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{{Begriffsklärungshinweis}}

Die '''Provence''' ({{IPA2|pʁɔˈvɑ̃ːs}}, [[Okzitanische Sprache|okzitan.]] ''Provença'', ''Prouvènço'') ist eine [[Landschaft]] im Südosten von [[Frankreich]]. Sie liegt am [[Mittelmeer]] zwischen [[Rhône]]tal und [[Italien]]. Im Norden liegt die Landschaft [[Dauphiné]] in der Region [[Rhône-Alpes]].
[[Datei:Provence-Alpes-Côte d’Azur region locator map.svg|miniatur|hochkant|Lage der Provence in Frankreich]]
[[Datei:Landscape Provence France 1.jpg|thumb|Typisch für die Provence: ein [[Echter Lavendel|Lavendelfeld]]]]
Das Adjektiv zu ''Provence'' ist ''provenzalisch'', französisch: ''provençal''. Die Schreibweise ''provençalisch'' ist veraltet.

== Herkunft und Bedeutung des Namens ==
Der Name Provence stammt aus der Zeit der römischen Herrschaft, vom [[latein]]ischen ''[[provincia]]''. Als eine der ersten und am stärksten romanisierten Regionen außerhalb Italiens gehörte sie zur [[Gallia Narbonensis|Provincia Narbonensis]].

== Geographie ==
[[Datei:Provence22.JPG|miniatur|Blick auf die Bucht von [[Saint Tropez]]]]
Die größten Städte sind [[Marseille]] (851.000 Einwohner), [[Nizza]] (345.000), [[Toulon]] (166.000) und [[Aix-en-Provence]] (139.000). Weitere wichtige Städte sind [[Avignon]] (90.000 Einwohner), [[Arles]] (50.000), [[Orange (Vaucluse)|Orange]] (29.000) und [[Carpentras]] (28.000). Historische Hauptstadt ist [[Aix-en-Provence]].

Die [[Département]]s [[Alpes-de-Haute-Provence]], [[Var (Département)|Var]], [[Vaucluse]] und [[Bouches-du-Rhône]] gehören zur historischen Region Provence. Zusammen mit den Départements [[Hautes-Alpes]] und [[Alpes-Maritimes]] bilden sie die heutige Region ''[[Provence-Alpes-Côte d’Azur]]'', deren Hauptstadt Marseille ist.

Die Provence erstreckt sich von der [[Rhône]] über die [[Provenzalische Voralpen|Provenzalischen Voralpen]] und dem küstennahen [[Massif des Maures]] bis in die [[Seealpen]] (''Alpes Maritimes''). 

== Bevölkerung und Sprache==
Gesprochen werden in der Landschaft verschiedene Dialekte der [[Provenzalische Sprache|provenzalischen Sprache]], einer Variante des [[Okzitanische Sprache|Okzitanischen]], die von der französischen Republik lange Zeit unterdrückt wurde. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird sie wieder vermehrt gesprochen. Die Bevölkerung mit provenzalischer Muttersprache wird Provençalen genannt. Mit der Sprache lebten auch viele alte Bräuche wieder auf wie die provenzalische [[Volksmusik]]. Eine Besonderheit sind die bei Touristen und der lokalen Bevölkerung beliebten [[Santon]]s, provenzalische Krippenfiguren.

== Landwirtschaft und Küche ==
Die Landwirtschaft ist mediterran geprägt, wobei Gemüse- und Obstanbau eine besondere Bedeutung besitzen. Bekannte Produkte sind [[Vogel-Kirsche|Kirschen]], [[Erdbeeren]], [[Pfirsich]]e, [[Aprikose]]n, [[Mandel]]n und die [[Melone]]n von [[Cavaillon]].

Die besten [[Olivenöl]]e stammen aus den Orten am Südrand der [[Alpilles]] (Vallée des [[Les-Baux-de-Provence|Baux de Provence]]), aus dem Ort [[Nyons]] und aus dem Hinterland von [[Nizza]] und sind durch eine eigene [[Appellation d’Origine Contrôlée|Appellation]] geschützt.

In Höhenlagen ab 300 m befinden sich die berühmten [[Echter Lavendel|Lavendelfelder]], deren Produktion als Grundlage für die [[Parfüm]]-Herstellung dient. Deren Zentrum bildet die Stadt [[Grasse]] in den Seealpen.

=== Küche ===
[[Datei:Ratatouille.jpg|miniatur|[[Ratatouille]], eine Spezialität der Provence]]
Die [[Provenzalische Küche|Küche der Provence]] sind eher einfache Gerichte mit guten lokalen Zutaten. Der Zusatz bei Speisen „à la provençale“ bedeutet in der Regel Tomatensoße, mit Verwendung von [[Küchenkraut|Gewürzkräutern]] ([[Kräuter der Provence]]), Auberginen, Zucchini, Paprika und Olivenöl. Also hauptsächlich Zutaten, die in der Region angebaut werden und auf den Wochenmärkten der Region frisch erhältlich sind. Typische Gerichte sind die [[Bouillabaisse]] und die [[Bourride]] (Fischgerichte) und die Soupe-de-Poisson (Fischsuppe), [[Daube (Gericht)|Daube provençale]] (Schmorgericht mit Rindergulasch) und [[Aioli]] sowie das [[Ratatouille]] und die Soupe-au-Pistou. Als Salatgerichte sind die [[Salade niçoise|Salade Niçoise]] sowie die Salade-de-Mesclun besonders bekannt. Lokale Spezialitäten sind der weiße [[Montélimarnougat|Nougat von Montélimar]], die kandierten Früchte der Stadt [[Apt (Vaucluse)|Apt]], die [[Trüffel]] des [[Vaucluse|Vaucluse-Gebirges]], die [[Farinata|Socca]] der Stadt Nizza und die [[Calisson]]s d’[[Aix-en-Provence|Aix]].<ref>{{Internetquelle | url=http://www.france-naturelle.de/reiseangebote/kueche-provence.html | titel=Die Küche der Provence | hrsg=france-naturelle.de | sprache=fr | zugriff=2012-09-07}}</ref>

=== Weinanbau ===
Der Weinanbau profitiert vom warmen Mittelmeer-Klima sowie von der trocknenden Wirkung des [[Mistral (Wind)|Mistrals]]. Das Anbaugebiet der [[Côtes de Provence]] erstreckt sich über die Départements [[Bouches-du-Rhône]], [[Var (Département)|Var]] und [[Alpes-Maritimes]]. Eine deutlich größere Rebfläche besitzen die [[Côtes du Rhône]], deren größter Teil in das Département [[Vaucluse]] fällt. Das Bindeglied zwischen beiden Gebieten bilden die Appellationen der [[Côtes du Luberon]] und [[Côtes du Ventoux]]. Die Rotweine sind kraftvoll und geschmeidig. Sie vertragen einige Jahre Lagerzeit, während die fruchtigen Rosé- und aromatischen Weißweine der Côtes du Provence jung getrunken werden sollten. Außerordentlich langlebig sind die Spitzenrotweine von [[Châteauneuf-du-Pape]], [[Gigondas (Weinbaugebiet)|Gigondas]], [[Bandol]] und [[Palette (Wein)|Palette]].

== Sehenswürdigkeiten ==
[[Datei:Avignon, Palais des Papes by JM Rosier.jpg|miniatur|hochkant=1.7|Papstpalast in Avignon]]
Die Provence ist reich an natürlichen Sehenswürdigkeiten und Baudenkmälern, etliche davon stehen auf der [[Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit]]. [[Arles]] war zu römischer Zeit ein bedeutender Handelsplatz, das [[Amphitheater von Arles|Amphitheater]] ist zweigeschossig mit je 60 [[Arkade]]n pro Geschoss. Heute bietet es 25.000 Menschen Platz und wird als [[Stierkampfarena]] genutzt. Die romanische Kirche [[St-Trophime d’Arles]] war sechs Jahrhunderte lang Kathedrale, bevor der Bischofssitz im Zuge der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] nach [[Aix-en-Provence]] verlegt wurde. Das [[Theater von Orange|römische Theater]] von [[Orange (Vaucluse)|Orange]] wurde im ersten Jahrhundert nach Christus errichtet. Der [[Orange (Vaucluse)#Stadtgründungsbogen|Stadtgründungsbogen]] an der Straße nach Lyon ist kein Triumphbogen, sondern ein Monumentaltor. Die [[Römische Katasterpläne von Orange|einzigen Zeugnisse]] des amtlichen Vermessungswesens aus der römischen Antike werden in Orange aufbewahrt. Der [[Pont du Gard]] ist ein römisches [[Aquädukt]] über den [[Gardon]] und wurde früher zur Wasserversorgung der Stadt [[Nîmes]] benutzt. Die historische Altstadt von [[Avignon]] wird von der [[Stadtmauer von Avignon|Stadtmauer]] aus dem zwölften Jahrhundert umgeben. Neben vielen Kirchen und mittelaltern Gebäuden ist der [[Papstpalast (Avignon)|Papstpalast]] die imposanteste Sehenswürdigkeit der Stadt.

=== Städte und Dörfer ===
[[Datei:Gourdonam.jpg|miniatur|links|Gourdon, im Hintergrund das Mittelmeer.]]
In [[Aigues-Mortes]] steht der [[Tour de Constance]], in dem [[Marie Durand]] 38 Jahre lang gefangen war. Die [[Cours Mirabeau]] ist die Flaniermeile von [[Aix-en-Provence]], im Café ''Les Deux Garçons'' trafen sich früher Künstler und Schriftsteller. Nördlich der Cours Mirabeau liegt die Altstadt, mit römischen und mittelalterlichen Bauwerken. Die [[Kathedrale von Aix-en-Provence|Kathedrale]] ist heute Sitz des [[Erzbistum Aix]]. Antibes liegt an der [[Côte d’Azur]] und besitzt mit dem Port Vauban einen der größten [[Yachthafen|Yachthäfen]] Europas. Der Markt ''Foire de Beaucaire'' in [[Beaucaire (Gard)|Beaucaire]] war vom 13. bis zum 19. Jahrhundert einer der wichtigsten Märkte Europas, es kamen bis zu 300.000 Menschen jährlich.<ref>{{Internetquelle | url=http://www.britannica.com/EBchecked/topic/57582/Beaucaire-fair | titel=Beaucaire fair | hrsg=[[Encyclopædia Britannica]] | sprache=en | zugriff=2012-09-07}}</ref> In [[Cannes]] finden jährlich die [[Internationale Filmfestspiele von Cannes|Internationalen Filmfestspiele]] statt. Das Schloss von [[Cassis (Bouches-du-Rhône)|Cassis]] wurde im 14. Jahrhundert errichtet, verfiel später und ist heute im Privatbesitz. In [[Fontaine-de-Vaucluse]] liegt die Quelle der [[Sorgue (Ouvèze)|Sorgue]]. Es ist eine [[Karstquelle]], die mit einem ausgedehnten Höhlensystem verbunden ist. Nahe [[Fréjus]] brach 1959 die Staumauer [[Barrage de Malpasset]], dies sorgte für eine Flutwelle die durch die Stadt rollte. Im Süden der Gemeinde [[Saint-Rémy-de-Provence]] liegt [[Glanum]], eine ehemalige römische Stadt mit dem ältesten Triumphbogen [[Gallien]]s. Die Altstadt von [[Gordes]] mit der [[Château de Gordes]] aus dem elften Jahrhundert thront auf einem Felsvorsprung über dem [[Coulon (Fluss)|Coulon]]. [[Gourdon (Alpes-Maritimes)|Gourdon]] liegt im Hinterland von Nizza und hat sein ursprüngliches Aussehen weitgehend behalten. Das unbestrittene Zentrum der Parfümherstellung in der Provence ist [[Grasse]], man nennt sich selbst ''Welthauptstadt des Parfüms''. 

Die Gemeinde [[Les Baux-de-Provence]], die bis 1958 nur Les Baux hieß, hat dem Mineral [[Bauxit]] seinen Namen gegeben. [[Pierre Berthier]] fand 1822 nahe dem Ort ein rötliches Mineral das etwa 50 % [[Aluminiumoxid]] enthielt, ab 1860 wurde Bauxit in der Region industriell abgebaut.<ref>{{Internetquelle | url=http://www.aluinfo.de/index.php/alu-lexikon.html?lid=20 | titel=Bauxit / Bauxitabbau | hrsg=[[Gesamtverband der Aluminiumindustrie]] | zugriff=2012-09-07}}</ref> Die Festung von [[Lourmarin]] wurde im zwölften Jahrhundert erbaut, im 15. Jahrhundert wurde sie im [[Renaissance]]stil zum Schloss umgebaut. Die Wahrzeichen [[Marseille]]s sind das [[Château d'If]], eine Festung auf einer Felseninsel im Meeer vor der Stadt und die [[Notre-Dame de la Garde]], eine Kirche im [[Neuromanik|neuromanisch]]-[[Neobyzantinische Architektur|byzantinischen]] Stil. Die [[Kathedrale von Marseille]] wurde zur etwa selben Zeit gebaut und hat ein ähnliches Aussehen. [[Menton]] liegt direkt an der italienischen Grenze, die Altstadt zeugt durch ihr italienisches Aussehen davon. [[Nizza]] ist neben Cannes einer der am meisten touristisch erschlossen Städte der Côte d’Azur. In [[Nîmes]] stehen zahlreiche Bauten aus der [[Römerzeit]]. Das [[Amphitheater von Nîmes|Amphitheater]] steht genau im Zentrum der Stadt, im Mittelalter stand in ihm eine Burg, zwei Kirchen und ein kleines Dorf mit bis zu 700 Einwohnern.<ref>{{Internetquelle | url=http://www.arenes-nimes.com/fr/un-peu-dhistoire/arenes-ive-apres-jc-jusqua-aujourdhui | titel=Les Arènes du IVe après J.C. jusqu'à aujourd'hui | hrsg=arenes-nimes.com | sprache=fr | zugriff=2012-09-07}}</ref> Die [[Maison Carrée]] ist ein römischer Tempel in Nîmes, und wurde im Jahr 19 v. Chr.  errichtet. Die [[Abteikirche Saint-Gilles]] in [[Saint-Gilles (Gard)|Saint-Gilles-du-Gard]] hat eine prächtige Westfassade mit drei [[Archivolte]]nportalen und ist einem breiten architravartigen Band. Die Kirche [[Notre-Dame-de-la-Mer]] in [[Saintes-Maries-de-la-Mer|Saintes-Maries]] wurde im zwölften Jahrhundert errichtet und im 14. Jahrhundert zur [[Wehrkirche]] ausgebaut. Die [[Zitadelle von Sisteron|Zitadelle]] von [[Sisteron]] steht auf einem schon zur Antike befestigten Felsen, Sisteron existierte schon zur Römerzeit und lag an der [[Via Domitia]]. Die Kapelle [[St-Gabriel de Tarascon|St-Gabriel]] und die Stiftkirche [[Ste-Marthe de Tarascon|Ste-Marthe]] in [[Tarascon]] wurden im zwölften Jahrhundert errichtet. [[Toulon]] ist der Heimathafen der französischen Marine im Mittelmeer, diese ist eine der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt. Die [[Eure (Gard)|Eure]] entspringt nahe [[Uzès]] und versorgte zur Römerzeit Nîmes durch ein Aquädukt mit Trinkwasser, der [[Pont du Gard]] ist ein Teil dieser Wasserleitung. In [[Vaison-la-Romaine]] können großflächige römische Ausgrabungen und eine mittelalterliche Altstadt besucht werden. Der [[Tour Philippe Le Bel]] in [[Villeneuve-lès-Avignon]] ist nach [[Philipp IV. (Frankreich)|Philipp IV.]] benannt, der das [[Papsttum]] nach [[Papsttum in Avignon|Avignon holte]] und den [[Templerorden]] auflöste.

=== Landschaften ===
[[Datei:Plateau de valensole1.JPG|miniatur|Emblematische Landschaft der Provence mit Lavendelfeld, Plateau de Valensole]]
[[Datei:Daluis gorges du var 03.jpg|miniatur|hochkant=0.7|Daluis-Schlucht]]
[[Datei:Mont Pelat 2.jpg|miniatur|Lac d'Allos, Blick aus dem Mont Pelat.]]
Die [[Alpilles]] sind eine Bergkette aus [[Kalkstein]] östlich des Delta der [[Rhone]] und zwischen 200 und 500 Meter hoch. Das Massif des Calanques ist eine der schönsten [[Calanque]]s. Diese steilwandigen Buchten sind von Kalksteinfelsen umschlossen und haben einen fjordähnlichen Charakter. Die [[Camargue]] besteht hauptsächlich aus dem Delta der Rhone, ein Feuchtgebiet mit einer Gesamtfläche von 930 Quadratkilometer. Im größten See, dem [[Étang de Vaccarès]], leben [[Rosaflamingo]]s und viele Zugvögel. Die [[Camargue-Pferd]]e sind gut an das Leben in den Feuchtgebieten ihrer Heimat angepasst, die helfen den [[Gardian]]s beim Hüten der [[Camargue-Stiere]]. Nordöstlich der Camargue liegt die [[Crau]], eine Steinsteppe die durch Ablagerungen von Flüssen entstand. Von den ehemals vielen Steinsteppen an der Mittelmeerküste ist die Crau die einzige übrig gebliebene große, zusammenhängende Fläche. An der [[Côte d’Azur]] liegen einige der bekanntesten Touristenorte der Provence, wie [[Saint-Tropez]], Cannes und [[Monaco]]. Teile der Küste sind felsig, wie das aus rotem [[Porphyr]] bestehenden [[Esterel (Gebirge)|Esterel]]. Die Daluis-Schlucht ([[Gorges de Daluis]]) ist ein [[Canyon]] am Oberlauf des [[Var (Fluss)|Var]], in der Gemeinde [[Daluis (Gemeinde)|Daluis]]. Die Schlucht ist wegen ihrer steilen, roten Felswände, berühmt und bei Touristen beliebt. Westlich der [[Dentelles de Montmirail]], fließt die Rhone, hier liegen die Weinorte  [[Séguret]], [[Sablet]], [[Gigondas]], [[Beaumes-de-Venise]] und [[Vacqueyras]]. Der Oberlauf der [[Durance]] wird vom [[Lac de Serre-Ponçon]] aufgestaut, dem größten künstlichen See Frankreichs.<ref>{{Internetquelle | url=http://www.arrigny.fr/spip.php?article20 | titel=Le plus grand lac artificiel d’Europe | hrsg=arrigny.fr | sprache=fr | zugriff=2012-09-07}}</ref> Oberhalb des Sees ist die Durance ein beliebtes Gebiet für [[Rafting]] und [[Wildwasserpaddeln]], an der Mündung der [[Rabioux]] mit einer Schwierigkeitsstufe von [[Wildwasserschwierigkeitsskala|3 bis 4]]. 

Die [[Chaîne de l’Estaque]] liegt zwischen der [[Côte Bleue]] und dem [[Étang de Berre]]. Das [[Massif de l'Étoile]] liegt im Norden von Marseille, auf dem einem der Gipfel steht einer der beiden Fernsetürme der Stadt, er ist 148 Meter hoch.<ref>{{Internetquelle | url=http://www.tdf.fr/phototheque/main.php?g2_itemId=6864 | titel= Marseille Etoile (3) | hrsg=tdf.fr | sprache=fr | zugriff=2012-09-05}}</ref> Die [[Gorges de la Nesque]] ist eine bis zu 400 Meter Schlucht. Die wurde durch den Fluss [[Nesque]] gegraben, ist heute im Sommer aber nur ein kleiner Bach oder ausgetrocknet. Vor der Küste von [[Hyères]] liegen die [[Îles d’Hyères]]. Eine der Insel, die [[Île du Levant]], ist ein beliebtes Ziel für [[Nudisten]]. Der [[Luberon]] ist ein Gebirgskette südöstlich von Avignon, der höchste Gipfel ist der [[Mourre Nègre]] mit einer Höhe von 1.125 Meter. Nach dem Gebirge ist das Weinanbaugebiet [[Côtes du Luberon]] benannt, in dem schon zur Römerzeit Wein angebaut wurde. Das [[Massif de la Sainte-Baume]] ist mit [[Rotbuche]]n- und [[Eichen]]-Wälder bedeckt, [[Maria Magdalena]] soll in einer Höhle unter dem Hügel La Sainte-Baume begraben sein. Das [[Massif des Maures]] ist mit dichten Wald bedeckt, in dem auch Orchideen und Schildkröten vorkommen. 

Der [[Mont Ventoux]] gilt als heiliger Berg der Kelten, er soll schon im Jahr 1336 vom italienischen Dichter [[Francesco Petrarca]] bestiegen worden sein. Bei der [[Tour de France]] ist der Mont Ventoux einer der bekanntesten Anstiege, er wird in der [[Hors Catégorie|Ehrenkategorie]] geführt. Am Fuß des [[Montagne de Lure]] liegt die [[Abtei Notre-Dame de Lure]] aus dem zwölften Jahrhundert. [[Paul Cézanne]] sah von seinem Haus aus die [[Montagne Sainte-Victoire]] und verewigte sie in mehreren Gemälden, heute ist das Gebirge ein beliebtes Wanderziel. Im Osten der [[Montagnette]] liegt auf dem Gebiet von [[Graveson]] ein [[Oppidum (Kelten)|Oppidum]] aus der [[Latènezeit]], hier wurden Münzen, Keramik, Küchengeräte und in der Nekropole ein Tempel gefunden. Der [[Pont Julien]] wurde im dritten Jahrhundert vor Christus errichtet und überspannt den [[Calavon]] bei [[Bonnieux]] als Teil der [[Via Domitia]]. Auf dem Plateau von [[Valensole]] werden [[Echter Lavendel|Lavendel]] und [[Mandel]]n angebaut, jährlich findet im Sommer das Lavendelfest statt. In den [[Seealpen]] liegt der [[Nationalpark Mercantour]]. Das [[Vallée des Merveilles]] liegt im Nationalpark und ist für seine 25.000 bis 30.000<ref>{{Internetquelle | url=http://www.larousse.fr/archives/histoire_de_france/page/812 | titel=Merveilles (Vallée des) | hrsg=larousse.fr | sprache=fr | zugriff=2012-09-07}}</ref> [[Petroglyphen]] bekannt. Ebenfalls in den Seealpen steht das römische Siegesdenkmal [[Tropaeum Alpium]], in der Stadt [[La Turbie]]. Die [[Verdonschlucht]] ist bis zu 700 Meter tief und damit nach der [[Tara (Drina)|Taraschlucht]] der zweittiefste Cayon Europas. Die Schlucht entstand nach der letzten Eiszeit, als sich die Verdon bedingt durch gewaltige Schmelzwassermengen in die weiche Kreide einschnitt. Auch die [[Vésubie]] besitzt einige Schluchten, die zu landschaftlich schönsten der Seealpen zählen.

== Geschichte ==
=== Ur- und Frühgeschichte ===
Die französische Mittelmeerküste und ihr Hinterland zählen zu den ältesten Siedlungsgebieten der Menschheitsgeschichte. In den [[Grimaldi-Grotten]] im Osten von [[Menton]] wurden nicht nur Werkzeuge aus der mittleren Steinzeit gefunden, sondern zudem zahlreiche Skelette des [[Cro-Magnon-Mensch]], einem Jäger und Früchtesammler, der als direkter Vorfahre des modernen [[Mensch]]en ''(Homo sapiens)'' gilt. Vor 6500 Jahren gibt es erste bäuerliche Ansiedlungen in der Provence. In Courthezon im Rhônetal zwischen Orange und Avignon wurde das älteste bekannte Bauerndorf Frankreichs – Spuren von Getreideanbau konnten eindeutig nachgewiesen werden – entdeckt. Es handelt sich um eine Gruppe von Hütten mit jeweils rund fünfzehn Quadratmeter Grundfläche.

=== Hellenisierung ===

Um 600 v. Chr. begann die systematische [[Kolonisation]] der Küste der Provence durch Griechen aus der kleinasiatischen Stadt [[Phokäa]]. Die Phokäer waren durch die [[Perser (Volk)|Perser]] unter Druck geraten und hatten bei ihren Fahrten entlang der Mittelmeerküste das von der Natur geschaffene Hafenbecken der späteren Stadt [[Marseille]] entdeckt. Es gibt eine Sage, nach der der [[Kelten]]könig Nann für seine Tochter Gyptis einen Mann suchte und seiner Tochter die freie Wahl ließ. Sie entschied sich für einen schönen griechischen Fremdling. Darauf sollen sie die Stadt Marseille, das damalige Massalia (später Massilia) gegründet haben. Diese Stadt erlebte einen enormen Bevölkerungszuwachs. Die Stadt begann sich langsam zu einer großen Handelsniederlassung zu entwickeln, die sogar mit den weit entfernten [[Kelten|keltischen Stämmen]] im heutigen Norddeutschland Handel betrieb. Vor allem die gute Lage am Meer machte Massalia so erfolgreich. Entlang der Küste entstanden zahlreiche Stützpunkte und Tochtergründungen, unter ihnen Antipolis ([[Antibes]]), Nikäa ([[Nizza]]) und Glanon (St. Rémy, [[Glanum]]). Die Glanzzeit Massilias fiel in das 4. Jahrhundert v. Chr. Eine keltische Invasion im späten 2. Jahrhundert v. Chr. beendete dann die Epoche der weitgehend aggressionsfreien Koexistenz von Griechen und Ureinwohnern. Massilia geriet zunehmend unter Druck und war gezwungen seinen Verbündeten, Rom, um Hilfe zu bitten.
Hiermit begann die Zeit der Romanisierung.

=== Romanisierung ===

[[Datei:TrBogen Orange.jpg|thumb|Der römische Stadtgründungsbogen in [[Orange (Vaucluse)|Orange]]]]
[[Datei:Narbonne Via Domitia.jpg|thumb|Die [[Via Domitia]] in [[Narbonne]]]]
Das Eindringen der Römer in die Provence hatte mehrere Hintergründe. Nachdem Rom begonnen hatte seinen Einfluss über Italien hinaus auszudehnen, musste es zwangsläufig zur Konfrontation mit der damals größten Handelsmacht, [[Karthago]], kommen. Von 264–241 v. Chr. verlief der [[1. Punischer Krieg|1. Punische Krieg]], der wegen des Streites um Sizilien entbrannte, wo die siegreichen Römer schließlich ihre erste Provinz gründeten. Die Allianz, die Rom mit dem südlich des [[Ebro]] gelegenen [[Sagunt]] schloss, löste den [[2. Punischer Krieg|2. Punischen Krieg]] aus (218–202), in dessen Verlauf sich Massalia als treuer Bündnispartner Roms auszeichnete. Die massiliotische Flotte besiegte bereits ein Jahr nach Kriegsausbruch die karthagische Seestreitmacht und deren Führer Himilcon. [[Hannibal]] selbst war bei seinem Zug von Spanien nach Italien gezwungen, das starke Massalia zu umgehen.

Als die Punischen Kriege schließlich beendet waren, wurden der [[Liste der römischen Konsuln|Konsul]] Lucius Baebius und sein ihn begleitender Heereszug nahe Massalia überfallen und bis auf den letzten Mann vernichtet. Massalia geriet schon bald selbst unter massiven Druck. 181 v. Chr. rief man die Römer zur Hilfe. Es erfolgte zwar eine siegreiche Gegenwehr der Römer, jedoch mussten diese sechzig Jahre später erneut um Hilfe gebeten werden. Dem Hilferuf der Hafenstadt kam Rom diesmal mit mehreren rasch aufeinander folgenden militärischen Unternehmungen nach.

Als Konsul des Jahres 125 v. Chr. wurde [[Marcus Fulvius Flaccus (Konsul 125 v. Chr.)|Marcus Fulvius Flaccus]] vom [[Römischer Senat|Senat]] beauftragt, Massilia gegen die Plünderungen der [[Salluvier]] zu unterstützen. Flaccus nutzte den Auftrag, um große Teile des Landes zu erobern, und kehrte 123 v. Chr. mit einem [[Triumph (Erfolg)|Triumphzug]] nach Rom zurück.

Zwei Jahre später wurde die Provinz ''Gallia ulterior'', das entferntere Gallien (das später nur noch [[Gallien]] hieß) im Gegensatz zu ''Gallia citerior'', dem ''näheren Gallien'' in Norditalien (auch [[Gallia cisalpina]] genannt) eingerichtet, die später in [[Gallia Narbonensis]] umbenannt wurde. Hauptstadt wurde erst ''Aquae Sextiae'' ([[Aix-en-Provence]]), später dann die 118 v. Chr. gegründete ''Colonia Narbo Martius'' ([[Narbonne]]). Darüber hinaus wurde die [[Via Domitia]] als Verlängerung der [[Via Aurelia]] angelegt, um Italien auf dem Landweg mit Spanien zu verbinden.

Die folgenden 100 Jahre mussten darauf verwandt werden, diesen neuen Besitz zu sichern. Bald kam ein weiterer Gegner auf die Römer zu: Die [[Germanen]]völker der [[Kimbern]] und [[Teutonen]], die den Rhein überschritten hatten und im Rhônetal südwärts vorrückten. Die Römer erlitten bei Aurasio ([[Orange (Vaucluse)|Orange]]) im Herbst 105 v. Chr. eine Niederlage gegen die Kimbern. Erst in Spanien konnten sie aufgehalten werden. Die Teutonen fielen im Rhônedelta ein. Marius war es dort gelungen, eine gewaltige Streitmacht zusammenzuziehen, und er besiegte schließlich die Germanen 102 v. Chr. in einer entscheidenden Schlacht im Südosten von Aquae Sextiae. In den folgenden Jahren gab es wiederholt Aufstände der Gallier, die mit rücksichtsloser Härte niedergeschlagen wurden.

Im Jahre 58 v. Chr. begann [[Julius Caesar|Caesar]] seine Eroberungsfeldzüge in [[Gallien]] und die Narbonensis diente ihm als eine feste Ausgangsbasis. Mit der Niederschlagung der letzten großen nationalen Erhebung unter dem Arvenerfürst [[Vercingetorix]] (52 v. Chr.) war das Keltentum in Gallien endgültig besiegt. Caesar wandte sich nun gegen [[Gnaeus Pompeius Magnus|Pompeius]], seinen einstigen Mitstreiter, der inzwischen in Rom zum Alleinherrscher – consul sine collega – hatte aufsteigen können. Massilia hatte sich in dieser Auseinandersetzung auf die Seite des späteren Verlierers, Pompeius, geschlagen. Fast ein halbes Jahr musste Caesar darauf verwenden, den Widerstand der unbotmäßigen Hafenstadt zu brechen. Schließlich wurde Massilia erobert und die massilianische Flotte vernichtet.

=== Mittelalter und Neuzeit ===
[[Datei:Frankenreich unter den Merowingern.jpg|thumb|''Provincia'' als Teil des [[Fränkisches Reich|Fränkischen Reiches]] zu Zeiten der [[Merowinger]].]]
Nach fast 600 Jahren als römische Provinz wurde das Land 470/477 von den [[Westgoten]] erobert. 507 – nachdem die [[Franken (Volk)|Franken]] die Westgoten in der [[Schlacht von Vouillé]] geschlagen hatten – übernahmen die [[Ostgoten]] die ''provincia''; 536 dann, nachdem die Franken auch die [[Burgunden]] unterworfen hatten, wurde das Land für 320 Jahre fränkisch. 855 ([[Prümer Teilung]]) bis 879 bildete die Provence zusammen mit Südburgund ein selbständiges [[Karolinger|karolingisches]] Königreich unter [[Karl (Provence)|Karl]], danach ab 879 das Königreich [[Königreich Burgund#Niederburgund|Niederburgund]], bis 933 mit der Hauptstadt [[Arles]] – daher auch die Bezeichnung [[Arelat]]. Zwischen 888 und 975 war allerdings [[Fraxinetum]] eine Basis des [[Islam in Frankreich|Islam in der Provence]], Araber beherrschten und plünderten weite Teile Burgunds.

Von 934 an gehörte die Provence zum vereinigten [[Königreich Burgund]], ab 1032 aufgrund eines sich realisierenden Erbvertrages zum [[HRR|Heiligen Römischen Reich]], ohne jemals völlig integriert zu werden: 1365 erfolgte die Krönung [[Karl IV. (HRR)|Karls IV.]] in Arles, obwohl die tatsächlichen Herren längst andere waren.

[[Datei:Façade du Palais des Papes.jpg|thumb|Der [[Papstpalast (Avignon)|Papstpalast]] in [[Avignon]]]]
Die [[Grafschaft Arles|Grafen von Arles]] hatten früh die faktische Macht in der Provence ergriffen, galten Ende des 10. Jahrhunderts bereits als Grafen der Provence, teilten sich aber sehr schnell in zwei Linien, denn im Jahr 1112 heirateten die beiden Töchter des Grafen jeweils zum einen den [[Grafschaft Toulouse|Grafen von Toulouse]] und zum anderen den [[Grafschaft Barcelona|Grafen von Barcelona]]. Ein Konflikt darüber, welcher der beiden Fürsten nun wahrer Erbe der Provence sei, wurde 1125 beigelegt indem die südliche Provence geteilt wurde. Toulouse erhielt die Gebiete nördlich der [[Durance]] als ''Markgrafschaft Provence'' und Barcelona die südliche Provence.

Nach dem Tod der kinderlosen Gräfin [[Dulcia II. (Provence)|Dulcia II.]] ging die Erbfolge 1167 an ihren nächsten Verwandten König [[Alfons II. (Aragón)|Alfons II. von Aragon]] über, damit wurde die Grafschaft Provence nun Teil des aragonesischen Länderkomplexes. Durch die Heirat der letzten aragonesischen Gräfin [[Beatrix von der Provence|Beatrix]] mit [[Karl I. (Neapel)|Karl I. von Neapel]] fiel nach dem Tode der Gräfin 1267 die Grafschaft an das [[Haus Anjou]], das bereits 1246 den südlich gelegenen Teil gewinnen konnte.

1382 wurde durch Testament die Grafschaft an das [[Jüngeres Haus Anjou]] übergeben, das bis 1481 regierte. Nach dem Tode [[Karl V. (Maine)|Karl III.]] fiel ebenfalls durch Testament die gesamte Grafschaft an den französischen König [[Ludwig XI.]], womit sie mit der französischen [[Domaine royal|Krondomäne]] vereinigte wurde. Dadurch schied die Grafschaft Provence endgültig auch aus dem [[HRR|Heiligen Römischen Reich]] aus. Die Regenten dieser Zeit waren drei Grafen von Provence, die gleichzeitig auch [[Königreich Neapel|Könige von Neapel]] waren:

* [[Karl I. (Neapel)|Karl von Anjou]], der verhinderte, dass sich die [[Staufer]] erneut in Süd[[italien]] etablierten,
* [[Johanna I. (Neapel)|Johanna I.]], die ihren Ehemann ermorden ließ und im folgenden Kirchenprozess freigesprochen wurde, nachdem sie dem [[Papst]] die Stadt [[Avignon]] verkauft hatte,
* [[René I. (Anjou)|René]], Herzog von [[Lothringen]] und Graf von Provence, ''le bon roi René'' des provenzalischen Volkstums und einer der wichtigsten Förderer der [[Trobador|Troubadoure]]

Das Land nördlich der Durance wurde zur – seit 1053 bereits bestehenden – [[Grafschaft Forcalquier]], die 1209 wieder durch Erbschaft an die Provence zurückfiel. Im Westen schließlich, um [[Avignon]], entstand die Markgrafschaft Provence, die als Erbe der älteren Linie seit längerem in der Hand der Grafen von Toulouse war und im Zusammenhang mit den [[Kreuzzüge]]n gegen die [[Ketzer]] 1274 unter die Herrschaft des (seit 1309 dann in Avignon residierenden) Papstes geriet. Dieser päpstliche Machtbereich schrumpfte im Lauf der Jahre immer mehr, im Norden spaltete sich das [[Fürstentum Orange]] ab, das 1713 von Frankreich annektiert wurde, bis der verbliebene Rest, die [[Grafschaft Venaissin]], 1791 im Zuge der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] ebenfalls übernommen wurde.

1498 wurde der zu diesem Zeitpunkt zu Frankreich gehörende Teil der Provence in die [[Domaine royal]] eingefügt, ab 1660 das Gebiet wie eine [[Provinz (Frankreich)|Provinz]] verwaltet und 1789 im Zuge der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] in [[Département]]s aufgeteilt.

Lediglich die in den [[Meeralpen]] (auch [[Seealpen]] genannt) gelegenen Teile der Provence, die sich im Laufe der Zeit selbstständig gemacht hatten (zum Beispiel die [[Grafschaft Nizza]] und das [[Monaco|Fürstentum Monaco]]), verblieben beim [[HRR|Heiligen Römischen Reich]], und kamen zum Teil erst später zu Frankreich – die Grafschaft Nizza (die ab 1388 von der [[Haus Savoyen|Grafschaft Savoyen]] annektiert wurde) endgültig erst 1860, das Territorium von Tende, La Brigue und Isola erst im Jahre 1947. So ging auch nach fast sieben Jahrhunderten das Schisma der Provence zu Ende.

Verstärkt fahren englische Aristokraten aus dem regenverhangenen Norden in das gelobte Land, „wo die Zitronen blühen“, um in dem milden Klima den Winter zu verbringen. Niemand ahnt, dass dies die ersten Vorboten einer neuen „Völkerwanderung“ sind. Schon bald entstehen ganze Villenviertel, tropische Pflanzen werden akklimatisiert und weitläufige Gärten angelegt.

1887 publiziert [[Stéphen Liégeard]] ein Buch mit dem Titel „La [[Côte d’Azur]]“. In wenigen Jahren setzt sich dieser Name für den Küstensaum zwischen [[Hyères]] und [[Menton]] im allgemeinen Sprachgebrauch durch.

== Siehe auch ==
* [[Liste der Grafen und Markgrafen von Provence]]
* [[Provence-Alpes-Côte d’Azur]]

== Literatur==
* Marlis Zeus, ''Provence und Okzitanien im Mittelalter''. Ein historischer Streifzug, 532 Seiten.  Mit 88 Abbildungen  und 25 Stammtafeln  der regierenden Fürstenhäuser. 2. Aufl. Helmesverlag Karlsruhe, ISBN 978-3980813341
* Philippe Cros: ''Die Provence &nbsp;−&nbsp; Eine Landschaft und ihre Maler'', Belser Vlg., Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7630-2529-9. <small>240 S., großformatiger Bildband, der die Malerei der Provence und der [[Côte d’Azur]] umfassend darstellt. Es werden die international bekannten Künstler und die Künstler der Region den einzelnen Landschaftsabschnitten und Städten zugeordnet und diese bildlich durch Gemälde, Skizzen sowie einige Fotografien der Maler dokumentiert. Der Band wird ergänzt durch eine [[Bibliografie]] und ein Verzeichnis von 160 präsentierten und erwähnten Künstlern.</small>
* [[Manfred Hammes]]: ''„Erzähl mir vom Süden“. Eine literarische Reise durch Provence, Languedoc und Côte d’Azur''. Wunderhorn Verlag, Heidelberg 2005, ISBN 3-88423-230-4
* Ralf Nestmeyer: ''Provence & Côte d’Azur. Ein Reisehandbuch''. [[Michael Müller Verlag]], Erlangen 2012, ISBN 978-3-89953-716-1
* Ralf Nestmeyer: ''Provence und Côte d’Azur. Literarische Reisebilder aus dem Midi''. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-93654-8
* [[Jean-Charles Pinheira]] (Fotografien)/ Jean-Paul Caracalla u. a. (Text): ''Côte d’Azur'', Stürz Vlg., Würzburg 1992, ISBN 3-8003-0349-3. <small>240 S., großformatiger Bildband unter besonderer Berücksichtigung von Schriftstellern und Künstlern, ihren Häusern, Ateliers und Gemälden</small>
* Rolf Toman (Hrsg.)/Christian Freigang (Text)/Achim Bednorz (Fotografien): ''Provence &nbsp;−&nbsp; Côte d’Azur, Architektur•Kunst•Landschaft'', Könemann Vlg., Köln 1999, ISBN 3-8290-2711-7. <small>400 S., großformatiger Bildband</small>
* Thorsten Droste: ''Die Provence.Ein Begleiter zu den Kunststätten und Naturschönheiten im Sonnenland Frankreichs''. DuMont Verlag, Köln 1986 ISBN 3-7701-1727-1

== Weblinks ==
{{Commonscat|Provence}}
* [http://www.regionpaca.fr/ Région Provence-Alpes-Côte d'Azur]
* [http://www.decouverte-paca.fr/ Comité Régional de Tourisme Provence-Alpes-Côte d'Azur]
* [http://www.alpes-de-lumiere.org/ Verein „Alpes de Lumière“, Haute-Provence: Erhaltungsmaßnahmen und Bildungsangebote]

== Einzelnachweise ==
<references />

== Bildergalerie ==
Typische Landschafts- und Stadtbilder der Provence:
<gallery>
Datei:Trop4.JPG|[[Saint Tropez]] an der [[Côte d'Azur]]
Datei:Menton-Altstadt.JPG|Blick auf die Altstadt von [[Menton]], Côte d'Azur
Datei:Gordes 2007.jpg|[[Gordes]] im [[Luberon]] ([[Vaucluse]])
Datei:Lac morgon3.jpg|Lacs de Morgon in der Haute Tinée
Datei:Lavendelfeld in der Provence.jpg|Lavendelfeld in der Provence
Datei:Harbour of Nice (FR-06000).jpg|[[Nizza]] an der [[Côte d’Azur]]
Datei:Baux de Provence.jpg|Baux-de-Provence in der [[Alpilles]])
Datei:Calanques.jpg|Die Calanques in der Nähe von Marseille
Datei:Tende 082005.jpg|[[Tende]], Royatal in den östlichen [[Seealpen]]
Datei:Gorges de la Nesque et Mont Ventoux.JPG|Nesque-Schlucht und Mont Ventoux
Datei:Esterel-7.jpg|Esterel-Gebirge am Mittelmeer
Datei:Vallon de Mollières 2004 07.jpg|Nationalpark Mercantour in den [[Seealpen]]
Datei:Senanque2.jpg|Kloster Notre Dame de Sénanque (Vaucluse)
Datei:Croix de Provence Sainte Victoire.jpg|Montagne Sainte Victoire bei Aix-en-Provence
Datei:Verdon Trescaire.jpg|Verdonschlucht
Datei:Falaise Buoux.jpg|Felsen bei Buoux (Luberon)
Datei:Gordolasque.jpg|Gordolasque-Tal im Hochland der Ostprovence hinter Nizza
</gallery>

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[[Kategorie:Historisches Territorium (Frankreich)]]
[[Kategorie:Provence-Alpes-Côte d’Azur| ]]

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