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{{Dieser Artikel| befasst sich mit dem Autohersteller Barkas. Für weitere Bedeutungen siehe [[Barkas (Begriffsklärung)]].}}
[[Datei:IFA_Barkas_Logo.svg‎|miniatur|'''IFA Barkas''' Logo]]
[[Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F089036-0034, Köthen, Polizeitransporter Barkas.jpg|miniatur|Barkas B&nbsp;1000 Polizei-Kleinbus<br /><small>(1991: alte Volkspolizei-Lackierung mit neuer Landespolizei-Beschriftung)</small>]]

'''Barkas''' war der Name eines [[Sachsen|sächsischen]] [[Automobilhersteller]]s und die Markenbezeichnung der von 1961 bis 1991 von ihm hergestellten [[Nutzfahrzeug]]e, die zur Fahrzeuggattung der [[Kleintransporter]] zählen. Zeitweise war der [[Volkseigener Betrieb|VEB]]-Stammbetrieb Teil des [[Industrieverband Fahrzeugbau|IFA]]-[[Kombinat]]s [[Personenkraftwagen]].

[[Datei:Barkas v901 berlin 2008.jpg|miniatur|Als Barkas vermarkteter V&nbsp;901 (vormals Framo V&nbsp;901)]]
==Entstehung==
Der Betrieb geht auf die von [[Jørgen Skafte Rasmussen]] im Jahr 1923 als Zulieferer für sein [[DKW]]-Werk in [[Frankenberg/Sa.|Frankenberg/Sachsen]] gegründeten Metallwerke Frankenberg zurück. Zur Erweiterung der Produktion wechselte der Betrieb 1933 nach [[Hainichen]] und hieß ab 1934 [[Framo|FRAMO]]-Werke Hainichen. 1957 wurde der Betrieb in ''VEB Barkas-Werke Hainichen'' umbenannt. Der einzige von ihm hergestellte Fahrzeugtyp wurde vom Framo V&nbsp;901 zum Barkas V&nbsp;901.

1958 wurden die VEB Barkas-Werke Hainichen mit dem Motorenwerk Karl-Marx-Stadt, dem Fahrzeugwerk Karl-Marx-Stadt und dem [[Lengenfeld (Vogtland)#Wirtschaft und Infrastruktur|Einspritzpumpenteilewerk Wolfpfütz]] zusammengelegt. Der Betriebssitz wurde in diesem Zusammenhang nach [[Karl-Marx-Stadt]] verlegt, der Name wechselte zu ''VEB Barkas-Werke Karl-Marx-Stadt''. Später wurde noch der VEB Fahrzeughydraulik Frankenberg integriert.

==B1000==
1961 begann die Serienfertigung des völlig neu entwickelten '''Barkas B&nbsp;1000''' als „Schnelltransporter“. Angetrieben wurde er von einem Wartburg-Dreizylinder-[[Zweitaktmotor]] mit ursprünglich 900&nbsp;cm³ und einer Leistung von 43&nbsp;PS. Später waren es 1000&nbsp;cm³ mit einer Leistung von 46&nbsp;PS. Der Motor des [[Frontantrieb|Fronttrieblers]] war mittig zwischen Fahrer- und Beifahrersitz eingebaut und von dort über eine abnehmbare innere Motorhaube oder über einen kleineren Servicedeckel zugänglich. Es gab diverse Ausführungen, etwa als [[Kastenwagen|Kasten]]-, Krankentransport-, [[Pritschenwagen (Automobil)|Pritschenwagen]] oder als Kleinbus. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 100&nbsp;km/h.
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Datei:Barkas B 1000.jpg|Kleinbus
Datei:Barkas B1000 Pritsche.jpg|Pritsche
Datei:Barkas B1000 Koffer.JPG|Kastenwagen
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Die zahlreichen Aufbauvarianten wie Pritschen, Koffer, Planen, Kleinbus und Abschleppwagen machten das Fahrzeug sehr flexibel nutzbar. So gab es den Barkas unter anderem als Personentransporter, Polizeifahrzeug, Krankenwagen der [[Schnelle Medizinische Hilfe|SMH]], [[Kleinlöschfahrzeug (Deutschland)|Kleinlöschfahrzeug]] (Typ KLF), Pritschentransporter, [[Sattelzug|Sattelschlepper]] und Militärfahrzeug. Bei seiner Einführung 1961 fiel der Transporter durch die damals ungewöhnlich hohe Zulademöglichkeit von einer Tonne, bei gleichzeitig niedriger Ladehöhe, auf. Wegen seiner einfachen Bauart war er relativ robust und zuverlässig. Es gab nur eine Serienausstattung, die kontinuierlich verbessert wurde. Ab 1984 wurde eine [[Leuchtdiode|LED]]-Anzeige für Tankinhalt und Kühlwassertemperatur eingebaut und die seitliche Klapptür der Bus-Variante wurde von einer Schiebetür abgelöst.

Zur Markteinführung entsprach der B&nbsp;1000 formal und technisch durchaus dem Stand der Technik. Mit den westlichen Transportern [[VW-Bus]], [[Ford Transit]], [[DKW-Schnelllaster]], [[Tempo (Fahrzeug)|Tempo Wiking]] oder [[Renault Estafette]] konnte er ohne Probleme mithalten. Erst im Laufe der Jahre verlor der B&nbsp;1000 gegenüber den weiterentwickelten westeuropäischen Transportern den Anschluss. Vom B1000 wurden 175740 Fahrzeuge gebaut.
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Datei:Barkas B1000.JPG|Feuerwehrfahrzeug
Datei:B1000-DMH.JPG| Krankenwagen
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[[Datei:Frankenberg_Museum_Barkas1100.jpg|miniatur|Einer von drei Prototypen des B&nbsp;1100, Exponat im [[Fahrzeugmuseum Frankenberg]]]]

==Prototypen (B1100)==
Ähnlich wie bei anderen Fahrzeugmarken in der DDR wurden zwischen 1969 und 1972 auch Nachfolgemodelle des B&nbsp;1000 bis zum [[Prototyp (Technik)|Prototypenstatus]] entwickelt, diese durften jedoch nach Vorgaben aus der Politik nicht in die Serienproduktion gehen (zum Beispiel '''B&nbsp;1100'''). Die Prototypen sollten in diesem Zusammenhang verschrottet werden. Dadurch war die Modellpalette aller DDR-Fahrzeugmarken spätestens in den 1980er-Jahren veraltet und international nicht mehr konkurrenzfähig.

==B1000-1==
Im Herbst 1989 wurde der erste Barkas '''B&nbsp;1000-1''' vorgestellt. Er hatte wie der [[Wartburg (Pkw)#Wartburg 1.3 (1988–1991)|Wartburg 1.3]] einen 58&nbsp;PS starken [[Viertaktmotor]] mit 1272&nbsp;cm³, der in VW-Lizenz von Barkas im Motorenwerk in Karl-Marx-Stadt produziert wurde. Ursprünglich war vorgesehen die Barkas-Transporter mit Viertaktmotor auch optisch zu überarbeiten. Mit einem großen Formteil aus Kunststoff, das die Scheinwerfer und den Kühlergrill zusammenfasste, sollte die Frontpartie modernisiert werden. Es wurden einige Prototypen gebaut. Die neue Frontgestaltung wurde jedoch nicht mehr serienwirksam. Bis zur Produktionseinstellung wurden noch 1961 dieser Fahrzeuge gebaut.

==Ende der Barkas-Werke==
Mit der [[Wende (DDR)|Wende]] wurde der VEB in die ''Barkas GmbH'' umgewandelt. Die [[Treuhandanstalt]] suchte auch für die Barkaswerke einen neuen Besitzer, der dann mit [[Volkswagen]] gefunden wurde. VW stellte zu der Zeit aber mit dem [[VW T3]] bereits ein ähnliches Fahrzeug her.

Die Barkas-Produktion wurde zum 10. April 1991 eingestellt. Die Mitarbeiter erhielten für die damaligen Verhältnisse recht großzügige Abfindungen. Geplant war zunächst die Produktion eines VW-Modells, wie bei dem [[Volkswagenwerk Zwickau|Volkswagenwerk in Zwickau]].

Als die Einstellung der Produktion beschlossen worden war, entstand das Projekt einer Produktionsverlagerung nach [[Russland]]. Von den ehemaligen Produktionsverantwortlichen wurde alles verpackt, dokumentiert und mit russischen Übersetzungen versehen. Nachdem für etwa 4&nbsp;Millionen DM die Produktionsdokumentationen und die Maschinenanlagen auf den neuesten Stand gebracht worden waren, wurde alles in 40&nbsp;Großcontainer verpackt. Mehrere Investoren sprangen jedoch ab, letztendlich konnte keiner die Transportkosten nach Russland aufbringen. Am 10. Januar 1994 wurde das Projekt für gescheitert erklärt. Die Treuhand ließ danach alles verschrotten. So endete eine traditionsreiche Fahrzeugproduktion; an den verschiedenen Produktionsstandorten wurden 2300&nbsp;Menschen arbeitslos.

== Literatur ==
* {{Literatur | Autor= Jürgen Lisse| Titel= Fahrzeuglexikon Framo/Barkas| Verlag= Bildverlag Böttger GbR| Ort= Witzschdorf| Jahr= 2008| ISBN= 978-3-937496-23-8}}

== Weblinks ==
{{Commons|Category:Barkas vehicles|Barkas-Fahrzeuge}}
* [http://www.barkas.de/ www.barkas.de]
* [http://www.b1000-1.de/ Website zum 4-Takt-Barkas B1000-1]
* [http://www.frankenberg-sachsen.de/index.php3?id_ueb=188&id_oben=195&datei_navi=navi_unter.php3&datei_haupt=tourismus/sehenswert/fahrzeugmuseum_ubersicht.php Fahrzeugmuseum Frankenberg]
* [http://www.barkas-b-1000.de/Sattelschlepper-Historie.php?language=german Barkas B1000 Sattelschlepper]
* [http://www.firekalle.de/Barkas/Fotos/fotos.html Barkas B1000 Kleinlöschfahrzeug]

[[Kategorie:Ehemaliger Automobilhersteller]]
[[Kategorie:Nutzfahrzeughersteller]]
[[Kategorie:Ehemaliger Fahrzeughersteller]]
[[Kategorie:Transporter]]
[[Kategorie:Markenname (DDR)]]
[[Kategorie:Industrieverband Fahrzeugbau]]

[[bg:Баркас]]
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