Difference between revisions 104612037 and 104612263 on dewiki{| cellpadding="2" style="float: right; width: 307px; background:#e3e3e3; margin-left: 1em; border-spacing: 2px;" ! Wappen ! Karte |- style="background: #ffffff; text-align: center;" | style="width: 145px;" | [[Bild:VDSt Muenchen Wappen.jpg|180px|Wappen des VDSt München]] | align="center" | {{Positionskarte|Deutschland|label=München|position=none|lat=48/08|long=11/34|region=DE-BY|width=140|caption=|border=none|mark=Reddot.svg|marksize=4|float=center}} |- ! colspan="2" | Basisdaten |- style="background: #ffffff;" | [[Bundesland (Deutschland)|Bundesland]]: || [[Bayern]] |- style="background: #ffffff;" | [[Universität]]: || [[München]] |- style="background: #ffffff;" | Gründung: || 21. Mai 1885 in München |- style="background: #ffffff;" | Verband: || [[Verband der Vereine Deutscher Studenten|VVDSt-KV]] |- style="background: #ffffff;" | Farben: || [[Bild:VDSt_Muenchen_Farben.png|40px]] |- style="background: #ffffff;" | Zirkel: || [[Bild:Zirkel_des_VDSt_München.svg|70px]] |- style="background: #ffffff;" | Wahlspruch: || Mit Gott für Volk und Vaterland! |- style="background: #ffffff;" | Adresse: || Ungererstraße 56<br />80805 München |- style="background: #ffffff;" | Internetseite: || [http://www.vdst-muenchen.de www.vdst-muenchen.de] |- style="background: #ffffff;" | E-Mail: || [mailto:[email protected] info@vdst-muenchen.org] |} Der '''Verein Deutscher Studenten München im VVDSt - KV''' (VDSt München) ist eine nichtschlagende, farbenführende deutsche [[Studentenverbindung]], die dem [[Verband der Vereine Deutscher Studenten|Verband der Vereine Deutscher Studenten - Kyffhäuserverband]] angehört. == Geschichte == Der VDSt München wurde von zunächst 18 Mitgliedern am 21. Mai 1885 an der [[Ludwig-Maximilians-Universität München]] gegründet. Zur Gründung hatten hauptsächlich Angehörige bereits gegründeter Vereine Deutscher Studenten aufgerufen, die ihr Studium in München fortsetzten. Die Heranbildung eines bewussten politischen Menschen wurde als wichtigstes Ziel angesehen. An erster Stelle stand dabei die Stärkung des Nationalgefühls nach der Gründung des [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreichs]]. Im Jahre 1894 wurde der [[Alter Herr|Altherrenbund]] gegründet. 1909 wurde München zum Vorort, der präsidialen Verbindung des Verbandes gewählt. Verkehrslokal wurde der ''Augustiner'', welcher es bis auf den heutigen Tag geblieben ist. Die Beschäftigung des Bundes mit sozialen Fragen, insbesondere mit der Jugendbewegung und Jugendpflege, wurde durch den [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] unterbrochen. 86 Mitglieder fielen im Krieg. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg stand unter dem Zeichen vermehrter Aktivität. Es bestand Kontakt zu [[Paul von Hindenburg]], [[Erich Ludendorff]], Ministerpräsident [[Gustav von Kahr|Gustav Ritter von Kahr]]. Von 1923 bis 1925 führte München wiederum die Geschäfte des Vororts und war maßgeblich an der Gründung des VDSt [[Innsbruck]] und des VDSt [[Prag]] beteiligt. Nach 1933 wurde die Arbeit des Bundes erschwert. 1938 löste sich der Kyffhäuserverband auf. Durch die [[Zweiter Weltkrieg|Kriegseinwirkungen]] wurde sämtliches Eigentum des Bundes vernichtet. Am 9. März 1951 gründeten 20 Alte Herren im ''Augustiner'' den Münchner Bund wieder. Am 15. Juni 1951 wurden die ersten sieben Neumitglieder aufgenommen. Im Wintersemester 1953 schloss sich der Altherrenbund des VDSt [[Prag]] dem Münchner Bund an. Bis 2005 lautete der Name des Bundes ''VDSt München-Prag''de] |} Der '''Verein Deutscher Studenten München im VVDSt - KV''' (VDSt München) ist eine nichtschlagende, farbenführende, konfessionell und politisch ungebundene, deutsche [[Studentenverbindung]], die dem [[Verband der Vereine Deutscher Studenten|Verband der Vereine Deutscher Studenten - Kyffhäuserverband]] angehört. == Leitbild == '''Wir als VDSter...''' :...wollen bestmögliche Studienleistungen erzielen. Um dies zu erreichen, unterstützen wir einander in fachlichen und persönlichen Dingen im Studium und darüber hinaus. :…nehmen an den kulturellen, politischen und sozialen Problemen unserer Zeit aufgeschlossen Anteil und sind uns unserer zukünftigen Aufgabe und Verantwortung als Akademiker im Beruf und im öffentlichen Leben bewusst. Wir legen daher Wert auf außerfachliches und ehrenamtliches Engagement außerhalb des VDSt. Wir befürworten die Zusammenarbeit mit und das Engagement an Universitäten. :…sind in die Gesellschaft integriert und pflegen unseren Freundeskreis außerhalb des VDSt. Wir reservieren Zeit für andere Aktivitäten und Interessen. :…bilden eine starke Gemeinschaft basierend auf Ehrlichkeit, Vertrauen und Bundesbrüderlichkeit. :...suchen und pflegen den Kontakt zu allen Alten Herren und Bundesbrüdern indem wir aktiv auf sie zugehen. :…legen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Verband und suchen den Kontakt zu anderen VDSt-Bünden sowie zu befreundeten Verbindungen. :…wollen mit unserem Semesterprogramm und eines jeden individuellen Habitus ein Vorbild sein. :…sind Teil der deutschen Gesellschaft und gestalten diese daher aktiv. Wir zeigen Interesse an den gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit und legen Wert auf das Wissen zu deren Verständnis. :… betonen die Wichtigkeit des geschichtlichen Bewusstseins unserer Mitglieder. Das Wissen um die eigenen Wurzeln und die deutsche Kultur, die ethischen Grundlagen der abendländischen Kultur sowie das Interesse an anderen Kulturen ermöglichen erst die verantwortungsvolle Gestaltung der Zukunft. :… wissen um die lange Geschichte des Couleurstudententums. Wir halten an unseren Prinzipien fest und sind uns der Verantwortung gegenüber unseren Traditionen bewusst. :… fördern und bewahren couleurstudentisches Brauchtum, engagieren uns im Münchner Korporationsleben und pflegen den Kontakt zu anderen Verbindungen. :…achten und verteidigen die grundlegenden Werte und Entscheidungen des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere die freiheitlich demokratische Grundordnung und die Grundrechte. Wir bekennen uns zur deutschen Kultur sowie zu den ethischen Grundlagen der abendländischen Kultur. == Prinzipien des VDSt München == '''Lebensbundprinzip''' :VDSt Bünde sind mehr als eine Studiengemeinschaft. Wir sind ein Lebensbund. Unsere Gemeinschaft bleibt über das Studium hinaus bestehen. Uns ist es nicht egal, wenn einer von uns private oder berufliche Probleme hat, wir helfen einander. Ältere Studenten helfen jüngeren bei den ersten Schritten in Universität und Hochschule und unsere Alten Herren, die bereits im Berufsleben stehen, helfen unseren Absolventen beim Einstieg in das Leben nach dem Studium. '''Toleranzprinzip''' :Auch unsere Gemeinschaft ist nicht frei von Konflikten, zwischen Jung und Alt oder zwischen verschiedenen politischen oder weltanschaulichen Ansichten. Wir setzen uns mit diesen auftretenden Konflikten auseinander und achten dabei die Meinung Andersdenkender. '''Demokratie- und Conventsprinzip''' :Unsere akademische Gemeinschaft basiert auf basisdemokratischen Entscheidungen. Alle wichtigen Entscheidungen werden auf den Mitgliederversammlungen, den Conventen, gefällt, auf denen grundsätzlich jeder Aktive gleiches Stimmrecht hat. Wir nennen das Conventsprinzip. Jeder Aktive ist angehalten während seiner Aktivenzeit eine Charge, also ein Vorstandsamt, zu übernehmen. Der Senior vertritt die Verbindung nach außen, ist aber dem Convent verpflichtet und stets nur primus inter pares (Erster unter Gleichen). '''Politisches Prinzip''' :Die Vereine Deutscher Studenten setzen sich durch Vorträge, Seminare, Diskussionen und Exkursionen mit den politischen, sozialen und kulturellen Problemen unserer Gesellschaft auseinander. Wir fordern und fördern unsere Mitglieder in der Entwicklung zu engagierten und aktiven Persönlichkeiten der Gesellschaft. Wir lehnen aber als Verbindung, in der verschieden politische Ansichten vertreten sind, jede politische Stellungnahme als Gesamtheit grundsätzlich ab. Das würde unserem Toleranzprinzip widersprechen. Die VDSts bekennen sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung; Extremismus, egal von welcher Seite, lehnen wir daher ab. '''Verbandsprinzip''' :In allen VDSt Bünden reden wir uns untereinander mit „Bundesbruder“ an und duzen uns, egal ob zwanzigjähriger Erstsemester oder neunzigjähriger Alter Herr. Vereine Deutscher Studenten sind nicht nur Studien- und Wertegemeinschaft, sondern auch ein Freundschaftsbünde. Innerhalb unserer Verbindungen entwickeln sich Freundschaften, die über das Studium hinaus oft lebenslänglich halten. Freundschaft und Kameradschaft sind für uns nicht nur leere Worte. '''Tradition''' :Der VDSt Bünde bekennen sich zu den hergebrachten Traditionen des Korporationsstudententums. Das Schlagen von Bestimmungsmensuren gehörte und gehört dabei nicht zu den Traditionen der Vereine Deutscher Studenten und wird nicht praktiziert. Tradition ist für uns kein Dogma, sondern lebendige Überlieferung bleibender Werte. '''Wissenschaftlichkeit''' :Die Vereine Deutscher Studenten sind akademische Gemeinschaften aus Studenten und Akademikern. Das Studium steht bei uns im Vordergrund. Wir erwarten von unseren Mitgliedern ernsthaftes Engagement für einen Abschluß ihrer akademischen Ausbildung. Ihr erworbenes Wissen und ihre Fähigkeiten sollen sie in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Darüber hinaus bieten wir neben dem Fachstudium die Möglichkeit zur Beschäftigung mit anderen Wissensgebieten. In den VDSts kommen Studenten und Akademiker aus verschiedenen Fachgebieten zusammen. Das ermöglicht, die Sicht anderer Fachrichtungen kennenzulernen (studium generale). '''Christliche Werte''' :Wir bekennen uns zu christlichen Werten als Grundlage unserer Gesellschaft und unserer Gemeinschaft. Vereine Deutscher Studenten sind konfessionell aber nicht gebunden und überlassen die Mitgliedschaft in kirchlichen Gemeinschaften ihren Mitgliedern. == Die Geschichte des VDSt München 1885 – 2010 == === Gründung und Kaiserreich === Am 21. Mai 1885 gründeten 18 in München studierende VDSter an der [[Ludwig-Maximilians-Universität München]] den VDSt München, der durch Aufrufe auch bei einheimischen Studenten Zulauf fand. Das zeigt sich u. a. auch darin, dass der erste Senior des neuen VDSt München zum Leiter des studentischen Festausschusses für die Centenarfeier für den 1786 in Straßburg geborenen Ludwig I. gewählt wurde. Durch den Tod des entmündigten Königs Ludwig II. fanden diese Vorbereitungen jedoch ein schnelles Ende. In der liberal-monarchischen Prinzregentenzeit glänzte München als Kunstmetropole. Bei guter Abstimmung des bayerischen Ministeriums mit dem Kanzler wuchs das Gewicht der Reichszentrale und auch die größere Offenheit gegenüber den Kyffhäuser-Ideen; insbesondere in Medizin und Jura hatte die Universität zu dieser Zeit einen herausragenden Ruf. Der neue Bund wurde bereits im August 1885 in den Kyffhäuserverband aufgenommen. Die Heranbildung eines bewussten politischen Menschen wurde als wichtigstes Ziel angesehen. An erster Stelle stand dabei die Stärkung des Nationalgefühls nach der Gründung des [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreichs]]. In der Studentenschaft trat er durch Übernahme des Vorsitzes in studentischen Ausschüssen, Teilnahme an patriotischen Feiern und Einladung zu Vorträgen hervor. Im Jahre 1894 wurde der [[Alter Herr|Altherrenbund]] gegründet. 1897 veranstaltete der Münchner Altherrenbund eine Sympathiekundgebung für die Deutschen in Österreich in Zusammenarbeit mit dem Verein für die Erhaltung des Deutschtums im Ausland. 1898 dann, wurde ein Bundesbruder zum Vorsitzenden des Verbandes der Studierenden gewählt und führte einen Trauerfackelzug zu Ehren Bismarcks auf der Rottmannhöhe am Starnberger See unter großer Beteiligung der Studentenschaft durch. Von den regelmäßig durchgeführten Vortragsveranstaltungen zu politischen Tagesfragen seien unter anderem die Vorträge „Zur Frage der staatsbürgerlichen Erziehung“, „Probleme der Mittelstandspolitik“, „Die Deutschen in Argentinien“, „Deutsche Auswanderung nach Nordamerika“, „Die Jugendbewegung und wir“ und „Unsere Kolonien“ mit jeweils bekannten Experten und Persönlichkeiten genannt. Der Gründer der Bünde Leipzig und Erlangen und Mitbegründer des Verbandes MdR Friedrich Naumann hatte sich von früheren Auffassungen entfernt und teilweise linksliberale Auffassungen vertreten, was ihn in Gegensatz zu der mehrheitlich konservativ-alldeutschen Berliner Ausrichtung brachte. Wie die jüngere VDSt Generation ganz allgemein neigte auch die Münchner Aktivitas zu liberaleren Auffassungen und lud den prominenten Bundesbruder im November 1903 zu einem Vortrag ein mit dem Ziel, seine Anregungen bei der eigenen Arbeit zu berücksichtigen. Obwohl es in verschiedenen Bünden üblich war, dass Mitglieder des Verbandes in sozialdemokratischen Vereinen Vorträge hielten, erregte der Vortrag eines sozialdemokratischen Gewerkschafters im SS 1907 im Münchner Bund die konservativen Kreise so, dass auf der [[VVDSt]] Verbandstagung 1907 der Berliner Bund mit Unterstützung der Akademischen Blätter forderte, gegen den VDSt München einzuschreiten. Dies Vorhaben misslang und da der Münchner Bund genügend Unterstützung fand, legte die gesamte Redaktion der Verbandszeitschrift ihre Ämter nieder. So wurde dann im August 1907 letztlich ein Münchner Bundesbruder zum Schriftleiter ernannt. 1909/10 wurde der VDSt München erstmals zum Vorort des Verbandes gewählt. 1911 beteiligten sich alle schwarzen Verbindungen an einem im „Augustiner“ durchgeführten Reichsgründungskommers. In diesen Jahren beschäftigte sich der Bund zunehmend mit sozialen Fragen und der Jugendbewegung und nahmen an Arbeiterunterrichtskursen teil, um Verständnis für und Kontakt zu handarbeitenden Berufen zu gewinnen. Der Bund hatte starken Zulauf von anderen Bünden, deren Bundesbrüder meistens zwei Semester in München blieben. 1910, im 25. Gründungsjahr, zählte der Bund 81 Mitglieder und im Durchschnitt der Jahre 1908/09 bis 1913/14 immerhin 52 Mitglieder. 1912/13 keilte er 17 Füxe. Im Ersten Weltkrieg sind 86 Bundesbrüder des VDSt München gefallen. === Von der Münchner Räterepublik zum Hitlerputsch und vom Münchner Vorort zur Auflösung === Der VDSt München konnte sich im Jahre 1919 wieder zusammenfinden. Zu just dieser Zeit wurde München mit Waffengewalt von der turbulenten Zeit der Räteregierung befreit, wie allgemein empfunden wurde. Die Münchner oder Bayerische Räterepublik hatte vom 7. April bis zu ihrer gewaltsamen Niederschlagung am 2. Mai 1919 versucht, einen sozialistischen Staat in Form einer Rätedemokratie zu schaffen. Sie war ein eigenständiger Teil der das ganze Deutsche Reich umfassenden Novemberrevolution, in welcher sowohl der bayerische König als auch alle weiteren Monarchen und regierenden Fürsten der deutschen Teilstaaten einschließlich des deutschen Kaisers Wilhelm II. gestürzt worden waren. Nach Gründung der Weimarer Republik am 11. August 1919 wurde am 1. Dezember 1919 letztendlich auch der Kriegszustand über München für aufgehoben erklärt. In den beendeten bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Vertretern des Parlamentarismus und der Rätedemokratie waren auch viele Münchner Bundesbrüder im Rahmen der Freikorps beteiligt, denn die Mitarbeit in den nationalen Verbänden und Wehrorganisationen war auch für die Angehörigen des VDSt München eine Selbstverständlichkeit. In dieser Umbruchsituation fand im Münchner Bund - wie auch im ganzen Verband - eine breite Diskussion über die zu erstrebende Staatsform statt. Auch wenn man in München keine einheitliche Haltung bei Alten Herren und Aktiven erkennen konnte, so stand doch die Mehrheit der neuen Republik ablehnend gegenüber. Das ist aus gutem Grund zu bedauern, doch es ist eine Tatsache. Der Münchner Bund bekam aus dieser Haltung heraus persönlichen Kontakt zu führenden Männern des nationalen Lebens. Allen voran hatte der Kyffhäuser-Verband der Vereine Deutscher Studenten auf der ersten Verbandstagung nach dem 1. Weltkrieg 1919 die beiden militärischen Führer des deutschen Heeres, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und General Erich Ludendorff zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der VDSt München bekam am 23. November 1920 den Auftrag, General Ludendorff als Ehrenmitglied des Verbandes zu begrüßen. Folgeleistend statteten drei Münchner VDSter General Ludendorff in Ludwigshöhe bei München einen Besuch ab. Seit dieser Zeit hat viele Jahre hindurch eine enge Beziehung zwischen General Ludendorff und dem VDSt München bestanden. Nach anfänglichem Zögern besuchte der General mehrfach Kommerse des Bundes und größere Vortragsveranstaltungen und sprach dabei mehrfach mahnende Worte, die jungen Akademiker sollten der Liebe zum Vaterland und deutscher Mannestugenden nicht müde werden. Mit Generalfeldmarschall von Hindenburg konnte der Bund persönliche Beziehungen aufnehmen, als dieser im August 1922 im Rahmen eines großen Staatsbesuches von den Verbindungen Münchens besonders geehrt und ihm sämtliche Chargen vorgestellt wurden. Generaloberst Felix Graf von Bothmer und der ehemalige Gouverneur in Deutsch-Afrika, General der Infanterie Eduard von Liebert, wurden zu Münchner Ehrenmitgliedern ernannt. Letzterer nahm bis zu seinem Tode im Jahre 1934 an fast allen Veranstaltungen des Bundes teil. Am 18. Januar 1921 veranstaltete der Bund im Festsaal des Hofbräu seinen ersten gemeinsamen Reichskommers nach dem 1. Weltkrieg, zusammen mit den Münchner Verbindungen des Akademischen Turnbundes. Nebst dem Redner General Ludendorff nahmen auch Generaloberst Felix Graf von Bothmer, Ministerpräsident Dr. Gustav von Kahr und Polizeipräsident Ernst Pöhner teil, so dass sich die politische Führung am Tisch des VDSt versammelt sah. Auffallend rege war in diesen Jahren die bundesbrüderliche Mitarbeit innerhalb und außerhalb der universitären Pflichten. Ein Münchner Aktiver war führend an der Gründung eines Hochschulringes beteiligt, während sich andere Bundesbrüder stark für die deutschvölkische Arbeitsgemeinschaft und den Allgemeinen Studentenausschuss einsetzten. Im Jahre 1921 zählte der Münchner Bund 61 Mitglieder. Ein reges Fechten und Turnen durchzog das Bundesleben. Der Augustiner in der Neuhauser Str. 27 wurde zudem offizielles Verkehrslokal. Von 1923 bis 1924 übernahm der VDSt München zum zweiten Mal den Vorort des [[VVDSt]] und führte im Sommer 1923 die Verbandstagung im nordbayerischen Kronach durch. Am 8. und 9. November 1923 versuchten Adolf Hitler, General Ludendorff und weitere Putschisten, die Regierungsmacht in München an sich zu reißen. Dieses Ereignis traf auch den Münchner Bund insofern, als die Meinungen über die zukünftige Entwicklung deutscher Geschicke sehr unterschiedlich beurteilt wurden. Hier äußerte die ältere Generation erhebliche Bedenken, doch die Begeisterung der Jugend dominierte. „Der Versuch“, so der Münchner Vorort in einer Stellungnahme zum Hitlerputsch, „der nationalen Phrase die befreiende Tat folgen zu lassen und unser Vaterland aus Schmach und Not und Ehrlosigkeit zu erlösen, ist durch reaktionäre Kräfte verraten worden. [...] Es ist das Furchtbare geschehen, dass deutsche Polizei ohne vorherige Warnung auf einen Zug geschossen hat, der unter den Farben schwarz-weiß-rot ohne feindliche Absicht marschierte.“ Konträr bleibt von Altherrenseite aber bleibt vermerkt: „Das Bundesleben leidet infolge der traurigen Novembereingriffe“. Die unterschiedlichen Meinungen der Aktiven und der Alten Herren führten zwangsläufig zu einem greifbaren Generationenkonflikt innerhalb des Bundes. Doch unter dem einigenden Band der völkischen Grundanschauung – wenn auch unterschiedlich aufgefasst - überwog schließlich der bundesbrüderliche Zusammenhalt über politische Meinungsverschiedenheiten und so kamen zum 40. Münchner Stiftungsfest im Jahre 1925 wieder ein Großteil der Altherrenschaft und Aktiven zusammen. Im Jahre 1924 sollte dann die Verbandstagung unter Münchner Leitung wieder in Kelbra am Kyffhäuser stattfinden. Der Münchner Vorortsvorsitzende weihte zusammen mit dem Vorsitzenden des Altherrenbundes das Ehrenmal der Bismarcksäule am Kyffhäuser ein. Auch wurde die Gründung des VDSt Innsbruck vor allem von München aus sehr gefördert. Der Bund legte nebst seiner Verbandstätigkeit auch großen Wert auf ein umfangreiches Vortragswesen. Als Vorort unterstützte der Bund, dem in jenen Jahren zahlreiche Volksdeutsche aus Siebenbürgen, dem Kaukasus, dem Banat und aus der Nordmark angehörten, besonders die Grenz- und Auslandsarbeit des Verbandes und nahm an verschiedenen Fahrten nach Siebenbürgen, ins Banat und Sudetenland teil. Der Vertrag von Versailles entsprach nach Meinung vieler in keiner Weise dem von den Westmächten zur Beilegung des Ersten Weltkrieges verkündeten Selbstbestimmungsrecht der Völker. Grenzlandarbeit wurde zum Anliegen des Münchner Bundes, entsprungen aus der Erkenntnis, dass die geschlossen siedelnden Stämme eines Volkes organisatorisch möglichst einem Staatsgebilde angehören sollten. Weiter konnte durch sehr enge persönliche Freundschaften zwischen dem Vorort München und den Chargierten des VDSt Saxonia wesentlich zur Gründung des VDSt Prag beigetragen werden. Auch die Rheinlandabwehr forderte den Bund aktiv. Die vorübergehende Suspension der rheinischen Vereine Deutscher Studenten und die Verhaftung des dortigen Altherrenbundesvorsitzenden verlangten von den Münchner Vorortsangehörigen besonderen Einsatz. Ab 1927 wurden von den Bünden Innsbruck und München gemeinsam Schulungstagungen in Praxmar durchgeführt. Der 1931 zum Münchner Ehrenmitglied ernannte Verleger J. F. Lehmann stellte seine Burg Hoheneck in Mittelfranken für weitere Schulungen zur Verfügung. Im Sommersemester 1931 zählte der Bund eine Aktivitas von 45 Bundesbrüdern. Das Bundesheim befand sich in der Gabelsbergerstraße. In dieser Zeit beschäftige sich der Bund eingehend mit der Freimaurerfrage, d.h. den fünf Grundidealen der Freimaurerei: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Man versuchte einen Standpunkt zu erarbeiten, der sich mit der sonstigen nationalen Aufgabenstellung des Verbandes in Einklang bringen ließ. Doch der VDSt München ließ sich in gesellschaftspolitischen Fragen nicht einseitig binden. Exemplarisch führte dies im Jahre 1928 zu einer Trennung von General Ludendorff und dem Münchner Bund, da sich letzterer unter großen Meinungsverschiedenheiten nicht auf die von Ludendorff vertretene weltanschaulichen, politischen und religiösen Ansichten festlegen wollte. Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident von Hindenburg und der Übertragung der Regierungsgewalt auf die NSDAP wurde das deutsche Staats- und Volkslebens im Jahre 1933 umgewandelt und totalitär neu geordnet. Die Weimarer Republik ging zugrunde, nicht weil sie falsch konstruiert war, sondern weil es ihr an Demokraten fehlte und weil das harte Versailler Diktat immer mehr Deutsche in die Arme der extremistischen Parteien trieb. Das Bundesleben bestand unverändert fort, doch wurden den jungen Akademikern im Staat nun erhebliche Opfer an Zeit auferlegt und die studentische Freiheit weitgehend eingeschränkt. So verpflichtete der Kyffhäuser-Verband seine aktiven Mitglieder dazu, sich einer Wehrausbildung in SA oder Stahlhelm zu unterziehen, was der Aufforderung zum Eintritt in diese Verbände gleichkam. Im Jahre 1934 wurde unter großem finanziellen Aufwand der Altherrenschaft ein Kameradschaftsheim geschaffen und eingerichtet. Diese Heime sollten „äußerer Ausdruck des neuen studentischen Lebens und Wollens“ sein. Im Geiste der Zeit sollte darin der „schroffe Gegensatz“ von Fux und Bursch überwunden werden, einhergehend mit der Einordnung in die Gemeinschaft, der körperlichen Ertüchtigung und der Bereitschaft zum Dienst. Vorhanden war ein Schlafraum, der etwa für 20 Bundesbrüder Unterkunft bot, ein Wasch- und Duschraum und ein kleiner Saal. Ein staatsfreier Bereich des Individuums war nicht mehr zugelassen, die akademische Freiheit weitgehend eingeschränkt. Im Jahre 1936 zählte die Münchner Aktivitas immer noch 40-45 Mitglieder. Der [[Altherrenbund]] umfasste 225 Mitglieder. Den anfänglich von der NS-Bewegung ausgehenden vermeintlich „befreienden“ Impulsen konnten sich wenige entziehen. Aus heutiger Sicht ist es sehr zu bedauern, dass in der Weimarer Zeit die Mehrheit unserer Bundesbrüder - wie die große Mehrheit des deutschen Volkes - nicht die Gefahren erkannte, die Hitler und seine nationalsozialistische Bewegung Deutschland und Europa bescheren würden. Das hat sich bitter gerächt. Es sollte aber Erwähnung finden, dass es vor allem in der Altherrenschaft des VDSt einige gab, die diesen Ideen widersprachen. Spätestens im Zuge der „straffen Bundesführung“ ab 1933, traten viele Münchner Alte Herren aus. Solche Fälle wurden nach außen aber nicht bekannt gemacht. Im Jahre 1938 löste sich der Kyffhäuser-Verband als einer der letzten großen studentischen Verbände auf und brachte damit auch das Leben des selbstständigen VDSt München zum Erliegen. Das Kameradschaftsheim wurde aufgelöst, die Einrichtung, die Chargenwichse, das Paukzeug und die umfangreiche Bibliothek wurden in einem Münchner Lagerhaus untergestellt. Dort ist das Bundeseigentum später den Bombenangriffen zum Opfer gefallen. Gab es auch kein Bundesleben mehr, so bestand doch der bundesbrüderliche Zusammenhalt unverändert fort. Mittelpunkt blieb dabei immer der VDSt-Stammtisch im „Augustiner“. „Es ist wahrscheinlich, dass das Rinnsal des einstigen VDSt-Antisemitismus ungewollt eingemündet ist in den Strom des Antisemitismus, der anschwoll und zum Massenmord Adolf Hitlers und der Nazis an den Juden Europas führte. Wir bedauern das und distanzieren uns entschieden von jeglichem Antisemitismus. Die Schatten der Vergangenheit dürfen nie wiederkehren!“ Von dieser Rede von Bbr. Hermann Ehlers auf der VT 1953 in Marburg ging eine notwendige befreiende Wirkung aus, die den Startpunkt für den Nachkriegs-VDSt darstellten sollte. === Der VDSt München nach dem 2. Weltkrieg === ==== Die Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg ==== Im Herbst 1951 trafen sich einige AH des VDSt München mit mehreren VDStern aus den verschiedensten VDSt-Bünden in Deutschland, die es nach dem Krieg nach München verschlagen hatte. Man beschloss die Wiedergründung eines VDSt München. Zwei Söhne von VDStern erklärten sich bereit, den Aufbau in Angriff zu nehmen. Zwei weitere Studierende konnten noch in WS 1951/52 von den Prinzipien des VDSt überzeugt werden. Diese vier Studierenden beschlossen die Wiedergründung einer Aktivitas, wobei sie, um den Mangel an erfahrenen Burschen zu überwinden, gerne das Angebot einiger besonders aktiver AH annahmen, sich für die ersten Semester als Gründungsburschen reaktivieren zu lassen. Auf dieser Basis wurde im SS 1952 der aktive Bund gegründet. Ein Nebenzimmer des „Fürstenhofes“, einer einfachen Gastwirtschaft im Zentrum Münchens, war für jeden Dienstag und Freitag reserviert. Intensive Werbung führte dazu, dass bereits innerhalb des WS 1952 ein Stamm von neun jungen VDStern zur Aktivitas zählte. Ein Jahr später waren es bereits 15 Burschen und Füxe. Am Ende des WS 1954/55 konnte der wiedergegründete VDSt München über 25 Burschen und Füxe zur Münchner Aktivitas zählen. Getagt wurde inzwischen wieder im Vogelzimmer des „Augustiner“. Der AH-Bund hatte inzwischen einem Antrag einiger nach München verschlagener Prager Bundesbrüder, die aoAH des VDSt München geworden waren, entsprochen und änderte den Namen des VDSt München in VDSt München-Prag. Wesentliche Aktivitäten waren in diesen Jahren neben fröhlichen geselligen Abenden, die gezielte Fuxenausbildung auf praktischer Ebene (z.B. Kneipregeln, Lernen von Liedern, aber auch allgemeine Regeln des Benehmens) sowie theoretisch hinsichtlich der Ziele und des politischen Inhaltes sowie der geschichtlichen Entwicklung des [[VVDSt]]. Zahlreiche inhaltsvolle Vorträge von führenden Persönlichkeiten aus Verband, Politik und Wirtschaft wechselten mit heißen bundinternen Diskussionen über damals aktuelle Bücher (z.B. „Die Zukunft hat schon begonnen“) und Presseveröffentlichungen. Gemeinsame Ausflüge in die schöne Alpenwelt wurden gekrönt durch die Anmietung und den Ausbau einer Almhütte bei Schleching/Chiemgau. Auch hier konnten bei froher Hüttenstimmung Keilerfolge erzielt werden. ==== Der VDSt München-Prag von 1959 bis 1985 ==== Im SS 1959 benutzte der Bund noch einen Raum in einer Gaststätte an der Münchner Freiheit, Ecke Feilitzstraße. Im WS 1959/60 erhielten wir einen Kneipraum und einen Chargen- bez. Aufenthaltsraum im „Augustiner. Im SS 1960 umfasst der VDSt München-Prag 26 inaktive Mitglieder, 21 aktive Burschen und acht Füxe. Bei vielen der damaligen Bundesbrüder war die 80. VT 1961 in Berlin in Erinnerung geblieben. Nach dieser wurde anschließend eine Arbeitstagung am 13.8.1961 – und damit wenige Tage vor dem Mauerbau in Berlin – abgehalten mit dem Thema: Die gesellschaftspolitische Situation des geteilten Deutschland. Unter den Vortragenden waren auch unser Bbr. Hermann Ehlers, Präsident des Bundestages sowie der Bundestagsabgeordnete Bbr Prof. Friedensburg. Im Februar 1962 führte das Hochschul-Politisches-Amt (HPA) unter Mitarbeit des VDSt München-Prag eine Tagung durch mit dem Thema: Volkspolitische Arbeit des [[VVDSt]]. Redner war unter anderen der München-Prager Alter Herr Präsident des Bundesverwaltungsgerichts a.D. Dr. Hans Egidi. Egidi war in diesem Semester auch Magister fuxiae in München. Er machte sich durch eigene Vorträge und rege Teilnahme an der Aussprache nach Vorträgen um die geistige Prägung des VDSt München sehr verdient. Am 18.1.1963 wurde - wie jedes Jahr an diesem Tag - der Reichsgründungskommers durchgeführt. Die Münchner Aktivitas besuchte jedes Semester die Almhütte in der Nähe von Reit im Winkl an der österreichischen Grenze. Auch wurde jedes Jahr an Pfingsten mit Unterstützung des AH-Bundes eine Reise nach Südtirol organisiert. Diese gemeinsamen Erlebnisse auf der Hütte und bei den Fahrten nach Südtirol trugen wesentlich zum Zusammenwachsen und Zusammenhalt der jungen Bundesbrüder bei. Südtirol war damals ein sehr politisches Thema, die Neuansiedlung vieler Süditaliener, das Zurückdrängen der angestammten deutschen Sprache und viele Benachteiligungen führten zu Verwerfungen bis hin zu Aggressionen, die sich anfangs in der Sprengung mancher Strommasten entluden und so über die Grenzen Südtirols hinaus auf die zugrunde liegende Problematik aufmerksam machten. Nicht nur in Südtirol boten sich für Aktive Gelegenheiten zu Gesprächen, auch im Verband waren sie öfters Thema von Veranstaltungen. Letztendlich ist das Problem mit der Gewährung einer gewissen Autonomie deutlich gebessert worden. Der langjährige Tiroler Landeshauptmann Silvius Magnago sprach öfters im Verband und auf den Münchner Tagungen in Südtirol; der Südtiroler Abgeordnete Ebner wurde Alter Herr des [[VVDSt]]. Auf der VT im Juli 1963 wurde der VDSt München zum dritten Mal zum Vorort gewählt. Am 21.9.1963 fand die Einweihungsfeier eines neuen Heims in der Türkenstr. 51 statt. Damals zählte der AH-Bund München und Prag zusammen 207 Mitglieder, der AH-Bund Prag hatte noch einen eigenen Vorsitzenden, dieser firmierte aber jetzt als 2. Vorsitzender des gesamten Bundes. Der aktive Bund hatte nach dem Wechsel des Studienortes von mehreren Bundesbrüdern noch eine Aktivitas von 42 Burschen und vier Füxen. Drei Jahre später, im April 1966 sollten es aber nur noch 17 Aktive sein. Im Juli 1966 war es gar nur noch ein Aktiver, der Rest waren Inaktive. Bei den Alten Herren wurden 148 Bundesbrüder gezählt. Im WS 1967/68 hatte der Bund zwar noch 30 Inaktive, aber keine Aktiven mehr. Doch es gelang, sich wieder zeitweise zu erholen und so waren es im SS 1969 wieder fünf Füxe, zehn aktive und 25 inaktive Bundesbrüder. Doch die prekäre Nachwuchslage riss nicht ab. Beim 90. Stiftungsfest im Juli 1975 zählt der Münchner Bund wiederum nur noch zwei Aktive und mehrere Inaktive. Doch wieder gelang es, eine neue Aktivitas zu konstituieren, sodass der Bund im folgenden WS 1976/77 fünf Füxe, einen Aktiven und 8 Inaktive zählte. Doch Am 7.5.1982 wurde dann schließlich das unvermeidbare auf dem AH-Convent beschlossen: Der aktive Bund des VDSt München wurde suspendiert, da er nicht mehr über die vorgeschriebene Zahl von drei Aktiven verfügte. Gleichzeitig wurde überlegt, das Heim in der Türkenstraße wegen der geringen eigenen Nutzung und der hohen Miet- und Unterhaltungskosten weiterzuvermieten. Das Heim sollte so weiter behalten werden. Nach ausführlicher Diskussion und nach Abwägung aller Gesichtspunkte entschied sich der Convent aber für die sofortige Aufgabe des Bundesheims. Verschiedenste Einrichtungsgegenstände konnten bei Bundesbrüdern im Münchner Raum eingelagert werden. Alles Weitere, darunter zwei Klaviere, wurden versteigert. Ebenfalls wurde wegen zu wenig Kandidaten ein Notvorstand des AH-Bundes gewählt. Registriert zeigen sich 87 Alte Herren sowie 88 ansässige Mitglieder aus anderen VDSt-Bünden. In den folgenden Jahren fanden aber weiterhin regelmäßige Veranstaltungen des AH-Bundes mit Vorträgen, Ausflügen und geselligen Veranstaltungen statt. ==== Die Anstrengungen zur erneuten Wiedergründung ==== Nach vielen Jahren der Lippenbekenntnissen fanden sich im Jahre 2002 wieder einige Bundesbrüder mit einem konkreten Wiedergründungsziel zusammen. Die erforderlichen Maßnahmen wurden professionell geplant und umgesetzt. Auf ihren Vorschlag hin setzte der AH–Bund 2003 ein Vorbereitungsteam ein, das nach dem Vorbild der Wiedergründung des VDSt Karlsruhe einen Masterplan erarbeiten sollte. Das Team bestand aus 12 Bundesbrüdern, das den Masterplan 2004 nach einjähriger Arbeit dem AH-Convent zur Beschlussfassung vorlegte. Der Masterplan enthielt alle erforderlichen Maßnahmen, deren Voraussetzungen und Auswirkungen und benannte die Verantwortlichen mit Terminen für die Umsetzung. Es waren insgesamt 22 Maßnahmen, darunter die Erstellung eines Leitbildes und Leitfaden für die Keilung, die Finanzierung eines Bundesheim, die Werbung in den Akademischen Blättern, ein Mentorenprogramm und vieles andere, auch kleine, aber enorm wichtige Maßnahmen, wie das Erstellen einer aktuellen Telefonliste. Der Masterplan wurde vom Convent des AH-Bunds einstimmig beschlossen und bildete so die Grundlage des weiteren Vorgehens. Der AH-Bund VDSt München-Prag beschloss nun die Wiedergründung eines aktiven VDSt München. Nachdem die zahlreichen Versuche, den Aktiven Bund wiederzugründen, in den 90er Jahren zu keinem Erfolg führten, konnte dann auf der VT 2005 in Mainz schlussendlich die Wiedergründung einer Aktivitas angekündigt und nach Abstimmung der anwesenden Delegierten genehmigt werden. Auch hatte eine intensive Wohnungssuche begonnen. Drei besichtigte Objekte waren entweder zu laut oder verkehrsungünstig. Auch war die Finanzierungsart in der Findungsphase. Letztendlich konnte eine Wohnung in der Ungererstr. 56 alle Kriterien erfüllen. Da ein Plan nicht die realen Bemühungen ersetzen kann, zeugt das Ergebnis, nämlich ein florierender Aktiver Bund, wie er sich heute präsentiert, vom Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten. Ein inhaltlicher Schwerpunkt dieser Wieder-gründungsjahre war Europa. Dieser setzte sich in diversen Vorträgen und nicht zuletzt in der Aktivität unseres Münchner Bbr. Eberhard Stotko um. Unter seiner Leitung wurde das VDSt-Akademie Projekt “Wissen für Europa” 2006 vom UNESCO-Nationalkomitee als "Dekade-Projekt" ausgezeichnet. 2008 erfolgte die Auszeichnung für zwei weitere Jahre. Damit ist der [[VVDSt]] der erste und einzige deutsche Korporationsverband, der wiederholt von der UNESCO ausgezeichnet wurde. ==== Die erfolgreiche Wiedergründung ab 2006 ==== Der „Augustiner“ in der Neuhauser Straße taucht in den Chroniken des VDSt München häufig auf. So wundert es nicht, dass auch die Wiedergründung des Aktiven Bundes im Jahre 2006 dort ihren Anfang nahm: Am 16.9.2006 trafen sich Vertreter des Münchner AH-Bunds sowie zwei Aktive aus anderen Bünden, um eine mögliche Wiedergründung ins Auge zu fassen. Ein Mitglied des VDSt Königsberg-Mainz wechselte an die Universität München; auch ein junger Aktiver vom VDSt Graz sagte die Unterstützung zu. Bei diesem Treffen wurden auch erste Ziele für eine Aktivitas formuliert: Teilnahme an den Veranstaltungen des AH-Bunds, Bezug einer Bundesetage, rasche Werbung von Füxen sowie die Vorstellung bei anderen hiesigen Verbindungen. Rückblickend betrachtet erstaunt, wie schnell der VDSt München diese Ziele erreichen konnte. Der AH-Bund hatte lange auf junge Bundesbrüder aus anderen Bünden gehofft, die den Aktivenbund wiederbeleben könnten. Entsprechend begeistert woll¬ten die Alten Herren nun also alles tun, um eine Wiedergrün¬dung zu fördern. Der Vorstand des AH-Bundes setzte sich insbesondere für die schnelle Findung einer Wohnung ein. Man war sich einig, dass die wichtigste Grundlage die Schaffung eines Bundesheims und zu vermietender Buden sein würde. Als Zeichen der wiederaufgenommenen Aktivität feierten die Aktiven mit vielen Alten Herren im Dezember 2006 ihre erste Kneipe. Nach einiger Suche konnte schließlich im Januar 2007 die Bundesetage in der Ungererstraße 56 bezogen werden. Die Aktiven nahmen an dem anspruchsvollen Veranstaltungsprogramm des AH-Bunds teil und ergänzten es zunehmend durch eigene Veranstaltungen. Durch die Aktivität des AH-Bunds und den großen Zusammenhalt von Münchner Alten Herren konnte das Lebensbundprinzip von Beginn an gelebt werden. Ein früher Höhepunkt war das 122. Stiftungsfest, das mit Festball, Kommers und Floßfahrt ganz im Zeichen der Wiedergründung stand. Im Wintersemester 2007/08 waren alle Buden auf der Bundesetage belegt. Damit stand die erste Aktivengeneration. Die ersten Convente schwankten zwischen dem Ernst der Wiedergründung und alltäglichen Problemen des Zusammenwohnens auf der Etage. Während zu Beginn des Sommersemesters die allgemeine Motivation kurzzeitig gesunken war, beschloss man nach einem gelungenen Stiftungsfest im folgenden Wintersemester alles für einen weiteren Aufschwung zu tun. Im Oktober 2008 legten die ersten aktiven Mitglieder der Wiedergründung erfolgreich ihre Burschenprüfung ab. Der Übergang vom Sommersemester 2008 zum Wintersemester 2008/09 war demnach durch das wachsende Engagement der neuen Burschen geprägt. Der Senior des Semesters hatte es sich zum Ziel gesetzt, noch vor Antritt die Größe der Aktivitas durch die Anmietung einer zweiten Wohnung zu erhöhen. Trotz anfänglicher finanzieller Bedenken erwies sich der [[AH-Bund| Altherrenbund]] als wagemutig und ging diesen entscheidenden Schritt mit. So wurde schließlich eine zweite Bundesetage in der Grüneckerstr. 2 angemietet. So startete die Münchner Aktivitas mit vier Burschen und fünf Füxen in das neue Semester, dessen Programm sie erstmalig in vollkommen eigener Verantwortung dem AH-Bund präsentierten konnten. Auch im Verband sollte die erfolgreiche Wiedergründung des Münchner Aktivenbundes nicht lange ein Geheimnis bleiben: mit einem Seminar der VDSt-Akademie zum Thema „Berufseinstieg“ richtete der Bund die erste verbandsweite Veranstaltung aus. Ein Semester später folgte die Organisation einer verbandsoffenen Fuxentagung. Den Zusammenhalt der bayerischen Bünde förderten gemeinsame Semesterabschluss- und Ringkneipen, im Wintersemester 2008/09 zum ersten Mal auch in München. Im Verlauf des Sommersemesters 2009 kam es zu mehreren Austritten von Brandfüxen. Sie und die Inaktivierung sowie Auslands-aufenthalte erfahrener Burschen führten zu personellen Problemen, die allerdings sofort durch die Einbindung von Brandfüxen in die Chargenarbeit, sowie durch tatkräftige Unterstützung des VDSt Hannover gelöst wurden konnten. Durch die Anmietung einer dritten Wohnung, ebenfalls in der Ungererstraße 56, konnten über die vier zusätzlichen Buden neue Füxe gewonnen werden. Zusätzlich keilte der Bund wieder externe Mitglieder, sodass die Anzahl der Aktiven wieder auf 14 wuchs. Die Bundesetage mit dem Bundeszimmer in der Ungererstraße entwickelte sich immer mehr zu einem Dreh- und Angelpunkt des Aktivenlebens. Die Bedeutung der Bundesetage für den Erfolg der Wiedergründung kann daher gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seit der Wiedergründung blickt der VDSt München einer nach wie vor nicht einfachen, aber - aufgrund der großen Begeisterung und des tatkräftigen Engagements unter den Aktiven sehr hoffnungsvollen – Zukunft entgegen. === Vom VDSt Prag und der Prager Tradition === Bereits im Jahr 1885 wurde der VDSt „Saxonia“ zu Prag im Waidhofner-Verband gegründet. Die Bünde des österreichischen Waidhofner-Verbandes nannten sich ebenfalls Vereine Deutsche Studenten, waren aber im Unterschied zu den Bünden des Kyffhäuser-Verbands farbentragend. Ihre Absicht war es, damit den anders gearteten Verhältnissen in Österreich-Ungarn Rechnung zu tragen. Über ein freundschaftliches Verhältnis hinaus bestand zwischen den beiden Verbänden keine engere Geschlossenheit. Nach dem ersten Weltkrieg wurde erstmals versucht, durch die Bildung von schwarzen VDSt-Bünden eine solche Geschlossenheit über die kleindeutschen Grenzen hinaus zu erreichen. So wurde dem bereits bestehenden Prager VDSt den Eintritt in den Kyffhäuser-Verband nahe gelegt. Auch versuchte der Münchner Vorort 1924 durch enge persönliche Freundschaften zu den Chargierten, den VDSt Saxonia zu einem Eintritt zu bewegen. Nachdem diese Initiativen gescheitert waren, gründete man im Jahr 1925 den VDSt zu Prag. Der neu gegründete Bund wurde noch im selben Jahr auf der Verbandstagung in den Kyffhäuser-Verband aufgenommen. Der nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie 1918 entstandene Staat Tschechoslowakei mit der Hauptstadt Prag war auch ein Vielvölkerstaat. Die dortigen Deutschen waren nach den Tschechen und noch vor den Slowaken die zweitstärkste Volksgruppe, gleichwohl aber gegenüber den beiden anderen Gruppen rechtlich erheblich benachteiligt. Deshalb war der VDSt Prag als bewusst deutsch-nationale Verbindung in den 14 Jahren seines Bestehens immer eine volksbewusste Gesinnungsgemeinschaft. Eine Ausrichtung des geistigen Lebens auf den Volkstumsgedanken begründet sich auch aus dem feindlichen Umfeld für Sudetendeutsche im damaligen Prag. Die vorherrschende wirtschaftlichen Zurücksetzung der einheimischen deutschen Bevölkerung, bis hin zur Aufforderung, die Deutschen zur Auswanderung zu zwingen erklärt den besonderen Zusammenhalt des VDSt Prag. Politische Bildung und ein lebhaftes Vortragswesen standen immer in Mittelpunkt des Prager Bundeslebens. Aktive „reichsdeutscher“ Bruderbünde, die einzelne Semester zum Studieren nach Prag kamen, waren immer herzlichst willkommen. Sie fanden hier Anschluss an Gleichgesinnte und halfen bei der Erhaltung der Verbandstradition. Zur Zeit des Nationalsozialismus‘ verwehrte sich der Prager VDSt nicht der für damals empfundenen „großen, gesunden und reinen deutschen Sammlungsbewegung“. Rückblickend gesehen, fataler und trauriger Weise. Allerdings stand der nationalsozialistische Totalitätsanspruch ganz im Gegensatz zum geschätzten Eigenleben des Bundes, sodass 1937 nur ein kleiner Teil der Aktivitas ausschied und sich dem Prager Kameradschaftswesen anschloss. Die verbleibenden Mitglieder des VDSt zu Prag wurden im Jahre 1939 dennoch in die Kameradschaft Prinz Eugen eingegliedert. Erst in den letzten Jahren seines Bestehens - bevor er Ende 1939 aufgelöst werden musste - besaß der Bund in der Josefsgasse 2 ein eigenes, zweckmäßig eingerichtetes Heim, in dem drei Zimmer mehreren Aktiven als Wohn- und Schlafraum dienten. Vorher hatte der Bund nur zwischen 1928-1930 in der Heinrichsgasse ein eigenes Zimmer. Im 2. Weltkrieg fielen 18 Prager Bundesbrüder. Drei weitere wurden 1945 inhaftiert. Bald nach dem Kriege begann der VDSt München in mühevollster Arbeit, mit den in alle Zonen des zerstückelten Vaterlandes verstreuten Bundesbrüdern Kontakt aufzunehmen, Anschriften zusammenzutragen und Angaben über das Schicksal der vom Kriegsdienst nicht mehr zurückgekehrten, verschollenen und verstorbenen Bundesbrüder zu erhalten. Der AH-Bund des VDSt München hatte inzwischen einem Antrag einiger nach München verschlagener Prager Bundesbrüderentsprochen und änderte den Namen des VDSt München in VDSt München-Prag. 1954 traten 23 Prager VDSter dem Münchner Bund bei. Dieser Name wurde zur Wiedergründung 2006 wieder in VDSt München umbenannt und die Prager Tradition auch aus Ermangelung an Prager Bundesbrüdern oder Nachkommen abgelegt == Zukunftsaufgaben == === Aktive Ziele im aktiven Bund === „''Viele''“, so teilt uns Nietzsche mit, „''sind hartnäckig im Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, Wenige in Bezug auf das Ziel''“. Der richtige Weg seit der Wiedergründung des VDSt München 2006, ist erfolgreich eingeschlagen, doch wohin soll er gehen? Nach nunmehr elf Wiedergründungssemestern ist das Ziel die „erfolgreichen Konsolidierung“. Doch diese “Konsolidierung“ ist differenziert zu betrachten. Sie setzt sich zusammen aus unterschiedlichsten Zielen die unserem Verbindungsalltag eine nachhaltige Struktur und Bedeutung geben. Dabei stehen wir für acht Unterziele ein: '''1. Erweiterung''' Man darf sich nicht täuschen lassen. Nach erfolgreichen Jahrgängen und starken Gemeinschaften, hatten – so zeigt die Vergangenheit - viele Studentenverbindungen alsbald wieder einen gehörigen Aktivenschwund zu verzeichnen. Dies erfolgte in fast zyklischer Art und Weise und lässt vermuten, dass ein erfolgreicher Bund bereits den Keim für den Abschwung in sich tragen kann, wie auch das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft die Rezession erst bedingt. Sich von Anfang an so zu präsentieren wie man wirklich ist, vermittelt potentiellen neuen Mitgliedern ein ehrliches Bild und beugt nachträglicher Enttäuschung vor. Doch das Bundesleben in der Korporation gleicht keinem öffentlichen Turnverein. Vieles findet zwangsläufig hinter verschlossenen Türen statt. Dabei wird die Außenwirkung allzu schnell vernachlässigt und in machen Fällen auch negativ beeinflusst. Eine geschlossene Gesellschaft kann das Aufgehen in dieser beeinträchtigen. Das Gefühl hier nicht gebraucht zu werden und ein Eindringling zu sein, kann entstehen. Wer nach neuen Mitgliedern verlangt, muss diese auch wollen. So liegt es an uns, die Gemeinschaft jedes Semester aufs Neue nach außen hin zu öffnen und auch für neue Ideen zugänglich zu machen. In den letzten Semestern haben wir dies durch die verschiedenen „fachspezifischen Runden“ verfolgt. In diesen werden Studienanfänger eingeladen und Erfahrungsberichte und Lebenswege von berufstätigen Alten Herren im Studienbereich vermittelt. Auch soll im Zuge der Erweiterung darauf acht gegeben werde, dass der VDSt München unterschiedliche Studienrichtungen vereint und somit die studien- und fachspezifische Heterogenität wahrt. Wenn dies alles gelingt, so kommt in der Konsolidierungsphase schlussendlich besonders der Keil- und Fuxenarbeit höchste Wichtigkeit zu. Die Rechnung ist einfach: Wer pro Semester nicht mindestens drei bis vier neue Mitglieder an Land zieht, kommt in Zeiten des neuen Bachelorstudiums unter die Räder. Wer auch an Bachelorstudenten den Anspruch stellt, sie zu einem schnellen und erfolgreichen Studium zu verhelfen, wird ein Jahr ohne Burschung kaum verkraften. Denn abzüglich zweier Fuxensemester und einer eventuellen einsemestrigen Inaktivität zur Erarbeitung der Bachelorarbeit, bleiben unter dem Strich genau drei Semester zur aktiven Chargenarbeit. Bei solchen Situationen ist im Moment vielerorts noch ein Rückgriff auf Aktive eines ausgedienten Diplom- oder altbewährten Staatsexams-Studium möglich, doch mittelfristig sterben diese aus. '''2. Vertiefung''' Neben der Erweiterung des Münchner Bundes spielt auch die Vertiefung eine wichtige Rolle. Erst durch sie komplettiert sich das Ziel der Festigung. Eine geschlossene, funktionierende Gesellschaft vermittelt nicht nur den wichtigen ersten Eindruck, sondern erfüllt auch die Erwartungshaltungen potenziell Interessierter. Eine Studentenverbindung die sich so lose präsentiert wie der Rest der Studentenschaft, ist wenig attraktiv. Das Zusammenschweißen der Aktivitas kann durch unterschiedlichste Weise verfolgt werden. Zum einen durch Ausflüge (zur besten Entfaltung mit Übernachtung), vor allem aber durch Diskussionen, gesellige Abende und gemeinschaftliche Aufgabenerfüllung. Das räumliche und inhaltliche Näherkommen muss verstärkt werden. Doch die Festigung anhand beider Komponenten, der Erweiterung wie auch der Vertiefung, gilt es gut abzuwiegen. Es scheint den Bund in erster Betrachtung vor einen Zielkonflikt zu stellen: Die geschlossene Gesellschaft gegen die Aufnahme und Öffnung neuer Mitglieder. Doch mit einer wohlüberlegten und ausbalancierten Intensität beider Bereiche, lassen sich aus der Verbesserung des einen, auch Mitnahmeeffekte im anderen erreichen. '''3. Inhaltliche Stärkung''' Es ist uns ein Anliegen, uns auf inhaltlicher Basis zu stärken. Dies umfasst die Fuxenerziehung, die Diskussionen und die Vorträge. Damit unser (gesellschafts)politisches Prinzip keine Worthülse ist, muss es unser Anliegen sein, uns für gesellschaftspolitische und geschichtliche Themen anzuregen, anzuhalten und zu begeistern. Mit wachsendem Interesse und Wissensdurst geht zwangsläufig eine Verbesserung der politischen Veranstaltungen einher. Wer sich für mehr interessiert und mehr weiß, wird auch mehr fordern. Es ist unser Ziel relevante, interessante und unumgängliche Thematiken in Form von Vorträgen, Fuxenstunden, Gesprächen und Diskussionen zu behandeln. Dafür haben wir unter anderem die “Münchner Runde“ fest in das Semesterprogramm integriert. Nach einer Vorauswahl an Themen, wählt die Aktivitas ein Thema aus, auf das sich dann alle verpflichten vorzubreiten. Auch die Podiumsdiskussion zum Thema Islam ist Zeuge der Erkenntnis, sich den Themen unserer Zeit zu widmen. Eine Mehrzahl an hochkarätigen Rednern ist in Zukunft zu begrüßen. '''4. Lebensbund''' Der Erfahrungsaustausch mit den Alten Herrn liegt uns sehr am Herzen. Wo sonst, wenn nicht bei uns, kann man sich in einer solch einmaligen Atmosphäre mit Bundesbrüdern unterhalten, deren Erfahrungsschatz eine Zeitspanne von bis zu vier Aktivenleben umfasst? Wo sonst lernt man Akademiker verschiedenster Fachrichtungen in entspannter Atmosphäre kennen, mit denen man sich von Beginn an verbunden fühlt? Wo sonst diskutieren junge Studenten und verdiente Akademiker auf gleicher Augenhöhe über (gesellschafts-)politische Themen? Wo sonst nimmt man außerhalb der eigenen Verwandtschaft persönlich Teil an Hochzeit und auch Tod? Es geht bei diesem Austausch nicht darum, fachlich unqualifizierten Bundesbrüdern Praktika oder Posten zu verschaffen, sondern um einen Erfahrungs- und Wissenstransfer, um gepflegte Diskussionen und auch um Charakterbildung. Wir versuchen diesen Austausch in Veranstaltungen wie dem VDSt-Afterwork und dem VDSt München Mentorenprogramm zu fördern. '''5. Soziales Engagement''' Das Ziel des sozialen Engagements des [[VVDSt]] und eines jeden VDSter stammt noch aus der Gründerzeit und findet sich in unserer Denkschrift „Wege zu unseren Zielen“ im Kapitel „Grundlagen unserer Gemeinschaft“ wieder. Beim VDSt München werden unsere Mitglieder dazu ermutigt, sich bürgerschaftlich zu engagieren und auf diese Weise einen Dienst am Deutschen Volk zu verrichten. Doch in welcher Form ist ein Engagement denn bei dem heutigen Sozialstaat noch sinnvoll? Kümmert sich denn nicht der Staat um alles? Ein Blick in die Geschichte hilft: Während die VDSter sich im 19. Jhdt. mit der sozialen Frage beschäftigten, in einer Zeit in der es keinen Sozialstaat gab, stehen wir heute vor einer nicht minder wichtigen Frage, die der Sozialstaat in den letzten Jahrzehnten nicht lösen konnte: Nämlich der des Multikulturalismus. Unabhängig von einer Bewertung dieser Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss, können wir als Verein Deutscher Studenten einen Beitrag leisten, einen Beitrag zur Integration der in Deutschland lebenden Bürger mit Migrationshintergrund. Denn genau darum geht es bei bürgerschaftlichem Engagement, nämlich einzugreifen wo der Staat versagt, „mit Gott für Volk und Vaterland“. So kümmern sich Münchner VDSter ehrenamtlich um jugendliche Migraten und leiten an einer Förderschule Kurse für Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Dieser bemerkenswerte Einsatz innerhalb der Aktivitas soll uns in Zukunft daran erinnern, bestehende soziale Probleme zu erkennen. Den Willen sich dafür zu engagieren wollen wir weitertragen und stärker fördern. '''6. Öffentliche Wahrnehmung''' Betrachtet man die Semesterprogramme seit der Wiedergründung kann man durchaus sagen, dass wir unserem Anspruch hochwertige politische Veranstaltungen abzuhalten von Semester zu Semester näher gekommen sind. Doch wir müssen uns damit auch die Frage stellen ob wir uns weiter verstecken wollen oder als eine studentische Vereinigung an den Hochschulen Präsenz zeigen wollen und so auf uns aufmerksam machen. Ein Anfang wurde mit unseren fachspezifischen Runden der letzten Semester getan, in denen zahlreiche Studenten mit uns in Kontakt kamen. Nicht der VDSt muss froh darüber sein, dass sich Studenten ihm anschließen, sondern den Studenten muss es eine Ehre sein, sich im VDSt engagieren zu dürfen. Wenn wir uns weiter verstecken und die Öffentlichkeit scheuen, werden wir stets eine nicht beachtete Randgruppe sein. Nur wenn wir unsere Themen an die Öffentlichkeit bringen, können wir Vorurteilen entgegen wirken und nachhaltig unser Bestehen und unsere Identität sichern. Der VDSt München muss sich diesbezüglich noch engagierter der öffentlichen undifferenzierten Meinung gegen Studentenverbindungen stellen. Da dem VDSt keine der Vorurteile gemein sind, wird es ihm so schnell und einfach gelingen können, diese in seinem Fall zu widerlegen. '''7. Intrakorporative Stärke''' Eine weitere Komponente stellt die intrakorporative Arbeit im Verband dar. Diese lässt sich erst mittelfristig umsetzen, da sich die Kräfte des VDSt München in kurzer Frist vornehmlich nach innen orientieren müssen, doch sollte das Ausschwärmen auf Verbandsebene eine logische Folge sein. Die Ziele die wir versuchen umzusetzen, entsprechen nicht nur dem Willen des VDSt München, sondern dem Willen des VDSter an sich. Mögen unsere Ziele alle Bünde unterschreiben, so werden sie sie doch anders ausformulieren. Erst im Dialog mit unseren Brüderbünden lässt sich eine verbandsweite Identifikation mit dem “Wesen VDSt“ erreichen. Nur das intrakorporative Element ermöglicht es, selbstreflexiv zu sein und so im Nachdenken über sich selbst die eigenen Standpunkte und Handlungen zu beurteilen. Wenn wir hinter unseren Zielen stehen und diese verwirklichen wollen, warum sollen wir diese nicht auch mit anderen Bünden teilen? Die Übernahme von Verantwortung auf Verbandsebene sollte dem Willen entspringen, seine eigenen Vorstellungen einzubringen und für diese einzustehen. Dies muss in Zukunft weiter Genüge getan werden. Der Geist ist es, der die Bünde in sich und den Verband zusammenhält. Dieser Geist verbindet Akademiker über die Grenzen Deutschlands hinaus und über Generationen hinweg. Doch können wir den Geist der uns verbindet in Worte fassen? Wohl kaum. Denn er spiegelt sich in dem wieder, was wir tun und wie wir es tun, in gemeinsamen Interessen und Ideen und in unserer bundesbrüderlichen Gemeinschaft. '''8. Interkorporative Stärke''' Auch möchte sich der VDSt München interkorporativ stärken. Es ist uns ein Anliegen uns in der Münchner couleurstudentischen Szene zu etablieren. Dies soll tunlichst mit den richtigen Attributen geschehen. Das Ziel soll also lauten, durch die sieben vorherigen Ziele zu glänzen und den VDSt München dadurch nicht nur zu einer besseren, sondern auch zu einer anerkannten Alternative zu anderen Münchner Studentenverbindungen zu positionieren. Durch die Austragung von interkorporativen Veranstaltungen haben wir damit in den vergangenen Semestern bereits begonnen. == Bekannte Mitglieder == * [[Ludwig Bergsträsser]], Ministerpräsident von [[Hessen]] * Norbert Engel, Politiker der [[CDU]], ehemaliger Abgeordneter zum [[Thüringer Landtag]] * [[Hans Egidi]], Präsident des Bundesverwaltungsgerichts * Hartmut Johnsen, Leiter der Kirchenverwaltung der [[EKHN]] * [[Hanfried Lenz]], deutscher Mathematiker * Otfried Reithinger, ehem. Mitglied des [[Bayerischer Senat|Bayerischen Senats]] == Weblinks == * [http://www.vdst-muenchen.de vdst-muenchen.de] Internetseite des VDSt München * [http://couleurkarten.ooecv.at/Deutschland/VDSt-Muenchen.htm Couleurkarten des VDSt München] * [http://akademische-blaetter.de/2005/heft-4/in-memoriam-hartmut-johnsen In memoriam Hartmut Johnsen] {{Coordinate|article=/|NS=48.166665|EW=11.590444|type=landmark|region=DE-BY}} [[Kategorie:Kyffhäuserverband]] [[Kategorie:Studentenverbindung (München)]] [[Kategorie:Ludwig-Maximilians-Universität München]] [[Kategorie:Technische Universität München]] All content in the above text box is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike license Version 4 and was originally sourced from https://de.wikipedia.org/w/index.php?diff=prev&oldid=104612263.
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