Revision 115563422 of "Dari (Deri)" on dewiki{{QS-Antrag|8. März 2013|2=''Ein Konglomerat aus Theoriefindung und mangelhaftem Deutsch und fehlenden sprachwissenschaftlichen Quellen. Eigentlich ein Kandidat für einen Löschantrag.'' [[Benutzer:Koenraad|Koenraad]] 05:16, 8. Mär. 2013 (CET)}}
'''Dari''' ({{faS|درى|d=Tür bzw. Hof betreffend}}) (seit Mitte des 17. Jahrhunderts in Europa auch ''Deri'' geschrieben) ist die [[Standardsprache]] bzw. ''Hochsprache'' der [[Persische Sprache|persischen Sprache]]. Die heutige Persische Sprache ist nach linguistischer Definition eine [[Plurizentrische Sprache|plurizentische Sprache]] mit vielen [[Varietät (Linguistik)|linguistischen Varietäten]] bzw. ''Sprachprägungen'', Dialekten, Mundarten, Soziolekten. Diese Variationen der Sprache wurden und werden immer noch im iranischen Hochland, gesprochen, aber einheitlich geschrieben. Von der Grenze Iraks bis ''Tajgorgan'' in China<ref>[http://de.chinaxinjiang.cn/05/01/201005/t20100511_25976.htm Tadschikien in Taxkorgan bzw. Tadschqorghan ]</ref> und von Samarkand bis ''Dehli'' ({{faS|دهلی|d=Dehli}}), gemeint [[Delhi]]) kann man sich mit der Sprache trotz der unterschiedlichen Akzentuierung und Verwendung von Wörtern bzw. Bevorzugung der gemeinsamen Wörtern grenzenübergreifend ohne Dolmetscher verständigen.
Unter dem [[Onomasiologie|onomasilogischen]] Begriff ''Dari'' wird drei Bezeichnungen verstanden:
* ''Dar'' ({{faS|در|d=Tür bzw. Pforte}}) Adjektiv: ({{faS|درى|d=Tür bzw. Hof betreffend}}) hier eine Eigenschaft der persischen Sprache im Sinne der standardisierte Kultursprache
* ''Dareh'' ({{faS|دره|d=Tal }}) als Adjektiv: ({{faS|درى|d=Tal betreffend }})
* ''Nazm e Dari'' ({{faS|نظم دری|d=Dari-Reimordnung bzw. Lyrik des Dari}}) als eine literatarische Gattung der persischen Sprache (10. bis 16. Jahrhundert n. Chr.)
== Begriff Dari bzw. Deri in der europäischen besonders in der deutschen Literatur ==
Im deutschen Sprachraum soll [[Johann Friedrich Kleuker]] 1770 zum ersten Mal ''Deri'' als ''Hofsprache des Persischen'' und als ''Name einer besondere Epoche'' bezeichnet haben. Er schreibt:
: ''Deri und Parsi sind eigentlich nur eine Sprache. Der gewöhnliche Name ist Parsi; und Deri ist der Name einer besondere Epoche, worin es Hofsprache wurde. Parsi, welches noch lebt, kann als eine der ältesten Sprachen der Welt [...] , daß Deri Dschmschieds Sprache gewesen sei. [...] Dieser Fürst, [...], sahe eine Menge verschiedener Nationen, wowon jede ihre Sprache, die andere nicht verstanden, redete, seine Staaten erfüllen, und befahl daher, dass jeder mit ihm Parsi reden sollte; er gab diese Verordnung allen seinen Ländern; da hieß das Parsi nun Deri d.h. Sprache des Hofes, von dar, Thor. [...] In der Folge wurde Parsi, unter Bahran Espendiar, [...] verschiedene Begebenheiten hielten seinen Fortschritt zurück. Unter der Regierung [[Bahram V.|Behramgurs]] [...] bemächtigte es sich endlich des Hofes und verbannte Pehlvi''<ref>Abraham Hyacinthe Anquetil-Duperron: ''Zend-Avesta.'' ouvrage de Zoroaster. Paris 1771 Drei Bände.<br />* deutsche Übersetzung: Johann Friedrich Kleuker: ''Zend-Avesta, Zoroasters Lebendiges Wort.'' Bd. 2, Hartknoch, Riga 1776–1778, S. 30–38, 78, 92–96.</ref>
Doch vor Kleuker hat [[Thomas Hyde]] (1636-1703), ein englischer Orientalist und Iranist, die Schreibweise ''Deri'', veröffentlicht 1760, für die Hofsprache der persischen Sprache benutzt. Er hat in seinem Hauptwerk auf Latein Deri, gemeint [[Dari]] als ''Lingua Corteggiana'', ''linguaggio delia Corte'', ''Deri est qua elegantior habetur'' bezeichnet.<ref>HYDE, Thomas. [http://books.google.com/books?id=qp5BAAAAcAAJ&printsec=frontcover&dq=%27%27Historia+religionis+veterum+Persarum%27%27&source=bl&ots=DRIKdc0xpW&sig=W3yp_5V1HSHIsbc6lcZbzTe-UjU&hl=pt-BR&ei=HVrHTKrtMYS8lQfn08nhAQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CBIQ6AEwAA#v=onepage&q&f=false ''Veterum Persarum et Parthorum et Medorum Religionis Historia''.] ''Editio Secunda'', MDCCLX., S. 107, 423, 429, 431.</ref>
Sir [[John Malcolm]] schreibt:
: ''The name Deri is derived from Der, a word which runs through so many languages, and is to be traced in the Greek Qvpa, the German Thur, and our door. For it was [...] the usage of the Persians, as it is of the Ottoman Porte, to name what approaches royalty from the gate, while we name it from the court within the gate: so that the Deri language may be rendered precisely by the lingua corteggiana of the Italians. In earlier times, after the dialect of Bactria had been established at court by Baharam, this received the honour of being called the Deri. Subsequently, under the early Sassanidae, the title might have been given with propriety to the Pehlevee; since the medals and inscriptions seem to prove, that the Pehlevee was then the favorite of royalty: the name of Deri, however, does not appear ever to have been assigned to it. And perhaps the superior melody of the Farsee had obtained for it the preference as the language of conversation, even before Baharam Ghoor enacted that it should be adopted in all public documents. For such was the sweetness and elegance of the Deri, that there is a tradition of Mahomet having declared, that " if God says any thing kind or gentle to the angels around him, he speaks in Deri; if anything harsh or hard, in Arabic." "For (says Ibn Fakereddin) the language of the inhabitants of Paradise will be either the Arabic or the Persian Deri.''<ref>''The History of Persia: From the Most Early Period to the Present Time.'' Vol. 1, London ohne Jahr, in writing 1806 or 1810, S. 482.</ref>
[[Friedrich Rückert]]<ref>''Friedrich Rückert's gesammelte poetische Werke in zwölf bänden.'' Lyrische [...] Frankfurt am Main 1869, S. 52.</ref> (Übersetzer von Schahnameh, [[Joseph von Hammer-Purgstall]]<ref>Joseph von Hammer-Purgstall: ''Schönen Redekünste Persiens: mit einer blüthenlese aus zweyhundert persischen Dichtern.'' Heubner und Volke, 1818, S. 3.</ref><ref>''Allgemeine deutsche Real Encyclopädie.'' fünfte Original-Auflage. Bd. 7, Leipzig 1819.</ref> Übersetzer von Gedichten von Hafiz, [[Karl Heinrich Graf]] (Übersetzer von Gedichten von Saadi) haben ebenfalls Dari bzw. Deri als Hofsprache der persischen Schrift und Standardsprache bezeichnet.
Im Staats- und Gesellschafts-Lexikon: neues Conversations-Lexikon steht:
: ''Das Deri, d. i. Hofsprache, welches orientalische Schriftsteller neben dem Parsi nennen, ist nur die verfeinerte Form der Sprache, wie sie an Höfen und in den literarisch gebildeten Kreisen zur Anwendung kam. Aus dem Aufblühen der persischen Literatur gerade in den östlichen Theilen Persiens erklärt es sich, daß die Sprache bei Firdusi und anderen Dichtern seiner Zeit noch ziemlich rein ist! arabische Wörter sind nur in geringer Zahl aufgenommen und werden in ihrer Behandlung durchgängig der persischen Grammatik unterworfen. Doch diese eigentliche Blüthezeit der Sprache war von nicht langer Dauer; bald begann der Gebrauch arabischer Wörter als Schmuck des persischen Verses, ja man mischte später nicht bloß arabische Wörter, sondern ganze arabische Sätze ein, die vollständig nach arabischer Grammatik construiert sind.<ref>Friedrich Wilhelm Hermann Wagener: ''Staats- und Gesellschafts-Lexikon.'' Bd. 15, Berlin 1864, S. 355.</ref>
''Jahrbücher der Literatur'' nennt ''das Deri als die reinste Mundart des Parsi'':
: ''Das Deri (die reinste Mundart des Parsi) wurde in Balch, Merw, Bedachschan und Buchara, d. i. in Baktrien, und Transoxana gesprochen*); Pehlewi ist also unstreitig eine altpersische Sprache, und es ist wirklich lächerlich, wenn V. Kennedy hierüber selbst den Sänger des Schahname eines Besseren belehren will, welcher das Altpersische nie anders, als Pehlewi nennt, welcher die persische Muse, die Nachtigall nicht anders, als in Pehlewi singen läßt. Wir glauben, daß die verschiedenen Alphabete der Keil-Inschriften auch eben so vielen Altpersischen Sprachen angehören, nämlich: der Sprache der heiligen Schriften, dem Send, dem Pehlewi und dem Parsi oder Deri, als der reinsten Mundart desselben.''<ref>''Jahrbücher der Literatur.'' Bände 45-46, Wien 1829, S. 119.</ref>
Johann Severin Vater schreibt:
: ''Das Deri (d. i. Hofsprache), welches neben dem Parsi genannt wird, ist nur eine verfeinerte Form der Sprache, wie sie an den Höfen und in literarisch gebildeten Kreisen gesprochen zu werden pflegte.''<ref>Johann Severin Vater: ''Litteratur der Grammatiken, Lexika und Wörtersammlungen aller Sprachen der ...[...]'' Berlin 1815, S. 179.</ref>
Auch Thomas Hyde und Johann Friedrich Kleuker bestätigten die Hypothesen, dass bereits die ''Parther'' bzw. [[Arsakiden]] vor Chr. den Versuch unternommen haben, für die Länder des Reiches eine gemeinsame Schrift- und Verwaltungssprache für ''Dar bar'' {{faS|دربار|d=[[Hof]]}} die [[Audienz]] bei Hof bzw. ''Dar gah'' {{faS|درگاه|d=Ort der Pforte}} ([[Port]] (Hindi जगह bzw. दरवाजा) zu schaffen. Diese Versuche sind immer wieder aufgrund der über 21 Sprachen und der ca. 5 Mio. km² Fläche des Gebietes gescheitert, bis es dem Bahram Gur [[Bahram V.]] {{faS|بهرام گور}}<ref>Das [[Homophon]] {{faS|گور}} bedeutet im Persischen als ''gor'' Grab, als ''gora khar'' wilder Esel bzw. ''[[Zebra]]'' und ist zu dem als ''Gour'' bzw. Hindi ''Gaour'' eine Bezeichnung von [[Zarathustra]] und in Hindi der Name einer Gottheit sowie Sonnenanbeter. Sie werden als ''Gaur Brahmin'' / ''Gurjara-Pratihara'' [[Pratihara]] bezeichnet und leben in [[Indien]], [[Pakistan]] und [[Afghanistan]]. Diese Volksgruppe nennt sich in [[Afghanistan]] statt Gaurjar ''Gojar'' [http://www.mpil.de/shared/data/pdf/verf_dt3.pdf] 2004 von Afghanistan, Artikel vier]; Gojaren werden in der [http://www.ipicture.de/nationalhymne/nationalhymne_afghanistan.html Nationalhymnen Afghanistan] besungen. Sie, so lange nicht islamisiert worden sind, waren ''Sonnenanbeter '' und huldigten die indo-iranische Gottheit [[Surya]] mit dem Symbolzeichen [[Swastika]]</ref> gelang, eine Hofsprache zu schaffen. Hier handelt es sich um eine Hofsprache also ''Dari'' mit alter Schrift. Das ist die erste ''Epoche'', wie Kleuker formulierte ''der Name einer besondere Epoche, worin es Hofsprache wurde''<Kleuker, 1776, ebenda)
== Epoche des Übergangs vom Mittelpersischen zur neupersischen Sprache ==
Der Übersetzer des 8. Jahrhunderts '''Ibn al-Muqaffa''' ({{Ar|ابن المقفع|''Sohn des Mannes mit der abgehakten Hand''}}), 722 n. Chr. (im Jahr 104 nach der islamischen Zeitrechnung gemäß Mondkalender Hijri) geboren in der historisch-zoroastrisch [[Feuertempel]]stadt ''Schahr e Gur'' {{faS|شهر گور}}, seit 10. Jhd. [[Firuzabad]] und gestorben im islamischen Mondjahr 142 in [[Baghdad]] 759 n. Chr., hat laut der vom [[Gottfried Wilhelm Leibniz]] 1770 gegründeten ''Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1877 von der ''Hofsprache Deri'' geschrieben. Dort steht u.a.:
: ''[...] Beides verlegt also die Heimat des Deri gradezu nach dem Osten Erans, was zu der Notiz bei 'Ihn al-Muqaffa' nicht übel stimmt. Verhielt sich die Sache in der That so, wie es den Anschein hat, nemlich dass Deri, die Hofsprache, wenigstens unter den [[Arsakiden]], vielleicht noch früher, als auch eine Umwandlung der officiellen Sprache eintrat [...].<ref>Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin: ''Monatsberichte der Königlich Preussischen Akademie [...]'' Berlin 1877, S. 764.</ref> Ibn al-Muqaffa hieß eigentlich '''Rōzbih pūr-i Dādōē''' {{faS|روزبه پور دادویه}}), gehörte dem Zoroastrismus an, lebte in der Übergangszeit von [[Pahlavi|Pahlevi]] zu Neupersischen (ab dieser Zeit mit arabischer Schrift) hat dem Fabelteil vom [[Panchatantra]] bzw. [[Kalīla wa Dimna]] aus dem [[Mittelpersisch]]en ins Arabische übertragen. Deswegen ist Panchatantra in Europa auch als Kalīla wa Dimna bekannt.<ref>Karl Rosenkranz: [http://books.google.de/books?id=TJxRAAAAcAAJ&pg=PA73&dq=deutsche+%C3%9Cbersetzung+von+Kalilah+und+Dimna&hl=de&sa=X&ei=n-g1UcSPFM73sgbD6YCgBA&ved=0CEMQ6AEwAjgK#v=onepage&q=deutsche%20%C3%9Cbersetzung%20von%20Kalilah%20und%20Dimna&f=false ''Handbuch einer allgemeinen Geschichte der Poesie.''] Bd. I. Halle 1832, S. 73.</ref>
[[Ibn an-Nadīm]] (gest. 995 n. Chr.) beruft sich zwar auf Ibn al-Muqaffa, dass es um Dari eine Hofsprache handelt jedoch ist er der Auffassung, dass es viele Wörter aus dem Ostiran bzw. Balkh, gemeint Baktra, enthält. [[Hamzah al-Isfahani]] war der Auffassung, dass Dari eine Hofsprache in ({{arS|المدائن|d=al-Madāʾin|b=die Städte}} [[Seleukia-Ktesiphon]] war und sein Schrift [[Aramäische Sprachen|aramäisch]], und nicht in [[Keilschrift]] des [[Achämenidenreich]]es. Wieder andere Wissenschaftler brachten ''Dari'' mit [[Darius]] bzw. [[Dareios]] ({{faS|داریوش|d=Habender der Güte}}) bzw. {{faS|دارا|d=''Habender'', ''wohlhabender'' und ''Darius, Name dreier Könige aus der Dynastie der Achämeniden'}}<ref>Dehkoda Lexikon, Bozorg Alavi</ref> und ''hus bzw. ''ush'', veraltet für kush bzw. khusch oder nek für gut und fröhlich) in Zusammenhang, wie Conrad Schetter diese Variation ebenfalls in seinem Buch über Afghanistan anmerkt<ref>Conrad Schetter 2003, S. 260.</ref>
== Begriff Dari in der Literatur und Dichtung der persischen Sprache ==
Hier handelt sich um Wissenschafter, die zwar iranischen Sprachprägungen als Muttersprache hatten, aber sie verfassten ihre Werke vorwiegend auf Arabisch (wie Latein Sprache des Christentums, so arabisch Sprache der islamischen Wissenschaften. Die ganz frommen haben vor ihrer Namen die arabische Vorsilbe ''Al'' hingefügt.
=== Dari als eine 500jährige Epoche der neupersischen Sprache ===
[[al-Ḥusain ibn ʿAlī]], der Enkelsohn des islamischen Propheten Mohammad und vierter [[Imam]] der Schiiten, soll {{faS|شهربانو|d=Landesfrau}} [[Schahr Banu]], eine Tochter des letzten [[Sassaniden]]-Herrschers [[Yazdegerd III.]] geheiratet haben. Aus dieser Ehe stammt [[ʿAlī ibn Husain Zain al-ʿĀbidīn]] ({{arS|علي بن حسين زين العابدين|d=ʿAlī b. Ḥusain Zain al-ʿĀbidīn}}, der als fünfter [[Imam]] der Schiiten gilt.<ref>http://www.stern.de/politik/ausland/die-geschichte-des-iran-teil-2-das-goldene-zeitalter-705700.html</ref> Im Volksmund wird er als ''Zainullah Buddin Bimar'', dessen Nachfolger nach Osten des iranischen Hochlands (heute [[Iran]], [[Afghanistan]] und [[Pakistan]] sowie Tadschikistan wanderten und dort als ''Said'', ''Sayed'', ''Sayyed'' (''Nachfolger von Mohammad'') ja gar ''Tasi'' bezeichnet werden. siehe auch {{Hauptartikel|Familie Mohammeds}}
Mit dieser Ehe - ob Fakt oder Legende, ist die Sprache Dari als zweite Sprache des [[Islam]] geworden. Persische Wissenschaftler und viele von den Dichtern der Sprache schrieben auf Arabisch. [[Rudaki]] (858-941) [[Ferdousi]], [[Nezami]], [[Dschalal ad-Din ar-Rumi|Rumi]], [[Hafis]], [[Saadi]], [[Omar Khayyām]], [[Onsori]], [[Khwaja Abdullah Ansari]], [[Al-Chwarizmi]], [[Al-Farabi]] auch [[Faryab]]i, [[al-Ghazali]], [[Avicenna]], [[Al Biruni]], [[Daqiqi]], [[Baba Taher]], [[Farrokhi]], [[Manoutchehri|Manutschehri]], [[Gorgani]], [[Āsādi Tusi]], [[Nasser Chosrau]], [[Raschid ad-Din Vatvat]], [[Fariduddin Attar]], [[Amir Chosrau]] bzw. (({{faS|دهلوی|d=Dehlhawi, aus Delhi}}) und u.v.m. - von Hammer-Purgstall zählte ca. ''zweyhundert persischen Dichter'' - bis [[Dschami]] (1414–1492) werden als persische Dichter des Dari bezeichnet. Sie haben von den beiden Bezeichnungen ''Dari'' ''Parsi'' bzw. ''Farsi'' Gebrauch gemacht: Allerdings wird [i] in Dari (Persisch) für die Genetiv- und Adjektivbildung (dt wie ''lich'' und ''ig'' bzw. ''der'' und ''des'') verwendet. Somit ist Dari ein ''Sefat'', also ein [[Adjektiv]] und damit die Eigenschaft des Persischen. Also ''Dari'' allein bedeutet ''Tür betreffend'' und ''Tal betreffend''.
Unter dem Begriff Dari wird literarisch ''Nazm e Dari'' {{faS|نظم درى|d=Dari-Reimordnung}} bzw. eine literarische Gattung verstanden. Diese literarische Gattung wird auch als ''Sabk e Dari'' {{faS|سبک درى|d=Dari-Gattung}} ([[Rudaki]] bis [[Dschami]]) oder auch als ''Sabk e Araki'' ({{arS|عراق العجم}}; {{faS|عراق عجم|Irak [[Dscham]]}}) (irakische Reimordnung, eine Gattung innerhalb der Dari-Dichtung) bezeichnet. Namhafte Dichter z.B. [[Hafiz]] verwendeten irakische bzw. [[Arak (Stadt)|arakische]] Reimordnung). Arakische Dichtform bedeutet auch, dass die Dichter vermehrt von den arabischen Wörtern, besser von [[Entlehnung]]en verwendeten. Manche von diesen arabischstämmigen Wörtern werden in der Standardsprache des Arabischen nicht mehr in dieser Bedeutung gebraucht oder haben in Farsi einen Bedeutungswandel erfahren. Dschami gilt als letzter Dichter dieser literarischen Gattung. Nach [[Dschami]] haben die Dichter der persischen Sprache am Hofe der [[Herat]]er [[Timuriden]] angefangen, die Gattung der indischen Versform, gemäß des indischen Dichters, Musikwissenschaftlers und [[Sufi]] [[Amir Khusro]] als Dehlhawi bekannt, Gebrauch. Johann Wolfgang von Goethe schreibt in diesem Zusammenhang:
: ''Dschami faßt die ganze Ernte der bisherigen Bemühungen zusammen und zieht die Summe der religiosen, philosophischen, wissenschaftlichen, prosaisch-poetischen Kultur. Er hat einen großen Vorteil, dreiundzwanzig Iahre nach Hasis' Tode geboren zu werden und als Jüngling abermals ein ganz freies Feld vor sich zu finden. Die größte Klarheit und Besonnenheit ist sein Eigentum. [..]''
<ref>Johann Wolfgang von Goethe: [http://books.google.de/books?id=ZgTqAAAAMAAJ&pg=PA169&lpg=PA169&dq=Dschami+fa%C3%9Ft+die+ganze+Ernte+der+bisherigen&source=bl&ots=pvkTMan_nX&sig=S_GWSgoSDwoZSm90FR0Icje0LP0&hl=de&sa=X&ei=yUI3UfqwF8fPtAa9xoGICQ&ved=0CDYQ6AEwAQ#v=onepage&q=Dschami%20fa%C3%9Ft%20die%20ganze%20Ernte%20der%20bisherigen&f=false ''West-östlicher Divan.''] Stuttgart 1819, S. 169.</ref>
[[Firdausi]] (940 - 1020) nach Chr. verwendete in [[Schahnameh]] im Kapitel Kalīla wa Dimna als Lob für [[Rudaki]] beide Bezeichnung ''Parsi'' und ''Dari''
{|
|-
|Original:<ref>http://ganjoor.net/ferdousi/shahname/anooshirvan/sh8/</ref> ||Übersetzung
|-
|<poem lang="fa" class="spanAr">
{{fa|بفرمود تا پارسی و دری}}
{{fa|نبشتند و کوتاه شد داوری}}
</poem>
|<poem>
[...]
Lautshrift
''Befermod ta Parsi o Dari''
''nabeshtand o kota schud Dawari''
Übersetzung
''Und wies (der König) an, damit sie Parsi und Dari schreiben''
''Und so wurde der Gerechtigkeit (entsprochen) und (der Streit) gekürzt.''
</poem>
|}
Firdausis Versuch, ein Werk zu verfassen, in dem hauptsächlich persische Wörter verwendet werden, ist ihm gelungen. Normalerweise war arabisch die Sprache der Wissenschaft, ähnlich wie in Europa das Latein. Firdausi gilt nun als eine Art Reformator wie Martin Luther. Er schreibt:
{|
|-
|Original:<ref>http://ganjoor.net/ferdousi/shahname/anooshirvan/sh8/</ref> ||Übersetzung
|-
|<poem lang="fa" class="spanAr">
{{fa|بسی رنج بردم در این سال سی}}
{{fa|عجم زنده کـردم بدیــن پــــارسی<sup>1</sup>}}
</poem>
|<poem>
[...]
Lautschrift
''Basi Randsch burdam darin sal e si''
''Adscham zinda kardam badin Parsi''
Übersetzung
'' Ich trug in diesen dreißig Jahren allzusehr schwere Bürde''
''(und) brachte [[Adscham]] mit diesem Parsi in Schwung (und Würde).
</poem>
|}
(1) {{ar|عجم }} = [[Adscham]]
[[Āsādi Tusi]] gestr. 1072 schreibt:
{|
|-
|Original:<ref>http://ganjoor.net/asad/veysoramin/sh4/</ref>||Übersetzung
|-
|<poem lang="fa" class="spanAr">
{{fa|درى و تازى و ترکى بگوید}}
{{fa|به الفاظى که زنگ از دل بضوید}}
</poem>
|<poem>
[...]
Lautshrift
''Dari o Tazi o Turki begoed''
''ba Alfaze ke Zang e Del bezoed''
Übersetzung
''möget ihr in Dari oder Tazi (Arabisch) und Türkisch Reden''
''gut sind die Worte, die aus dem Herzen empor klingen''
</poem>
|}
[[Nezami]] schreibt in seinem Scharafnameh (''Buch des Edelmuts''), über Dari ein doppeldeutiges Gedicht:
{|
|-
|Original:<ref>http://ganjoor.net/nezami/5ganj/sharafname/sh8/</ref> ||Übersetzung
|-
|<poem lang="fa" class="spanAr">
{{fa|نظامی که نظم دری کار اوست}}
{{fa|دری نظم کردن سزاوار اوست}}
</poem>
|<poem>
[...]
Lautschrift
''Nezami ke Nazm e Dari kar ost''
''Dari Nazm kardabn sasawar e ost''
Übersetzung
''Nezami<sup>1</sup>, dessen Werk die Dari-Reimordnung ist''
''ihm gebürt, in Dari zu reimen''
</poem>
|}
(1) نظامی hat hier drei Interpretation: ''Nezami'' als Autor [[Nezami]] und als Dichter allgemein und Ordnung, als Staat. Nezami ist vom Nazm (Ordnung, Lyrik, Dichtung, Versmaß, Reim) abgeleitet.
[[Hafiz]] schreibt:
{|
|-
|Original:<ref>http://ganjoor.net/hafez/ghazal/sh399/</ref> ||Deutsch von Hammer-Purgstall
|-
|<poem lang="fa" class="spanAr">
{{fa|شکر شکن شوند همه طوطيان هند}}
{{fa|زين قند '''پارسي''' که به بنگاله مي رود}}
</poem>
|<poem>
[...]
Lautschrift
''Schaker schekan schwand hameh Totianen Hind''
'' ze en Parsi ke ba Bengaleh merawad''
Übersetzung
''Des Indus Papageyen werden''
''Nun alle Zuckerfreßer seyn,''
''Vom persischen berühmten Kandel,''
''Der reißend nach Bengalen geht.''<ref>http://www.deutsche-liebeslyrik.de/hafis/hafis484.htm</ref>
</poem>
|}
(1) ''Shakar Shekan'' heißt in Original und bedeutet ''Zuckerhutbrecher'' in Allegorie von Fastenbrecher
(2) ''Qand e Parsi'' ist ein Terminus-Technicus, eine Allegorie für die literrische persische Sprache. Qand geschrieben und Ghand gesprochen bnedeutet Kandis bzw. Zuckerhut.
Der von Goethe geschätzte Dichter Hafiz, dessen Gedichte [[Friedrich Rückert]] und von [[Joseph von Hammer-Purgstall]] übersetzte, verwendete in seinen Gedichten beide Namen der persischen Sprache.
{|
|-
|Original:<ref>http://hafez.mastaneh.ir/ghazal/ghazal-177/</ref>|| Deutsch von Hammer-Purgstall
|-
|<poem lang="fa" class="spanAr">
{{fa|ز شعر دلکش حافظ کسی بود آگاه}}
{{fa|که لطف طبع و سخن گفتن '''دری''' داند}}
</poem>
|<poem>
[...]
Lautschrift
''Ze Scher e Delkesch Hafes kasse buwad agah''
''ke lotf e Tabeh o Sokhan Goftan e Dari danad''
Übersetzung
''Hafisens Lied kennt Jedermann,''
''Wer liebliche Natur besitzt,''
''Und wer ein Wort von dem Deri''<sup>2</sup>
''Noch vorzusagen weiß.''<ref>http://www.deutsche-liebeslyrik.de/hafis/hafis144.htm</ref>
</poem>
|}
In einem anderen Gedicht mit dem Titel ''Liebkose mich, vernicht’ hiedurch Den Markt der Zaubereien'' übersetzte von Hammer-Purgstall jedoch ''Dari'' als ''persisch'' (in ''mit persischen Gesängen''):
{|
|-
|Original:<ref>http://ganjoor.net/hafez/ghazal/sh399/</ref>||Deutsch von Hammer-Purgstall
|-
|<poem lang="fa" class="spanAr">
{{fa|چو عندلیب فصاحت فروشد ای حافظ}}
{{fa|تو قدر او به سخن گفتن '''دری''' بشکن}}
</poem>
|<poem>
[...]
Lautschrift
''Tscho Andalib Fassahat froschad ai Hafes''
''Tu qadre [ghadre] o ba Sokhan Goftan Dari beschkan''
''Verkauft, Hafis! die Nachtigall''
''Wohlredenheit in Liedern,''
''Vernichte ihrer Waaren Preis''
''Mit persischen Gesängen.''<ref>http://www.deutsche-liebeslyrik.de/hafis/hafis330.htm</ref>
</poem>
|}
Unter dem [[Mogulreich]] erfuhr die indische Versform in der persischen Literatur, aber auch in der Mischsprache [[Urdu]] (mit persischer Schrift + Dutzende Zeichen sowie mit den indischen Schriftzeichen [[Devanagari]]) Aufschwung. Vertreter dieser Richtung ist Abdul Qader Bidel Dehlhawi.<ref>[https://sites.google.com/site/mirzabedil/home2 Mirza Bedil]</ref><ref>[http://www.iranicaonline.org/articles/bidel-bedil-mirza-abd-al-qader-b ''BĪDEL (BĒDIL).''] In: ''Encyclopedia Iranica.''</ref>
Bereits während der vorkolonialen Zeit ist der Begriff Dari in Vergessenheit geraten. Stattdessen wurde wieder Farsi im iranischen Hochland und in Indien im Vordergrund gerückt, zumal die afghanischen bzw. paschtunischen Stämme, die sich mit Persien gegen [[Mogulreich]] verbündet haben, selbst Farsi als Muttersprache hatten. ''Azad Shah Afghan'' [[Schah Ruch (Afscharide)]] der Fürst von [[Mazandaran]] und [[Ahmad Schah Durrani|Ahmad Khan Abdali]] aus dem Stamm der [[Abdali]], später in [[Durrani]] umbenannt, waren am Hofe der persischen Dynastie der [[Afschariden]] tätig. Ahmad Schah Durrani war selbst ein General am Hofe der Afschariden in der Leibgarde [[Nadir Schah]]s ''Schahanschah'' (''König der Könige'') vom Iran. Nach der deutschen Klassik im 19. Jahrhundert ist der Begriff Deri auch in Deutschland in Vergessenheit geraten. Während der 1930er Jahren sind Begriffe wie Iran bzw. [[Arier]] sowie Persien wieder in Vordergrund gerückt.
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Die persischsprechenden Könige der [[Paschtunen]] (Hofsprache!) in Afghanistan waren während der Nationalsozialisten auf ihre ''arische Brüderschaft'' mit Deutschen stolz. Taz schreibt am 13.01.2003 unter dem Titel ''Brüder im Geiste, Brüder im Wahn'':
: ''Als 1936 der afghanische Außenminister Faiz Muhammad Khan Deutschland besuchte, um Waffenlieferungen zu erbitten, schmeichelte er sich bei Hitler mit den Worten ein, sein Volk betrachte Deutschland als älteren und fortgeschrittenen arischen Bruder.'' [...] Auch wenn sich Hitler unter einem Arier wohl eher einen blonden Hünen als einen dunkeläugigen Orientalen vorstellte, die Afghanen hatten durchaus mehr Recht, sich Arier zu nennen, als die Mitteleuropäer. Schon der griechische Kosmograf Eratosthenes beschrieb im dritten Jahrhundert vor Christus das östlich von Persien auf dem Gebiet des heutigen Afghanistan gelegene Land "Ariana". Als Arier, was so viel bedeutet wie "Edle", bezeichneten sich schon vor Urzeiten die alten Iraner und Inder. Erst als europäische Linguisten zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Verwandtschaft des altindischen Sanskrit mit den europäischen Sprachen entdeckten, bemächtigte sich der Westen des Arier-Begriffs.'' <ref>http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2003/01/13/a0134</ref><ref>[http://www.sueddeutsche.de/politik/deutschland-afghanistan-schwoeren-auf-die-arische-bruderschaft-1.637628 ''Schwören auf die "arische Bruderschaft".'']</ref> Nach dem Fall des Nationalsozialismus wendeten die afghanischen Regierenden sich von den Nazis ab, so dass sie nun behaupten, [[Paschtunen]] bzw. [[Afghanen]] bzw. [[Pathanen]] stammten von ''den verlorenen Stämmen der Juden'' ab.
-->
1965 nannte der König [[Zahir Schah]] die persische Sprache in Afghanistan in Dari um. Ein Zusammenhang zwischen folgendem Gedicht und der offiziellen Umbenennung der persischen Sprache in Dari in Afghanistan ist nicht ausgeschlossen. Mit dieser Umbenennung wird dem Anspruch oder der Eigenschaft des Dari als Synonyme für ''Hochsprache'' aufgrund der Vielfalt der Dialekte der persischen Sprache auch in Afghanistan keineswegs Rechnung. Selbst in den Bereichen wie im Schulwesen, in der Bürokratie, in der Printpresse, Verwaltung, in den TV- und Rundfunkstationen in Afghanistan sind den erforderlichen didaktischen, wissenschaftlichen und linguistischen Sprach- und Schriftnormen nicht entsprochen, wohl aber im heutigen Iran, auch wenn die Regierungsstellen im Iran Gedichte der Dari-Dichter, aus theokratischen Erwägungen zensieren.
''Iqbal e Lahori'' [[Muhammad Iqbal]] antwortete Hafiz im 20. Jahrhundert, ca. 700 Jahre nach [[Hafiz]]ens Gedicht ''Des Indus Papageyen'' mit folgendem Gedicht, das für die Reaktivierung des Begriffes Dari von Bedeutung ist. Er schreibt:
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|Original:<ref>http://ganjoor.net/iqbal/asrar-khodi/sh2/</ref>||Übersetzung
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|<poem lang="fa" class="spanAr">
{{fa| گرچہ هندی در عذوبت شکر است }}
{{fa|طرز گفتار دري شيرين تر است}}
</poem>
|<poem>
[...]
''garche [[Hindi]] dar uzūbat<sup>1</sup> Shackar<sup>2</sup> ast''
''tarz-e goftar-e Dari schrintar<sup>3</sup> ast''
Übersetzung
''Zwar ist Hindi entzückt von der Euphonie''
''Doch die Dari-Dichtform hat mehr Melodie''
</poem>
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: 1.{{ar|عذب }} ist Adjektiv von ''Uzobat'' und bedeutet süß und in der Literatur und Dichtung ''Wohlklang'', ''wohlgeformter Reim''
: 2. Schakar = Zucker und als Symbol in der Dichtung ''lieblich'' oder ''mit Wonne''.
: 3. Schirin (weiblicher Name) bedeutet ''die Süße'', in der Lyrik die ''Liebliche''
== Unterschied zwischen Dari als persische Hochsprache und Dialekte der persischen Sprachen in den jeweiligen Ländern ==
=== Semantik ===
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! Standardpersisch oder [[Dari]] Schriftsprache ||Deutsch || Fremdwort z.B. arab ||Mundart vorwiegend in Afghanistan || Mundart vorwiegend im Iran || Mundart Persisch in Tadschikistan Schrift [[kyrillisch]] ||Kommentar
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| pedar {{fa|پدر}} || Vater|| Al Ab ''Baba'' ||Padar bzw. ''Baba'' || Pedar ''Baba''|| Padar ''Baba'' ||
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| mādar {{fa|مادر}} || Mutter || Am || Madar ''Bobo'' || Mader ''Maman'' || Madar ||
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| barādar {{fa|برادر}} || Bruder || Shaqiq Echwan || Brader , Berar || Barader ''Dadasch''|| Brader Berar||
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| khahar {{fa|خواهر}} || Schwester || || Khwaer || Khahar, ''Abji'' || Khwahar ||
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| dochtar {{fa|دختر}} || Tochter|| Ebnet , Bent|| Dochtar, ''Doter'', ''Dot''|| Dochter, Docht, Dot|| Dochtar||
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| nām {{fa|نام}} || Name || Esam || Nam, Esm|| Esm, Nam|| Nam Esm||
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| zadan {{fa|زدن}} || schlagen || Hilsverb ||zadan || zadan ||zadan ||
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| harf zadan {{fa|حرف زدن }} || sprechen ||harf arabisch||gap zadan + ||harf zadan ||
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| gapidan {{fa|گپيدن}}, veraltet ||sprechen ||arb kein G|| gap ''zadan'' ||arf zadan|| gab zadan ||
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| goftan {{fa|گفتن}} || reden || arabisiert p zu f || goftan || goftan|| goftam||
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| Sobatt kardan {{fa|صحبت کردن}} || sich unterhalten || arb. ''Gefährte''|| gap zadan bevorzugt || Sobatt kardan || beide || ''Gefährte machen'' = sprechen
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| Khaneh {{fa|خانه}}|| Haus, Heim ||{{fa|ه}} he || Khanah || Khaneh || Khanah || he > ha, [h] wird nicht ausgesprochen
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| Nameh {{fa|نامه}} || Brief|| - || namah bzw. Nama || nameh || nameh namah, nama ||
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|Parwa nadarad {{fa|پروا ندارد}} || kein Problem, macht nichts || Eshkal/Moshkel arab. || parwa nadarad|| Eshkal nadarad|| parwa nadarad, Eshkal nadarad||
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| Danschgah {{fa|دانشگاه}} || Universität || ''Ort des Wissens''||Daneshga/ Pahanton (Paschtu)|| Daneshgah|| Daneshgah|| in Afg ist ''Daneshgah'' offiziell verboten||
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| Shahrdar {{fa|شهردار}} ||Bürgermeister || - || Shahrwal (Paschtu) || Shahrdar|| Shahrdar || in der afgh. Verwaltrungssprache verboten
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| Amo {{fa|عمو}} || Oheim Onkel || -|| Kaka aus Indien ''Chacha'' || Amo || Amo || in der Literatur Amo, Dialekt Kaka
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| Dahi{{fa|دايى}}|| Onkel /Hebamme || - || Mama / Dahi|| Dahi|| Dahi || in der Literatur Dahi
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| harf zadan {{fa|حرف زدن }} || sprechen ||harf arabisch||gap zadan + ||harf zadan ||
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| pagah {{fa|پگاه}} ||Morgen/Früh|| Sohb, Sabah|| paga ||Sohb|| sohb ||
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| begah {{fa|بيگاه}} ||Abend/spät||- || begah, na waqt || begah/ nawacht|| nawacht pegah||
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|turschi {{fa|ترشى}} || Saueres/ Gemüse || -|| turschi || turschi ||turschi ||
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| A tschar {{fa|آچار}}|| Saueres /Gemüse ||- || a tschar|| turschi || turschi ||
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|fahmidi vom verb {{fa|فهميدن}} || verstanden?|| hier als Frage Abk.|| didi? ||fahmidi || fahmidi || oft als Beispiel für Unterschiede zwischen Persisch und Dari genommen
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|fahmidan {{fa|فهميدن}} || verstehen || - || fahmidi|| fahmidi|| parwa fahmidi,||
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|didan {{fa|ديدن}} || sehen || - || didan || didan|| didan || in Afg. Imperativ didi (siehst du? (''hat du verstanden'')
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| Kalan {{fa|کلان}} bozorg {{fa|بزرگ}} || groß || kalan/bozorg ||bozorg|| bozorg/kalan||
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|khod rou {{fa|خودرو}} || Auto|| -|| motar von Motor || kodrou bzw. maschin||khodrou, maschin ||
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|du tscharcheh {{fa|دو چرخه}} || Zweirad || - ||bicycle || du tscharcheh|| du tscharchah |
|-
|Shalwar {{fa|شلوار}} || Hose || Patalone itl.|| patlon || shalwar|| shalvar|| Shalvar auch auf Paschtu
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|Shahdi {{fa|شادى}} || Freude, Festlichkeit|| ind. Heirat||Schadi || Schadi|| Schadi|| in Afgh auch für Affe Schadibazi =Affenspiel, Affentheater*
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|Meymun {{fa|ميمون}} || Affe, glücklich|| -||Meymun ||Meymun ||Meymun || in Afgh auch Schadi, Schadibaz =Affenführer
|}
=== Lexikon ===
Lexikon des Dari ist [[Dehkhodas Lexikon]]. 80 Wissenschafter aus [[Afghanistan]], [[Tadschikistan]] und insbesondere vom [[Iran]] haben für dieses Persisch-Persisch-Wörterbuch gearbeitet. Das große Wörterbuch der Gebrüder Grimm ist das länderübergreifende Standardwerk im deutschen Sprachraum. [[Entlehnung]]en, [[Lehnwort|Lehnwörter]] sowie [[Fremdwörter]] sind für die Sprachentwicklung aus den Gründen des linguistischen [[Neologismus]] etwa für neue Wörter normale sprachliche Phänomen.
=== Phonologie bzw. Phonetik ===
In diesen Bereichen sind die Abweichungen bezüglich der Aussprache von persischen Wörtern in den iranischen Ländern und Zentralasiens (Iran nicht als Land, sondern als Kultur- und Sprachkreis), insbesondere im [[Iran]], [[Afghanistan]] und [[Tadschikistan]] (auch wegen anderer Schrift) ziemlich groß. Abweichende Akzentuierung ist Folge der abweichenden Syllabifizierung, die regional, aber auch überregional landesweit bzw. provinzenweit, genauso wie bei der deutschen Sprache in [[Deutschland]], [[Österreich]], der [[Schweiz]] oder in [[Liechtenstein]] und in ihren jeweiligen Bundesländern abweichend, ähnlich wie [[Englisch]] in [[England]], in [[Australien]] und in den USA.
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! Standardpersisch oder [[Dari]] Schriftsprache ||Aussprache in Afghanistan || Aussprache im Iran || in Tadschikistan Schrift [[kyrillisch]] ||Kommentar
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| pedar {{fa|پدر}} || Vater|| Padar /Pedar ||Padar|| Padar ||
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| mādar {{fa|مادر}} || Mutter || Madar, Mader|| Mader||
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| kudak {{fa|کودک}} || Kind || kodak || kudak || kudak||
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| qand {{fa|قند}} || Kandis || qand || ghand|| qand, ghand||
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| nan {{fa|نان}} || Brot|| Nan, Rozi|| Nan, Non|| Nan|| z.B. in Teheran wird statt die Endung ''an'' ''on'' ausgesprochen ||
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== Afghanische Regierungen und ihre Politik über Farsi und Dari ==
Als Thomas Hyde (1636-1703) über ''Deri'' schrieb, veröffentlicht erst 1760, war Ahmad Schah Durani (1722- 1772) nicht einmal geboren. Der Paschtune hat erst 1747 nach dem Tod seines Mentors, Nadir Afschar, in Kandahar die Macht übernommen und einen paschtunischen Staat gegründet.
Doch die Grenzziehung zwischen dem Land, dass als Afghanistan bezeichnet wird und der östlichen Region von [[Chorasan]] ist erst Mitte des 19. Jahrhunderts laut einem britischen Vertrag mit dem Iran 1856 gezogen worden.
Die paschtunischen Regierungen standen und stehen im Rahmen ihrer nationalstaatlichen Bildung, des paschtunischen Nationalbewusstseins und für Schaffung einer Nationalsprache, einer nationalen Identität, und Einheit immer noch in einem Dilemma.
Zwar sind sie, Paschtunen, ''Staatsvolk'' und Namensgeber des Landes zugleich, auch wenn sie ihre [[Synonyme]] wie [[Afghanen]] bzw. [[Pathanen]] inzwischen nach Außen gesehen ignorieren, werden ohne Statistik und Volkszählung als Mehrheit des Landes bezeichnet. Völker Afghanistans spricht aber Persisch, ''Farsi'' in der Mehrheit. Während im Vielvölkerstaat im westlichen Nachbarland [[Iran]], aber auch im Vielvölkerstaat im östlichen Nachbarland [[Pakistan]] kein Volk direkt oder indirekt Namensgeber dieser Länder ist, ist die Namensgebung Afghanistans von Anfang an ein Hindernis für die Nationalbildung und für gemeinsame nationale Interessen, ja gar nationale Einheit.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts z.B. seit [[Abdur Rahman Khan]] ist der Staat des Landes trotz seines Unabhängigkeitswunsches stets ein halbkoloniales Land. Zwang und Gewalt sind Versuche der Regierungen möglichst mit Involvierung der ausländischen Staaten - einmal Briten, ein anders Mal die Sowjets und heute gleich über 50 Nationen, ein Konstrukt, militärisch und wirtschaftlich aufrechtzuerhalten, so dass es schnell bei einem Konflikt auseinandergeht. 1936 haben Paschtunen abermals Paschtu zur ''Nationalsprache'' erklärt. Der erste Versuch, injiziert von [[Mahmud Tarzi]] (Schwiegervater von [[Amanullah Khan]]) in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ergebnislos. Wiederholt haben sie, die Regierungen, Farsi in Staat und Verwaltung sowie in Schulen und Presse verboten. Dadurch ist der reibungslose Ablauf in Staats- und Schulwesen erheblich gestört worden und dreimal mal so gar total zusammengebrochen. Die Zwangsmaßnamen riefen bei der Bevölkerung Unruhe und Unmut hervor, die die Schaffung einer nationalen Einheit nicht nur erschwert, sondern für eine sehr lange Zeit unmöglich gemacht haben. Paschtu, die eine reichhaltige mündlich überlieferte Dichtung hat, wurde wegen dieser Politik, Taktik, Tricks, Lug und Trug wie etwa der ''Entdeckung'' von [[Pata Khazana]] nicht nur nicht gefördert und verstärkt, sondern wurde im Gegenteil pervertiert und diskreditiert. Eine weitere Zwangsmaßnahme war (50er und 60er Jahren) die Durchführung vom Paschtu-Unterricht in Abendkursen für Arbeiter und Angestellten, dass die Nichtpaschtunen ''Paschtukurse'' besuchen müssen, ansonsten werden ihnen ca. 100 Rupia damals 5 DM (heute knapp zwei Euro) von ihrem monatlichen Lohn abgezogen.
Schließlich ist im Jahre 1964 der Begriff Farsi in Dari umbenannt worden und in der Verfassung als zweite Amtssprache neben National- und Amtsprache Paschtu verbrieft. Seitdem wird Dari im Ausland als eine Art ''afghanisches Persisch'' oder als ''Dialekt der persischen Sprache'' in Afghanistan bezeichnet. Somit wurde die ''Standardsprache'', wie z.B. das Hochdeutsch, zu einem Dialekt, zu einer Mundart, geworden. Während die ''Stimme von Amerika'' und die ''Deutsche Welle'' der Bundesrepublik Deutschland zwei Dienste - einmal Persisch für den Iran und einmal Dari für Afghanistan anbieten, bietet die BBC, ''der alte Fuchs'' nur einen Dienst nämlich Persisch für die drei Länder (für Tadschikistan zusätzlich in Internet Schriftliches in kyrillischer Schrift) an.
Laut BBC hat Karzai in seiner letzten ''Ministerratssitzung'' (Feb. 2013) beschlossen, fremde Dialekte und Sprachen in TVs und Radios zu verbieten. In diesem Forum der BBC [http://newsforums.bbc.co.uk/ws/fa/thread.jspa?forumID=16703]<ref>[http://www.bbc.co.uk/persian/afghanistan/2013/02/130226_k02-afghan-languages.shtml Persian Afghanistan afghan-languages]</ref> kommen Menschen zu Wort, die die verborgenen Hintergründe dieser Anweisung des Präsidenten beleuchtet haben: nämlich durch subtile Versuche, die Schwächung der persischen Standardsprache mit verfeinerten Methoden zu erreichen, damit Paschtu gestärkt wird. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Sprache Paschtu nicht in der Schwächung von Dari gestärkt werden kann, sondern in der Stärkung der Sprache Paschtu selbst z.B. durch Gedichte für den Humanismus, Lob des Wissens, Lob der Menschenwürde und nicht durch die Paschtu-Gedichte der Staatsdichter wie z.B. ''Abdul Bari Jahani'', der schrieb, ''die Gebiete von Tadschiken, Turkmenen, Hazara, Usbeken usw. gehören uns''. Sein Gedicht wurde missverstanden. Er meinte, dass die o.g. Völker zu Paschtunen gehören. Er, der ein ''Humanist'' unter den Paschtu-Dichtern ist, schrieb nicht, dass die Gebiete von Paschtunen auch ihnen gehört.
== Literatur ==
* Abraham Hyacinthe Anquetil-Duperron: ''Zend-Avesta, ouvrage de Zoroaster.'' deutsch von Johann Friedrich Kleuker, Paris 1771.
* Thomas Hyde: [http://books.google.com/books?id=qp5BAAAAcAAJ&printsec=frontcover&dq=%27%27Historia+religionis+veterum+Persarum%27%27&source=bl&ots=DRIKdc0xpW&sig=W3yp_5V1HSHIsbc6lcZbzTe-UjU&hl=pt-BR&ei=HVrHTKrtMYS8lQfn08nhAQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CBIQ6AEwAA#v=onepage&q&f=false ''Veterum Persarum et Parthorum et Medorum Religionis Historia''.] ''Editio Secunda'', MDCCLX.
* John Malcolm: ''The History of Persia: From the Most Early Period to the Present Time.'' Vol. 1, London in writing 1806 or 1810.
* ''Friedrich Rückert's gesammelte poetische Werke in zwölf Bänden.'' Lyrische [...] Frankfurt am Main 1869.
* Joseph von Hammer-Purgstall: ''Schönen Redekünste Persiens: mit einer blüthenlese aus zweyhundert persischen Dichtern.'' Heubner und Volke, 1818.
* ''Staats- und Gesellschafts-Lexikon.'' Friedrich Wilhelm Hermann Wagener: Bd. 15, Berlin 1864.
* ''Jahrbücher der Literatur.'' Bände 45-46, Wien 1829.
* Johann Severin Vater: ''Litteratur der Grammatiken, Lexika und Wörtersammlungen aller Sprachen der …'' Berlin 1815.
== Einzelnachweise ==
<references />
== Weblinks ==
* [http://www.tierisch-moralisch.naturundmensch.de/ Tierisch-moralisch Natur und Mensch]
* [[wikt:en:گور|گور Gur Gor Gour, Gaur wiktionary english]]
== Videos ==
* [http://www.youtube.com/watch?v=E8-VAVJOXP8 Tadschiken in China singen Parsi bzw. Persisch]
* [http://www.youtube.com/watch?v=r38TQ6GkFu0 Farsi in Tadschikistan]
* [http://www.youtube.com/watch?v=vel9944-R4k Farsi gesprochen, kyrillische Schrift]
* [http://www.youtube.com/watch?v=ZTM_y3mwztQ Internationaler Tag des Nauroz] ich bin Ariay = Ich bin Iraner. Ariaye آریایی Ariana = Land der Ariaye
== Siehe auch ==
* [[Dari]]
* [[Persische Sprache]]
* [[Persische Literatur]]
[[Kategorie:Einzelsprache]]
[[Kategorie:Persisches Reich]]
[[Kategorie:Persische Sprache| ]]
[[Kategorie:Iranistik]]
[[Kategorie:Iran]]
[[Kategorie:Afghanistan]]
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