Difference between revisions 138797943 and 138797945 on dewiki<!-- Dieser Artikel ist teilweise Gegenstand von heftigen Edit-Wars gewesen und mußte deswegen wiederholt gesperrt werden. Er ist jetzt versuchsweise wieder freigegeben. Alle Änderungen mit inhaltlichem Bezug sollten wegen der anscheinend vorherrschenden Empfindlichkeiten auf der Diskussionsseite begründet werden, möglichst mit Quellenangabe. --> [[Bild: liwa-e-ahmadiyya.png |thumb|Flagge der Ahmadiyya Muslim Jamaat]] Die '''Ahmadiyya''' ([[Urdu]]: {{Ar|احمدیہ|b=Ahmadiyya}}) ist eine [[Glaubensgemeinschaft]], die 23. März [[1889]] von [[Mirza]] [[Ghulam Ahmad]] in [[Qadian]] ([[Indien]]) als Reformbewegung innerhalb des [[Islam]] gegründet wurde. Nachdem sich jedoch 1890 Ghulam Ahmad zum "Mahdi und Messias" erhob und Basheeruddin Mahmood Ahmad, der zweite Kalif der Ahmadiyya, jeden Muslim, der nicht die Prophetie von Ghulam Ahmad anerkannte, zum "[[Kafir]]" erklärte, wurde im April [[1974]] von der [[Islamische Weltliga|Islamischen Weltliga]] in [[Mekka]] eine [[Fatwa]] erlassen, nach der die Ahmadiyya nicht zu der Gemeinschaft des Islam ([[Umma]]) gezählt wird. <ref>[http://www.aboutahmadiyya.com/fatwa.html Fatwas and Statements of Islamic Scholars about Ahmadiyya]</ref> Die Ahmadiyya verbot daraufhin ihren Anhängern hinter Nicht-Ahmadi-[[Imam]]en zu beten oder Ehen außerhalb der Ahmadiyya-Gemeinschaft einzugehen. Die Ahmadiyya teilte sich [[1914]] in die Untergruppen: *'''Ahmadiyya Muslim Jamaat''' (AMJ, {{ar| الجماعة الأحمدية}}) und *'''Lahore Ahmadiyya Movement''' (auch ''Ahmadiyya Anjuman Ishaat-i-Islam Lahore'', AAIIL, {{Ar|أحمدية أنجومان اشاعات الاسلام}}) auf. Die Ahmadiyya grenzt sich scharf von militant-[[Fundamentalismus|fundamentalistischen]] Strömungen des Islam ab und betonen die friedlichen und toleranten Elemente dieser Religion. == Geschichte == Die Ahmadiyya-Bewegung wurde [[1889]] gegründet. [[1891]] verkündete [[Ghulam Ahmad]], der vom Propheten [[Mohammed]] angekündigte [[Mahdi]] zu sein, außerdem behauptete er, dass die prophezeite Wiederkunft von [[Jesus Christus]], [[Krishna]] und [[Buddha]] in seiner Person erfüllt worden sei. Sein gottgegebener Auftrag sei die Vereinigung aller Religionen unter dem Banner des Islam. Nach der Lehre der Ahmadiyya starb Jesus nicht am Kreuz; er wurde gerettet und emigrierte daraufhin unter dem Namen [[Yuz Asaf]] nach Indien, wo er nach einer langen Lehrtätigkeit eines natürlichen Todes starb. In [[Srinagar]], der Hauptstadt [[Kaschmir|Kashmirs]], soll sich sein Grab befinden. Ghulam Ahmad entstammt einer aristokratischen Familie persischer Abstammung. Die Nachfolger von Ghulam Ahmad werden von der AMJ als [[Kalif]]en (Nachfolger eines Propheten) bezeichnet. === Spaltung 1914 === Nach dem Tod des ersten [[Kalif]]en spaltete sich die Gemeinschaft [[1914]] an der Frage, ob das [[Kalifat]] (d.h. die Institution der Nachfolge Ghulam Ahmads) weiterhin Bestand haben sollte, oder ob das Kalifat durch ein Komitee (Anjuman) abgelöst werden sollte, das von nun an die Gemeinschaft verwalten sollte. Die Gruppe, welche das Kalifat ablehnte, errichtete in Lahore eine Art Präsidium (geleitet von einem [[Emir]]). Seitdem ist sie als die '''Lahore Ahmadiyya Movement''' (AAIIL) bekannt. Dr. [[Abdul Karim Saeed Pasha]] ist seit [[2002]] Emir der AAIIL. Die Befürworter des [[Kalifat]]s wählten [[Basheeruddin Mahmood Ahmad]], den ältesten Sohn [[Ghulam Ahmad]]s, zum zweiten Kalifen und somit zum neuen [[spirituell]]en Führer der '''Ahmadiyya Muslim Jamaat''' (AMJ). Die Kalifen der AMJ werden von einem Wahlkomitee auf Lebenszeit gewählt. Seit 2003 ist [[Masroor Ahmad]] als Khalifatul Massih V. das geistliche Oberhaupt der AMJ. Die große Mehrheit der Ahmadis gehört der AMJ an. === Entwicklung in Indien/Pakistan === Nach der Teilung Indiens verlegte die AMJ ihren Hauptsitz [[1954]] von [[Qadian]] ([[Indien]]) nach [[Rabwah]] ([[Pakistan]]). Wegen der sich verschärfenden Verfolgung verlegte der vierte Kalif seinen Sitz [[1984]] nach [[London]]. Rabwah und Qadian gelten aber nach wie vor als die geistlichen Zentren der AMJ. === Entwicklung in Kanada === In [[Calgary]] baut die AMJ für 14 Mio USD die größte [[Moschee]] in [[Amerika (Kontinent)|Amerika]] . === Bekannte Persönlichkeiten === * Sir [[Zafrullah Khan|Muhammad Zafrullah Khan]], Außenminister Pakistans (1947-1954), Präsident der 17. UNO-Generalversammlung (1962-1963) und Präsident des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (1970-1973). * Dr. [[Abdus Salam]], der erste islamische Nobelpreisträger (1979 in Physik) und Gewinner der Einstein-Medaille der UNESCO (1979) * [[Muzaffar Ahmad]], unter den damaligen Präsidenten der Organisationen, jeweils Direktor der Weltbank (1972-1984) und Geschäftsführer des Internationalen Währungsfonds (1972-1984). * [[Hadayatullah Hübsch]], deutscher Schriftsteller (zahlreiche Lyrikbände und Bücher über den Islam), ehem. Vorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller in Hessen, Mitglied des Ethikrats Hessen und ehem. Pressesprecher der deutschen AMJ. * [[Iftikhar Janjua]], Generalmajor der pakistanischen Armee und Held von [[Rann von Kutch]] * [[Akhtar Hussain Malik]], Generalleutnant der pakistanischen Armee und Kriegsheld * [[Abdul Ali Malik]], General der pakistanischen Armee * [[Yusef Lateef]], Jazzmusiker === Führung === {| cellpadding="6" style="margin: 0em 0em 0em 0; border: 0px #aaa solid; border-collapse: collapse;" ! || Kalifen der AMJ || || Emire der AAIIL |- ! valign="top" | | valign="top" | # [[Hakeem Maulvi Nooruddin]] ([[1908]]-[[1914]]) # [[Basheeruddin Mahmood Ahmad]] ([[1914]]-[[1965]]) # [[Nasir Ahmad]] ([[1965]]-[[1982]]) # [[Tahir Ahmad]] ([[1982]]-[[2003]]) # [[Masroor Ahmad]] (seit [[2003]]) || | valign="top" | # [[Maulana Muhammad Ali]] ([[1914]]-[[1951]]) # [[Sadr-ud-Din]] ([[1951]]-[[1981]]) # Dr. [[Saeed Ahmad Khan]] ([[1981]]-[[1996]]) # Dr. [[Asghar Hameed]] ([[1996]]-[[2002]]) # Dr. [[Abdul Karim Saeed Pasha]] (seit [[2002]]) |} === Deutschland === AMJ und AAIIL traten etwa zeitgleich in den 20er Jahren missionarisch in Deutschland auf. Die [[1922]] entstandene „Islamische Gemeinde zu Berlin e.V.“ vereinte in den ersten Jahren ihrer Existenz den größten Teil der in der Reichshauptstadt lebenden Muslime. Gläubige aus über vierzig Nationen waren Mitglieder im Verein. Ab dem Jahre [[1930]] führte die Moscheegemeinde den Namen ''„Deutsch-Muslimische Gesellschaft e.V.”''. Mit dieser Umbenennung war ein ungewöhnliches Programm verbunden: Die neue Gemeinschaft nahm auch Christen und Juden als Mitglieder auf. <ref>[http://www.way-to-allah.com/themen/DeutscherIslam.html Zwischen Preussenadler und Hakenkreuz - Islam in Deutschland von 1739-1945]</ref> Am 9. Oktober [[1924]] legte die AAIIL in [[Berlin]] den Grundstein der [[Wilmersdorfer Moschee]]. Die älteste erhaltene [[Moschee]] Deutschlands wurde am 26. April [[1925]] eröffnet. Die Moschee-Gemeinde gab von 1924 bis 1940 die Zeitschrift ''„Moslemische Revue”'' heraus, und ihr Imam [[Sadr-ud-Din]] legte [[1939]] die erste deutsche Koranübersetzung aus muslimischer Feder vor. Aufgrund der [[Weltwirtschaftskrise]] mussten die Missionare wieder nach Indien zurückkehren. Die „Islamische Gemeinde Berlin“ bzw. die Moschee wurde von einheimischen Muslimen weiter betreut. Nach dem Krieg gründete die AMJ [[1949]] die erste Lokalgemeinde in [[Hamburg]] durch einen Missionar aus der [[Schweiz]] und baute die Moscheen in Hamburg ([[1957]]) und Frankfurt/Main ([[1959]]). Als Förderverein für die Wilmersdorfer Moschee entstand am 17. November [[1990]] die ''Gesellschaft zur Erhaltung der Moschee e.V.''. Am 9. August [[1955]] gründete die AMJ in Hamburg den Verein ''Ahmadiyya Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland e.V.'' Im Jahre [[1969]] verlegte sie den Vereinssitz nach Frankfurt am Main und nennt sich seit [[1988]] ''Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik Deutschland e.V.'' Im Jahre [[2002]] kaufte sie ein Industrieareal in [[Frankfurt-Bonames]] für die neue Zentrale, das ''Baitus Sabuh'' genannt wird. Die AAIIL hat in Deutschland ihren Sitz in der ''Wilmersdorfer Moschee'' in [[Berlin]]. <ref>AAIIL: [http://berlin.ahmadiyya.org/ Die Berliner Moschee und die deutsche Mission]</ref> {| cellpadding="6" style="margin: 0em 0em 0em 0; border: 0px #aaa solid; border-collapse: collapse;" ! || <b>Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland</b> || || <b>AAIIL-Geschäftsführer Deutschland</b> |- ! valign="top" | | valign="top" | {{Lückenhaft| * "missionary incharge" und "national amir" in Deutschland.}} #Mubarak Ali Bengali, Imam (1922 - 1924) #Malik Ghulam Farid, Imam (1923 - 1924) #Chaudhry Abdul Latif (1949 - ?) #F. I. Anweri, Imam (? - ?) #[[Abdullah Wagishauser|Abdullah Uwe Wagishauser]], Emir (seit 1984) <ref>AMJ: [http://www.ahmadiyya.de/muslim/person/abdullah_wagishauser.html Emir Abdullah Wagishauser]</ref><br />Haidar Ali Zaffar, Imam (seit ?) || | valign="top" | # Sadr-ud-Din, Imam (Gründer) (1922) # Abdul Majid, Asstt. Imam (1921) # Fazal Karim Durrani, Imam (1925) # Dr. S. Muhammad Abdullah, Imam (1928) # Dr. Mirza Aziz-ur-Rahman, Asist. Imam (1933) # Dr. Nazir-ul-Islam, Asist. Imam (1938) # Fr. Amina Mosler, Hausmeisterin (1937) # Br. [[Mohammed Aman Hobohm]], Imam (1949) # Mr. Abdul Aziz Khan, Acting Imam (Februar 1959) # Maulana Muhammad Yahya Butt, Imam (November 1959) # Saeed Ahmad Chaudhry, Imam (1987) # Abdul Aziz, zweiter Imam (1989) # A.S. Abdul Santoe, kommissarischer Imam (seit [[2002]]) <ref>AAIIL: [http://berlin.ahmadiyya.org/berlin-mission-june06.pdf Die Berliner Moschee der Ahmadiyya-Bewegung zur Verbreitung des Islam (Lahore).<br />Geschichte und Gegenwart einer internationalen islamischen Gemeinschaft in Berlin.] (Juni 2006)</ref> |} === Schweiz === Am 13. Oktober [[1946]] trafen drei Missionare der AMJ, [[Sheikh Nasir Ahmad]], Abdul Latif und Ghulam Ahmad Bashir in [[Zürich]] ein. Eigentlich sollte in Deutschland eine islamische Missionsstelle eröffnet werden, doch waren Einreisegenehmigungen nach Deutschland in den ersten Nachkriegsjahren kaum zu erhalten. Nach einiger Zeit reisten Abdul Latif und Ghulam Ahmad Bashir in die [[Niederlande]]. Der Grundstein der Mahmud-Moschee wurde am 25. August [[1962]] durch Amatul Hafeez Begum, Tochter des Gründers Ghulam Ahmad, gelegt. Sie wurde am 22. Juni [[1963]] durch den seinerzeitigen Präsidenten der 17. Session der UNO-Generalversammlung, Sir [[Zafrullah Khan]] eröffnet, in Anwesenheit des Stadtpräsidenten von Zürich, Dr. Emil Landolt. Zur Zeit ist eine zweite Moschee in [[Wigoltingen]] in Planung. Die Mahmud Moschee ist die erste Moschee des Landes und die Zentrale der AMJ Schweiz. Die Gemeinde hat etwa 500 Mitglieder und ihr Emir ist Walid Tariq Tarnutzer. <ref>Webseite Schweiz: http://www.ahmadiyya.ch</ref> :<b>Missionarleiter</b> #[[Sheikh Nasir Ahmad]] (1946 - 1962) #Mushtaq Ahmad Bajwa (1962 - 1975) #N.N. (1975 - 1997) #Sheikh Nasir Ahmad (1997 - 2000) #Ahmed Sadaqat (2001 - heute) Bis [[1962]] wurden in der Schweiz drei bedeutsame Schwerpunktaufgaben bewältigt: Die erste Auflage der arabisch-deutschen Ausgabe des Korans 1954, die Gründung und Herausgabe der Zeitschrift „Der Islam“ und der Bau einer Moschee. === Österreich === In [[Österreich]] hat die AMJ etwa 30 Mitglieder über das Land verstreut und wird von Dr. Muhammad Jalal Shams geleitet. Eine Kontaktadresse besteht in [[Wien]]. <ref>Webseite Österreich: http://www.ahmadiyya.at</ref> == Lehre == Ahmadis teilen die zentralen Werte des [[Islam]] ([[Gebet]], [[Almosen]], [[Fasten]], ...). Die Lehre der Ahmadiyya unterscheidet sich von der des orthodoxen Islam in folgenden Punkten. Besonders die Frage der Nachfolge der Prophetentum [[Mohammed]]s provoziert die Feindseligkeit der Muslime zur Ahmadiyya. Ahmadiyya unterscheidet sich vom orthodoxen Islam in folgendem: * Der Koran enthält keine Widersprüche und es sind keine seiner [[Ayat]] aufgehoben ([[Abrogation]]), und der Koran hat Vorrang über [[Hadith]] und [[Tradition]]en. Das bedeutet, dass kein Koranvers einem anderen widerspricht und kein Hadith kann Versen des Koran widersprechen. Hadith, die im Widerspruch zum Koran stehen, werden von Ahmadis nicht akzeptiert. <ref>AAIIL: [http://www.aaiil.org/text/hq/sermons/mali/godwordjews.shtml#abrog Abrogation]</ref> * Jesus Christus, der am Kreuz hing, überlebte und wurde genesen in einer Grabkammer. Er starb in [[Kaschmir]], nachdem er die „[[Verlorene Stämme Israels|Verlorenen Stämme Israels]] “ gesucht hat. <ref>AAIIL: [http://www.aaiil.org/uk/newsletters/2001/1001ukbulletin.pdf Bulletin 2001]</ref> Er hat auch die Ankunft des Propheten Mohammeds vorhergesagt, was Christen als „Heiliger Geist“ missverstanden. * Der (kriegerische) [[Dschihad]] darf nur zur Verteidigung in extremen Situationen von religiöser Verfolgung, nicht aber als politische Waffe oder als Vorwand für die Eroberung fremder Territorien geführt werden. <ref>AAIIL: [http://www.aaiil.org/text/articles/others/truemeaningjihad.shtml True Meaning of Jihad]<br />AMJ: [http://www.ahmadiyya.de/library/jihaad-wahres_konzept.html Wahrheit über Jihaad - Das tatsächliche islamische Konzept]</ref> Die Auswanderung ist dem Kampf vorzuziehen. (Sure 8:72, 22:58) * Der „Messias“ und „Mahdi“ ist ein und dieselbe Person und der Islam wird den Anti-Christ ([[Dajjal]]) besiegen in einer ähnlich langen Zeitspanne, die das werdende Christentum brauchte sich zu etablieren (300 Jahre). Muslime glauben, dass Jesus Christus leibhaftig in den „Letzten Tagen“ vom Himmel steigen wird, um „das Schwein zu töten und das Kreuz zu brechen“ – und dies in wörtlicher Weise –, um den Islam wiederzubeleben. Ahmadis glauben, dass die „Wiedergeburt“ des Islam durch eine spirituelle Erneuerung stattfindet (Töten des Schweins), und der Sieg über das Christentum durch die Kraft der Argumente (Brechen des Kreuzes) erreicht wird. <ref>AMJ: [http://www.ahmadiyya.de/library/ausgewaehlte_hadith/29.html Ausgewählte Hadith]</ref> === Glaubensartikel === Die Glaubensartikel der Ahmadiyya Bewegung stimmen mit dem Islam dahingehend überein, dass der Koran das Wort Gottes ist, das die Menschen führt und leitet, und dass der Prophet Mohammed die vollkommene Verkörperung der islamischen Lehren war, dessen Beispiel ([[Sunna]]) jeder Muslim für alle Zeit nacheifern soll. Jedoch bringt jedes neue Zeitalter neue Herausforderungen mit sich, und mit der Zeit geht auch das ursprüngliche Verständnis der Religion stückweise verloren. Aus diesem Grunde hat Gott den Muslimen versprochen, die Religion von Zeit zu Zeit zu erneuern bzw. zu reformieren. Die gottgewollte Aufgabe eines [[Mudschaddid]]s (Erneuerer [der Religion]) ist es, die ursprünglichen Lehren der Religion wiederherzustellen, neue Wahrheiten aus dem Koran hervorzuholen, die den Nöten, Herausforderungen und Zweifeln des neuen Zeitalters begegnen und den lebendigen Glauben im Herzen der Muslime durch das neue Wissen, die religiöse Erfahrung und die göttlichen Zeichen zu erwecken, die dem Mudschaddid von Gott gewährt werden. *Der Islam ist '''international'''. :Gott hat seine [[Prophet]]en unter allen Völkern berufen, nicht nur unter den [[Israel]]iten (wie bereits unter Muslimen allgemein anerkannt) sondern auch in Indien, China, Persien usw. Ein Muslim muss an all diese Propheten glauben, sie respektieren und an ihre Schriften glauben. Der Islam stellt die ursprüngliche Reinheit der von ihnen gelehrten ewigen Wahrheit wieder her und erweitert die Gültigkeit der nationalen Lehren, um einen universellen Glauben für alle Menschen bereitzustellen. [[Tugend]]/[[Frömmigkeit]], gute Menschen und [[Wahrheit]] kann in allen Völkern gefunden werden. Gott ist gleich für alle Menschen, unabhängig ihrer [[Nationalität]], [[Rasse]] oder [[Religion]]. *Der Islam ist '''tolerant'''. :Er gibt jedem Mensch die völlige [[Freiheit]] einen [[Glaube]]n und eine [[Religion]] anzunehmen, zu vertreten und auszuüben. Unterschiede im Glauben und Interpretation, mit wem sie auch bestehen mögen, müssen [[Toleranz|toleriert]] werden. [[Kritik]] gegen den Islam darf nur mit Worten beantwortet werden, jede empfundene Beleidigung muss mit Geduld ausgehalten werden; die Antwort mit [[Gewalt]] ist den Lehren des Islam fremd. Die allgemeine Vorstellung des Islam als eine [[Intoleranz|intolerante]] Religion ist völlig falsch. *Der Islam ist '''friedfertig'''. :Er verurteilt jeglichen Gebrauch von [[Gewalt]] mit Ausnahme von unvermeidbarer [[Selbstverteidigung]]. Alle Schlachten des frühen Islam waren reine Verteidigungskämpfe. Muslime müssen unter jeder [[Gesellschaftsform]] friedlich leben, die ihnen [[Religionsfreiheit]] gewährt. Der Eindruck, dass der Islam seine Anhänger auffordere Krieg zu führen oder zu rebellieren, um ihre eigene Gesellschaftsform zu etablieren, ist vollkommen falsch. Das Konzept des [[Dschihad]] wird weitreichend missverstanden: es bedeutete zu allererst eine [[Spiritualität|spirituelle]], intellektuelle und [[Moral|moralische]] Anstrengung sich selbst zu verbessern und dann auch andere. *Der Islam ist '''nicht sektiererisch'''. :Jeder Mensch, der die [[Schahada|Kalima]] (den Spruch „Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist Sein Gesandter“) bekennt, muss wie ein Bruder der Muslime behandelt werden. Es ist keine [[Inquisition]] (Befragung, Untersuchung) hinsichtlich Überzeugungen oder (Glaubens)Motive erlaubt. Sogenannte Entscheidungen, die unter gewissen Umständen Menschen aus dem Islam [[Exkommunikation|exkommunizieren]], die die Kalima bekennen, stehen vollkommen entgegen der islamischen Lehre. *Der Islam ist '''rational'''. :Er verlangt nachdrücklich den Gebrauch der [[Vernunft]] und des [[Wissen]]s in allen Dingen, auch in religiösen Angelegenheiten. Der Islam gründet all seine Lehren auf Argumente und Tatsachen. Der Koran muss im Lichte des Wissens, der [[Wissenschaft]] und der Vernunft studiert werden. Blinde Gefolgschaft gegenüber religiösen Führern wird verworfen, die gedankenlose Nachahmung wird nicht empfohlen und die Freiheit des Denkens gewährt. *Der Islam ist '''lebendig'''. :Sein [[Gottesdienst]] besteht nicht aus Ritualen, die ohne zu Denken und ohne Gefühle zu vollziehen sind. Seine Bedeutung liegt darin, die menschliche Seele in Kontakt mit einem lebendigen Gott zu bringen. Muslime müssen den Zweck von [[Gebet]] und [[Fasten]] kennen und sie dann in ihrem wahren Geist ausüben. Gott hört die Bitten der Menschen und antwortet ihren Gebeten. Zu allen Zeiten gab es Heilige, die (eine besondere) Nähe zu Gott hatten und [[Offenbarung]]en erhielten. Ihr Beispiel zeigt uns, dass es einen lebendigen Gott gibt, der sich der Menschheit mitteilt. *Der Islam ist '''progressiv'''. :Der Koran offenbart ständig neue Schätze des [[Wissen]]s als Antwort auf die neuen Probleme, [[Philosophie]]n und Gedanken jedes Zeitalters. *Der Islam '''unterstützt die Frauen'''. :Eine große Menge an Missverständnissen haben sich an diesem Punkt durchgesetzt, hauptsächlich weil lokale [[Tradition]]en mit den Lehren des Islam vermischt wurden. Nach islamischen Verständnis ist die Frau ein vollständiges und selbstständiges menschliches Wesen, so wie der Mann auch. Sie sollte dieselbe Entscheidungsgewalt über ihr Leben haben (einschließlich [[Heirat]]s- und [[Scheidung]]sangelegenheiten) wie sie der Mann über sein Leben hat. *Der Islam lehrt '''höchste Sittlichkeit'''. :Er verlangt von den Muslimen die persönlich höchsten moralischen Fähigkeiten zu entwickeln, und diese noble Gesinnung zu zeigen auch auf Kosten von persönlichen und nationalen Interessen. Die islamische Gesellschaft wird nicht geschaffen indem Menschen Gesetze und Regeln auferlegt werden. Sie wird allein durch die Reformierung des Charakters von Individuen mittels moralischer Übung und gutem Beispiel/Vorbild erreicht. Und das ist genau das, was der Prophet Mohammed tat. *Der Islam '''gewinnt die Herzen'''. :Er trachtet danach, die Herzen und Sinne der Menschen auf einfühlsame, liebevolle Weise, durch Vernunftargumente und moralische Aufrufe zu gewinnen. Er verurteilt [[Fanatismus]], Zwang und Intoleranz als Mittel zur Verbreitung des Glaubens. Weder wurde der Islam je durch Zwang verbreitet, noch wird sein prophezeiter Triumph durch solche Mittel herbeigeführt werden. *Der Islam ist '''vollendet'''. :Der Koran und das Leben des Propheten [[Mohammed]] geben der Menschheit für alle künftigen Zeiten eine abgeschlossene und vollkommene Leitregel. Der Prophet Mohammed ist das beste und vollkommene Beispiel für die höchste Sittlichkeit, weshalb er das „Siegel der Propheten“ genannt wird. Es werden aber [[Mudschaddid]]s (Reformer) von Gott herausgerufen werden, die das Licht des islamischen Glaubens wiederbeleben und neu entfachen sollen. <ref>AAIIL: [http://www.aaiil.org/german/articles/diebewegung.shtml Die Bewegung] [http://www.aaiil.org/index.shtml The Movement]</ref> === Vergleich der Dogmen === {| border="1" cellpadding="4" cellspacing="0" style="margin: 1em 1em 1em 0; border: 1px #aaa solid; border-collapse: collapse;" ! width="100px"|Glaubenssatz||Islamische Orthodoxie||Lahore Ahmadiyya Movement||Ahmadiyya Muslim Jamaat |- ! valign="top" | Die Wiederkunft von [[Isa (Prophet)|Isâ]] | valign="top" | In den „Letzten Tagen“ wird Jesus leibhaftig vom Himmel herabsteigen. || colspan="2" valign="top" | Jesus wird nicht leibhaftig wiederkommen. Die Berichte über seine Wiederkunft sind allegorisch zu verstehen und beziehen sich auf Ghulam Ahmad. |- ! | valign="top" | Er würde „östlich von Damaskus“ auf ein Minarett herabsteigen. || colspan="2" valign="top" | Die Prophezeiungen des zweiten Auftretens von Jesus wurde in der Person von Ghulam Ahmad erfüllt. Als Zeichen dieser Erfüllung wurde das „Weiße Minarett“ in Qadian gebaut, das östlich von Damaskus liegt. |- ! | align="right" | <ref>http://www.islamicperspectives.com/ReturnOfJesus.htm</ref> || align="right" | <ref>http://www.aaiil.org/text/acus/mga/mirzaghulamahmadnotprophet.shtml</ref> || align="right" | <ref>http://www.alislam.org/library/books/promisedmessiah/index.htm?page=63#top</ref> |- ! valign="top" | Die Stellung von Ghulam Ahmad | valign="top" rowspan="2" | Orthodoxe Muslime sehen in Ghulam Ahmad einen [[Apostat]]en und als einen von 30 falschen Propheten, vor denen der Prophet Mohammed gewarnt hatte. <ref>http://www.fataawa.de/Fatawaas/14.Sonstiges/1.Gruppierung%20&%20Sekten/4.Ahmadiyya/0147.pdf] </ref><ref>[http://www.inter-islam.org/faith/qadian.htm#30%20Liars</ref> || valign="top" | Er ist Prophet nur im allegorischen Sinn. <ref>http://aaiil.info/misconceptions/nabirasul/nabirasul.htm</ref> || valign="top" | Er ist Prophet in vollem Wortsinn mit der Ausnahme, dass er kein neues Gesetz (Koran) brachte. |- | || colspan="2" valign="top" | Er sei der „Mudschaddid des 14. islamischen Jahrhunderts“. Er sei der [[Messias]] (2. Erscheinen von Jesus) und der [[Mahdi]] . <ref>http://www.alislam.org/library/books/promisedmessiah/index.htm?page=11#top</ref> |- ! rowspan="2" valign="top" | Kalima Schahada | colspan="3" valign="top" align="center" | Die Kalima-Schahada lautet ''„La illaha ilallah, muhammadur rasullulah“''. |- | valign="top" rowspan="2" | Das Sprechen der [[Schahada|Kalima]] ist die Basis, um [[Muslim]] zu sein. In manchen Ländern (Pakistan <ref>http://www.pakistani.org/pakistan/constitution/amendments/2amendment.html</ref>, Bangladesch, ...) ist die Zustimmung zur Aussage „Ghulam Ahmad ist ein Apostat“ Voraussetzung, um als Muslim zu gelten. <ref>http://pakistan.gov.pk/forms/pdf/form_a_dip_1_(rev)_for_persons_above_12_years.pdf</ref> || colspan="2" valign="top" | Niemand, der die Kalima Schahada spricht, kann von jemand anders zum Nicht-Muslim erklärt werden. |- | ||valign="top" colspan="2" | Trotzdem werden orthodoxe Muslime, die die Kalima sprechen, als „Kafir“ in Bezug auf ihren Unglauben an das Prophetentum von Ghulam Ahmad bezeichnet. <ref>http://www.alislam.org/library/split/part1.html</ref><ref>http://www.ahmadiyya.org/qadis/takfir1.htm</ref> |- ! valign="top" | Der Abschluss des Prophetentums | valign="top" | Der Ausdruck im Koran „Siegel der Propheten“ bedeute, dass Mohammed der letzte Prophet ist. <ref>http://www.fataawa.de/Fatawaas/14.Sonstiges/1.Gruppierung%20&%20Sekten/4.Ahmadiyya/0147.pdf</ref>||valign="top" | Mohammed ist der letzte Prophet. || valign="top" | Mohammed ist der „größte“ und „beste“ Prophet, nicht aber der „letzte“ Prophet. Er brachte das Prophetentum zur Perfektion und schloss das religiöse Gesetz (Koran) ab. |- | || valign="top" rowspan="2" | Trotzdem schließt das nicht das Wiedererscheinen eines „alten“ Propheten aus, z.B. die Wiederkunft Jesu in den „Letzten Tagen“. <ref>http://muslim-canada.org/oxford.html</ref> ||valign="top" | Kein Prophet, weder ein neuer noch ein alter, kann nach ihm kommen. <ref>http://aaiil.info/misconceptions/khatam/khatam.htm</ref>||valign="top" | Propheten nach Mohammed müssen seiner [[Sunna]] (Beispiel) und [[Hadith]] (Botschaft) folgen. Sie müssen den Stempel Mohammeds (Siegel) tragen, dürfen kein neues Gesetz (Koran) bringen und können ihn nicht in Perfektion übertreffen. |- | || valign="top" | Ghulam Ahmad sei der Mudschaddid (Reformer) des 14. Islamischen Jahrhunderts, aber kein Prophet. <ref>http://aaiil.info/misconceptions/twenty/noclaim.htm</ref>||valign="top" | Ghulam Ahmad war der Mudschaddid (Reformer) des 14. Islamischen Jahrhunderts und ein (Mohammed nachgeordneter) Prophet. <ref>http://www.alislam.org/library/books/promisedmessiah/index.htm?page=37</ref> |- ! valign="top" | Jesus, Sohn der Maria | colspan="3" | Isâ (Jesus) wurde in wunderbarer Weise durch die Jungfrau Maria (Maryam) geboren. Er starb nicht am Kreuz. <ref>http://library.thinkquest.org/26756/islam/index.htm</ref> |- | ||valign="top" | Über das Kreuzigungsgeschehen gibt es mehrere Versionen: a) Gott hat Jesus errettet, indem er ein großes Durcheinander heraufbeschwor, so dass niemand recht weiß was geschah, b) ein anderer als Jesus wurde gekreuzigt (Verwechslungstheorie) <ref>http://www.evangelium.de/996.0.html</ref> || colspan="2" valign="top" | Jesus entkam dem „verfluchten Tod“ am Kreuz und starb eines natürlichen Todes. Er wird nicht leibhaftig wiederkommen. |- | || valign="top" | Jesus befindet sich im Himmel <ref>http://encarta.msn.com/encyclopedia_761579171_5/Islam.html#p42</ref> und wird von dort kurz vor der „Stunde“ wieder auf die Erde zurückkommen. <ref>http://muslim-canada.org/oxford.html</ref> Obwohl Jesus (der als Prophet gilt) wiederkommen soll, berührt das nicht den Anspruch Mohammeds, der letzte Prophet zu sein. || valign="top" | Die Jesus-Lehre ist sehr ähnlich der von AMJ. Allerdings ist die Jesus-Lehre (bis auf die Jungfraugeburt) kein wesentlicher Glaubensbestandteil und der persönlichen Überzeugung des Einzelnen überlassen. <ref>http://aaiil.info/misconceptions/jesus/birth.htm</ref> || valign="top" | Nach der Errettung vom Kreuz wanderte Jesus bis nach [[Kaschmir]] auf der Suche nach den „Verlorenen Stämmen“. Er starb nach einem langen Leben und wurde in [[Srinagar]] unter dem Namen [[Yuz Asaf]] (Jesus-Grab) beerdigt. <ref>http://www.alislam.org/library/books/promisedmessiah/index.htm?page=50#top</ref> |- ! valign="top" | Dschihad | valign="top" | Der gewaffnete [[Dschihad]] ist prinzipiell auch heute noch möglich. Traditionell wurde dieser Dschihad vom Emir-al-Muminin, dem Führer der Gläubigen ausgerufen. Mit der Abschaffung des osmanischen Kalifats und die Errichtung der Nationalstaaten in der islamischen Welt ist dies in dieser Form nicht mehr möglich. || colspan="2" valign="top" | Ghulam Ahmad hat das Recht, aus Glaubensgründen zur Waffe zu greifen, für aufgehoben erklärt. Es gehört zu den Prophezeiungen über das Erscheinen des Messias, dass er den (religiös begründeten) bewaffneten Dschihad abschaffen würde. <ref>http://www.ahmadiyya.de/library/jihaad-wahres_konzept.html</ref> |- | || valign="top" | Heute muss die Ausrufung des Dschihad wohl unter „Psychologischer Kriegsführung“ verbucht werden. Die Vorstellungen über die Voraussetzungen für den Dschihad variieren stark. || colspan="2" valign="top" | Heute steht Muslimen, die verfolgt und unterdrückt werden, die Möglichkeit offen auszuwandern und ein Gebiet zu finden, in dem sie in Frieden leben können. Der bewaffnete Dschihad wurde durch den Dschihad des Argumentes abgelöst. Nach einem Hadith ist ''„Tinte des Gelehrten wertvoller als das Blut des Märtyrers“''. |- ! valign="top" | Führung der Umma | valign="top" | <b>Sunniten:</b> Der Kalif wird von der Umma entweder gewählt oder mindestens seine Ernennung bestätigt.<br />Der letzte osmanische Kalif ([[Abdülmecit II.]]) wurde [[1924]] von [[Kemal Atatürk]] abgesetzt. || colspan="2" valign="top" | Der Nachfolger von Ghulam Ahmad war Hakeem Maulvi Nooruddin. Nach seinem Ableben kam es zur Spaltung. |- | || valign="top" | <b>Shia:</b> Der Imam muss Nachfolger von Mohammed und Ali sein. Die Schiiten warten auf das Wiedererscheinen des „Verborgenen Imam“. In Iran (12er-Schiiten) führt der ranghöchste Ayatollah stellvertretend die Führung der [[Umma]]. || valign="top" | Die Fraktion, die die Idee des Kalifats verwarf, wurde nach ihrem Hauptsitz kurz „Lahori“ genannt. Sie bildete eine Art Präsidium mit einem [[Emir]] als Leiter. || valign="top" | Die Gruppe, die am Kalifat festhält, wurde nach ihrem Hauptsitz auch kurz „Qadiani“ genannt. Sie wählte Basheerudin Mahmood Ahmad zum 2. Kalifen. |- ! valign="top" | Kalifat | valign="top" | <b>Sunniten:</b> Die Wiederaufrichtung des [[Kalifat]]s ist immer wieder Diskurs in der islamischen Welt. || valign="top" | Die AAIIL verwarf mit der Spaltung im Jahre 1914 die Kalifat-Idee. || valign="top" | Nach Auffassung der AMJ wurde das mit dem Osmanischen Reich zum Ende gekommene Kalifat von der Ahmadiyya neu belebt. Darunter wird nicht die Fortsetzung des osamanischen Kalifats verstanden sondern ein Neuanfang. |} === Das Fiqh der Ahmadiyya === Die Ahmadiyya steht in der [[Scharia]] der [[Hanafiten|hanafitischen]] Rechtsschule nahe. Eine wichtige Lehrmeinung ist die Ablehnung von [[Taqlid]] (wörtlich: Nachahmung ) wonach jeder Muslim verpflichtet ist, sein Tun nach derjenigen Rechtsschule zu richten, der er von Geburt an oder durch Beitritt angehört. So soll es möglich sein, in jedem einzelnen Fall aus den Lehrmeinungen verschiedener Rechtsschulen eine den Zeitbedürfnissen entsprechende Entscheidung auswählen, oder sie durch die Anwendung von [[Idschtihad]] (selbständige Entscheidung einer Rechtsfrage auf Grund der Interpretation von Quellen) neu fällen. Der Koran gilt als die primäre Rechtsquelle. An zweiter Stelle kommt die [[Sunna]] (das Vorbild) des Propheten, die sich durch die Jahrhunderte in der muslimischen Gemeinde lebendig gehalten hat. Das [[Hadith]] (die Überlieferung) bildet die dritte Stelle in der Reihenfolge von Rechtsquellen gefolgt durch [[Qiyas]] (Analogieschluss). Obwohl die Ahmadiyya betont daran festhält, ggfs. Rechtsfragen auf Grund Quelleninterpretation neu zu fällen, richtet sie sich weitgehend nach der hanafitischen Rechtsschule. Die wenigen Fälle, bei denen sie sich anders entschieden hat, sind meistens von untergeordneter Bedeutung. Wichtig ist der Einfluss der ''Ahl-i Hadith'', die auf die Lehren des großen Gelehrten Schah Wali Allah aus Delhi zurückgeht. Die von ihm eingeleitete Bewegung machte es sich zur Aufgabe, den Islam vom hinduistischen und sonstigen dem Wesen des Islam fremden Einflüssen zu befreien. Sie unternimmt den bewussten Versuch, sich sowohl von den un-islamischen Einflüssen als auch von den verkrusteten Strukturen innerhalb der fiqh-Schulen zu befreien; zumal viele dieser un-islamischen Praktiken gewissermaßen von den Rechtsschulen stillschweigend geduldet wurden. Eine praktische Konsequenz davon ist, dass sie sich damit (zumindest teilweise) außerhalb der Rechtsschulen stellt. Ghulam Ahmad übte in seiner Eigenschaft als Mahdi und Messias in mehreren Fällen [[Idschtihad]]. Er erklärte zum Beispiel den Dschihad (aus religiösen Gründen) für aufgehoben. Damit setzte er sich im Gegensatz zu der Mehrheit, für die die Verpflichtung zum Dschihad stets bestehen bleibt, insbesondere im damaligen Indien, wo die Kolonialmacht Großbritannien ein Muslim-Reich abgelöst hatte. Dies trug ihm den Vorwurf der Komplizenschaft mit England ein. Zwei weitere Idschtihad betrafen das Fasten. Einmal ging es um die Verpflichtung zum Fasten für Arbeiter, denen es schwerfällt, wegen der extremen Wetter- und Arbeitsbedingungen dieser Verpflichtung nachzukommen. Ghulam Ahmad billigte ihnen das Recht zu, nicht zu fasten, mit der Möglichkeit, die ausgelassenen Tage nachzufasten. Ansonsten fallen sie, seiner Meinung nach, in die Kategorie der Kranken, oder derjenigen, die vom Koran deshalb von dieser Verpflichtung freigesprochen wurden, „weil sie dazu nicht im Stande sind (alladhina la yutiqunahu)“. In einem anderen Fall wurde er gefragt, wie diejenigen fasten sollen, bei denen der Tag sechs Monate lang ist. Damit wollte der Anfrager nach der Bemessungsgrundlage für die Tageszeit erkundigen, während dessen die Bewohner der Polargebiete fasten sollen, wo monatelang weder der Sonnenaufgang, noch -untergang zu beobachten ist. Ghuam Ahmad hielt in solchen Fällen die Bemessung der Tage und Nächte mit Hilfe der Uhr für angebracht. Richtungsweisend war auch sein Rechtsspruch ([[Fatwa]]) über Bankzinsen. Zwar hielt er Zinsen in jeglicher Form für unzulässig, doch riet er seinen Anhängern dazu, die üblichen Bankzinsen für Spareinlagen anzunehmen. Sie sollten aber das Geld nicht für sich verwenden, sondern für die islamische Mission ([[Dawa]]) ausgeben. Er betonte, dass diese Regelung zeitlich und räumlich begrenzt war. Sobald der Islam sich von seiner momentanen Schwäche erholt haben wird, wird dieser Dispens ungültig. In einem weiteren Rechtsspruch lehnte er Lebensversicherungen ab, weil er sie mit Glücksspiel gleichsetzte. Ein Großteil der muslimischen Theologen ist der Meinung, dass die Apostasie ein strafwürdiges Verbrechen ist. Die Ahmadiyya hat sich jedoch theologisch gegen eine Bestrafung von Apostaten festgelegt. Zu den bedeutungsvollsten Rechtssprüchen Maulavi Noor-ud-Din zählt seine Fatwa darüber, dass neben Juden und Christen auch die Parsis, Anhänger Zoroasters, sowie Hindus und die Buddhisten zu den Ahl al-Kitab (Schriftbesitzern) gehören. Vor wenigen Jahren veröffentlichte das Ahmadiyya Zentrum in Rabwah ein Buch über das ''„Fiqh-e-Ahmadiyya“''. === Motto === ''Liebe für alle, Hass für keinen.'' ("''Love for All, Hatred for None''" von [[Nasir Ahmad]]) === Symbole === Das [[Weißes Minarett|Weiße Minarett]] von [[Qadian]]. == Organisation und Aufgaben (AMJ) == Die AMJ besteht aus den drei Teilorganisationen [[Khuddam|Khuddam-ul-Ahmadiyya]] (jüngere Männer), [[Lajna|Lajna Imaullah]] (Frauen) und [[Ansarullah]] (ältere Männer). Die Mitgliederstärke ergibt sich aus den Mitgliedern der Teilorganisationen, die alle drei gleich aufgebaut sind. Es gibt die vier Ebenen der Lokalgemeinde (Lokal Jamaat), Regional Jamaat, National Jamaat und die internationale Ebene. Auf jeder Ebene gibt es einen Vorsitzenden (''Sadr''), dazu viele Amtsträger, die alle kleinere Aufgaben wahrzunehmen haben: Pressearbeit, Bildung, Erziehung, Literatur, Sport, usw. In großen Jamaats kann es viele Amtsträger geben, während in kleinen Jamaats mehrere Funktionen von einer Person wahrgenommen werden. Jede Teilorganisation verwaltet und führt sich selbst. Besonders ist das bei der [[Lajna]] (den Frauen) wichtig, wo es auch in der Führung keine Männer gibt. Es gibt allerdings eine Aufgabenteilung. So sind die Khuddam auch für den Aufbau der Veranstaltungen der Ansarullah und der Lajna zuständig, sowie für Sicherheitsdienste, da die Ahmadiyya Muslim Jamaat keine fremden Sicherheitsdienste nutzt. Für die Technik sind noch weitgehend die Männer zuständig, weil es an kompetenten Frauen fehlt. Es wird aber daran gearbeitet, dass die Frauen auf ihren Veranstaltungen auch die Technik selbst bedienen. Beim gemeinschaftseigenen [[Fernsehen|Fernsehkanal]] [[Muslim Television Ahmadiyya|MTA]] (Muslim Television Ahmadiyya) gibt es bereits Sendungen, die von Frauen gestaltet, moderiert und technisch umgesetzt werden. Die wichtigste Veranstaltung ist die [[Jalsa Salana]], die jährlich stattfindet. === Mitgliedschaft (AMJ) === Mitglied wird man durch Ablegen des Treueeides ([[Baiat]]) gegenüber dem amtierenden [[Kalif]]en. Jeder Ahmadi gehört einer der drei Teilorganisationen [[Khuddam|Khuddam-ul-Ahmadiyya]], [[Lajna|Lajna Imaullah]] oder [[Ansarullah]]. Stirbt ein Kalif, muss dem neugewählten Kalifen gegenüber erneut ein Treuegelübde (Baiat) abgelegt werden. Der Austritt erfolgt durch schriftliches Aufkündigen des Baiat. == Gegenwart == Die AMJ zählt in Deutschland etwa 30.000 Mitglieder in 250 Gemeinden. <ref>AMJ: [http://www.ahmadiyya.de/ahmadiyyat/deutschland.html#end Lokale Gemeinden]</ref> Weltweit hat sie nach eigenen Angaben etwa 80 Millionen Anhänger, was in etwa 1/15 der muslimischen Welt ausmachen würde. <ref>AMJ: [http://www.alislam.org/introduction/index.html Overview]</ref> Eine andere Quelle spricht von geschätzten 10 Millionen Ahmadis. <ref>"Of the estimated 10 million Ahmadis, some 12,000 were said to be in the U.S."<br/>Quelle: "Religion." Encyclopædia Britannica, [http://www.britannica.com/eb/article-231690 Encyclopædia Britannica Online], Review 1998</ref> Die derzeitige Hauptverwaltung der AMJ befindet sich in Rabwah, Pakistan. Größere Gemeinden der Ahmadiyya Muslim Jamaat bestehen außer in Südost-Asien in Europa (England, Deutschland) und Nord-Amerika (USA, Kanada). Ihre größten Erfolge erzielte Ahmadiyya in West- und Ostafrika, wo sie sich auch im Bildungs- und Sozialwesen engagiert (Bau von Schulen und Krankenhäusern). Die AAIIL hat eine Gemeinde in [[Berlin-Wilmersdorf]] mit 60 Mitgliedern. <ref>Der Tagesspiegel: [http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/29.08.2001/ak-be-be-4414392.html Mit Kuppel komplett. Gotteshaus an der Brienner Straße erhielt krönenden Abschluss.] (29.08.2001)</ref> Es gibt keine zuverlässigen Quellen über die globale Mitgliederstärke. Sie hat eine Moschee in Europa, die [[Wilmersdorfer Moschee]] in [[Berlin]]. Besonders in [[Holland]] hat die AAIIL weitere Gemeinden. === Moscheebau in Europa === ====Moscheebau AMJ==== Als erste [[Moschee]] in Europa wurde [[1924]] die [[Al-Fazl-Moschee]] in [[London]] eingeweiht. 1957 und 1959 entstanden die Fazle-Omar-Moschee in [[Hamburg]] und [[Nuur-Moschee]] in [[Frankfurt am Main]], 1963 die Mahmud Moschee in [[Zürich]]. Am [[10. September]] [[1982]] wurde die [[Basharat-Moschee]] in [[Pedro Abad]] ([[Córdoba (spanische Provinz)|Córdoba]] ) von Tahir Ahmad eingeweiht. Dies war der erste [[Moscheebau]] in [[Spanien]] seit etwa 700 Jahren. Mit der [[Baitul Futuh]] wurde am [[3. Oktober]] [[2003]] eine 4.500 Gläubige fassende Moschee in London eingeweiht. <ref>Die Moschee im Baitul Futuh fasst 4.500 Gläubige, das Gebäude mit allen zum Gebet nutzbaren Räumen fast 10.000 Besucher.</ref> AMJ verfolgt einen „100-Moscheen-Plan für Deutschland“. Die Durchführung dieses Plans wird in den betroffenen Orten zum Teil kritisch gesehen. In [[Schlüchtern]] ([[Hessen]]) wurde als Reaktion auf den Plan, in der Gemeinde eine Moschee zu errichten, eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen, um den Bau zu verhindern. In [[Usingen]] (Hessen) wurde in einer im [[Dezember 2004]] eingeweihten Moschee Feuer gelegt, die Täter sind bis heute unbekannt (Stand: [[2005]]). Im Jahr 2004 wurden insgesamt sechs neue Moscheen in Deutschland eingeweiht, sodass sich die Anzahl der Gebetszentren, die jetzt auch als Moschee erkennbar sind, sich auf etwa 15 erhöht hat. Weltweit sollen über 14.000 Moscheen der AMJ gehören. Die meisten sollen in Südasien und Afrika anzufinden sein. Weitere Moscheen der AMJ: [[Liste der Ahmadiyya-Moscheen]] ====Moscheebau AAIIL==== Neben der [[Wilmersdorfer Moschee]] errichtete die AAIIL 1913 eine Missionsstation in [[Woking]] (bei London) und betrieb dort eine Moschee bis in die 60er Jahre. <ref>[http://www.wokingmuslim.org/history/woking.htm Brief history of the Woking Muslim Mission](siehe letzter Abschnitt)</ref> === Verfolgung === Wegen der Ablehnung der orthodox-islamischen [[Christologie]] wird sie von vielen Muslimen nicht als islamisch anerkannt und ihre Anhänger in einigen Ländern religiös verfolgt. <ref>AMJ: [http://www.thepersecution.org/ thepersecution.org]</ref> In Pakistan wurden extra Parteien gegründet, die sich den Kampf gegen den sogenannten '''Qadianismus''' zum Programm gemacht haben <ref>bspw. Berliner Zeitung: [http://www.ahmadiyya.de/internes/archiv/bz_1998-05-18.htm Militante Pakistani sind in Deutschland aktiv. Verfassungsschutz bestätigt Angriffe der Gruppe „Khatme Nabuwwat“ auf Landsleute.] (18.05.1998)</ref>, in [[Saudi-Arabien]] sind es die [[Wahhabiten]], die die Ahmadis bekämpfen. So werden Ahmadis keine Visa ausgestellt, womit ihnen praktisch die [[Haddsch|Wallfahrt]] unmöglich gemacht wird. ====Pakistan 1953==== [[1953]] musste erstmals der Notstand ausgerufen werden weil, angeführt von der [[Jamaat-e-Islami]], der Mob gegen die Ahmadiya-Muslime auf die Straße gegangen war. Die Ausschreitungen richteten sich damals aber auch gegen die Eliten der Flüchtlinge aus [[Indien]]. ==== Pakistan 1974 ==== Am 21. September [[1974]] wurde die Ahmadiyya vom pakistanischen Parlament auf Druck der sunnitischen Gelehrten Pakistans zu einer nicht-muslimischen Religionsgemeinschaft erklärt. <ref>[http://www.pakistani.org/pakistan/constitution/amendments/2amendment.html Constitution (Second Amendment) Act, 1974]</ref> Formal wurden sie damit auf eine Stufe mit Juden, Christen, Buddhisten, Sikhs und Hindus gestellt, praktisch aber führte es zur Legitimierung von Gewalt gegen Ahmadis, ihre Moscheen wurden geschändet oder niedergebrannt, usw.. Desweiteren durften sich die Ahmadis sich auch nicht mehr als Muslime und ihre Gebetshäuser nicht mehr als Moscheen bezeichnen. ==== Pakistan 1984 ==== Den islamischen Gelehrten ging der Beschluss von [[1974]] nicht weit genug, so dass die pakistanische Regierung zu weiteren Verschärfungen der Gesetze gezwungen wurde. Unter [[Zia-ul-Haq]] wurde [[1984]] die Ordinance XX <ref>[http://www.thepersecution.org/50years/paklaw.html Government of Pakistan - Religious and Ahmadi-specific Laws; The Gazette of Pakistan, Extraordinary published by Authority Islamabad, April 26, 1984]</ref> verabschiedet, was den Ahmadis Missionstätigkeiten verbot, das Verbreiten von Schrifttum und es den Ahmadis verbot sich selbst als Muslime zu bezeichnen. Von ihren Moscheen wurden Schilder mit der Aufschrift „Moschee“ entfernt, Schriftzüge übermalt. Nach der Ordinance ist es Ahmadis verboten sich selbst als Muslim zu bezeichnen, sei es in Wort oder Schrift oder durch visuelle Darstellung, direkt oder indirekt, oder zum Gebet aufruft wie es andere Muslime tun, ist mit Gefängnis bis zu drei Jahren bedroht. Aufgrund dieser Schwierigkeiten verließ der 4. Kalif [[Tahir Ahmad|Tahir Ahmad]] [[Pakistan]] und wanderte nach London aus. ==== Bangladesch ==== In [[Bangladesch]] (dem ehemaligen Ostpakistan) sind dieselben orthodoxen Gruppen aktiv wie in Pakistan. Sie haben erreicht, das gesamte Schrifttum der Ahmadiyya verbieten zu lassen. Druck, Vertrieb, Verkauf, Besitz und Lektüre von Ahmadiyya-Literatur wurden unter Strafe gestellt. Die Klage gegen dieses Verbot ist noch beim High Court anhängig. <ref>[http://www.thepersecution.org/world/bangladesh/2006/03/ds09.html The Daily Star March 09, 2006]</ref> Eine Verschärfung der Gesetze (ähnlich wie die Ordinance XX in Pakistan) wird angestrebt. ==== Indonesien ==== Der Ursprung der Ahmadiyya in dem größten islamischen Land der Erde geht auf das Jahr [[1925]] zurück. Juristisch anerkannt wurde sie erstmals [[1953]] von der indonesischen Regierung. Das Ministerium für religiöse Angelegenheiten hat aber [[1984]] in einem Rundbrief seine Regionalbüros angewiesen, Ahmadiyya als Irrlehre zu betrachten, seit die Anhänger Ghulam Ahmad als Prophet verehren. [[2005]] startete die islamische Orthodoxie in [[Indonesien]] eine Initiative, um die Ahmadiyya auch dort nach pakistanischem Vorbild amtlich zu einer nicht-islamischen Religion erklären zu lassen. Seitdem kommt es zu Übergriffen gegenüber Einrichtungen der Ahmadiyya Muslim Jamaat, zuletzt in einem Dorf der Provinz [[Sulawesi Selatan|Südsulawesi]], wo Unbekannte in der Nacht zum 30. April [[2006]] in die ''„Nuur Rabwah Moschee“'' eindrangen und Verwüstungen anrichteten. <ref>Jakarta Post vom 1. Mai 2006</ref> ==== Deutschland ==== Der [[1974]] durch das pakistanische Parlament erfolgte Ausschluss der Ahmadis aus der Weltgemeinschaft der Muslime hat auch Auswirkungen für die in Europa lebenden Ahmadis gezeigt. Von [[Großbritannien]] aus agieren verschiedene pakistanisch-islamische Organisationen unter der Bezeichnung „[[Pasban Khatme Nabuwwat]]“ (Siegel des Prophetentums) gegen sie. Pakistanische Fundamentalisten lobten nicht nur ein Kopfgeld für [[Salman Rushdie]] aus, sondern auch umgerechnet 250 000 Dollar demjenigen, der [[Tahir Ahmad]] tötet, den in London lebenden 4. Kalifen. Der Mordaufruf wurde auch in einer pakistanischen Zeitung gedruckt, die in London erscheint. Diese Terrororganisation pakistanischer Extremisten, deren Name deutsch „Bewahrer des Siegels des Propheten“ bedeutet, hat das Ziel Ahmadis zu bekämpfen und zu töten. <ref>[http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/0202/blickpunkt/0001/ Berliner Zeitung, am 02.02.1999]</ref> In Deutschland wurde diese Organisation erstmals [[1998]] bekannt. Am 25. März attackierten etwa 30 Extremisten drei Ahmadis im Reutlinger Heim mit Eisenstangen und Holzschlägern. Im April wurde ein Pakistani in Heilbronn wegen schwerer Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er drei Monate zuvor einen Ahmadi krankenhausreif geschlagen hatte. In Nordrhein-Westfalen attackierte am 29. März 1998 ein militanter Anhänger der Khatme Nabuwwat im Asylbewerberheim von Borken einen Ahmadi mit einem Messer und verfehlte nur knapp dessen Halsschlagader. „Ich werde alle Ahmadis töten“, habe der Angreifer gebrüllt. <ref>[http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0518/politik/0018/ Berliner Zeitung, am 18.05.1998]</ref> Am 16. August 1998 veranstaltete der Pakistanische ''Wohlfahrtsverein Mannheim e.V.'' zusammen mit dem Verein ''Einheit des Islam e.V.'' aus Offenbach in den Räumen der Mannheimer ''Yavuz Sultan Selim-Moschee'' eine Khatme-Nabuwat-Konferenz. In ihren Äußerungen richteten sich die Anhänger der ''Khatme Nabuwat'' dabei nicht nur gegen die Ahmadis, sondern auch gegen die Bundesrepublik Deutschland, da diese ihnen Schutz gewährt. <ref>[http://www.fes.de/fulltext/asfo/00803008.htm Friedrich Ebert Stiftung]</ref> Der deutsche Verfassungsschutz konnte diese Aktivitäten und Übergriffe aber unter Kontrolle bringen, sodass aktuell keine Gefährdung durch diese Gruppen für Ahmadis in Deutschland besteht. == Kritik an der Ahmadiyya == === Kritik in Deutschland === Die Sozialwissenschaftlerin [[Hiltrud Schröter]] stellt in ihrem Buch ''Ahmadiyya-Bewegung des Islam'' <ref>Siehe [http://www.moschee-schluechtern.de/ahmadiyya moschee-schluechtern.de] oder [http://www.pro-schluechtern.de/texte/schroeter pro-schluechtern.de]</ref> die These auf, dass es sich bei der Ahmadiyya um eine Gruppierung handle, die eine Gesellschaftsordnung nach Maßgabe der [[Scharia]] anstrebe, die eine Trennung von [[Religion]] und [[Staat]] nicht vorsehe. In den Schriften der Ahmadiyya fänden sich antidemokratische, antichristliche und [[Antisemitismus|antisemitische]] Auffassungen, die die Harmlosigkeit der Ahmadiyya in Frage stellten. Die [[Staatsanwalt]]schaft in [[Frankfurt am Main]] stellte im Februar [[2003]] ein Ermittlungsverfahren ein, das die Ahmadiyya Muslim Jamaat e.V. wegen ''Beschimpfung eines religiösen Bekenntnisses'' gegen Schröter angestrengt hatte. <ref>[http://www.ahmadiyya.de/aktuelles/moscheebau/landgericht_urteil.html Staatsanwaltschaft beim Landgericht Frankfurt am Main vom 7.2.2003 - Az.: 6100 Js 239185/02]</ref> Einem Artikel der Hannoverschen Neuen Presse zufolge hat der Religionswissenschaftler [[Peter Antes]] Schröter vorgeworfen, „''unwissenschaftlich und mit nicht belegten Unterstellungen zu arbeiten.''“ Antes wird wörtlich zitiert: „''Gerade die Ahmadiyya, die von den meisten Muslimen abgelehnt wird, hat ein Bekenntnis zur Demokratie abgelegt.''“ <ref>[http://ahmadiyya.de/aktuelles/presse/hnp_2003-06-19.html Der Endlose Glaubenskampf - Thema des Tages: Streit um die Moschee in Stöcken], Hannoversche Neue Presse vom 19.06.2003<br />[http://www.welt.de/data/2004/09/14/332137.html?prx=1 Angst vor Minarett: Bürgerprotest gegen Moschee], Edgar Hasse, Die Welt, [[14. September]] 2004</ref> Die ehemalige Bürgerrechtlerin [[Vera Lengsfeld]] <ref>[[Vera Lengsfeld]] ist die Bürgerrechtlerin, die [[Martin Hohmann#Unterstützung für Hohmann|Martin Hohmann]] und seine antisemitische Rede verteidigt hatte.</ref> schließt sich Schröters Analyse an. Einem ''Online-Tagebuch der Mitglieder des publizistischen Netzwerks'' zufolge hat sie den geplanten Bau einer Moschee in [[Berlin-Heinersdorf]] als „''Kaderschmiede einer islamischen Politreligion''“ bezeichnet, von der latent „''antisemitische und antiemanzipatorische Tendenzen''“ ausgehen sollen. <ref>[http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=3101&ref=8 Jagdszenen in Pankow - Gastbeitrag von V. Lengsfeld], [[Dirk Maxeiner]], [[Die Achse des Guten]], [[17. August]] 2006</ref> Entgegen anderslautenden Bekundungen wird die Ahmadiyya vom [[Verfassungsschutz]] ''weder als extremistisch noch gewalttätig'' eingestuft. Sie wird eher mit den Attributen unaufälllig, integrationswillig oder friedlich tituliert. <ref>Berliner Morgenpost: [http://morgenpost.berlin1.de/content/2006/04/23/bezirke/824657.html Verfassungsschutz-Chefin äußert sich im Streit um Moschee-Neubau]<br />Kinzigtal-Nachrichten: [http://www.fuldaerzeitung.de/sixcms/detail.php?id=93731 Toleranz wird angemahnt]<br />Kinzigtal-Nachrichten: [http://www.fuldaerzeitung.de/sixcms/detail.php?id=48175 Ahmadiyya unauffällig]</ref> === Kritik orthodoxer Muslime === Die Kritik orthodoxer Muslime ergeben sich größtenteils aus den o.g. Lehrunterschieden. Der wichtigste Kritikpunkt ist dabei aus der Interpretation des koranischen Begriffs ''Siegel des Propheten'' woraus orthodoxe Muslime den Abschluss des [[Prophet]]entums verstehen, Ahmadis hingegen glauben, dass nachfolgende Propheten das ''Siegel'' [[Mohammed]]s tragen müssen, d.h. als Schattenpropheten Mohammeds ausschließlich der Lehre und dem Beispiel von Mohammed folgen müssen. Ein oft (besonders in Pakistan/Indien) erhobener Vorwurf ist, dass die Ahmadiyya von ''den Briten gepflanzt'' sei. Der Hintergrund ist hierbei, dass im indischen Befreiungskampf verschiedene islamische Gruppen zum [[Dschihad]] gegen die Engländer aufriefen, während Ghulam Ahmad dies ablehnte mit der Begründung, solange die Engländer die Religionsfreiheit garantieren würden, sei ein Dschihad nicht zulässig. Die Ahmadiyya wurde daraufhin von islamischen Extremisten als Verräter eingestuft. Basheeruddin Mahmood Ahmad, der zweite Kalif, erklärte jeden Moslem, der nicht an die Prophetie von Ghulam Ahmad glaubte zum [[Kafir]], d.h. zum Ungläubigen.<ref>http://www.ahmadiyya.org/qadis/takfir1.htm</ref> Nach einem Prophetenspruch wird jeder Moslem der einen anderen Moslem als Kafir bezeichnet, selber als Kafir angesehen. Eine [[Fatwa]] der [[Islamische Weltliga|Islamischen Weltliga]] in [[Mekka]] im April 1974 erkärte die Ahmadiyya zu "Nicht-Muslimen". <ref>[http://www.aboutahmadiyya.com/fatwa.html Fatwas and Statements of Islamic Scholars about Ahmadiyya]</ref>Daraufhin wurde die Ahmadiyya am 21. September [[1974]] auf Betreiben islamischer Gelehrten in Pakistan, dem Land mit der größten Ahmadiyya-Gemeinde, vom pakistanischen Parlament zu „Nicht-Muslimen“ erklärt. <ref>[http://www.pakistani.org/pakistan/constitution/amendments/2amendment.html Constitution (Second Amendment) Act, 1974]<br>AMJ: [http://www.ahmadiyya.de/library/sind_ahmadis_muslime.pdf Maha Dabbous, Hadayatullah Hübsch: Sind Ahmadis Muslime?]</ref> == Fußnoten == <div class="references-small" style="-moz-column-count:2; column-count:2;"> <references /> </div> == Literatur == === Selbstdarstellungen der Ahmadiyya === *Maha Dabbous, [[Hadayatullah Hübsch]]: ''Sind Ahmadis Muslime?'', Frankfurt 1994, (Verlag der Islam), ISBN 3-921458-94-3 *Masud Ahmad: ''Jesus starb nicht am Kreuz'', Frankfurt (Verlag der Islam), ISBN 3-921458-81-1 *Sir Muhammed [[Zafrullah Khan]]: ''Grundsätze der islamischen Kultur'', Frankfurt (Verlag der Islam) *Sir Muhammed [[Zafrullah Khan]]: ''Die Frau im Islam'', Frankfurt (Verlag der Islam) *Ghulam Ahmad: ''Die Philosophie der Lehren des Islam'', Frankfurt 1996 (Verlag der Islam), ISBN 3-921458-97-8 *B.A. Rafiq: ''Die Wahrheit über Ahmadiyyat'', Verlag der Islam ISBN 3-921-458-59-3 === Kritik an Ahmadiyya === *Hiltrud Schröter: ''Ahmadiyya-Bewegung des Islam'', Frankfurt 2002, Dr. Hänsel-Hohenhausen, ISBN 3-8267-1206-4 *Mohammed Al Khoder Hussein, Abu Al Aala Al Maudoodi, Abu Al Hassan Ali Al Hassani Al Nadwi: ''Der Qadianismus, Destruktive Bewegungen'', Liga der islamischen Welt, Mekka/Cairo, (124 S.) === Historische Darstellungen === *Yohanan Friedmann: ''Prophecy Continuous: Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background'', Oxford University Press India 2003 (2. Auflage), ISBN 0195662520 *Antonio Gualtieri: ''The Ahmadis. Community, Gender, and Politics in a Muslim Society'', Montreal 2004, ISBN 0773527389 === Sonstige === *I. Gill, M. Backhausen: ''Die Opfer sind schuld - Machtmißbrauch in Pakistan'', Akropolis 1993, ISBN 3-929528-08-8 == Weblinks == {{Wiktionary|Ahmadiyyat}} {{Wiktionary|Ahmadiyya}} {{Wiktionary|Ahmadi}} *http://www.alislam.org - offizielle Hauptseite der Ahmadiyya Muslim Jamaat *http://www.ahmadiyya.de - deutsche Seite der Ahmadiyya Muslim Jamaat *http://www.aaiil.org - Ahmadiyya Anjuman Isha'at-e-Islam Lahore's (Lahore Ahmadiyya Movement for the Propagation of Islam) *[http://www.ahmadiyya.org/bookspdf/split/conts.htm Split in the Ahmadiyya Movement, by Maulana Mohammad Ali, 1918] *[http://www.aaiil.org/text/articles/others/briefhistoryberlinmuslimmissiongermany.shtml A Brief History of The Berlin Muslim Mission (Germany) (1922-1988)] (HTML) *[http://berlin.ahmadiyya.org/berlin-mission-june06.pdf Die Berliner Moschee der Ahmadiyya-Bewegung zur Verbreitung des Islam (Lahore).<br />Geschichte und Gegenwart einer internationalen islamischen Gemeinschaft in Berlin.] (PDF) *[http://www2.alislam.org/gallery/mosques Moscheen der Ahmadiyya Muslim Jamaat] (Bildergalerie) *[http://ehome.compuserve.de/urduafsane/Fiqh.html Das Fiqh der Ahmadiyya] von Munir D. Ahmed *[http://www.ahmadiyya.de/download/baiat_formular.pdf Das Baiat der AMJ] <!-- *[http://www.rep-schluechtern.de/Manifest.htm Schlüchterner Manifest] --> *[http://www.geocities.com/thirdgenius123/manifest_schluechtern.htm Schlüchterner Manifest] *[http://www2.rz.hu-berlin.de/stadtsoz/lehre/diplarb/moscheebaukonflikte_hohmann.pdf Sozialwissenschaftliche Qualifikationsarbeit zum Schlüchtener Moscheebaukonflikt] (Autor: Dipl. Sowi. René Hohmann) *[http://www.ahmadiyya.de/aktuelles/moscheebau/main.html Moscheebaukonflikt in Schlüchtern aus Sicht der Ahmadiyya] *[http://www.ahmadiyya.de/islam/artikel/hadayatullah/entgegnung_schroeter.html Eine Entgegnung auf Frau Schröter von Hadayatullah Hübsch] *[http://www.bangladesh-web.com/news/view.php?hidDate=2006-07-11&hidType=TOP&hidRecord=0000000000000000117031 Bigots begin anti-Ahmadiyya campaign at Sarishabari (Bangla Desh)] *[http://alhafeez.org/rashid/german.htm Anti-Ahmadiyya Movement] *[http://www.fataawa.de/Fatawaas/14.Sonstiges/1.Gruppierung%20&%20Sekten/4.Ahmadiyya/0147.pdf Der Unterschied zwischen den Muslimen und der Ahmadiyya] [[Kategorie:Ahmadiyya|!]] [[Kategorie:Islam in Deutschland]] [[ar:أحمدية]] [[da:Ahmadiyya]] [[en:Ahmadi]] [[eo:Ahmadismo]] [[es:Comunidad Ahmadía]] [[fa:احمدیه]] [[fr:Ahmadi]] [[he:אחמדים]] [[id:Ahmadiyyah]] [[it:Ahmadiyya]] [[nl:Ahmadiyya]] [[pl:Ahmadija]] [[sl:Ahmadija]] [[sv:Ahmadiya]] [[tt:Äxmädiyä]]Hazrat Mirza Ghulam Ahmad (1885-1908), der Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat (Gemeinde), stammte aus einer noblen Familie aus Qadian in Indien. Er war ein frommer Mann, der aufgrund göttlicher Offenbarung im Jahre 1891 verkündete, daß er der Verheißene Messias und Mahdi sei, dessen Ankunft vom Heiligen Propheten Mohammad (Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm) und in anderen Schriften vorausgesagt worden war. Sein Anspruch bildet die Grundlage der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Seine Anhänger glauben, daß so, wie die Ankunft des Elias durch die Person Johannes des Täufers erfüllt wurde, in spiritueller Hinsicht die Wiederkunft von Jesus Christus durch die Ankunft von Hazrat Mirza Ghulam Ahmad erfolgte. In Übereinstimmung mit den Lehren des Heiligen Qur-ân glaubte er fest an die Wahrheit aller Religionen in ihrem Ursprung und bestätigte die Rechtschaffenheit Buddhas, Konfuzius', Krischnas und Zoroastras als Gesandte Gottes, jedoch nicht als Verkörperung Gottes. Es wurde ihm offenbart, daß all die Prophezeiungen verschiedener Religionen über die Ankunft eines Reformators in den letzten Tagen wahr seien, daß es jedoch ein einziger Reformator wäre, der in seiner Person als lebendigen Beweis unter dem Banner Gottes die Qualitäten, Aufgaben und spirituellen Kräfte aller verheißenen Reformer vereine. Er beanspruchte dieser Reformator für diese Zeit zu sein. Ihm wurde ebenfalls durch Offenbarung mitgeteilt, daß er die Endzeitverkörperung der Qualitäten Krischnas sei, der ein Avatar der Aryaner und ein Prophet Gottes gewesen war. Der Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat bezog und verdankte seine Inspiration und Leitung dem Heiligen Propheten des Islam (Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm). Weder verkündete er eine neue Religion, noch führte er irgendeine theologische Neuerung ein. Die zentrale Aussage seiner Sendung war die Wiedererweckung und Wiederbelebung des Islam. Seine Lehren repräsentieren die Essenz des Islam, frei von allen Verkrustungen, die durch Jahrhunderte hindurch die Reinheit des Islam in seiner Herkunft verfälscht hatten. Zu einer Zeit, in der Fanatismus und Obskurantismus die Haupteigenschaften heutigen religiösen Denkens in der Welt bilden, präsentierte er eine neue Auffassung bezüglich der Weisheit und Philosophie islamischer Lehren. Seine Darlegungen gründeten sich ausschließlich auf den Heiligen Qur-ân sowie die Aussprüche (Hadith) und die Praxis des Heiligen Propheten (Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm). Für die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat ist es verpflichtend, in ihrem täglichen Leben die sozialen, moralischen und spirituellen Werte, die der Islam einschärft, zu verwirklichen. Weiterhin ist es für sie bindend, Freundschaft, gutes Miteinanderauskommen und Rechtschaffenheit nicht nur unter sich selbst zu fördern, sondern genauso unter anderen Nationen und Gemeinschaften. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat erwirbt sich allmählich ihre wohlverdiente Anerkennung und Respekt über die ganze Welt hinweg für ihre missionarischen Anstrengungen und die Betonung der friedlichen Koexistenz. Ihr Erfolg ist auf die strikte Anordnung ihres Begründers zurückzuführen, daß es nur durch Verständnis und Liebe möglich ist, die Herzen und den Geist der Menschen zu gewinnen. Die Gemeinde hat sich aktiver Wohlfahrtspflege verpflichtet, wie auch den Notwendigkeiten der Erziehung nicht nur ihrer eigenen Mitglieder, sondern ebenfalls derer anderer Gemeinden, unter denen sie leben. Letzteres gilt ganz besonders in Afrika, wo hunderte von Schulen und Krankenhäusern errichtet wurden. Im Jahre 1908 wurde nach dem Tode des Verheißenen Messias, Hazrat Maulana Hakeem Nur-ud-Din, ein berühmter Arzt zu seinem Nachfolger (Khalifa) gewählt. Nach dessen Tod, im Jahre 1914, folgte ihm Hazrat Mirza Bashir-ud-Din Ahmad, der zum zweiten Nachfolger gewählt wurde. Dieser war nicht nur ein sehr profunder Gelehrter islamischer Lehren, sondern er erfreute sich überragenden Wissens auch anderer Religionen. Er war ein großer Verwalter und Begründer von Nationen, und es war in seiner langen Amtsdauer als Oberhaupt von 1914 bis 1965, daß die Grundlagen der Ahmadiyya Muslim Jamaat als einer internationalen Gemeinde fest verankert und gefestigt wurden. Er gründete verschiedene Organisationen und Institutionen, um die weltweiten Aktivitäten zu unterstützen und auszuweiten. Im wesentlichen ein religiöser Führer, zeigte er doch großes Interesse am sozialen und politischen Wohlergehen der Menschen des Indo-Pakistanischen Subkontinents. Der dritte Nachfolger war Hazrat Mirza Nasir Ahmad, ein Absolvent der Universität Oxford und ein distinguierter Erziehungswissenschaftler. Er zeigte spezielles Interesse an der Verbesserung von Erziehung und Kultur der Gemeindemitglieder und legte großen Nachdruck auf Unterstützung und Diensten gegenüber den beraubten Nationen Afrikas. Im Juni 1982 wurde Hazrat Mirza Tahir Ahmad zum vierten Nachfolger des Verheißenen Messias gewählt. Er erreichte ungewöhnlichen Erfolg bezüglich der Entfaltung des Aktivitätsausmaßes der Mitglieder der Gemeinde, die jetzt in mehr als 120 Ländern der Erde vertreten ist. Unter seiner Leitung feierte die Gemeinde ihr 100jähriges Bestehen seit der Gründung im Jahre 1889 mit der Veröffentlichung von Übersetzungen des Heiligen Qur-ân in fast 50 Sprachen. Seine inspirierenden Freitagsansprachen und Reden über religiöse und andere Themen erhielten weltweit hohes Lob. Im Jahre 1926 geboren, studierte Hazrat Mirza Tahir Ahmad in Qadian (Indien) und Lahore (Pakistan) sowie an der Universität von London, Schule für Orientalische und Afrikanische Studien. Er diente der Zentralverwaltung der Gemeinde in verschiedenen Ämtern und erwarb sich einen hervorragenden Ruf als ein Gelehrter der Geschichte und Theologie sowie als ein begnadeter Dichter, Redner und Schriftsteller. Seine Interessen beinhalten Literatur und Internationale Beziehungen. Er ist weitgereist durch Asien, Australien, Afrika, Europa und die amerikanischen Kontinente. Er interessiert sich sehr für Sport und seine Hobbys beinhalten Wandern, Reiten, Fotografieren und Lesen. Er ist verheiratet und hat vier Töchter. Im Jahre 1984 entschloß sich Hazrat Mirza Tahir Ahmad, Pakistan aufgrund der Anti-Ahmadiyya-Politik der Regierung, die unter dem Einfluß von religiösen Fanatikern steht, zu verlassen. Er residiert zur Zeit in London. Von bescheidenen Anfängen, gerade erst etwas über einhundert Jahre alt, ist die Gemeinde gewachsen, um heutzutage als eine dynamische Kraft in der zeitgenössischen Welt der Religionen anerkannt zu sein. Ihre Niederlassungen verteilen sich rund um den Globus und ihre geschätzten 10 Millionen Mitglieder bilden ein positives Element im Islam. Die erste überseeische Mission der Gemeinde wurde im Jahre 1914 in Großbritannien gegründet, und der Grundstein für die Londoner Moschee wurde 1924 gelegt. Dem folgend wurden Ahmadiyyamissionen und Moscheen in Nord- und Südafrika, dem Fernen Osten, der Pazifikregion, Ost- und Westafrika sowie einer großen Anzahl von europäischen Ländern gegründet. Die derzeitige Hauptverwaltung der Gemeinde befindet sich in Rabwah, Pakistan. Größere Gemeinden der Ahmadiyya Muslim Jamaat bestehen in Pakistan, Indien, Bangladesch, Indonesien, Ghana, Nigeria, Gambia, Sierra Leone, Kenia, Tansania, Mauritius, Großbritannien, Deutschland, Kanada und den USA. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist eine absolut friedfertige, tolerante islamische Reformgemeinde. Sie ist nicht zu verwechseln mit denjenigen Gruppierungen, die Fanatismus und Gewalt predigen. Im Gegenteil! Die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat sind, vor allem in Pakistan, den gewalttätigen Angriffen der Mullahs ausgesetzt. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat steht für Freiheit des Glaubens ein, denn im Heiligen Qur-ân heißt es: "In Glaubensfragen darf es keinen Zwang geben." (Sure 2:256). Sie finanziert sich ausschließlich durch Spenden ihrer Mitglieder, deren Opferbereitschaft es ermöglicht, daß Krankenhäuser, Schulen und Moscheen in allen Teilen der Welt errichtet werden können und der wahre Islam, wie ihn der Heilige Prophet Mohammad (Frieden und der Segen Allah seien auf ihm) lebte und predigte, in allen Ländern der Erde verbreitet wird. Durch ihre Spenden werden vor allem Übersetzungen des Heiligen Qur-ân in 100 Sprachen ermöglicht, sowie Publikationen zahlreicher Schriften über den Islam, die zum großen Teil kostenlos an Interessenten abgegeben werden. Sie erstrebt keine politische Macht, sondern steht für die Trennung von Politik und Religion ein und fordert die Menschen auf, sich selbstlos zum Wohle der Menschheit einzusetzen und durch Wort und Tat den Einzigen Gott zu verehren und Ihm zu folgen, um ein reines Leben im Diesseits und die Schönheiten des Jenseits genießen zu können. All content in the above text box is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike license Version 4 and was originally sourced from https://de.wikipedia.org/w/index.php?diff=prev&oldid=138797945.
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