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Der '''Katastrophenfilm''', auch '''Desasterfilm''', ist ein [[Filmgenre]] 

 -- Wikipedia ---------
Ein '''Katastrophenfilm''' (auch Desasterfilm genannt) ist ein [[Spielfilm]], der von einem allumfassenden Unglück, meist von einer [[Naturkatastrophe]] (Erdbeben, Flut, Vulkanausbruch, Meteoriten, Stürme etc.) oder einer Katastrophe, die im Zusammenhang mit technischem Fortschritt (Flugzeuge, Hochhäuser, Schifffahrt etc.) steht, handelt.
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Filme, die große Zerstörungen visualisieren und thematisieren, hat es seit Beginn der Filmgeschichte gegeben. Das Spektakuläre und Sensationelle war immer fester Bestandteil der Filmtradition, von Gunning zu Recht Kino der Attraktionen genannt. Der oft lustvoll ausgeführten Zerstörung in der Diegese korrespondiert der gefahrlosen Teilhabe auf der Rezipientenseite, die wie die reale Schaulust bei Bränden, Unfällen oder Überschwemmungen auch im Kino großen Zuspruch findet.



Filmhistorisch wurzelt der Katastrophenfilm in den frühen Sensationsfilmen, wurde aber erstmals in San Fransisco (USA 1936) in der uns auch heute noch geläufigen Ästhetik des Spielfilms realisiert. Eine erste Hochphase hatte der Katastrophenfilm in den 1950er Jahren, wo die Konkurrenz zum Fernsehen spektakulärere Filmsujets beförderte. Auch passte er gut zu anderen Bedrohungsszenarien, die im Horror- und Science-Fiction-Film dieser Zeit boomten. In den 1970er Jahren wurde dieses Thema wiederum zahlreich behandelt, die Genrebezeichnung Katastrophenfilm geprägt und häufig in Spielfilmen mit vielen Stars (Allstarfilm) konkretisiert. Erneut 20 Jahre später kam es zur bislang letzten Konjunktur, die Katastrophenfilme der 1990er Jahre zeichnen sich durch enorme Fortschritte in der vor allem auch computergestützten Tricktechnik aus.


Die Ursache der Katastrophe ist die unberechenbare Natur (Kometen, Vulkane, Erdbeben), die individuelle Schuld (schlampige Arbeit bei Großprojekten, Raffgier, Terror) oder menschlicher Größenwahn. Die Katastrophe verhilft dazu, den „wahren Menschen“ zu zeigen: den Helden, den Egoisten, den Versager, den Opferbereiten. Die Starken retten nun die Schwachen, bei aller Not und gegen alle Wahrscheinlichkeit siegt auch hier das Gute, das allerdings im Kontrast zur zuvor entfesselten Destruktivität unverhältnismäß(contracted; show full)

Filmästhetisch hängt viel vom Aufwand und der technischen Realisierbarkeit von realistisch wirkenden Effekten und Tricks ab. Earthquake (1974) wurde mittels neuartiger Sensurroundtechnik präsentiert, bei der die Bässe der speziell dafür ausgestatteten Kinos die Kinositze und damit die Zuschauer erschütterten. In den 1990er Jahren ermöglichen digitale Filmeffekte bildintensivere Formen von Explosionen und Zerstörungen, die seither auch im Action- und Science-Fiction-Film Verwendung finden.


Rezeptionsästhetisch dominiert eine anarchische Freude an der Zerstörung, die durch die restaurativen Happy-Ends eingedämmt werden soll. In Erinnerung bleiben allerdings die Zerstörungsszenarien und nicht die harmonisierenden Filmenden.

 -- RECLAM ---------

<ref name="reclam">{{Literatur | Autor=Frank Henschke | Herausgeber=Thomas Koebner | Titel=Katastrophenfilm | Sammelwerk=Sachlexikon des Films | Verlag=Reclam  | Jahr=2006 | Monat=August| ISBN=978-3-15-010625-9 |Auflage=2.|Seiten=339-341}}</ref>

== Literatur ==
* Manfred Hobsch: ''Das große Lexikon der Katastrophenfilme.'' Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag GmbH, Berlin 2003, ISBN 3-89602-474-4.
* Nicoläa Maria Grigat: ''Gender- und Race-Topographien im amerikanischen Disasterfilm.'' Tectum Verlag, Marburg 2009, ISBN 3-8288-9930-7.
* Tom Gunning: ''Das Kino der Attraktionen''. In: Meteor 4, 1996, S. 25-34.
* Drehli Robnik, Michel Palm: ''Schutt und Asche. 100 Jahre Katastrophenfilm''. In: Meteor 9, 1997, S. 58-67.
* Stephen Keane: ''Disaster movies. The cinema of catastrophe''. London: Wallflower 2001.

== Weblinks ==
{{Wiktionary|Katastrophenfilm}}
*[http://katastrophenfilme.net/ Katastrophenfilme.net] – Wiki zu Katastrophenfilmen

== Einzelnachweise ==
<references />