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{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland
| Ortsteil               = Jersleben
| Gemeindeart            = 
| Gemeindename           = Niedere Börde
| Alternativanzeige-Gemeindename = 
| Ortswappen             = 
| Breitengrad            = 52/14/38/N
| Längengrad             = 11/34/48/E
| Bundesland             = Sachsen-Anhalt
| Höhe                   = 50 <!-- Quelle: Geodatenzentrum -->
| Fläche                 = 6.62
| Einwohner              = 614
| Einwohner-Stand-Datum  = 2007-12-31
| Eingemeindungsdatum    = 2004-01-01
| Postleitzahl1          = 39326
| Postleitzahl2          = 
| Vorwahl1               = 039201
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| Lagekarte-Beschreibung = 
}}

{{Positionskarte|Deutschland Sachsen-Anhalt|label=Jersleben||lat=52/15//N|long=11/35//E|region=DE-ST|width=250|caption=Lage von Jersleben in Sachsen-Anhalt|mark=Reddot.svg|marksize=4|float=right}}
'''Jersleben''' ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde [[Niedere Börde]] im [[Landkreis Börde]] in [[Sachsen-Anhalt]].

== Geografie ==
[[Datei:Mittellandkanal bei Calvörde.JPG|miniatur|links|Der [[Mittellandkanal]]]]
Die Ortschaft Jersleben liegt etwa 15 km nördlich von der Landeshauptstadt [[Magdeburg]] und 4 km westlich von [[Wolmirstedt]] entfernt am Rande von Heide und Börde, zwischen [[Ohre]] und Mittellandkanal.

== Geschichte ==
Urkundlich wird Jersleben (Gersleve - Jersleve) erstmals im Jahre 1144 erwähnt.
Die Gründung des Ortes vollzog sich etwa im 5. Jahrhundert und der Ortsname mit der Endung leben lässt darauf schließen, dass der Ort von den Warnen, einem germanischen Volksstamm, gegründet wurde. Der Name Jersleben jedoch von einem adligen Geschlecht derer von Jersleve.<ref name="Chronik">Rudi Fischer: ''800 Jahre Calvörde – Eine Chronik bis 1991''</ref> entstammt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte laut Danneil im Jahre 1144.
Im [[Dreißigjähriger Krieg|30-jährigen Krieg]] hatten die Bewohner Jerslebens sehr unter den Plünderungen der französischen Soldaten zu leiden. Großes Leid widerfuhr ihnen auch in den Jahren 1660 und 1835, als bei einem [[Großfeuer]] dreiviertel des Dorfes vernichtet wurden. Durch diese Wirrnisse wurde auch die Kirche des Ortes so in Mitleidenschaft gezogen, dass im Jahre 1892/93 eine neue Kirche, die heutige [[Sankt-Petri-und-Pauli-Kirche (Jersleben)|Sankt-Petri-und-Pauli-Kirche]] gebaut werden musste, die dann am 17. September 1893 vom Ortspfarrer, Pastor Dr. Danneil, mit einem Festgottesdienst eingeweiht wurde. Ab 1890 ist in Jersleben eine erhöhte Bautätigkeit festzustellen. Betrug die Zahl der Wohnhäuser bis zu diesem Zeitpunkt 56, so stieg sie bis heute auf 121. Typisch für Jersleben sind auch die beiden Wassermühlen, die beiden ältesten Gebäude im Ort. Die Herrenmühle, welche sich heute wieder in privaten Händen befindet und mit viel Liebe wieder aufgebaut wird und die Mittelmühle, die den Einwohnern im Jahre 1905 eine begrüßenswerte "Erleuchtung", den elektrischen Strom, brachte. Die Gemeinde Jersleben war aber auch ein Dorf der Genossenschaften, in denen viele Einwohner Arbeit und Brot fanden. So gab es Anfang des Jahrhunderts eine Molkereigenossenschaft und eine Kartoffeltrockenfabrik. Weiter entstanden die Meliorationsgenossenschaft, die Schlepper- und Dreschgemeinschaft. 1957 wurde die LPG "Aufbau" Jersleben gegründet. Die wichtigsten Betriebe in der Gemeinde Jersleben waren bis 1990

* LPG Tierproduktion Gutenswegen Milchviehanlage
* LPG Pflanzenproduktion Dahlenwarsleben

Sie wurden aber im Zuge der Umprofilierung zur Marktwirtschaft in Jersleben aufgelöst. Waren in Jersleben vor November 1989 vier Handwerksbetriebe, so sind in den Jahren danach sieben neue Firmengründungen hinzugekommen. Das Landschaftsbild südlich des Dorfes veränderte sein Gesicht in den Jahren 1928 - 1935 durch den Bau des Mittellandkanals. Das Erdreich zum Aufschütten der Kanalwälle wurde dem ostwärts der alten Straßenverbindung Jersleben - [[Meitzendorf]] gelegenen Gelände entnommen. Leistungsstarke Bagger buddelten hier ein riesiges "Loch" aus, mit einer Wasserfläche von ca. 40 ha, der heutige Jersleber See entstand. In den letzten 3 Jahrzehnten entwickelte sich hier das Naherholungsgebiet "Jersleber See", welches seither jährlich viele Menschen anzieht und den kleinen Ort Jersleben weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Von den vielen Vereinen und Kulturgruppen, die es einmal in Jersleben gab, ist nur noch der im Jahre 1919 gegründete Fußballverein übriggeblieben. Einen großen Aufschwung erlebte die [[Volkssolidarität]] Jerslebens, der zurzeit 92 Mitglieder angehören. Dort kümmert man sich um die Belange der älteren Menschen, macht mit ihnen Fahrten und veranstaltet monatlich einen Rentnertreff. Jersleben wurde am 1. Januar 2004 durch den freiwilligen Zusammenschluss mit sieben weiteren Gemeinden in die neugebildete Einheitsgemeinde [[Niedere Börde]] eingegliedert.<ref>[http://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Regionales/Gemeindeverzeichnis/NamensGrenzAenderung/NamensGrenzAenderung.html StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004]</ref>

== Politik ==
[[Datei:Wappen Jersleben.png|miniatur|hochkant=0.7|Wappen von Jersleben]]
=== Wappen ===
Das Wappen wurde am 7. Januar 1997 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

[[Blasonierung]]: „In Rot ein silbernes Mühlrad mit 16 Zähnen und 4 zwillingsweise rechtwinklig zueinander angeordneten Verstrebungen, auf der Mühlradnabe ein silbernes Mühleisen<!-- ? -->; im [[Schildhaupt]] und im [[Schildfuß]] in Silber ein blauer Wellenleistenstab.“<ref>Aus den Wappengenehmigungsunterlagen im Landeshauptarchiv Magdeburg</ref>

Die Gemeindefarben sind Weiß - Rot.

Die Gemeinde Jersleben ist bedingt durch ihre Lage an der Ohre traditionell auch mit den [[Wassermühle]]n verbunden. Bereits im Jahre 1286 wird in der Chronik die erste Wassermühle erwähnt. Noch heute befinden sich im Dorf die Vorder- und die Mittelmühle. Die blauen Wellenbalken symbolisieren zum einen die Ohre und den Mittellandkanal. Der Ort liegt genau zwischen beiden Gewässern, die Ohre fließt nördlich an Jersleben vorbei und der Mittellandkanal tangiert den Ort südlich, diese geografische Gegebenheit wird durch die Wellenbalken im Schildhaupt und Schildfuß dargestellt.

== Persönlichkeiten ==
In Jersleben geboren wurde:
*[[Fritz Schmidt-Hoensdorf]] (1889-1967), Veterinärmediziner und Zoodirektor
*[[Theodor Teetzmann]] (1859-1930), Generalleutnant

Der Theologe [[Franz Heyne]] (1812-1886) war von 1878 bis zu seinem Tode Pfarrer an der Jersleber Kirche. Sein Nachfolger als Pfarrer war der Theologe und Historiker [[Friedrich Danneil]]. Der Theologe [[Heinrich Danneil]] war Ende des 19. Jahrhunderts Hilfsprediger an der Kirche.

== Einzelnachweise ==
<references />

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[[Kategorie:Ort im Landkreis Börde]]
[[Kategorie:Niedere Börde]]
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Börde)]]