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== Ein Indianer kennt keinen Schmerz. ==
[[Datei:Sundance.jpg|miniatur|[[George Catlin]]: [[Sonnentanz]]]]
Die Quelle dieser Redensart ist nicht bekannt. Der [[Stereotyp]] vom Indianer, der den Schmerz nicht kenne, findet sich in der Literatur bei

Frühe Erwähnungen dieser und ähnlicher Redensarten im Deutschen sind
* (1872) ''Die Indianer sind unermüdlich und kennen keinen Schmerz.''<ref>[http://books.google.de/books?id=tF5qAAAAMAAJ&q=keinen+schmerz Arthur Morelet: ''Reisen in Central-Amerika (1872) S. 353]</ref>
* (1962) ''Indianer kennen keine Schmerzen.''<ref>[http://books.google.fr/books?id=WlARAQAAIAAJ&q=%22Indianer+kennen+keine+Schmerzen%22&dq=%22Indianer+kennen+keine+Schmerzen%22&hl=fr&sa=X&ei=qvHZT473MIHBhAegxrnEAw&redir_esc=y Hans Leip: ''Jan Himp und die kleine Brise'', Fischer (1962)]</ref>
* (1965) ''Der Indianer kennt keinen Schmerz.''<ref>[http://books.google.fr/books?id=yADcAAAAMAAJ&q=%22Indianer+kennt+keinen+Schmerz%22&dq=%22Indianer+kennt+keinen+Schmerz%22&hl=fr&sa=X&ei=ofXaT5qVAYm3hQeOreCbCg&redir_esc=y Jürgen Brinkmann: ''Frank Mellenthin: Roman einer Wandlung'', buchclub 65 (1965)]</ref>




 keinen

, doch kann der Schriftsteller [[Karl May]] zu der Verbreitung dieses Klischees beigetragen haben. In seinem viel gelesenen Roman [[Der Schatz im Silbersee]] schreibt May:
: „''Ein Indianer wird von frühester Kindheit an in dem Ertragen körperlicher Schmerzen geübt. Er gelangt dadurch so weit, daß er die größten Qualen ertragen kann, ohne mit der Wimper zu zucken. Vielleicht sind die Nerven des Roten auch weniger empfindlich als diejenigen des Weißen. Wenn der Indianer gefangen wird und am Marterpfahle stirbt, so erträgt er die ihm zugefügten Schmerzen mit lächelndem Munde, singt mit lauter Stimme sein Todeslied und unterbricht dasselbe nur hie und da, um seine Peiniger zu schmähen und zu verlachen. Ein jammernder Mann am Marterpfahle ist bei den Roten eine Unmöglichkeit.''“<ref>[[Karl May]]: [[Der Schatz im Silbersee]]. Zitiert nach [http://www.karl-may-werke.de/auf_tod_und_leben_m9075.html karl-may-werke.de]</ref>

Außerdem wurden Bilder über den [[Sonnentanz]] verbreitet, einer Zeremonie, bei der Haut und Muskeln durchbohrt wurden, damit der Tänzer den Schmerz einer Frau bei der Geburt eines Kindes zu verstehen lernt, ohne Krieg führen zu müssen.

In der Filmkomödie [[Der Schuh des Manitu]] heißt es dazu:
: „''Ein Indianer kennt keinen Schmerz, uns fehlen die Enzyme!''“

=== WORKUP ===

== Ein Indianer kennt  keinen  Schmerz ... seit 1965 ? ==

[http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/E#Ein_Indianer_kennt_keinen_Schmerz. Unsere "Erklärung"] ist peinlichste TF ohne jegliche Belege. Ich finde die früheste Erwähnung [http://www.google.com/search?hl=fr&tbo=p&tbm=bks&q=%22Indianer+kennt+keinen+Schmerz%22&tbs=,cdr:1,cd_max:31+d%C3%A9c.+1970&num=10 bei Brinkmann (DDR) 1965 - Frank Mellenthin: Roman einer Wandlung]. Ich kann Brinkmann nicht einschätzen. Wurde er "viel" gelesen? Findet jemand noch frühere, schmerzfreie Indianer? Gibt es wirklich eine Verbindung zu K.M. oder kann man das entfernen? <span style="color:grey;"><b><small>GEEZER</small></b><sup>[[Benutzer Diskussion:Grey_Geezer|<span style="color:grey;">nil nisi bene</span>]]</sup></span> 14:31, 14. Jun. 2012 (CEST)

::::Nur Gleichstand: Das ist aus dem Sieb, das ich als Gedächtnis verwende; im Film [[Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming]] (deutsche Synchro) sagt der Indianer Jackson Two-Bears wenn ich mich nicht allzu sehr täusche als Entgegnung auf obigen Satz, ''Dieser hier schon!''.  Der Film ist aber leider auch nur von 65 --[[Benutzer:Rubblesby|Rubblesby]] ([[Benutzer Diskussion:Rubblesby|Diskussion]]) 14:44, 14. Jun. 2012 (CEST)
:::::Das wäre sehr interessant, wenn es verifiziert werden könnte. Cat Ballou war ja sehr populär. Lechtenbrink sang es 1981. <span style="color:grey;"><b><small>GEEZER</small></b><sup>[[Benutzer Diskussion:Grey_Geezer|<span style="color:grey;">nil nisi bene</span>]]</sup></span> 14:48, 14. Jun. 2012 (CEST)


:Es ist nicht so, daß mich Time-Life-Bücher hinsichtlich ihrer Verläßlichkeit und inhaltlichen Tiefe besonders beeindrucken. Aber offenbar hat sich bisher niemand die Mühe gemacht, etwas besseres zu finden. Im Artikel [[Marterpfahl]] schreibt daher jemand (vielleicht mit Bezug auf Paul O'Neil: ''Der Weg nach Westen.'' 2nd printing. Time-Life-Bücher, Amsterdam 1980 (Time-Life-Bücher - Der Wilde Westen), S. 72., vielleicht aber auch nicht): ''"Das Opfer hingegen verhöhnte seine Peiniger und zeigte sich möglichst unbeeindruckt von den Qualen."'' Ähnliches, unbewegte Gesichter, die <u>[[stolz]]</u> den Schmerz ertragen bis zum Abwinken und bleichgesichtige Jammerlappen, die schon zucken, weil sich einer ihrer Bewacher mal am Kopf kratzt, erinnere ich dunkel auch in den Darstellungen bei Karl May. Wesentlicher (und für eine Untersuchung bereichernder) scheint mir jedoch zu sein, daß es sich ja wohl um ein patriarchales Grundmuster handelt, das meiner Ansicht nach schon vor der Entdeckung und Ausrottung der indianischen Kulturen gewirkt hat. Also: zurück auf Los bis mindestens zu den [[Märtyrer]]n wie dem pfeildurchbohrten [[Sebastian (Heiliger)]] und den Helden der griechischen Mythologie wie [[Prometheus]], deren Bildmächtigkeit unsere Kultur bis heute mindestens genauso durchzieht (eigentlich mehr, aber wegen der PISA-Generation formuliere ich lieber vorsichtiger) wie der edle Indianer ([http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40606381.html] und als Antwort von Fritz Teufel: [http://bewegung.nostate.net/mate_indianer.html]). Dort, in der Antike werden die Werte gesetzt und vermittelt und nicht als Aufguß über die Mayschen Christlichkeits-Projektionen in den nordamerikanischen Prärien. Und selbstverständlich ist dann zu fragen: Woher hatte May sein Bild des Indianers, wer hatte es genährt? --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 15:35, 14. Jun. 2012 (CEST)


::I-N-D-I-A-N-E-R ... Ich habe keinen Zweifel, dass es Mannbarkeitsriten und Stärke-zeigen bei uramerikanischen Völkern gab - wie überall - ABER es geht um den wörtlichen Satz "Der/Ein Indianer kennt keinen Schmerz." Der sowohl konkret (untrainierter Hobbywanderer in den Dolomiten) als auch übertragen (Das macht mir garnix!) verwendet wird. Ich suche mal nach " Indianer kennen keinen Schmerz" - ist ja das gleiche: Das ''Prinzio'' Indianer. <span style="color:grey;"><b><small>GEEZER</small></b><sup>[[Benutzer Diskussion:Grey_Geezer|<span style="color:grey;">nil nisi bene</span>]]</sup></span> 16:12, 14. Jun. 2012 (CEST)
::Na bitte: [http://books.google.fr/books?id=WlARAQAAIAAJ&q=%22Indianer+kennen+keine+Schmerzen%22&dq=%22Indianer+kennen+keine+Schmerzen%22&hl=fr&sa=X&ei=qvHZT473MIHBhAegxrnEAw&redir_esc=y 1962 und auch im Kontext ''Kinder'']. <span style="color:grey;"><b><small>GEEZER</small></b><sup>[[Benutzer Diskussion:Grey_Geezer|<span style="color:grey;">nil nisi bene</span>]]</sup></span> 16:15, 14. Jun. 2012 (CEST)
:::Apropos Dolomitenwanderer: [[Luis Trenker|der da]] hat 1935 den ersten Spielfilm überhaupt gedreht, in dem die Indianer von wirklichen Indianern gespielt werden und nicht von verkleideten Schauspielern: [[Der Kaiser von Kalifornien (Film)]]. Das May'sche Bild der tapferen, edlen Wilden kommt darin auch vor. Ob der Spruch gesagt wird, weiß ich nicht, könnte aber leicht sein. Es kann sich jeder den Film auf Youtube anschaun und es überprüfen. --[[Benutzer:El bes|El bes]] ([[Benutzer Diskussion:El bes|Diskussion]]) 16:19, 14. Jun. 2012 (CEST)

::(BK) [http://books.google.de/books?id=Eu4-exWTcFIC&pg=PA368&dq=%22kennt+keinen+Schmerz%22&hl=de&sa=X&ei=Pu3ZT6uGHM3CtAbJqvGTCA&ved=0CFcQ6AEwBjgK#v=onepage&q=%22kennt%20keinen%20Schmerz%22&f=false Hier (S. 368)] wird der (meines Erachtens gegenüber dem Martepfahl ursächlichere) Abhärtungsprozeß bei bestimmten Indianerkulturen angesprochen und der Kontext recht anständig formuliert. Das scheint mir die eigentliche Wurzel zu sein: Berichte über indianische Kulturen, die genau das transportieren, wobei die Abhärtungshandlungen bei den von den Mythen der Spartaner geprägten Europäern außergewöhnliche oder bevorzugte Beachtung und Anerkennung finden. --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 16:17, 14. Jun. 2012 (CEST)
:::2009 und die Ref. ist engl., aber im Engl. kennt man diese Redewendung nicht. Sie muss also ''deutsche Wurzeln'' haben. <span style="color:grey;"><b><small>GEEZER</small></b><sup>[[Benutzer Diskussion:Grey_Geezer|<span style="color:grey;">nil nisi bene</span>]]</sup></span> 16:33, 14. Jun. 2012 (CEST)
::Moritz Gottlieb Saphir 1856: ''"Der Weise kennt keinen Schmerz, der Stoiker läugnet ihn, das ist kein Verdienst!"'' [http://books.google.de/books?id=pfs6AAAAcAAJ&pg=PA231&dq=%22kennt+keinen+Schmerz%22&hl=de&sa=X&ei=aPDZT6vNO8jVtAaTwsnoBw&ved=0CGkQ6AEwCTgy#v=onepage&q=%22kennt%20keinen%20Schmerz%22&f=false] --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 16:24, 14. Jun. 2012 (CEST)
::Die ''Bohemia - Unterhaltungsblätter für gebildete Stände'' Nr. 58, 1842 weiß: »Stolz kennt keinen Schmerz«, heißt es diesseits des Kanals und jenseits: »il faut soufrir pour etre belle.« [http://books.google.de/books?id=ld4aAAAAYAAJ&pg=PT238&dq=%22kennt+keinen+Schmerz%22&hl=de&sa=X&ei=nPTZT-eGO5HJswbw8q39Bw&ved=0CGsQ6AEwCTg8#v=onepage&q=%22kennt%20keinen%20Schmerz%22&f=false] --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 16:36, 14. Jun. 2012 (CEST)

''"I had thought, resumed Cora, that an Indian warrior was patient, and that his spirit felt not and knew not the pain his body suffered."'' James Fenimore Cooper, ''The Last of the Mohicans'' (1826) chapter 11. http://www.americanliterature.com/Cooper/TheLastoftheMohicans/12.html --[[Benutzer:Vsop|Vsop]] ([[Benutzer Diskussion:Vsop|Diskussion]]) 16:26, 14. Jun. 2012 (CEST)

:Yepp, Hut ab! --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 16:38, 14. Jun. 2012 (CEST) Und als Arbeitsthese und starken Verdacht würde ich dranhängen, daß die Wendung "kennt keinen Schmerz" bereits auch in anderen Kontexten gebräuchlich war, der "Indianer" da also quasi in die Formel reingefüllt wurde. --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 16:51, 14. Jun. 2012 (CEST) p.s.: Der "letzte Mohikaner" erschien spätestens 1889 in einer deutschen Übersetzung. --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 16:58, 14. Jun. 2012 (CEST)
::Habe schon eine Idee, wie man das alles sauber zusammenbekommt: "''Obwohl der Mythos ... RefRefRef, tauchen die konkreten deutschen Redewendungen RefRef...''". Soon in a WP near you. <span style="color:grey;"><b><small>GEEZER</small></b><sup>[[Benutzer Diskussion:Grey_Geezer|<span style="color:grey;">nil nisi bene</span>]]</sup></span> 17:51, 14. Jun. 2012 (CEST)

:::Ähm, einen sauberen etymologischen Nachweis, wo und wann der Qualitätssprung zum Sprichwörtlichen stattfindet, haben wir aber noch nicht. Ich bin die 38 Seiten bei GoogleBooks mit Treffern für "indianer kennt keinen schmerz" durchgegangen [http://www.google.de/#q=%22indianer+kennt+keinen+schmerz%22&hl=de&tbm=bks&psj=1&ei=WhLaT57cG8zEsgag5t1_&start=370&sa=N&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.,cf.osb&fp=f915b69abbce9dcd&biw=1366&bih=558] und finde noch zwei Belege für [http://books.google.de/books?id=yADcAAAAMAAJ&q=%22indianer+kennt+keinen+schmerz%22&dq=%22indianer+kennt+keinen+schmerz%22&hl=de&sa=X&ei=yhHaT6vJHYngtQaqgZ11&ved=0CEEQ6AEwAjjKAg 1965] (den du auch gefunden hast) und [http://books.google.de/books?id=dnNdAAAAIAAJ&q=%22indianer+kennt+keinen+schmerz%22&dq=%22indianer+kennt+keinen+schmerz%22&hl=de&sa=X&ei=XxHaT9LeNcfJsgaHtcn2Bw&ved=0CGYQ6AEwCDiYAg 1971]. Das ist alles sehr dünn. Für Deutschland wäre auch sicher noch zu beachten, was da die Nazi-Literatur transportiert hat, die ja eher nur über die Bibliotheken zugänglich ist und nicht übers Web. --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 18:40, 14. Jun. 2012 (CEST)
:::::Trust me (und kontrollier' mich später). Die Nazis und die Indianer? Nein, denn "Ein deutscher Junge weint nicht." Indianer dürften keine Nazi-Vorbilder gewesen sein. Dann wäre der Spruch sicherlich auch nicht so populär. <span style="color:grey;"><b><small>GEEZER</small></b><sup>[[Benutzer Diskussion:Grey_Geezer|<span style="color:grey;">nil nisi bene</span>]]</sup></span> 18:55, 14. Jun. 2012 (CEST)

::::::Hm. Sicher hast du in der Vergangenheit schon gemerkt, daß ich euch traue (auch wenn aus dem Eierloch-Artikel leider nichts geworden ist). Aber ich lese zum Beispiel über Barbara Haible: ''Indianer im Dienste der NS-Ideologie. Untersuchungen zur Funktion von Jugendbüchern über nordamerikanische Indianer im Nationalsozialismus.'' POETICA - Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 32, Hamburg 1998, 452 Seiten, ISBN 978-3-86064-751-6 : ''"Indianerabenteuer - bis heute ein populäres Thema der Kinder- und Jugendliteratur - waren auch in der Zeit des Nationalsozialismus bei jungen Lesern sehr beliebt. Die Untersuchung zeigt, wie die nationalsozialistischen Machthaber diese Tatsache ausnutzten und wie Indianerbücher im Rahmen umfangreicher Propagandamaßnahmen eingesetzt wurden, um mit ihrer Hilfe nationalsozialistische Wertvorstellungen an junge Leser zu vermitteln. Sowohl Mays Indianerromane als auch andere Texte über nordamerikanische Indianer erfuhren im nationalsozialistischen Deutschland eine enorme Auswertung. Erich Wittek, der unter dem Pseudonym Fritz Steuben eine bis heute im Buchhandel erhältliche achtbändige Romanreihe um den Shawnee Tecumseh veröffentlichte, avancierte zum gefeierten NS-Jugendbuchautor und erreichte wie auch andere Autoren mit seinen Indianerbüchern hohe Auflagenzahlen. Dabei weist die Studie nach, dass sich die in der NS-Zeit erfolgreichen Indianerbuchautoren vielfach an Texten orientierten, die bereits vor der nationalsozialistischen Machtübernahme veröffentlicht worden waren und in denen unverhohlen Propaganda für den Faschismus gemacht wurde.''" [http://www.verlagdrkovac.de/3-86064-751-2.htm] --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 21:31, 14. Jun. 2012 (CEST)
:::::::Nicht schlecht ;-) [http://books.google.fr/books?id=VpZ0AAAAMAAJ&q=indianer+nazi+ideologie+schmerz&dq=indianer+nazi+ideologie+schmerz&hl=fr&sa=X&ei=slDaT-35EoSmhAfe1-DHBA&redir_esc=y Hier beide - aber nebeneinander - erwähnt]. Ein Buch (GB => Nazi Indianer Schmerz <= [http://books.google.fr/books?id=62WmAAAAIAAJ&q=indianer+nazi+ideologie+schmerz&dq=indianer+nazi+ideologie+schmerz&hl=fr&sa=X&ei=6lHaT6O8LouHhQfZsumkBA&ved=0CDoQ6AEwAQ erwähnt den Satz (Jugenderinnerung...)] aus der NS-Zeit, aber das Buch ist von 2003. <span style="color:grey;"><b><small>GEEZER</small></b><sup>[[Benutzer Diskussion:Grey_Geezer|<span style="color:grey;">nil nisi bene</span>]]</sup></span> 23:03, 14. Jun. 2012 (CEST)

::::::::Fein. Wir beginnen die Lücke zwischen 1889 und 1954 langsam etwas aufzufüllen. Wer hat denn außer Herrn May sonst noch von James Fenimore Cooper gezehrt? In dem Artikel [[Amerikanische Kinder- und Jugendliteratur]] finde ich z.B. den Satz: ''"[[Olaf Baker]] veröffentlichte 1915 seine Indianergeschichte ''Where the Buffaloes Begin'', für die er 1982 postum mit einer ''Caldecott Honor'' ausgezeichnet wurde."'' Und die Funde des Kollegen [[Benutzer:Vsop|Vsop]] unten sind auch vielversprechend. Nur, wie war das bei uns? Wo finden wir (und das kann sich von dem Nachweis eines ersten Vorkommens durchaus sehr unterscheiden) den Qualitätssprung zum Sprichwort? In den Schützengräben des WK I?
::::::::Im Augenblick erscheint es mir so: Im November 1874 beginnt zwar Mays schriftstellerische Laufbahn. Die Winnetou-Trilogie erscheint aber erst ab 1893, etwa vier Jahre nach der deutschen Ausgabe des ''Lederstrumpf''. die Surehand-Trilogie erscheint zwischen 1894 und 1896. Geht man davon aus, daß ein Buch damals zwischen sechs Monaten und einem Jahr benötigte, um eine wirklich breite Popularität und damit verbunden weitere Auflagen zu erreichen, dann ist May dem alten Lederstrumpf ganz schön auf den Fersen, hat sich gut und zeitig drangehängt. Cooper macht für den Handlungshintergrund den Raum auf, May riecht die Verwertungsoptionen des "neuen Stoffs" und schwenkt von seinem Orientzyklus um auf den Wilden Westen (Erscheinungsdaten [http://karl-may-wiki.de/index.php/Karl_May%27s_gesammelte_Reiseerz%C3%A4hlungen hier] im Überblick).
::::::::Bis es dazu kommt, daß Carl Suesser 1934 fragt: ''War Lederstrumpf ein Deutscher?'' (In: ''Westermanns Monatshefte. Illustrierte Deutsche Zeitschrift.'', Braunschweig: G. Westermann, Mai 1934, S. 245–249) ist aber etwas Wichtiges passiert, von dem wir noch nichts wissen. Der Indianer und indianisch sind schon in den Duden von 1910 aufgenommen (8. Aufl., S 161). In der 8. neubearb. Aufl., 13. Neudruck von 1914 bleibt uns das erhalten. In der 9. neubearb. Aufl., achter Neudruck von 1925 ist auf S. 204 ist nicht nur der Indianersommer hinzugekommen sondern auch: die [[Indianergeschichte]].
::::::::Das alles belegt nichts, aber als Arbeitsthese werfe ich mal in den Ring, daß grob zwischen 1890 und 1900, spätestens 1910 in Literatur (aber nicht zwingend in der Jugendliteratur) und Presse ein Indianerbild verfestigt wird, in dem bereits festgelegt wurde, daß der arme Kerl keinen Schmerz kennt. Ob dabei die oben von mir angesprochenen Abhärtungshandlungen oder der literarisch weitaus besser verwertbare Marterpfahl den Transportriemen machen, würde ich mittlerweile offenlassen. Es wäre gut, jemand zu finden, der die Ideologiegeschichte der frühen "Indianergeschichten" des ausgehenden 19. Jahrhunderts untersucht hat. Die Chancen auf so eine interessante Arbeit sind imho nicht schlecht. Von ''Cat Ballou'' können wir uns allerdings verabschieden (leider) und auch einen ausschließlichen Blick auf Karl May halte ich nicht für ratsam. Er ist da wohl nur der beste Wellenreiter. --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 00:41, 15. Jun. 2012 (CEST)

:::Pro forma und wie erwartet ergebnislos den Büchmann abgecheckt. Vielleicht kann jemand noch in den Röhrich gucken, an den komme ich gerade nicht ran. --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 18:47, 14. Jun. 2012 (CEST)

''"Und stundenlang liege ich manchmal auf dem Bett und stiere auf den Spruch an der Wand: '''Indianerherz kennt keinen Schmerz'''."'' Die Weltbühne 28. Jahrgang 1932 http://books.google.de/books?id=5REQAAAAIAAJ&q=Indianerherz.  --[[Benutzer:Vsop|Vsop]] ([[Benutzer Diskussion:Vsop|Diskussion]]) 23:58, 14. Jun. 2012 (CEST)

:<kwätsch>Ja! Spitze! Das ist der bisher früheste handfeste Nachweis für die Verwendung als Sprichwort. Die Herz-Schmerz-Variante ist mir auch beim Durchsuchen von GoogleBooks aufgefallen und zieht sich (des Reimes wegen nicht ganz überraschend) bis heute durch. Wir sollten den Spruch auch für die Zeit vor 1932 unbedingt im Auge haben, auch auf die Gefahr hin, daß wir nur TF durch OR ersetzen. --[[Spezial:Beiträge/84.191.143.19|84.191.143.19]] 01:06, 15. Jun. 2012 (CEST)


:Ein weiterer Cooper-Jünger war [[Friedrich Gerstäcker]]. Hier ein Schnipsel von 1846, beschreibt den Sachverhalt, aber noch nicht sprichwörtlich: [http://books.google.de/books?id=jX46AAAAcAAJ&pg=PA94&dq=Friedrich+Gerst%C3%A4cker+Indianer+Schmerz&hl=de&sa=X&ei=98raT4f0MYzNsgbuxuydCQ&ved=0CEsQ6AEwAA#v=onepage&q&f=false ...der Indianer, für den Augenblick seinen Schmerz bezwingend...] [[Benutzer:Ugha-ugha|Ugha-ugha]] ([[Benutzer Diskussion:Ugha-ugha|Diskussion]]) 07:53, 15. Jun. 2012 (CEST)


''... gerne unumstößlicher Redewendungen bediente, wie etwa: „Indianerherz kennt keinen Smerz", oder: „Eher soll die Welt verderben, als daß 'n Seemann sollte Kummers sterben", also Bodenstab erhob sich und meinte, sie hätten ein Boot zu verlieren, das sie eben erst erworben hätten ...'' Velhagen & Klasings Monatshefte: Band 42, Ausgaben 7-12 (1928), S. 554 http://books.google.de/books?id=wzbtAAAAMAAJ&q=indianerherz  --[[Benutzer:Vsop|Vsop]] ([[Benutzer Diskussion:Vsop|Diskussion]]) 08:06, 15. Jun. 2012 (CEST)

=== Einzelnachweise ===
<references />

<nowiki>
[[Kategorie:Feudalismus| ]]
[[Kategorie:Historischer Materialismus]]

</nowiki>