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{{Begriffsklärungshinweis}}

Die '''Provence''' [{{IPA|pʁɔˈvɑ̃ːs}}] ist eine [[Landschaft]] im Südosten von [[Frankreich]]. Sie liegt am [[Mittelmeer]] zwischen [[Rhône]]tal und [[Italien]]. Im Norden liegt die Landschaft [[Dauphiné]] in der Region [[Rhône-Alpes]].
[[Datei:Provence-Alpes-Côte d’Azur region locator map.svg|miniatur|hochkant|Lage der Provence in Frankreich]]
(contracted; show full)ube provençale]] (Schmorgericht mit Rindergulasch) und [[Aioli]] sowie das [[Ratatouille]] und die Soupe-au-Pistou. Als Salatgerichte sind die [[Salade niçoise|Salade Niçoise]] sowie die Salade-de-Mesclun besonders bekannt. Lokale Spezialitäten sind der weiße [[Montélimarnougat|Nougat von Montélimar]], die kandierten Früchte der Stadt [[Apt (Vaucluse)|Apt]], die [[Trüffel]] des [[Vaucluse|Vaucluse-Gebirges]], die [[Farinata|Socca]] der Stadt Nizza und die [[Calisson]]s d’[[Aix-en-Provence|Aix]].<ref>
{{Internetquelle | url=http://www.france-naturelle.de/reiseangebote/kueche-provence.html | titel=Die Küche der Provence | hrsg=france-naturelle.de | sprache=fr | zugriff=2012-09-07}}</ref>

=== Weinanbau ===
Der Weinanbau profitiert vom warmen Mittelmeer-Klima sowie von der trocknenden Wirkung des [[Mistral (Wind)|Mistrals]]. Das Anbaugebiet der [[Côtes de Provence]] erstreckt sich über die Départements [[Bouches-du-Rhône]], [[Var (Département)|Var]] und [[Alpes-Maritimes]]. Eine deutlich größere Rebfläche besitzen die [[Côtes du Rhône]], deren größter Teil in das Département [[Vaucluse]] fällt. Das Bindeglied zwischen beiden Gebieten bilden die Appellationen der [[Côtes du Luberon]] und [[Côtes du Ventoux]]. Die Rotweine sind kraftvoll und geschmeidig. Sie vertragen einige Jahre Lagerzeit, während die fruchtigen Rosé- und aromatischen Weißweine der Côtes du Provence jung getrunken werden sollten. Außerordentlich langlebig sind die Spitzenrotweine von [[Châteauneuf-du-Pape]], [[Gigondas (Weinbaugebiet)|Gigondas]], [[Bandol]] und [[Palette (Wein)|Palette]].

== Sehenswürdigkeiten ==
{{Nur Liste}}
Die Provence ist reich an natürlichen Sehenswürdigkeiten und Baudenkmälern.

Auf der [[Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit]]:
* Die römischen und romanischen Denkmale von [[Arles]]
* Das [[Theater von Orange|römische Theater]] und der [[Orange (Vaucluse)#Stadtgründungsbogen|Stadtgründungsbogen]] von [[Orange (Vaucluse)|Orange]]
* Die Altstadt von [[Avignon]]
* Der [[Pont du Gard]]

Sehenswerte Städte und Dörfer (dabei auch einige Gemeinden der [[Côte d'Azur]]):
* [[Aigues-Mortes]]
* [[Aix-en-Provence]]
* [[Antibes]] (Côte d'Azur)
* [[Arles]]
* [[Avignon]]
* [[Beaucaire (Gard)|Beaucaire]]
* [[Cannes]] (Côte d'Azur)
* [[Cassis (Bouches-du-Rhône)|Cassis]]  (Côte d'Azur)
* [[Fontaine-de-Vaucluse]] (Quelle der [[Sorgue (Ouvèze)|Sorgue]])
* [[Fréjus]] (Côte d'Azur)
* [[Glanum]] bei [[Saint Rémy de Provence]]
* [[Gordes]]
* [[Grasse]] (Côte d'Azur)
* [[Les Baux-de-Provence]]
* [[Lourmarin]] (südlich des [[Luberon]])
* [[Marseille]]
* [[Menton]] (Côte d'Azur)
* [[Nizza]] (Côte d'Azur)
* [[Nîmes]]
* [[Orange (Vaucluse)|Orange]]
* [[Saint-Gilles (Gard)|Saint-Gilles]]
* [[Saintes-Maries-de-la-Mer]]
* [[Saint-Tropez]] (Côte d'Azur)
* [[Sisteron]]
* [[Tarascon]]
* [[Toulon]] (Côte d'Azur)
* [[Uzès]]
* [[Vaison-la-Romaine]]
* [[Villeneuve-lès-Avignon]]

Landschaften:
* [[Alpilles]]
* [[Calanque]]s
* [[Camargue]]
* [[Côte d’Azur]]
* Daluis-Schlucht (''[[Gorges de Daluis]]'')
* [[Dentelles de Montmirail]]
* Tal der [[Durance]]
* [[Esterel (Gebirge)|Esterel-Felsmassiv]]
* [[Chaîne de l’Estaque]]
* [[Chaîne de l’Étoile]]
* [[Gorges de la Nesque]]
* [[Îles d’Hyères|Hyèrische Inseln]]
* [[Luberon]] mit dem Gipfel des Mourre Nègre
* [[Massif de la Sainte-Baume]]
* [[Massif des Maures|Maurenmassiv]]
* [[Mont Ventoux]]
* [[Montagne de Lure]]
* [[Montagne Sainte-Victoire]]
* [[Montagnette]]
* [[Plateau de Vaucluse]]
* Hochebene von [[Valensole]] (''Plateau de Valensole'')
* unteres [[Rhônetal]]
* [[Seealpen]] (''Alpes Maritimes'') mit dem [[Nationalpark Mercantour]]
* [[Crau|Steinsteppe der Crau]]
* [[Verdonschlucht]]
* [[Vésubie|Vésubieschlucht]]

== Geschichte ==
=== Ur- und Frühgeschichte ===
Die französische Mittelmeerküste und ihr Hinterland zählen zu den ältesten Siedlungsgebieten der Menschheitsgeschichte. In den [[Grimaldi-Grotten]] im Osten von [[Menton]] wurden nicht nur Werkzeuge aus der mittleren Steinzeit gefunden, sondern zudem zahlreiche Skelette des [[Cro-Magnon-Mensch]], einem Jäger und Früchtesammler, der als direkter Vorfahre des modernen [[Mensch]]en ''(Homo sapiens)'' gilt. Vor 6500 Jahren gibt es erste bäuerliche Ansiedlungen in der Provence. In Courthezon im Rhônetal zwischen Orange und Avignon wurde das älteste bekannte Bauerndorf Frankreichs – Spuren von Getreideanbau konnten eindeutig nachgewiesen werden – entdeckt. Es handelt sich um eine Gruppe von Hütten mit jeweils rund fünfzehn Quadratmeter Grundfläche.

=== Hellenisierung ===

Um 600 v. Chr. begann die systematische [[Kolonisation]] der Küste der Provence durch Griechen aus der kleinasiatischen Stadt [[Phokäa]]. Die Phokäer waren durch die [[Perser (Volk)|Perser]] unter Druck geraten und hatten bei ihren Fahrten entlang der Mittelmeerküste das von der Natur geschaffene Hafenbecken der späteren Stadt [[Marseille]] entdeckt. Es gibt eine Sage, nach der der [[Kelten]]könig Nann für seine Tochter Gyptis einen Mann suchte und seiner Tochter die freie Wahl ließ. Sie entschied sich für einen schönen griechischen Fremdling. Darauf sollen sie die Stadt Marseille, das damalige Massalia (später Massilia) gegründet haben.
Diese Stadt erlebte einen enormen Bevölkerungszuwachs. Die Stadt begann sich langsam zu einer großen Handelsniederlassung zu entwickeln, die sogar mit den weit entfernten [[Kelten|keltischen Stämmen]] im heutigen Norddeutschland Handel betrieb. Vor allem die gute Lage am Meer machte Massalia so erfolgreich.
Entlang der Küste entstanden zahlreiche Stützpunkte und Tochtergründungen, unter ihnen Antipolis ([[Antibes]]), Nikäa ([[Nizza]]) und Glanon (St. Rémy, [[Glanum]]).
Die Glanzzeit Massilias fiel in das 4. Jahrhundert v. Chr.
[[Datei:Avignon, Palais des Papes by JM Rosier.jpg|miniatur|hochkant=1.7|Papstpalast in Avignon]]
Die Provence ist reich an natürlichen Sehenswürdigkeiten und Baudenkmälern, etliche davon davon stehen auf der [[Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit]]. [[Arles]] war zu römischer Zeit ein bedeutender Handelsplatz, das [[Amphitheater von Arles|Amphitheater]] ist zweigeschossig mit je 60 [[Arkade]]n pro Geschoss. Heute bietet es 25.000 Menschen Platz und wird als [[Stierkampfarena]] genutzt. Die romanische Kirche [[St-Trophime d’Arles]] war sechs Jahrhunderte lang Kathedrale, bevor der Bischofssitz im Zuge der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] nach [[Aix-en-Provence]] verlegt wurde. Das [[Theater von Orange|römische Theater]] von [[Orange (Vaucluse)|Orange]] wurde im ersten Jahrhundert nach Christus errichtet. Der [[Orange (Vaucluse)#Stadtgründungsbogen|Stadtgründungsbogen]] an der Straße nach Lyon ist kein Triumphbogen, sondern ein Monumentaltor. Die [[Römische Katasterpläne von Orange|einzigen Zeugnisse]] des amtlichen Vermessungswesens aus der römischen Antike werden in Orange aufbewahrt. Der [[Pont du Gard]] ist ein römisches [[Aquädukt]] über den [[Gardon]] und wurde früher zur Wasserversorgung der Stadt [[Nîmes]] benutzt. Die historische Altstadt von [[Avignon]] wird von der [[Stadtmauer von Avignon|Stadtmauer]] aus dem zwölften Jahrhundert umgeben. Neben vielen Kirchen und mittelaltern Gebäuden ist der [[Papstpalast (Avignon)|Papstpalast]] die imposanteste Sehenswürdigkeit der Stadt.

=== Städte und Dörfer ===
[[Datei:Gourdonam.jpg|miniatur|links|Gourdon, im Hintergrund das Mittelmeer.]]
In [[Aigues-Mortes]] steht der [[Tour de Constance]], in dem [[Marie Durand]] 38 Jahre lang gefangen war. Die [[Cours Mirabeau]] ist die Flaniermeile von [[Aix-en-Provence]], im Café ''Les Deux Garçons'' trafen sich früher Künstler und Schriftsteller. Nördlich der Cours Mirabeau liegt die Altstadt, mit römischen und mittelalterlichen Bauwerken. Die [[Kathedrale von Aix-en-Provence|Kathedrale]] ist heute Sitz des [[Erzbistum Aix]]. Antibes liegt an der [[Côte d’Azur]] und besitzt mit dem Port Vauban einen der größten [[Yachthafen|Yachthäfen]] Europas. Der Markt ''Foire de Beaucaire'' in [[Beaucaire (Gard)|Beaucaire]] war vom 13. bis zum 19. Jahrhundert einer der wichtigsten Märkte Europas, es kamen bis zu 300.000 Menschen jährlich.<ref>{{Internetquelle | url=http://www.britannica.com/EBchecked/topic/57582/Beaucaire-fair | titel=Beaucaire fair | hrsg=[[Encyclopædia Britannica]] | sprache=en | zugriff=2012-09-07}}</ref> In [[Cannes]] finden jährlich die [[Internationale Filmfestspiele von Cannes|Internationalen Filmfestspiele]] statt. Das Schloss von [[Cassis (Bouches-du-Rhône)|Cassis]] wurde im 14. Jahrhundert errichtet, verfiel später und ist heute im Privatbesitz. In [[Fontaine-de-Vaucluse]] liegt die Quelle der [[Sorgue (Ouvèze)|Sorgue]]. Es ist eine [[Karstquelle]], die mit einem ausgedehnten Höhlensystem verbunden ist. Nahe [[Fréjus]] brach 1959 die Staumauer [[Barrage de Malpasset]], dies sorgte für eine Flutwelle die durch die Stadt rollte. Im Süden der Gemeinde [[Saint-Rémy-de-Provence]] liegt [[Glanum]], eine ehemalige römische Stadt mit dem ältesten Triumphbogen [[Gallien]]s. Die Altstadt von [[Gordes]] mit der [[Château de Gordes]] aus dem elften Jahrhundert thront auf einem Felsvorsprung über dem [[Coulon (Fluss)|Coulon]]. [[Gourdon (Alpes-Maritimes)|Gourdon]] liegt im Hinterland von Nizza und hat sein ursprüngliches Aussehen weitgehend behalten. Das unbestrittene Zentrum der Parfümherstellung in der Provence ist [[Grasse]], man nennt sich selbst ''Welthauptstadt des Parfüms''. Die Gemeinde [[Les Baux-de-Provence]], die bis 1958 nur Les Baux hieß, hat dem Mineral [[Bauxit]] seinen Namen gegeben. [[Pierre Berthier]] fand 1822 nahe dem Ort ein rötliches Mineral das etwa 50 % [[Aluminiumoxid]] enthielt, ab 1860 wurde Bauxit in der Region industriell abgebaut.<ref>{{Internetquelle | url=http://www.aluinfo.de/index.php/alu-lexikon.html?lid=20 | titel=Bauxit / Bauxitabbau | hrsg=[[Gesamtverband der Aluminiumindustrie]] | zugriff=2012-09-07}}</ref> Die Festung von [[Lourmarin]] wurde im zwölften Jahrhundert erbaut, im 15. Jahrhundert wurde sie im [[Renaissance]]stil zum Schloss umgebaut. Die Wahrzeichen [[Marseille]]s sind das [[Château d'If]], eine Festung auf einer Felseninsel im Meeer vor der Stadt und die [[Notre-Dame de la Garde]], eine Kirche im [[Neuromanik|neuromanisch]]-[[Neobyzantinische Architektur|byzantinischen]] Stil. Die [[Kathedrale von Marseille]] wurde zur etwa selben Zeit gebaut und hat ein ähnliches Aussehen. [[Menton]] liegt direkt an der italienischen Grenze, die Altstadt zeugt durch ihr italienisches Aussehen davon. [[Nizza]] ist neben Cannes einer der am meisten touristisch erschlossen Städte der Côte d’Azur. In [[Nîmes]] stehen zahlreiche Bauten aus der [[Römerzeit]]. Das [[Amphitheater von Nîmes|Amphitheater]] steht genau im Zentrum der Stadt, im Mittelalter stand in ihm eine Burg, zwei Kirchen und ein kleines Dorf mit bis zu 700 Einwohnern.<ref>{{Internetquelle | url=http://www.arenes-nimes.com/fr/un-peu-dhistoire/arenes-ive-apres-jc-jusqua-aujourdhui | titel=Les Arènes du IVe après J.C. jusqu'à aujourd'hui | hrsg=arenes-nimes.com | sprache=fr | zugriff=2012-09-07}}</ref> Die [[Maison Carrée]] ist ein römischer Tempel in Nîmes, und wurde im Jahr 19 v. Chr.  errichtet. Die [[Abteikirche Saint-Gilles]] in [[Saint-Gilles (Gard)|Saint-Gilles-du-Gard]] hat eine prächtige Westfassade mit drei [[Archivolte]]nportalen und ist einem breiten architravartigen Band. Die Kirche [[Notre-Dame-de-la-Mer]] in [[Saintes-Maries-de-la-Mer|Saintes-Maries]] wurde im zwölften Jahrhundert errichtet und im 14. Jahrhundert zur [[Wehrkirche]] ausgebaut. Die [[Zitadelle von Sisteron|Zitadelle]] von [[Sisteron]] steht auf einem schon zur Antike befestigten Felsen, Sisteron existierte schon zur Römerzeit und lag an der [[Via Domitia]]. Die Kapelle [[St-Gabriel de Tarascon|St-Gabriel]] und die Stiftkirche [[Ste-Marthe de Tarascon|Ste-Marthe]] in [[Tarascon]] wurden im zwölften Jahrhundert errichtet. [[Toulon]] ist der Heimathafen der französischen Marine im Mittelmeer, diese ist eine der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt. Die [[Eure (Gard)|Eure]] entspringt nahe [[Uzès]] und versorgte zur Römerzeit Nîmes durch ein Aquädukt mit Trinkwasser, der [[Pont du Gard]] ist ein Teil dieser Wasserleitung. In [[Vaison-la-Romaine]] können großflächige römische Ausgrabungen und eine mittelalterliche Altstadt besucht werden. Der [[Tour Philippe Le Bel]] in [[Villeneuve-lès-Avignon]] ist nach [[Philipp IV. (Frankreich)|Philipp IV.]] benannt, der das [[Papsttum]] nach [[Papsttum in Avignon|Avignon holte]] und den [[Templerorden]] auflöste.

=== Landschaften ===
[[Datei:Daluis gorges du var 03.jpg|miniatur|hochkant=0.7|Daluis-Schlucht]]
[[Datei:The Pont Julien (Julian bridge) France, view from west, by Rosier.jpg|miniatur|Der Pont Julien von Westen.]]
[[Datei:Mont Pelat 2.jpg|miniatur|Lac d'Allos vom Mont Pelat aus gesehen.]]
Die [[Alpilles]] sind eine Bergkette aus [[Kalkstein]] östlich des Delta der [[Rhone]] und zwischen 200 und 500 Meter hoch. Das Massif des Calanques ist eine der schönsten [[Calanque]]s. Diese steilwandigen Buchten sind von Kalksteinfelsen umschlossen und haben einen fjordähnlichen Charakter. Die [[Camargue]] besteht hauptsächlich aus dem Delta der Rhone, ein Feuchtgebiet mit einer Gesamtfläche von 930 Quadratkilometer. Im größten See, dem [[Étang de Vaccarès]], leben [[Rosaflamingo]]s und viele Zugvögel. Die [[Camargue-Pferd]]e sind gut an das Leben in den Feuchtgebieten ihrer Heimat angepasst, die helfen den [[Gardian]]s beim Hüten der [[Camargue-Stiere]]. Nordöstlich der Camargue liegt die [[Crau]], eine Steinsteppe die durch Ablagerungen von Flüssen entstand. Von den ehemals vielen Steinsteppen an der Mittelmeerküste ist die Crau die einzige übrig gebliebene große, zusammenhängende Fläche. An der [[Côte d’Azur]] liegen einige der bekanntesten Touristenorte der Provence, wie [[Saint-Tropez]], Cannes und [[Monaco]]. Teile der Küste sind felsig, wie das aus rotem [[Porphyr]] bestehenden [[Esterel (Gebirge)|Esterel]]. Die Daluis-Schlucht ([[Gorges de Daluis]]) ist ein [[Canyon]] am Oberlauf des [[Var (Fluss)|Var]], in der Gemeinde [[Daluis (Gemeinde)|Daluis]]. Die Schlucht ist wegen ihrer steilen, roten Felswände, berühmt und bei Touristen beliebt. Westlich der [[Dentelles de Montmirail]], fließt die Rhone, hier liegen die Weinorte  [[Séguret]], [[Sablet]], [[Gigondas]], [[Beaumes-de-Venise]] und [[Vacqueyras]]. Der Oberlauf der [[Durance]] wird vom [[Lac de Serre-Ponçon]] aufgestaut, dem größten künstlichen See Frankreichs.<ref>{{Internetquelle | url=http://www.arrigny.fr/spip.php?article20 | titel=Le plus grand lac artificiel d’Europe | hrsg=arrigny.fr | sprache=fr | zugriff=2012-09-07}}</ref> Oberhalb des Sees ist die Durance ein beliebtes Gebiet für [[Rafting]] und [[Wildwasserpaddeln]], an der Mündung der [[Rabioux]] mit einer Schwierigkeitsstufe von [[Wildwasserschwierigkeitsskala|3 bis 4]]. Die [[Chaîne de l’Estaque]] liegt zwischen der [[Côte Bleue]] und dem [[Étang de Berre]]. Das [[Massif de l'Étoile]] liegt im Norden von Marseille, auf dem einem der Gipfel steht einer der beiden Fernsetürme der Stadt, er ist 148 Meter hoch.<ref>{{Internetquelle | url=http://www.tdf.fr/phototheque/main.php?g2_itemId=6864 | titel= Marseille Etoile (3) | hrsg=tdf.fr | sprache=fr | zugriff=2012-09-05}}</ref> Die [[Gorges de la Nesque]] ist eine bis zu 400 Meter Schlucht. Die wurde durch den Fluss [[Nesque]] gegraben, ist heute im Sommer aber nur ein kleiner Bach oder ausgetrocknet. Vor der Küste von [[Hyères]] liegen die [[Îles d’Hyères]]. Eine der Insel, die [[Île du Levant]], ist ein beliebtes Ziel für [[Nudisten]]. Der [[Luberon]] ist ein Gebirgskette südöstlich von Avignon, der höchste Gipfel ist der [[Mourre Nègre]] mit einer Höhe von 1.125 Meter. Nach dem Gebirge ist das Weinanbaugebiet [[Côtes du Luberon]] benannt, in welchem schon schon zur Römerzeit Wein angebaut wurde. Das [[Massif de la Sainte-Baume]] ist mit [[Rotbuche]]n- und [[Eichen]]-Wälder bedeckt, [[Maria Magdalena]] soll in einer Höhle unter dem Hügel La Sainte-Baume begraben sein. Das [[Massif des Maures]] ist mit dichten Wald bedeckt, in dem auch Orchideen und Schildkröten vorkommen. Der [[Mont Ventoux]] gilt als heiliger Berg der Kelten, er soll schon im Jahr 1336 vom italienischen Dichter [[Francesco Petrarca]] bestiegen worden sein. Bei der [[Tour de France]] ist der Mont Ventoux einer der bekanntesten Anstiege, er wird in der [[Hors Catégorie|Ehrenkategorie]] geführt. Am Fuß des [[Montagne de Lure]] liegt die [[Abtei Notre-Dame de Lure]] aus dem zwölften Jahrhundert. [[Paul Cézanne]] sah von seinem Haus aus die [[Montagne Sainte-Victoire]] und verewigte sie in mehreren Gemälden, heute ist das Gebirge ein beliebtes Wanderziel. Im Osten der [[Montagnette]] liegt auf dem Gebiet von [[Graveson]] ein [[Oppidum (Kelten)|Oppidum]] aus der [[Latènezeit]], hier wurden Münzen, Keramik, Küchengeräte und in der Nekropole ein Tempel gefunden. Der [[Pont Julien]] wurde im dritten Jahrhundert vor Christus errichtet und überspannt den [[Calavon]] bei [[Bonnieux]] als Teil der [[Via Domitia]]. Auf dem Plateau von [[Valensole]] werden [[Echter Lavendel|Lavendel]] und [[Mandel]]n angebaut, jährlich findet im Sommer das Lavendelfest statt. In den [[Seealpen]] liegt der [[Nationalpark Mercantour]]. Das [[Vallée des Merveilles]] liegt im Nationalpark und ist für seine 25.000 bis 30.000<ref>{{Internetquelle | url=http://www.larousse.fr/archives/histoire_de_france/page/812 | titel=Merveilles (Vallée des) | hrsg=larousse.fr | sprache=fr | zugriff=2012-09-07}}</ref> [[Petroglyphen]] bekannt. Ebenfalls in den Seealpen steht das römische Siegesdenkmal [[Tropaeum Alpium]], in der Stadt [[La Turbie]]. Die [[Verdonschlucht]] ist bis zu 700 Meter tief und damit nach der [[Tara (Drina)|Taraschlucht]] der zweittiefste Cayon Europas. Die Schlucht entstand nach der letzten Eiszeit, als sich die Verdon bedingt durch gewaltige Schmelzwassermengen in die weiche Kreide einschnitt. Auch die [[Vésubie]] besitzt einige Schluchten, die zu landschaftlich schönsten der Seealpen zählen.

== Geschichte ==
=== Ur- und Frühgeschichte ===
Die französische Mittelmeerküste und ihr Hinterland zählen zu den ältesten Siedlungsgebieten der Menschheitsgeschichte. In den [[Grimaldi-Grotten]] im Osten von [[Menton]] wurden nicht nur Werkzeuge aus der mittleren Steinzeit gefunden, sondern zudem zahlreiche Skelette des [[Cro-Magnon-Mensch]], einem Jäger und Früchtesammler, der als direkter Vorfahre des modernen [[Mensch]]en ''(Homo sapiens)'' gilt. Vor 6500 Jahren gibt es erste bäuerliche Ansiedlungen in der Provence. In Courthezon im Rhônetal zwischen Orange und Avignon wurde das älteste bekannte Bauerndorf Frankreichs – Spuren von Getreideanbau konnten eindeutig nachgewiesen werden – entdeckt. Es handelt sich um eine Gruppe von Hütten mit jeweils rund fünfzehn Quadratmeter Grundfläche.

=== Hellenisierung ===

Um 600 v. Chr. begann die systematische [[Kolonisation]] der Küste der Provence durch Griechen aus der kleinasiatischen Stadt [[Phokäa]]. Die Phokäer waren durch die [[Perser (Volk)|Perser]] unter Druck geraten und hatten bei ihren Fahrten entlang der Mittelmeerküste das von der Natur geschaffene Hafenbecken der späteren Stadt [[Marseille]] entdeckt. Es gibt eine Sage, nach der der [[Kelten]]könig Nann für seine Tochter Gyptis einen Mann suchte und seiner Tochter die freie Wahl ließ. Sie entschied sich für einen schönen griechischen Fremdling. Darauf sollen sie die Stadt Marseille, das damalige Massalia (später Massilia) gegründet haben. Diese Stadt erlebte einen enormen Bevölkerungszuwachs. Die Stadt begann sich langsam zu einer großen Handelsniederlassung zu entwickeln, die sogar mit den weit entfernten [[Kelten|keltischen Stämmen]] im heutigen Norddeutschland Handel betrieb. Vor allem die gute Lage am Meer machte Massalia so erfolgreich. Entlang der Küste entstanden zahlreiche Stützpunkte und Tochtergründungen, unter ihnen Antipolis ([[Antibes]]), Nikäa ([[Nizza]]) und Glanon (St. Rémy, [[Glanum]]). Die Glanzzeit Massilias fiel in das 4. Jahrhundert v. Chr. Eine keltische Invasion im späten 2. Jahrhundert v. Chr. beendete dann die Epoche der weitgehend aggressionsfreien Koexistenz von Griechen und Ureinwohnern. Massilia geriet zunehmend unter Druck und war gezwungen seinen Verbündeten, Rom, um Hilfe zu bitten.
Hiermit begann die Zeit der Romanisierung.

=== Romanisierung ===

[[Datei:TrBogen Orange.jpg|thumb|Der römische Stadtgründungsbogen in [[Orange (Vaucluse)|Orange]]]]
[[Datei:Narbonne Via Domitia.jpg|thumb|Die [[Via Domitia]] in [[Narbonne]]]]
(contracted; show full)

1887 publiziert [[Stéphen Liégeard]] ein Buch mit dem Titel „La [[Côte d’Azur]]“. In wenigen Jahren setzt sich dieser Name für den Küstensaum zwischen [[Hyères]] und [[Menton]] im allgemeinen Sprachgebrauch durch.


== Einzelnachweise ==
<references />

== Siehe auch ==
* [[Liste der Grafen und Markgrafen von Provence]]
* [[Provence-Alpes-Côte d’Azur]]

== Literatur==
* Marlis Zeus, ''Provence und Okzitanien im Mittelalter''. Ein historischer Streifzug, 532 Seiten.  Mit 88 Abbildungen  und 25 Stammtafeln  der regierenden Fürstenhäuser. 2. Aufl. Helmesverlag Karlsruhe, ISBN 978-3980813341
(contracted; show full)
== Weblinks ==
{{Commonscat|Provence}}
* [http://www.regionpaca.fr/ Région Provence-Alpes-Côte d'Azur]
* [http://www.decouverte-paca.fr/ Comité Régional de Tourisme Provence-Alpes-Côte d'Azur]
* [http://www.alpes-de-lumiere.org/ Verein „Alpes de Lumière“, Haute-Provence: Erhaltungsmaßnahmen und Bildungsangebote]


== Einzelnachweise ==
<references />

== Bildergalerie ==
Typische Landschafts- und Stadtbilder der Provence:
<gallery>
Datei:Trop4.JPG|[[Saint Tropez]] an der [[Côte d'Azur]]
Datei:Gordolasque.jpg|Gordolasque-Tal im Hochland der Ostprovence hinter Nizza
Datei:Menton-Altstadt.JPG|Blick auf die Altstadt von [[Menton]], Côte d'Azur
Datei:Gordes 2007.jpg|[[Gordes]] im [[Luberon]] ([[Vaucluse]])
Datei:Daluis gorges du var 03.jpg|Daluis-Schlucht im [[Département Alpes-Maritimes]]
(contracted; show full)[[sv:Provence]]
[[th:พรอว็องส์]]
[[tr:Provence]]
[[uk:Прованс]]
[[vi:Provence]]
[[xmf:პროვანსი]]
[[zh:普罗旺斯]]
[[zh-min-nan:Provence]]