Difference between revisions 120361821 and 120362184 on dewikiDer '''Katastrophenfilm''', auch '''Desasterfilm''', bezeichnet ein in den 1970er Jahren entstandenes [[Filmgenre]],<ref name="reclam">{{Literatur | Autor=Frank Henschke | Herausgeber=Thomas Koebner | Titel=Katastrophenfilm | Sammelwerk=Sachlexikon des Films | Verlag=Reclam | Jahr=2006 | Monat=August| ISBN=978-3-15-010625-9 |Auflage=2.|Seiten=339-341}}</ref> dass ein allumfassendes Unglück in Mittelpunkt der Handlung stellt. -- Wikipedia --------- Ein '''Katastrophenfilm''' (auch Desasterfilm genannt) ist ein [[Spielfilm]], der von einem allumfassenden Unglück, meist von einer [[Naturkatastrophe]] (Erdbeben, Flut, Vulkanausbruch, Meteoriten, Stürme etc.) oder einer Katastrophe, die im Zusammenhang mit technischem Fortschritt (Flugzeuge, Hochhäuser, Schifffahrt etc.) steht, handelt. Stilbildendes Element ist ein einzelner, meist einfacher Mensch, der angesichts der Katastrophe über sich hinauswächst und unter persönlichen Verlusten wesentlich zu ihrer Überwindung beiträgt. Oft wird der Titel der entsprechenden Filmes schlicht gehalten indem man ihn einfach nach dem Namen der Katastrophe benennt. Der Katastrophenfilm gehört zu den Ur-Genres des Kinos. Der vielleicht erste seiner Art war der 1896 vorgeführte Film [[Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat]] der [[Brüder Lumière]]. Er zeigte eine Lokomotive, die auf die Zuschauer zuraste und diese in den Vorführungen tatsächlich aus dem Kinosaal jagte. Der Film ist hier noch ganz Kind des [[Jahrmarkt]]spektakels, dessen zentrales Thema die [[Hybris]] des Technischen ist. Seinen Höhepunkt hatte das Genre in den [[1970er]] Jahren. Hier entstanden zahlreiche, technisch aufwändige und zum Teil sehr fortschrittliche Produktionen (zum Beispiel Einführung des (später gescheiterten) [[Sensurround]]-Tonverfahrens durch ''Earthquake'' 1974). Typisch für die damaligen Produktionen war ein großes Aufgebot an bekannten Filmschauspielern ([[Charlton Heston]], [[Steve McQueen]], [[George Kennedy]], [[Ava Gardner]], [[Paul Newman]], [[Dean Martin]]). In den [[1990er]] Jahren erlebte das Genre eine Renaissance, allerdings kam es häufiger zu einer Genrevermischung, zum Beispiel bei [[Titanic (1997)|Titanic]], das gleichzeitig ein [[Dramatik|Drama]] war. -- BENDER 1 --------- <ref name="bender">Karl Juhnke: [http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=920 Katastrophenfilm]. In: Lexikon der Filmbegriffe, Hrsg. von Hans. J. Wulff und Theo Bender.</ref> Filme, die große Zerstörungen visualisieren und thematisieren, hat es seit Beginn der Filmgeschichte gegeben. Das Spektakuläre und Sensationelle war immer fester Bestandteil der Filmtradition, von Gunning zu Recht Kino der Attraktionen genannt. Der oft lustvoll ausgeführten Zerstörung in der Diegese korrespondiert der gefahrlosen Teilhabe auf der Rezipientenseite, die wie die reale Schaulust bei Bränden, Unfällen oder Überschwemmungen auch im Kino großen Zuspruch findet. Filmhistorisch wurzelt der Katastrophenfilm in den frühen Sensationsfilmen, wurde aber erstmals in San Fransisco (USA 1936) in der uns auch heute noch geläufigen Ästhetik des Spielfilms realisiert. Eine erste Hochphase hatte der Katastrophenfilm in den 1950er Jahren, wo die Konkurrenz zum Fernsehen spektakulärere Filmsujets beförderte. Auch passte er gut zu anderen Bedrohungsszenarien, die im Horror- und Science-Fiction-Film dieser Zeit boomten. In den 1970er Jahren wurde dieses Thema wiederum zahlreich behandelt, die Genrebezeichnung Katastrophenfilm geprägt und häufig in Spielfilmen mit vielen Stars (Allstarfilm) konkretisiert. Erneut 20 Jahre später kam es zur bislang letzten Konjunktur, die Katastrophenfilme der 1990er Jahre zeichnen sich durch enorme Fortschritte in der vor allem auch computergestützten Tricktechnik aus. Die Ursache der Katastrophe ist die unberechenbare Natur (Kometen, Vulkane, Erdbeben), die individuelle Schuld (schlampige Arbeit bei Großprojekten, Raffgier, Terror) oder menschlicher Größenwahn. Die Katastrophe verhilft dazu, den „wahren Menschen“ zu zeigen: den Helden, den Egoisten, den Versager, den Opferbereiten. [[Filmgenre]], bei dem ein allumfassendes Unglück die Rahmenhandlung stellt. Häufig verwendete Katastrophenszenarien sind [[Erdbeben]], [[Überschwemmung]]en, [[Vulkanausbruch|Vulkanausbrüche]], [[Impakt|Bedrohungen durch Meteoriten]], [[Sturm|Stürme]], [[Flugzeugabsturz|Flugzeugabstürze]] oder [[Schiffsunfall|Schiffshavarien]], im Zuge derer sich ein einzelner Mensch oder eine Gruppe beweisen muss. Filmhistorisch wurzelt der Katastrophenfilm in den frühen Sensationsfilmen, wurde aber erstmals in San Fransisco (USA 1936) in der uns auch heute noch geläufigen Ästhetik des Spielfilms realisiert. Eine erste Hochphase hatte der Katastrophenfilm in den 1950er Jahren, wo die Konkurrenz zum Fernsehen spektakulärere Filmsujets beförderte. Auch passte er gut zu anderen Bedrohungsszenarien, die im Horror- und Science-Fiction-Film dieser Zeit boomten. In den 1970er Jahren wurde dieses Thema wiederum zahlreich behandelt, die Genrebezeichnung Katastrophenfilm geprägt und häufig in Spielfilmen mit vielen Stars (Allstarfilm) konkretisiert. Erneut 20 Jahre später kam es zur bislang letzten Konjunktur, die Katastrophenfilme der 1990er Jahre zeichnen sich durch enorme Fortschritte in der vor allem auch computergestützten Tricktechnik aus. <ref name="reclam">{{Literatur | Autor=Frank Henschke | Herausgeber=Thomas Koebner | Titel=Katastrophenfilm | Sammelwerk=Sachlexikon des Films | Verlag=Reclam | Jahr=2006 | Monat=August| ISBN=978-3-15-010625-9 |Auflage=2.|Seiten=339-341}}</ref> -- Wikipedia --------- Seinen Höhepunkt hatte das Genre in den [[1970er]] Jahren. Hier entstanden zahlreiche, technisch aufwändige und zum Teil sehr fortschrittliche Produktionen (zum Beispiel Einführung des (später gescheiterten) [[Sensurround]]-Tonverfahrens durch ''Earthquake'' 1974). Typisch für die damaligen Produktionen war ein großes Aufgebot an bekannten Filmschauspielern ([[Charlton Heston]], [[Steve McQueen]], [[George Kennedy]], [[Ava Gardner]], [[Paul Newman]], [[Dean Martin]]). In den [[1990er]] Jahren erlebte das Genre eine Renaissance, allerdings kam es häufiger zu einer Genrevermischung, zum Beispiel bei [[Titanic (1997)|Titanic]], das gleichzeitig ein [[Dramatik|Drama]] war. -- BENDER 1 --------- <ref name="bender">Karl Juhnke: [http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=920 Katastrophenfilm]. In: Lexikon der Filmbegriffe, Hrsg. von Hans. J. Wulff und Theo Bender.</ref> Filme, die große Zerstörungen visualisieren und thematisieren, hat es seit Beginn der Filmgeschichte gegeben. Das Spektakuläre und Sensationelle war immer fester Bestandteil der Filmtradition, von Gunning zu Recht Kino der Attraktionen genannt. Der oft lustvoll ausgeführten Zerstörung in der Diegese korrespondiert der gefahrlosen Teilhabe auf der Rezipientenseite, die wie die reale Schaulust bei Bränden, Unfällen oder Überschwemmungen auch im Kino großen Zuspruch findet.⏎ ⏎ Die Starken retten nun die Schwachen, bei aller Not und gegen alle Wahrscheinlichkeit siegt auch hier das Gute, das allerdings im Kontrast zur zuvor entfesselten Destruktivität unverhältnismäßig erscheint. Je nach Tendenz erscheint die Katastrophe als Warnung zur Umkehr oder als Strafgericht, immer aber als Spektakel der Sinne und als Moratorium der Normalität. -- BENDER 2 ------- (contracted; show full) * Nicoläa Maria Grigat: ''Gender- und Race-Topographien im amerikanischen Disasterfilm.'' Tectum Verlag, Marburg 2009, ISBN 3-8288-9930-7. * Tom Gunning: ''Das Kino der Attraktionen''. In: Meteor 4, 1996, S. 25-34. * Drehli Robnik, Michel Palm: ''Schutt und Asche. 100 Jahre Katastrophenfilm''. In: Meteor 9, 1997, S. 58-67. * Stephen Keane: ''Disaster movies. The cinema of catastrophe''. London: Wallflower 2001. ⏎ * Lois Parkinson Zamora (Hrsg.): ''The Apokalyptic Vision in America''. Bowling Green, 1982. == Weblinks == {{Wiktionary|Katastrophenfilm}} *[http://katastrophenfilme.net/ Katastrophenfilme.net] – Wiki zu Katastrophenfilmen == Einzelnachweise == <references /> All content in the above text box is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike license Version 4 and was originally sourced from https://de.wikipedia.org/w/index.php?diff=prev&oldid=120362184.
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