Revision 676779 of "Elternkurs Autorenleitfaden" on dewikibooks

{{Regal|Pädagogik}}
<noinclude>[[Kategorie:Fertiges Buch|Elternkurs Autorenleitfaden]]</noinclude>

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{{Zitat2|zitat=Die PISA-Studie belegt jedoch in Übereinstimmung mit den Befunden früherer wissenschaftlicher Untersuchungen, dass die grundlegenden Fähigkeiten und Bereitschaften für schulische Lern- und lebenslange Bildungsprozesse der nachwachsenden Generation in den Familien geschaffen werden. Die Familie muss daher als die grundlegende Bildungsinstitution der Kinder und Jugendlichen anerkannt werden.|quelle=[http://www.familienhandbuch.de/familienpolitik/wissenschaftliche-beitrage/die-bildungspolitische-bedeutung-der-familie-folgerungen-aus-der-pisa-studie Die bildungspolitische Bedeutung der Familie, Folgerungen aus der PISA-Studie]|autor=[http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Ministerium/beiraete,did=9388.html Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen]}}

== Vorwort für alle Benutzer ==
{{/kapitel|de=Vorwort für alle Benutzer|en=Foreword}}
Elternkurse sind ein modernes Mittel der Elternbildung, das allen Eltern helfen soll ihre Aufgabe als Erzieher und {{@|Eltern als natürliche Mentoren|natürliche Mentoren}} ihrer Kinder besser zu erfüllen.
Eltern haben keine besondere Qualifikation, werden aber von Artikel 6 Absatz 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland mit einer besonderen Aufgabe betraut: 
: '''Artikel 6, Absatz 2 GG''': Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
Die Gemeinschaft nimmt hier also eine Personengruppe in die Pflicht, die für diese Aufgabe nicht notwendigerweise ausreichend qualifiziert ist.
Die Teilnahme an einem Elternkurs könnte man daher fast schon als eine sich daraus ergebende Verpflichtung bezeichnen.
Dieser Autorenleitfaden soll jugendliche Leser dabei anleiten einen solchen Elternkurs zu erstellen um ihren eigenen Eltern, sowie möglicherweise den Eltern jüngerer Mitschüler, bei der Erfüllung dieser Aufgabe zu helfen.
: '''Artikel 6, Absatz 4 GG''': Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
Bildung und auch Motivation zur Bildung könnte man als Fürsorge ansehen und Bildung kann auch ohne jeden Zweifel eine schützende Wirkung haben. Die Gemeinschaft, oder jedes Mitglied der Gemeinschaft, könnte sich also auch auf Grund des Absatzes 4 verpflichtet sehen Schutz und Fürsorge durch die Vermittlung von Bildung zu gewähren. Es dürfte unbestritten sein, dass es Mütter gibt, die von dieser Form der Fürsorge nicht unerheblich bei der Erziehung ihrer Kinder und der Gestaltung ihres Familienlebens profitieren könnten.

=== Vorbemerkungen für Lehrer und Erzieher ===

Dieses Buch ist gedacht für Schüler in der Mittelstufe oder am Anfang der Oberstufe (Jahrgangsstufen 8-10).
Die Schüler benötigen keine Vorkenntnisse in Pädagogik aber sie sollten in der Lage sein selbstständig Bücher zu lesen und in einer Arbeitsgruppe zu diskutieren.
Diese Diskussion kann auch vollständig im Unterricht unter der Anleitung des Lehrers stattfinden, aber eine selbstständige Arbeitsgruppe, die auch bereit ist einen Teil ihrer Freizeit zu verwenden, wird sicher bessere Ergebnisse erreichen.
Die Schüler sollen für ihren eigenen Elternkurs wissenschaftliche Arbeitsweisen aus dem Gebiet der [[w:Empirische Sozialforschung|empirischen Soziologie]] verwenden.
Eine vorbereitende Einführung in die Arbeit mit Fragebögen, Interviews und soziologischen Experimenten kann also durchaus förderlich sein, außerdem ist ein Grundverständnis für wissenschaftliche Arbeitsweise erforderlich.
Die erforderlichen Grundlagen der Pädagogik und der Elternbildung sollen sich die Schüler während der Arbeit an ihrem eigenen Elternkurs aneignen, wozu zum Teil auch weiterführende Literatur und Webseiten empfohlen werden. Die empfohlenen Webseiten können aber auch bequem ausgedruckt und als Handreichungen an die Autorengruppe weitergegeben werden.
An einigen Stellen kann es beabsichtigt sein, dass die Schüler über das Gelesene nachdenken und weiterdenken müssen; die Fehler, die sich ansonsten einschleichen können, sind aber von harmloser Natur und schaden dem Elternkurs nicht, auch wenn ein Pädagoge oder Soziologe sich zu recht wundern könnte (Beispiel: Kulturmodell).
Das Ziel des Buches ist es Schüler in die Lage zu versetzen einen eigenen Elternkurs für ihre eigenen Eltern oder die Eltern jüngerer Schüler zu schreiben.
Wenn jüngere Schüler als Zielgruppe gewählt werden ist es hilfreich die Autorengruppe in die Lage zu versetzen sowohl die Eltern als auch die Schüler zu interviewen, da sie auf den Bedarf ihrer Zielgruppe eingehen können sollen und nicht nur ihre eigenen Erkenntnisse aus ihrem eigenen Familienleben verwerten sollen.
Für die Informationsgewinnung sollten die Schüler mit Anonymisierung von Daten vertraut gemacht werden; in diesem Kontext kann auch Datenschutz kurz erklärt werden.
Zur Qualitätssicherung wird empfohlen den erstellten Kurs von ausgebildeten Kursleitern für professionelle Elternkurse oder Lehrern mit entsprechender Fortbildung abhalten zu lassen; dabei kann der Kurs auch beliebig um Teile professioneller Elternkurse ergänzt werden.
Die Ergänzung sollte nach Möglichkeit mit den Schülern besprochen werden und die Schüler sollten zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei der Durchführung des Kurses aufgefordert werden. Ehrenamtliche Arbeit der Schüler kann auf dem Abschlusszeugnis mit einem Sondervermerk gewürdigt werden.

=== Kurzanleitung für Mentoren ===
{{Zitat2|zitat=Erziehe dich selbst, bevor du Kinder zu erziehen trachtest.|quelle=Zitat|autor=[[q:Janusz_Korczak|Janusz Korczak]]}}

Jugendliche sollen durch dieses Buch darin unterstützt werden ein Bewusstsein für Erziehung zu entwickeln und ihre eigenen Vorstellungen in einem Elternkurs umzusetzen.
Besonders geeignet für Mentoren sind das [[#Themenraster für Gespräche|Themenraster für Gespräche]], das [[#Kulturmodell|Kulturmodell]] und die [[#Erziehungsziele|Erziehungsziele]]. Diese Abschnitte bieten Inhalt für Gespräche mit einem Mentee und erlauben auf interessante Aspekte der Erziehung und Weltsicht des Mentees einzugehen.
Durch die vielen Fragestellungen im Buch ergeben sich aber im gesamten Buch interessante Anknüpfungspunkte für Gespräche.
Jugendliche können aus diesem Buch auch die Aufforderung mitnehmen ihre Erziehung selbst in die Hand zu nehmen und gewisse Bildungsziele und Einstellungen selbst erreichen zu wollen; dieser Aspekt kann durch einen Mentor vertieft und gefördert werden.
Nicht zuletzt soll das Buch auch zur Elternbildung zukünftiger Eltern beitragen; ein Mentor kann in diesem Zusammenhang auf Lebensplanung und Vorstellungen des Mentees eingehen.

== Einleitung ==
{{/kapitel|de=Einleitung|en=Introduction}}
{{Zitat2|zitat=Wenn man dem gegenüber sagt, dass Schüler einer solchen Originalität nicht fähig sind und daher darauf  beschränkt werden müssen, sich das von besser Unterrichteten dargebotene Wissen anzueignen und es wiederzugeben, so muss man darauf zweierlei antworten: 1. Es geht um die Ursprünglichkeit der geistigen Haltung, d.h. die ungezwungene Reaktion im Sinne der persönlichen Eigenart, nicht um die Neuheit des Erzeugnisses. Niemand wird erwarten, dass die Kinder Entdeckungen machen, wie sie in der Naturwissenschaft und der Wissenschaft vom Menschen niedergelegt sind. Wohl aber kann man billigerweise erwarten, dass der Lernvorgang unter solchen Bedingungen verläuft, dass der Lernende ihm selbst und für sich Neues entdeckt und findet. Gewiss wird das, was unreife Schüler entdecken und finden, vom Standpunkt des Gelehrten aus keine Entdeckung oder Erfindung sein – wohl aber sind es Entdeckungen und Erfindungen für sie selbst, wo immer es sich um echtes Lernen handelt. ...|quelle=[[wikisource:Democracy and Education|Democracy and Education]]|autor=[[w:John Dewey|John Dewey]]}}

Dieses Buch ist gedacht als Autorenleitfaden für Schüler, die ihren eigenen Elternkurs schreiben möchten.
Es soll das [[:en:Mentoring Handbook|Mentoring Handbook]] ergänzen, aber kann auch in einem anderen Kontext verwendet werden, wie beispielsweise in einer Schulklasse.

Dieses Buch alleine ist nicht dafür gedacht Autoren zu qualifizieren einen Elternkurs zu schreiben oder an der Entwicklung eines Elternkurses teilzunehmen.
Von den Autoren wird erwartet, dass sie wenigstens einen oder zwei Elternkurse studiert haben bevor sie einen eigenen Kurs schreiben.

=== Warum sollten Schüler ihren eigenen Kurs schreiben? ===

"Was unsere Eltern verstehen sollten" kann ein dauerhaftes Forschungsprojekt sein und jede Gruppe von Jugendlichen mag ihre eigenen und sehr unterschiedlichen Antworten auf diese Frage finden.
Einen eigenen Kurs zu schreiben erlaubt etabliertes Wissen und eigene Erfahrung zu kombinieren, möglicherweise mit besseren Ergebnissen als standardisierte Kurse.
Dies soll aber nicht die etablierten Kurse diskreditieren: Eine Gruppe von Jugendlichen mag unzureichend qualifiziert sein um beste Ergebnisse zu erreichen, daher kann es sinnvoll sein einen etablierten Elternkurs als Beiheft zu empfehlen, wenn der eigene Kurs fertiggestellt ist.
 
Einen Elternkurs zu schreiben kann eine wertvolle Erfahrung für die Autoren sein, die noch durch die Wahrnehmung aufgewertet wird an einem eigenen Buch mitzuarbeiten.

Neue Studien in Deutschland {{IntRef|wikinews:de:World_Vision_präsentiert_Studie_„Kinder_in_Deutschland_2007“|WorldVision}} {{IntRef|wikinews:de:ZDF-Studie_zum_Glück_der_Kinder_in_Deutschland|ZDF}} haben Gründe für Unzufriedenheit bei Kindern untersucht, die das Potential hat einen [[#Positive_R.C3.BCckkopplung_statt_positive_R.C3.BCckmeldung|Teufelskreis]] auszulösen.
Die Studien haben festgestellt, dass Kinder von ärmeren oder weniger gebildeten Eltern einen signifikanten Nachteil haben.
An einem Elternkurs zu arbeiten kann mehrere nützliche Effekte für die Teilnehmer und für ihr soziales Umfeld mit sich bringen.

{{clear}}
{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
*Was sind die nützlichen Effekte für die Teilnehmer und für ihr soziales Umfeld?
*Ist das geringere Sachverständnis und die geringere Autorität der Jugendlichen möglicherweise sogar vorteilhaft, wenn Eltern die Vorschläge beurteilen?
}}

=== Einen Elternkurs in der Schule entwickeln ===

Ein Grund dafür, warum es eine sinnvolle Entscheidung für Lehrer ist Elternkurse zu veranstalten oder Elternkurse mit ihren Schülern zu schreiben, ist, dass Lehrer Pädagogen sind und daher schon ein signifikantes Vorwissen in diesem Gebiet haben, was für Elternkurse von Vorteil sein sollte.
Die Auswirkungen von besserer pädagogischer Bildung der Eltern haben außerdem erwartungsgemäß einen direkten Einfluss auf die Arbeit der Lehrer:
Schüler, die eine besser [[w:Sozialisation|Sozialisation]] und Erziehung erfahren haben, sollten die Arbeit der Lehrer einfacher und bereichernder machen.

Für eine Gruppe von Mentoren wäre eine logische Zielgruppe die Eltern ihrer Mentees.
Für andere Schüler könnte der Chefredakteur des Buches oder der Lehrer eine Zielgruppe zuweisen, wie zum Beispiel die Eltern der jüngeren Jahrgänge in der selben Schule.
Die Autoren sollten wohl mindestens in der [[wikipedia:eighth_grade|Jahrgangsstufe acht]] sein.

== Erste Schritte ==
{{/kapitel|de=Erste Schritte|en=Getting started}}
=== Die Autorengruppe vorbereiten ===

Wenn du deinen eigenen Elternkurs in einem Team schreibst (einen Kurs alleine zu entwickeln ist nicht empfohlen) dann macht es Sinn das Team vorzubereiten indem jeder Autor Literatur zugewiesen bekommt. Welche Literatur sollte gelesen werden und wer sollte sie lesen? Jedem Autor (oder einer Gruppe von Autoren) einen Elternkurs zu geben erlaubt es jedem Autor kompetent zu sein in Bezug auf einen pädagogischen Ansatz, was später Diskussionen unter den Autoren fördern kann, wenn die Autoren "ihre" pädagogischen Ansätze präsentieren und kritisieren.

=== Persönliche Erfahrung ===

In einer Gruppe von Mentoren können persönliche Erfahrung und Ansichten von Mentoren und ihren Mentees gesammelt werden, möglicherweise mit Anonymisierung, falls die Mentees ihre Erfahrungen und Ansichten nicht offenlegen möchten.
Die Erfahrungen von Mentees einzusammeln erlaubt es die tatsächlichen Probleme der primären Zielgruppe, und möglicherweise einzigen Zielgruppe des Kurses, anzugehen.

=== Kenne deine Zielgruppe ===
{{Zitat2|zitat=Es ist das Los der Menschheit, dass die Wahrheit keiner hat. Sie haben sie alle, aber verteilt, und wer nur bei einem lernt, der vernimmt nie, was die anderen wissen.|quelle=Zitat|autor=[[w:Johann Heinrich Pestalozzi|Johann Heinrich Pestalozzi ]]}}

Die Zielgruppe eines Elternkurses ist komplizierter als eine übliche Zielgruppe. Die primäre Zielgruppe des Kurses sind die Eltern, aber deren Kinder sind auch Teil der Zielgruppe und dafür müssen eigene Überlegungen angestellt werden.
Was musst du über die Eltern wissen?
Der Bildungshintergrund der Eltern in deiner Zielgruppe mag wichtig sein.
Falls in der Zielgruppe Migranten sind könnten sie Probleme mit komplizierten Formulierungen haben und es könnte beispielsweise wichtig sein einfachere Sprache zu verwenden.
Migranten könnten auch kulturelle Anpassungen erfordern.
Falls die Zielgruppe überwiegend Akademiker sind mag es einladend erscheinen anzunehmen, dass ausführliche Erklärungen unnötig sind, was sich als falsch erweisen kann.
Ein spezifisches Fach studiert zu haben macht jemanden nicht notwendigerweise zu einem schnellen Lerner in einem ganz anderen Thema, auch wenn es von Vorteil sein mag.
Du könntest auch die Leseangewohnheiten der Zielgruppe erforschen wollen:
Kann man erwarten, dass sie längere Texte lesen oder sollte dein Kurs auf einen hohen Grad von Interaktivität zwischen einem oder zwei Vortragenden und den Zuhörern ausgelegt sein?

Was musst du über die Kinder wissen? Die Altersgruppe der Zielgruppe ist sehr wichtig. Elternkurse unterscheiden häufig Kinder zwischen 2 und 6 Jahren, zwischen 6 und 12 Jahren und Teenager (ab 13). Eine wahrscheinliche Zielgruppe für deinen Elternkurs ist im Alter von 6 bis 16, was Grund genug sein kann um zwischen Kindern und Teenagern zu unterscheiden.

Was musst du über Eltern und Kinder wissen? Offenbar willst du dir eine Meinung bilden über die Probleme, die sie haben könnten.
Es mag auch eine gute Idee sein die guten Ideen und Empfehlungen zu sammeln, die sie vielleicht anbieten können.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Ist irgendetwas falsch daran Eltern auszuschließen deren Kinder noch nicht in der Schule sind?
Dem {{@|Kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ}} zu Folge müsste man sich vorstellen was die Konsequenzen wären, wenn jeder diesem Beispiel folgen würde.
Wäre man allgemein daran gewöhnt Elternbildung im Alter von sechs Jahren zu beginnen könnte man die [[w:frühkindliche Bildung|frühkindliche Bildung]] übersehen.
Angenommen dieses Problem existiert ― was folgt daraus?
}}

== Forschungsmethoden ==
{{/kapitel|de=Forschungsmethoden|en=Research methods}}
{{Zitat2|zitat=Schon erzogene Eltern sind Beyspiele, nach denen sich die Kinder bilden, zur Nachachtung. Aber wenn diese besser werden sollen: so muss die Pädagogik ein Studium werden, sonst ist nichts von ihr zu hoffen, und ein in der Erziehung Verdorbener erzieht sonst den andern. Der Mechanismus in der Erziehungskunst muss in Wissenschaft verwandelt werden, sonst wird sie nie ein zusammenhängendes Bestreben werden, und eine Generation möchte niederreissen, was die andere schon aufgebaut hätte.|quelle=[[s:Über_Pädagogik|Über Pädagogik]]|autor=[[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]]}}

=== Interviews ===

Interviews können mehr Informationen sammeln als Fragebögen, weil du vielleicht Dinge erfahren kannst die du im Voraus nicht erwartet hattest.
Interviews können auch helfen Themen zu sammeln, die in Fragebögen angesprochen werden sollten.
Eine interessante Gruppe für Interviews sind Lehrer, weil sie ein breites Wissen in Pädagogik haben und Erfahrung sowohl mit Schülern als auch mit deren Eltern haben.
Interviews mit Lehrern können auch helfen die Sichtweise von Lehrern in einen Elternkurs einzubringen.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Was ist die offizielle Position der Schule in Bezug auf Elternbildung?
* Was ist die offizielle Position der Schule in Bezug auf [[w:demokratische Erziehung|demokratische Erziehung]]?
* Sind Lehrer daran interessiert an Elternbildung teilzunehmen?
* Was sind die Hauptprobleme, die Lehrer als Probleme der Schüler in den jeweiligen Altersgruppen ansehen, die in einem Elternkurs angesprochen werden können?
* Was sind die Hauptprobleme, die Lehrer als Probleme der Elternbildung ansehen?
* Was können Lehrer als zukünftige Probleme ihrer Schüler in Bezug auf [[w:Soziale_Kompetenz|soziale Kompetenz]] und andere Fähigkeiten, die nicht benotet werden, antizipieren?
}}

Bei Interviews und Fragebögen sollten sich die zuständigen Forschungsgruppen Überlegungen zu [[w:Antworttendenz|Antworttendenzen]] der Zielgruppe machen.
Nach Möglichkeit der Autoren sollten auch der [[w:Fragekontexteffekt|Fragekontexteffekt]] und der [[w:Halo_(Psychologie)|Halo-Effekt]] in Bezug auf [[w:Antwortverzerrung|Antwortverzerrung]], so wie mögliche [[w:Antwortausfallverzerrung|Antwortausfallverzerrungen]] bei Planung und Auswertung beachtet werden.
Während der Planung kann auch ein Auswertungsplan erstellt werden, der dann sicherstellt, dass bei der Auswertung alle relevanten Fragen für die Auswertung gestellt werden, beispielsweise welche Antwortausfälle es gab und ob die Umfrageergebnisse damit in irgendeiner Form repräsentativ für die Zielgruppe sind.

=== Fragebögen ===

Fragebögen können benutzt werden um Informationen zu sammeln von Eltern, Schülern und Lehrern oder anderen Erziehern um einen Elternkurs vorzubereiten.
Fragebögen erlauben bequeme Anonymisierung um Informationen von Personen zu sammeln, die persönliche Informationen nicht offenlegen möchten.

Fragebögen sind auch eine gute Methode um Rückmeldungen einzusammeln und Beteiligung zu fördern.
Eltern, die gut durchdachte Fragebögen beantworten, können daraus ähnlichen Nutzen ziehen wie die Autoren des Elternkurses selbst:
Dazu gebracht zu werden über Probleme der Elternbildung nachzudenken und eigene Erfahrungen und Sichtweisen auszuführen hat das Potential weiteres Nachdenken zu provozieren als bloß einen Text zu lesen und kann auch die Beteiligung fördern.
Die Resonanz von Fragebögen kann verwendet werden um einen Elternkurs für spätere Vorträge zu erweitern und zu verbessern.
Ein Kurs der in großem Umfang Fragebögen verwendet ist [[#kess-erziehen|kess-erziehen]].

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Auf welche Art und Weise unterscheiden sich die Forschungsfragebögen von den Fragebögen, die in einem Elternkurs vorgelegt werden?
}}

=== Experimente ===

Eine Schulklasse mag in der Lage sein psychologische Experimente in einem Kurs über Psychologie oder Pädagogik durchzuführen.
Eine Gruppe von Mentoren, die einen Elternkurs schreiben, kann dabei von der Zusammenarbeit mit einer Schule profitieren, weil ohne einen Lehrer psychologische Experimente durchzuführen für viele Schüler zu schwierig sein dürfte.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Schüler, die weder ein Fach Pädagogik noch ein Fach Psychologie haben aber in Religion unterrichtet werden können Elternbildung auch zum Thema machen: Der Kurs [[#kess-erziehen|kess-erziehen]] wurde von der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung ([http://akf-bonn.de/ akf-bonn.de]) veröffentlicht und der Kurs "kess-erziehen II" ist ein Kurs über das religiöse Weltbild, man könnte also argumentieren, dass das Fach Religion einen offiziell anerkannten ersten Teil des Kurses vermissen lässt und einen unangemessenen Fokus auf den zweiten Teil legt.

Man könnte auch die Ansicht vertreten, dass das Fach Religion sowieso eine starke Affinität zu Mentoring Themen aufweist, nur ohne das Ziel eines eigentlichen Mentorenprojekts. Dogmatische Religion kann auch als [[wikiversity:Topic:Assistant_teacher_program/Practical_philosophy|praktische Philosophie]] angesehen werden, aber auch mit einigen unplausiblen Vorschlägen beginnend, um nicht Gelegenheit zur Diskussion (oder "wertvolle Probleme") zu verschwenden. Man könnte beispielsweise die evangelische Religion als Weiterentwicklung der katholischen Religion ansehen, bei der einige dieser Themen angesprochen wurden, so zum Beispiel in den Bereichen [[w:Chancengleichheit|Chancengleichheit]], [[w:Mitbestimmung|Mitbestimmung]] und [[:en:v:Center_for_Corporate_Auditing,_Responsibility_and_Management_policy_Authoring#Religious_policies|unternehmerische Sozialverantwortung und Nachhaltigkeit]].
}}

=== Beobachtungen ===
{{Zitat2|zitat=Es gibt kein problematisches Kind, es gibt nur problematische Eltern.|quelle=Zitat|autor=[[w:Alexander Sutherland Neill|Alexander Sutherland Neill ]]}}
Eine Gruppe von Schülern kann nicht gut Beobachtungen unmittelbar durchführen; es sollte eher die Ausnahme sein, wenn Schüler verwertbare Beobachtungen als Gruppe machen, während sie an einem Elternkurs arbeiten. Nützlich sind hier Fernsehsendungen, wie beispielsweise die "Super-Nanny" bei RTL. Was ist denn super bei der Super-Nanny und was läuft falsch im Fernsehen?

Die Autoren können sich also zur Abwechslung mal einige Folgen im Fernsehen ansehen und gleichzeitig mit gutem Gewissen behaupten, dass sie wissenschaftlicher Arbeit nachgehen. Für die Beobachtung sollten die Folgen am besten auf dem Videorekorder aufgezeichnet sein, damit eine schnelle Wiederholung und Pausen möglich sind, außerdem sollten die Autoren mit Papier und Stiften versorgt sein, um ihre Ideen unmittelbar aufschreiben zu können.

Die wichtigsten Kategorien sind Fehlverhalten der Erzieher, Verhaltensprobleme der Kinder und gute oder problematische Vorschläge der Erziehungsberater(in). Die eigenen Ideen zu den Beobachtungen können anschließend im Gespräch entwickelt werden.

{{Siehe auch|url=http://www.familienhandbuch.de/erziehungsfragen/allgemeine-erziehungsfragen/ist-die-super-nanny-wirklich-super|Ist die "Super-Nanny" wirklich super?|quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}

== Analyse und Ausarbeitung ==

Für die Ausarbeitung sollten Expertengruppen gebildet werden.
Eine mögliche Einteilung für das folgende Buch ist beispielsweise jedes Kapitel einer Expertengruppe zuzuweisen, die sich mit dem jeweiligen Thema genauer befasst.
Das Kapitel {{@|Verhaltensmuster und Anti-patterns}} kann dabei auch in zwei Themengebiete unterteilt werden. 
Die weiterführende Literatur kann ebensfalls zwischen Expertengruppen und auch einzelnen Autoren aufgeteilt werden. 
Das soll aber nicht heissen, dass nicht alle Autoren den gesamten Autorenleitfaden gelesen haben sollten; die Expertengruppen sollen aber ihr jeweiliges Thema besser vorbereiten und sich Gedanken zur Ausarbeitung machen, die den entgültigen Elternkurs betreffen. 
Alle Expertengruppen müssen mit anderen Expertengruppen zusammenarbeiten und Gedanken austauschen. Es ist nicht sinnvoll, dass jede Expertengruppe ihr eigenes Konzept für den Elternkurs macht.
Gelegenheiten zum Gedankenaustausch können im Voraus geplant werden.
Falls die Expertengruppen nicht in einer Schule zusammenarbeiten kann ein Wiki verwendet werden um aktuelle Entwicklungen in den Expertengruppen zu koordinieren oder es kann eine Koordinierungsgruppe gebildet werden, der jeweils ein Vertreter jeder Expertengruppe angehört.

=== Vorbereitungsphase ===

Die gesammte Autorengruppe sollte sich auf Formate und Medien einigen bevor die Vorbereitungen für den Elternkurs beginnen.
Auch in dieser Vorbereitungsphase können Expertengruppen gebildet werden, die dann eine Empfehlung für ihr jeweiliges Thema
aussprechen.
Es kann interessant sein verschiedene Expertengruppen zum gleichen Thema zu bilden und deren unterschiedliche Begründungen für ihre Standpunkte dann in der gesamten Gruppe zu diskutieren.
Anschließend kann in der gesamten Gruppe abgestimmt werden oder man diskutiert mit dem Ziel die besseren Argumente zu finden; eine Abstimmung kann auch über die einzelnen Argumente erfolgen oder über die Wichtigkeit verschiedener Aspekte der unterschiedlichen Ansätze, wie Verfügbarkeit, Motivation oder Möglichkeit zur Rückfrage.
Eine CD ist beispielsweise sehr verfügbar aber für Erwachsene kann die Motivation die CD im Computer abzuspielen gering sein und es gibt keine Möglichkeit für Rückfragen.
Beispiele für mögliche Expertengruppen in der Vorbereitungsphase sind Gruppen für professionelle Elternkurse, {{@|Andragogik}}, {{@|Medienkompetenz}} und {{@|Kenne deine Zielgruppe|Zielgruppen}}.

=== Themengebiete und Forschungsbereiche ===

Die Themengebiete für den zu erstellenden Elternkurs ergeben sich aus den Themen dieses Autorenleitfadens und der angegebenen Literatur.
Die Autorengruppe sollte aber auch eigene Forschungsbereiche benennen und die {{@|Forschungmethoden}} einsetzen um eigene Informationen zu gewinnen.
Forschungsgruppen können dabei eigene Expertengruppen sein und es gibt auch keine Notwendigkeit, dass ein Experte nur in einer Gruppe mitarbeiten kann.
Um die Zeitplanung der verschiedenen Gruppen zu erleichtern kann man alle Expertengruppen und Forschungsgruppen beispielsweise in in die Gruppentypen G1, G2 und F  einteilen.
Expertengruppen ohne Forschung können sich auf die Gruppentypen G1 und G2 verteilen während Forschungsgruppen als Gruppentyp F eingeteilt werden.
So muss ein Zeitplan für die Gruppen nur Zeiten für die Gruppentypen vorsehen und es muss nicht für jede Gruppe ein eigener Zeitplan erstellt werden.
Die Arbeit an dem Elternkurs wird aber interessanter, wenn man in mehreren Gruppen mitarbeiten kann.

Für die Forschungsbereiche sollten die Autoren klären welche Art von Auswertung sie benötigen und ob sie für diese Auswertung noch etwas lernen sollten. Für Statistiken kann es interessant sein mit der Programmiersprache [[GNU R]] Diagramme zu erzeugen; das empfiehlt sich aber nur für Schüler, die entweder schon programmieren können oder einen Informatiklehrer zur Verfügung haben.
Die Forschungsgruppen sollten auch versuchen auf {{@|kognitive Verzerrungen}} zu achten, die sich bei der Forschungsarbeit oder bei der Beantwortung von Fragebögen und in Interviews einschleichen können.

=== Darstellungsarten, Widersprüche und Meinungen ===

An einigen Stellen können die Empfehlungen und Sichtweisen der verschiedenen Elternkurse Widersprüche ergeben.
Besonders bei Widersprüchen und Meinungen kann es hilfreich sein, wenn die Autorengruppe sich auf einheitliche Darstellungsweisen einigt, die regeln wie dem Zuschauer deutlich gemacht wird, wie die Informationen zu bewerten sind.

{{Tipp2|image=Japan road sign 206-L.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wie kann man diese Wiedersprüche analysieren oder erklären?
* Sind die Widersprüche mit Empfehlungen für verschiedene Altersgruppen oder unterschiedliche Kontexte zu erklären?
* Gibt es vielleicht verschiedene Meinungen in der Erziehungswissenschaft und wie kann der Elternkurs der Autoren verschiedene Meinungen darstellen?
}}

Die Darstellungsregeln können bestimmen, dass Quellenangaben zu nennen sind oder das für umstrittene Angaben oder Vermutungen der Autoren bestimmte Formatierungen im Buch zu verwenden sind. Außerdem können pädagogische Aussagen sich auf verschiedene Altersgruppen oder Zielgruppen beziehen oder ein Text kann sich an einen Kursleiter oder die Zielgruppe wenden.

=== Entwurfsphase ===

In der Entwurfsphase sollten Arbeitsgruppen frühe Entwürfe einzelner Kursbestandteile (z.B. Vortrag, Präsentation, Vorführung, Film oder Multimediainhalt) anfertigen. Die Entwürfe müssen nur grob skizzieren wie die fertigen Kursbestandteil aussehen sollen.
Zu den frühen Entwürfen kann dann in der gesamten Autorengruppe abgestimmt werden.
Auch hier kann die Abstimmung nach Aspekten oder Kriterien erfolgen, die vorher in der Gruppendiskussion gesammelt worden sind.
In dieser Phase können auch konkurrierende Entwürfe für den gleichen Kursbestandteil gemacht werden.
Nachdem alle Kursbestandteil beschlossen sind werden die Entwürfe vervollständigt und zusammengesetzt.
Das Ergebnis kann ein Buch, ein Buch mit einer Multimedia CD oder ein Buch mit einer Film DVD sein.
Das Buch kann sich an einen Kursleiter richten oder direkt an die Eltern; es ist natürlich auch möglich beides in einem Buch zu kombinieren.

==== Andragogik ====

Die [[w:Andragogik|Andragogik]] ist die Pädagogik für Erwachsene, also die Wissenschaft von der Erwachsenenbildung.
Die Andragogik nimmt beispielsweise an, dass Erwachsene [[w:Selbstgesteuertes Lernen|selbstgesteuertes Lernen]] bevorzugen, das sie ihre Erfahrungen einbringen möchten und das Erwachsene häufig lernen um konkrete Probleme des Alltags zu lösen.

Sind die Eltern bereitwillige Lerner oder brauchen sie zusätzliche Motivation und vielleicht auch Unterhaltungselemente, die den Kurs interessanter machen können?

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Welche andragogischen Maßnahmen soll euer Elternkurs verwenden?
* Welche Motivationen sind für eure Eltern oder eure Zielgruppe interessant?
* Kann man bei dem Elternkurs sitzenbleiben?
* Sollten die Eltern irgendeine Form von Zeugnis oder Zertifikat bekommen?
}}

Ein Kurs kann auch einen bestimmten didaktischen Ansatz verfolgen, wie zum Beispiel die [[w:konstruktivistische Didaktik|konstruktivistische Didaktik]], bei der die Kursteilnehmer Wissen selbst konstruieren müssen. Ein konstruktivistischer Ansatz würde beispielsweise einige der Aussagen als Aufgaben, Rätsel oder 
offene Fragen präsentieren und den Kursteilnehmern erlauben den Lösungsweg selbst zu erforschen. Die Kursteilnehmer sollten dabei Fehler machen können und kreative Lösungsvorschläge machen können. Das Lernergebnis ist dann, dass die Kursteilnehmer ihr eigenes Wissen selbst erschaffen haben und dadurch ein besseres Verständnis für das Wissen haben, weil sie es auch aus den Perspektiven alternativer Lösungswege begriffen haben.

== Konzepte und Begriffe der Elternbildung ==
{{/kapitel|de=Konzepte der Elternbildung|en=Concepts of parent education}}
Die Konzepte, die in diesem Kapitel erklärt werden, sind nicht als Ersatz dafür gedacht einen Elternkurs zu lesen.
Die Konzepte sollen als Einleitung zum Thema dienen und Interesse für das Thema beim Leser wecken.

=== Verhaltens-Fenster ===

Das Verhaltens-Fenster ist ein Konzept im [[w:Thomas_Gordon_(Psychologe)|Gordon Modell]], das dazu dient, Akzeptanz und Problembesitz einzuordnen. Ist ein Verhalten für den beobachtenden Elternteil akzeptabel, aber für das Kind nicht akzeptabel, liegt das Problem bei dem Kind und der Lösungsansatz ist [[#Aktives_Zuh.C3.B6ren|aktives Zuhören]]. Ist das Verhalten für den Elternteil inakzeptabel, wird zwischen Bedürfniskonflikt und Wertekonflikt unterschieden. Im Fall eines Bedürfniskonfliktes kann der Elternteil durch [[#Ich-Botschaften|Ich-Botschaften]] seine Bedürfnisse kommunizieren. Im Fall eines Wertekonfliktes besteht das Problem, dass der Elternteil dem Kind kein berechtigtes Interesse verständlich machen kann. In diesem Fall werden „machtlose“ Wege der [[#Niederlagelose_Konfliktlösung|Konfliktlösung]] empfohlen.

=== Lebensstil ===

"Way of life" ([[w:Lebensstil|Lebensstil]]) ist ein Ausdruck der von [[w:Alfred_Adler|Alfred Adler]] eingeführt wurde; er erklärte, dass jedes Individuum eine individuelle Lebensweise hat. Der Lebensstil bestimmt seine oder ihre Perspektiven und Prioritäten. Man kann den Lebensstil als eine Art persönliche Kultur ansehen und jeder Person ihre eigene Kultur zugestehen. Um diese Kultur zu verstehen muss man sich natürlich Gedanken darüber machen und vielleicht auch bewerten welche Eigenschaften bewusst gewählte [[#Kulturmodell|Kulturdimensionen]] sind und welche Eigenschaften sich einfach aus fehlenden Überlegungen ergeben haben. Eine Person, die über einen längeren Zeitraum einen positiven Einfluss auf die Kultur eines anderen nimmt und dabei als freundlicher Berater auftritt kann als "natürlicher Mentor" angesehen werden, wobei "natürlich" hier dafür steht, dass der Mentor nicht Teil eines formalen Mentorenprogramms ist (man spricht sonst auch von einem Programmmentor).

Die eigenen Eltern sollten für ein Kind oder einen Jugendlichen natürliche Mentoren sein, aber man kann keineswegs annehmen, dass dies immer der Fall ist. Viele Eltern sehen Bildungsaufgaben eher als Aufgabe der Schule und anderer Einrichtungen, manchmal sogar als Aufgabe des Fernsehens.
Ein Elternkurs kann und sollte von den Eltern fordern die Aufgabe als Mentor bewusst zu akzeptieren und zu erfüllen.

=== Grundbedürfnisse ===

Der Kurs [[#kess-erziehen|kess-erziehen]] identifiziert die folgenden vier sozialen Grundbedürfnisse:
* dazugehören und geliebt zu werden 
* wichtig zu sein 
* beeinflussen zu können
* sich sicher und geschützt fühlen

<!-- Grundbedürfnisse: kein exakten Zitate, bei Gelegenheit mal bei kess-erziehen nachschlagen -->
=== Irrige Nahziele (Missverstandene Ziele) ===

Der Ausdruck "irrige Nahziele" wurde von [[w:Rudolf Dreikurs|Rudolf Dreikurs]] verwendet um die vier Ziele Macht, Aufmerksamkeit, Rache und Vermeidung zu beschreiben, die er als vier häufige Motivationen für Fehlverhalten von Kindern identifizierte.
Die Ziele werden auch als "missverstandene Ziele" bezeichnet, weil das Kind nicht wirklich exakt das erreicht was es eigentlich möchte, es sei denn Eltern verstehen die Psychologie der Situation.

Der Kurs [[#kess-erziehen|kess-erziehen]] nennt für jedes missverstandene Ziel tatsächliche Bedürfnisse: 

<!-- Bedürfnisse: bei Gelegenheit mal bei kess-erziehen nachschlagen -->
<div style="margin:0px 50px">
{|
!width="200px" | Mistaken goal
!width="350px" | Needs of the child
|- bgcolor="lightgrey"
| power || autonomy, co-determination, responsibility
|- bgcolor="lightgrey"
| attention || belonging, notice, involvement
|- bgcolor="lightgrey"
| revenge || fairness, equal treatment
|- bgcolor="lightgrey"
| avoidance of failure || encouragement, support
|}
</div>

=== Zeit, Zuwendung und Zuneigung ===

<div style="float:right;padding: 10px;margin: 10px">
{|
!width="40px" | 
!width="40px" | 
!width="200px"|
!width="40px"|
!width="40px"|
|-
| || ||bgcolor="lightgrey" align="center" | Ratschläge
|-
| ||colspan="3" bgcolor="lightgrey" align="center" | Art der Beziehung
|-
|colspan="5" bgcolor="lightgrey" align="center" | Vorbild der Eltern, Rollenmodell
|}
</div>

[[w:Johann Heinrich Pestalozzi|Johann Heinrich Pestalozzi]] benannte die Bedürfnisse der Kinder bzw. die Verpflichtungen der Eltern mit Zeit, Zuwendung und Zuneigung.

=== Einflusspyramide ===

Die Einflusspyramide ist ein Konzept aus [[#Kurse|Starke Eltern - Starke Kinder]].
Die Einflusspyramide verdeutlicht das Ratschläge einen schwächeren Einfluss auf ein Kind haben als die Art der Beziehung und die Art der Beziehung einen schwächeren Einfluss auf ein Kind hat als das Vorbild ([[w:Soziale_Rolle|Rollenmodell]]) der Eltern.

=== Natürliche und logische Konsequenzen ===

{{SeitlicherKasten|higher=2em|font-size=7pt|text-align=justify|
'''Natürliche Konsequenzen''': Beispiele für natürliche Konsequenzen sind Erfahrungen, die Eltern ihren Kindern zumuten, wie beispielsweise den Schulbus zu verpassen oder einen heißen (aber nicht zu heißen) Ofen anzufassen. Das Kind lernt, dass die Aktionen Konsequenzen haben und kann lernen zu verstehen, dass Eltern negative Konsequenzen vermeiden helfen.}}

Kinder können von natürlichen Konsequenzen lernen, wenn Eltern den Kindern erlauben die realen Konsequenzen ihrer Aktionen unter kontrollierten Bedinungen zu erfahren. Natürliche Konsequenzen sind am effektivsten ohne jeden Kommentar der Eltern, so dass das Kind die Bedeutung einer Erfahrung selbst interpretieren kann.

{{SeitlicherKasten|higher=2em|font-size=7pt|text-align=justify|
'''Logische Konsequenzen''': Ein Beispiel für eine logische Konsequenz ist eine Situation in der das Kind eine Wahl treffen muss, beispielsweise zwischen zwei Fernsehsendungen, aber nicht beide sehen darf. Das Kind muss eine Entscheidung treffen und muss die Konsequenzen akzeptieren. Das Kind kann auch Zeitmanagement dabei erlernen, wenn das Zeitfenster für die andere Sendung als Konsequenz sofort mit einer anderen Aktivität gefüllt wird.}}

Logische Konsequenzen sind Konsequenzen die aus Wahlmöglichkeiten folgen, die Eltern ihren Kindern anbieten.
Der Kurs [[#kess-erziehen|kess-erziehen]] benennt die folgenden Kriterien für logische Konsequenzen:

<!-- Kriterien: bei Gelegenheit mal bei kess-erziehen nachschlagen -->
* The consequences should be directly <u>'''r'''</u>elated to a choice offered.
* The consequences should allow children to take <u>'''r'''</u>esponsibility for their own actions.
* The consequences should be <u>'''r'''</u>easonable.
* The consequences should be presented <u>'''r'''</u>espectfully.

Logische Konsequenzen sollte nicht mit Bestrafung verwechselt werden, ein Kind sollte die Logik hinter logischen Konsequenzen verstehen können.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Was ist die Beziehung zwischen logischen Konsequenzen und [[w:höherstufiger Wunsch|höherstufigen Wünschen]]?
}}

=== Grenzen und Selbstständigkeit ===

Ein Dilemma in der Erziehung ist der scheinbare Widerspruch zwischen Grenzen und Selbstständigkeit.
Einerseits müssen Eltern Grenzen setzen, weil Kinder und Jugendliche sonst manchmal Dinge tun, die sie selbst später für Unsinn halten.
Andererseits ist es ein wichtiger Aspekt der Erziehung Jugendlichen auch Selbstständigkeit zu gewähren, die einem Jugendlichen erlaubt seine eigenen Erfahrungen zu machen und selbstständiger zu werden.
Eine größere Selbstständigkeit des Jugendlichen ist auch als Grundbedürfnis zu sehen, wie das Bedürfnis nach Autonomie, dass schon beim Kind auftritt (siehe {{@|Irrige Nahziele (Missverstandene Ziele)|Irrige Nahziele}}).
Eltern navigieren also im Spannungsfeld zwischen notwendigen Grenzen und notwendigen Freiheiten.

Eine gute Balance zwischen Grenzen und Selbstständigkeit bezeichnet man auch als "[[w:Erziehungsstil#Autoritativer_oder_sozialintegrativer_Erziehungsstil|autoritativen Erziehungsstil]]".

{{Siehe auch|Ist die "Antiautoritäre Erziehung" out?|Grenzen setzen in der Erziehung|Kinder brauchen Grenzen|
url=http://www.familienhandbuch.de/erziehungsfragen/allgemeine-erziehungsfragen/ist-die-antiautoritare-erziehung-out|
url2=http://www.familienhandbuch.de/erziehungsfragen/erziehung-und-grenzen/grenzen-setzen-in-der-erziehung|
url3=http://www.familienhandbuch.de/erziehungsfragen/erziehung-und-grenzen/kinder-brauchen-grenzen|
quellenangabe=familienhandbuch.de|
quellenangabe2=familienhandbuch.de|
quellenangabe3=familienhandbuch.de}}

==== Erziehungsstile ====

Erziehungsstile werden nach verschiedenen Merkmalen kategorisiert. Es gibt die Einteilung auf zwei Achsen (mehr Zuneigung nach oben, mehr Lenkung nach rechts).

<center>
{| style="text-align:center"
!width=200px |
!width=200px |
!width=100px |
|-
|colspan=2 | '''Zuneigung &uarr;'''
|-style="background-color:#eee"
| permissiv || autoritativ
|rowspan=2 style="background-color:white" | '''Lenkung<br>&rarr;'''
|-style="background-color:#eee"
| vernachlässigend || autoritär
|}
</center>
Alternativ wird der autoritative Erziehungsstil einfach als Mittelweg zwischen autoritärer und anti-autoritärer Erziehung beschrieben.
Eine weitere Kategorisierung ist die folgende Sichtweise:

<center>
{| style="text-align:center"
!width=200px |
!width=150px | Elterliche Wertschätzung
!width=150px | Fordern und Grenzensetzen
!width=150px | Gewährung von Eigenständigkeit
|-style="background-color:#eee"
| Freiheit in Grenzen<br>(autoritativer Erziehungsstil)      || hoch     || hoch    || hoch 
|-style="background-color:#eee"
| Grenzen ohne Freiheit<br>(autoritärer Erziehungsstil)      || niedrig  || hoch    || niedrig 
|-style="background-color:#eee"
| Freiheit ohne Grenzen<br>(anti-autoritärer Erziehungsstil) || beliebig || niedrig || hoch 
|}
</center>

Einen Erziehungsstil, der abhängig von der Situation Aspekte verschiedener Erziehungsstile kombiniert, nennt man [[w:Erziehungsstil#Flexibler_Erziehungsstil|flexiblen Erziehungsstil]].
Der flexible Erziehungsstil geht dabei auf die Situation und die persönlichen Eigenarten der Beteiligten ein.
Man könnte also als Kriterium für einen echten flexiblen Erziehungsstil fordern, dass der Erzieher dieses Verständnis aufweisen muss, sonst wird der flexible Erziehungsstil leicht zur Ausrede für Planlosigkeit.
Ausführlichere Beschreibungen der einzelnen Erziehungsstile findet ihr beispielsweise in der Wikipedia. Der Wikipedia Artikel kann in einer Klasse auch als Handout ausgeteilt werden oder als Hausaufgabe gelesen werden.


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Könnt ihr weitere Erziehungsstile definieren? Was könnte ein autoritativ-partizipativer Erziehungsstil sein?
* Welche Erziehungsstile glauben eure Eltern anzuwenden?
* Welche Erziehungsstile wenden eure Eltern nach eurer Meinung an?
* Welche Erziehungsstile sind für euren Elternkurs empfehlenswert?
}}

Ein Vorschlag für einen neuen Erziehungsstil ist der 	
balanciert-flexible Erziehungsstil, bei dem jede zusätzliche Freiheit zu einem bestimmten Zeitpunkt eine {{@|Natürliche_und_logische_Konsequenzen|logische Konsequenz}} hat.
Eltern könnten aber dagegenhalten, dass die Grundidee nicht wirklich neu ist.

Ein Elternkurs kann auch Anti-Erziehungsstile benennen und erklären, was an ihnen falsch ist.
Der planlos-nörgelnde Erziehungsstil ist beispielsweise einfach nur ständige Kritik um der Kritik willen, man darf hier eine selbstwertdienliche Verzerrung vermuten (Siehe: {{@|Pubertät}}).
Der heimlich-diktatorische Erziehungsstil vermeidet übertriebene Autorität aber tatsächlich will der Erzieher alles Mögliche bestimmen, was eigentlich Sache des Jugendlichen sein sollte.
Der religiös-fanatische Erziehungsstil delegiert alle Autorität an eine nicht verhandelbare Überzeugung, was aber nicht notwendigerweise eine echte Religion sein muss, es kann auch beispielsweise die Überzeugung sein, dass Jugendliche gefälligst den Beruf der Eltern übernehmen sollen.
Der fordernd-fördernde Erziehungsstil überfordert einen Jugendlichen auch schon mal. 

Bei Anti-Erziehungsstilen ist es wichtig, dass das Publikum die Erklärung als humorvoll versteht, aber trotzdem jeder Erziehungsstil irgendwo auch genug Informationen enthält, so dass man daraus etwas lernen kann. Es sollte auch nicht das Ziel sein, dass sich Eltern persönlich angesprochen fühlen. Die humorvolle Kritik sollte sich offensichtlich gegen die abstrakte Übertreibung wenden.

=== Bezugsgruppe ===

Eine [[w:Bezugsgruppe_(Soziologie/Sozialpsychologie)|Bezugsgruppe]] ist eine Gruppe, der eine Person angehört und deren {{@|Vorbild_(Positives_Rollenmodell)|Vorbilder}} und {{@|Kulturmodell|Kultur}} daher für die Person von Bedeutung sind, oder eine möglicherweise abstrakte Gruppe von Menschen, der sich eine Person beispielsweise auf Grund ähnlicher Eigenschaften verbunden fühlt, und die dadurch auch Auswahl von Vorbildern und kulturellen Eigenschaften beeinflussen kann.

Jugendliche wählen als Bezugsgruppen beispielsweise ihre Familie, Freundeskreise, Schulklassen, Vereine, Interessengruppen und Jugendkulturen.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Welche Bezugsgruppen kennt ihr?
* Wieviele und welche Bezugsgruppen könnt ihr für euch selbst erkennen?
* Wie stark ist eure persönliche Kultur von Bezugsgruppen geprägt?
* Gibt es Vorbilder und kulturelle Einflüsse, die ihr ablehnt?
}}

Verschiedene Bezugsgruppen können verschiedener Behandlung bedürfen. Abstrakte Bezugsgruppen, die vorwiegend oder ausschließlich aus den Medien bekannt sind unterscheiden sich von Bezugsgruppen zu denen man persönlichen Kontakt herstellen kann. Bezugsgruppen in den Medien kann man akzeptieren oder ablehnen aber man kann sie nicht unmittelbar ansprechen. Menschen, zu denen man einen persönlichen Kontakt hat, kann man ansprechen und dadurch auch zu anderem Verhalten erziehen, bevor man beschliesst einen Kontakt abzulehnen.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Hat erziehen oder ablehnen etwas mit dem [[w:kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]] zu tun? 
* Ist erziehen (bzw. informieren) besser als ablehnen oder ist ablehnen besser als erziehen?
* Kann man erziehen und ablehnen auch intelligent kombinieren, beispielsweise erst versuchen zu erziehen und bei Misserfolg ablehnen?
}}

Die Eltern einer Familie alleine können logischerweise nicht sehr viel leisten, um die Kinder anderer Eltern zu erziehen.
[[w:Kollektive_Intelligenz|Kollektiv intelligente]] Handlungsweisen erfordern, dass man sich mit anderen koordiniert.
Was gibt es zu tun?

Bezugsgruppen in den Medien zu filtern bedeutet nicht nur {{@|Medienkompetenz|Medienkompetenz}} zu erlernen, sondern kann auch erfordern die Medien zu filtern, weil manche Medien erstaunlich geringe Qualität haben. Die geringe Qualität trägt aber zur Erziehung von Kindern und Jugendlichen bei, die diese Medien konsumieren. 
Eine kollektiv intelligente Handlungsweise wäre beispielsweise auch ein sinnvoll zusammengestelltes Medienangebot, auf das sich eine Gruppe von Eltern einigt, und das mit technischen Mitteln gefiltert beziehungsweise zusammengestellt wird.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wenn man andere Menschen zu besserem Verhalten erziehen möchte, was ist zu tun?
* Was können Eltern leisten um auf die Erziehung anderer Kinder einzuwirken?
* Welche Organisationsformen gibt es? Was leistet Mentoring? 
}}

=== Emotionskompetenz ===

Mit [[w:Emotionale_Kompetenz|Emotionskompetenz]] bezeichnet man den kompetenten Umgang mit den eigenen Emotionen und den Emotionen anderer, insbesondere um unnötigen Stress oder Ärger zu vermeiden.

{{Siehe auch|Unsere Familie - ein starkes Team|
url=http://www.familienhandbuch.de/familienforschung/kinder-in-der-familie/unsere-familie-ein-starkes-team|
quellenangabe=familienhandbuch.de}}

=== Medienkompetenz ===

[[w:Medienkompetenz|Medienkompetenz]] ist der kritische und kompetente Umgang mit den Printmedien, elektronischen Medien und dem World Wide Web. Die Autorengruppe kann etwas über Medienkompetenz lernen, wenn sie über die verschiedenen verfügbaren Medien nachdenkt, die als Informationsquellen in Frage kommen. Außerdem ist Medienkompetenz bei der Präsentation wichtig. Die verschiedenen Medien haben verschiedene Funktionen oder erfüllen den einen oder anderen Zweck besser oder schlechter als andere Medien.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Sind die Wikipedia Artikel wichtiger, die Texte aus dem Familienhandbuch oder die professionellen Elternkurse?
* Wie gut sind die Fernsehsendungen als Informationsquelle für den Kurs?
* Ist eine interaktive CD als Elternkurs gut geeignet? Sollte der eigene Kurs auch als CD realisiert werden?
* Was sind die Vor - und Nachteile der jeweiligen Medien?
}}

{{Siehe auch|Freiheit in Grenzen: eine CD zur Stärkung elterlicher Erziehungskompetenzen|
url=http://www.paed.uni-muenchen.de/~ppd/freiheit/freiheit1/cd_rom.html|
quellenangabe=Lehrstuhl „Persönlichkeitspsychologie, Psychologische Diagnostik und Familienpsychologie“ der Ludwig-Maximilians-Universität München}}

=== Pubertät ===

Die [[w:Pubertät|Pubertät]] ist eine Phase der körperlichen und geistigen Entwicklung, die bei Mädchen ab dem Alter von 10 Jahren und bei Jungen ab dem Alter von 12 Jahren beginnen kann und bis zum Alter von 18, bei Jungen auch bis zum Alter von 20 Jahren, andauern kann.
Die Pubertät ist in Bezug auf die Psychologie der Jugendlichen besonders gekennzeichnet durch Stimmungsschwankungen, die auch Anlass zu Streitigkeiten in der Familie sein können. Eine Phase der Pubertät etwa im Alter von 12 bis 14 Jahren wird auch als "zweites [[w:Trotz|Trotz]]alter" bezeichnet, weil die Jugendlichen, ähnlich wie Kinder in der Autonomiephase der Kindheit (auch Trotzalter genannt), nach mehr Autonomie streben und damit auch Konflikte verursachen können.

Die Probleme der Jugendlichen sind oft emotional begründet und lassen sich nicht immer logisch als Konflikte verstehen.
Ein häufiger Attributionsfehler, die [[w:selbstwertdienliche Verzerrung|selbstwertdienliche Verzerrung]], den Eltern in dieser Phase machen, ist, dass sie äußere Einflüsse für negative Entwicklungen und Probleme verantwortlich machen, wie beispielsweise den Freundeskreis, die Schule oder die Medien.
Die Pubertätskrise kann so zur Verstärkung von Konfliktmustern führen, die andererseits durch positive emotionale Erfahrungen zu kompensieren wären.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Trifft es zu, dass Konflikte der Pubertätskrise nicht immer logisch begründet sind?
* Welche Fehler machen Eltern im Umgang mit Jugendlichen in der Pubertätskrise?
* Welche positiven emotionalen Erfahrungen würdet ihr empfehlen?
}}

{{Siehe auch|Pubertät oder: "Eltern sind peinlich"|
url=http://www.familienhandbuch.de/erziehungsfragen/erziehungsfragen-im-jugendalter/pubertat-oder-eltern-sind-peinlich|
quellenangabe=familienhandbuch.de}}

== Erziehungsziele ==
{{/kapitel|de=Erziehungsziele|en=Goals of education and upbringing}}
<div style="border:1px solid grey;padding:5px">
{| width="99%"
! width="30%" |
! width="3%"  |
! width="30%" |
! width="3%"  |
! width="30%" |
! width="3%"  |
|-
| [[w:Ehrlichkeit|Ehrlichkeit]]           || 79 || [[w:Selbstständigkeit|Selbstständigkeit]]                   || 65 || [[w:Verlässlichkeit|Verlässlichkeit]]           || 64
|-
| [[w:Hilfsbereitschaft|Hilfsbereitschaft]]     || 64 || [[w:Anstand|Richtiges Benehmen / Anstand]] || 61 || [[w:Verantwortung|Verantwortung]]sbereitschaft || 60
|-
| [[w:Freundlichkeit|Freundlichkeit]]        || 60 || [[w:Höflichkeit|Höflichkeit]]                         || 59 || [[w:Fleiß|Fleiß]]                      || 57
|-
| [[w:Toleranz|Toleranz]]              || 56 || [[w:Pflicht|Pflichterfüllungsbewusstsein]] || 55 || [[w:Disziplin|Disziplin]]                  || 55
|-
| [[w:Gerechtigkeit|Gerechtigkeitsgefühl]]  || 55 || [[w:Vertrauenswürdigkeit|Vertrauenswürdigkeit]]   || 52 || [[w:Kontaktfähigkeit|Kontaktfähigkeit]]          || 52
|-
| [[w:Durchsetzungsvermögen|Durchsetzungsvermögen]] || 50 || [[w:Kritikfähigkeit|Kritikfähigkeit]]                     || 39
|}
<div style="height:10px"></div>
<div style="text-align:center;font-size:smaller">Angabe in Prozent der Befragten, Quelle: BAT Freizeit-Forschungsinstitut 2006, Repräsentativbefragung von 2000 Personen ab 14 Jahren.</div>
</div>


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Welche Erziehungsziele würdet ihr noch hinzufügen?
* Welche Erziehungsziele würdet ihr weglassen?
* Welche Erziehungsziele gehören in einen Elternkurs und welche Erziehungsziele nicht? Warum ist das so?
}}

Weitere Erziehungsziele, laut dem Beitrag
{{Quelle|Rückeroberung von Elternkompetenzen|url=http://www.familienhandbuch.de/familienbildung/grundlagen/ruckeroberung-von-elternkompetenzen}}, sind beispielsweise:

<div style="border:1px solid grey;padding:5px">
{| width="99%"
! width="30%" |
! width="30%" |
! width="30%" |
|-
| Selbstvertrauen || Verantwortungsbewusstsein || Verständnis für andere
|-
| Phantasie       || Selbstkritik              || Familiensinn
|-
| Schulleistungen || Gehorsam                  || Religiösität
|-
|}
</div>

Die folgenden Erziehungsziele werden 
in dem Beitrag {{Quelle|Erziehung zur Selbstachtung|url=http://www.familienhandbuch.de/erziehungsbereiche/forderung-der-kindlichen-personlichkeit/erziehung-zur-selbstachtung}} als Lebenstüchtigkeit zusammengefasst:

<div style="border:1px solid grey;padding:5px">
{| width="99%"
! width="30%" |
! width="30%" |
! width="30%" |
|-
| Selbstkontrolle      || Frustrationstoleranz   || Konfliktfähigkeit
|-
| Belastbarkeit        || Gesundheitsbewusstsein || Soziale Kontaktfähigkeit
|-
| Gruppenzugehörigkeit || Einfühlungsvermögen    || Genuss- und Erlebnisfähigkeit
|-
| Lebensfreude         || Träume                 || Emotionskompetenz 
|-
| Zukunftsperspektiven || Sinn                   || Werte
|-
|}
</div>

{{Zitat2|zitat=Eltern stehen hier vor der schwierigen Aufgabe, für neue Ideen offen zu sein, vielleicht auch einmal Neues auszuprobieren, gleichzeitig jedoch die Ratgeberliteratur nicht als eine Bibel, sondern lediglich als eine Anregung zu betrachten.|autor=Birgit Leyendecker und Ricarda Drießen|quelle=[http://www.familienhandbuch.de/elternschaft/familie/erziehungsvorstellungen-von-jungen-eltern-wie-soll-mein-kind-einmal-werden Erziehungsvorstellungen von jungen Eltern: Wie soll mein Kind einmal werden?]}}
Um die Erziehungsziele zu sortieren und zu ergänzen kann es hilfreich sein alle Erziehungsziele in eine [[w:Concept-Map|Begriffslandkarte]] einzutragen. Eine Begriffslandkarte kann beispielsweise zeigen welche Begriffe mit anderen einen gemeinsamen Kontext haben und kann so helfen zu erkennen, welche Begriffe als ein Themengebiet zusammengefasst werden können, oder welche Relationen und Kontexte neue Begriffe teilen.

Erziehungsziele können auch aus {{@|Bildungsziele|Bildungszielen}} oder einer gewünschten {{@|Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur|persönlichen Kultur oder Familienkultur}} abgeleitet werden.
Als Leser dieses Buches werdet ihr vermutlich in der Mittelstufe sein; in diesem Alter könnte man auch darüber nachdenken wie man sich selbst entwickeln möchte.
Das Ergebnis dieser Überlegung ist nicht unbedingt wichtig für die Zielgruppe des Elternkurses, der hier geschrieben werden soll, aber es können sich durchaus interessante Überlegungen ergeben, die auch für den Elternkurs Konsequenzen haben könnten.

1977 betrug das Durchschnittsalter der Mutter bei der Geburt des ersten Kindes 25 Jahre während 20 Jahre danach das Durchschnittsalter bei 28½ Jahren lag; dieser Trend scheint auch weiter anzuhalten.
Laut einer Forsa-Studie {{IntRef|n:Forsa-Studie_zur_Mittelschicht|Forsa-Studie zur Mittelschicht}} waren unter den unter 30-jährigen gerade mal 9 Prozent bereits Eltern.
Obwohl ihr also noch eine Menge Zeit habt darüber nachzudenken wäre eine weitere mögliche Überlegung was ihr euch wünschen würdet, wenn ihr selbst (schon) Eltern wärt. 

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wie würdet ihr eure Kinder erziehen wollen?
* Was gibt es für die Zukunft zu beachten?
* Welche Erziehungsziele haben dauerhaften Wert?
}}

=== Erziehungsziele als moralische Verpflichtung ===

Einige Erziehungsziele mögen wichtiger sein als andere und einige Erziehungsziele mögen auch nicht von allgemeinem Interesse sein, aber man könnte versuchen von allen Erziehungszielen zu bestimmen ob sie oder in wie fern sie eine moralische Verpflichtung darstellen.
Erziehungsziele, die eine moralische Verpflichtung darstellen, würden also möglicherweise eine wichtigere Rolle im Elternkurs einnehmen.
Man sollte natürlich gleich dazu sagen, dass auch die Erziehungsziele, die nicht als moralische Verpflichtungen identifiziert werden, einen hohen Wert haben können, der aber von der Kultur oder der {{@|Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur|Idiokultur}} einer Familie abhängen kann.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Gibt es eine moralische Verpflichtung bestimmte Erziehungsziele zu fördern?
* Was hat der {{@|Kategorischer Imperativ|kategorische Imperativ}} mit Erziehungszielen zu tun?
}}

=== Haben die Eltern einen Erziehungsplan? ===

Einige Eltern denken über Erziehung mehr nach, andere Eltern weniger.
Auch die Eltern ohne konkreten Plan werden manchmal durchaus akzeptable Ergebnisse liefern, aber können sie das garantieren oder hilft hier manchmal der Zufall?
Interessant zu analysieren ist was die Eltern über Erziehung überhaupt wissen und was sie an Erziehungsmethoden tatsächlich anwenden.
Manche Eltern werden in der Lage sein einen regelrechten Erziehungsplan zu erläutern und andere Eltern werden ohne Plan trotzdem ganz überzeugende Antworten auf Beispielsituationen haben.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Haben eure eigenen Eltern eine Vorstellung von Erziehungsstilen, Erziehungszielen und Erziehungsmethoden?
* Wie glauben eure Eltern bestimmte Erziehungsziele zu erreichen?
* Sind diese Vorstellungen realistisch?
}}

== Bildungsziele ==
{{/kapitel|de=Bildungsziele|en=Goals of academic education}}
{{Zitat2|zitat=Es deutet sich seit Langem an, in welchem Umfang die Erziehung bewusst verwendet werden kann, um offensichtlichen sozialen Missständen zu begegnen, indem man Jugendliche auf Pfade leitet, die diese Missstände nicht herbeiführen und man hat eine Vorstellung von dem Ausmaß zu dem Erziehung und Bildung zu Mitteln zur Verwirklichung der Hoffnungen der Menschen auf eine bessere Zukunft gemacht werden können. Aber wir sind zweifellos weit davon entfernt die potentielle Wirksamkeit von Bildung und Erziehung als Mittel zur Verbesserung der Gesellschaft zu realisieren, davon zu realisieren, dass sie nicht nur eine Entwicklung von Kindern und Jugendlichen darstellen, sondern auch einer zukünftigen Gesellschaft, an der diese teilhaben werden.|quelle=[[wikisource:Democracy and Education|Democracy and Education]]|autor=[[w:John Dewey|John Dewey]]}}
=== Die Familie als grundlegende Bildungsinstitution ===

Die Empfehlung des wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen am Anfang des Buches war die Familie als "grundlegende Bildungsinstitution" anzuerkennen. Was bedeutet das und was macht die Familie zur Bildungsinstitution?


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Welche Ziele kann sich eine Familie setzen um ihrer Aufgabe als Bildungsinstitution gerecht zu werden?
* Welche Aufgaben müssen die verschiedenen Familienmitglieder übernehmen und welche Vorbereitung benötigen sie dafür möglicherweise?
* Welche Einstellungen und Fähigkeiten sollten die Kinder in der Bildungsinstitution Familie erlernen?
}}

Im Folgenden werden weitere Ideen hierzu erwähnt. Die Autoren können ohne vorzugreifen diese Fragen beantworten und die Antworten als [[w:Assoziogramm|Assoziogramme]] (engl. "mind map") sammeln. In der weiteren Vorbereitung des eigenen Elternkurses können die Fragen erneut beantwortet werden, aber dann mit dem gesammelten Wissen der Autorengruppe. Ein Vergleich zwischen den ersten Assoziogrammen und den neueren Assoziogrammen kann zeigen, wie sich die Vorstellung der Autoren erweitert hat. Die Wiederholung ist außerdem hilfreich um die gemeinsame Vorstellung der Autorengruppe zu konsolidieren.

=== Demokratische Erziehung ===

Ein wichtiger Teil von demokratischer Erziehung kann sein Kindern oder Teenagern Probleme anzubieten, die sie unter kontrollierten Bedingungen lösen können. Ideen für Schülergruppen sind im [[:en:Mentoring Handbook|Mentoring Handbook]] unter "civic education" zu finden.

Für die demokratische Erziehung von Schülern kann eine Mentorengruppe oder eine Organisation mit demokratischer Beteiligung eine sinnvolle Empfehlung sein. Diese Empfehlung ist aber für einen Elternkurs nicht ausreichend, weil "Schicken sie ihre Kinder zu einer Organisation mit Mentoren" als einzige Empfehlung einer Mentorengruppe nicht ausreicht. Die Frage ist was Eltern anbieten können und was Eltern lernen sollten um demokratische Erziehung zu fördern. Ein guter Tip ist der [[#Familienrat|Familienrat]].

{{Siehe auch
|wiki=w:demokratische Erziehung|demokratische Erziehung
|quellenangabe=Wikipedia
|wiki2=w:Civic Education|Civic Education
|quellenangabe2=Wikipedia}}

=== Selbstständiges Denken und Lernen ===
<!-- kein exaktes Zitat, bei Gelegenheit mal bei kess-erziehen nachschlagen -->
{{Zitat2|zitat=Eltern, die zu viele Probleme für ihre Kinder lösen, können das Lernen behindern.|autor=Elternkurs|quelle=[[#kess-erziehen|kess-erziehen]]}}
Selbstständiges Lernen außerhalb der Schule kann durch die Erstellung umfangreicher schriftlicher Referate und durch Teamarbeit gefördert werden.
Einen Elternkurs, wie den an dem ihr gerade arbeitet, zu erstellen kann man also als eine gute Förderung ansehen.
Das Thema ist von allgemeinem Interesse und es gibt umfangreiche Möglichkeiten zur Recherche und zu eigener Forschungsarbeit.
Das selbstständige Denken kann gefördert werden durch die Notwendigkeit von {{@|Selbstkonzept und Metakognition|Metakognition}}, durch Forschungsarbeit und durch ausgiebige Möglichkeit zur Diskussion, die durch Fragestellungen und Widersprüche oder anderen Klärungsbedarf angeregt werden kann.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wie kann man die Motivation zu selbstständigem Lernen in die Familie bringen?
* Welche anderen Themen kann man in ähnlicher Weise bearbeiten?
* Welche anderen Aspekte von selbstständigem Denken und Lernen könnte man fördern wollen?
* Welche weiteren Methoden zur Förderung von selbstständigem Denken und Lernen fallen euch ein?
}}

Ein Elternkurs kann auch das Ziel haben {{@|Elternkompetenzen und andere Kompetenzen|Kompetenzen}} in einer Familie zu trainieren.
Eine wichtige Kompetenz, die selbstständiges Denken und Lernen fördert, ist die [[w:Selbstlernkompetenz|Selbstlernkompetenz]].
Bevor man übertreibt sollte man aber auch {{@|Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur|idiokulturelle Kompetenz}} zeigen.
Nicht jeder kann sich für [[w:lebenslanges Lernen|lebenslanges Lernen]] begeistern und nicht jeder möchte seine Selbstlernkompetenz verbessern.
Der richtige Weg kann sein interessengeleitetes Lernen zu bevorzugen und die Selbstlernkompetenz der Beteiligten nur als Nebeneffekt zu verbessern; wer seinen Interessen entsprechend lernt wird sich über die Verbesserung seiner Lernmethoden nicht beschweren.
Selbstlernkompetenz setzt aber auch die Bereitschaft voraus zu akzeptieren, dass es Dinge gibt, die man nicht versteht, die man aber, wenn man sie erstmal verstanden hat, für Notwendigkeiten hält. Viele Menschen schaffen es immer wieder genau diesen Sachverhalt zu übersehen.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wie erklärt man einem Lerner, dass er erst, wenn er etwas verstanden hat, wirklich seinen Nutzen verstehen kann?
* Wieso ist es schwer zu verstehen, dass der Nutzen von etwas Unbekanntem ebenfalls unbekannt sein kann?
* Handelt es sich hierbei um eine {{@|Kognitive Verzerrungen|kognitive Verzerrung}}?
}}

=== Interkulturelle Kompetenz ===

Die [[w:Interkulturelle Kompetenz|interkulturelle Kompetenz]] bezeichnet eigentlich den kompetenten Umgang mit den Kulturen anderer Länder, aber man kann interkulturelle Kompetenz auch, als {{@|Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur|idiokulturelle Kompetenz}}, auf die persönlichen Kulturen und Eigenschaften anderer Personen und Personengruppen anwenden.
Offensichtlich ist dies der Fall, wenn man persönlich Menschen aus anderen Kulturen begegnet.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Welche kulturellen Unterschiede kennt ihr?
* Was gehört zu interkultureller Kompetenz im Umgang mit Menschen aus anderen Ländern?
* Wie kann man interkulturelle Kompetenz erlernen bzw. trainieren?
}}

Interkulturelle Kompetenz bedeutet Wissen über andere Kulturen, aber auch {{@|Selbstkonzept und Metakognition|Metakognition}}, weil man über seine eigenen und die Handlungsweisen und Erwartungen anderer nachdenken muss, und [[w:soziale Kompetenz|soziale Kompetenz]], weil man das Wissen und die Ergebnisse seiner Überlegungen anwenden können muss.
Das notwendige Wissen, die Fähigkeit zur erforderlichen Metakognition und die verwendeten Aspekte der sozialen Kompetenz bilden zusammen ein {{@|aktives mentales Vokabular}} der interkulturellen Kompetenz, oder einfacher ausgedrückt: Man muss sich interkulturelles Wissen nicht nur einmal anlesen, sondern interkulturelle Kompetenz auch trainieren.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Gibt es eine kognitive Verzerrung, die den Eindruck hervorruft, dass man etwas gut kann, obwohl man nur die Theorie kennt?
* Welche kognitiven Verzerrungen ergeben den Eindruck, dass andere Kulturen weniger wichtig, weniger komplex und eigentlich schon ausreichend bekannt sind?
}}

Für die Bewertung von interkultureller Kompetenz werden insbesondere die Eigenschaften 
[[w:Ambiguitätstoleranz|Ambiguitätstoleranz]], [[w:Kontaktfähigkeit|Kontaktfähigkeit]], Verhaltensflexibilität, {{@|Emotionskompetenz}}, [[w:Leistungsmotivation|Leistungsmotivation]], [[w:Empathie|Empathie]] und [[w:Polyzentrismus|Polyzentrismus]] bewertet.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Welche dieser Eigenschaften kann man trainieren?
* Wie werden diese Eigenschaften gemessen?
* Kann man diese Eigenschaften bei Eltern messen oder trainieren?
* Welche dieser Möglichkeiten wären im Rahmen eines Elternkurses verwendbar, falls sie verwendbar sein sollten?
}}

Es ist nicht schlimm, wenn man als Gruppe von Schüler in der Mittelstufe nicht die perfekten Messmethoden erfinden oder realisieren kann.
Es kommt auf den Versuch an, und alleine das Nachdenken über die Mögichkeiten sollte hilfreich sein, um für den Elternkurs eine neue Perspektive zu eröffnen.
Ihr solltet euch also nicht durch die Sichtweise "das können wir noch nicht" entmutigen lassen, ihr solltet aber natürlich auch nicht annehmen, dass eure Messmethoden besonders präzise Ergebnisse liefern; darauf kommt es möglicherweise aber auch gar nicht an: Phantasie und Kreativität werden hier von der Autorengruppe gefordert.

=== Philosophie, Psychologie und Pädagogik ===

==== Kognitive Verzerrungen ====

[[w:Kognitive Verzerrung|Kognitive Verzerrungen]] (engl. [[wikipedia:List_of_cognitive_biases|cognitive biases]]) sind ein wichtiger Aspekt alltäglicher psychologischer Phänomene. Man könnte es also als wichtig ansehen in einem Elternkurs die Zuhörer über kognitive Verzerrungen zu informieren.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Welche kognitiven Verzerrungen sind für die Psychologie innerhalb der Familie wichtig?
* Wie sollte man die kognitiven Verzerrungen so erklären, dass sie die Eltern verstehen und sich gut merken können?
* Reicht es sich eine kognitive Verzerrung zu merken, um immer richtig reagieren zu können?
}}

Ein Beispiel ist die [[w:selbstwertdienliche Verzerrung|selbstwertdienliche Verzerrung]], die auch im Abschnitt {{@|Pubertät}} erwähnt wird.
Nicht alle Artikel zum Thema "kognitive Verzerrung" sind auch auf Deutsch verfügbar.
Eine gute Übersetzung eines englischen Artikels nimmt die deutsche Wikipedia natürlich gerne auf.
Die folgende Übersicht zeigt einige relevante Artikel zu kognitiven Verzerrungen aus der englischen Wikipedia.

----
<center>Decision-making and behavioral biases:</center>
{| style="width:100%"
|style="width:33%" | 
|style="width:33%" | 
|style="width:33%" | 
|-style="background:#eee"
|
* [[w:en:Choice-supportive bias|Choice-supportive bias]]
* [[w:en:Confirmation bias|Confirmation bias]]
* [[w:en:Illusion of control|Illusion of control]]
||
* [[w:en:Irrational escalation|Irrational escalation]]
* [[w:en:Exposure effect|Mere exposure effect]]
* [[w:en:Post-purchase rationalization|Post-purchase rationalization]]
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* [[w:en:Reactance_(psychology)|Reactance]]
* [[w:en:Selective perception|Selective perception]]
* [[w:en:Availability heuristic|Availability heuristic]]
|}

<center>Biases in probability and belief:</center>
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* [[w:en:Hindsight bias|Hindsight bias]]
* [[w:en:Observer-expectancy effect|Observer-expectancy effect]]
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* [[w:en:Optimism bias|Optimism bias]]
* [[w:en:Overconfidence effect|Overconfidence effect]]
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* [[w:en:Subjective validation|Subjective validation]]
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<center>Social biases, Attributional biases:</center>
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* [[w:en:Actor-observer bias|Actor-observer bias]]
* [[w:en:Egocentric bias|Egocentric bias]]
* [[w:en:False consensus effect|False consensus effect]] 
* [[w:en:Hedonistic relevance|Hedonistic relevance]]
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* [[w:en:Herd behavior|Herd instinct]]
* [[w:en:Ingroup bias|Ingroup bias]]
* [[w:en:Positivity effect|Positivity effect]]
* [[w:en:Psychological projection|Projection bias]]
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* [[w:en:Self-serving bias|Self-serving bias]]
* [[w:en:Self-fulfilling prophecy|Self-fulfilling prophecy]]
* [[w:en:System justification|System justification]]
* [[w:en:Trait ascription bias|Trait ascription bias]]
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<center>Memory errors:</center>
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* [[w:en:List_of_cognitive_biases#Memory_errors|Consistency bias]]
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* [[w:en:Egocentric bias|Egocentric bias]]
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==== Selbstwertgefühl ====

Das [[w:Selbstwertgefühl|Selbstwertgefühl]] oder die Selbstachtung kann als ein Grundbedürfnis angesehen werden und findet sich in der {{@|Maslowsche Bedürfnispyramide|Bedürfnispyramide}} auf der vierten Stufe.
Der Selbstachtung kann aber auch eine noch größere Bedeutung zugesprochen werden, sie kann nämlich als Grundlage für eine positive Entwicklung der Psyche angesehen werden, was man nicht von allen Bedürfnissen der vierten Stufe behaupten kann.
Das Selbstwertgefühl nimmt damit auch eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ein. Ein gutes Selbstwertgefühl zu besitzen bedeutet aber natürlich nicht Überheblichkeit oder Egoismus, vielmehr können sowohl Überheblichkeit als auch Egoismus Anzeichen dafür sein, dass fehlendes Selbstwertgefühl überspielt werden muss. 
Das Selbstwertgefühl ergibt sich nur zum Teil aus eigenen Bewertungen des {{@|Selbstkonzept und Metakognition|Selbstkonzeptes}}, sondern zum Teil auch aus den Meinungen, Vorbildern und Wertmaßstäben anderer, die es positiv aber auch negativ beeinflussen können; daher sagt fehlendes Selbstwertgefühl alleine eigentlich noch wenig über eine Person aus.
Auf Grund der Bedeutung des Selbstwertgefühls könnte man jedem ein Anrecht auf Selbstwertgefühl zusprechen, was kein Problem darstellen sollte, da jeder sich in einem relativen Bezugssystem bewerten darf.
Im absoluten Vergleich mit herausragenden Persönlichkeiten oder anderen möglichen Vorbildern könnten die meisten Menschen sich nur als schlecht bewerten.
Das Selbstwertgefühl entwickelt sich außerdem durch positive soziale Kontakte und respektvollen Umgang mit anderen.
Das gilt sowohl für Freundschaften als auch für die Beziehung zu den Eltern.
Der Erziehungsstil der Eltern kann also auch das Selbstwertgefühl eines Jugendlichen unmittelbar beeinflussen.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Gibt es einen Bezug zwischen Erziehungsstil und Selbstwertgefühl?
* Welche Erziehungsstile oder Eigenschaften von Erziehungsstilen sind von Vorteil?
* Welche Eigenschaften von Sozialverhalten wirken sich positiv auf das Selbstwertgefühl aus?
* Ist der Umgang mit Schicksalsschlägen eine Fähigkeit? (in "Erziehung zur Selbstachtung")
}}

{{Siehe auch|Erziehung zur Selbstachtung|
url=http://www.familienhandbuch.de/erziehungsbereiche/forderung-der-kindlichen-personlichkeit/erziehung-zur-selbstachtung|
quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}

==== Selbstkonzept und Metakognition ====

Der Begriff des [[w:Selbstkonzept|Selbstkonzepts]] (oder [[w:Selbstbild|Selbstbildes]]) beschreibt die Fähigkeit der Selbsteinschätzung und das Wissen über die eigenen Eigenschaften, Kenntnisse, Verhaltensweisen, Fähigkeiten und deren Grenzen.
Ein gutes Selbstkonzept beinhaltet somit auch die Fähigkeit Vorurteile über die eigene Person zu erkennen und abzulehnen; Vorurteile über sich selbst zu akzeptieren könnte man daher als Indikator für ein unscharfes oder unvollständiges Selbstkonzept ansehen.
Das Selbstkonzept hat auch eine emotionale Komponente, die beispielsweise von {{@|Selbstwertgefühl}} und Selbstvertrauen bestimmt wird.

[[w:Metakognition|Metakognition]] ist die Fähigkeit des Nachdenkens über die eigenen Denkvorgänge oder die Denkvorgänge anderer.
Es lässt sich also leicht argumentieren, dass Metakognition vorteilhaft ist um ein gutes Selbstkonzept zu entwickeln.

Der Vergleich mit der Sichtweise anderer (Fremdbild) oder den eigenen Zielvorstellungen (normatives Selbstbild oder Wunschbild) erlaubt es die eigenen Denkmuster zu verbessern. 
Wenn eine Gruppe von Schülern ihre Vorurteile und Ansichten über sich und andere diskutiert wird vermutlich jeder andere Vorurteile äußern, aber die objektive Sichtweise wird zumindest zu Anfang von Vorurteilen und {{@|Kognitive Verzerrungen|kognitiven Verzerrungen}} verdeckt werden.
Bei sachlicher Diskussion und mit Hilfe von logischen Argumenten lässt sich so aber sowohl Metakognition trainieren als auch das Selbstkonzept der Diskussionsteilnehmer präzisieren.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Gibt es verschiedene Aspekte der Metakognition?
* Wie trainiert man Metakognition?
* Wie präzisiert man das eigene Selbstkonzept?
* Welche anderen Methoden fallen euch ein?
}}

Ein guter [[w:Schülermentor|Schülermentor]] oder ein guter Schüler in der Rolle des Tutors kann ebenfalls von dem Vorteil profitieren sein gedankliches Handwerkszeug zur Metakognition zu trainieren, was auch für sein Selbstkonzept förderlich sein kann. Die selbstständige, angesehene Arbeit eines Schülermentors oder Tutors ist außerdem vorteilhaft für das Selbstwertgefühl und damit für die emotionale Komponente des Selbstkonzepts.

Die Komplexität des Denkens und insbesondere der Metakognition steigt beim Lernen und Lehren ungeachtet des Themas in vier Schritten:
* lernen
* lehren
* lehren zu lernen
* lehren zu lehren (zu lernen)

Auf der zweiten Stufe muss ein Lehrer über die Fähigkeiten seines Schülers nachdenken zu verstehen, was vermittelt werden soll.
Auf der dritten Stufe muss ein Lehrer außerdem über die Lernvorgänge und die Metakognition des Schülers nachdenken und sie möglichst von seinen eigenen Vorstellungen und Vorurteilen unterscheiden.
Auf der vierten Stufe muss ein Lehrer die eigene Metakognition von der seines Schülers und der dessen Schülers unterscheiden.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Was hat Erziehung mit dem Selbstkonzept zu tun?
* Wofür braucht man in einem Elternkurs Metakognition?
}}


{{Siehe auch|Selbstkonzept und Selbstwert fördern die Selbstständigkeit. Wie Eltern dazu beitragen können|
url=http://www.familienhandbuch.de/kindliche-entwicklung/entwicklung-einzelner-fahigkeiten/selbstkonzept-und-selbstwert-fordern-die-selbststandigkeit-wie-eltern-dazu-beitragen-konnen|
quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}

==== Höherstufige Wünsche und freier Wille ====

Das menschliche Gehirn ist gut darin frühere Verhaltensweisen zu wiederholen, die sich als erfolgreich erwiesen haben, und es kann zufällige Impulse erzeugen, wie beispielsweise den Wunsch ein bestimmtes Verhalten zu zeigen; normalerweise handelt es sich dabei um Verhaltensweisen mit denen erfolgreiches Handeln assoziiert wird.
Die höheren Gehirnfunktionen sind dabei nicht notwendigerweise beteiligt oder sind nicht zu einem Grade beteiligt, der eine intellektuelle Herausforderung bedeutet.
Bewusstsein und Emotionen treten hauptsächlich dann auf, wenn das [[w:Telencephalon|Telencephalon]] mit Problemen konfrontiert wird, für die es noch keine etablierten Lösungswege hat.
In diesem Fall bildet die [[w:Großhirnrinde|Großhirnrinde]] neue neuronale Netze unter der Anleitung des [[w:Limbisches System|limbischen Systems]] und auf der Basis vergangener Erinnerungen.
Folglich wäre, was man sich wünschen würde um seinen Intellekt zu erhalten und zu erweitern, intellektuelle Anreize und Motivation zur {{@|Selbstkonzept und Metakognition|Metakognition}}, also zur Reflexion über die eigenen Denkvorgänge.

[[w:Höherstufiger Wunsch|Höherstufige Wünsche]] erlauben es Zielen zu folgen, die nicht primär von äußeren Reizen oder Wünschen erster Ordnung beeinflusst werden, denen man eine starke Tendenz zu sich wiederholenden Handlungen unterstellen könnte.
Metakognition erlaubt es dir das eigene Denken (oder das Denken einer anderen Person) zu analysieren und sinnvolle Überlegungen über die Faktoren anzustellen, die es beeinflussen. Man könnte also argumentieren, dass höherstufige Wünsche und Metakognition notwendig sind um dem menschlichen Gehirn einen Grad an Selbstkontrolle zu geben, den es ansonsten nicht beherrscht, aber der ihm für gewöhnlich unterstellt wird.
Man könnte ebenso beides als notwendige Voraussetzungen für [[w:freier Wille|freien Willen]] ansehen.

Dem {{@|Kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ}} zu Folge erscheint es nur vernünftig, dass man anbieten sollte was man selbst gerne erhalten möchte.
Dem kategorischen Imperativ folgend würde man sich ebenfalls keine Gesellschaft wünschen, in der die Menschen ihre höherstufigen Wünsche nicht etabliert hätten oder nicht gelernt hätten ein ausreichendes Maß an Metakognition anzuwenden, daher könnte man es als moralische Verpflichtung ansehen anderen dabei zu helfen.
Eine Möglichkeit das zu tun ist {{@|Mentoring}}.

{{Tipp2|image=Japan road sign 206-L.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Braucht man denn ein bestimmtes aktives mentales Vokabular, wenn man seine höherstufigen Wünsche kennt?
* Woher kommt denn die Idee höherstufige Wünsche zu bedenken?
}}

Man kann nur dann höherstufigen Wünschen folgen, wenn man ein aktives mentales Vokabular besitzt, dass den Vergleich von höherstufigen Wünschen mit Wünschen erster Ordnung beinhaltet und die Analyse von höherstufigen Wünschen naheliegend erscheinen lässt. Um dies zu erreichen verwendet das Gehirn Assoziationen, die mit Zufall zu tun haben, keinen strikten Algorithmus.

In etwas alltäglicheren Formulierungen bedeutet das, dass sich an höherstufige Wünsche zu erinnern Training benötigt, wie jede andere Fähigkeit.
Diese Fähigkeit wird beispielsweise trainiert, wenn man anderen hilft ihre Ziele und Wünsche zu durchdenken und zu planen, wie sie ihre Ziele erreichen können.
Man könnte dies als besseres Training ansehen, weil jemand anderem zu helfen auch intellektuell anspruchsvoller ist als über die eigenen Ziele und Wünsche nachzudenken;
man könnte es auch als das Übertrainieren einer essentiellen Fähigkeit ansehen.
Außerdem ist es nicht ungewöhnlich, dass der Lehrer etwas über das lernt was er lehrt, was in diesem Fall Metakognition wäre.

Die Fähigkeit mit Menschen zu arbeiten erfordert auch ein gewisses Training und andere zu unterrichten gehört mit zu dem besten Training das man anstreben kann. Die Fähigkeit mit Menschen zu arbeiten wird auch oft mit [[w:soft skills|Soft skills]] beschrieben und ist, unter dieser Bezeichnung, eine Qualifikation für das Arbeitsleben. Mentoring und Lehren teilen sich die Qualitäten, dass sie prinzipiell wohlwollend sind, dass sie intellektuelle Herausforderungen begrüßen und dass sie prinzipiell soziale Tätigkeiten sind.
Im Kontrast dazu kann ein mentales Vokabular auch intellektuelle Herausforderungen ablehnen, wenn es wenig Gebrauch von Analyse, Erwartung und Vorstellungsvermögen macht, was beispielsweise eine Einstellung ist, die durch passives Fernsehen gefördert werden kann.

==== Maslowsche Bedürfnispyramide ====

Der amerikanische Psychologe [[w:Abraham Maslow|Abraham Maslow]] gilt als der Begründer der [[w:Humanistische_Psychologie|humanistischen Psychologie]].
Er verwendete die Bedürfnishierarchie (oder Maslowsche Bedürfnispyramide) um die Motivationen von Menschen verschiedenen Stufen oder Kategorien zuzuordnen.


{| border="0"
|5. Stufe: Selbstverwirklichung (z.B. Individualität, Selbstlosigkeit, Selbstfindung, Begabungen)
|colspan="1" style="width:25px;background-color:#ffffff" |
|colspan="1" style="width:25px;background-color:#ffffff" |
|colspan="1" style="width:25px;background-color:#ffffff" |
|colspan="1" style="width:25px;background-color:#ffffff" |
|colspan="1" style="width:25px;background-color:#aaaaaa;color:#ffffff;text-align:center" | 5
|colspan="1" style="width:25px;background-color:#ffffff" |
|colspan="1" style="width:25px;background-color:#ffffff" |
|colspan="1" style="width:25px;background-color:#ffffff" |
|colspan="1" style="width:25px;background-color:#ffffff" |
|-
|4. Stufe: Sozialer Status und individuelle Bedürfnisse (z.B. Respekt, Selbstachtung, Anerkennung, Wohlstand)
|colspan="3" style="background-color:#ffffff" |
|colspan="3" style="background-color:#aaaaaa;color:#ffffff;text-align:center" | 4
|colspan="3" style="background-color:#ffffff" |
|-
|3. Stufe: Soziale Bedürfnisse (z.B. Freundschaften, Familie, Kommunikation)
|colspan="2" style="background-color:#ffffff" |
|colspan="5" style="background-color:#aaaaaa;color:#ffffff;text-align:center" | 3
|colspan="2" style="background-color:#ffffff" |
|-
|2. Stufe: Sicherheit (z.B. Schutz, Versorgung, Unterkunft)
|colspan="1" style="background-color:#ffffff" |
|colspan="7" style="background-color:#aaaaaa;color:#ffffff;text-align:center" | 2
|colspan="1" style="background-color:#ffffff" |
|-
|1. Stufe: Grundbedürfnisse (z.B. Nahrung und Schlaf)
|colspan="9" style="background-color:#aaaaaa;color:#ffffff;text-align:center" | 1
|}


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wo wäre Bildung in der Bedürfnishierarchie einzuordnen?
* Wo wäre Erziehung einzuordnen?
* Wäre der Elternbildung folglich die gleiche Priorität einzuräumen?
}}

==== Kategorischer Imperativ ====

Der [[w:Kategorischer Imperativ|kategorische Imperativ]] ist, einfach ausgedrückt, die Forderung, dass man sich so Verhalten sollte, wie man von anderen behandelt werden möchte.
Man könnte argumentieren, dass der kategorische Imperativ eine scheinbare Symmetrie fordert, die oft nicht gegeben ist.
Besonders die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sind nicht symmetrisch, weil die Eltern andere Aufgaben und Perspektiven haben, die Kinder und Jugendliche nicht immer vollständig verstehen und ganz besonders nicht erwidern müssen.
Eine einfache Auslegung des kategorischen Imperativs für Familien könnte beispielsweise die Forderung sein, dass man nur die grundlegenden Verhaltensweisen und Einstellungen zeigen sollte, die man auch bei anderen gerne sieht, also beispielsweise Freundlichkeit, Respekt und Toleranz.
Der kategorische Imperativ sollte aber nicht als Einladung verstanden werden einem anderen sein Verhalten heimzahlen zu wollen, indem man es als Einladung versteht sich genauso zu verhalten.
Ein weiteres Missverständnis ist die Annahme, dass man durch sein eigenes Verhalten sozusagen eine Forderung stellen kann, dass der andere den selben Ansprüchen gerecht werden sollte.
Die Forderung kann man stellen, aber man muss sie explizit stellen, das heißt man muss die Forderung vorbringen und mit anderen diskutieren.
Man kann das in einem {{@|Familienrat}} machen oder es kann über ein Aushandeln der {{@|Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur|Idiokultur}} oder des Verhaltenskodex zwischen Einzelpersonen geschehen, die Idiokultur darf natürlich auch im Familienrat diskutiert werden.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Stellt der kategorische Imperativ also nur einen Minimalstandard dar, den man noch übertreffen sollte?
* Wie handelt man Forderungen aus?
* Wie kann man reagieren, wenn Forderung nicht erfüllt werden?
* Wie erklärt man den kategorischen Imperativ für Kinder?
* Wieso ist der kategorische Imperativ wichtig?
}}

Eine Annahme, die verwendet wird um den kategorischen Imperativ zu erklären, ist die Annahme, dass alle Menschen sich nach einer bestimmten Maxime verhalten würden: Was wäre wenn alle Menschen nur Urlaub machen wollten oder nur lernen würden was sie unbedingt lernen müssen? Könnte man überhaupt in Urlaub fliegen, wenn alle nur lernen würden was sie unbedingt lernen müssen? Der Einzelne kann natürlich nur für sich selbst Entscheidungen treffen, aber er kann bestimmte Forderungen an andere stellen und damit die Einhaltung einer Maxime durch eine Gruppe fördern.

==== Aktives mentales Vokabular ====
{{Zitat2|zitat=Wegen unserer Erziehung verwenden wir Worte, die wir für Ideen halten, um uns Fragen zu entledigen, was in Wirklichkeit bloß eine derartige Verschleierung der Wahrnehmung ist, dass wir die wahre Komplexität der Ideen nicht mehr erkennen.|quelle=[[wikisource:Democracy and Education|Democracy and Education]]|autor=[[w:John Dewey|John Dewey]]}}

Der Begriff "aktives mentales Vokabular" ist ein generischer Begriff, der aktives Vokabular und mentales Vokabular verbindet.
Aktives Vokabular ist, im Gegensatz zu passivem Vokabular, Vokabular, dessen Verwendung leicht fällt und das in einem Gespräch verwendet werden kann; passives Vokabular dagegen ist Vokabular, dass verstanden wird aber normalerweise keine Anwendung findet.
Der Unterschied zwischen aktivem Vokabular und passivem Vokabular ist also der Unterschied zwischen der Fähigkeit ein Wort richtig zu verwenden und der Fähigkeit ein Wort zu verstehen, wenn es von anderen verwendet wird.
Ein mentales Vokabular beschreibt die mentale Repräsentation von Begriffen und Konzepten so wie sie verstanden wurden.
Das mentale Vokabular kann also auch Konzepte und Assoziationen enthalten für die keine Begriffe existieren und es kann Begriffe anders beschreiben als sie wirklich definiert sind. 
Ein "aktives mentales Vokabular" würde man also als die Konzepte und Assoziationen definieren, deren Anwendung man gewöhnt ist und die sich daher zur Anwendung empfehlen.

Das menschliche Gehirn enthält eine große Anzahl an Assoziationen, die man als das Vokabular ansehen könnte, in dem man angesprochen werden kann.
Teile dieser Assoziationen sind aktiver während andere Teile weniger aktiv sind, was bedeutet, dass sich ihre Verwendung weniger leicht anbietet.
Man nennt Wissen, das weniger aktiv ist, auch [[w:Träges Wissen|träges Wissen]].

Um sein aktives mentales Vokabular zu trainieren könnte man einen höherstufigen Wunsch formulieren bestimmten Verhaltensweisen anderen gegenüber Verhaltensweisen den Vorzug zu geben und jede erfolgreiche Anwendung dieses höherstufigen Wunsches als Erfolg zu betrachten.
Lehren und Mentoring trainieren beispielsweise sehr wünschenswerte Aspekte deines mentalen Vokabulars.

Computerspiele und, zu einem geringeren Grade, andere Medien können eine Überfülle an Erfolgserlebnissen erzeugen.
Folglich könnte ein anderer höherstufiger Wunsch sein künstlich erzeugte Erfolgserlebnisse zu begrenzen, um eine Entwicklung hin zur Abhängigkeit (als ein "Worst Case") zu verhindern und mehr Erfolgswahrnehmung für Ziele zu reservieren, die von höherstufigen Wünschen bestimmt wurden.

Natürlich sollten Kinder und Jugendliche die Gelegenheit haben Erfolgserlebnisse in Lernsituationen zu erfahren und dadurch Motivation aufzubauen, aber ab einem gewissen Alter kann es auch sinnvoll sein gelegentlich der intellektuellen Motivation den Vorzug über Vergnügen zu geben.
Die Betonung liegt auf "gelegentlich", weil eine mittlere Position wünschenswert sein kann; der intellektuellen Motivation immer den Vorzug zu geben könnte beispielsweise zu einem {{@|Mangel an Gemeinschaft}} führen.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wie wirken sich Erfolgswahrnehmungen auf das aktive mentale Vokabular aus?
* Sollte man Motivationen mit zu dem aktiven mentalen Vokabular zählen?
}}

==== Inverse Motivation ====

Die inverse Motivation ist eine unwissenschaftliche Beschreibung für den Sachverhalt, dass man häufig Motivationen folgt, die, bei genauerer Analyse der Zusammenhänge und möglicher Entwicklungen, nicht zu gewünschten Ergebnissen führen, sondern möglicherweise ein Problem begünstigen oder sogar verursachen. Eine inverse Motivation ist also die vereinfachte Behauptung, dass ein Verhalten das Gegenteil (oder zumindest etwas irgendwie Gegenteiliges, also Unerwünschtes) von dem bewirkt, was man erreichen wollen würde, wenn man besser nachgedacht hätte.

{{Tipp2|image=Crystal_Clear_app_error.png|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Um inverse Motivationen zu erkennen und inversen Motivationen auszuweichen ist es hilfreich sich des Öfteren zu fragen:
* Was sind meine Motivationen?
* Woher kommen diese Motivationen oder wie sind sie begründet?
* Gibt es hier inverse Motivationen?
* Was könnte man besser machen oder was wäre eine bessere Organisation, möglicherweise für eine größere Gruppe von Personen?
}}

Es ist auch hilfreich ein soziales Umfeld zu schaffen in dem sich Menschen gegenseitig helfen Probleme zu erkennen und Problemen auszuweichen.
In diesem Zusammenhang ist {{@|Mentoring}} besonders bedeutungsvoll. Mentoring aus Bequemlichkeit oder Desinteresse abzulehnen könnte man beispielsweise als inverse Motivation ansehen. Anders ausgedrückt: Versicherungen würden Mentoring empfehlen, wenn es sie betreffen würde.

==== Prädestination und Planungsmangel ====

Prädestination (lateinisch praedestinatio) ist eigentlich ein religiöses Konzept und bedeutet die Vorherbestimmung durch das Schicksal oder durch einen oder mehrere Götter. Für dieses Buch soll das Konzept mit etwas Humor als das Gegenteil von Planung angesehen werden. Diese Sichtweise ergibt sich einfach daraus, dass man Dinge, die man nicht ausreichend plant, automatisch der Verplanung durch andere zur Verfügung stellt. Würde man beispielsweise den ganzen Tag planlos Werbefernsehen schauen hätte man vermutlich früher oder später das Bedürfnis etwas zu kaufen, das man vorher noch gar nicht kannte; den Plan dazu hätte offenbar der Hersteller dieses Produktes gemacht. In ähnlicher Weise können sich überall die Pläne anderer auf deine eigne Situation innerhalb eines Systems auswirken. Der Verbrauch von Ressourcen, die Bildung von Gruppen und die Werbung für Produkte sind Beispiele für Pläne anderer, die sich direkt auf unbeteiligte Dritte auswirken können. Bildet sich in einer Klasse beispielsweise eine Gruppe von erfolgreichen Schülern, die ihren Mitschülern nicht helfen, sondern unter sich bleiben möchten, dann werden dadurch die Möglichkeiten der verbleibenden Schüler eingeschränkt. Dieser Effekt könnte durch gezielte Planung verringert werden; eine Maßnahme könnte beispielsweise Privatunterricht sein.
Im Englischen gibt es für diesen Sachverhalt das Sprichwort "If you fail to plan you plan to fail".

=== Themenraster für Gespräche ===
{{Zitat2|zitat=Je größer die Möglichkeiten zu und das Interesse an einer anregenden gemeinsamen Gestaltung von Freizeit und befriedigender Kommunikation mit den Kindern ist, desto mehr wird das Interesse geweckt, das Humanvermögen des Kindes zu vergrößern.|quelle=[http://www.familienhandbuch.de/familienpolitik/wissenschaftliche-beitrage/die-bildungspolitische-bedeutung-der-familie-folgerungen-aus-der-pisa-studie Die bildungspolitische Bedeutung der Familie, Folgerungen aus der PISA-Studie]|autor=[http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Ministerium/beiraete,did=9388.html Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen]}}

Das Themenraster für Gespräche stammt aus dem Mentorenprogramm des Wikiversity Assistenzlehrerprogramms. Das Themenraster soll Mentoren oder Erziehern und ihren Schülern helfen geeignete Gesprächsthemen zu bestimmen. Dazu wählt der Schüler das Thema und der Mentor bereitet sich zur nächsten Gelegenheit darauf vor etwas zu dem gewählten Thema zu sagen. So hat der Schüler die Wahl des Themas getroffen und der Mentor kann dem Schüler interessengeleitetes Lernen bieten. Der Mentor und sein Schüler können außerdem das Raster um Themen erweitern auf die sich die beiden einigen können und die dem Schüler wichtig sind. Ein Schüler sollte natürlich nicht nur selbstgewählte Themen ansprechen.

Zu dem Themenraster kann man sich auch eine Reihe von Gesellschaftsspielen ausdenken, bei denen Karten gezogen und Begriffe erraten oder erklärt werden müssen.
Gesellschaftsspiele haben den Vorteil, dass der spielerische Kontext einen zusätzlichen Anreiz schafft ohne den Wert der Themen zu verringern.
{{clear}}
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<div style="width:75%;border:1px solid grey;margin: 10px 25px">
{| border="0" style="width:99%;margin:2px 2px"
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|- style="height:25px;background-color:#eee"
| [[w:Soft skills|Soft skills]] || [[w:Charakter|Charakter]] || [[w:Lernen|Lerngewohnheiten]] || [[w:Lifestyle|Lifestyle]] || [[w:Hobby|Hobbies]] || [[w:Moral|Moralische Verpflichtungen]] || [[w:Metakognition|Metakognition]]
|- style="height:25px;background-color:#eee"
| [[w:Sprachgebrauch|Sprachgebrauch]] || [[w:Höherstufiger Wunsch|Höherstufige Wünsche]] || [[w:Methodologie|Wissenschaftliche Arbeitsweise]] || [[w:Gesellschaft|Gesellschaft]] || [[w:Gewohnheit|Angewohnheiten]] || [[w:Freundschaft|Freundschaft]] und [[w:Beziehung|Beziehung]]en || [[w:kategorischer Imperativ|kategorischer Imperativ]]
|- style="height:25px;background-color:#eee"
| [[w:Manieren|Manieren]] || [[w:Philosophie|Philosophie]] || [[w:Psychologie|Psychologie]] || [[w:en:Cognitive biases|Cognitive biases]] || || ||
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</div>
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Auch mit kleinen Kindern kann man schon philosophieren. Das Themenraster wird für kleine Kinder noch zu abstrakt sein aber es sollte leicht sein sich ein geeignetes Themenraster für Kinder auszudenken oder auch ein anderes Hilfsmittel zu finden, beispielsweise eine Art Adventskalender ohne Schokolade, ein Buch mit Geschichten oder ein Ritual. Andere Themen als Philosophie können natürlich auch interessant sein.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Warum ist es nützlich mit Kindern schon zu philosophieren?
* Was können die Kinder dabei lernen?
* Welche Erziehungsziele können durch das Philosophieren gefördert werden?
}}

{{Siehe auch|Mit Kleinkindern philosophieren|
url=http://www.familienhandbuch.de/erziehungsbereiche/kognitive-fordermoglichkeiten/mit-kleinkindern-philosophieren|
quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}

== Familienkultur, Schulkultur und Jugendkultur ==
{{/kapitel|de=Familienkultur, Schulkultur und Jugendkultur|en=Family culture, school culture and youth culture}}
{{Zitat2|zitat=Das Konzept der lebenslaufunterstützenden Bildung zielt auf die Sicherung von Kontinuität in den Lebensläufen der Mitglieder der nachwachsenden Generation ab. Es schließt die Offenlegung und Bearbeitung von Kulturdifferenzen ein und könnte in diesem Zusammenhang seine Wirkung dadurch entfalten, dass die Begegnung von Familienkulturen und Schulkultur als Gelegenheit für die Anregung von Lernprozessen genutzt wird.|quelle=[http://www.familienhandbuch.de/familienpolitik/wissenschaftliche-beitrage/die-bildungspolitische-bedeutung-der-familie-folgerungen-aus-der-pisa-studie Die bildungspolitische Bedeutung der Familie, Folgerungen aus der PISA-Studie]|autor=[http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Ministerium/beiraete,did=9388.html Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen]}}

=== Diskussion der Familienkultur ===

Eine Anleitung die Familienkultur zu diskutieren soll am Beispiel [[w:Dogma|dogmatische Religion]] und demokratische Erziehung gegeben werden.
Mehrere Aspekte dogmatischer Religion mögen einer demokratischen Erziehung scheinbar zuwiderlaufen.
Tatsächlich ist aber dogmatische Religion nicht gänzlich ungeeignet um die Diskussion um die Familienkultur zu motivieren, gerade wegen einiger Aspekte, die Jugendliche möglicherweise kritisieren könnten.

Eine dogmatische Religion (jeder Art) lehnt es ab das Dogma zu diskutieren. Dieses Verbot an sich kann als Herausforderung zur Diskussion angesehen werden.
Die philosophischen und kulturellen Ansichten der Religion werden auch auf unterschiedliche Weise Widersprüche zur Jugendkultur der Jugendlichen enthalten.
Eine dogmatische Religion ist quasi undemokratisch, weil sie Vorgaben macht und in ihrer impliziten Machtstruktur ein hohes Maß an Autorität einem oder mehreren Götterwesen zuspricht.
Diese Widersprüche können benutzt werden um die Diskussion um die Familienkultur anzuregen.
Eine Diskussion über Religion ist natürlich nützlich für die Themen Ethik, Philosophie, [[#Demokratische_Erziehung|demokratische Erziehung]] und Kultur und kann helfen eine [[#Konstruktive_Streitkultur|konstruktive Kultur der Kritik]] zu entwickeln.

Für die Autorengruppe kann das bedeuten, dass der Elternkurs eine Empfehlung an die Eltern geben kann diese Widersprüche zu nutzen und dadurch einen Bedarf an Diskussion absichtlich herbeizuführen.
Notwendig ist natürlich, dass die Eltern bereit sind eine sinnvolle Diskussion zu führen und die Bereitschaft haben Kompromisse zu schließen, die den Jugendlichen Raum geben um eigene kulturelle Vorstellungen einzubringen.

Auch Jugendliche, die selbst das Fach Religion zu Gunsten von Ethik oder praktischer Philosophie abgewählt haben, können die Empfehlung geben Religion als Diskussionsthema zu verwenden; alternativ zu Religionen können aber auch Kulturvorstellungen ohne Religionsbezug verwendet werden, beispielsweise die [[w:Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten|Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten]].

=== Kulturmodell ===

Kulturforscher haben verschiedene [[w:Kulturmodell|Kulturmodelle]] aufgestellt, die Kulturdimensionen, also wichtige Eigenschaften von Kulturen, beschreiben sollen, die zwischen verschiedenen Kulturen variieren.
Kulturmodelle sind beispielsweise wichtig für {{@|interkulturelle Kompetenz}}.
Eine Kulturdimension, die diesen Namen verdient, beschreibt einen wesentlichen Aspekt einer ganzen Kultur, der in den jeweiligen Kulturen verankert ist und damit diese Kulturen auch prägt.
Für den Elternkurs soll der Begriff einer Kultur aber etwas weiter gefasst werden und kleinere Gruppen bis hin zur {{@|Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur|Idiokultur}} einschließen.
Der Begriff der Kulturdimension wird so etwas dehnbarer und kann interessante neue Interpretationen zulassen.

Das hier angebotene Kulturmodell entspricht keinem der wissenschaftlichen Kulturmodelle exakt, aber das ist auch nicht so wichtig.
Es geht hier darum, dass ihr selbst weitere Kulturdimensionen hinzufügen könnt, um eurem eigenen Bedarf gerecht zu werden.
Eine [[w:Jugendkultur|Jugendkultur]] kann einen anderen Bedarf an Kulturdimensionen haben als die Kultur der Erwachsenen.
Auch eure Familienkulturen können unbekannte Dimensionen aufzeigen und die Schulkultur existiert vielleicht noch gar nicht.
Wenn eure Schule keine Schulkultur hat sollte der {{@|Klassenrat und Familienrat|Klassenrat}} möglicherweise eine Klassenkultur beschließen.
Eine Klassenkultur kann auch einen kleinsten gemeinsamen Nenner einer Klasse bilden und kleineren Gruppen erlauben eine präzisere {{@|Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur|Idiokultur}} darauf aufzubauen.

Weniger grundlegend aber auch interessant sind die [[w:Interkulturelle_Kompetenz#Typische_Beispiele_kultureller_Unterschiede|typischen Beispiele kultureller Unterschiede]] im Wikipedia Artikel zu interkultureller Kompetenz.

<!-- -->
<!-- Bitte KEINE Kulturdimensionen hier einfügen. Die Aufforderung bezieht sich auf die eigene Kopie, nicht auf diese Tabelle. -->
<!-- -->

{| border="0" style="text-align:left"
|-style="background-color:#eee;text-align:center"
!style="width:25%" | Kulturdimension
!style="width:25%" | Familienkultur 
!style="width:25%" | Schulkultur 
!style="width:25%" | Jugendkultur
|-style="background-color:#eee"
| Ausdauer bei der Verfolgung von Zielen<br>(beim Spiel oder bei gewählten Aufgaben) || || ||
|-style="background-color:#eee"
| [[w:Neugier|Neugier]] oder Desinteresse || || ||
|-style="background-color:#eee"
| Aus Erfolgen und Misserfolgen Konsequenzen ziehen || || ||
|-style="background-color:#eee"
| Selbstvertrauen in die Wirksamkeit eigenen Handelns || || ||
|-style="background-color:#eee"
| Orientierung an längerfristigen Zielen („[[w:Belohnungsaufschub|Belohnungsaufschub]]“) || || ||
|-style="background-color:#eee"
| Ansporn statt Entmutigung als Folge von Misserfolgen oder geringen Teilerfolgen || || ||
|-style="background-color:#eee"
| [[w:Individualismus|Individualismus]] (individuelle Anreize) oder [[w:Kollektivismus|Kollektivismus]] (Gruppenanreize) || || ||
|-style="background-color:#eee"
| [[w:Egozentrismus|Egozentrismus]] oder [[w:Kollektive_Intelligenz#Soziologische_Beschreibung|kollektive Intelligenz]] (z.B. [[w:Mentoring|Mentoring]]) || || ||
|-style="background-color:#eee"
| [[w:Femininität|Femininität]] (Konfliktlösung durch Gleichheitsprinzip, Orientierung zu Gesamtheitlichkeit und Lebensqualität) oder [[w:Maskulinität|Maskulinität]] (Wettbewerbsorientierung) || || ||
|-style="background-color:#eee"
| Bildungsnähe oder [[w:Bildungsferne|Bildungsferne]] || || ||
|-style="background-color:#eee"
| [[w:Geert_Hofstede#Unsicherheitsvermeidung_(Uncertainty_Avoidance_Index_-_UAI)|Unsicherheitsvermeidung]] (Bedürfnis nach oder Widerstand gegen Formalismus) || || ||
|-style="background-color:#eee"
| Machtdistanz (Sichtweise von Hierarchien, z.B. Respekt) || || ||
|-style="background-color:#eee"
| [[w:Materialismus|Materialismus]] oder [[w:Postmaterialismus|Postmaterialismus]] || || ||
|-style="background-color:#eee"
| Langzeit- gegenüber Kurzzeitorientierung || || ||
|-style="background-color:#eee"
| [[w:Exklusion|Exklusionismus]] gegenüber [[w:Universalismus|Universalismus]] || || ||
|-style="background-color:#eee"
| Freizügigkeit oder Restriktion/Selbstbeschränkung || || ||
|-style="background-color:#eee"
| [[w:Höherstufiger_Wunsch|Höherstufige Wünsche]] oder [[w:Impulsivität|Impulsivität]] || || ||
|-style="background-color:#eee"
| Monochrone (zeitorientierte) und polychrone (gleichzeitige) Aspekte (z.B. [[w:Pünktlichkeit#Pünktlichkeit_in_verschiedenen_Kulturen|Pünktlichkeit]]) || || ||
|-style="background-color:#eee"
| Zeitgefühl <table><tr><td>Asien</td><td>vergangenheitsorientiert (Vorfahren, Werte)</td><tr><tr><td>Lateinamerika, Afrika, Südeuropa</td><td>gegenwartsorientiert</td></tr><tr><td>Westeuropa, Nordamerika</td><td>zukunftsorientiert (Ziele erreichen)</td></tr></table> || || ||
|}


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Was fehlt in dieser Tabelle? Findet eure eigenen Kulturdimensionen und fügt sie in die Tabelle ein.
* Ist "Gesprächigkeit oder Wortkargheit" eine Kulturdimension?
* Gibt es einen Bezug zwischen Kulturdimensionen und [[w:Persönlichkeitseigenschaft|Persönlichkeitseigenschaften]]?
}}

==== Testet eure Jugendkultur ====
{{Zitat2|zitat=Die Jugendlichen richten sich weder nach den sogenannten "traditionellen" Werten, wie Treue, Pflichtgefühl etc.; noch haben sie "modernere" Werte umfassend an deren Stelle gesetzt, die vermeintlich eine individuelle Selbstverwirklichung besser zu stützen in der Lage sind als die Wertorientierungen älterer Generationen. Vielmehr mixen sich die Jugendlichen einen "Wertecocktail" aus unterschiedlichen Werten, welche am besten zu ihren individuellen Plänen zur Lebensgestaltung zu passen scheinen.|quelle=[https://www.familienhandbuch.de/jugendforschung/jugend-heute/jugend-ohne-perspektive-alte-werte-und-neuer-generationenkonflikt Jugend ohne Perspektive? - "Alte" Werte und "neuer" Generationenkonflikt]|autor=Mathias Albert}}

Was ist eure Jugendkultur? Ihr könnt eure Jugendkultur testen indem ihr eure Kulturmodelltabelle um Kulturdimensionen ergänzt, die für eure Jugendkultur oder Jugendkulturen gelten. Anschließend könnte ihr die Tabelle als Fragebogen benutzen und Jugendlichen aus eurem Umfeld vorlegen.
Eine statistische Auswertung zeigt wie eure gemeinsame Jugendkultur aussieht.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wie sammelt ihr am besten Ideen für Kulturdimensionen?
* Wie sollte die Tabelle ausgefüllt werden? Welche Informationen sind zu den jeweiligen Kulturdimensionen erforderlich?
* Wie sollte der Fragebogen geändert werden, damit die Umfrage ohne umfangreiche Erklärungen durchgeführt werden kann?
* Warum könnte die Jugendkultur für einen Elternkurs wichtig sein? 
}}

Wenn der Elternkurs Eltern zu Verständnis für Jugendliche anleiten soll kann es wichtig sein den Eltern, die dieses Verständnis noch nicht haben, die Jugendkultur verständlicher zu machen, besonders die Aspekte, die von Eltern gerne kritisiert werden. Eine demokratische Erziehung bedeutet auch die Kultur des anderen zu respektieren und Kompromisse zu finden, wo dies möglich ist. Eltern werden manche Aspekte der Jugendkultur möglicherweise als eine Art [[w:Gegenkultur|Gegenkultur]] ansehen.

{{Tipp2|image=Crystal_Clear_app_error.png|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Diese Umfrage kann als Übung verwendet werden um Techniken zu Umfragen und Auswertungen einzuüben.
Die wichtigeren Umfragen beziehen sich auf Familien, Erziehung und Mentoring.
Als Schüler dürft ihr das aber gerne anders sehen.
}}

==== Kapitalismus als Mittel zum Zweck ====

{{Zitat2|zitat=Besonders aus ökonomischer Sicht entwickelte sich die Einsicht, dass wachsender materieller Wohlstand in den Industrieländern ab einem gewissen Maß nicht zu steigendem Wohlbefinden führt.
|quelle=[http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/familie,did=131512.html Wissenschaftliche Bestandsaufnahme der Forschung zu "Wohlbefinden von Eltern und Kindern"]|autor=Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend}}

Ein Fehler in der Bewertung moralischer Prioritäten, der sich im Kapitalismus fast wie ein Anti-pattern ergibt, ist es dem kapitalistischen System eine hohe Priorität einzuräumen und darüber hinaus enge persönliche Beziehungen und Förderung als wichtige Priorität anzusehen, aber dem Allgemeinwohl nur eine geringere Priorität zuzuweisen. Ein moralischer Fehler, der sich daraus ergibt, ist es, dass man damit implizit ein geringeres Bildungsniveau der Allgemeinheit bevorzugen müsste, um dem Zweck einen kapitalistischen Vorteil für sein gewähltes soziales Umfeld zu erlangen und zu erhalten zu dienen. Trivialerweise ist dies aber keine besonders moralische Position; trotzdem muss man damit rechnen, dass einige Teile der Gesellschaft exakt diese Position vertreten.

{{Tipp2|image=Japan road sign 206-L.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wo ist der Fehler in der Bewertung moralischer Prioritäten?
* Ist das Allgemeinwohl wichtiger als Freunde und Bekannte?
* Ist das Allgemeinwohl wichtiger als Kapitalismus?
* Ist der Fehler die Bewertung als unveränderliche Prioritäten?
* Was ist von den Vertretern des "kapitalistischen Vorteils" zu halten?
}}

{{@|Mentoring}} stellt also insofern ein höheres moralisches Niveau dar (oder zumindest eine Verfeinerung der moralischen Bewertung), als dass die Grundlage eine bewusste Entscheidung ist, dass man zwar einen geistig Behinderten nicht bis zum Medizinstudium fördern muss, aber das beliebige Dritte ein Anrecht auf ein gewisses Maß an Förderung haben sollten.

Eine andere wesentliche Argumentation in Bezug auf Kapitalismus ist, dass Kapitalismus ein Mittel darstellt um einen Zweck zu erreichen.
Wenn das Mittel aber zum Selbstzweck wird, wie es in einer kapitalistischen Gesellschaft passieren kann, dann ist die Frage nach dem eigentlichen Zweck offen. Die offene Frage zeigt sich auch im Verhalten von kapitalistischen Organisationen: Die Organisationen folgen den Aufträgen, die diese von anderen erhalten, aber haben darüber hinaus nicht immer eigene Interessen und Ziele, wie beispielsweise [[w:Corporate Social Responsibility|Corporate Social Responsibility]]. Das effiziente kapitalistische Unternehmen ist so gesehen überwiegend fremdbestimmt.

Im Kapitalismus hat man also so gesehen weniger echten [[w:freier Wille|freien Willen]], wenn man sich gezwungen sieht immer die ökonomisch effizienteste Entscheidung zu treffen. Es handelt sich dabei ja nur um eine mathematische Optimierungsaufgabe, deren perfekte Lösung an sich also logischerweise keine freie Entscheidung sein kann und auch Erlebnis-Shopping ist nur sehr eingeschränkt als freier Wille zu betrachten, da die Zufallskomponente sehr hoch ist, und die Motivation häufig nur ein Wunsch erster Ordnung und kein [[w:höherstufiger Wunsch|höherstufiger Wunsch]] ist.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Ist ein Zweck des Kapitalismus dem Allgemeinwohl zu dienen?
* Was ist Corporate Social Responsibility?
* Was wissen Eltern über Corporate Social Responsibility?
* Warum ist das wichtig?
}}

{{Siehe auch|Lehrplan "Corporate Social Responsibility"|
wiki=v:Lehrplan:Corporate_Social_Responsibility|
quellenangabe=Wikiversity}}

=== Elternkompetenzen und andere Kompetenzen ===

Es gibt verschiedene Kompetenzbegriffe, die wichtige Kompetenzen im Umfeld von Erziehung und Bildung definieren. Als Beispiel sei hier die {{@|interkulturelle Kompetenz}} genannt, die definierbar ist als "die Fähigkeit, Orientierungen an wechselseitig nicht geteilten kulturellen Werten und kommunikativen Regeln zu erkennen, zu beherrschen oder aushandeln zu können". In der Wikipedia finden sich beispielsweise die Begriffe [[w:Selbstlernkompetenz|Selbstlernkompetenz]], [[w:Handlungskompetenz|Handlungskompetenz]] und [[w:Informationskompetenz|Informationskompetenz]].
Die exakte Definition der Kompetenzbegriffe wird hier bewusst den Autoren des Elternkurses überlassen. Auch die Überlegungen zur Definition der Kompetenzbegriffe sollten hilfreich sein um besseres Verständnis herbeizuführen und neue Impulse für den Elternkurs zu geben.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wie würdet ihr Bildungskompetenz, Lernkompetenz und Erziehungskompetenz definieren? Sammelt eure Ideen für jeden der Begriffe als [[w:Assoziogramm|Assoziogramm]]. 
* Wenn man diese Kompetenzen als wünschenswert ansieht, was folgt daraus für Familien?
* Welchen Bezug haben eure Schlussfolgerungen zu [[w:Lebenslanges_Lernen|lebenslangem Lernen]]?
}}

Der Elternkurs [[w:Triple P|Triple P]] definiert Erziehungskompetenz beispielsweise über fünf Grundprinzipien der Erziehungskompetenz:
# Für eine sichere und interessante Umgebung sorgen
# Eine positive und anregende Atmosphäre schaffen
# Konsequent sein
# Nicht zu viel erwarten
# Die eigenen Bedürfnisse beachten

{{Siehe auch|Eltern können Erziehungskompetenz lernen - mit Triple P|
url=http://www.familienhandbuch.de/familienbildung/programme/eltern-konnen-erziehungskompetenz-lernen-mit-triplep|
quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}

=== Respektökonomie ===

Respekt wird manchmal als [[w:Gut_(Wirtschaftswissenschaft)#Knappe_Güter|knappe Ressource]] behandelt, obwohl dazu nicht immer eine Notwendigkeit besteht. Der Umgang mit Respekt ist ein Beispiel für eine oft undurchdachte Handlungsweise, deren Auswirkungen wesentlich sein können, die aber trotzdem oft eher emotional als logisch begründet wird. Eine Überlegung, die sich aus dem folgenenden Abschnitt ergeben kann, ist, ob der Umgang mit Respekt eine oder sogar mehrere Kulturdimensionen für euer Kulturmodell darstellen könnte.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Was sind Gründe für Respekt ...
** in eurem sozialen Umfeld?
** gegenüber Personen, die durch die Medien bekannt sind?
** gegenüber Personen, die keiner der beiden Gruppen angehören?
* Was sind mögliche Auswirkungen von Respekt? (Siehe auch {{@|Mangel an Respekt}})
}}

Man könnte untersuchen in wie fern das Verhalten von Respekt eine Frage der eigenen Kultur ist und welche Eigenschaften einer Kultur das Verhalten von Respekt als knappe Ressource beeinflussen.
Analysiert wie sich Respekt verhält wenn Personen sich einer Gruppe anschließen oder eine Gruppe verlassen bzw. einen Ort betreten oder verlassen.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Unter welchen Bedingungen verhält sich Respekt als knappe Ressource?
* Unter welchen Bedingungen verhält sich Respekt nicht als knappe Ressource?
* Was sind die Charakteristiken dieser beiden Kategorien oder was sind kulturelle Eigenarten, die den Effekt verstärken oder abschwächen?
}}

Ein anderer Zusammenhang zwischen Respekt und einer Kultur sind die Verhaltensweisen und Normen, die bestimmen womit jemand sich Respekt verdienen kann und womit man Respekt verlieren kann.
Es könnte also sein, dass Respekt als knappe Ressource verwendet wird um wünschenswerte kulturelle Eigenschaften oder Persönlichkeitseigenschaften zu begünstigen und unerwünschte Eigenschaften bewusst oder unbewusst zu benachteiligen.
Man könnte es auch als einen Aspekt einer Schulnote ansehen, dass damit ein gewisses Maß an Respekt für die Schüler reserviert wird, die entsprechende Leistungen erbracht haben, auch in diesem Fall wäre also Respekt eine knappe Ressource.
Bei Spielen, bei denen es nur einen einzelnen Gewinner gibt, oder nur eine vergleichsweise kleine Anzahl an Besten, wie zum Beispiel bei der Olympiade, ist Respekt ebenfalls eine knappe Ressource, die nur an eine vergleichsweise kleine Gruppe ausgeteilt wird.
Die Abhängigkeit zwischen Kultur und Respekt wird beispielsweise auch von der Machtdistanz beeinflusst; wird eine ungleiche Verteilung von Macht eher akzeptiert wird Respekt als Ressource folglich von den weniger Einflussreichen zu den Einflussreicheren umverteilt.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Sollte Respekt eine knappe Ressource sein?
* Wenn Respekt manchmal eine knappe Ressource sein kann, was sind wünschenswerte Eigenschaften dieser Ressource?
* Was sind Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen oder Standards, die Respekt verdienen sollten?
* Was sind Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen oder Standards, die tatsächlich respektiert werden?
* Kann das Erhöhen eines Standards Respekt verlagern und bedeutet das, dass höhere Standards möglicherweise eine moralische Verpflichtung mit sich bringen?
* Welche Verpflichtung könnte das sein? 
}}

=== Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur ===

Der Begriff Idiokultur ist abgeleitet vom altgriechischen ἴδιος (idio), was soviel bedeutet wie "eigen"; er beschreibt die Menge von Konventionen, Normen und Werten einer einzelnen Person oder einer kleinen Gruppe von regelmäßig interagierenden Personen, wie beispielsweise einer Familie oder eines Freundeskreises.
In Analogie zur Kulturkompetenz könnte man also die idiokulturelle Kompetenz als die Fähigkeit bezeichnen, wechselseitig nicht geteilte idiokulturelle Werte und Verhaltensweisen wahrzunehmen, sie anwenden zu können und über die Anwendung oder Anwendbarkeit von idiokulturellen Werten und Verhaltensweisen mit anderen einen Konsens herbeiführen zu können.
Verständnis für die idiokulturellen Elemente einer anderen Person oder Gruppe kann genaue Kenntnis der Person oder Gruppe und ihres soziokulturellen Hintergrundes erfordern.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Hat eine Schulklasse idiokulturelle Elemente?
* Wie wird die Idiokultur einer Gruppe von anderen Kulturen beeinflusst?
* Ist eine Idiokultur notwendigerweise überwiegend eine undurchdachte, implizite Übereinkunft einer Gruppe?
* Wie kann eine Gruppe ihre Idiokultur formal konkretisieren? 
}}

Eine Möglichkeit die eigene Idiokultur zu formalisieren ist ein persönlicher Verhaltenskodex, der anderen bekannt ist und zu dessen Einhaltung andere jederzeit auffordern dürfen. Wenn man sich einen persönlichen Verhaltenskodex ausgewählt hat ist damit nicht die gesamte Idiokultur beschrieben, sondern nur der Teil, der anderen formal bekannt gemacht werden soll. Ein nützlicher Hinweis in einem Verhaltenskodex ist, dass grundsätzlich jede freundliche Aufforderung den Verhaltenskodex einzuhalten wohlwollend überprüft wird.
Ebenfalls nützlich für einen Verhaltenskodex ist das Angebot einer {{@|Konstruktive Streitkultur|konstruktiven Streitkultur}}.
Ein Verhaltenskodex, der philosophische Positionen beschreibt, kann sich auch in einer {{@|Philosophiekratie}} als nützlich erweisen.
Wenn viele Personen einen Verhaltenskodex veröffentlichen kann es hilfreich sein, wenn Einzelne nicht ihre ganz persönliche Variante erstellen, sondern sich mit einer Gruppe einigen, deren Verhaltenskodex sie akzeptieren können. Kleinere Gruppen können auch die Verhaltenskodices größerer Gruppen übernehmen und um eigene Anmerkungen ergänzen.

== Verhaltensmuster und Anti-patterns ==
{{/kapitel|de=Verhaltensmuster und Anti-patterns|en=Patterns and anti-patterns}}
[[wikipedia:Pedagogical_patterns|Pädagogische Verhaltensmuster]] und [[w:Anti-pattern|Anti-patterns]] ("Gegenverhaltensmuster" oder "kontraproduktive Verhaltensmuster") sind wünschenswerte oder vermeidenswerte Situationen und Verhaltensmuster, die ein Elternkurs fördern sollte oder helfen sollte zu vermeiden.
Genau genommen wird der Begriff Anti-pattern verwendet um eine "häufig neu erfundene schlechte Lösung für ein Problem" zu beschreiben aber hier wird er auch im weiteren Sinne verwendet um vermeidenswerte Situationen zu beschreiben, die "einfach so passieren".

Ein Weg um Verhaltensmuster und Anti-patterns mit einer Autorengruppe zu entdecken ist die [[w:Concept-Map|Begriffslandkarte]] oder das [[w:Assoziogramm|Assoziogramm]].
Die Autoren können Konzepte, die sie erkennen, auf einer Karte einzeichnen und Konzepte verbinden bei denen sie einen Bezug erkennen.
Es kann nützlich sein über mehrere Tage an einem oder mehreren Assoziogrammen zu arbeiten um zwischendurch ausreichend Zeit zum Nachdenken zu geben.
In einer folgenden Diskussionsphase kann die Gruppe Konzepte und Relationen verfeinern und ausdünnen.
Begriffslandkarten können mit einigen der bekannten Konzepte aus der Elternbildung beginnen und können Beispiele, Muster, Anti-patterns und andere Konzepte verbinden.
Farben oder Symbole können verschiedene Arten von Konzepten oder Relationen zwischen Konzepten unterscheiden.

{{Tipp2|image=Crystal_Clear_app_error.png|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Assoziogramme können auch in Kursen verwendet werden in denen Fragebögen erlauben Antworten als Assoziogramm auszuwerten.
Ein Assoziogramm kann die Beteiligung verbessern, weil jeder so einen Weg findet selbst kleinste Beobachtungen beizutragen.
Dies kann helfen Eltern zu involvieren, die ansonsten sehr wahrscheinlich passive Beobachter bleiben würden.
}}

=== Pädagogische Verhaltensmuster ===

==== Familienkonferenz ====

Die folgenden Verhaltensmuster stammen aus dem Kurs [[w:Familienkonferenz|Familienkonferenz]].

===== Aktives Zuhören =====

[[w:Aktives_Zuhören|Aktives Zuhören]] (empathisches Zuhören) beschreibt die Fähigkeit, Meinungen und Gefühle von Gruppenmitgliedern zu reflektieren. Ein wichtiges Ziel des aktiven Zuhörens ist es, das Gruppenmitglied oder das Kind dazu anzuleiten, die eigenen Probleme zu verstehen und Problemlösungen selbst herzuleiten. Ein wichtiges Element dabei ist es, Gesagtes mit eigenen Worten zu wiederholen.

===== Ich-Botschaften =====

[[w:Ich-Botschaft|Ich-Botschaft]] sind neutrale, sachliche Aussagen, durch welche der Sprecher dem Angesprochenen etwas über sich selbst mitteilt. Das kann eine Aussage über ein Gefühl oder einen Zustand sein (z.B. „Ich bin zu müde, etwas zu spielen“) oder es kann beschreiben, welche Auswirkung eine Handlungsweise des Angesprochenen auf den Sprecher hatte oder haben könnte.

Ein Beispiel für eine Ich-Botschaft ist: „Wenn du Sand aus dem Sandkasten auf meinen Läufer wirfst, muss ich eine Zeit damit zubringen, ihn zu putzen und das mag ich nicht“.

: Siehe auch: {{@|Du-Botschaften}}


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Nicht jeder Satz, der mit ich anfängt, ist eine Ich-Botschaft.
* Was ist der Sinn einer Ich-Botschaft?
* Was unterscheidet eine Ich-Botschaft von einem Satz mit ich?
}}

===== Niederlagelose Konfliktlösung =====

Die niederlagelose [[w:Konfliktmanagement|Konfliktlösung]] (''[[w:Win-win|Win-win-Konfliktlösung]]'') des Gordon Modells geht zurück auf die von [[w:John Dewey|John Dewey]] entwickelten ''sechs Schritte zur kreativen Lösung von Konflikten''.
Das Ziel ist es eine Lösung zu finden, der alle involvierten Parteien zustimmen können und alle Parteien zu der Konfliktlösung einzuladen, weil Kinder, und Menschen im Allgemeinen, eher bereit sind einer Lösung zuzustimmen an der sie mitgewirkt haben.

==== kess-erziehen ====

Ziel des Kurses kess-erziehen ist es einen kooperativen, [[w:Demokratische Erziehung|demokratischen Erziehungsstil]] zu fördern, dazu werden gemeinsame Regeln für das Familienleben aufgestellt und Beschlüsse werden von allen in einem Familienrat gefasst.

Der Kurs fördert die Fähigkeit der Teilnehmer die sozialen [[w:Grundbedürfnis|Grundbedürfnisse]] eines Kindes zu verstehen, deren Missachtung zu unerwünschtem Verhalten führt. Erwachsene und Kinder werden als gleichwertig angesehen und die gegenseitige Anerkennung von Bedürfnissen wird hervorgehoben.

Die Eltern oder Erzieher lernen Entwickeln von [[w:Kooperation|Kooperation]], [[w:Konfliktmanagement|Konfliktmanagement]] und den Kindern Grenzen durch logische Konsequenzen zu vermitteln.
Konsequentes, ermutigendes Handeln soll Selbstständigkeit fördern und Kindern erlauben möglichst viel Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Die Teilnehmer werden angeleitet situationsorientiert zu handeln, Kindern Wahlmöglichkeiten anzubieten und positives Verhalten zu beachten, anstatt primär auf negatives Verhalten zu reagieren. Dadurch werden [[w:Selbstwert|Selbstwertgefühl]] und partnerschaftlich verantwortungsvolles Verhalten gefördert. 

===== Edelsteinmomente =====

Zeiträume mit einer besonderen Qualität von Zuwendung in denen Eltern ihren Kindern ungeteilte Aufmerksamkeit schenken und [[w:Aktives_Zuhören|aktiv zuhören]] werden als Edelsteinmomente bezeichnet. Edelsteinmomente sollen den Kindern besondere Wertschätzung vermitteln.

Edelsteinmomente können die Form sich wiederholender Rituale annehmen, die Zuneigung ausdrücken. Für jüngere Kinder können solche Rituale beispielsweise bekannte Rituale sein wie Kuscheln und Umarmungen am Morgen, in die Arme laufen bei Begegnungen oder eine Gute-Nacht-Geschichte am Abend.

===== IRIS Strategie =====

Die IRIS Strategie bedeutet "Interrupt. Respektieren. Ignorieren. Selbst handeln." und ist eine Strategie, oder eher eine Gruppe von Strategien, die einem gemeinsamen Schema folgen, um mit störendem, aggressivem oder anderen Formen von unerwünschtem Verhalten bei Kindern umzugehen.
Das gemeinsame Schema ist für den Erwachsenen seine Handlungsweise zu unterbrechen (Interrupt),
über die Perspektive des Kindes nachzudenken und die Perspektive des Kindes zu respektieren (Respekt),
das störende Verhalten zu ignorieren um es nicht mit Aufmerksamkeit zu belohnen (Ignore) und,
möglicherweise deutlich später, mit Verhalten zu reagieren, dass der Erwachsene als angemessen ansieht um auf ein potentielles Problem zu reagieren (Selbst handeln).
[[#Edelsteinmomente|Edelsteinmomente]] können beispielsweise einer Reaktion auf ein Kind sein, dass sich abgelehnt fühlt.

===== Ermunterungsdusche =====

Für Kinder, die Aufmunterung benötigen, bietet das Verhaltensmuster "Ermunterungsdusche" eine Methode {{@|Selbstwertgefühl}} zu vermitteln:
In einem Kreis aus Verwandten oder Freunden sagt jeder dem Kind was er an dem Kind mag, was das Kind gut macht oder was dem Verwandten oder Freund gefallen hat und ähnliche Ermunterungen. Das Kind bedankt sich bei jedem und erzählt im Anschluss daran seine eigene Sichtweise seiner Stärken.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Was kann bei diesem Muster schiefgehen? Was kann passieren wenn Ermunterungen nicht gut überlegt sind und oberflächlich klingen? Ist [[#Mentoring|Mentoring]] eine logische Weiterführung für ältere Kinder und Jugendliche?
}}

===== 10-Punkte Strategie für Konfliktlösungen =====

Der Kurs [[#kess-erziehen|kess-erziehen]] bietet eine 10-Punkte Strategie für Konfliktlösungen:

* '''Phase I''' : Erkläre deine Position und würdige Emotionen.
** Mache einen Termin ― dies kann Teil eines [[#Familienrat|Familienrats]] sein.
** Finde mehr über die Gefühle des Kindes heraus.
** Zeige Sympathie oder wenigstens Verständnis für die Gefühle des Kindes.
** Erkläre deine Position ― eine Gelegenheit [[#Ich-Botschaften|Ich-Botschaften]] zu verwenden.
* '''Phase II''' : Finde Lösungen
** Lade das Kind ein mit an der Lösung von Problemen zu arbeiten.
** Schreibe die Vorschläge auf ein Blatt Papier.
** Entferne inakzeptable Vorschläge.
** Wähle den besten Vorschlag oder suche einen Kompromiss.
* '''Phase III''' : Implementiere die Lösung
** Verhandle eine Erprobungsphase.
** Prüfe den Erfolg der gewählten Lösung.


{{Siehe auch|Eltern als Mediatoren|
url=http://www.familienhandbuch.de/haufige-probleme/aggressionen-bei-kindern/eltern-als-mediatoren|
quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}

==== Familienrat ====

Ein Familienrat ist ein demokratisches Gremium einer Familie. Das pädagogische Ziel ist es Kindern zu erlauben Mitbestimmung, Verantwortung, Einbeziehung, Fairness, Ermutigung und Unterstützung zu erfahren (Siehe: {{@|Irrige Nahziele (Missverstandene Ziele)|Irrige Nahziele}}).
Der Zweck eines Familienrats kann auch [[w:demokratische Erziehung|demokratische Erziehung]] sein.
Der Familienrat stellt ein logisches Gegenstück zum [[w:Klassenrat|Klassenrat]] dar und beide Gremien können von einander lernen.
Erzieher in beiden Gremien können absichtlich Referenzen zum jeweils anderen Gremium verwenden; um {{@|Mangel an Konsistenz}} zu vermeiden sollten Lehrer und Eltern Anforderungen und Ideen in Bezug auf demokratische Erziehung und Pädagogik im Allgemeinen kommunizieren.

{{Siehe auch|
wiki=wikiversity:Assistant_teacher_course/Teachers'_handbook/Parenting|Teachers' handbook: Parenting|
quellenangabe=Assistant teacher course, englische Wikiversity|
url2=http://www.familienhandbuch.de/erziehungsfragen/allgemeine-erziehungsfragen/braucht-eine-familie-einen-familienrat|Braucht eine Familie einen Familienrat?|
quellenangabe2=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Überdenke diese {{@|Beispielregeln für einen Familienrat}}. Was würdest du empfehlen?
* Was ist der Sinn des Vetorechts der Eltern im Konsens?
* Warum müssen Meinungen begründet werden?
* Was ist der Sinn der zweiten Stimme und warum wird darüber diskutiert?
}}

===== Kommune =====

Das Kommune Verhaltensmuster fügt im Wesentlichen eine Einstellung zum Familienrat hinzu; die Einstellung ist es Rollen und Verpflichtungen zu tauschen um für eine Weile ein anderes Umfeld zu erschaffen. Jugendliche können wie Erwachsene in einer Wohngemeinschaft behandelt werden und damit Verpflichtungen und Rollen von Erwachsenen übernehmen.
Ein Ziel dabei kann sein, dass Jugendliche verantwortliche Rollen übernehmen, wie Ordnung herzustellen und tatsächlich die Notwendigkeit bestimmter Haushaltsaufgaben zu beschließen.

==== Empathie ====

[[w:Empathie|Empathie]] kann trainiert werden indem Verhalten, dass die Gefühle oder Perspektive anderer respektiert, begrüßt, belohnt und anderweitig gefördert wird. Das Verhalten gegenüber Tieren kann dabei eingeschlossen sein, wo dies angemessen erscheint.
Empathie kann auch von einem Erzieher demonstriert werden, um ein Rollenmodell anzubieten, dass Empathie begrüßt (siehe: {{@|Einflusspyramide}}).
{{@|Ich-Botschaften}} sind eine Methode einen Bedarf für Empathie für den Erzieher selbst zu kommunizieren.

==== Anleitung Dinge in Frage zu stellen ====

Anleitung Dinge in Frage zu stellen ist dazu gedacht die Einstellung zu fördern sich eine unabhängige Meinung zu bilden, die nicht unangemessen von den Meinungen anderer beeinflusst ist.
Der Erzieher kann gelegentlich auch etwas erfinden und dem Kind oder Jugendlichen erlauben sich eine unabhängige Meinung zu bilden ob die Erfindung wahr ist oder bloß eine erfundene Geschichte.
Der Erzieher sollte natürlich auch Meinungen, Vorurteile und Fakten in Frage stellen, andernfalls wäre das Verhaltensmuster leicht durchschaubar und unvollständig.
Besonders Meinungen sollten mit Kindern und Jugendlichen diskutiert werden. Ein {{@|Familienrat}} kann dafür genutzt werden Meinungen zu diskutieren, die für das Familienleben von Bedeutung sind.

{{Siehe auch|wiki=wikiversity:Theory Design Lab|Theory Design Lab|quellenangabe=Assistant teacher program, englische Wikiversity}}

==== Verhalten in Frage stellen ====

Ein Kind kann lernen zu akzeptieren, dass Eltern Verhalten in Frage stellen, wenn
es versteht, dass Eltern, die die Art und Weise des Kindes etwas zu tun in Frage stellen, eine Einleitung für etwas Interessantes sein können.
Um dies zu erreichen kann ein Erzieher das Kind zu Themen beraten, die überwiegend im Interessenbereich des Kindes liegen aber möglicherweise mehr oder weniger unbedeutend für den Erzieher sind.
Wenn der Erzieher dem Kind nützlichen Rat dezent und in einem Kontext, den das Kind als wichtig ansieht, anbietet, wird der Erzieher zu einem 
{{@|Eltern als natürliche Mentoren|natürlichen Mentor}}.
Eine Formulierung wie "Sollte dies so gemacht werden wie du es machst?" oder ähnliche Formulierungen können das Kind auffordern über sein Verhalten zu reflektieren und der Erzieher muss kein unwillkommenes Interesse daran zeigen gewisse Verhaltensweisen zu fordern, wo das Kind folgern kann was es tun sollte und bereit sein könnte dies auch zu tun, wenn es nicht unter Druck gesetzt wird.
Das Kind kann lernen die wohlwollende Natur der Frage zu begrüßen.
In einer hinreichend verstandenen Situation kann ein Kind [[#Natürliche_und_logische_Konsequenzen|logische Konsequenzen]] herleiten oder anbieten, die andernfalls der Erzieher anbieten würde.

{{Tipp2|image=Crystal_Clear_app_error.png|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Es gibt offensichtlich andere Gründe um für die eigenen Kinder ein natürlicher Mentor zu sein, daher sollte die größere Glaubwürdigkeit wenn man das Kind auffordert den Verstand zu benutzen eher als Nebeneffekt angesehen werden.}}

==== Konstruktive Streitkultur ====

Eine [[w:Streitkultur#Konstruktive_Streitkultur|konstruktive Streitkultur]] besteht aus einer Menge von Verhaltensmustern und Einstellungen, die konstruktive Kritik allgemein begrüßen und fördern.
Konstruktive Kritik unterscheidet sich von einfacher Kritik dadurch, dass Vorschläge gemacht werden wie ein Problem zu lösen ist oder wie eine Situation zu verbessern ist.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Die genauen Verhaltensmuster und Einstellungen können sich von Person zu Person unterscheiden.
Beschreibt eure eigenen Vorstellungen der notwendigen Verhaltensmuster und Einstellungen.
}}

==== Vorbild (Positives Rollenmodell) ====

Eltern, die [[w:Vorbild|Vorbilder]] sein möchten, würdigen die Tatsache, dass das Rollenmodell, dass ein Erzieher bietet, einen starken Einfluss auf ein Kind hat (siehe: {{@|Einflusspyramide}}).

: Siehe auch: {{@|Negatives Vorbild (Negatives Rollenmodell)|Negatives Vorbild}}

==== Familiencoach ====

Jugendliche können mit ihren Eltern abwechselnd die Aufgabe als Familiencoach übernehmen. Der Familiencoach ist eine einzelne Person die, im Gegensatz zum {{@|Familienrat}}, aber möglichst nicht anstatt des Familienrates, als Einzelner über das Zusammenspiel der Familie wacht.
Der Familiencoach kann vom Familienrat bestimmt werden oder das Amt kann per Jobrotation weitergegeben werden. Die Aufgabe des Familiencoaches ist
von selbst aktiv zu werden und zu intervenieren, wenn es Probleme zwischen Familienmitgliedern gibt, die sich nicht schnell von selbst klären. Der Familiencoach ist dabei Berater und wenn nötig auch [[w:Mediator|Mediator]].
Dadurch, dass jeder sich in der Rolle des Familiencoaches findet, werden so alle Familienmitglieder durch [[w:Learning by Doing|Learning by Doing]] zu weiterführendem Verständnis erzogen.
Damit sind Fortbildungen aber nicht ausgeschlossen, ein Mediator Training in der Schule und Ähnliches sind für jeden Familiencoach sinnvoll und empfohlen.

Der Familiencoach sollte insbesondere in der Lage sein Fortbildungen anzufordern oder durchzuführen. Außerdem kann der Familiencoach ein Logbuch führen, in dem beispielsweise eine unnötige Auseinandersetzung eingetragen wird. Der Familiencoach kann dann bei nächster Gelegenheit (z.B. im Familienrat) die Einträge in seinem Logbuch durchgehen und bei geselliger Stimmung die Teilnehmer erklären lassen wie man das Problem hätte vermeiden können. Viele Streitigkeiten werden mit genug Abstand leicht als überflüssig entlarvt. Sollte dieser Effekt nicht eintreten und die Probleme sich nicht im Familienrat lösen lassen sollte man über professionelle Fortbildungen und Elternkurse nachdenken.

==== Beziehungspflege ====

Von zentraler Bedeutung für die Beziehungspflege sollten die Begriffe {{@|Mangel an Quality Time|Quality Time}}, {{@|Selbstwertgefühl}} und {{@|kategorischer Imperativ}} sein.
Die Beziehungspflege als eigenständiges Konzept, anstatt als normales Sozialverhalten, kann wichtig werden, wenn in einer Familie Probleme aufgetreten sind oder wenn besondere Ereignisse besondere Maßnahmen erfordern.
Im alltäglichen Umgang miteinander, also im normalen Sozialverhalten, kann man Rituale zur Beziehungspflege verwenden, die Zeiträume für Quality Time schaffen und gegenseitigen Respekt vermitteln.
Beziehungspflege muss sich natürlich nicht auf Väter und Mütter beschränken, sondern auch die Beziehung zwischen Jugendlichen und Eltern kann der Pflege bedürfen.

{{Siehe auch|Rituale - Ihre Bedeutung für die Paarbeziehung|Unsere Familie - ein starkes Team|
url=http://www.familienhandbuch.de/familienforschung/ubergang-zur-familie/rituale-ihre-bedeutung-fur-die-paarbeziehung|
url2=http://www.familienhandbuch.de/familienforschung/kinder-in-der-familie/unsere-familie-ein-starkes-team|
quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik|
quellenangabe2=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik|
}}

=== Pädagogische Anti-patterns ===

<!-- kein exaktes Zitat, bei Gelegenheit mal bei kess-erziehen nachschlagen -->
{{Zitat2|autor=[[w:Marshall Rosenberg|Marshall Rosenberg]]|quelle=[[w:Elternkurs#kess-erziehen|kess-erziehen]]|zitat=Hinter jeder Art von Ärger verbirgt sich ein Bedürfnis das nicht erfüllt wurde. Leider haben die meisten von uns nicht gelernt in Bedürfnissen zu denken. Wenn unsere Bedürfnisse nicht erfüllt werden denken wir automatisch welche Fehler andere gemacht haben. Darum kritisieren wir unsere Kinder als faul wenn sie ihre Jacke auf dem Sofa liegenlassen ― nur weil wir sie in der Garderobe sehen möchten. ... Immer und immer wieder habe ich die Erfahrung gemacht, dass in dem Moment wo Menschen beginnen darüber zu reden was sie möchten anstatt was mit dem anderen nicht stimmt die Wahrscheinlichkeit eine Lösung für alle Bedürfnisse zu finden dramatisch ansteigt.}}

Dieses Buch selbst ist kein Elternkurs. Wenn pädagogische Anti-patterns ohne Lösung präsentiert werden darf das als Aufforderung an die Autoren von Elternkursen verstanden werden ihre eigenen Lösungen zu erfinden.

==== Du-Botschaften ====

Die Du-Botschaft ist das Gegenteil der {{@|Ich-Botschaften|Ich-Botschaft}}.
Eine Du-Botschaft in einem Konflikt beschuldigt jemand anderes, anstatt Verständnis für die eigene Sichtweise im Konflikt zu fordern.


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Nicht jeder Satz, der mit du anfängt, ist eine Du-Botschaft.
* Was ist das Problem bei der Du-Botschaft?
* Was unterscheidet eine Du-Botschaft von einem Satz mit du?
}}

==== Mangel an elterlicher Zuwendung ====

Wikinews berichtete,{{IntRef|wikinews:de:World_Vision_präsentiert_Studie_„Kinder in Deutschland 2007“|Studie: „Kinder in Deutschland 2007“}} dass 13% aller Kinder, 28% der Kinder von erwerbslosen Eltern und 35% der Kinder von erwerbstätigen Alleinerziehern in Deutschland sich über einen Mangel an elterlicher Zuwendung beklagen.
In Familien mit zwei Vollzeit erwerbstätigen Eltern trifft dies auf 17% der Kinder zu, in Familien mit einem Vollzeit erwerbstätigen Elternteil und einem Teilzeit erwerbstätigen Elternteil oder zwei Teilzeit erwerbstätigen Elternteilen trifft es auf 8% der Kinder zu und in Familien in denen nur einer von zwei Elternteilen erwerbstätig ist trifft es auf 6% der Kinder zu.

==== Mangel an Respekt ====

Mangel an Respekt kann Mangel an Respekt der Kinder für ihre Eltern oder der Eltern für ihre Kinder sein, genauer gesagt kann Respekt in der zwischenmenschlichen Beziehung von zwei beliebigen Personen und in beliebiger Richtung fehlen. Mangel an Respekt kann zu {{@|Funktionales (statt funktionierendes) Sozialverhalten|funktionalem Sozialverhalten}} führen und kann Aspekte einer {{@|Fremde Ökologie von außerirdischen Verhaltensmustern|fremden Ökologie von außerirdischen Verhaltensmustern}} begünstigen.
Respekt wird einer Person häufig wegen akademischer Leistungen oder einer Berufsbezeichnung gewährt, was dazu führen kann, dass alleinige Hausfrauen oder Hausmänner nicht unbedingt den größten Respekt erfahren.
Eltern können Jugendliche auffordern entweder die Arbeit, die getan wird, zu respektieren oder sie selbst für eine Weile zu tun (siehe {{@|Kommune}}).
Eltern (und Jugendliche) können auch beschließen Arbeit, die nicht hinreichend respektiert wird, nicht zu erledigen.
In einer kapitalistischen Gesellschaft, in der Personen vermutlich eine Anstellung benötigen, wird sich immer jemand finden um fast jede Arbeit zu erledigen aber in einer Familie kann und sollte ein höherer Standard der Motivation angestrebt werden.

Mögliche Fehler in Bezug auf Respekt sind keinen Respekt zu fordern oder zu viel Respekt zu fordern.

{{Siehe auch|wiki=wikiversity:Topic:Assistant_teacher_program/Respect_economy|Respect economy|quellenangabe=Assistant teacher program, englische Wikiversity}}

==== Mangel an Gemeinschaft ====

Mangel an Gemeinschaft kann unterschieden werden als {{@|Mangel an Sozialisierung}} oder {{@|Mangel an Quality Time}}.

===== Mangel an Sozialisierung =====  

Mangel an Sozialisierung ist ein Mangel an sozialen Ereignissen oder Kontakten.
Verschiedene Personen nehmen einen Mangel an Sozialisierung verschieden wahr, deshalb sollte man die Perspektive der betroffenen Person verstehen, wenn man einen Mangel an Sozialisierung bewertet; die Kultur und die Gewohnheiten einer Person können zu sehr unterschiedlichen Perspektiven führen.

===== Mangel an Quality Time ===== 

Mangel an [[w:Quality time|Quality Time]] unterscheidet sich von Mangel an Sozialisierung, weil Gemeinschaft nicht immer Quality Time bedeutet.
Ein Mangel an Quality Time kann beispielsweise vorhanden sein, wenn Jugendliche zu viel fernsehen oder Computerspiele spielen ohne dies wirklich zu genießen. Fast alles kann übertrieben werden und Jugendliche sind recht gut darin Verhalten zu übertreiben, wenn sie noch nicht gelernt haben angemessenes Verhalten zu zeigen.
Mangel an Quality Time kann auch Erwachsene betreffen, die sich an Verhalten gewöhnt haben, dass Quality Time nicht ausreichend berücksichtigt.

Eine Maßnahme um Mangel an Quality Time zu vermeiden sind Zeitpläne und geplante Ereignisse, die Quality Time als solche begünstigen und allgemein erwünschte Gemeinschaftserlebnisse vorsehen.

==== Erfolglose Diskussionen ====
{{Zitat2|zitat=Menschen unterhalten sich manchmal, als spielten sie Pingpong. Einer sagt was, der andere sagt seinen Kommentar dazu. Wenn er aufhört, spinnt der andere seinen Faden weiter, dann der zweite den seinen.|quelle=[http://www.familienhandbuch.de/erziehungsfragen/erziehungsfragen-im-jugendalter/mit-jugendlichen-reden-ohne-dass-sie-dicht-machen Mit Jugendlichen reden, ohne dass sie "dicht machen"]|autor=Helga Gürtler}}

===== Still abgelehnte Argumente =====

Jedes Argument, dass stillschweigend abgelehnt wird oder das ungeachtet der Gegenargumente als zutreffend oder wahr angenommen wird hat das Potential zu erfolglosen Diskussionen zu führen.
Offensichtlich hat die Bedeutung der Argumente, die ohne Anfechtung abgewiesen werden, einen Einfluss auf den Grad zu dem dieses Anti-pattern das Potential hat für Unfrieden zu sorgen. 
[[w:Dogma|Dogmatische Religion]] kann, als ein Aspekt, als Beispiel für Argumente angesehen werden, die nicht in Frage gestellt werden sollen.

==== Mangel an Konsens ====

Mangel an Konsens zwischen Erziehern verursacht {{@|Mangel an Konsistenz}} und Mangel an Konsens zwischen Eltern und Kindern kann zu offenem Streit führen.
Wege um Konsens zu erzielen sind der {{@|Familienrat}}, die {{@|Niederlagelose Konfliktlösung|niederlagelose Konfliktlösung}} und die {{@|10-Punkte Strategie für Konfliktlösungen}}.
Ein Versagen Konsens zu erzielen kann für einen Jugendlichen als das {{@|Probleme fortbestehen lassen|Zulassen von Problemen}} erscheinen, selbst wenn die Erzieher das Problem nicht wahrnehmen, weil es oft leichter ist für denjenigen, der die Regeln macht, ein Problem zu übersehen.

===== Erziehungsdifferenzen =====

Erziehungsdifferenzen sind Uneinigkeiten über den Erziehungsstil oder spezielle Erziehungsmethoden oder Erziehungsziele. Oft sind Erziehungsdifferenzen auch die Folge von mangelnder Absprache oder Planung.
Um Erziehungsdifferenzen zu beheben sollte man die genaue Ursache der Erziehungsdifferenzen erforschen.
Das sollten entweder die Eltern alleine machen, oder die Eltern zusammen mit dem {{@|Familiencoach}}.
Wenn die Erziehungsdifferenzen die ganze Familie betreffen kann man auch den {{@|Familienrat}} bemühen.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Welche Ursachen gibt es für Erziehungsdifferenzen?
* Wann sind Erziehungsdifferenzen ein Wertekonflikt?
* Wann ist {{@|Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur|idiokulturelle Kompetenz}} hilfreich um Erziehungsdifferenzen zu beheben?
* Wie kann man zukünftige Erziehungsdifferenzen vermeiden?
* Warum sind Erziehungsdifferenzen nicht gut für Kinder?
}}

==== Negatives Vorbild (Negatives Rollenmodell) ====

Gemäß der {{@|Einflusspyramide}} hat das [[w:Soziale Rolle|Rollenmodell]], dass ein Erzieher anbietet, einen sehr starken Einfluss auf ein Kind oder einen Jugendlichen.
Negative Rollenmodelle sind Rollenmodelle, die Verhaltensmuster zeigen, die als Anti-patterns angesehen werden könnten,
die {{@|Fremde Ökologie von außerirdischen Verhaltensmustern|außerirdische Verhaltensmuster}} zeigen oder die Verhalten zeigen, dass vom Beobachter nicht verstanden wird und nachteilige oder anderweitig unerwünschte Verhaltensmuster fördern kann, die vom Beobachter aber als akzeptabel erlernt werden.

: Siehe auch: {{@|Vorbild (Positives Rollenmodell) |Vorbild}}

==== Mangel an Konsistenz ====

Mangel an Konsistenz kann ein Resultat von [[#Erfolglose Diskussionen|erfolglosen Diskussionen]] sein, aber umfasst auch inkonsistente pädagogische Ideen oder Mangel an Kommunikation zwischen Erziehern.
Ein afrikanisches Sprichwort sagt "[[wikipedia:It_Takes_a_Village#Proverb_question|It takes a village to raise a child]]" (Es braucht ein Dorf um ein Kind zu erziehen).
Obwohl die Idee viele [[:en:Mentoring_Handbook#Natural_mentors|natürliche Mentoren]] zu haben erstrebenswert erscheinen mag ist ein Problem einer großen Gruppe von Erziehern Mangel an Konsistenz.
Mangel an Konsistenz kann dazu führen, dass Erzieher sich widersprechen und, schlimmer noch, ihrer jeweiligen Pädagogik widersprechen, was Jugendliche verwirren kann und das Potential hat Jugendliche zu motivieren nach Schlupflöchern zu suchen.

Mangel an Konsistenz kann absichtlich als [[#Anleitung Dinge in Frage zu stellen|Anleitung Dinge in Frage zu stellen]] verwendet werden.

==== Positive Rückkopplung statt positive Rückmeldung ====

Eine positive Rückmeldung, also einem Kind eine Rückmeldung geben, die es als positiv bewertet, ist selten ein Anti-pattern, aber eine positive Rückkopplung kann ein Anti-pattern sein.
Der Begriff "positive Rückkopplung" beschreibt einen [[w:Teufelskreis|Teufelskreis]].
Dieses Anti-pattern tritt auf, wenn Erzieher Teufelskreise in sozialer Kommunikation zulassen.
So einfach wie das auch klingen mag kann das Entdecken eines Teufelskreises, der einen psychologischen Effekt verstärkt, doch psychologische Einsicht und Vorstellungsvermögen erfordern.

Ein Beispiel ist ein Jugendlicher, der eine Bemerkung als Ermunterung versteht das Gegenteil dessen zu tun was verlangt wird, und dieses Verhalten provoziert wiederum die selbe oder eine ähnliche Bemerkung, wodurch sich die Rückkopplungsschleife schließt.
Diese Trotzreaktion ([[w:Negativismus|Negativismus]]) wird beispielsweise von Jugendlichen verwendet um ihre Autonomie von den Eltern zu behaupten.

Ein Erwachsener könnte beschließen einem Jugendlichen für Verhalten zu loben, dass nicht gezeigt wurde, und es dem Jugendlichen überlassen zu verstehen, dass das Kompliment ein Komplement war und dass der Jugendliche sich nicht wirklich wie beschrieben verhalten hatte; das kann aber zum gleichen Problem führen, wenn der Jugendliche dies als Ermunterung versteht ein vorzuziehendes Verhalten vorzugeben aber eine Lizenz daraus herleitet das unerwünschte Verhalten zu zeigen.
Der beabsichtigte Lerneffekt (das falsche Kompliment zu durchschauen) kann hier in positive Rückkopplung invertiert werden. 

Der Versuch umgekehrte Psychologie (engl. [[wikipedia:reverse psychology|reverse psychology]]) absichtlich anzuwenden um ein bestimmtes Verhalten zu erreichen kann auch leicht durchschaut werden, was [[w:Reaktanz_(Psychologie)|Reaktanz]] gegen das beabsichtigte Verhalten, anstatt des ausgesprochenen Angebots, hervorrufen kann, was wiederum zu positiver Rückkopplung führen kann.

Positive Rückkopplung kann als Versagen die Auswirkung des eigenen Verhaltens auf andere zu antizipieren, zu messen oder zu verstehen kategorisiert werden.

{{Zitat2|zitat=Die einzelnen benützen einander, um gewünschte Ergebnisse zu erzielen, ohne Rücksicht auf die gefühlsmäßigen und intellektuellen Dispositionen und auf die Zustimmung der Beteiligten. In der Ausnützung des anderen kommt körperliche Überlegenheit, Überlegenheit der Stellung, überlegenes Geschick, größere technische Fähigkeit, bessere Beherrschung mechanischer oder geldlicher Werkzeuge zum Ausdruck. Soweit die Beziehung zwischen Eltern und Kind, Lehrer und Schüler, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Herrschern und Beherrschten auf dieser Stufe bleiben, bilden die Beteiligten keine im eigentlichen Sinne soziale Gruppe, so eng sich auch ihre aufeinander bezogenen Tätigkeiten berühren mögen.|quelle=[[wikisource:Democracy and Education|Democracy and Education]]|autor=[[w:John Dewey|John Dewey]]}}

==== Funktionales (statt funktionierendes) Sozialverhalten ====

Warum ist funktionales Sozialverhalten ein Anti-pattern?
Der Begriff könnte interpretiert werden als "funktions-orientiertes" Sozialverhalten, was der Sinn ist, der hier gemeint ist.
Funktionsorientiertes Sozialverhalten (was vermutlich der bessere Begriff ist) reduziert die Interaktion mit Personen auf die Funktion einer Person in einem spezifischen Kontext.
Weitere Erwägungen über die Person und ihre Bedürfnisse sind nicht erforderlich.
Während diese Art von Verhalten in manchen Situationen angemessen sein mag (z.B. in einer langen Warteschlange im Supermarkt) kann es auch als Anti-pattern in vielen anderen Situation angesehen werden.
Man sollte wohl den Titel "Funktionales Sozialverhalten" beibehalten um zu betonen, dass funktionales (funktions-orientiertes) Sozialverhalten 
üblicherweise '''nicht''' als funktionales (funktionierendes) Sozialverhalten angesehen wird.

==== Probleme fortbestehen lassen ====

Probleme fortbestehen zu lassen ist eine Motivation für Kinder zu lernen den problematischen Zustand zu tolerieren.
Ein Beispiel ist, dass Eltern es manchmal gut meinen aber daran scheitern ihre guten Absichten zu kommunizieren.
Verhalten das aggressiv erscheint und fortbesteht kann ein Kind motivieren zu lernen das aggressive Verhalten zu tolerieren und zu erwarten, was kein wünschenswertes Ergebnis ist.
Jedes Verhalten das sozial schwierig ist und von einer Person gezeigt wird, die eine [[w:Bezugsperson|Bezugsperson]] für ein Kind ist, kann die Beziehung stören.
Eine Schlussfolgerung aus diesem Anti-pattern sollte sein, dass Eltern ihre Rolle als {{@|Vorbild (Positives Rollenmodell)|Vorbilder}} bewusst wiederherstellen sollten und nicht zulassen sollten, dass Probleme für eine längere Zeit fortbestehen.
Eine mögliche Vermeidungsstrategie ist es sich absichtlich während eines {{@|Familienrat|Familienrats}} nach wahrgenommenen Problemen zu erkundigen.
{{clear}}
{{Zitat2|zitat=Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest.|quelle=[[w:Kategorischer_Imperativ|Menschheitszweckformel]]|autor=[[w:Immanuel Kant|Immanuel Kant]]}}

==== Fremde Ökologie von außerirdischen Verhaltensmustern ====

Die Formulierung dieses Anti-patterns macht es möglicherweise besonders zugänglich für manche Jugendlichen.
Die "fremde Ökologie" ist eine Ökologie von Verhaltensmustern, die wachsen und sich reproduzieren können, wie eine fremde Ökologie, wenn sie unbehelligt bleiben.
Die Mittel der Verbreitung sind psychologische Effekte, wie unreflektierte Imitation und psychologische Reaktanz, aber die Verhaltensmuster können fast jede Komplexität oder Bedeutung erlangen und Bereiche des Lebens beeinflussen, von denen man erwarten könnte, dass sie von Vernunft kontrolliert werden.
Die Implikation ist, dass die "fremde Ökologie" hervorgerufen wird durch das Fehlen von [[w:höherstufiger Wunsch|höherstufigen Wünschen]], [[w:Metakognition|Metakognition]] und [[w:kollektive Intelligenz|kollektiver Intelligenz]] (und vermutlich dem Vorkommen einer [[wikipedia:alienation|alien-nation]]) und wie eine andere Ökologie oder Zivilisation funktioniert, die mit der eigentlichen Zivilisation konkurriert.
Die Implikation bedeutet, dass keine Person als "Außerirdischer" anzusehen ist, aber dass jeder zu der "fremden Ökologie" durch Gedankenlosigkeit oder durch allgemeinen Mangel an höherstufigen Wünschen, Metakognition oder kollektiver Intelligenz beitragen kann.

==== Anti-parents ====

Anti-parents (auf Deutsch "Anti-Eltern") sind kein Anti-pattern, weil diese Formulierung nur eine unangemessene Verallgemeinerung ist.
Dieses Wort in einem Elternkurs zu verwenden ist das eigentliche Anti-pattern, was dieser Abschnitt verhindern soll.
Der Begriff ist ein Wortspiel und wird daher mit hoher Wahrscheinlichkeit von einigen Schülern entdeckt werden.
Wenn Schüler darauf bestehen den Begriff "Anti-parents" zu erfinden kann man auf zwei Arten von Problemen schließen:
* Die Schüler haben nicht genug über ihre Arbeit nachgedacht, weil das Wort aufzunehmen nicht zweckdienlich ist für die Ziele eines Elternkurses.
* Die Vorschlagenden könnten größere Probleme haben, was einen erfolgreichen Elternkurs sogar noch wichtiger macht.

==== Motivationssuppe statt Supermotivation ====

Dieses Anti-pattern ist auch für Jugendliche ansprechend formuliert. Die Motivationssuppe ist ein Durcheinander von Motivationen, die alle irgendwie im "Wasser" schwimmen, sich zum Teil widersprechen und kein klares Ziel erkennen lassen. Das Gegenteil einer Motivationssuppe ist eine Supermotivation, wie man sie zum Beispiel von einem Mentor bekommt, der sich ein paar gute Gedanken gemacht hat. Die Supermotivation ist eine Motivation, die für den Jugendlichen aus seiner persönlichen Perspektive heraus sinnvoll ist und möglicherweise neues Interesse an einem sonst langweiligen Thema weckt oder einen interessanten Weg zu einem Thema eröffnet. Die Supermotivation kann natürlich auch einfach ein neues Verständnis für die Bedeutung eines Themas sein.

Es ist wichtig zu verstehen, dass zwischen der Motivationssuppe und der Supermotivation ein breites Spektrum an mittelmäßigen Motivationen existiert. Motivationssuppe und Supermotivation sind also ein [[w:Falsches_Dilemma|falsches Dilemma]], oder auch nur die beiden extremen Positionen eines Spektrums.

==== Roboterpsychologie ====

Der Begriff Roboterpsychologie ist natürlich kein wissenschaftlicher Begriff, sondern eine Metapher. Was könnte die Metapher bedeuten?
Roboter sind aus Metall, darum kann man sich möglicherweise in einem Roboter spiegeln. Übersetzt: Die Roboterpsychologie beinhaltet das Wiederholen von beobachtetem Verhalten nach der Maxime ("Was andere dürfen darf ich auch"), obwohl es oft Gründe geben könnte warum man bestimmte Verhaltensweisen nicht imitieren ("spiegeln") sollte.
Die Metapher impliziert damit einen Mangel an Verständnis für Psychologie und den {{@|kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ}}, weil psychologische Gründe und moralische Bedenken häufige Gründe sind warum man Verhalten nicht imitieren sollte.
Sehr einfache Roboter erkunden ihre Umwelt indem sie jeden Fehler mindestens einmal machen, also zum Beispiel vor Wände fahren.
Die Roboterpsychologie wäre also auch eine Metapher für übertriebenes Lernen-aus-Erfahrung ohne ausreichende Planung, oder auch für die generelle Bereitschaft Fehler zu machen.
Eine weitere Interpretation ist das Roboter sich ihrem Programm entsprechend verhalten, anstatt nach einem {{@|Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur|Verhaltenskodex}} (engl. code of conduct); der Roboter folgt also im Zweifelsfall dem falschen Code.

{{clear}}

== Verhalten von Kindern und Jugendlichen ==
{{/kapitel|de=Verhalten von Kindern und Jugendlichen|en=Behavior of children and adolescents}}
Ein Elternkurs ist nicht vollständig ohne auf mögliches Fehlverhalten von Kindern einzugehen und hier sind jugendliche Leser zweifellos Experten.
Die Autoren sollten wieder mal das [[w:Assoziogramm|Assoziogramm]] bemühen und Ideen für Fehlverhalten sammeln. Hat das Fehlverhalten einen Bezug zu den pädagogischen Verhaltensmustern und Anti-patterns? Die Autoren sollten für ihren eigenen Elternkurs die Verhaltensweisen erklären und in Bezug setzen, die sie selbst für wichtig halten. Wenn es eine primäre Zielgruppe gibt sollten auch nach Möglichkeit die Probleme dieser Zielgruppe erfasst werden.

Um die Probleme und Verhaltensweisen zu sammeln sollten die Autoren zuerst ein [[w:Brainstorming|Brainstorming]] durchführen, bei dem Ideen kategorisiert werden. Für jede Kategorie kann dann ein Assoziogramm erstellt werden in dem  Probleme und Verhaltensweisen festgehalten werden.
Es ist außerdem möglich eine Fragebogenaktion in der Klasse, der Schule und an Jugendtreffpunkten durchzuführen.
Die Fragebögen können Ideen zu den Kategorien sammeln oder auch eine Statistik über die Häufigkeit von Problemen erstellen.

{{Siehe auch|url=http://www.familienhandbuch.de/erziehungsfragen/erziehungsfragen-im-jugendalter/mit-jugendlichen-reden-ohne-dass-sie-dicht-machen|Mit Jugendlichen reden, ohne dass sie "dicht machen"|quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}

=== Erziehungsprobleme und Verhaltensprobleme bei Kindern ===

Für Erziehungsprobleme und Verhaltensprobleme bei Kindern sollten wieder Assoziogramme verwendet werden.
Die Autorengruppe sollte versuchen eine Übersicht der bekannten Probleme jüngerer Kinder zu erstellen und sie nach Kategorien zu ordnen.
Die professionellen Elternkurse bieten auch gelegentlich Vorschläge für konkrete Handlungsweisen, die nicht mit Verhaltensmustern beschrieben werden.
Eine weitere Möglichkeit ist es den Eltern das Wissen anzubieten, was die kindliche Psychologie aus einer bestimmten Situation macht, und nicht zu versuchen Verhaltensmuster zu bestimmen.
Auch bei diesem Ansatz sollte man aber zumindest Vorschläge machen wie Eltern sich verhalten können, weil nicht alle Eltern in der Lage sind aus einer abstrakten Beschreibung der kindlichen Psychologie sinnvolle Reaktionen zu ermitteln.
Das abstrakte Nachdenken über kindliche Psychologie sollte aber trotzdem als nützlich angesehen werden, weil die Eltern dabei ihre {{@|Selbstkonzept und Metakognition|Metakognition}} trainieren.

Wenn ein Kurs Verhaltensmuster anbietet ist es auch nützlich die Eltern Entscheidungen treffen zu lassen, sowohl im Kurs als auch im Alltag.
Eine gute Anleitung im Kurs würde also die Eltern auffordern im Kurs eine Auswahl an möglichen Verhaltensweisen zu bestimmen, die man im Alltag ausprobieren kann.
Es ist auch erlaubt im Kurs Verhaltensweisen vorzuschlagen, die nicht empfohlen sind.
Die Eltern werden durch die "Ballaststoffe" im Kurs dazu angeregt mehr über das angebotene Wissen nachzudenken.
Der Kurs sollte aber sicherstellen, dass die Eltern die absichtlichen Fehler bis zum Ende jeder Kurseinheit zuverlässig erkannt und aussortiert haben.
Außerdem sollten absichtliche Fehler in einem Begleitheft zum Kurs dokumentiert werden, damit Kursleiter und Lehrer die Didaktik des Kurses nachlesen können.
Da nicht jedes Kind gleichartig reagiert können die Eltern mit Auswahlmöglichkeiten auch ihr Kind besser kennenlernen: Wie reagiert das Kind auf welches Verhalten der Eltern?

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Welche Erziehungsprobleme gibt es und in welche Kategorien fallen sie?
* Welche Verhaltensprobleme gibt es und in welche Kategorien fallen sie?
* Welche Unterschiede gibt es bei verschiedenen Altersgruppen zu beachten? 
* Welche Erziehungsmethoden und Erziehungsstile sollen helfen?
}}

{{Siehe auch|Hilfe - mein Kind nervt!|Wenn Kinder wütend werden|Wenn Kinder übersensibel reagieren|Chaos im Kinderzimmer|
url=http://www.familienhandbuch.de/haufige-probleme/erziehungsprobleme/hilfe-mein-kind-nervt|
url2=http://www.familienhandbuch.de/haufige-probleme/erziehungsprobleme/wenn-kinder-wutend-werden|
url3=http://www.familienhandbuch.de/haufige-probleme/erziehungsprobleme/wenn-kinder-ubersensibel-reagieren|
url4=http://www.familienhandbuch.de/haufige-probleme/erziehungsprobleme/chaos-im-kinderzimmer|
quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik|
quellenangabe2=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik|
quellenangabe3=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik|
quellenangabe4=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik|
}}

=== Wechselwirkungen zwischen Verhalten von Erwachsenen und Jugendlichen ===

Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Verhalten von Erwachsenen und Jugendlichen, die ein Elternkurs erklären sollte?
Ein Beispiel ist die {{@|Positive Rückkopplung statt positive Rückmeldung|positive Rückkopplung}}.
Einige Wechselwirkungen mögen schon als Anti-patterns bekannt sein, andere könnten speziellerer Natur sein oder weniger auffällig oder weniger störend sein, so dass eine Einordnung als Anti-pattern nicht unbedingt als zwingend erscheinen mag.

Wechselwirkungen zwischen dem Verhalten von Erwachsenen und dem Verhalten von Jugendlichen zu erkennen bedarf der Reflexion über beobachtetes Verhalten bei Eltern, Lehrern, Freunden und Bekannten, es können aber auch {{@|Beobachtungen}} aus Fernsehsendungen hinzugenommen werden und auch theoretische Überlegungen sind natürlich erlaubt.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Welches Verhalten bei Erwachsenen löst welches andere Verhalten bei Jugendlichen aus?
* Warum reagieren Erwachsene und Jugendliche so?
* Welche Vorurteile, Denkfehler oder psychologischen Effekte führen zu Fehlverhalten?
* Was wären bessere Verhaltensweisen?
}}

Um Wechselwirkungen zu sammeln kann man eine Fragebogenaktion durchführen, so erhält man mehr Informationen, als nur Informationen aus dem unmittelbaren Umfeld der Autorengruppe.
Ein Fragebogen sollte eine Einleitung haben, damit die Befragten wissen was gemeint ist.
Außerdem sollte der Fragebogen anleiten, damit die Befragten über die richtigen Details nachdenken; je mehr Denkanstöße der Fragebogen gibt desto genauer werden möglicherweise die Antworten.
Der Fragebogen kann beispielsweise gezielt nach Verhalten fragen das Streit auslöst, nach Verhalten das {{@|Erfolglose Diskussionen|Diskussionen scheitern lässt}} oder nach Verhalten das Stress verursacht.

=== Jugendphase ===

Die folgende Typologie gruppiert Jugendliche in vier grobe Kategorien, die ihrer Bildungs - und Freizeitorientierung entsprechen sollen. Die Kategorien stehen nicht für eine dauerhafte Einordnung eines Jugendlichen in eine der vier Gruppen; ganz im Gegenteil wird angenommen, dass Jugendliche im Laufe der Zeit ihre Orientierung ändern und in andere Gruppen wandern oder sich irgendwo zwischen den Gruppen orientieren, ohne deutlich die Kriterien einer einzelnen Gruppe zu erfüllen. Man könnte es also als Übervereinfachung ansehen einen Jugendlichen genau einer Gruppe zuordnen zu wollen. 

<center>
{| style="text-align:center"
!width=200px |
!width=200px |
!width=100px |
|-
|colspan=2 | '''Bildungsorientierung &uarr;'''
|-style="background-color:#eee"
| Assimilation || Integration
|rowspan=2 style="background-color:white" | '''Freizeitorientierung<br>&rarr;'''
|-style="background-color:#eee"
| Diffusion || Segregation
|}
</center>


Die verwendeten Begriffe haben hier eine spezielle Bedeutung; insbesondere hat Integration nichts mit der Integration von Zuwanderern in die Gesellschaft zu tun. Die Assimilation steht für eine hohe Bildungsorientierung und geringes Interesse an Freizeitangeboten ohne Bildungsaspekte. Die Integration steht für die Kombination von Bildungs - und Freizeitinteressen. Segregation repräsentiert ein Ablehnen der Erwachsenengesellschaft zu Gunsten einer jugendlichen Freizeitkultur und die Diffusion steht für eine, möglicherweise frühe oder unentschlossene, Ablehnung gegenüber Bildungs - und Freizeitorientierung.

{{Siehe auch|Erwachsen werden - Jugend als Bildungszeit oder Freizeit?|
url=http://www.familienhandbuch.de/jugendforschung/erwachsen-werden/erwachsen-werden-jugend-als-bildungszeit-oder-freizeit|
quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wo würdet ihr euch selbst einordnen?
* Wo würden euch andere einordnen? Gibt es eine unterschiedliche Wahrnehmung bei Mitschülern, die euch besser kennen und bei Mitschülern, die euch weniger gut kennen?
* Welche Zusammenhänge zwischen den vier Kategorien und verschiedenen Kulturdimensionen könnt ihr erkennen?
}}

=== Generation Praktikum ===

Der Begriff [[w:Generation Praktikum|Generation Praktikum]] soll den "lebensprägenden Trend und das Lebensgefühl" der jungen Generation widerspiegeln.
Der ZEIT-Autor Matthias Stolz bezeichnet die Dauerpraktikantenschaft der Generation Praktikum auch als "floundering period" und die Dauerpraktikanten als "Flundermenschen".
Die veränderten Lebensbedingungen der Generation Praktikum in Deutschland und in anderen Ländern zeichnen sich durch Perspektivlosigkeit aus und bedeuten für viele den Wechsel von einem Praktikum zum nächsten, ohne Aussicht auf eine feste Anstellung.

Ein Merkmal der veränderten Lebensbedingungen der Generation Praktikum scheint eine größere Mobilität bei der Suche nach Arbeitsplätzen zu sein; häufige Job- und Ortswechsel können sich dabei aber nachteilig auf private Beziehungen auswirken.
Ein gerne gewählter Weg der angeblich Perspektivlosen sei auch die Flucht in die Selbstständigkeit, wird berichtet. 

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Um welche Altersgruppe geht es hier?
* Was ist das beschriebene Lebensgefühl?
* Was ist der lebensprägende Trend?
* Ist der Begriff wichtig für einen Elternkurs?
* Was kann man daraus lernen?
}}

== Glücksforschung ==
{{/kapitel|de=Glücksforschung|en=Happiness research}}
[[File:What is Gross National Happiness.ogv|555px|thumb|right|Bruttonationalglück]]
Das Streben nach Glück ist in der Verfassung von [[w:Bhutan|Bhutan]] sogar als Staatsziel definiert.
: '''Artikel 9, Absatz 2''': Der Staat bemüht sich, jene Bedingungen zu fördern, die das Streben nach [[w:Bruttonationalglück|Bruttonationalglück]] ermöglichen.

An der Willy-Hellpach-Schule Heidelberg gibt es seit September 2007 das [http://www.schulfachglueck.de/ Unterrichtsfach Glück].
Der Schulleiter Ernst Fritz-Schubert will mit dem Schulfach Lebenskompetenz, Lebensfreude, Persönlichkeitsentwicklung, persönliche Zufriedenheit, Selbstsicherheit, Selbstverantwortung und soziale Verantwortung fördern.
Dafür notwendig seien Selbstachtung, Einfühlungsvermögen, Freundschaft, Liebe, Spiritualität, Humor und Optimismus.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Der Schulleiter der Willy-Hellpach-Schule sieht Glück als Grundbedürfnis an.
* Wo würdet ihr Glück in der {{@|Maslowsche Bedürfnispyramide|Bedürfnishierarchie}} einordnen?
* Was haltet ihr von den genannten Ingredienzien des Glücks?
* Was wisst ihr selbst (oder glaubt ihr zu wissen) über die Psychologie des Glücks?
}}

Eine wichtige Beobachtung ist, dass Glücksgefühl in vielen Situationen als Reaktion auf eine Veränderung auftritt, also kann man in diesen Situationen nur auf ein Ereignis oder eine Phase mit Glück und Wohlbefinden reagieren. Ist das Ereignis vorbei oder dauert die Phase zu lange tritt beispielsweise ein Gewöhnungseffekt ein und man empfindet das angenehme Ereignis oder den angenehmen Zustand als normal.

Ein Beispiel dafür sind Computerspiele oder Musik hören; beides kann genutzt werden um die Stimmung aufzubessern oder für eine begrenzte Zeit "gute Laune" zu empfinden, aber beides kann auch übertrieben werden, so dass der Effekt nachlässt und eher eine Gewöhnung auftritt.
Bei Hausaufgaben könnte man zum Beispiel unterscheiden ob die Hausaufgaben unangenehm genug sind, so dass man erst seine Stimmung künstlich aufbessern muss, oder ob die intellektuelle Herausforderung Motivation genug sein könnte. Die Musik vor den Hausaufgaben auszustellen kann man sowohl als [[w:Belohnungsaufschub|Belohnungsaufschub]] ansehen als auch als Notwendigkeit, um die nötige Konzentration zu erreichen.
(Wenn die Hausaufgaben immer unangenehm sind wäre das ein Thema für den {{@|Klassenrat und Familienrat|Klassenrat}}.)

Länger anhaltende Zufriedenheit ergibt sich dagegen beispielsweise aus der Erfüllung einiger der Grundbedürfnisse in der {{@|Maslowsche Bedürfnispyramide|Bedürfnishierarchie}}, insbesondere auf den Stufen drei (soziale Bedürfnisse), vier (sozialer Status) und fünf (Selbstverwirklichung).

Auf der Stufe vier der Bedürfnishierarchie finden sich Respekt, Selbstachtung, Anerkennung und Wohlstand als Beispiele.
In einer kapitalistischen Gesellschaft kann man leicht alle diese Begriffe mit "Wohlstand" assoziieren, wodurch aber
Kapitalismus ein Selbstzweck anstatt ein {{@|Kapitalismus als Mittel zum Zweck|Mittel zum Zweck}} werden kann.
Eine interessante Frage könnte daher sein: Wieviel Geld braucht man um glücklich zu sein?
Die [[wikinews:de:ZDF-Studie_zum_Glück_der_Kinder_in_Deutschland|ZDF-Studie zum Glück der Kinder in Deutschland]] sagt dazu, dass Kinder 
in Familien mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.500 Euro sich in der Studie als weniger glücklich einschätzten.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Was kann man tun um Familien zu helfen, die nicht genug verdienen?
* Welche Formen der Zusammenarbeit mit anderen Familien gibt es?
* Ist das Einkommen die Ursache oder nur ein Indikator? Welche Ursachen sind denkbar?
* Was kann man gegen diese Ursachen unternehmen?
}}

Ein Beispiel für eine Maßnahme könnte eine [[w:Schülerfirma|Schülerfirma]] sein, die als Bildungscoachingagentur und Arbeitsvermittlung für arbeitslose Eltern funktioniert; die gleiche Schülerfirma könnte beispielsweise auch Elternbildung und {{@|Dienstleistungen für Eltern und durch Eltern}} anbieten und vermitteln und zusätzliche Freizeit - und Bildungsangebote für Schüler organisieren.

== Schule ==
{{/kapitel|de=Schule|en=School}}
{{Zitat2|zitat=Familien sollen die Möglichkeit haben, Informationen und Ideen, die der Qualität der Bildungsprozesse ihrer Kinder dienlich sind, in Kindergärten und Schulen hineinzutragen. Umgekehrt wirken auch Kindergärten und Schulen in Familien hinein und zeigen ihnen Wege, den Bildungsprozess besser zu unterstützen.|quelle=[http://www.familienhandbuch.de/familienpolitik/wissenschaftliche-beitrage/die-bildungspolitische-bedeutung-der-familie-folgerungen-aus-der-pisa-studie Die bildungspolitische Bedeutung der Familie, Folgerungen aus der PISA-Studie]|autor=[http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Ministerium/beiraete,did=9388.html Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen]}}

Der Zusammenhang zwischen Schule und Elternbildung mag nicht unmittelbar einleuchten: Wieso also ein ganzes Kapitel zum Thema Schule?
Eine Schule kann Elternbildung anbieten und die Arbeit der Lehrer dürfte auch unmittelbar von Elternbildung profitieren, aber darüber hinaus gibt es auch noch viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule, die nicht selbstverständlich sind, aber bei genauerer Betrachtung durchaus wünschenswert erscheinen.
Die Erziehung der Kinder wird von Schulen gerne als wichtig betont, aber wenn man sich die tatsächlichen Erziehungsleistungen von Schulen ansieht kann man nur zu dem Ergebnis kommen, dass es hier jede Menge Raum für Verbesserungen gibt.
Dieses Kapitel soll einige Vorschläge machen was Schulen für die Erziehung leisten können und wie Eltern sich in Bildungsprozesse besser einbringen können.
Einige der Ideen sind in anderen Ländern bereits verbreiteter als in Deutschland und durchaus zur Nachahmung empfohlen; Eltern können auch die Initiative ergreifen und von sich aus das Angebot machen in der Schule aktiver zu werden.

=== Klassenrat und Familienrat ===

Der Klassenrat einer Klasse und der Familienrat einer Familie sind beide demokratische Gremien, die dem Ziel dienen soziales und demokratisches Verhalten zu erlernen und zu ermöglichen.
Viele Familien können davon profitieren, wenn die Schule Hilfestellungen für Familienräte leistet.


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Welche Formen von Kooperation zwischen Klassenrat und Familienrat sind empfehlenswert und warum?
* Beispielregeln für Familienräte.
* Empfehlungen des Klassenrates an die Familienräte.
* Abstimmungen über Belange der Klasse in den Familienräten.
* Abstimmungen über Belange der Familien in der Klasse.
* Erteilung von Aufgaben an Familienräte durch den Klassenrat.
* Formelle Anfragen der Familienräte an den Klassenrat.
}}

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==== Philosophiekratie ====

Philosophiekratie ist ein ungebräuchliches Kunstwort, aber die Bedeutung ergibt sich aus den Bestandteilen "Philosophie" und "krat".
Der Begriff Philosophie stammt von dem altgriechischen Wort φιλοσοφία und Bedeutet Liebe zur Weisheit. Der Wortstamm κράτος (krat) kommt ebenfalls aus dem Altgriechischen und bedeutet Stärke oder Herrschaft, wie beispielsweise in dem Wort Demokratie.
Die Philosophiekratie wäre also die "Herrschaft der Liebe zur Weisheit".

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Kann man einen Rat so gestalten, dass alle Abstimmungen sich an den philosophischen Positionen der Abstimmenden orientieren?
}}


Die Abstimmenden müssten also im Voraus ihre philosophischen Positionen bestimmen und sich verpflichten gemäß ihrer Philosophie abzustimmen oder sich möglicherweise der Stimme zu enthalten. Im Allgemeinen dürfte es fast ausgeschlossen sein alle möglichen Ausnahmen und Interessenkonflikte vorherzusehen aber Ausnahmen sollten selten genug sein, so dass man zumindest die allgemeinen Positionen festlegen kann. Ob ein Rat eine Ausnahme oder Interessenkonflikte anerkennt und Abweichungen von der Philosophiekratieregel gestattet kann man dem Rat überlassen.

Ein Gewinn bei der vorherigen Bestimmung der philosophischen Positionen ist, dass jeder dabei die anderen Ratsmitglieder kennenlernt. Die philosophischen Positionen der anderen Ratsmitglieder zu diskutieren könnte man also als wertvolles Sozialverhalten ansehen.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
In der [[w:Griechische_Mythologie|griechischen Mythologie]] und der [[w:Römische_Mythologie|römischen Mythologie]] haben die Götter Söhne und Töchter (z.B. [[w:Kratos|Kratos]]).
Eine interessante Frage in diesem Zusammenhang wäre wie man Kinder mit "göttlicher Macht" und "göttlichem Selbstbewusstsein" erziehen würde? Also was wäre der Erziehungstip der Götter (abgesehen davon, dass die Mythologien nicht erkennen lassen, dass die dort beschriebenen Wesen besonders gute Erzieher hätten oder wären)?
}}

==== Flüssiger Klassenrat ====

Der flüssige Klassenrat ist die Idee [[wikipedia:Direkte_Demokratie#Liquid_democracy|flüssige Demokratie]] im Klassenrat einzusetzen. Der flüssige Klassenrat kann schon ab Jahrgangsstufe acht eingesetzt werden. Ein früherer Einsatz wird wohl wegen eines Mangels an Experten und eines Mangels an sozialer Kompetenz und Kompetenz im Einsatz der flüssigen Demokratie weniger empfehlenswert sein.

Die Kompetenz von Experten kann auf verschiedene Arten und Weisen bestimmt werden. Sinnvoll ist die Bestimmung von Experten immer, weil dadurch die Teilnehmer motiviert werden sich als Experten qualifizieren zu wollen. Die Qualifikation als Experte kann also ganz bewusst eine andere Form von Anerkennung und {{@|Respektökonomie|Respekt}} innerhalb der Klasse darstellen. In Abstimmungen, die Expertenwissen erfordern, kann nur ein Experte als Vertreter für andere mehr Stimmen als nur seine eigene Stimme abgeben.

Es ist sinnvoll, dass der Klassenlehrer die Kompetenzanforderungen nach didaktischen Kriterien bestimmt und das Verfahren zur Auswahl von Experten variiert, damit verschiedene Verfahren zuverlässig zum Einsatz kommen. Es kann auch eine minimale Qualifikation gefordert werden, um überhaupt eine Stimme abgeben zu dürfen. Schülern, denen diese minimale Qualifikation fehlt, kann aber beispielsweise erlaubt werden in der Klasse eine Arbeitsgruppe zu bilden und sich mit dem Thema zu beschäftigen.

{{Zitat2|zitat=Es gibt viele Belege dafür, dass auch die Förderung der Kinder in Programmen außerhalb der Familie davon profitiert, wenn zugleich die Eltern dafür gewonnen werden, den kindlichen Bildungsprozessen mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung zu geben.|quelle=[http://www.familienhandbuch.de/familienpolitik/wissenschaftliche-beitrage/die-bildungspolitische-bedeutung-der-familie-folgerungen-aus-der-pisa-studie Die bildungspolitische Bedeutung der Familie, Folgerungen aus der PISA-Studie]|autor=[http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Ministerium/beiraete,did=9388.html Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen]}}

=== Dienstleistungen für Eltern und durch Eltern ===

In den USA fordern einige Privatschule, dass alle Eltern in der Schule mitarbeiten müssen.
Sowohl Dienstleistungen für Eltern als auch Dienstleistungen durch Eltern werden im Englischen "parent service" genannt.
Diese Dienstleistungen können Mithilfe bei Veranstaltungen der Schule aber auch bei Bildungsangeboten umfassen.
Oft ist auch nur die Familie verpflichtet eine bestimmte Stundenzahl, beispielsweise vier Stunden pro Monat, zu leisten;
die Familienmitglieder können dann im Familienrat diskutieren wer diese Leistung jeweils zu erbingen hat,
was auch eine positive Motivation für Diskussionen darstellt.
Ein weiterer psychologischer Effekt ist, dass Kinder und Jugendliche die Mitarbeit der Eltern zu schätzen wissen werden,
wenn man die Aufgabe genauso leicht ihnen hätte zumuten können.
Eine gelegentliche Anwesenheitspflicht für Eltern kann auch für Elternbildung genutzt werden.

{{Siehe auch|
wiki=wikiversity:Assistant_teacher_course/Teachers'_handbook/Parenting#Parent_service|Parent service|
quellenangabe=Assistant teacher course, Teachers' handbook}}
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==== Familiengruppenarbeit ====

Familiengruppenarbeit sind Angebote von Vereinen und Verbänden, die sich gezielt an Familien, Eltern und Kinder wenden.
Die im Folgenden genannten Vorzüge der Familiengruppenarbeit können auch auf Dienstleistungen durch Eltern im schulischen Umfeld zutreffen.

# Die Qualität des Miteinanders von Eltern und Kindern ist wichtiger als Quantität; Familiengruppenarbeit kann eine besondere Qualität bieten.
# Familiengruppenarbeit kann und soll die Entwicklung und Selbstständigkeit von Kindern fördern und neue Freiheitsräume bieten.
<!--# Familiengruppenarbeit erlaubt Kindern die Sozialisation mit Gleichaltrigen.-->
# Das Engagement der Väter in Bezug auf ihrer Kinder kann mit zunehmenden Alter der Kinder abnehmen; Familiengruppenarbeit kann den Kontakt intensivieren.
# Familiengruppenarbeit erlaubt den Kontakt und den Austausch mit anderen Eltern insbesondere auch in Bezug auf Erziehungsfragen.
# Familiengruppenarbeit kann neue Freizeitangebote für Familien erschließen.
# Familiengruppenarbeit kann insbesondere Alleinerziehende entlasten und Kindern Kontakt zu anderen Erwachsenen als Rollenvorbildern bieten.
# Familiengruppenarbeit erlaubt erlebnispädagogische Maßnahmen.
<!--# Familiengruppenarbeit kann Freiräume schaffen in denen Kinder herumtollen können.-->
# Aktivitäten in der Familiengruppenarbeit können auch zur Überwindung einengender Rollenmodelle führen.

{{Siehe auch|Familiengruppenarbeit - Herausforderung für Verbände und Vereine|url=http://www.familienhandbuch.de/familienbildung/methoden/familiengruppenarbeit-herausforderung-fur-verbande-und-vereine|quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}

Ein Elternkurs kann versuchen Eltern zu motivieren und für Familienarbeit im schulischen Umfeld zu interessieren.
Außerdem kann die Autorengruppe ihrem Elternkurs eine Empfehlung an die Schule und die Eltern anhängen, die Familienarbeit befürwortet.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Was würdet ihr empfehlen um Familiengruppenarbeit bzw. Dienstleistungen durch Eltern zu fördern?
* Welche Dienstleistungen sollten Eltern in der Schule anbieten?
* Was sollte die Arbeit der Eltern bewirken? Welche Punkte der Liste sind besonders wichtig?
* Gibt es Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Bürgerzentren, Vereinen und anderen Schulen?
}}

==== Elternbildung und Kooperation ====
{{Zitat2|zitat=Jede Erziehung in einer Gruppe und durch eine Gruppe wirkt sozialisierend auf die Mitglieder der Gruppe; aber die besondere Eigenart und der Wert dieser Sozialisierung hängt von den Sitten und Zielen der Guppe ab.|quelle=[[wikisource:Democracy and Education|Democracy and Education]]|autor=[[w:John Dewey|John Dewey]]}}

Die Zusammenarbeit von Eltern hat im Bereich Elternbildung einen besonderen Wert.
Eltern können sich nicht nur in Erziehungsfragen beraten, sondern auch gemeinsame Regeln aufstellen, die dann für eine Gruppe von Eltern Gültigkeit haben.
Diese Regeln können Gültigkeit haben für kleinere oder größere Gruppen, je nachdem wieviele Eltern sich bereiterklären mitzumachen und in der Lage sind einen Konsens zu erreichen.
Eine Gruppe von Eltern kann beispielsweise gemeinsame Regeln aufstellen für Zeiten, die einzuhalten sind oder für andere Grenzen, die die Jugendlichen beachten sollten, oder die die Erwachsenen bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu beachten versprechen.
Durch die gemeinsamen Regeln kann beispielsweise die Benachteiligung Einzelner gegenüber einem Freundeskreis vermieden werden.  
Die gemeinsamen Regeln können auch bestimmte Maßnahmen, wie zum Beispiel einen Familienrat einzurichten, erfordern.

==== Individuelle Lern- und Lehrpläne ====

Ein individueller Lernplan ist ein Plan, der beschreibt was ein einzelner Schüler lernen möchte oder sollte.
Der Plan sollte sich nicht nur auf die Vorgaben aus den Lehrplänen der Schule beschränken.
Idealerweise sollte ein Lernplan zusammen mit einem Berater (z.B. Elternteil oder Mentor) besprochen werden und sollte auf die Interessen des Schülers Rücksicht nehmen.
Ein Lernplan kann eine zeitliche Vorgabe enthalten oder auch Vereinbarungen zwischen Berater und Schüler, wie beispielsweise die Zusage des Schülers bestimmte Lernziele erreichen zu wollen.
Der Schüler kann aus seiner eigenen Entscheidung lernen Ziele wirklich selbst erreichen zu wollen.
Eltern können mit erreichten Zielen auch eine besondere Belohnung verknüpfen.

Ein individueller Lehrplan kann über einen Lernplan hinaus gehen und im Voraus planen was der Schüler auf verschiedenen Wegen vermittelt bekommen soll. Ein individueller Lehrplan kann Wahlfächer, freiwillige Kurse, außerschulische Angebote und Bücher oder andere Lernmittel kombinieren, um Ausbildungsziele und persönliche Interessensgebiete zu fördern.
Der individuelle Lehrplan kann dabei auch Kompetenzerwartungen, Tests und Ziele vorgeben, die das Erreichen der Ausbildungsziele bestätigen.
Während der individuelle Lernplan eher eine Vereinbarung zwischen Schüler und Eltern, Lehrer oder Mentor ist kann der individuelle Lehrplan eher als Erweiterung der schulischen Lehrpläne angesehen werden.

Der individuelle Entwicklungsplan (wie unten gezeigt) wird beispielsweise in Schweden in ähnlicher Form verwendet um einerseits Kommunikation zwischen Eltern, Schülern und Lehrern herbeizuführen und andererseits die Schüler mit in die Planung ihres Lernens einzubeziehen.


<div style="margin:0px 12px">
[[Bild:Individueller_Entwicklungsplan.png]]
</div>

{{Siehe auch|url=http://www.bmbf.de/pub/bildungsforschung_band_einundzwanzig.pdf|Bildungs- und Erziehungskontrakte als Instrumente von Schulentwicklung|quellenangabe=Bildungsforschung Band 21, BMBF}}


Eltern können helfen die Lernziele ihrer Kinder zu überwachen aber sie können auch helfen eigene Lernziele festzulegen und zu fördern.
Eine "Personal Interests in Education" Gruppe (engl. pie würde man zufälligerweise mit "Kuchen" übersetzen) kann die Hobbies und Interessen einer Gruppe von Kindern ermitteln und versuchen freiwillige Kurse und Wahlfächer (oder Themenvorschläge für Kurse und Wahlfächer) zu planen, um diesen Interessen gerecht zu werden.
Fünf bis zehn Kinder können sich in einer Gruppe treffen und gemeinsam ihre Hobbies und Interessen dokumentieren.
Diese Planung kann jeweils einmal pro Halbjahr für das folgende Halbjahr erfolgen.
Eine PIE Gruppe hat eine gewisse Redundanz mit den Aufgaben eines Mentors, aber Redundanz ist hierbei sicher kein Fehler, die Gruppe darf also ruhig als sinnvolle Ergänzung zu Mentoring angesehen werden.
Ein Mentor kann auch seine Vorschläge und Sichtweisen mit den Eltern absprechen, die die Gruppenarbeit organisieren.
Dadurch, dass die Gruppe jedes Halbjahr wiederholt wird, haben die Kinder Gelegenheit zu lernen, dass sie Einfluss nehmen können und sollen.
Indem Eltern diese Aufgabe übernehmen werden sie möglicherweise auch noch mehr in die Bildungsprozesse ihrer Kinder mit einbezogen.

==== Förderverein ====

Viele Schulen haben einen [[w:Schulverein|Schulverein]] oder Förderverein. Wenn eure Eltern in einem Förderverein organisiert sind empfiehlt es sich den Förderverein zu nutzen um {{@|Dienstleistungen für Eltern und durch Eltern}} anzubieten und die Kooperation zwischen den Eltern zu fördern.
Die Ideen dazu dürfen aber durchaus von euch entwickelt werden. Eure Eltern haben vielleicht einfach nicht genug Zeit um darüber so ausführlich nachzudenken wie ihr das könnt.
Außerdem werden die Eltern sicher sehr interessiert sein, was ihre Kinder sich denn alles ausgedacht haben, auch wenn die Zielgruppe für einige der Vorschläge möglicherweise zum Teil jüngere Jahrgänge sind, also beispielsweise die Zielgruppe des Kurses, wenn die Zielgruppe nicht eure eigenen Eltern sind.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Gibt es irgendeinen vernünftigen Grund warum man für andere arbeiten sollte?
* Was war noch gleich der {{@|Kategorischer Imperativ|kategorische Imperativ}}?
}}

=== Projekte ===

==== Elternführerschein ====

Ein Elternführerschein ist von der Idee her ein Führerschein für Eltern, also eine notwendige Qualifikation damit man die Aufgabe als Elternteil und Erzieher überhaupt übernehmen kann.
Ein Elternführerschein wird gelegentlich von Politikern diskutiert, aber wurde bisher nicht umgesetzt.
Wofür könnte diese hypothetische Qualifikation nützlich sein?

Ein Elternkurs kann Eltern, die den Kurs erfolgreich bestanden haben, am Ende einen Elternführerschein ausstellen.
Wie bei dem richtigen Führerschein wäre es aber nützlich, wenn der Führerschein auch wieder entzogen werden könnte.
Damit ein Führerschein entzogen werden kann bedarf es einer Organisation, die sich damit beschäftigt.
Mögliche Kandidaten für diese Organisation sind eine [[w:Schülerfirma|Schülerfirma]], ein [[w:Schulverein|Förderverein]], die Schule oder ein Gremium der [[w:Schülervertretung|Schülervertretung]].
Ein Vorteil einer Schülerfirma könnte sein, dass die Schülerfirma das Zertifikat für einen kleinen Preis verkaufen könnte
(der dann beispielsweise an die [[w:UNICEF|UNICEF]] gespendet werden kann) und damit auch gleich den Auftrag zum Entzug des Zertifikats annehmen würde.
Dadurch wären die Eltern selbst Auftraggeber und könnten der Maßnahme nur schwer widersprechen.
Ein nützlicher Nebeneffekt ist, dass die Eltern lernen das Kleingedruckte im Vertrag vorher zu lesen, falls sie das nicht schon gelernt haben.

Der zeitweise Entzug des Elternführerscheins sollte natürlich festgelegten Regeln folgen und eher als freundliche Verwarnung verstanden werden.
Eine Steigerung wäre, den Elternführerschein zu entziehen und eine geeignete Fortbildungsmaßnahme zu fordern.
Auch diese Forderung sollte nicht willkürlich passieren, sondern vorher festgelegten Regeln folgen.
Eine geeignete Fortbildungsmaßnahme kann ein weiterer Elternkurs einer anderen Jahrgangsstufe sein oder ein professioneller Elternkurs.
Die zuständige Organisation könnte bei Nichtanerkennung ihrer Autorität mit der Veröffentlichung der entzogenen Führerscheine in der nächsten Ausgabe der Schülerzeitung drohen, was aber erst nach Ablauf einer Frist von zwei oder drei Monaten in Frage kommen sollte.
Die Eltern haben so Zeit sich mit der "dreisten Aufforderung" einer Schülerorganisation zu arrangieren.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wie kann man Probleme in den Familien erkennen?
* Wie motiviert man die Eltern einen Elternführerschein zu kaufen, falls er verkauft wird?
* Welche Möglichkeiten gibt es vor dem Entzug des Elternführerscheins die Eltern anzusprechen?
* Nach welchen Regeln sollte ein Elternführerschein entzogen werden?
* Wie werden die Eltern fortgebildet, wenn der Elternführerschein erst einmal weg ist?
* Wie motiviert man die Eltern zur Fortbildung?
}}

==== Kinderkurs ====

Ein Kinderkurs ist ein Kurs für Kinder anstatt für Eltern. Der Kinderkurs kann für Kinder und Jugendliche im Altern von 10 bis 14 angeboten werden und Erziehungsprobleme und andere Probleme von der Seite der Kinder angehen.
Der Kinderkurs kann zwei zusätzliche Aufgaben erfüllen:
* Der Kurs kann Informationen sammeln für den Elternkurs. Die Voraussetzung ist, dass der Kinderkurs vor dem Elternkurs abgehalten wird, damit die Informationen noch rechtzeitig für den Elternkurs verarbeitet werden können. Die Informationssammlung für den Elternkurs kann auch anonym sein.
* Der Kinderkurs kann Informationen über individuelle Probleme sammeln. Diese Informationen können interessant sein für ein Mentorenprogramm. So können beispielsweise die Fragen geklärt werden welches Kind einen Mentor benötigt und welche Probleme die Mentoren zu lösen haben. In einem Kinderkurs in dem Probleme offen besprochen werden können Kinder auch eher bereit sein Probleme zu erwähnen, die möglicherweise im privaten Gespräch mit einem Mentor nicht so schnell angesprochen würden; das Gegenteil ist natürlich ebenfalls möglich, daher sollten Mentoren auch direkt auf Probleme eingehen können. Um individuelle Probleme bearbeiten zu können empfiehlt es sich, dass die Kinder gemeinsam mögliche Probleme und Vorschläge (wie beispielsweise den Familienrat) diskutieren, aber ihre eigene Situation nur für ein Mentorenkomitee oder den Klassenlehrer aufschreiben. So hat ein Kind zumindest die Möglichkeit auf ein Problem aufmerksam zu machen ohne es mit der ganzen Klasse zu diskutieren. Die Informationssammlung für Mentoren kann nicht vollständig anonym sein.

Der Kinderkurs kann die Kinder informieren, was sie vielleicht zu Hause ändern wollen könnten und wie sie sich vielleicht selbst anders verhalten sollten. Außerdem kann der Kinderkurs die Kinder auffordern ihren Klassenrat auch zu benutzen um Vorschläge für Familien zu machen. Der Kinderkurs sollte nicht zu schwer sein. Ein Kurs für 11-jährige sollte nicht versuchen die Kinder zu veranlassen ihre Kulturdimensionen bewusst zu wählen, ein Kurs für 14-jährige kann das Thema Kulturmodell schon ansprechen, sollte das Thema aber vereinfachen.
Erklärt werden sollte unbedingt die {{@|10-Punkte Strategie für Konfliktlösungen}}.

Ein Kinderkurs kann von älteren Schülern in Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer in einer Klasse der Unterstufe abgehalten werden und kann 1 bis 3 Schulstunden verwenden. Wichtig ist dabei den Schülern die Möglichkeit zu geben ihre eigene Sichtweisen zu diskutieren. Es schadet nicht wenn zehn Schüler nacheinander ihre persönliche Sichtweise von einem Familienrat erklären, bevor die älteren Schüler ihre eigenen Vorschläge vortragen.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Was sollten die Schüler im Altern von 10 bis 14 Jahren lernen?
* Können die Kinder Ideen in ihre Familien mitnehmen, wie beispielsweise den Familienrat?
* Wie kann man Probleme vermeiden und potentiellen Problemen, also Problemen, die sich noch nicht gezeigt haben, vorbeugen?
* Was können oder sollten die Schüler noch nicht lernen?
}}

==== Weitere Projekte ====

Weitere Ideen könnt ihr euch selbst ausdenken, aber die Ziele für weitere Projekte sind mehr oder weniger vorgegeben.
Die Projekte sollten die Eltern einladen und motivieren mitzuarbeiten um gemeinsam {{@|Elternkompetenzen und andere Kompetenzen|Bildungs - und Erziehungskompetenzen}} zu erarbeiten oder zu verbessern. Außerdem sollten die Projekte die Kooperationsfähigkeit und die Bereitschaft zur Kooperation
der Eltern fördern.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Was könnt ihr anbieten um die Eltern zu motivieren?
* Welche Dienstleistungen brauchen Kinder?
* Welche Dienstleistungen brauchen Jugendliche?
* Welche Dienstleistungen brauchen Eltern?
* Welches Wissen und welche Kompetenzen müssen vermittelt oder gefördert werden?
}}

== Mentoring ==
{{/kapitel|de=Mentoring|en=Mentoring}}
{{Zitat2|zitat=Die Kultur des Aufwachsens, von der der Zehnte Kinder- und Jugendbericht spricht, fordert ein solches wohlabgestimmtes Gefüge von persönlichen Beziehungen und unterstützenden Einrichtungen, in dem Wissen, Werte und Normen vermittelt und angeeignet werden können und das die Übernahme von Verantwortung durch Kinder und Jugendliche für sich und andere zulässt.|quelle=[http://www.familienhandbuch.de/familienpolitik/wissenschaftliche-beitrage/die-bildungspolitische-bedeutung-der-familie-folgerungen-aus-der-pisa-studie Die bildungspolitische Bedeutung der Familie, Folgerungen aus der PISA-Studie]|autor=[http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Ministerium/beiraete,did=9388.html Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen]}}

=== Mentorenvereine ===

Grundsätzlich darf jeder Jugendliche sich mit anderen Jugendlichen in einem Verein organisieren, das garantiert die [[w:UN-Konvention für die Rechte der Kinder|UN-Konvention für die Rechte der Kinder]] mit Artikel 15, dem Recht auf Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit.
Eine sinnvolle Aufgabe für einen Verein ist Mentoring.
Ihr könnt mehr Ideen für Mentorenvereine im [http://en.wikibooks.org/wiki/Mentoring_Handbook Mentoring Handbook] finden.
Die deutsche Wikiversity bietet demnächst auch einen [http://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Mentorenausbildung Kurs für Mentoren] an.
Mentoring ist sehr wahrscheinlich eine wertvolle Erfahrung jenseits des Elternkurses,
sowohl für die teilnehmenden Mentees (oder [[w:Protegé|Protegés]]), als auch für die teilnehmenden Mentoren.

Mentoren, die ihren eigenen Verein gründen, können für den Verein auch ihr eigenes [http://en.wikibooks.org/wiki/Mentoring_Handbook#Book_project Handbuch für Mentoren] schreiben.

{{clear}}
{{Zitat2|zitat=Cross-age mentoring by peers may offer several advantages to school-based programs that utilize adult mentors, including reduced costs; simplified recruiting, training, and supervision of mentors; and the potential for benefiting both younger (mentee) and older (mentor) youth participating in the program.|quelle=[http://books.google.com/books?id=TtdR-GCYOw4C Handbook of Youth Mentoring]|autor=Sharon G. Portwood und Penny M. Ayers}}

=== Cross-age Peer Mentoring ===

Cross-age Peer Mentoring ist die englische Bezeichnung für Mentoring zwischen fast Gleichaltrigen, bei denen der etwas Ältere die Rolle des Mentors übernimmt.
Ein guter Altersunterschied sind drei bis fünf Jahre, weil dieser Altersunterschied einerseits Respekt für den Älteren hervorrufen kann, aber gleichzeitig die Gemeinsamkeiten der Jugendlichen zu mehr Verständnis führen können, als es zwischen Jugendlichen und Erwachsenen gelegentlich der Fall ist.

Ein weiterer Vorteil von Cross-age Peer Mentoring ist, dass der jugendliche Mentor, durch seine Rolle als Mentor, auch selbst noch etwas lernen kann.
Ein Mentor, der Selbstmotivation und Lernmotivation vermittelt, wird dadurch auch eher in der Lage sein über seine eigenen Motivationen nachzudenken und sich selbst zu motivieren; andernfalls würde der Mentor ja seine eigenen Lehren in Frage stellen.
Es ist außerdem schwierig andere in Bezug auf [[w:höherstufiger Wunsch|höherstufige Wünsche]] zu beraten, ohne über die eigenen höherstufigen Wünsche nachzudenken.

Ein jugendlicher Mentor befindet sich in einer verantwortlichen Position in einem Spannungsgebiet widersprüchlicher Interessen zwischen Mentees, Eltern, Lehrern und Tutoren. Diese Situation könnte man als wertvolles Training für soziale Fähigkeiten und insbesondere für diplomatisches Geschick ansehen. Die Rolle des Mentors sollte außerdem förderlich sein ein ausgedehntes aktives mentales Vokabular für [[w:Metakognition|Metakognition]] zu entwickeln und angemessene soziale Ziele in Bezug auf den Mentee zu entwickeln.

Mentoring sollte auch Spaß machen, weil man eine verantwortliche Rolle übernimmt, die von anderen respektiert wird.
Eine verantwortliche Rolle in einem Team zu übernehmen wird auch häufig mit [[w:Arbeitszufriedenheit|Arbeitszufriedenheit]] im Arbeitsleben assoziiert.
Letztlich ist es schwierig anderen zu helfen sinnvolle Freizeit Aktivitäten zu finden und zu organisieren ohne den eigenen Horizont zu diesem Thema zu erweitern.

{{clear}}

=== Psychosoziales und zielorientiert förderndes Mentoring ===

Der Unterschied zwischen psychosozialem und zielorientiert förderndem Mentoring (engl. instrumental mentoring) ist, dass psychosoziales Mentoring den Schwerpunkt auf eine soziale Beziehung (Zugehörigkeit, Empathie und Offenheit) legt während zielorientiert förderndes Mentoring den Schwerpunkt auf das erreichen eines Zieles (Erlangen von Wissen, Planen, Verhaltensweisen oder andere Arbeitsziele) legt.
Psychosoziales Mentoring wird auch als prozessorientiert und zielorientiert förderndes Mentoring wird auch als problembezogen beschrieben.

In der wissenschaftlichen Literatur wird eine stärkere Komponente an psychosozialem Mentoring als eher geeignet für Mädchen und junge Frauen beschrieben. Der Grund dafür ist, dass Mädchen und junge Frauen emotionale Unterstützung mehr begrüßen als Jungen und junge Männer. Daraus sollte sich natürlich nicht die Schlussfolgerung ergeben, dass Frauen keinen Bedarf an zielorientiert förderndem Mentoring haben. Die beste Art und Weise wie der Mentor den Kontakt zu seinem Mentee aufbaut oder Probleme zwischen Mentor und Mentee angeht kann aber durchaus vom Geschlecht des Mentee abhängen.


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Ergeben sich aus dieser Beobachtung Konsequenzen für Eltern (und natürliche Mentoren)?
* Ist die Beobachtung hinreichend allgemeingültig oder sollte der Mentor sich an den Charakter des Mentees anpassen?
}}

=== Eltern als natürliche Mentoren ===

Ein natürlicher Mentor ist ein Erwachsener oder älterer Jugendlicher, der regelmäßig persönliche Unterstützung und Beratung bietet und dabei auf die Sichtweise und Bedürfnisse seines Mentees eingeht. Im Gegensatz zum Programmmentor, der an einem formal geregelten Mentorenprogramm teilnimmt, ist der natürliche Mentor einfach nur ein guter Bekannter oder Freund. Der natürliche Mentor kann daher möglicherweise als Mentor weniger qualifiziert sein aber ist vielleicht noch engagierter, weil er aus einem persönlichen Grund hilft und nicht aus allgemeiner Hilfsbereitschaft. Eltern und andere Jugendliche werden nicht unbedingt als natürliche Mentoren angesehen, auch wenn sie diese Rolle erfüllen. Es erscheint aber hilfreich auf Eltern und Freunde die Rolle des natürlichen Mentors bewusst anzuwenden, da Eltern und Freunde aus diesem Selbstverständnis möglicherweise sehr positive Anregungen mitnehmen können.


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Was sind Unterschiede im Verhalten und in der Situation zwischen Eltern und deren Kindern und Mentoren und deren Mentees?
* Was sind die psychologischen Vorteile eines Mentors gegenüber anderen Personen in Bezug auf seinen Mentee? 
* Was macht Eltern zu natürlichen Mentoren und was kann euer Elternkurs leisten um Eltern dazu anzuregen?
* Welche Verhaltensmuster oder Konzepte der Elternbildung haben einen Bezug zu der Mentorenrolle?
}}

=== Eltern als Mentoren-Mentoren ===

Es mag als sinnvoll erscheinen Eltern als Mentoren einzusetzen. Eine Schule kann dazu ihr eigenes Mentorenprogramm aufstellen und bereitwillige Eltern als ehrenamtliche Mentoren an Schüler der Schule oder an Schüler von Nachbarschulen vermitteln.
Die Anzahl der Eltern, die für diese Arbeit gewonnen werden können, wird aber oft nicht den Bedarf decken, daher ist eine gute Alternative die Eltern als Mentoren von [[w:Schülermentor|Schülermentoren]] oder von Buddies (im [[w:Buddy-Projekt|Buddy-Projekt]] der Vodafone Stiftung Deutschland) einzusetzen.
Die Eltern sollten für die Arbeit als Mentoren fortgebildet werden; einen Teil dieser Fortbildung kann der Elternkurs übernehmen.


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Warum kann ein Mentorenprogramm nicht Eltern an die eigenen Kinder als Mentoren vermitteln?
* Was kann der Elternkurs den Eltern für ihre Arbeit als Mentoren-Mentoren vermitteln?
* Was sollte der Elternkurs besser den Lehrern und der Schule überlassen?
}}

Der Elternkurs kann die Eltern in jedem Fall dazu einladen ehrenamtliche Arbeit in der Schule anzubieten. Ein [[w:Schulverein|Förderverein]] oder eine [[w:Elternvertretung|Elternvertretung]] sollten normalerweise in der Lage sein ehrenamtliche Arbeit in der Schule zu organisieren.
Eltern sollten als Mentoren-Mentoren jeweils einer Gruppe von Mentoren als Berater zur Verfügung stehen.
Sinnvoll ist es für diese Zusammenarbeit ein Regelwerk zu erstellen in dem beispielsweise die Häufigkeit von Treffen mit den Mentoren,
die Erreichbarkeit der Eltern per Telefon oder Email, Details des Datenschutzes und die Möglichkeit zur Beratung durch Beratungslehrer geregelt werden. Außerdem sollte die Möglichkeit zur Abberufung eines Mentor-Mentors und die Möglichkeit zum Wechsel des Mentor-Mentors geklärt werden.
Die Eltern können diese Regeln im Rahmen des Elternkurses selbst erstellen.
Dabei habt ihr als Schüler auch die Möglichkeit zu überprüfen, ob die Eltern dieser Art der demokratischen Zusammenarbeit gewachsen sind.
Hilfestellungen sind natürlich erlaubt, wenn die Eltern ein paar Details übersehen haben oder sich nicht auf Details einigen können.
Es ist in jedem Fall empfehlenswert die Eltern diese Leistung selbst erbringen zu lassen, auch wenn an der Schule bereit ähnliche Vereinbarungen existieren. Die Aufforderung zur Mitarbeit und die Möglichkeit zur Mitbestimmung bedeuten auch für die Eltern positive psychologische Effekte.


{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Warum sollten Eltern für die Schule ehrenamtlich arbeiten?
* Was hat der {{@|Kategorischer Imperativ|kategorische Imperativ}} mit ehrenamtlicher Arbeit zu tun?
* Wie erklärt man den Zusammenhang jemandem, der nicht gerade in einer Gruppe oder Klasse den kategorischen Imperativ diskutiert hat?
}}

=== Interkulturelles Mentoring ===
{{Zitat2|zitat=Because of the within-group differences in how much individuals uphold a particular value, it is better to actually measure the cultural values of individuals than to assume the cultural values of individuals based on group membership.|quelle=[http://books.google.com/books?id=TtdR-GCYOw4C Handbook of Youth Mentoring]|autor=Bernadette Sánchez und Yarí Colón}}

Interkulturelles Mentoring bezeichnet Mentoring mit Rücksicht auf und Respekt für interkulturelle Unterschiede und zwischen Personen aus verschiedenen Kulturen; mit verschiedenen Kulturen sind dabei aber keine {{@|Idiokulturelle Kompetenz ― Persönliche Kultur und Familienkultur|Idiokulturen}} gemeint, obwohl ein gutes Verständnis für den soziokulturellen Hintergrund eines Mentees seine Idiokultur(en) mit einschließen sollte.
Der soziale Kontakt zwischen sehr unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen wird auch als [http://en.wikipedia.org/wiki/Social_capital#Sub-types heterogenes Sozialkapital] (engl. bridging social capital) bezeichnet.
Mit [[w:Soziales Kapital|sozialem Kapital]] ist dabei insbesondere Unterstützung, Hilfeleistung, Anerkennung, Wissenstransfer und Kontaktfreudigkeit für und zu Menschen mit anderen soziokulturellen Hintergründen gemeint.

Man könnte die Vorbereitung auf interkulturelles Mentoring als einen sinnvollen Schritt ansehen, um einen Mentor auf die subtileren und weniger auffälligen Unterschiede innerhalb heterogener Bevölkerungsgruppen der gleichen Kultur vorzubereiten. In jedem Fall ist die Bereitschaft die Kultur eines anderen zu analysieren, verstehen zu wollen und respektieren zu wollen ein wertvoller Teil der Ausbildung eines Mentors.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wenn Delfine eine Kultur hätten (Walforscher sprechen z.T. von einer Kultur der [[w:Schwertwal|Orcas]]), was wäre die [http://marktcheck.greenpeace.at/9393.html Kultur der Delfine]?
* Welche anderen ungewöhnlichen Kulturen könnte man untersuchen?
* Wie kann man interkulturelles Mentoring trainieren?
}}

=== Gesundheitsmentor ===

Die Rolle als Gesundheitsmentor ist besonders wichtig, weil man offenbar sich selbst und anderen einen wichtigen Gefallen erweist, wenn man sich um das Thema Gesundheit kümmert. Viele Menschen ernähren sich falsch, bewegen sich zu wenig oder machen andere Fehler im Umgang mit ihrer Gesundheit. Die Aufgabe eines Gesundheitsmentors ist nicht klar beschrieben, es ist also jedem selbst überlassen was er als Gesundheitsmentor leisten möchte und leisten sollte. Interessant für Jugendliche ist, das man als Gesundheitsmentor auch Erwachsenen noch viele sinnvolle Tipps geben kann. Man kann also leicht die übliche Rollenverteilung herumdrehen und die Erwachsenen beraten, und das sogar in einem Bereich der logischerweise wichtig sein sollte.
Die wichtigsten Themen für einen Gesundheitsmentor sollten Ernährung und Sport sein, aber vorsorgende Beratung und Weiterbildung sind auch in vielen anderen Bereichen möglich. Eine spezielle Suchmaschine im Internet für Seiten mit Gesundheitsinformationen wird von der Stiftung [http://www.hon.ch/HONcode/Search/search_de.html Health On the Net] betrieben.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Gibt es nicht genug Ärzte; sind Gesundheitsmentoren wirklich sinnvoll?
* Ist für einen Gesundheitsmentor ein Mentoringprogramm sinnvoll oder ist natürliches Mentoring vorzuziehen?
* Wem sollte man in seiner Rolle als Gesundheitsmentor helfen?
* Was sollten Gesundheitsmentoren leisten?
}}

{{Siehe auch|Ernährung im Kindesalter|Gesundheit|"Gesund groß werden" - der Eltern-Ordner der BZgA im Überblick|
url=http://www.familienhandbuch.de/?p=197|
url2=http://www.familienhandbuch.de/category/gesundheit|
url3=http://www.kindergesundheit-info.de/besondere-angebot-der-bzga/gesund-gross-werden/gesund-gross-werden-der-elternordner-der-bzga-zum-frueherkennungsprogramm-fuer-kinder/|
quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik|
quellenangabe2=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik|
quellenangabe3=Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung}}

== Qualitätskontrolle ==
{{/kapitel|de=Qualitätskontrolle|en=Quality control}}
Die Qualitätskontrolle kann durch eine eigene Arbeitsgruppe vorgenommen werden oder in der gesamten Gruppe durchgeführt werden.
Es wird empfohlen, dass der Kurs in Zusammenarbeit mit einem ausgebildeten Kursleiter für einen professionellen Elternkurs angeboten werden sollte, das kann aber auch ein Lehrer der Schule sein, falls der Elternkurs an einer Schule angeboten werden soll.
Es ist auch möglich, dass aus den fertigen Einzelteilen des Kurses mehrere Vorschläge zusammengesetzt werden.
Das beste oder die besten Gesamtkonzepte können dann in einer demokratischen Abstimmung bestimmt werden.

Eine Kombination mit einem professionellen Elternkurs kann beispielsweise auch als eine Kombination von zwei Kursen erfolgen. Dadurch wird der professionelle Elternkurs nicht verändert, was nicht unbedingt bei allen Anbietern erwünscht sein mag. Euer selbst erstellter Elternkurs darf aber natürlich ohne Einschränkung auf Konzepte der Elternbildung und auch konkrete Maßnahmen anderer Elternkurse hinweisen. Bei einem selbst erstellten Elternkurs könnte man es schon als Qualitätsmangel ansehen, wenn Hinweise auf andere Kurse sehr selten sind.

{{Tipp2|image=Blue_question_mark.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
* Wie kann man die Qualität der Inhalte mit anderen Elternkursen vergleichen?
* Wie kann man die Qualität der Inhalte sichern?
* Kann man den Elterkurs testen?
* Können Lehrer den Elternkurs benoten?
}}

{{Siehe auch|Qualitätsanforderungen für Elternkurse|
url=http://www.familienhandbuch.de/familienbildung/programme/qualitatsanforderungen-fur-elternkurse|
quellenangabe=Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik}}

== Anhang ==
{{/kapitel|de=Anhang|en=Appendix}}
=== Kommentierter Mentorenfragebogen ===

Mentees sollten ermutigt werden nachträgliche Einfälle jederzeit zu erwähnen, auch noch Wochen oder Monate nach dem Ausfüllen des Fragebogens.
Man kann Eltern und Mentees erlauben den Fragebogen zuerst zu lesen und sich dann darauf zu einigen welche Fragen mündlich beantwortet werden sollten und welche Fragen ausgelassen werden sollten.
Man kann Eltern auch erlauben einen oder zwei Fragebögen zu behalten und durchdachtere Antworten abzugeben, als sie sich im Gespräch vielleicht ergeben würden.
Spontane Antworten auf vorher unbekannte Fragen können hilfreich sein um herauszufinden wie viele Überlegungen jemand sich schon vorher zu einem Thema gemacht hatte.

{{Tipp2|image=Japan road sign 206-L.svg|bg=Azure|border=CornflowerBlue|
Beispiele für weniger gute Fragen
* Habt ihr/haben sie einen Grundsatz sich in der Familie gegenseitig zu helfen? (gutes Thema, unzureichende Frage)
* Ist deine/ist ihre Familie demokratisch? (gutes Thema, unzureichende Frage)
* Wie oft gibt es in deiner/ihrer Familie Streit ohne Lösung oder Versöhnung? (möglicherweise zu persönlich, undiplomatisch, Angabe von Zahlen ist unwichtig)
}}

===== Verhalten =====

* Welche offiziellen Abmachungen oder Regeln hast du in deiner Familie/haben sie in ihrer Familie?

* Wer entscheidet was und wann in der Familie? Gibt es gelegentlich einen Familienrat?
* Ist die Situation wie sie ist zufriedenstellend?

* Gibt es eine {{@|konstruktive Streitkultur}} in der Familie (oder ist Streit in der Familie unkultiviert)?
:: Die Frage bietet ein [[w:falsches Dilemma|falsches Dilemma]] an: Die fehlende Option ist der große Bereich von schlecht durchdachtem Verhalten das aber irgendwie zu akzeptablen Ergebnissen führt. Ein falsches Dilemma anzubieten kann als Aufforderung an den Leser gesehen werden zu widersprechen und sich dadurch mehr zu involvieren und besser nachzudenken; die nächste Frage sollte helfen eine konstruktive Streitkultur von schlecht durchdachtem Verhalten zu unterscheiden.
* Bitte beschreib eure/beschreiben sie ihre Streitkultur in abstrakter Form.
:: zum Beispiel: Ist versöhnen eine Verpflichtung, völlig unwichtig oder irgendetwas dazwischen?

* Wenn ihr/sie eine Familie von Superhelden wärd/wären, was wären eure/ihre jeweiligen Superkräfte?
:: Die Frage ist etwas lustig formuliert, damit sie nicht zu ernst genommen wird.
:: zum Beispiel: kann-eigene-Regeln-brechen, kann-Regel-X-brechen, kann-Mithilfe-verweigern, kann-andere-arbeiten-lassen, kann-Unordnung-zurücklassen, kann-Erklären-unterlassen, kann-Mentoring-unterlassen

===== Allgemeinbildung in der Familie =====

(für den Mentee)

* Welche Lebenskompetenzen und sozialen Kompetenzen musst du erlernen bevor du erwachsen wirst?
* Unterrichten dich deine Eltern oder erklären sie dir Dinge? Wie oft? (Bitte Anzahl und Skala, also wöchentlich, monatlich oder jährlich)
* Würdest du dir wünschen deine Eltern würden dir mehr erklären?
* Wären deine Eltern qualifiziert als Erzieher oder würdest du dir wünschen sie wären besser qualifiziert? (z.B. ein Thema nachzulesen)
* Gibt es andere Personen (z.B. in deiner erweiterten Familie) von denen du dir wünschen würdest, dass sie dir öfter etwas erklären würden?

===== Allgemeinbildung außerhalb der Familie =====

(für den Mentee)

* Welche Themen interessieren dich am meisten?
* Welche Schulfächer magst du am liebsten?
* Gibt es Schulfächer, die du gut findest oder gut finden könntest, unabhängig davon wie sie in der Schule unterrichtet werden?
:: Diese Frage könnte ein Indikator sein für die Notwendigkeit von zusätzlichen Angeboten.
* Welche Aktivitäten außerhalb der Schule habe einen Bezug zu diesen Themen?
* Welche dieser Aktivitäten kennst du, die du gerne ausprobieren würdest? 
* Welche Bücher hast du in letzter Zeit gelesen? (Diese letzte Frage können auch die Eltern beantworten)

===== Hobbies =====

* Was sind deine/sind ihre Hobbies? (Mentee und Eltern)


* Welche Hobbies werden in der Familie geteilt? (Bitte alle Gruppen von Familienmitgliedern und ihre jeweiligen Hobbies)


* Welche Hobbies hast du mit deinen Freunden gemeinsam? (Bitte alle Gruppen oder soziale Umfelder und die jeweiligen Hobbies)

===== Socializing, Soziale Fähigkeiten =====

* Wieviele beste Freunde hast du/haben sie? 
:: Man kann einen Mentee bitten den Unterschied zwischen besten Freunden, persönlichen Freunden und guten Bekannten zu erklären.
* Wieviele persönliche Freunde hast du/haben sie? (Schätzung reicht aus, Frage für Mentee und Eltern)
* Wieviele gute Bekannte hast du/haben sie? (Schätzung reicht aus, Frage für Mentee und Eltern)

* Hast du/haben sie irgendwelche sozialen Fähigkeiten explizit trainiert? (Mentee und Eltern)
* Welche sozialen Fähigkeiten würdest du dir/würden sie sich selbst zuschreiben? (Mentee und Eltern)
* Welche sozialen Fähigkeiten würdest du/würden sie gerne verbessern? (Mentee und Eltern)
* Welche sozialen Fähigkeiten sollte ihr Kind trainieren? (Eltern)

=== Beispielregeln für einen Familienrat ===

==== Auftrag ====
Der Auftrag des Familienrats ist es für Lebensqualität, Wohlbefinden, Zufriedenheit, Ordnung und Erziehung zu sorgen und
über die [[w:Freie_Entfaltung_der_Persönlichkeit|freie Entfaltung der Persönlichkeit]] des Einzelnen zu wachen.
Dieser Auftrag kann nur im Konsens geändert oder ergänzt werden.

==== Demokratie ====
Der Familienrat wird als demokratisches Entscheidungsgremium anerkannt. 

* Jedes Familienmitglied hat eine Stimme.
* Abstimmungen erfolgen offen. Eine geheime Abstimmung kann mit einfacher Mehrheit beschlossen werden.
* Für eine Entscheidung reicht eine einfache Mehrheit, es sei denn die Regeln fordern Konsens.
* Familienmitglieder, die sich übergangen fühlen und eine Abstimmung verlieren, können in Folge eine zweite Stimme fordern. Für die Erteilung der zweiten Stimme reicht eine einfache Mehrheit. Man kann nur eine zweite Stimme erhalten aber beliebig lange aufbewahren.
* Änderungen dieser Regeln erfordern Konsens.
* Eltern haben gegenüber Minderjährigen ein Vetorecht, das nur im Konsens der Eltern ausgeübt werden kann.

===== Termine =====

* Der Initiator eines Termins ist der Sprecher und erteilt das Wort.
* Der Sprecher hat mindestens einen Tag vor dem Termin eine Agenda vorzulegen, deren Einhaltung gefordert werden kann.
* Ein Termin kann maximal um eine Woche verlegt werden. Familienmitglieder, die einen Termin nicht einhalten können, der von einer Mehrheit unterstützt wird, sind für die Suche nach einem neuen Termin zuständig.
* Der Familienrat kann Diskussionsbereitschaft im Umfang von 2 Stunden pro Woche fordern.
* Der Familienrat tagt wenn ein Termin von allen Familienmitgliedern bestätigt wird.

===== Diskussionen =====

* Meinungen müssen begründet werden, wofür das Wort "weil" im Satz vorkommen muss.
* Eine Begründung kann als nicht schlüssig abgelehnt werden, wofür eine einfache Mehrheit ausreicht. Unbegründete Meinungen werden ignoriert. Das gleiche gilt für daraus resultierende Stimmen bei einer Abstimmung.
* Erklärungen zur Diskussion können von jedem Diskussionsteilnehmer gefordert werden und müssen gegeben werden. Wird eine verlangte Erklärung nicht gegeben ist das Gremium nichtmehr beschlußfähig. Der Sprecher erteilt auch bei Erklärungen das Wort.

==== Aufgabenverteilung ====

* Der Familienrat kann Aufgaben im Haushalt vergeben und entziehen.
* Der Familienrat kann ein Rotationssystem für Aufgaben bestimmen.
* Zugewiesene Aufgaben im Haushalt sollten 4 Stunden pro Woche nicht übersteigen.
* Der Familienrat kann Konventionalstrafen bei Mißachtung von Regeln oder Aufgaben im Umfang von weiteren 4 Stunden verhängen.

==== Budgets und andere Ressourcen ====

* Haushaltsausgaben und die Verteilung anderer Ressourcen kann im Familienrat reguliert werden.
* Raumnutzung, Taschengeld, Mittagessenauswählen, Computerzeit und Fernsehzeit können als Ressourcen angesehen werden.

==== Vertretungen ====

* Desinteressierte Familienmitglieder oder Familienmitglieder, die sich durch einen Familienrat intellektuell überfordert fühlen, können sich von einem anderen Familienmitglied vertreten lassen.

==== Listen ====

===== Liste der Probleme =====
Probleme sind als Anti-pattern zu verstehen und es ist die Aufgabe des Familienrats an der Beseitigung von Problemen zu arbeiten. Die Liste der Probleme kann im Konsens geändert werden.

Beispiele:
* Familienmitglied X macht das, weil das war immer so.
* Mangel an Begründungen: "Das ist halt so".
* Mangel an Rücksichtnahme: "Das ist (jetzt) halt so".

===== Liste der Entscheidungen =====
Entscheidungen in dieser Liste sind Beschlüsse des Familienrats, die auf Grund ihrer Bedeutung und zur Erinnerung an die Regeln des Gremiums angehängt wurden.

Beispiel:
* Der Familienrat ist überkonfessionell. Religiöse Forderungen werden als Meinungen toleriert, haben aber keinen Richtliniencharacter.

=== Literatur ===

* [[wikisource:UN Convention on the Rights of the Child|UN Convention on the Rights of the Child]] (Wikipedia Artikel: [[w:UN-Konvention_für_die_Rechte_der_Kinder|UN-Konvention für die Rechte der Kinder]])
* [http://www.unicef.de/fileadmin/content_media/Aktionen/Kinderrechte18/Kinderfreundliche_Version_UN_Kinderrechtskonvention_UNICEF_Schweiz.pdf Kinderfreundliche Version der UN Kinderrechtskonvention]
* {{cite book |author=Wassilios E. Fthenakis|authorlink=w:de:Wassilios_Fthenakis |coauthors=Martin R. Textor |title=Knaurs Handbuch Familie. Alles, was Eltern wissen müssen.  |url=
http://books.google.de/books?id=ic6pPQAACAAJ |edition=1 |date= |year=2004 |month=März |publisher=[[w:de:Droemer Knaur|Droemer Knaur]] |location=München |language=German |id=ISBN 3426669404}} ― [http://www.familienhandbuch.de/ Das Online Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)]
* [http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=2530 Kurse und Methoden der Elternbildung] (Deutscher Bildungsserver)

==== Kurse ====

*[[w:Familienkonferenz|Familienkonferenz]] basiert auf [[w:Klientenzentrierte_Psychotherapie|klientenzentrierter Psychotherapie]]
** {{cite book |author=Thomas Gordon |title=Parent Effectiveness Training: The Proven Program for Raising Responsible Children |publisher=Three Rivers Press |location=New York |year=2000 |month=Oktober |edition=1 |language=Englisch |isbn= 0609806939 }}
*[[w:Elternkurs#kess-erziehen|Kess-erziehen]] basiert auf [[w:Individualpsychologie|Individualpsychologie]] und der Arbeit von [[w:Rudolf Dreikurs|Rudolf Dreikurs]]
** {{cite book |author= Christof Horst |coauthors= Erika Maaß-Keibel, Rudolf Mazzolla, Regina Raulfs |title= Erziehen mit Kess – Der Elternkurs |publisher= Droemer/Knaur |location= München |year= 2005 |edition=1. |language=Deutsch |isbn= 3426667681 }}
*[[w:Elternkurs#Starke_Eltern_.E2.80.93_Starke_Kinder|Starke Eltern - Starke Kinder]] basiert auf [[w:Humanistische_Psychologie|humanistischer Psychologie]]
** {{cite book |author= Paula Honkanen-Schoberth |title= Starke Kinder brauchen starke Eltern: der Elternkurs des Deutschen Kinderschutzbundes |publisher= Urania |location= Freiburg |year= 2003 |edition= 2. |language=Deutsch |isbn=3332013467 }}
*[[w:Elternkurs#Systematic_Training_for_Effective_Parenting_.28STEP.29|Systematic Training for Effective Parenting]] (''STEP'') basiert auf [[w:Individualpsychologie|Individualpsychologie]]
** {{cite book |author= Don Dinkmeyer |coauthors= Gary D. McKay, Don C Dinkmeyer, Jr |title= The Parent's Handbook: Systematic Training for Effective Parenting |publisher= Impact Pub |language=Englisch |year= 2007 |month= August |isbn= 0979554209 }}

=== Siehe auch ===

* [[w:Elternkurs|Elternkurs]] (Wikipedia)
* [[:en:Meta-schoolbook Writer's Guide|Meta-schoolbook Writer's Guide]] (englische Wikibooks)
* [[:en:Mentoring Handbook|Mentoring Handbook]] (englische Wikibooks)
* [[wikiversity:Assistant_teacher_course/Teachers'_handbook/Parenting|Teachers' handbook: Parenting]] (Assistant teacher course, englische Wikiversity)
* [[v:Schulbewertung|Schulbewertung]] (Wikiversity)
* [[:en:The Parents, Teachers, Friends Testing Guide for Dummies|The Parents, Teachers, Friends Testing Guide for Dummies]] (englische Wikibooks)
* [[v:Kurs:Ehevertrag|Kurs:Ehevertrag]] (Wikiversity)

=== Glossare und Listen ===
* [[Elternkurs Autorenleitfaden/ 2. Auflage/ Glossar|Glossar]]
* [[Elternkurs Autorenleitfaden/ 2. Auflage/ Glossar (englische Begriffe)|Glossar (englische Begriffe)]]
* [[Elternkurs Autorenleitfaden/ 2. Auflage/ Liste der Elternkurse|Liste der Elternkurse]]
* [[Elternkurs Autorenleitfaden/ 2. Auflage/ Liste der verwendeten Artikel im Familienhandbuch|Liste der verwendeten Artikel im Familienhandbuch]]


</div>

[[en:Parent_Education_Course_Writer's_Guide]]
[[Kategorie:Buch]]
[[Kategorie:Schule]]
[[Kategorie:Jugendliche]]