebte diesen Antrag damals unbeschadet. Wikipedianer haben nicht das erste Mal Probleme mit kommerziellen Dingen. Beim letzten Schreibwettbwerb waren die Logos der Preisspenderfirmen heftigst umkämpft. Dabei waren sie ausschliesslich auf der Schreibwettbewerbsseite untergebracht und für die normalen Leser, die sich nur für Artikel interessieren, nicht sichtbar. Nur jemand, der sich explizit für den Schreibwettbewerb interessierte, bekam die paar wenigen Logos zu Gesicht. Dabei ist Sponsoring und die Platzierung von Logos beispielsweise bei gemeinnützigen Veranstaltungen überlebensnotwendig. Anders geht es dort meistens gar nicht. Wikipedia als nicht kommerzielle Organisation ist ebenfalls auf den Goodwill von Spendern angewiesen, wie die vielen Spendenaufrufe immer wieder bezeugen. Wahrscheinlich haben viele Wikipedianer Angst, eine zu starke Verbindung mit kommerziellen Dingen könnte die Neutralität der Inhalte in Frage stellen. Neutralität bedeutet offenbar, in jedem Sinne unabhängig von kommerziellen Anbietern und Firmen zu sein. Paradoxerweise müssen die Text- und Bildautoren ihre Werke lizenzrechtlich immer auch kostenlos der kommerziellen Weiternutzung zur Verfügung stellen. Das ist eine Vorgabe, die viele Bildspenden bisher verunmöglicht hat. Das wäre eigentlich das allererste, was ich in Frage stellen würde. Müssen wirklich immer sämtliche Inhalte auch kommerziell weitergenutzt werden können und das noch kostenlos? Die erste grössere kommerzielle Weiternutzung ist das Buch ''Das WIKIPEDIA Lexikon in einem Band'' des Bertelsmann-Verlags. Es kostet immerhin € 20. Was wir hier also uneigenützig kostenlos veröffentlichen, können wir in stark abgespeckter Form wieder kaufen. Paradox. Bei gut gemeinten Logos von Preisspender für die Belohnung fleissiger Autoren beim Schreibwettbwerb, sehe ich persönlich aber keine Probleme. Als früherer Organisator eines nicht kommerziellen Quartierfestes in Zürich war das Verkaufen von Logos auf dem Festplakat eine wichtige Geldquelle, die schlussendlich über den finannziellen Erfolg und Misserfolg entscheiden konnte. Warum arbeiten wir hier also gratis für kommerzielle Firmen und zieren uns dann, wenn sie uns einmal etwas zurückgeben? Ein weiteres Mysterium der Wikipedia... --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 00:00, 29. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Aufregung des Tages» === == 28. August 2009 - Advanced User == [[Datei:Administratorencollage der deutschen Wikipedia.jpg|thumb|Einige Administratoren in der deutschen Wikipedia]]In der Wikipedia gibt es verschiedene Benutzerrollen. Mit einigen Rollen sind unterschiedliche systemgestützte Rechte verbunden, wie beispielsweise dem ''Sichter'', und einige erhalten Rechte nur innerhalb der Community, wie beispielsweise der ''stimmberechtigte Benutzer''. Der auffälligste Unterschied besteht zwischen einem ''stimmberechtigten Benutzer'' und einem ''Administrator''. Der Adminstrator hat sehr weitreichende Rechte. Er kann sämtliche Benutzer sperren, Artikel so sperren, dass ihn nur noch Kollegen bearbeiten können (was aber ein Tabu ist) und schlussendlich auch Artikel löschen. Darüber hinaus werden ihm noch Communityrechte eingeräumt wie die Entscheidungskompetenz bei Löschanträgen oder bei Löschprüfungen oder Sperrprüfungen. Diese grosse Lücke führte in Vergangenheit schon mehrfach zu Missstimmungen bei einigen Benutzern. Für diese scheint es so, als gäbe es zwei Stände. Die (rechte)arme Bauernstand gegen den gut betuchten bzw. beknöpften Adelsstand. Dass die Administratorenschaft mit dem Adel vergleichbar ist, kann man in der jetztigen Einleitung im Artikel «[[Adel]]» nachlesen: ''In feudalen Ständeordnungen war sie die herrschende soziale Schicht (Stand), gegründet auf Geburt, Besitz, Zuerkennung und gelegentlich auf Leistung.'' In der Wikipedia werden diese umfangreiche Rechte einem Benutzer per Wahl zuerkannt. Die Geburt ist ausgeschlossen, denn Wikipedia gibt es erst seit dem neuen Jahrtausend und so junge Wikipedianer sind äusserst selten. Die Leistung ist nicht massgeblich für den Administrator. Wikipedia ist keine [[Meritokratie]], wobei einige exzellente Artikel für eine Adminwahl schon hilfreich sein können. Trotzdem wählt das Wahlvolk (stimmberechtigte Benutzer) Personen, die sie für integer halten. Erschent eine Person nicht als integer, dann soll sie lieber noch ein oder zwei Jahre warten um sich evtl. erneut zu bewerben. Es gab schon Administratoren, die erst im dritten Anlauf gewählt wurden (beispielsweise [[Benutzer:Julius1990|Julius1990]]). Vom Wahlvolk später abgewählt werden können die Administratoren nicht, ausser sie stellen sich freiwillig zur Wiederwahl. Genau das scheint eher dem Feudalsystem mit einer Adelsschicht als einer Demokratie mit Volksvertreter zu entsprechen. Nur bei sehr groben und wiederholten Verstössen, können Administratoren wieder zu normalen Benutzern degradiert werden. Seit einigen Monaten verlieren aber auch Administrator ihre Rechte, die seit mehr als einem Monat keinen einzigen Edit getätigt haben. Die Wahl einer vermuteten integeren Persönlichkeit zum Administrator kann also böse Überraschungen bereithalten. Auch deshalb hat die Community zur Sicherheit eine Zweidrittelsmehrheit festgelegt. Eine Minderheit kann in der Wikipedia immer alles blockieren. Also fast schweizerische Verhältnisse in den 1980er Jahren, als der Ständerat den Ruf hatte immer Beschlüsse des Nationalrats zu blockieren. Es ist also klar, dass sehr viele Wikipedianer irgendwann Administrator werden wollen. Denn die auf Lebzeiten gewählten zuzsätzlichen Rechte (auch «Knöpfe» genannt), geben einem grosse Freiheiten. «Freiheit» heisst nicht «Willkür», denn der Rechtemissbrauch kann zu Deadministrierung führen. Aber die Freiheit, ob und wie stark man diese Rechte einsetzen will. Verpflichtet, seine Rechte auch nach einer erfolgreichen Wahl tatsächlich in Anspruch zu nehmen, ist ein Administrator nämlich nicht. Es gibt zwischenzeitlich über 300 Administratoren und trotzdem empfinden viele immer noch einen Administratormangel, weil die Anzahl der Administratoren nicht zwangsläufig proportional zu den anfallenden administrativen Arbeiten stehen. Ich fragte mich deshalb, ob es nicht sinnvoll ist, eine Zwischenrolle einzuführen, die die Situation ein wenig entschäft. Eine neue Rolle '''Advanced User''', die vieles kann, aber nicht alles. Sie kann beispielsweise gelöschte Versionen einsehen (sehr begehrtes Recht), Seiten halbsperren, IPs und unbestätigte Benutzer/Sockenpuppen sperren (zur Vandalismusbekämpfung) und Importe erledigen. Was der Administratorrolle vorbehalten bleibt sind Lösch- und Sperrentscheidungen, sowie die Sperrung bestätigter Benutzer und Vollsperrung von Seiten. Vorteile und Nachteile einer neuen Rolle kann jeder selber überlegen. Sie würde jedenfalls die von einigen Benutzern manchmal gefühlte Wir-gegen-euch-Situation klar entschärfen, zusätzliche Ressourcen zur Entledigung administrativer Arbeiten bereitstellen, den Druck, irgendwann Administrator als logischen Karriereschritt, von Benutzern wegnehmen und vielleicht einen Lehrgang für solche sein, die irgendwann doch voller Administrator werden wollen. Aber einen Grossteil wäre vermutlich bereits mit dieser Rolle ''Advanced User'' zufrieden. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 10:26, 28. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Advanced User» === * Automatisches De-Admin ist nach einem Jahr, nicht nach einem Monat Inaktivität. Viele Grüße, --[[user:Drahreg01|Drahreg]]·[[BD:Drahreg01|01]]<sup>[[WP:RM|RM]]</sup> 12:47, 31. Okt. 2009 (CET) *: ach klar. Danke für den Hinweis. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 12:53, 31. Okt. 2009 (CET) == 27. August 2009 - Trinityfolium == [[Datei:StammtischLörrach23.jpg|thumb|left|Trinityfolium in der Mitte am Stammtisch Lörrach (28. Februar 2008)]]Es gibt tatsächlich Benutzer, die klammheimlich verschwinden. Einige kommen nach langer Zeit wieder und andere gar nicht mehr. Dazu gibt es sogar eine eigene Seite: [[Wikipedia:Vermisste Wikipedianer|Vermisste Wikipedianer]]. Diejenigen die mit grossem Tamtam und höchster theatralischer Kreativität gehen, kommen so gut wie alle ziemlich schnell wieder zurück. Eine gute Übersicht findet man hier: ''[[Benutzer:Poupou l'quourouce/wir müssen, ach, nun scheiden|wir müssen, ach, nun scheiden]]'' zusammengestellt von [[Benutzer:Poupou l'quourouce|Poupou]]. Es gibt aber auch solche, die verabschieden sich so geschickt auf französisch, dass sie nicht mal vermisst werden. '''[[Benutzer:Trinityfolium|Trinityfolium]]''' ist so jemand, der nicht bei den vermissten Wikipedianern aufzufinden ist. Sein Verschwinden jährt sich am 29. August, denn an diesem Datum von einem Jahr hat er sich von einem Lörrach-Stammtisch abgemeldet. Das war sein letzter Edit. Wer ist aber Trinityfolium? Sein Benutzername heisst wörtlich übersetzt ''Dreifaltigkeitsblatt''. Er hat am 29. März 2006 seinen ersten Edit getätigt und erreichte gemäss seiner Benutzerseite am 29. August 2007 die 5000er Marke. Auf seiner Benutzerseite steht, dass er ausgebildeter Grundschul- oder Primarlehrer ist und ein Theologiestudium abgebrochen hat und als Transportdisponent arbeitet. Aufgewachsen ist er im Thurgau aber leben tut er im Aargau. Seit 13. Mai 2006 ist er verheiratet. Ebenso erfährt man, dass er bekennender Christ ist. Trinityfolium war eigentlich ein sehr aktiver Wikipedianer. Nicht nur, dass er sich auf Metaseiten betätigte und an Lörrachtreffen kam, er kandidierte sogar zum [[Wikipedia:Adminkandidaturen/Trinityfolium|Administrator]] am 17. September 2007. Mit 126 zu 81 Stimmen war die Wahl dagegen nicht erfolgreich. Er musste aber noch einen weiterer Tiefschlag hinnehmen. Die Lesenswertskandidatur seines Artikels über seine Kirche [[ICF Movement]] blieb ebenfalls erfolglos. Auch das nachfolgende Review führte nicht zum nötigen Erfolg. Vielleicht sind diese Enttäuschungen der Grund, dass er sich immer mehr von der Wikipedia zurückzog. Evtl. kam auch etwas völlig neues in sein Leben, was nun seine Zeit völlig in Anspruch nimmt. Gemäss seiner Benutzerseite war seine Ehe noch kinderlos. Vielleicht änderte sich ja genau das? Das wäre jedenfalls ein sehr schöner Grund, mit Wikipedia aufzuhören. Auch wenn sein Verschwinden klammheimlich war, blieb es nicht unbemerkt. Mal sehen, ob er nicht doch eines Tages wieder überraschend auftaucht. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 23:57, 27. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Trinityfolium» === * Siehe [[Benutzer_Diskussion:Taxiarchos228/Archiv2009#Adresse_f.C3.BCr_K.C3.A4rtchen|hier]]. – [[Benutzer:Taxiarchos228|Wladyslaw]] [[Benutzer Diskussion:Taxiarchos228|<small>[Disk.]</small>]] 16:54, 7. Sep. 2009 (CEST) Ich möchte zu den Ausführungen auch noch ausdrücklich ergänzen, dass er als bekennender und überzeugter Christ mich (dem bekennenden Agnostiker) nie im Ansatz versucht hat zu missionieren und mir dies sehr positiv im Gedächtnis verhaftet blieb. Unterschiedliche Meinungen – ja sogar unterschiedliche Lebensauffassungen – müssen nicht zwangsläufig dazu führen, dass man sich nicht leiden kann, wie dieses Beispiel belegt. – [[Benutzer:Taxiarchos228|Wladyslaw]] [[Benutzer Diskussion:Taxiarchos228|<small>[Disk.]</small>]] 16:57, 7. Sep. 2009 (CEST) == 26. August 2009 - Trolleybus im Hochformat == [[Datei:Verkehrsbetriebe Zürich - Linie 31 - LighTram3-Hochformat-Türseite.jpg|thumb|upright|lighTram3 im Hochformat]] Nach Anfrage von Ralf auf meiner Diskussionsseite [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Micha_L._Rieser&diff=63161570&oldid=63161257] probierte ich heute den überlangen Zürcher '''Trolleybus im Hochformat''' aufzunehmen, da offenbar ein passendes Bild für den kommenden Artikel ([[Oberleitungsbus]]) des Tages am 16. September fehlte. Es ist schon eine sehr interessante Aufgabe etwas unheimlich Langes in einem eigentlich für das Objekt widersprechenden Format darzustellen. Das Foto schoss ich beim [[Kunsthaus Zürich]]. Interessanterweise passt das Ergebnis zu den Ideen einiger der darin ausgestellten Künstler. Denn durch dieses Format existiert im Bild eine grosse Fläche Boden, der aufgrund der Perspektive aus trapezförmigen Bodenplatten besteht, und eine grosse Fläche Himmel mit Schäfchenwolken. Der Bus besteht aus horizontalen, weissen, blauen und schwarzen Linien, die sich aber trichterförmig nach rechts erweitern. [[Piet Mondrian]] war jemand, der in seiner Arbeit sehr stark seine Bilder auf Linien und Flächen reduzierte, obwohl er ursprünglich ein Landschaftsmaler war. Er ist aber gar nicht der Künstler, an den ich zuerst gedacht habe. [[Ferdinand Hodler]] ging in dieselbe Richtung, obwohl er niemals komplett abstrakt wurde. Seine späteren Bilder bestanden fast nur aus einer Fläche Wasser, eine Fläche Himmel und ein wenig Gebirge in der Mitte. Im Gegensatz zum Busbild hatte er noch meistens eine vertikale Spiegelachse [http://www.ag.ch/kunsthaus/shared/bilder/landschaftlicher-formenrhyt.jpg][http://www.edvardmunch.info/munch-paintings/Images/enchantingsites-72-1.jpg]. Wenn er heute noch leben würde, würde er auch solche Busse zeichnen? Lange Striche, die die Welt in Flächen teilen? Fast wie seine Berge in der Landschaft, ausser dass die Busse heute ein wenig beweglicher sind. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 22:20, 26. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Trolleybus im Hochformat» === == 25. August 2009 - Zürcher Quartierartikel == [[Datei:Karte Stadtkreise Zürich.png|thumb|left|Stadtkreise von Zürich]] Ohne jetzt nicht wieder allzu tief ins Philosophische zu geraten, einmal ein ganz pragmatisches Thema: Die '''Quartierartikel''' der [[Zürich|Stadt Zürich]] sind erstaunlich schlecht. Bereits die eigenartigen Klammern bei vielen Artikeln fallen auf. Warum steht da bei einer Abgrenzung zu anderen Artikeln ''(Stadt Zürich)'' statt ''(Zürich)'' oder auch nur einfach ''(Quartier)''? Beispielsweise bei [[Langstrasse (Stadt Zürich)]] ist das weniger sprechend als wenn ''Langstrasse (Quartier)'' stehen würde. Denn der Artikel [[Langstrasse]] gibt es auch und er beschreibt erwartungsgemäss die Strasse. Wenn es nun eine weitere Langstrasse irgendwo geben würde, könnte die Zürcher Langstrasse aber genauso gut unter einem Klammerlemma mit ''(Stadt Zürich)'' stehen. Das Lemma ''Langstrasse (Stadt Zürich)'' ist also eher noch zusätzlich verwirrlich. Das gleiche gilt für ''Gewerbeschule (Stadt Zürich)'' oder ''Escher Wyss (Stadt Zürich)''. Es gibt ja noch den [[Escher-Wyss-Platz]] oder die [[Escher Wyss AG]], allesamt in direktem Zusammenhang mit der Stadt Zürich. Aber wenigstens sind diese eigenwilligen Klammerlemmata konsequent und ausschliesslich für Zürcher Quartiere gebraucht worden. Der Artikel über die Langstrasse war aber noch nicht vor allzu langer Zeit ein Artikel über die Strasse und das Quartier gleichzeitig, wobei die Strasse eigentlich durch zwei durch Eisenbahnschienen getrennte Quartiere geht. Einige Artikel haben Quartiernamen, wie [[Industriequartier (Stadt Zürich)]] (= Kreis 5, ps. das Lemma [[Industriequartier]] ist eine Umleitung auf dieses Klammerlemma. Damit wäre das Klammerlemma eigentlich unnötig) und andere wiederum nur die Nummernbezeichnung beispielsweise [[Kreis 2 (Stadt Zürich)]]. Dazu gesellen sich die vielen Redundanzen, die sich hier auftun. Sämtliche Kreise (von 1 bis 12) teilen sich nämlich in weitere statistische Quartiere auf, die allesamt einen eigenen Artikel haben. Das ''Industriequartier'' besteht beispielsweise aus dem Quartier [[Escher Wyss (Stadt Zürich)]] und aus dem Quartier [[Gewerbeschule (Stadt Zürich)]]. Es ist klar, dass ein Artikel über das Industriequartier nun wiederum beide Quartiere betrachtet, denn eine Selbständigkeit oder Unabhängigkeit gibt es nicht. Die Kreis-Artikel haben zwar meist mehr Inhalt als die statistischen Quartiere aber dieser ist auch bei ihnen sehr unausgewogen. Sehr tragisch wird es bei den statistischen Quartieren. Die bestehen meistens aus unbelegtem Text, geschrieben vor drei oder vier Jahren und wurden textlich seither nicht sonderlich stark ausgebaut oder verändert. Das Ganze ist also eine Grossbaustelle, der sich niemand bisher annahm. Ich habe zwar nun sämtliche Quartierspiegel der Statistik Stadt Zürich zuhause um damit evtl. ein wenig Substanz in die Artikel zu bringen, komme höchstwahrscheinlich in nächster Zeit aber nicht dazu. Vor allem steht der nächste [[WP:SW|Schreibwettbewerb]] vor der Türe, der sämtliche Energie für Wikipedia absorbieren wird. Wenn aber ein Wikipedianer aus Zürich oder interessiert an Zürich Lust hat, mit mir die Sanierung dieser Artikel nach dem Schreibwettbwerb zu planen, dann soll er sich doch bei mir melden. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 23:51, 25. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Zürcher Quartierartikel» === ''Einige Artikel haben Quartiernamen, wie Industriequartier (Stadt Zürich) (= Kreis 5, ps. das Lemma Industriequartier ist eine Umleitung auf dieses Klammerlemma. '' -> Das Klammerlemma habe ich heute erschlagen. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 03:28, 6. Sep. 2009 (CEST) == 24. August 2009 - Fake == [[Datei:Phyllium_siccifolium_-_female.JPG|thumb|Bin ich echt?]]Bei fast einer Million Artikel gibt es immer wieder schwarze Schafe. Das sind sogenannte '''Fake'''-Artikel. Ein Fake ist neudeutsch und bezeichnet «Fälschung». Dabei passt das deutsche Pendent «Fälschung» nicht so gut, denn es wird häufig im Sinne einer originalgetreuen Kopie verstanden. Wenn man eine gute Uhrenfälschung in den Strandferien kauft, dann sieht sie aus wie eine teure Rolex. Bilderfälscher ahmen originalgetreu den Pinselstrich von Van Gogh nach und Notenfälscher können selbst die ausgeklügelsten Sicherheitsmerkmale nachmachen. Ein Fake ist aber eher ein Schwindel. Der Fälscher kopiert kein Original, sondern er erstellt einen Artikel, der einen Wahrheitsgehalt vorspielt, den er gar nicht hat. Der Inhalt ist zwar unwahr, aber das soll ein Leser nicht erkennen, sondern meinen, dass er absolut wahr ist. Ein Artikel über eine hüpfende rosa Elefantenrasse auf dem Mars ist also kein Fake oder zumindest kein guter, da zu offensichtlich ist, dass das nicht wahr sein kann. Ein Tiroler Orgelbauer ''Franciscus Weber'' aus dem 17. Jahrhundert, der gerade mal zwei Orgeln für zwei weniger bedeutenden Kirchen gebaut hat, kann auch tatsächlich existiert haben. De Berufsbibliothekar Gestumblindi sammelte in seinem [[Benutzer:Gestumblindi/Fakemuseum|Fakemuseum]] ein paar repräsentative Fake-Artikel. Er entdeckt sie wohl deshalb besser als andere, weil er guten Zugang zu Literatur hat, welche die angebliche Echtheit einiger Fakeartikel belegen sollen. Das Museum will bewusst keine vollständige Sammlung sein, so dass nicht auf einmal neue Hobby-Fälscher einen Sport darin sehen, möglichst mit einem eigenen guten Fake ins Fakemuseum einziehen zu können. Fakes werden deshalb nach Entdeckung gelöscht und nur wenige besondere finden den Weg in das Fakemuseum. Was ist aber ein guter Fake? Ein guter Fake ist ein Artikel, der unbemerkt in der Wikipedia verweilt ohne dass jemals jemand sein fehlender Wahrheitsgehalt entdeckt. Es gibt bestimmte Kriterien, die auf gute Fakes zutreffen können: 1. Nahe an der Relevanzschwelle aber noch klar relevant. Beispielsweise ein unbekannter Autor, unbekannter Künstler, unbekannte Ortschaft oder ähnliches. Möglichst also etwas, was es möglicherweise geben könnte, das man aber eher nicht kennen kann. Ein Artikel über ein angeblich bekannten Politiker oder Popstar ist ein schlechter Fake, da der Dargestellte ja bekannt sein müsste. Wenn der angeblich Bekannte unbekannt ist, fällt der fehlende Wahrheitsgehalt sofort auf. 2. Möglichst weit weg von der heutigen Situation und Realität. Das 17. Jahrhundert ist für uns beispielsweise sehr viel weiter weg als die 1980er Jahre und über die damaligen Persönlichkeiten lässt sich einiges schwerer Wissenswertes ergoogeln. 3. Referenzfälschungen: Ein Artikel wirkt umso glaubwürdiger, je besser er vorgibt, mit Sekundärliteratur belegt zu sein. Einen angeblichen Beleg in einem Buch, das schwer zu kriegen ist und in wenigen Bibliotheken liegt, aber tatsächlich existiert, ist eine sehr gewiefte Referenzfälschung. Jeder kann überprüfen, dass es die Sekundärliteratur gibt, den Wahrheitsgehalt feststellen kann ein möglicher Zweifler aber nur, wenn er das Buch auch liest. 4. Wenige und unspektakuläre Wikipedia-Verlinkungen. Der Fake darf nur in Artikel verlinkt sein, wo er nicht sonderlich auffällt. Beispielsweise der fiktive Artikel ''Franciscus Weber'' nur im Familiennamen-Artikel [[Weber (Familienname)]]. Wird ein Fakeartikel eines angeblichen Tiroler Orgelbauer in einem Kirchenartikel verlinkt, für den er angeblich eine Orgel gebaut hat, so fällt das womöglich dem Autor des Kirchenartikels oder sonst einem Kenner der Kirche auf. ''Was nützen Fakes?'' Sie nützen offenbar nur dem Ersteller. Mehr als ein Privatvergnügen ist es wohl kaum, denn sobald mehr Personen davon erfahren ist der Fake schnell aufgeflogen. Fragt sich also nur, weshalb der Fälscher am Fälschen Vergnügen findet. Das ist wohl eine psychologische Frage und würde zu weit gehen, hier zu vertiefen. ''Was aber schaden Fakes?'' Die wichtigste Frage ist, inwiefern Fakes der Wikipedia schaden. Man könnte nun davon ausgehen, dass die generelle Bekanntheit der Existenz von Fakes generell zu einem Glaubwürdigkeitsverlust der Wikipedia führt. Ich persönlich glaube, dass sie aber nicht schaden. Das liegt in der Natur des Nachschlagewerks. Ein Artikel muss nämlich von jemanden nachgeschlagen werden. Wer schlägt aber einen Fake nach, den es eigentlich gar nicht geben dürfte? Erwartet der Leser unter einem bekannten Lemma etwas anderes, fällt der Fake sowieso auf. Ein guter Fake ist also nicht nachschlagbar. Da er aber auch nicht prominent verlinkt sein darf, da er ja ebenfalls wieder auffliegen könnte, gerät kein Leser versehentlich beim Surfen auf den Fake. Je besser der Fake also ist, desto besser versteckt ist er. Und desto weniger stört er uns. Er ist einfach nur überflüssiger Balast und verfälscht allerhöchstens ein wenig die Artikelstatistik. Desto weniger gut ein Fake aber ist, desto eher wird er als Fake entlarvt und entfernt. Wahrscheinlich ist diese Logik der Grund, dass Fake-Artikel bisher noch nie innerhalb der Wikipedia zu einem Problem erklärt wurden. Wie hoch die Dunkelziffer bei Fakes ist, weiss jedenfalls niemand. Gefühlsmässig glaube ich, es sind sehr wenige. Aber bei fast einer Million Artikel sind sicher einige Fakes vorhanden, die bisher (noch) unentdeckt blieben. Einige Fakes jedenfalls überdauern ihre Zeit auch ganz unversteckt und offen im Fakemuseum als Zeuge einer eigenen Realität. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 21:24, 24. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Fake» === Du schreibst: ''"Sie nützen offenbar nur dem Ersteller. Mehr als ein Privatvergnügen ist es wohl kaum, denn sobald mehr Personen davon erfahren ist der Fake schnell aufgeflogen. Fragt sich also nur, weshalb der Fälscher am Fälschen Vergnügen findet."'' Mir scheint, dass es zwar ''oft'' um das "Vergnügen" gehen mag und die Erklärung für dieses "Vergnügen" dann auch nicht besonders schwierig ist. Die gleiche Freude daran, andere Leute reinzulegen, die sich in Sendungen wie "Verstehen Sie Spass?" und dem Gebrauch von Scherzartikeln manifestiert, wohl auch eine Art Machtgefühl und Selbstbestätigung ("Ha! Ich kann die Wikipedia / ihre Nutzer an der Nase herumführen! Alles Luschen und ich bin super!" - so etwa stelle ich's mir vor). Aber hinter einem Fake können auch andere Absichten stecken, wie mir das Beispiel "Nasher" im Fakemuseum zu zeigen scheint. Da lag offenbar einem einiges daran, diese Familie über die englische wie auch die deutsche Wikipedia als einflussreichen, geschichtsprägenden Clan darzustellen. Auch sehe ich in Fakes eine grössere Gefahr als du. Jedes Fake, das schliesslich enttarnt wird, erschüttert die Glaubwürdigkeit der Wikipedia ein wenig. Und es werden hier ja bei weitem nicht nur Artikel gelesen, die durch direkte Eingabe des Lemmas gesucht wurden - ein "gutes" Fake wird von nichtsahnenden, vom Faker in die Irre geführten Wikipedianern brav aus anderen Artikeln, wo es angezeigt scheint, verlinkt, kategorisiert und überhaupt gut auffindbar gemacht. Ein "gutes" Fake erregt zwar nicht zu viel Aufsehen, wird aber im üblichen Rahmen in die Wikipedia eingebunden und steht nicht isoliert. Ein Beispiel im Museum wäre [[Benutzer:Gestumblindi/Fakemuseum#Erwin_Raschel|"Erwin Raschel"]]: da hat sogar ein unbescholtener und gutmeinender Wikipedianer den Fake-Artikel aus vermeintlichen "Fakten", die einem anderen Artikel entnommen wurden, zusammengebaut und angelegt. Natürlich ein Triumph, die Krönung für den ursprünglichen Faker. Es ist also davon auszugehen, dass "gute" Fakes etliche Leser finden, die z.B. über eine Kategorie darauf stossen (denn unkategorisiert lassen die braven Wikipedianer einen Artikel sicher nicht lange, selbst wenn der Faker auf Kategorien verzichtet hätte) und die den Unsinn dann für bare Münze nehmen. [[Benutzer:Gestumblindi|Gestumblindi]] 23:05, 31. Aug. 2009 (CEST) : ''Die gleiche Freude daran, andere Leute reinzulegen, die sich in Sendungen wie "Verstehen Sie Spass?" und dem Gebrauch von Scherzartikeln manifestiert, wohl auch eine Art Machtgefühl und Selbstbestätigung (...)'' - Der Unterschied ist aber, dass bei solchen Sendungen oder bei Scherzartikel, das Opfer einerseits bekannt ist und die Eingeweihten oder die nachträglichen Betrachter ja sich über das Opfer teilweise sehr offen amüsieren. Bei Fakes sind die Opfer aber nicht bekannt und es gibt nur jemand, der vom Fake weiss und zwar der Urheber selber. Deshalb schrieb ich von einem «Privatvergügen» eines einzelnen. : ''Jedes Fake, das schliesslich enttarnt wird, erschüttert die Glaubwürdigkeit der Wikipedia ein wenig.'' - Das Gegenteil ist aber der Fall. Eigentlich sollte die Aufdeckung von Fakes klar zum Vertauensgewinn führen. Nur naive Leute, die bisher nicht geahnt haben, dass es Fakes in der Wikipedia geben könnte, werden durch das blosse neue Bewusstsein, dass Fakes existieren, in ihrem Glauben an die Wikipedia erschüttert. Für diejenigen, die bereits davon ausgegangen sind, dass in Wikipedia alles mögliche, auch Unwahrheiten eingestellt werden können, finden doch nun eher Vertrauen, wenn diese Unwahrheiten tatsächlich auch entdeckt und entfernt werden. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 00:16, 2. Sep. 2009 (CEST) ::Du solltest nicht überschätzen, was die Allgemeinheit über die Funktionsweise der Wikipedia weiss. Wenn ich mich mit Leuten unterhalte, welche die Wikipedia teilweise schon seit Jahren passiv nutzen, stosse ich immer wieder auf Überraschung, wenn sie von mir erfahren, dass jeder überall mitschreiben darf, sogar unangemeldet. Viele Nutzer gehen von viel stärkeren Kontrollmechanismen aus, als wir wirklich haben. Wenn diese nun fragen, ob so nicht jede Menge Unsinn einfliesse, antwortet man natürlich mit dem "1000-Augen-Prinzip", durch welches Fehler schnell entdeckt würden. Längerfristig vorhandene Fakes sind für solche Leute dann aber nichts als eine Bestätigung, dass das Prinzip nicht funktioniert und gut gemachte Artikel-Erfindungen vielleicht erst irgendwann durch Zufall und einen besonders aufmerksamen Einzelnutzer entdeckt werden. Auch sollte man dies bedenken: wenn wir mitbekommen, dass ein seit längerer Zeit existierender Artikel als Fake enttarnt wird, müssen wir davon ausgehen, dass es nun einige Leute gibt, die diesen Artikel gelesen haben, für bare Münze nahmen und die spätere Enttarnung nicht mitbekamen. Sie bringen nun ihr Leben mit falschem "Wissen" zu. Jedes enttarnte Fake, sofern es nicht sofort aufflog, hat somit zur "Verschmutzung" der "Wissenswelt" beigetragen. Auch können sich die schliesslich gelöschten Fakes auf anderen Websites, die Daten aus der Wikipedia übernommen haben, noch halten. Oder sie sind sogar auf einer Wikipedia-DVD-ROM verewigt. [[Benutzer:Gestumblindi|Gestumblindi]] 19:51, 6. Sep. 2009 (CEST) ::: Fälschungen sind aber nichts neues und gibt es in der Wissenschaft schon sein Anbeginn. Interessante Lektüre dazu: [[Embryonenkontroverse]]. Es gibt also etliche Fälschungen und Falschbehauptungen in den Bibliotheken der Welt und absolut keine Kontrollmechanismen darüber. Wenn ich ein Buch aus einer Bibliothek auslehne, weiss ich nicht, ob das wahr ist, was ich da lese. Es hat niemand das Buch aus der Bibliothek entfernt, weil es heute als falsch beurteilt wird und es gibt keine Diskussionseiten am Ende des Buches, wo ein paar vorhergehende Besitzer auf inhaltliche Probleme hingewiesen haben. Ich bin also mit Buch absolut alleine. - Trotzdem hat das Buch seit der Bibel etwas Autoritatives. Man sagt ja auch sprichwörtlich: «Das steht Schwarz auf Weiss». Oder würdest du ein Buch aus der Bibliothek entfernen, nur weil es gemäss aktueller Wissenschaft Fehler enthält oder von der Wissenschaft als Unsinn betrachtet wird, wie beispielsweise viele Esoterikbücher? Man kann nur auf die Mündigkeit und Kritikfähigkeit der Rezipienten zählen. Auch hier in der Wikipedia. Vielleicht schult der Umgang mit der Wikipedia ja genau diese nötige Kitikfähigkeit. Vielleicht lernen die Rezipienten so auch anderen Produkte wie Brockhaus oder sonstige Publikationen nicht automatisch Glauben zu schenken sondern stets zu plausibilisieren. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 20:09, 6. Sep. 2009 (CEST) == 23. August 2009 - Lesenswerte Artikel == [[Datei:Lernfahrer-Schweiz.png|thumb|upright=0.7|left|Der «Löli»]] Heute ist mein Beitrag ([[Stabkirche Gol]]) des letzten Schreibwettbewerbs als ''Artikel des Tages'' auf der Hauptseite verlinkt. Er wurde als '''lesenswert''' ausgezeichnet, da er für einen Exzellenten wohl zu unausgewogen ist. Wahrscheinlich ist er zu sehr eine Bauanleitung. Als ich zum ersten Mal in der Wikipedia einen lesenswerten Artikel entdeckte, musste ich schmunzeln. Rechts oben steht nämlich bei jedem Lesenswerten ein blaues L. (Exzellente Artikel tragen einen grünen Stern.) Das L sieht dem Symbol für Lernfahrer in der Schweiz sehr ähnlich. Jeder zukünftige Autofahrer, der mit einem Lernfahrerausweis herumfährt, muss hinten am Auto gut sichtbar ein weisses L auf blauem Grund montieren. Damit wird der hintere Autofahrer gewarnt, dass der Fahrer womöglich nicht ganz berechenbar ist. Ob das für lesenswerte Artikel auch gilt? Nicht ganz berechenbar? Im Volksmund wurde das L unschmeichelhaft zum «Löli». Es gibt sogar einen Fahrlehrer der nun unter gleichlautender Internet-Domäne seine Fahrschule anbietet [http://www.löli.ch/ www.löli.ch]. Dabei ist der «Löli» die schweizerische Bezeichnung für «Blödmann». Den «Löli» will ein Lernfahrer deshalb sehr schnell mit einer erfolgreichen Fahrprüfung loswerden. Der Wille der Autoren einen lesenswerten zu einem exzellenten Artikel umzuschreiben, ist scheinbar nicht gleich dringend. «Lesenswert» finde ich auch sonst eine sehr witzige Bezeichnung. Denn es sagt aus, dass etwas ''wert ist, gelesen zu werden''. Folglich sind alle anderen Artikel ''nicht wert gelesen zu werden'' oder anders gesagt, ''es lohnt sich nicht diese Artikel zu lesen''. Bei Auswertungen bei den Lesenswertkandidaten, finde ich das Urteil «nicht lesenwert» deshalb krasser als bei den Exzellentkandidaturen das Urteil «nicht exzellent». «Exzellenz» kommt vom Lateinischen ''excellens'' und bedeutet «hervorragend». Ein exzellenter Artikel ist aufgrund besonderer Güte aus der Masse ragend. Folglich muss es eine Masse von Artikeln mit durchschnittlicher Güte geben. Wenn also ein Artikel nicht aus der Masse hervorragt, ist das noch nicht so schlimm für einen Autoren. Schlimm ist es aber wenn der Artikel nicht mal würdig ist, gelesen zu werden. Die deutsche Wikipedia hat heute gut 945'000 Artikel davon sind 4500 lesenswert oder exzellent. Gut 940'500 Artikel sind somit eigentlich überflüssig, da man sich ja nicht die Mühe machen soll, sie auch noch zu lesen. In der englischen Wikipedia werden lesenswerte schlicht als «good article» (gute Artikel) benannt und bekommen ein grünes Plus. Damit wird nicht automatisch gesagt, dass andere Artikel schlecht sind. Viele sind dann vielleicht aber mittelmässig. Also mitten in der Masse und nirgens aus dieser Masse herausragend, sondern gut eingebettet in gleichartige. Vielleicht sollte man Artikel auszeichnen, wie der [[Guide Michelin]] die Köche. Eine gute Küche bekommt einen Stern, eine sehr gute Küche zwei Sterne und eine exzellente Küche sogar drei Sterne. Hat eine Küche aber keinen Stern, dann macht sie den Kunden aber immer noch satt. Und vielleicht steht ein Kunde auch mehr auf die sättigenden Beilagen als auf die geschliffene aber magere [[Nouvelle Cuisine]]. Denn auch die fast eine Million unausgezeichneten Artikel sättigen den Leser in seinem Informationsbedürfnis, auch dann, wenn sie keine «Lölis» oder grüne Sterne tragen. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 18:10, 23. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Lesenswerte Artikel» === == 22. August 2009 - KPA == [[Datei:Mons Lactarius.jpg|thumb|Die Folgen der fehlenden Wikiquette]] In der Wikipedia steht das Akronym '''KPA''' für «keine persönlichen Angriffe». Gestern musste sich ein Wikipedianer, den ich persönlich kenne, aufgrund eines Wahlkommentars bei einer Adminwahl von einem anonymen Benutzer beschimpfen lassen. Solche Vorfälle sind in der Tat nicht unüblich. Deshalb wurde neben der allgemeinen [[WP:Wikiquette|Wikiquette]] (die [[Netiquette]] der Wikipedia) eine eigene Richtlinienseite ''[[Wikipedia:Keine persönlichen Angriffe|Keine persönlichen Angriffe]]'' ins Leben gerufen. Ein persönlicher Angriff, so ist jedem Wikipedianer klar, bezeichnet eine sanktionierbare Aktion. Etwas, für das der Angreifer unmittelbar oder mittelbar gesperrt werden kann (virtuelle Gefängnisstrafen). Bei Wiederholungen sogar mit einer «infiniten Sperre» (das virtuelle Todesurteil eines Accounts). Persönliche Angriffe werden deshalb überall vermutet. Ist ein Diskussionspartner emotional und ein wenig respektlos, so handelt es sich bei seinen Aussagen womöglich bereits um persönliche Angriffe. So wurde ein Benutzer auch schon wegen eines «ja, ja» am Ende einer Diskussion sanktioniert, weil das angeblich dem [[Schwäbischer Gruss|Schwäbischen Gruss]] gleichkommt und somit ein klarer persönlicher Angriff sei. Die Beschuldigten dementieren aber meistens vehement, dass sie persönlich angreifen. Manchmal mit dem Argument, dass es ja den Tatsachen entspreche. Wenn also ein vermeintlicher Angreifer jemanden als «Vollidiot» bezeichnet, sei das dann kein persönlicher Angriff, wenn es sich bei den vermeintlich Angegriffenen auch ''tatsächlich'' um einen Vollidioten handelt. Die neutralen Belege für diese Tatsache bleiben dann aber leider meistens aus. Was ist aber nun ein «persönlicher Angriff»? Die Akteure in diesem Spiel scheinen offenbar nicht die richtigen Auskunftspersonen zu sein. Die Frage ist deshalb berechtigt, da sie im schlimmsten Falle ja nicht nur zu langen Gefängnisstrafen und damit zum temporären Rechtsenzug auf Meta- und auf Artikelseiten schreiben und kommentieren zu dürfen, sondern zum endgültigen Ausschluss aus dem Projekt und somit der Community gipfeln kann. In diesem Fall sollte doch, was ein persönlicher Angriff sei, sehr sorgfältig und exakt definiert sein. In der Richtlinenseite steht aber keine Definition. Zuerst wird aufgeführt, dass persönliche Angriffe unerwünscht sind; dann stehen ein paar Beispiele und am Ende die Massnahmen, sollten persönliche Angriffe im Hitze des Gefechts doch fallen. Das einzige, worauf sich die Wikipedianer stützen können sind also diese Beispiele. Persönliche Angriffe seien also: ''Beleidigungen'', ''Üble Nachreden'', ''Verleumdungen'', ''abwertende Äusserungen'', ''Drohungen gegen Leib und Leben'' und ''Drohung mit rechtlichen Schritten, um eine Meinung bei der Gestaltung von Artikel- oder Projektseiten durchzusetzen''. Das macht mich doch wirklich stutzig. Sind Beleidigungen denn generell persönliche Angriffe? Man kann doch beispielsweise auch Vertreter eines Volkes oder Staates oder Anhänger einer Modelinie oder Musikrichtung oder gar Menschen mit einer bestimmten Haarfarbe beleidigen, ohne dabei bewusst auf eine Person zu zielen. Oder wie sieht es mit dem letzten Punkt aus? ''Drohung mit rechtlichen Schritten um die eigene Meinung durchzusetzen''. Das ist doch eher Säbelrasseln, was man mehr oder weniger ernst nehmen kann. Ob da jemand dann auch persönlich angegriffen wurde, ist damit nicht gesagt. Jedenfalls kann festgestellt werden, dass die Autoren dieser zentrale Richtlinie leider etwas nicht getan haben und zwar grundlegend festzulegen, was denn ein persönlicher Angriff ist. Es wurden nur Beispiele aufgezählt, die es zwar je nach Situation sein können, aber auch nicht immer sein müssen. Das Ganze bleibt somit im Interpretationsspielraum der Akteure. Was ist also ein «persönlicher Angriff»? Ich definierte das so: ''Ein persönlicher Angriff ist eine unmittelbare personenbezogene verbale Attributisierung, die dazu dient, die Würde der Person herabzusetzen.'' ([[Benutzer:Micha L. Rieser/Was ist ein PA?]]) Das heisst also, dass ein Angriff nur dann ''persönlich'' ist, wenn es auch unmittelbar ''an eine Person'' gerichtet ist. Wenn ich also jemanden auf die Benutzerdiskussionseite schreiben würde, «du bist ein Idiot», dann ist über das Wort «du» klar und unmittelbar ein Adressat identifizierbar und zwar der Besitzer der Diskussionsseite. Wenn ich aber schreiben würde, «die meisten Politiker sind doch Idioten», dann ist mit dieser Aussage keine Person ermittelbar. Ein persönlicher Angriff zielt darauf ab, ''die Würde der Person herabzusetzen''. Es hat also nichts mit Wahrheit oder Lüge zu tun. Auch wenn ein Angreifer eine Person als «Vollidioten» bezeichnet, die per neutralen Intelligenztest als eher unterdurchschnittlich eingestuft würde, trifft diese Attributisierung sie bewusst in ihrer Würde. Ob es sich bei eine Attributisierung eines Gegenübers um einen persönlichen Angriff handelt, ist deshalb keine Frage des Wahrhheitsgehaltes der Aussage, sondern schlicht und ergreifend des entgegengebrachten oder vermissten Respekts. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 07:49, 22. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «KPA» === * Übrigens resultiert ein persönlicher Angriff nicht nur aus der personenbezogenen verbalen Attributisierung sondern auch aus eindeutiger personenbezogener Bezugnahme wie z.B. hier wo ein Benutzer ein auf meiner Seite ([[Benutzer:Taxiarchos228/Abschluß]]) befindliches Schopenhauer-Zitat („Denn natürlicher Verstand kann fast jeden Grad der Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.“) auf seine Benutzerseite kurzerhand [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer:Schwei%C3%9Fer&diff=63731689&oldid=63726154 übernahm] und es um mit seinen Ergänzungen (''Das Problem ist nur: Manchen mangelt es bereits an natürlichem Verstand. Um das dann selbst zu bemerken, wäre ein gewisser Bildungsgrad ganz nützlich.'') anzureichern weil er es offenbar geistig-mental nicht verkraften konnte, dass er wegen fortwährender Pöbelei auf meiner Diskussionsseite [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Taxiarchos228&diff=next&oldid=63722438 Hausverbot erhielt]. – [[Benutzer:Taxiarchos228|Wladyslaw]] [[Benutzer Diskussion:Taxiarchos228|<small>[Disk.]</small>]] 11:06, 25. Aug. 2009 (CEST) :: Abgesehen davon, ob das nun ein PA ist oder nicht. Interessant ist, dass er Schopenhauer zitiert und mit dem nächsten Satz gleich widerspricht. Und der Satz widerspricht sich auch selbst. 1. ''Er widerspricht Schopenhauer.'' Schopenhauer sagt, dass keine Bildung den natürlichen Verstand ersetzen kann. Oder anders gesagt, keine Bildung ermöglicht den natürlichen Verstand. Folglich lässt Bildung auch nicht zu, dass man den Mangel an natürlichen Verstand durch Bildung erkennen kann. Denn eine Erkenntnis ist etwas, was im natürlichen Verstand und nicht aus der Bildung mündet. Fehlt der natürliche Verstand, dann sind es keine Erkenntnisse, sondern auswendig gelernte Glaubenssätze. Beispielsweise viele Menschen behaupten, dass es [[schwarze Löcher]] gäbe, aber nicht, weil sie erkannt haben, dass es sie geben muss, sondern weil sie den Physikern (und Medien) glauben, die das behaupten. - Seine Meinung ist offenbar, dass Bildung zu mehr Erkenntnis führen kann. Und weil dies nicht unabhängig vom Verstand sein kann, muss Bildung offenbar auch zu mehr natürlichem Verstand führen. Also genau das Gegenteil von Schopenhauers Aussage. 2. ''Er widerspricht sich selbst.'' Wenn der natürliche Verstand Basis der Erkenntnis ist, kann man gar nicht erkennen, dass man keinen natürlichen Verstand hat. Das ist genauso paradox, wie ein Ding erkennen würde, dass es nicht exisitert. Man kann also nur erkennen, dass man einen Verstand hat und nicht, dass man ihn nicht hat, da nur ein Verstand diese Fähigkeit des Erkennens ermöglicht. Oder salopp gesagt, so wie ein Hirnloser nicht erkennen kann, das er kein Hirn hat, aber ein Hirnträger durchaus realisieren kann, dass er eines hat. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 17:46, 25. Aug. 2009 (CEST) == 21. August 2009 - Enzyklopädische Relevanz == [[Datei:Paralejurus-1.jpg|thumb|left|Bin ich enzyklopädisch relevant?]]Beim letzten [[WP:ZH|Züritreff]] kamen wir spontan auf das Thema der '''enzyklopädischen Relevanz''' zu sprechen. Ein Begriff, den man erst in der Wikipedia kennenlernt und den scheinbar alle Wikipedianer implizit verstehen und alle schon Gedanken darüber gemacht haben. Spätestens wenn man auf die Löschkandidatenseite gerät oder wenn jemand auf einen eigenen Artikel einen Löschantrag stellt, wird man unweigerlich mit dem Thema «enzyklopädische Relevanz» konfrontiert. Was aber ist enzyklopädische Relevanz oder wann hat etwas enzyklopädische Relevanz? Die Frage ist eine rein philosophische Frage, denn sie lässt sich nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden beantworten. Man kann nicht zählen oder messen, was enzyklopädische Relevanz ist und es gibt auch kein naturwissenschaftliches Experiment dazu. Ebenso lässt sich das nicht soziologisch beantworten, denn eine Umfrage, was die Menschen unter «enzyklopädischer Relevanz» verstehen, sagt mehr etwas über die Menschen oder die Gesellschaft aus und weniger über den Begriffsinhalt. Es ist deshalb eine philosophische Frage, weil ausser darüber nachzudenken nichts anderes übrigbleibt, um es zu ergründen. Dass enzyklopädische Relevanz für ein Medium wie Wikipedia aber nicht ignorierbar ist, zeigt ein einfaches Gedankenexperiment. Ist die Farbe meiner Schuhe enzyklopädisch relevant? Sicher nicht. Ist ein genialer Kopf wie [[Albert Einstein]] oder so etwas alltägliches wie [[Bier]] enzyklopädisch relevant? Selbstverständlich. Wenn es also Dinge gibt, die wir mit einem guten Gewissen ausschliessen können und Dinge gibt, die wir dringenst für enzyklopädisch relevant halten, dann muss es irgendwo einen Übergang zwischen enzyklopädischer Relevanz und Irrelevanz geben. Nur wo liegt die? Um der Antwort auf die Spur zu kommen, muss man zuerst beantworten, was denn eine [[Enzyklopädie]] ist. Der Wikipedia-Artikel beschreibt das zum heutigen Zeitpunkt im Einleitungssatz so: ''Das Wort «Enzyklopädie» beschreibt ursprünglich «universale Bildung» im Sinne eines «studium generale» oder eine «Propädeutik der Wissenschaft».'' Wenn wir heute aber den Begriff «Enzyklopädie» gebrauchen, dann sprechen wir von einem enzyklopädischen Lexikons und nicht etwa von einer universalen Bildung. Es ist ein universelles Nachschlagewerk eines universellen Wissens. Was gehört alles zum universellen Wissen? Schlussendlich alles, was man wissen kann. Ob das Wissen eines einzelnen nun auch zum universellen Wissen gehört oder aber erst dann etwas zum universellen Wissen gehört, sobald es einer Gruppe oder gar der Öffentlichkeit zugänglich ist, ist damit aber noch nicht gesagt. Aber es gibt einen Hinweis auf die enzyklopädische Relevanz. Wenn die Farbe meiner Schuhe, die ich jetzt trage nicht zum universellen Wissen gehören würde, weil es mein ''Privatwissen'' ist, dann gehört es damit auch nicht in ein allgemeines Nachschlagewerk. Wenn Privatwissen nicht in eine enzyklopädisches Nachschlagewerk gehört, fragt sich, ob denn sämtliches öffentliches Wissen in ein Nachschlagewerk gehört. Sämtliche Nebencharaktere der [[Simpsons]] sind beispielsweise öffentliches Wissen und trotzdem wird das stets in der deutschen Wikipedia als enzyklopädisch relevant verneint. Die englische sieht das aber weniger streng. Das Problem ist, dass ein Nachschlagewerk nicht mit einer Enzyklopädie gleichzusetzen ist. Die Wikipedia ist keine Enzyklopädie (das universelle Wissen als solches) sondern ein ''Nachschlagewerk'' über dieses Wissen. Selbst im ersten enzyklopädische Nachschlagewerk von [[Denis Diderot]] wurde nicht das Wissen dargestellt, sondern ein Nachschlagewerk, welches das Wissen zusammenfassend und beschreibend wiedergab. Das Wissen war damals bereits in den Privatbibliotheken der [[res publica literaria]] und in der Korrespondenz zwischen den Gelehrten abgebildet. Selbst damals gab es den Unterschied zwischen enzyklopädisch (d.h. für das Nachschlagewerk) irrelevantes Detailwissen oder tatsächlich enzyklopädische relevante Information. In den späteren Jahren stellte sich die Frage gar nicht mehr, weil durch die Wissensexplosion kein Nachschlagewerk mehr gedruckt werden konnte, welches auch nur annäherungsweise sich als enzyklopädisch bezeichnen konnte. Dank der heutigen Informationstechnologie und der Speicherplatzexplosion ist das auf einmal wieder möglich geworden. Und so stellt sich die Frage der «enzyklopädischen Relevanz» wieder. Ich beschäftigte mich deshalb mit der Frage, weil viele Wikipedianer enzyklopädische Relevanz mit den ausformulierten [[WP:RK|Relevanzkriterien]] gleichsetzen. Sie sind Kriterien, die gemäss Selbstdeklaration hinreichende aber nicht notwendige Kriterien für enzyklopädische Relevanz darstellen. Es handelt sich um ausdiskutierte und mehrheitlich angenommene Kriterien für einen kleinen Bereich der Artikel. Beispielsweise wird jedes [[Taxon]] automatisch als relevant für dieses Nachschlagewerk angesehen. Sind sie es aber wirklich? Die Frage stellte sich bei mir das erste Mal, als ich den Artikel über einen Trilobiten erfasste: ''[[Connagnostus eichbaumi]]''. Der Artikel stützt sich auf eine Erstbeschreibung von Frank Rudolph in seiner Publikation ''Die Trilobiten der mittelkambrischen Geschiebe'', veröffentlicht im Selbstverlag. Eine weitere ''Connognostus''-Art unter vielen. Diese Art ist bisher nur in dieser Publikation veröffentlicht worden und sonst nirgens. Ob sie später nicht mit einer anderen Art synonymisiert wird, weiss niemand. Wer diese konkrete Publikation nicht hat, nicht liest, wird niemals mit dieser Trilobitenart konfrontiert. Ebenso fehlt zu diesem Trilobiten in der Wikipedia die Oberartikel der Gattung, Familie und so weiter. Der Artikel ist also ein einsamer unter ein paar wenigen Trilobitenartikel, dabei gibt es bereits mehrere Tausend beschriebene Arten dieser prähistorischen Gliedertiere. Und darüber hinaus ist es eine Art, die eigentlich selbst in Fachkreisen nicht sehr interessant ist. Es interessieren sich generell mehr Menschen für Simpsons-Nebencharaktere als für diese eine Trilobitenart. Trotzdem ist sie gemäss Relevanzkritierien für Wikipedianer, die selbst nichts mit dieser Wissenswelt am Hut haben, unzweifelhaft enzyklopädisch relevant. Aber muss diese Art wirklich in einem solchen Nachschlagewerk stehen? Genügt es nicht, wenn sie in der einen Publikation verbleibt? Denn was bringt ein Nachschlagewerkartikel, den niemand nachschlägt, weil niemand weiss, dass es ihn gibt und niemand vermissen würde, wenn er fehlt? Eine Frage, die sich so einfach nicht beantworten lässt. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 11:19, 21. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Enzyklopädische Relevanz» === Hast du heute den Tagi gelesen? Da wäre noch Material … Zurück zum Thema – da hast du ja auch mit mir gerechnet: Ist unter ''universale Bildung'' wirklich ''universellen Wissen'' zu verstehen? Ich denke nicht. Aber auch das wäre wohl kein absoluter Lösungsansatz. Wenn jemand etwas Vernünftiges zu schreiben hat zu einem Thema, ist ja wohl eine gewisse Relevanz gegeben. Wenn Ihnhalt da ist, sollte man die Relevanz meines Erachtens nicht allzu fest hinterfragen. (Mir sind nichtssagende Kurzartikel – Stubs – eher ein Dorn im Auge: anscheinend relevante Artikel ohne Inhalt.) Wenn man trotz Inhalt noch Zweifel an der Relevanz hat, kann man ja noch [[WP:WWNI]] zu Rate ziehen. Das hilft übrigens auch bei der Beurteilung, ob der Inhalt relevant ist. Dein Trilobit ist aber sicher ein Zweifelsfall, die in Massen auftauchen dürften, wenn man versucht, sich an fixe Regeln zu halten. --[[Benutzer:Albinfo|Lars]] 15:17, 24. Aug. 2009 (CEST) : ''Ist unter universale Bildung wirklich universellen Wissen zu verstehen?'' - Streng genommen nicht, aber umgangsprachlich schon. Wenn wir von einer guten ''Allgemeinbildung'' sprechen, meinen wir meistens umgangsprachlich ein ''gutes allgemeines Wissen'' über die Dinge. ''Bildung'' ist aber noch mehr, denn sie bedeutet eigentlich, dass sich ein Mensch gemäss der Bildung auch ändert, bzw. sich das Wissen auf ihm in irgend einer Form abbildet. (Sei es durch die Sprache, durch bessere Umgangsformen, durch schnelleres und besseres Arbeiten, etc.) - Insofern bin ich da tatsächlich in der Argumentationskette in eine umgangsprachliche Falle getappt. ''Enzyklopädie'' war eben eigentlich gleichzusetzen mit einer [[Propädeutik]] (Einführung) in das universelle Wissen und nicht wie heute verstanden ein Nachschlagewerk über das universelle Wissen. Trotzdem stellt sich immer noch die Frage, was zum universellen Wissen dazugehört, bzw. was schlussendlich in ein Nachschlagewerk über das universelle Wissen gehört. : ''Wenn jemand etwas Vernünftiges zu schreiben hat zu einem Thema, ist ja wohl eine gewisse Relevanz gegeben.'' - Was ''vernünftig'' ist und was nicht, ist wohl schwieriger zu beantworten, als was eine Enzyklopädie ist. Auf die Vernunft will man gerne abstellen, aber was bitteschön ist denn schon vernünftig? --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 16:13, 24. Aug. 2009 (CEST) : Wenn man übrigens die Einleitung von [[Enzyklopädie]] weiterliest, sieht man, dass ich den Begriff bereits im neuzeitlichen Sinne gebraucht habe: ''Erst in der Neuzeit entstand mit dem Werk der französischen Enzyklopädisten Diderot und d'Alembert der Begriff einer scientia generalis (Allgemeinwissenschaft). '''Fortan bezeichnete man mit dem Wort Enzyklopädie sowohl eine solche Wissenschaft wie die durch sie erfolgende Darstellung der Gesamtheit des Wissens'''. Durch die Entscheidung der französischen Enzyklopädisten, die erforschten Dinge in der Form eines alphabetischen Nachschlagewerks zugänglich zu machen, wurde der Begriff Enzyklopädie daneben schon recht bald zur abkürzenden Bezeichnung eines Enzyklopädischen Lexikons, als die man ihn heute fast nur noch benützt.'' --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 16:19, 24. Aug. 2009 (CEST) == 20. August 2009 - Der Blog eines Wikipedianers == [[Datei:Lateral head anatomy detail.jpg|thumb|upright|Was da wohl drin steckt?]]Ich habe mich entschieden einen eigenen '''Blog''' zu starten. Hatte ich diese Idee schon früher und auch ansatzweise verfolgt, gab ich es bald danach wieder auf. Ich fragte mich ernsthaft, wer sich denn wirklich für mein mehr oder weniger regelmässiges aktualisiertes Schreiben über alltägliche Befindlichkeiten interessiert. Für das bin ein zu gewöhnlicher Mensch. Vielleicht gibt es in Zukunft einmal einen Forscher der über die Blogs der durchschnittlichen Bürger ein Bild der Alltäglichkeit unserer Zeit entwerfen will. Dazu braucht es aber nicht zwingend meine Beteiligung. Blogs haben dann Erfolg, wenn sie von gewieften Personen geschrieben werden oder nur Dinge behandeln, die viele interessieren. Beispielsweise Technologie-Blogs und die Erfahrungen mit neuen Software-Frameworks. Tagebuchführen ist auch nicht mein Stil und habe es bei einigen vergangenen Versuchen stets nach ein oder zwei Einträgen wieder aufgegeben. - Was führt aber nun zu der Idee ausgerechnet hier einen Blog zu starten? Der Grund ist einfach: Wikipedia ist das allerwichtigste Hobby von mir geworden und so dreht sich viel Zeit und auch Gedanken um dieses Medium. Gedanken die anfallen, weil sich beispielsweise zwei Wikipedianer streiten oder weil über ein Meinungsbild eine neue Richtlinie eingeführt werden soll oder weil man gerade ein Treffen hinter sich hat und viele interessante Gespräche geführt hat oder auch nur Gedanken über eigene Artikel und Bilder. Diese Gedanken irgendwo zu bündeln, erachte ich für mich als interessant. Aber dennoch nicht so, dass es strukturell überbordend wird. Da kommt mir die Form des Blogs nämlich gerade recht. Der Blog steht also in direktem Zusammenhang mit meiner Beteiligung der Wikipedia. Genauso soll es ja auch sein, wenn man hier die Benutzerseiten vollschreibt. Am Ende eines Eintrags gebe ich stets die Möglichkeit meine Beiträge zu kommentieren, falls jemand das Bedürfnis dazu verspürt. Richtig blogmässig also. --[[Benutzer:Micha L. Rieser|Micha]] 14:12, 20. Aug. 2009 (CEST) === Kommentare zu «Der Blog eines Wikipedianers» === [[Kategorie:Wikipedia:ReflexionenBenutzer:Blog]] All content in the above text box is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike license Version 4 and was originally sourced from https://de.wikipedia.org/w/index.php?diff=prev&oldid=104659521.
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