Revision 107313646 of "SPECTRALIS" on dewiki{{QS-Medizin}}
Das SPECTRALIS ist ein [[Laser]]-gestütztes, bildgebendes Spektral-Domänen [[OCT]] der Firma [[Heidelberg Engineering|Heidelberg Engineering GmbH]] zur Untersuchung der [[Netzhaut]]. Eine Untersuchung mit dem SPECTRALIS OCT gibt Auskunft über die Beschaffenheit und den Zustand der Netzhautschichten und kann helfen, beginnende Krankheitsanzeichen in der Netzhaut und am Sehnervenkopf ([[Papille]]) zu erkennen.
[[File:SPECTRALIS OCT ONH.png|thumb|HRA+OCT Aufnahme des Sehnervenkopfes]]
== Messverfahren ==
Durch die Pupillenöffnung wird mittels eines schmalen Laserstrahls der [[Augenhintergrund]] abgetastet und schichtweise vermessen. Als Lichtstrahl werden zwei simultane, leistungsschwache Laser eingesetzt. Ein Referenzstrahl erkennt [[Augenbewegung|Augenbewegungen]] und führt das Aufnahmebild der Augenbewegung nach, um damit Bewegungsunschärfen zu vermeiden. Ohne eine solche [[Eye-Tracking]] Funktion würden selbst unvermeidbare, kleinste Augenbewegungen zu Fehlern in der Aufnahme führen. Ein zweiter Laserstrahl nimmt das Schnittbild der Netzhaut in verschiedenen Scan-Mustern (Kreisscan, Linienscan, Volumenscan) auf.
Auf Wunsch können bis zu 100 Aufnahmen an der gleichen Stelle aufgenommen und danach gemittelt werden, dadurch wird das Rauschen aus den einzelnen Bildern herausgemittelt und das resultierende Bild ist besonders klar und genau.
== Untersuchung ==
[[File:SPECTRALIS Untersuchung.jpg|thumb|Untersuchung mit dem SPECTRALIS OCT]]
Der Kopf des Patienten liegt während der gesamten Untersuchung ruhig auf der dafür vorgesehenen Kopfstütze am Gerät. Der Untersucher sitzt gegenüber auf der anderen Seite des Gerätes. Der Messzeitraum einer einzelnen Aufnahme mit dem SPECTRALIS nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch. Während der Untersuchung darf der Patient wie gewohnt blinzeln, der [[Eyetracker|Eye-Tracker]] sorgt dafür, dass nur bei geöffneten Augen OCT-Bilder aufgenommen werden.
Bei einer Nachfolgeuntersuchung werden OCT-Aufnahmen durch den Eye-Tracker an genau dem gleichen Ort positioniert wie bei der vorherigen Untersuchung. So kann der Untersucher nicht nur einen allgemeinen Eindruck von der Netzhaut gewinnen, sondern bereits kleinste Dickenänderungen von nur 1 µm erkennen.<ref>{{Literatur | Autor = Wolf-Schnurrbusch et al. | Titel = Macular Thickness Measurements in Healthy Eyes Using Six Different Optical Coherence Tomography Instruments | Band = 50 | Jahr = 2009 | Nummer = 7| Seiten = 3432–3437}}</ref>
Bei der Aufnahme mit dem SPECTRALIS OCT werden gleichzeitig ein Bild der Oberfläche der Netzhaut und eine OCT-Aufnahme erstellt. Auf dem Netzhautbild wird automatisch die Stelle markiert, an der das OCT-Schnittbild aufgenommen wurde.
== Bildgebungsverfahren ==
[[File:SPECTRALIS OCT.png|thumb|HRA+OCT Aufnahme]]
Mit dem SPECTRALIS werden Bilder der Netzhaut mit verschiedenen Wellenlängen erstellt. Möglich sind Infrarot- und MultiColor-Aufnahmen, die simultan Bilder mit drei verschiedenen Laser-Wellenlängen aufnehmen und zu einem Bild kombinieren. Auch (invasive) Fluoreszein- und Indozyaningrün-Angiographien können aufgenommen werden. Die Blue Laser Autofluoreszenz ermöglicht die Darstellung von Schäden im Bereich tieferer Netzhautschichten ohne die Zugabe von Kontrastmitteln. Dabei werden natürliche Fluorophore in der Netzhaut mit einem blauen Laser angeregt und deren emittiertes Licht registriert, so dass metabolische Vorgänge in der Netzhaut dargestellt und beispielsweise abgestorbene Netzhautbereiche angezeigt und ausgemessen werden können.<ref>{{Literatur | Autor = Holz et al. | Titel = Progression of Geographic Atrophy and Impact of Fundus Autofluorescence Patterns in Age-related Macular Degeneration | Sammelwerk = Am J Ophthalmol. | Jahr = 2007 | Datum = 2006-12-22 | Band = 143 (3) | Seiten = 463–472}}</ref> <ref>{{Literatur | Autor = Fleckenstein et al. | Titel = High Resolution Spectral Domain-OCT Imaging in Geographic Atrophy associated with Age-Related Macula Degeneration | Sammelwerk = Invest Ophthalmol Vis Sci. | Jahr = 2008 | Datum = 2008-05-16 | Band = 49 (9) | Seiten = 4137–4144}}</ref>
Bei einer OCT (Optische Kohärenztomographie)-Aufnahme wird ein Querschnittsbild der Netzhaut erstellt. Dieses stellt die einzelnen Netzhautschichten deutlich abgrenzbar dar. <ref>{{Literatur | Autor = Helb et al. | Titel = Erhebung und Auswertung von OCT-Befunden bei Makulaerkrankungen | Sammelwerk = Klinische Monatsblätter Augenheilkunde 2011 | Jahr = 2011 | Band = 227 | Seiten = R107-R125}}</ref> <ref>{{Literatur | Autor = Heimann H., Kellner U. | Titel = Atlas des Augenhintergrundes | Sammelwerk = Georg Thieme Verlag KG | Jahr = 2010 | ISBN = 9783131463517}}</ref> Mittels einer zusätzlichen Linse lässt sich nicht nur eine OCT-Aufnahme der Netzhaut erstellen, sondern auch des Vorderabschnitts des Auges, also unter anderem der [[Hornhaut]] und der beiden [[Kammerwinkel]].
== Einzelnachweise ==
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