Revision 138815614 of "Benutzer:PanchoS/Ahmadiyya in Pakistan" on dewikiDie '''Ahmadiyya''' ([[Urdu]]: {{Ar|احمدیه|b=Ahmadiyya}}) ist eine [[Glaubensgemeinschaft]], die [[Mirza Ghulam Ahmad]] 1889 in [[Indien]] als Reformbewegung innerhalb des [[Islam]]s gründete. Sie teilte sich 1914 in die Untergruppen ''[[Ahmadiyya Muslim Dschamaat]]'' (AMJ = Ahmadiyya Muslim Jamaat, {{ar| الجماعة الأحمدية}}) und ''Lahore Ahmadiyya Movement'' (auch ''Ahmadiyya Anjuman Ischat-i-Islam Lahore'', AAIIL, {{Ar|أحمدية أنجمن اشاعت اسلام}}) auf. Mitglieder der Ahmadiyya verstehen sich selbst als [[Muslim]]e, jedoch wird ihre Zugehörigkeit zum Islam von einem großen Teil der Muslime infrage gestellt. (vgl. [[Ahmadiyya#Kritik|Kritik an der Ahmadiyya]])
== Geschichte ==
[[Bild:Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad.jpg|thumb|[[Mirza Ghulam Ahmad]], Begründer der Ahmadiyya]]
Mirza Ghulam Ahmad gründete die Ahmadiyya-Bewegung am 23. März 1889 in [[Qadian]]. Er trat als islamischer Erneuerer ([[Mudschaddid]]) auf. Ihren Namen erhielt die Glaubensgemeinschaft anlässlich einer Volkszählung im Jahr 1901, als Ahmad seinen Anhängern empfahl, sich als Ahmadi-Muslime registrieren zu lassen. Volkstümlich wurde sie bis dahin als Qadiani oder Mirzai bezeichnet. Ahmad bezeichnete sich ab 1891 als der vom Propheten [[Mohammed]] angekündigte [[Mahdi]] und verstand sich als die prophezeite Wiederkunft von [[Jesus Christus]], [[Krishna]] und [[Buddha]] in einer Person. Sein gottgegebener Auftrag sei die Vereinigung aller Religionen unter dem Banner des Islam.<ref>AMJ: [http://mitglied.lycos.de/ahmadiyyaarchiv/library/botschaft_100_jahrfeier.html Botschaft zur Hundertjahrfeier], [http://web.archive.org/web/20070808062519/http://www.ahmadiyya.de/library/islamischeRedeDeutschland.html Eine islamische Rede an Deutschland]</ref>
Ahmad entstammt einer aristokratischen Familie persischer Abstammung. Seine Nachfolger werden von der AMJ als [[Khalifat-ul Massih]] (Nachfolger des Messias) bezeichnet. Nach dem Ableben Ahmads wurde der Arzt und Theologe [[Nur-ud-Din]] zum Oberhaupt der Ahmadiyya-Bewegung bestimmt. Mit seiner Wahl am 27. Mai 1908 wurde das Khalifentum nach dem Verheißenen Messias begründet.
=== Teilung 1914 ===
Nach dem Tod des ersten Nachfolgers spaltete sich die Gemeinschaft 1914 an der Frage, ob das [[Kalifat]] (d. h. die Institution der Nachfolge Mirza Ghulam Ahmads) weiterhin Bestand haben oder ein Komitee (Anjuman) die Gemeinschaft verwalten sollte. Auch sollen Meinungsverschiedenheiten über den Alleinvertretungsanspruch der Ahmadiyya eine Rolle gespielt haben.
#Die Befürworter des Kalifats wählten [[Mirza Baschir-ud-Din Mahmud Ahmad]], den ältesten Sohn Mirza Ghulam Ahmads, zum zweiten Kalifen und somit zum neuen geistigen Führer der ''Ahmadiyya Muslim Dschamaat'' (AMJ). Ein Komitee (Anjuman) gibt es trotzdem noch. Diese Gruppe verblieb in [[Qadian]].
#Die Gruppe, welche das Kalifat ablehnt, errichtete in [[Lahore]] ein von einem [[Emir]] geführtes Präsidium (AAIIL).
Seitdem sind beide Gruppen auch unter den Bezeichnungen ''Qadiani'' (für AMJ) und ''Lahori'' (für AAIIL) (vor allem in Indien und Pakistan) bekannt. Diese Bezeichnungen werden von Ahmadiyya-Gegnern pejorativ verwendet.
Die Kalifen der AMJ werden von einem [[Khalifat-ul Massih|Wahlkomitee]] auf Lebenszeit gewählt. Seit 2003 ist [[Mirza Masrur Ahmad]] als Khalifat-ul Massih V. das geistliche Oberhaupt der AMJ. Die Mehrheit der Ahmadis gehört der AMJ an, während die AAIIL in ihrem Bestand gefährdet ist.<ref>[[Muniruddin Ahmed]]: [http://munirdahmed.netfirms.com/Ahmadiyya.htm Geschichte und Lehre der Ahmadiyya]</ref>
=== Indien/Pakistan ===
Nach der Teilung des indischen Subkontinents musste die AMJ 1947 [[Qadian]] verlassen. Zum Schutz ihrer Institutionen, Lehranstalten, Bibliotheken, Druckereien, Friedhof und weiteren Immobilien ließen sie 313 Ahmadis, genannt Derwischan-e-Qadian, zurück. Das Hauptzentrum wurde vorübergehend nach [[Lahore]] verlegt. Von der pakistanischen Regierung kaufte die Bewegung ein Stück Ödland <ref>AMJ: „Der Islam“, Jubiläumsausgabe 1989, S. 22</ref> wo sie am 20. September 1948 den Grundstein für die Stadt [[Rabwah]] legte. September 1949 wurde der Hauptsitz dann nach Rabwah verlegt.<ref>AMJ: [http://www.alislam.org/library/history/ahmadiyya/65.html A Brief History of Ahmadiyya Movement In Islam]</ref> Wegen der sich verschärfenden Verfolgungssituation in Pakistan verlegte [[Mirza Tahir Ahmad]], der vierte Khalifat-ul Massih, den Sitz 1984 nach [[London]]. Rabwah und Qadian gelten aber nach wie vor als die geistlichen Zentren der AMJ.
=== Europa ===
;Deutschland
AMJ und AAIIL traten etwa zeitgleich in den 20er Jahren missionarisch in Deutschland auf. Die 1922 entstandene ''Islamische Gemeinde zu Berlin e. V.'' vereinte in den ersten Jahren ihrer Existenz den größten Teil der in der Reichshauptstadt lebenden Muslime. Gläubige aus über vierzig Nationen waren Mitglieder im Verein. Seit dem 22. März 1930 führte die Moscheegemeinde den Namen ''Deutsch-Muslimische Gesellschaft e. V.''. Mit dieser Umbenennung war ein ungewöhnliches Programm verbunden: Die neue Gemeinschaft nahm auch Christen und Juden als Mitglieder auf.
Am 9. Oktober 1924 legte die AAIIL in [[Berlin]] den Grundstein für die [[Wilmersdorfer Moschee]]. Die älteste erhaltene Moschee Deutschlands wurde am 26. April 1925 eröffnet und war zunächst unter dem Namen „Berliner Moschee“ bekannt. Die Moschee-Gemeinde gab von 1924 bis 1940 die Zeitschrift ''Moslemische Revue'' heraus, und ihr Imam [[Sadr-ud-Din]] legte 1939 die erste deutsche [[Koranübersetzung]] aus muslimischer Feder vor.<ref>''Der Koran. Arabisch-Deutsch.''; Übersetzung, Einleitung und Erklärung von Maulana [[Sadr-ud-Din]]; Verlag der Moslemischen Revue (Selbstdruck); Berlin 1939; 2. unveränderte Auflage 1964; o. ISBN; [http://berlin.ahmadiyya.org/berlin-mission-june06.pdf Die Berliner Moschee und Mission der Ahmadiyya-Bewegung zur Verbreitung des Islam (Lahore)], S. 27</ref> Aufgrund der [[Weltwirtschaftskrise]] kehrten einige Missionare wieder nach Indien zurück, die anderen wichen nach England aus. Die „Islamische Gemeinde Berlin“ bzw. die „Berliner Moschee“ wurde von deutschen Muslimen weiter betreut.
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] gründete [[Sheikh Nasir Ahmad]] von 1946 bis 1962 Missionsstellen im deutschsprachigen Raum. Es wurde ihm von der Alliierten Besatzungsmacht gestattet, Deutschland von der [[Schweiz]] aus zu bereisen. In [[Hamburg]] entstand eine kleine Ahmadiyya-Gemeinde, die am 11. Juni 1948 vom Missionar S. N. Ahmad erstmals besucht wurde. Am 27. April 1949 sendete der [[Nordwestdeutscher Rundfunk|NWDR]] Hamburg einen Vortrag von S. N. Ahmad, die wahrscheinlich erste Rundfunksendung Deutschlands zum Thema Islam. Schließlich erhielt die AMJ die Genehmigung für eine feste Missionsstelle und am 20. Januar 1949 übernahm Missionar Abdul Latif die Leitung der ersten Lokalgemeinde in Hamburg.<ref>AMJ: ''Der Islam'', Jubiläumsausgabe 1989, S. 33</ref> Bald wurde eine eigene Koranübersetzung auf Deutsch herausgebracht (1954)<ref>''Koran. Der Heilige Qur-ân''; Islam International Publications Ltd.; 1954 erstmals unter dem Namen von [[Mirza Bashir-ud-Din Mahmud Ahmad]] herausgegeben (seither mehrfach neubearbeitet, zuletzt von [[Mirza Tahir Ahmad]], 1989); ISBN 978-3-921458-00-6; [http://www.ahmadiyya.de/der-heilige-qur-an/deutsche-ubersetzung/ Deutsche Koranübersetzung]</ref> und zwei Moscheen in Westdeutschland gebaut, die [[Fazle-Omar-Moschee]] in Hamburg (1957) und die [[Nuur-Moschee]] in Frankfurt/Main (1959).
[[Bild:Baitus Sabuh Entrance.jpg|thumb|Baitus Sabuh, Zentrale der Ahmadiyya in Deutschland]]
Im Jahre 1962 wurde die ''Deutsch-Muslimische-Gesellschaft'' von Maulana [[Muhammad Yahya Butt]] wiederbelebt. Seine Tochter Mansura Butt, von 1982 bis 1987 Sekretärin, erhielt mit der Arbeit „Zinsfreies Bankwesen in Pakistan“ den Master of Science in Wirtschaftswissenschaft der [[Berliner Universität]]. <ref>[http://berlin.ahmadiyya.org/berlin-mission-june06.pdf Die Berliner Moschee und Mission der Ahmadiyya-Bewegung zur Verbreitung des Islam (Lahore)], S. 74</ref>
Als Förderverein für die Wilmersdorfer Moschee (AAIIL) entstand am 17. November 1990 die ''Gesellschaft zur Erhaltung der Moschee e. V.''. Am 9. August 1955 gründete die AMJ in Hamburg den Verein ''Ahmadiyya Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland e. V.'' Im Jahre 1969 verlegte sie den Vereinssitz nach Frankfurt am Main und nennt sich seit 1988 ''Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik Deutschland e. V.'' Im Jahre 2002 wurde ein Industrieareal in [[Frankfurt-Bonames]] gekauft und für die neue Zentrale in Deutschland mit dem Namen ''Baitus Sabuh'' (Haus des sehr Reinen) umgebaut.
Die AAIIL hat in Deutschland ihren Sitz in der ''Wilmersdorfer Moschee'' in [[Berlin]].<ref>AAIIL: [http://berlin.ahmadiyya.org/ Die Berliner Moschee und die deutsche Mission]</ref>
{| cellpadding="6" style="margin: 0em 0em 0em 0; border: 0px #aaa solid; border-collapse: collapse;"
! || '''AMJ-Emire Deutschland''' || || '''AAIIL-Geschäftsführer Deutschland'''
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| valign="top" |
#Mubarak Ali Bengali, Imam (1922–1924)
#Malik Ghulam Farid, Imam (1923–1924)
#Chaudry Abdul Latif (1949–1967)
#Fazal Ilahi Anweri, Imam (Juni 1964–Dezember 1967)
#N.N., Imam (1967–1972)
#Fazal Ilahi Anweri, Imam (September 1972–Januar 1977)
#Nawab Mansoor Khan, Imam (1977–1984)
#Alhaj Attaullah Kaleem (1990er)
#[[Abdullah Wagishauser|Abdullah Uwe Wagishauser]], erster Amir von Deutschland (seit 1984) <ref>AMJ: [http://www.ahmadiyya.de/ahmadiyya-muslim-jamaat-im-islam/themen---personlichkeiten/abdullah-wagishauser.html Emir Abdullah Wagishauser]</ref><br />Haider Ali Zafar, Imam (seit 1973)
||
| valign="top" |
# Abdul Majid, Asstt. Imam (1921)
# [[Sadr-ud-Din]], Imam (Gründer) (1922)
# Fazal Karim Durrani, Imam (1925)
# Dr. S. Muhammad Abdullah, Imam (1928)
# Dr. Mirza Aziz-ur-Rahman, Asist. Imam (1933)
# Dr. Nazir-ul-Islam, Asist. Imam (1938)
# Fr. Amina Mosler, Hausmeisterin (1937)
# Br. [[Mohammed Aman Hobohm]], Imam (1949)
# Mr. Abdul Aziz Khan, Acting Imam (Februar 1959)
# Muhammad Yahya Butt, Imam (November 1959)
# Saeed Ahmad Chaudry, Imam (1987)
# Abdul Aziz, zweiter Imam (1989)
# A.S. Abdul Santoe, kommissarischer Imam (seit 2002) <ref>AAIIL: [http://berlin.ahmadiyya.org/berlin-mission-june06.pdf Die Berliner Moschee der Ahmadiyya-Bewegung zur Verbreitung des Islam (Lahore).<br />Geschichte und Gegenwart einer internationalen islamischen Gemeinschaft in Berlin.] (Juni 2006)</ref>
|}
;Schweiz
[[Bild:Mahmud Moschee1.jpg|thumb|[[Mahmud-Moschee (Zürich)|Mahmud-Moschee]] in Zürich]]
Am 13. Oktober 1946 trafen drei Missionare der AMJ, Sheikh Nasir Ahmad, Abdul Latif und Ghulam Ahmad Baschir in [[Zürich]] ein. In Deutschland sollte eine islamische Missionsstelle eröffnet werden, jedoch waren Einreisegenehmigungen nach Deutschland in den ersten Nachkriegsjahren kaum zu erhalten. Daher reisten wenig später Abdul Latif und Ghulam Ahmad Baschir in die [[Niederlande]].
Der Grundstein der [[Mahmud-Moschee (Zürich)|Mahmud-Moschee]] wurde am 25. August 1962 durch Amatul Hafiz Begum, Tochter des Gründers Mirza Ghulam Ahmad, gelegt. Sie wurde am 22. Juni 1963 durch Sir [[Muhammad Zafrullah Khan]], den damaligen Präsidenten der 17. UNO-Generalversammlung, eröffnet, in Anwesenheit des Stadtpräsidenten von Zürich, Dr. Emil Landolt. Zurzeit ist eine zweite Moschee in [[Wigoltingen]] in Planung.<ref>[http://www.ahmadiyya.ch/aktuelles/wigoltingen/Thurgauer_Zeitung.pdf Wigoltinger lernen Ahmadiyya kennen], Thurgauer Zeitung am 15. Juli 2005; [http://www.blick.ch/news/schweiz/artikel30927 Der friedliche Imam von Zürich], Blick.ch am 3. Februar 2006</ref>
Die Mahmud-Moschee in Zürich ist die erste Moschee in der [[Schweiz|Eidgenossenschaft]] und die Zentrale der AMJ Schweiz. Die Gemeinde hat etwa 700 Mitglieder und ihr Emir ist Walid Tariq Tarnutzer.<ref>Schweizer entdecken Allah - Walter und Sonja konvertieren zum Islam: [http://www.sf.tv/sf1/dok/index.php?docid=20080630-2250-SF1 SF1] am 30. Juni 2008, [http://www.cinefacts.de/tv/details.php?id=krkbe2000000000001428136 3sat] am 18. September 2008</ref>
Bis 1962 wurden in der Schweiz drei bedeutsame Schwerpunktaufgaben bewältigt: Die erste Auflage der arabisch-deutschen Ausgabe des Korans (1954), die Gründung und Herausgabe der Zeitschrift „Der Islam“ und der Bau einer Moschee.
;Missionarleiter
* 1946-1962: [[Sheikh Nasir Ahmad]]
* 1962-1972: Muschtaq Ahmad Bajwa
* 1972-1977: Maulana Fazal Ilahi Anweri
* 1977-1997: Nasim Mahdi
* 1997-2000: Sheikh Nasir Ahmad
* seit 2001: Ahmed Sadaqat <ref>[http://www.blick.ch/news/schweiz/artikel30927 Der friedliche Imam von Zürich], Blick Online vom 3. Februar 2006</ref>
;Österreich
Von der Schweiz aus wurde die Missionstätigkeit auch in [[Österreich]] entfaltet. In Wien und anderen Orten entstanden neue Gemeinden, die von Sheikh Nasir Ahmad betreut wurden.<ref>AMJ: „Der Islam“, Jubiläumsausgabe 1989, S. 34</ref>
1997 wurde die Landessektion Ahmadiyya Muslim Jamaat Österreich gegründet und als Verein eingetragen. Sie hat heute etwa 80 Mitglieder. Diese sind über das Land verstreut und wurden von Muhammad Jalal Shams geleitet. Er wurde im Mai 2007 von Imam Munir Ahmed Munwar abgelöst, der zuvor als Missionar in [[Kassel]] wirkte. Eine Kontaktadresse besteht in [[Wien]].
;England
1913, als der indische Jurist [[Khwaja Kamal-ud-Din]] aus Pakistan in [[England]] eintraf, stand in [[Woking]] die [[Schah-Jehan-Moschee]] zum Verkauf. Khwaja Kamal-ud-Din erwarb die Moschee und richtete die „Woking Muslim Mission“ ein. Die Missionsstation wurde von der AAIIL bis in die 1960er Jahre betrieben.<ref>[http://www.wokingmuslim.org/history/woking.htm Brief History of the Woking Muslim Mission] (siehe letzter Abschnitt)</ref>
Die AMJ weihte am 23. Oktober 1926 die [[Fazl-Moschee]] in [[London]] ein. Die Moschee ist seit April 1984 Sitz des Oberhauptes der AMJ, [[Khalifat-ul Massih]].
;Niederlande
1947 entsandte die AAIIL den ersten Missionar in die [[Niederlande]] und baute 1955 mit der [[Mobarak-Moschee (Den Haag)|Mobarak-Moschee]] in [[Den Haag]] die erste Moschee in den Niederlanden.
=== Amerika ===
;Kanada
Die AMJ etablierte sich in [[Kanada]] im Jahr 1963. Am 17. Oktober 1992 wurde in Anwesenheit von Mirza Tahir Ahmad und vielen Regierungsmitgliedern am Stadtrand von [[Toronto]] das [[Baitul Islam (Maple)|Baitul Islam]] (Haus des Islam) eröffnet.<ref>[http://www.nytimes.com/2007/11/18/realestate/18nati.html Building an Enclave Around a Mosque in Suburban Toronto]</ref> Umliegende Gemeinden erklärten den 16. bzw. 17. Oktober 1992 zum „Ahmadiyya-Moschee Tag“ und die Woche vom 16. bis 23. Oktober 1992 zur „Ahmadiyya-Moschee Woche“. Mit der [[Chutba|Freitagsansprache]] des [[Mirza Masrur Ahmad]] wurde am 4. Juli 2008 in [[Calgary]] das 15 Mio. CAD teure [[Baitun Nuur]] (Haus des Lichts) eröffnet. Mit der Grundfläche von 15.000 m² und einer Gebetsfläche von etwa 4.500 m² ist es die größte Moschee in [[Kanada]].<ref>[http://www.worldarchitecturenews.com/index.php?fuseaction=wanappln.projectview&upload_id=1825 Canada's largest mosque under construction]</ref><ref>[http://www.presseportal.de/pm/71925/1221810/ahmadiyya_muslim_jama_at_canada Presseportal: Einweihung der grössten Moschee Kanadas in Calgary]</ref> In East Mississauga gibt es eine theologische Ausbildungsstelle für Ahmadiyya-Missionare. <ref name="jamia_ca">[http://www.jamiaahmadiyya.ca/ Jamia Ahmadiyya Canada], [http://www.ahmadiyya.ca/jamia.php Jamia Ahmadiyya Canada]</ref>
;USA
Die AMJ gründete 1921 die „Chicago Muslim Mission“ und errichtete die [[Al-Sadiq-Moschee]]. [[Chicago]] diente als nationales Hauptquartier bis 1950. Danach wurde es in die [[American Fazl Moschee]] in Washington, D.C. verlegt. Seit 1994 befindet sich das Hauptquartier im [[Baitul Rehman]] in [[Silver Spring]].
;Trinidad & Tobago
Trinidad & Tobago war im Jahr 1952 das erste Land, in dem sich die AMJ in Südamerika etablierte.
Drei Moschen werden unterhalten: Baitul A’ala in Caratel, Rahim-Moschee in McBean und Baitul Aziz in der nördlichen Region von Valencia.
;Suriname
Die AAIIL betreibt in [[Paramaribo]] die [[Moschee Keizerstraat]], die sich in unmittelbarer Nachbarschaft der „Synagoge Neve Shalom“ befindet.
Die AMJ, seit 1956 aktiv, baute die [[Nasir Moschee (Suriname)|Nasir Moschee]] im Jahr 1971.
;Guatemala
Die AMJ etablierte sich in Guatemala 1989 und weihte das [[Baitul Awwal]] am 3. Juli 1989 ein.
=== Australien ===
In Australien ist die AMJ seit den 1920er Jahren etabliert. Das [[Baitul Huda (Sydney)|Baitul Huda]] (Haus der Rechtleitung) wurde am 30. September 1983 in Sydney eröffnet.<ref>[http://www.ahmadiyya.org.au/hist/aust.htm Historie Ahmadiyya in Australia]</ref>
== Lehre ==
→ ''Hauptartikel: [[Ahmadiyya-Lehre]]''
== Organisation ==
=== Führung ===
{| cellpadding="6" style="margin: 0em 0em 0em 0; border: 0px #aaa solid; border-collapse: collapse;"
! || Khalifat-ul Massih der AMJ || || Emire der AAIIL
|-
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| valign="top" |
# [[Nur-ud-Din]] (1908-1914)
# [[Mirza Baschir-ud-Din Mahmud Ahmad]] (1914-1965)
# [[Mirza Nasir Ahmad]] (1965-1982)
# [[Mirza Tahir Ahmad]] (1982-2003)
# [[Mirza Masrur Ahmad]] (seit 2003)
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| valign="top" |
# [[Muhammad Ali (Ahmadiyya)|Muhammad Ali]] (1914-1951)
# [[Sadr-ud-Din]] (1951-1981)
# [[Saeed Ahmad Khan]] (1981-1996)
# [[Asghar Hameed]] (1996-2002)
# [[Abdul Karim Saeed Pasha]] (seit 2002)
|}
=== Ahmadiyya Anjuman Ischat-i-Islam Lahore (AAIIL) ===
Die „Lahore Ahmadiyya-Bewegung für die Verbreitung des Islam“ hat ihre internationale Zentrale in [[Lahore]].
Die „Islamische Gemeinde Berlin“ (s. [[Wilmersdorfer Moschee]]) ist die Zentrale in Deutschland.
Die [[Mobarak-Moschee (Den Haag)|Mobarak-Moschee]] in [[Den Haag]] ist die Zentrale in den Niederlanden.
Die „[[Woking Muslim Mission]]“ war bis 1964 die Zentrale in England.
=== Ahmadiyya Muslim Dschamaat (AMJ) ===
Die Ahmadiyya Muslim Dschamaat unterteilt sich intern in die Frauenorganisation ([[Ladschna Imaillah]]), Organisation junger Männer ([[Khuddam-ul Ahmadiyya]], bis 40 Jahre) und Organisation älterer Männer ([[Ansarullah]], ab 40 Jahre).<br />
→ ''Hauptartikel: [[Ahmadiyya Muslim Dschamaat]]''
== Gegenwart ==
Schätzungen zufolge hat die Ahmadiyya-Bewegung weltweit deutlich weniger als zwei Millionen Anhänger.<ref>The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Stichwort: Ahmadiyya; Khoury in: Khoury/Hagemann/Heine: Islam-Lexikon A-Z. Geschichte - Ideen - Gestalten. Freiburg in Breisgau, S. 42f.; Werner Ende und Udo Steinbach (Hrsg.): Der Islam in der Gegenwart. München 1989, S. 294f.</ref> Andere Quellen geben zehn Millionen und mehr an.<ref>Die World Association of International Studies an der Stanford University schreibt "There are approximately 10 million Ahmadis world-wide with an estimated 4 million living in Pakistan." (http://cgi.stanford.edu/group/wais/cgi-bin/?p=3616) und die Columbia Encyclopedia "The most widely cited figure for membership in the Ahmadiyya Movement in Islam is 10 million, although this figure dates to the 1980s." (http://www.bartleby.com/65/ah/Ahmadiyy.html) Die Times nennt mehrere Zehnmillionen: "The Ahmadiyya Muslim Community has tens of millions members." (http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/faith/article4009445.ece)</ref> Die Bewegung selbst hat die Zahl ihrer Anhänger 2005 mit 200 Millionen angegeben<ref>Grußwort von [[Abdullah Wagishauser]] auf der Dschalsa Salana Deutschland 2005, Al-Islam: [http://web.archive.org/web/20051025003908/http://www.alislam.org/introduction/index.html An Overview], abgelesen am 25. Oktober 2005</ref>, auf der Dschalsa Salana UK 2006 wurde diese Angabe allerdings mit 80 Millionen nach unten korrigiert.<ref>Al-Islam: [http://web.archive.org/web/20060808201004/http://alislam.org/introduction/index.html An Overview], abgelesen am 8. August 2006; [[Qantara.de]]: [http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-874/i.html Feiern zum 100-jährigen Bestehen des Kalifats]</ref>
Für Pakistan geben staatliche Statistiken für 1998 einen Anteil von 0,22% an.<ref>[http://www.statpak.gov.pk/depts/pco/statistics/statistics.html Census 1998], [http://www.statpak.gov.pk/depts/pco/statistics/other_tables/pop_by_religion.pdf Population by Religion] Dabei ist zu berücksichtigen, dass in Pakistan die Religionszugehörigkeit in den Personalpapieren festgehalten wird. Weil die Zugehörigkeit zur Ahmadiyya in Pakistan aber viele Nachteile nach sich zieht, verleugnen viele Ahmadiyya-Anhänger ihre Mitgliedschaft gegenüber staatlichen Behörden.</ref> Die Ahmadiyya boykottiert den Census seit 1974 und gibt ihre Anhängerschaft in Pakistan mit mindestens 2 Millionen an.<ref>[http://www.thepersecution.org/ussd/us06irf.html 2006 Annual Report on International Religious Freedom: Pakistan]</ref>
Die AMJ zählt in Deutschland etwa 30.000 Mitglieder in 250 Gemeinden<ref>AMJ: [http://www.ahmadiyya.de/ahmadiyya-muslim-jamaat-im-islam/einfuhrung/einfuhrung_2.html Dschamaat-Geschichte in Deutschland],<br /> [http://www.spiegel.de/international/0,1518,456751,00.html The Muslims Are Coming!], Spiegel vom 28. Dezember 2006, [http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,439389,00.html Schäuble wünscht sich „deutsche Muslime“], Spiegel vom 27. September 2006</ref>, darunter sollen 500 [[Konversion (Religion)|Konvertiten]] sein.<ref>[http://www.tagesspiegel.de/berlin/Pankow-Moschee;art270,2538537 Eine Moschee zum Geburtstag], Tagesspiegel am 27. Mai 2008</ref> In der Schweiz zählt die AMJ etwa 700 Mitglieder in 14 Ortsgemeinden.<ref>inforel.ch: [http://www.inforel.ch/index.php?id=i1271e500806 6/2008, Ahmadi- und Alevi-Diaspora in der Schweiz]</ref>
Die derzeitige Hauptverwaltung der AMJ befindet sich in [[Rabwah]] (Pakistan). Größere Gemeinden der Ahmadiyya Muslim Dschamaat bestehen außer in Südost-Asien in Europa (England, Deutschland), Nord-Amerika (USA, Kanada) und West-Afrika (Ghana, Nigeria). Ihre größten Missionierungserfolge erzielte Ahmadiyya in West- und Ostafrika, wo sie sich auch im Bildungs- und Sozialwesen engagiert (Bau von Schulen und Krankenhäusern).
Die AAIIL hat eine Gemeinde in [[Berlin-Wilmersdorf]] mit 60 Mitgliedern.<ref>[http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/29.08.2001/ak-be-be-4414392.html Mit Kuppel komplett. Gotteshaus an der Brienner Straße erhielt krönenden Abschluss.], Der Tagesspiegel am 29. August 2001</ref> Es gibt keine zuverlässigen Quellen über die globale Mitgliederstärke.<ref>Die [[Khuddam-ul Ahmadiyya]] gibt die Zahl von „ca. 5000 Lahoris“ an, in: [http://www.khuddam.de/khuddam-ul-ahmadiyya/index.php?id=196 Nachruf auf den Gründer der Khuddam-ul Ahmadiyya], abgelesen am 11. Juni 2008</ref> Sie hat eine Moschee in Europa, die [[Wilmersdorfer Moschee]] in [[Berlin]]. Besonders in den [[Niederlande]]n hat die AAIIL weitere Gemeinden in [[Amsterdam]], [[Den Haag]], [[Rotterdam]] und [[Utrecht]]. <ref>AAIIL: [http://www.aaiil.org/text/cntct/contact.shtml World Wide Branches of Lahore Ahmadiyya Movement]</ref>
=== Forschung ===
Trotz der langjährigen Präsenz der Ahmadiyya liegt bisher kaum wissenschaftliche Forschung zu ihrer gesellschaftlichen Stellung und kulturellen Integration in Deutschland und anderen Ländern Europas vor. Das Berliner ''Zentrum Moderner Orient'' (ZMO) strebt mit dem Teilprojekt „Die Ahmadiyya in Deutschland im Spannungsfeld zwischen islamischer Identität und säkularer Einbettung“ eine Verbesserung dieser Situation an und begründet den Bedarf zusätzlich auch mit den Kontroversen über Moscheebauprojekte und mit der Kritik, die von Vertretern anderer Religionsgemeinschaften und von Frauenrechtlerinnen vorgebracht wurde.<ref>[http://www.zmo.de Zentrum Moderner Orient]: [http://www.zmo.de/muslime_in_europa/downloads/Artikel/Lathan_%20Muslime%20in%20Europa.pdf Muslime in Europa – Die Ahmadiyya]</ref>
=== Moscheebau ===
[[Bild:Moschee Wilmersdorf.jpg|thumb|Älteste Moschee Deutschlands in Berlin-Wilmersdorf]]
;Moscheebau der AAIIL
Neben der [[Wilmersdorfer Moschee]] errichtete die AAIIL 1913 eine [[Woking Muslim Mission|Missionsstation in Woking]] (bei London) und betrieb dort die [[Schah-Jehan-Moschee]] bis in die 60er Jahre.<ref>[http://www.wokingmuslim.org/history/woking.htm Brief history of the Woking Muslim Mission] (siehe letzter Abschnitt)</ref> In [[Den Haag]] baute sie 1955 mit der [[Mobarak-Moschee (Den Haag)|Mobarak-Moschee]] die erste Moschee in den Niederlanden und in [[Suriname]] die [[Moschee Keizerstraat]].
;Moscheebau der AMJ
Als erste [[Moschee]] in Europa wurde 1924 die [[Fazl-Moschee]] in [[London]] eingeweiht. 1957 und 1959 entstanden die [[Fazle-Omar Moschee]] in [[Hamburg]] und [[Nuur-Moschee]] in [[Frankfurt am Main]], 1963 die [[Mahmud-Moschee (Zürich)|Mahmud-Moschee]] in [[Zürich]].
Am 10. September 1982 wurde die [[Bascharat-Moschee]] in [[Pedro Abad]] ([[Córdoba (spanische Provinz)|Córdoba]]) von Mirza Tahir Ahmad eingeweiht. Dies war der erste [[Moscheebau]] in [[Spanien]] seit etwa 700 Jahren. 1992 wurde in [[Groß-Gerau]] das [[Baitul Schakur]] gebaut. Es ist mit Platz für etwa 850 Gläubige und 600 m² Gebetsfläche die größte Moschee der Gemeinschaft in Deutschland.
[[Bild:Baitul Futuh.jpg|thumb|left|Baitul Futuh - Größte Moschee Westeuropas]]Mit dem [[Baitul Futuh]] wurde am 3. Oktober 2003 eine 4.500 Gläubige fassende Moschee in London eingeweiht.<ref>Die Moschee im Baitul Futuh fasst 4.500 Gläubige, das Gebäude mit allen zum Gebet nutzbaren Räumen fast 10.000 Besucher.</ref>
In Berlin wurde in [[Berlin-Heinersdorf#Politik|Heinersdorf]] die [[Chadidscha-Moschee (Berlin)|Chadidscha-Moschee]] gebaut. Die Spenden werden von den Ahmadifrauen ([[Ladschna Imaillah]]) aufgebracht, die Architektin Mubaschra Ilyas hat schon an Moschee-Entwürfen in Bremen und Offenbach mitgewirkt.
<ref>[http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/1227/lokales/0049/index.html Heinersdorfer Moschee soll Khadija-Moschee heißen], Berliner Zeitung vom 27. Dezember 2006,
<br />[http://www.morgenpost.de/content/2007/01/05/berlin/875061.html 28-Jährige ist Moschee-Architektin Mubashra Ilyas], Berliner Morgenpost vom 5. Januar 2007</ref>
AMJ verfolgt in Deutschland ein „[[100-Moscheen-Plan|100-Moscheen Projekt]]“. Die Durchführung dieses Plans wird in Teilen der Bevölkerung kritisch gesehen und führte in einigen Orten zur Gründung von Bürgerinitiativen, so in [[Schlüchtern#Gegenwart|Schlüchtern]] (Hessen) und [[Berlin-Heinersdorf#Politik|Heinersdorf]] (Berlin). Die AMJ verfügt nach eigenen Angaben zur Zeit in Deutschland über zwanzig Moscheen und siebzig Gebetszentren.<ref>[http://www.ahmadiyya.de/ahmadiyya-muslim-jamaat-im-islam/einfuhrung/einfuhrung_3.html Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland - Einführung: Moscheen in allen Teilen der Welt]</ref>
[[Bild:Moscheen der AMJ.PNG|thumb|right|Moscheebau der AMJ]]
Weltweit sollen über 15.000 Moscheen der AMJ gehören. <ref>Dschalsa Salana UK 26. Juli 2008</ref> 8.000 davon will die AMJ selbst gebaut haben.<ref>AMJ: [http://www.alislam.org/introduction/intro.pdf Infoblatt: The Ahmadiyya Muslim Community]</ref> Die meisten sollen sich in Südasien und Afrika befinden.<br />
→ ''Siehe auch: [[100-Moscheen-Plan]]''
== Verfolgung ==
Die Ahmadiyya Muslim Dschamaat wird wegen ihrer Ablehnung der orthodox-islamischen [[Christologie]] von vielen Muslimen nicht als islamisch anerkannt und ihre Anhänger in einigen Ländern religiös verfolgt.<ref>AMJ: [http://www.thepersecution.org/ thepersecution.org]</ref> In Pakistan wurden eigens Parteien gegründet, die sich den Kampf gegen den sogenannten Qadianismus zum Programm gemacht haben,<ref>bspw. Berliner Zeitung: [http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0518/none/0018/ Militante Pakistani sind in Deutschland aktiv. Verfassungsschutz bestätigt Angriffe der Gruppe „Khatme Nabuwwat“ auf Landsleute.] (Berliner Zeitung, 18. Mai 1998)</ref> in [[Saudi-Arabien]] sind es die [[Wahhabiten]], die die Ahmadis bekämpfen. So werden Ahmadis keine Visa ausgestellt, womit ihnen praktisch die [[Haddsch|Wallfahrt]] unmöglich gemacht wird.
;Pakistan
:; 1953
1953 musste erstmals der Notstand ausgerufen werden weil, angeführt von der [[Jamaat-e-Islami]], der Mob gegen die Ahmadi-Muslime auf die Straße gegangen war. Die Ausschreitungen richteten sich damals aber auch gegen die Eliten der Flüchtlinge aus [[Indien]].
:; 1974
Am 21. September 1974 wurde die Ahmadiyya vom pakistanischen Parlament auf Druck der sunnitischen Gelehrten Pakistans zu einer nicht-muslimischen Religionsgemeinschaft erklärt.<ref>[http://www.pakistani.org/pakistan/constitution/amendments/2amendment.html Constitution (Second Amendment) Act, 1974]</ref> Formal wurden sie damit auf eine Stufe mit Juden, Christen, Buddhisten, Sikhs und Hindus gestellt, praktisch aber führte es zur Legitimierung von Gewalt gegen Ahmadis, ihre Moscheen wurden geschändet oder niedergebrannt. Des Weiteren durften sich die Ahmadis sich auch nicht mehr als Muslime bezeichnen.
:; 1984
Den islamischen Gelehrten ging der Beschluss von 1974 nicht weit genug, so dass die pakistanische Regierung zu weiteren Verschärfungen der Gesetze gezwungen wurde. Unter [[Zia-ul-Haq]] wurde 1984 die Ordinance XX <ref>[http://www.thepersecution.org/50years/paklaw.html Government of Pakistan – Religious and Ahmadi-specific Laws; The Gazette of Pakistan, Extraordinary published by Authority Islamabad, April 26, 1984]</ref> verabschiedet, was den Ahmadis Missionstätigkeiten verbot, das Verbreiten von Schrifttum. Ahmadis durften ihre Gebetshäuser nicht mehr als Moscheen bezeichnen, von ihren Moscheen wurden Schilder mit der Aufschrift „Moschee“ entfernt, Schriftzüge übermalt. Ahmadis ist die Begrüßungsformel [[Salam]], sowie der Gebetsruf ([[Adhan]]) und die [[Bismillah]] untersagt und wird mit Geld- oder Haftstrafen geahndet. Aufgrund dieser Schwierigkeiten verließ Mirza Tahir Ahmad, der vierte Khalifat-ul Massih, [[Pakistan]] und wanderte nach London aus.
:; 2005
Am 7. Oktober 2005 wurden acht Ahmadi-Muslime während des Fajr-Gebets bei einem bewaffneten Überfall von einigen Gegnern ermordet, zwanzig wurden schwer verletzt.
;Bangladesch
In [[Bangladesch]] (dem ehemaligen Ostpakistan) sind dieselben orthodoxen Gruppen aktiv wie in Pakistan. Sie haben erreicht, das gesamte Schrifttum der Ahmadiyya verbieten zu lassen. Druck, Vertrieb, Verkauf, Besitz und Lektüre von Ahmadiyya-Literatur wurden unter Strafe gestellt. Die Klage gegen dieses Verbot ist noch beim High Court anhängig.<ref>[http://www.thepersecution.org/world/bangladesh/2006/03/ds09.html The Daily Star March 09, 2006]</ref> Eine Verschärfung der Gesetze (ähnlich wie die Ordinance XX in Pakistan) wird angestrebt.
;Indonesien
Der Ursprung der Ahmadiyya in dem größten islamischen Land der Erde geht auf das Jahr 1925 zurück. Juristisch anerkannt wurde sie erstmals 13. März 1953 von der indonesischen Regierung. Die Majelis Ulama Indonesia (MUI) gab im National Deliberative Council No. 05/Kep/Munas/MUI/1980 eine Fatwa heraus, die Ahmadiyya als „unislamisch, abweichlerisch und irreführend“ ausstieß.<ref>[http://islamlib.com/en/page.php?page=article&id=933 Terror upon Ahmadiyya and Freedom of Religion]</ref> Das Ministerium für religiöse Angelegenheiten hat aber 1984 in einem Rundbrief seine Regionalbüros angewiesen, Ahmadiyya als Irrlehre zu betrachten, seit die Anhänger Mirza Ghulam Ahmad als Prophet verehren. 2005 startete die islamische Orthodoxie in [[Indonesien]] eine Initiative, um die Ahmadiyya auch dort nach pakistanischem Vorbild amtlich zu einer nicht-islamischen Religion erklären zu lassen. Seitdem kommt es zu Übergriffen gegenüber Einrichtungen der Ahmadiyya Muslim Dschamaat, zuletzt in einem Dorf der Provinz [[Sulawesi Selatan|Südsulawesi]], wo Unbekannte in der Nacht zum 30. April 2006 in die „Nuur Rabwah Moschee“ eindrangen und Verwüstungen anrichteten.<ref>Jakarta Post vom 1. Mai 2006</ref> Eine Moschee wurde niedergebrannt.<ref>[http://uk.youtube.com/watch?v=YIGJhKLhpE4 Anti-Ahmadiyya Mullah Burning Ahmadiyya Mosques - Indonesia], Al Jazeera News Report</ref>
Am 9. Juni 2008 ist der Ahmadiyya durch ein Regierungsdekret jegliche Tätigkeit in Indonesien untersagt worden. Dies wird als eine Reaktion auf die gewaltsamen Ausschreitungen gegen Ahmadiyya in Manis Lor (West Java) im Dezember 2007 gesehen. <ref>[http://blog.zeit.de/joerglau/2008/06/10/1198_1198 Die Erosion der Relgionsfreiheit in Indonesien], Zeit online, 10. Juni 2008</ref> In der Ortschaft Manis Lor gehören 3000 der 4000 Bewohner der Ahmadiyya an.<ref>Police step up security around sect, The Jakarta Post, 11. Juni 2008</ref>
;Deutschland
Der 1974 durch das pakistanische Parlament erfolgte Ausschluss der Ahmadis aus der Weltgemeinschaft der Muslime hat auch Auswirkungen für die in Europa lebenden Ahmadis gezeigt. Von [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] aus agieren verschiedene pakistanisch-islamische Organisationen unter der Bezeichnung „[[Pasban Khatme Nabuwwat]]“ (Siegel des Prophetentums) gegen sie. Pakistanische Fundamentalisten lobten nicht nur ein Kopfgeld für [[Salman Rushdie]] aus, sondern auch umgerechnet 250 000 Dollar demjenigen, der Mirza Tahir Ahmad tötet, den in London lebenden 4. Khalifat-ul Massih. Der Mordaufruf wurde auch in einer pakistanischen Zeitung gedruckt, die in London erscheint.
Diese Terrororganisation pakistanischer Extremisten hat das Ziel Ahmadis zu bekämpfen und zu töten.<ref>[http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/0202/blickpunkt/0001/ Berliner Zeitung, am 2. Februar 1999]</ref>
In Deutschland wurde diese Organisation erstmals 1998 bekannt. Am 25. März attackierten etwa 30 Extremisten drei Ahmadis im Reutlinger Heim mit Eisenstangen und Holzschlägern. Im April wurde ein Pakistaner in Heilbronn wegen schwerer Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er drei Monate zuvor einen Ahmadi krankenhausreif geschlagen hatte. In Nordrhein-Westfalen attackierte am 29. März 1998 ein militanter Anhänger der Khatme Nabuwwat im Asylbewerberheim von Borken einen Ahmadi mit einem Messer und verfehlte nur knapp dessen Halsschlagader. „Ich werde alle Ahmadis töten“, habe der Angreifer gebrüllt.<ref>[http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0518/politik/0018/ Berliner Zeitung, am 18. Mai 1998]</ref> Am 16. August 1998 veranstaltete der Pakistanische ''Wohlfahrtsverein Mannheim e.V.'' zusammen mit dem Verein ''Einheit des Islam e.V.'' aus Offenbach in den Räumen der Mannheimer [[Yavuz-Sultan-Selim-Moschee]] eine Khatme-Nabuwwat-Konferenz. In ihren Äußerungen sollen sich die Anhänger der ''Khatme Nabuwwat'' dabei nicht nur gegen die Ahmadis gerichtet haben, sondern auch gegen die Bundesrepublik Deutschland, da diese ihnen Schutz gewähre.<ref>[http://www.fes.de/fulltext/asfo/00803008.htm Friedrich Ebert Stiftung]</ref>
Der deutsche Verfassungsschutz konnte diese Aktivitäten und Übergriffe aber unter Kontrolle bringen, sodass aktuell keine Gefährdung durch diese Gruppen für Ahmadis in Deutschland besteht.
== Kritik ==
;Kritik orthodoxer Muslime
Die Kritik orthodoxer Muslime ergibt sich größtenteils aus den [[Ahmadiyya-Lehre#Vergleich der Dogmen|Lehrunterschieden]]. Der wichtigste Kritikpunkt ist dabei aus der Interpretation des koranischen Begriffs ''Siegel des Propheten'' woraus orthodoxe Muslime den Abschluss des [[Prophet]]entums verstehen, Ahmadis hingegen glauben, dass nachfolgende Propheten das ''Siegel'' [[Mohammed]]s tragen müssen, d.h. als Schattenpropheten Mohammeds ausschließlich der Lehre und dem Beispiel von Mohammed folgen müssen.
Ein oft (besonders in Pakistan/Indien) erhobener Vorwurf ist, dass die Ahmadiyya von ''den Briten gepflanzt'' sei.<ref>[http://www.alhafeez.org/rashid/bjc.pdf Ahmadiyya Movement – British-Jewish Connections], 1994, by Baschir Ahmad</ref> Der Hintergrund ist hierbei, dass im indischen Befreiungskampf verschiedene islamische Gruppen zum [[Dschihad]] gegen die Engländer aufriefen, während Mirza Ghulam Ahmad dies ablehnte mit der Begründung, solange die Engländer die Religionsfreiheit garantieren würden, sei ein Dschihad nicht zulässig. Die Ahmadiyya wurde daraufhin von islamischen Extremisten als Verräter eingestuft.
Da Mirza Ghulam Ahmad sich selber zum Propheten erhob, wurde er von den orthodoxen Muslimen als [[Apostasie im Islam|Apostat]] angesehen. Mirza Baschir-ud-Din Mahmud Ahmad (AMJ) betonte jedoch, dass jeder wahre Muslim (Momin) verpflichtet wäre ''jeden'' Propheten Allahs anzuerkennen, sowohl vor als auch nach Mohammed. Demnach wären Nicht-Ahmadi-Muslime [[Kafir]] in Bezug auf die Ablehnung Mirza Ghulam Ahmads als Prophet.<ref>AAIIL: [http://www.ahmadiyya.org/qadis/takfir1.htm Declaring Muslims as kafir]</ref>
Eine [[Fatwa]] der [[Islamische Weltliga|Islamischen Weltliga]] in [[Mekka]] im April 1974 erklärte die Ahmadiyya zu „Nicht-Muslimen“.<ref>[http://www.aboutahmadiyya.com/fatwa.html Fatwas and Statements of Islamic Scholars about Ahmadiyya]</ref> Daraufhin wurde die Ahmadiyya am 21. September 1974 auf Betreiben islamischer Gelehrter in Pakistan, dem Land mit der größten Ahmadiyya-Gemeinde, vom pakistanischen Parlament zu „Nicht-Muslimen“ erklärt.<ref>[http://www.pakistani.org/pakistan/constitution/amendments/2amendment.html Constitution (Second Amendment) Act, 1974]<br />AMJ: [http://www.verlagderislam.de/media/products/0880914001195858975.pdf Maha Dabbous, Hadayatullah Hübsch: Sind Ahmadis Muslime?]</ref>
;Kritik in Deutschland
Die Erziehungswissenschaftlerin [[Hiltrud Schröter]] bezeichnet in ihrer Schrift ''Ahmadiyya-Bewegung des Islam'' (2002) und in diversen anderen Beiträgen <ref>Hiltrud Schröter: [http://www.moschee-schluechtern.de/texte/schroeter/index.htm Ahmadiyya: Religionsgemeinschaft auf der Basis unseres Grundgesetzes oder islamistische Politreligion?] (Vortrag, Hannover 18. Juni 2003)</ref> die Ahmadiyya als Gruppierung, die eine Gesellschaftsordnung nach Maßgabe der [[Scharia]] anstrebe und die eine [[Trennung von Religion und Staat]] nicht vorsehe. Nach ihrer Deutung sind in den Schriften der Ahmadiyya antidemokratische, antichristliche und [[Antisemitismus|antisemitische]] Auffassungen zu finden, die die Harmlosigkeit der Ahmadiyya in Frage stellen. Die [[Staatsanwalt]]schaft in [[Frankfurt am Main]] stellte im Februar 2003 ein Ermittlungsverfahren ein, das die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland e.V. wegen ''Beschimpfung eines religiösen Bekenntnisses'' gegen Schröter angestrengt hatte.<ref>Staatsanwaltschaft beim Landgericht Frankfurt am Main vom 7. Februar 2003 – [http://mitglied.lycos.de/ahmadiyyaarchiv/aktuelles/moscheebau/landgericht_urteil.html Az.: 6100 Js 239185/02]</ref>
Die ehemalige Bürgerrechtlerin [[Vera Lengsfeld]] schließt sich Schröters Analyse an. Einem ''Online-Tagebuch der Mitglieder des publizistischen Netzwerks Die Achse des Guten'' zufolge hat sie den geplanten Bau einer Moschee in [[Berlin-Heinersdorf]] als „Kaderschmiede einer islamischen Politreligion“ bezeichnet, von der latent „antisemitische und antiemanzipatorische Tendenzen“ ausgehen sollen.<ref>[http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=3101&ref=8 Jagdszenen in Pankow – Gastbeitrag von V. Lengsfeld], [[Dirk Maxeiner]], Internet-Blog „Die Achse des Guten“, 17. August 2006</ref>
Einem Artikel der Hannoverschen Neuen Presse zufolge hat der [[Religionswissenschaft]]ler [[Peter Antes]] Schröter vorgeworfen, „unwissenschaftlich und mit nicht belegten Unterstellungen zu arbeiten.“ Antes wird wörtlich zitiert: „Gerade die Ahmadiyya, die von den meisten Muslimen abgelehnt wird, hat ein Bekenntnis zur Demokratie abgelegt.“<ref>Der Endlose Glaubenskampf – Thema des Tages: „Streit um die Moschee in Stöcken“, Hannoversche Neue Presse vom 19. Juni 2003<br />[http://www.welt.de/data/2004/09/14/332137.html?prx=1 Angst vor Minarett: Bürgerprotest gegen Moschee], Edgar Hasse, Die Welt, 14. September 2004</ref>
*Stefan Rech, [[Kulturanthropologe]] und Autor des Buches „Religionen in der Welt“, schreibt:<br/> „Die Ahmadiyya orientiert sich nach ihrem Selbstverständnis an der ursprünglichen Lehre des Islam und passt diese an zeitgenössische Bedingungen an.“<ref>Frankfurter Neue Presse vom 5. Februar 2004; Frankfurter Rundschau vom 9. Februar 2004</ref>
*Stephan Rosiny, [[Islamwissenschaft]]ler der [[Freie Universität Berlin|Freien Universität Berlin]], urteilt:<br/> „Wir haben es hier auf keinen Fall mit einer gewalttätigen Gruppe zu tun. Die Ahmadiyya ist in der Literatur beschrieben, eher als eine friedliche Gruppe, die für sich den Islam als eine friedliche Religion interpretiert.“<ref>[http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_4096434.html Blinder Volkszorn in Berlin – Wie aufgebrachte Bürger den Bau einer Moschee verhindern wollen], Kontraste, Rundfunk Berlin-Brandenburg am 13. April 2006</ref>
*[[Ursula Spuler-Stegemann]], [[Turkologie|Turkologin]], sagt über Ahmadis:<br/> „Sie lehnen Gewalt ab und sind nicht militant.“<ref>Frankfurter Neue Presse vom 5. Februar 2004, Frankfurter Rundschau, vom 9. Februar 2004</ref>
*[[Mathias Rohe]], Islamwissenschaftler und Jurist der [[Universität Erlangen]], erklärt:<br/> „Die Ahmadiyya versucht eine Lehre zu entwickeln, die sich anderen Glaubensgemeinschaften annähert und einen friedlichen Umgang mit ihnen propagiert.“<ref>Augsburger Allgemeine, am 19. Januar 2008</ref>
*Manfred Backhausen, Journalist und Autor, schreibt in seinem Buch „Die Opfer sind Schuld“:<br/> „Die Ahmadiyya-Moslem-Bewegung ist die einzige moslemische Organisation, die weder über einen politischen noch einen militanten Flügel verfügt.“<ref>Gill, I. und M. Backhausen: ''Die Opfer sind Schuld. Machtmißbrauch in Pakistan.'', Akropolis Verlag 1994, S. 41-45</ref>
Entgegen anderslautenden Bekundungen wird die Ahmadiyya vom [[Verfassungsschutz]] ''weder als extremistisch noch gewalttätig'' eingestuft. Sie wird eher mit den Attributen unauffällig, integrationswillig oder friedlich beschrieben.<ref>[http://morgenpost.berlin1.de/content/2006/04/23/bezirke/824657.html „Verfassungsschutz-Chefin äußert sich im Streit um Moschee-Neubau“], Berliner Morgenpost am 23. April 2006<br />„Ahmadiyya unauffällig“, Kinzigtal Nachrichten am 26. Februar 2002 ([http://mitglied.lycos.de/ahmadiyyaarchiv/aktuelles/moscheebau/kinzigtal_nachrichten.html#5 Nachweis 1], [http://mitglied.lycos.de/moscheebau/konfliktverlauf_schluechtern.htm Nachweis 2])</ref>
Zu einer heftigen Kontroverse um die Lehren der Ahmadiyya kam es im April 2007, als eine Schrift ihres Jugendjournals bekannt wurde, in der die von der Religionsgemeinschaft verurteilte [[Homosexualität]] direkt auf den im Islam als verboten geltenden Genuss von Schweinefleisch zurückgeführt wurde. Nach Protesten aus der Öffentlichkeit, namentlich von Homosexuellenorganisationen, wurde der zunächst deutlich von der Gemeinde verteidigte Artikel schließlich zurückgezogen<ref>Vgl. "Schweinefleisch macht schwul", DIE WELT, 15. April 2007 [http://www.welt.de/politik/article811416/Schweinefleisch_macht_schwul.html]</ref>.
;Pasban Khatme Nabuwwat
Die „Bewahrer des Siegels des Propheten“ haben sich der Bekämpfung der Ahmadiyya verschrieben. Ihrem programmatischen Namen entsprechend richten sie ihre Hauptkritik gegen die Vorstellung, dass es Propheten nach [[Mohammed]] geben könne. Sie geben Mirza Ghulam Ahmad die Schuld dafür, dass heute antiislamische Kräfte (im Westen) den Islam als „dogmatisch und intolerant gegenüber Minderheiten“ erkläre. Auch sei er für „hasserfüllte Reaktionen von extremen evangelistischen Christen gegen die Muslime“ verantwortlich. Weiterhin wirft man ihm als unislamisch vor, dass er „den Kampf für Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung verbot“.<ref>[http://www.irshad.org/info_q/openletter.php Offener Brief an Mirza Masrur Ahmad], 19. Juli 2003</ref>
;Kritik von Ex-Ahmadis
Der Orientalist und ehemalige Ahmadi-Theologe [[Muniruddin Ahmed]] sieht zwei entscheidende Gründe für die Entstehung der Ahmadiyya-Bewegung. Einmal begünstigte die innerislamische theologische Diskussion auf dem indischen Subkontinent die Entstehung einer messianischen Bewegung, und dazu herrschte in Indien zur Zeit der britischen Kolonie weitgehende religiöse Freiheit. Entgegen dem Selbstverständnis der Ahmadiyya, eine islamische Reformbewegung zu sein, sieht er sie theologisch als eine messianische Bewegung, die eher puritanitisch-konservativ als liberal ausgerichtet ist. Die [[Synkretismus|synkretistischen]] Tendenzen und der Hang zum [[Messianismus]] sieht er in der speziellen historischen Situation des Islam in Indien bedingt.<ref>[[Muniruddin Ahmed]]: [http://munirdahmed.netfirms.com/Ahmadiyya.htm Ahmadiyya: Geschichte und Lehre] erschienen in: „Die Religionen der Menschheit. Der Islam. III. Islamische Kultur – Zeitgenössische Strömungen – Volksfrömmigkeit.“</ref>
Vielleicht die verhängnisvollste aller Maßnahmen für die Ahmadiyya soll ihr Drang nach Exklusivität gewesen sein. Die Situation eskalierte mit der Folge, dass einerseits die Ulema (Rechtsgelehrten) sich von den Ahmadiyya distanzierten und andererseits es den Ahmadis verboten wurde, mit Nicht-Ahmadis gemeinsam zu beten, wenn diese den Vorbeter (Imam) stellen. Weitere Folgen waren das Verbot der Verheiratung einer Ahmadi-Frau außerhalb der Ahmadi-Gemeinde und das Gebot, nicht an den Totengebeten von Nicht-Ahmadis teilzunehmen. Als Beispiel führt Muniruddin Ahmed an, dass der damalige Außenminister Pakistans beim Totengebet ([[Salat al-Janazah]]) für den Staatsgründer Pakistans [[Muhammad Ali Jinnah]] keine Ausnahme machen wollte. Auf diese Weise soll sich im Volk ein Widerwille gegen die Ahmadiyya verfestigt haben, der 1953 und 1974 mit verantwortlich war für die Tätlichkeiten gegen die Angehörigen der Ahmadiyya und für die verhängnisvolle Entscheidung des pakistanischen Parlaments, die sie zu einer nicht-islamischen Gemeinschaft erklärte.<ref>Muniruddin Ahmed: [http://munirdahmed.netfirms.com/Fiqh.html Das Fiqh der Ahmadiyya]</ref>
Prof. Munawwer Ahmad Malik bemängelt, dass in der AMJ großer Druck bezüglich der Tschanda Aam (Mitgliedspende) ausgeübt werde. Wenngleich dieser Spendensatz bei 6,25% liegt, sollen viele Zusatzspenden (Dschalsa, MTA, Tehrik Jadid) dazu führen, dass Mitglieder praktisch mit circa 10% belastet werden. Die [[Haddsch]] soll zugunsten der [[Dschalsa Salana]] sowie die [[Zakat]] gegenüber der Mitgliedsspende (Tschanda) vernachlässigt werden. Nach seiner Einschätzung sollen Ahmadis mit wenig ''feinfühligen Schriften'' gegen Nicht-Ahmadiyya-Muslime mit dazu beigetragen haben, dass sie zur ''nichtislamischen Minderheit'' erklärt wurden. Bei der Wahl der Amtsträger soll die Wahlmethode begünstigen, dass einflussreiche Personen (Landesherren, Vertreter großer Familien) mit beträchtlichem Einfluss gewählt werden. Viele Mitglieder haben aufgrund der offenen Abstimmung Angst, den Gegnern einflussreicher Personen ihre Stimme zu geben. Spirituellere oder alternative Kandidaten haben so das Nachsehen. Diese können auch nicht ihre Position verbessern, da es nicht gestattet sei, gegen einen korrupten Amtsinhaber zu argumentieren. Diese Mechanismen, wonach unvorteilhafte Amtsträger sich lange im Amt halten, sollen bei der Mehrheit das Motiv derer gewesen sein, die die AMJ verließen.
Da die Emire über keine religiöse Qualifikation verfügen müssen – es soll sogar möglich sein, dass sie Analphabeten sind – gebe es in der AMJ zweifelhafte Verwaltungsentscheidungen, Regeln und Praxen. Korrekturmöglichkeiten gebe es in der Praxis kaum, da in der Regel die Worte des Emirs als wahr erachtet werden und so Meinungsfreiheit innerhalb der Dschamaat nicht wirklich praktiziert wird.<ref>Prof. Munawwer Ahmad Malik: [http://www.answering-ahmadiyya.com/index.php?option=com_content&task=view&id=21&Itemid=46 Ein Ex-Ahmadi erzählt: „Warum ich die Ahmadiyya verließ“]</ref>
Akber Choudhry ist überzeugt, dass es in den 60ern eine Möglichkeit zur Konsolidierung der Ahmadiyya gab und aus den Ereignissen von 1953 (s. [[#Verfolgung|Verfolgung Pakistan]]) zu lernen. Diese konnte nicht genutzt werden wegen des kränkelnden zweiten Kalifens und der fortschreitenden Bürokratisierung der Gemeinschaft. Sie war auf das heranziehende Informationszeitalter nicht vorbereitet. In den 60er breitete sich allgemeine Unzufriedenheit mit der Gemeindeverwaltung und fehlende strategische Ausrichtung, besonders unter der Jugend, aus. Als Antwort wurden strenge Maßnahmen bezüglich der Disziplin ergriffen. Punktuell sollen Probleme von der Führung zwar erkannt, aber als Anzeichen schwachen Glaubens abgetan worden sein. Kultähnliche Tendenzen sollen sich verbreitet und eine Kluft zwischen offizieller Verkündigung und öffentlicher Wahrnehmung geöffnet haben. Ganz bewusst soll versucht worden sein den Eindruck zu erwecken, dass ein eventueller Sieg der Ahmadiyya über die (orthodoxen) Muslime unmittelbar bevorstände. [Durch entsprechende Beiträge im gemeindeeigenen MTA-Sender.] Um diesen Anspruch zu unterstützen, soll die Ahmadiyya krampfhaft versucht haben ihre Mitgliedszahlen zu steigern. Der ständige Druck der Führung zum Tabligh [Öffentlichkeitsarbeit, hier: Mitgliederwerbung] soll dann zu einem Überhandnehmen unredlicher Subjekte bei der Rekrutierung geführt haben.<ref>Akber Choudhry: [http://www.ahmedi.org/eart/RootProblems3 „Roots of Ahmadiyya’s Problems“]</ref> In Deutschland konnte diese Vorgehensweise besonders unter bosnischen Bürgerkriegsflüchtlingen beobachtet werden.<ref>Anti Ahmadiyya Movement: [http://www.alhafeez.org/rashid/baitfraud.html Fraud of Baiat in Germany]</ref>
== Bekannte Persönlichkeiten ==
* Sir [[Muhammad Zafrullah Khan]], Außenminister [[Pakistan]] (1947-1954), Präsident der 17. [[UNO]]-Generalversammlung (1962-1963) und Präsident des [[Internationaler Gerichtshof|Internationalen Gerichtshofs]] in Den Haag (1970-1973).
* Dr. [[Abdus Salam]], der erste islamische [[Nobelpreisträger]] (1979 in Physik) und Gewinner der Einstein-Medaille der [[UNESCO]] (1979)
* [[Mirza Muzaffar Ahmad]], unter den damaligen Präsidenten der Organisationen, jeweils Direktor der [[Weltbank]] (1972-1984) und Geschäftsführer des [[Internationaler Währungsfonds|Internationalen Währungsfonds]] (1972-1984).
* [[Hadayatullah Hübsch]], deutscher Schriftsteller (zahlreiche Lyrikbände und Bücher über den Islam), ehem. Vorsitzender des [[Verband deutscher Schriftsteller|Verbandes deutscher Schriftsteller]] in Hessen, Mitglied des [[Ethikrat]]s Hessen und ehem. Pressesprecher der AMJ Deutschland.
* [[Farimang Singhateh|Farimang Mamadi Singhateh]] wurde 1966 Staatsoberhaupt (Generalgouverneur) [[Gambia]]s.
* [[Iftikhar Janjua]], Generalmajor der pakistanischen Armee und Held von [[Rann von Kutch]]
* [[Akhtar Hussain Malik]], Generalleutnant der pakistanischen Armee und Kriegsheld
* [[Abdul Ali Malik]], General der pakistanischen Armee
* [[Yusef Lateef]], Jazzmusiker und [[Grammy Award]] Gewinner
* [[Mahershalalhashbaz Ali]], spielte in zahlreichen Serien mit wie [[CSI]], [[Crossing Jordan]] und [[4400 – Die Rückkehrer]].
== Siehe auch ==
* [[Mirza Ghulam Ahmad]]
* [[Ahmadiyya-Lehre]]
* [[Khalifat-ul Massih]]
== Literatur ==
; Selbstdarstellungen der Ahmadiyya
*Maha Dabbous, [[Hadayatullah Hübsch]]: ''Sind Ahmadis Muslime?'', Frankfurt 1994, Verlag der Islam, ISBN 978-3-921458-94-5
*Masud Ahmad: ''Jesus starb nicht am Kreuz'', Frankfurt, Verlag der Islam, ISBN 978-3-921458-81-5
*[[Muhammad Zafrullah Khan]]: ''Grundsätze der islamischen Kultur'', Frankfurt, Verlag der Islam, ISBN 978-3-921458-49-5
*Muhammad Zafrullah Khan: ''Die Frau im Islam'', Frankfurt, Verlag der Islam, ISBN 978-3-921458-03-7
*Mirza Ghulam Ahmad: ''Die Philosophie der Lehren des Islam'', Frankfurt 1996, Verlag der Islam, ISBN 978-3-921458-97-6
*B.A. Rafiq: ''Die Wahrheit über Ahmadiyyat'', Verlag der Islam, ISBN 978-3-921458-59-4
; Stellungnahmen der Ahmadiyya zu aktuellen Themen
*[[Abdullah Wagishauser]] (Herausgeber): ''Rushdies Satanische Verse. Islamische Stellungnahmen zu den Provokationen Salman Rushdies sowie zum Mordaufruf radikaler iranischer Schiiten.'', Frankfurt 1992, Verlag der Islam, ISBN 978-3-921458-80-8 ([http://www.ahmadiyya.de/library/rushdies_satanische_verse.pdf PDF])
*Hadayatullah Hübsch: ''Fanatische Krieger im Namen Allahs. Die Wurzeln des islamistischen Terrors.'', München 2001, Hugendubel/Diederichs, ISBN 978-3-7205-2296-0
*Haider Ali Zafar (Herausgeber): ''Glaube und Vernunft aus islamischer Perspektive. Antwort auf die Regensburger Vorlesung von Papst Benedikt XVI.'', Frankfurt 2007, Verlag der Islam, ISBN 978-3-932244-87-2
*Mirza Tahir Ahmad: ''Islam’s Response to Contemporary Issues'', Tilford 1992, Islam International Publications Ltd. <!---ISBN--->
; Kritik an Ahmadiyya
*[http://www.rafed.net/english/books/beliefs/savior/13.html#107 See the book written by Ayatollah Ali Al-Hakim who in Q & A 47 has criticized him (Mirza Gulam Ahmed) from a Shi'ah Muslims' Point of view]
*[[Hiltrud Schröter]]: ''Ahmadiyya-Bewegung des Islam'', Frankfurt 2002, Dr. Hänsel-Hohenhausen, ISBN 978-3-8267-1206-7
*Mohammed Al Khoder Hussein, Abu Al Aala Al Maududi, Abu Al Hassan Ali Al Hassani Al Nadwi: ''Der Qadianismus, Destruktive Bewegungen'', Liga der islamischen Welt, Mekka/Cairo, (124 S.)
;Historische Darstellungen
*Yohanan Friedmann: ''Prophecy Continuous: Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background'', Oxford University Press India 2003 (2. Auflage), ISBN 0-19-566252-0
*Antonio Gualtieri: ''The Ahmadis. Community, Gender, and Politics in a Muslim Society'', Montreal 2004, ISBN 0-7735-2738-9
*[[Lucien Bouvat]]: ''Les Ahmadiyya de Qadian'', Paris, Geuthner, 1928
;Verfolgung
*I. Gill, M. Backhausen: ''Die Opfer sind schuld. Machtmißbrauch in Pakistan.'', Akropolis 1993, ISBN 978-3-929528-08-4
*Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland: ''Verfolgung der Ahmadi-Muslime. Jahresüberblick 2006. Sonderberichte über die Verfolgung der Ahmadis in Indonesien, Bangladesch, Saudi-Arabien und Sri Lanka'', Verlag der Islam 2006 ([http://www.ahmadiyya.de/pdf/verfolgung_jahresueberblick_06.pdf PDF])
== Weblinks ==
{{Wiktionary|Ahmadiyya}}
{{Commons|Category:Ahmadiyya|Ahmadiyya}}
* Offizielle Seiten der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ): [http://www.ahmadiyya.de de], [http://www.ahmadiyya.ch ch], [http://www.ahmadiyya.at at]
* Offizielle Seiten der Ahmadiyya Anjuman Isha'at-e-Islam Lahore (AAIIL): [http://www.aaiil.org/german/ de], [http://www.aaiil.org en], [http://berlin.ahmadiyya.org Berliner Moschee und Mission]
* Artikel von [[Muniruddin Ahmed]] zu Ahmadiyya: [http://munirdahmed.netfirms.com/Ahmadiyya.htm Geschichte], [http://munirdahmed.netfirms.com/Soziologie.html Soziologie] und [http://munirdahmed.netfirms.com/Fiqh.html Das Fiqh].
* relinfo.ch: [http://www.relinfo.ch/ahmadiyya/ahmadiyya.html Evangelische Informationsstelle – Ahmadiyya-Bewegung]
;wissenschaftlich
* [http://www.zmo.de/muslime_in_europa/ergebnisse/lathan/index.html The Ahmadiya Muslim Jamaat – Fieldwork in Pakistan], Zentrum Moderner Orient, <small>gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung</small>
* [http://www.inforel.ch/index.php?id=i1271e500806 Ein Vergleich der Ahmadi- und Alevi-Diaspora in der Schweiz], Institut für Sozialanthropologie der Universität Bern<small>, Nationales Forschungsprogramm 58 zu Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft</small>
;kritisch
* [http://www.irshad.org/brochures/criticalstudy.php Qadianism – A Critical Study]
* [http://www.ahmedi.org Seite der Ehemaligen Ahmadiyya Anhänger und Anti-Ahmadiyya]
;Verfolgung
* [[Gesellschaft für bedrohte Völker|GfbV]]: [http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=317 Verfolgung von Muslimen und Christen in Pakistan stoppen]
* [http://www.trend.infopartisan.net/trd1298/t131298.html Verfolgung der Ahmadi-Muslime in Pakistan], 12/1998
* Asian Centre for Human Rights: [http://www.achrweb.org/Review/2007/179-07.htm Pakistan: The Land of Religious Apartheid and Jackboot Justice] (Executive summary and recommendations, 2007)
== Einzelnachweise ==
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<references/>
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