Difference between revisions 1957407 and 1957918 on dewikisource<noinclude><pagequality level="1" user="Fkraus" /><div class="pagetext">{{Seitenstatus2|verschiedene|[[Die Gartenlaube (1897)]]|Die_Gartenlaube_(1897)|}}{{BlockSatzStart}} </noinclude>Nr. 13. 1897. Die Gartenlaube. Illustriertes Familienblatt. – Begründet von Ernst Keil 1853. Jahresabonnement: 7 M. Zu beziehen in Wochennummern vierteljährlich 1 M. 75 Pf., auch in 28 Halbheften zu 25 Pf. oder in 14 Heften zu 50 Pf. Nachdruck verboten. Alle Rechte vorbehalten. Trotzige Herzen. Roman von W. Heimburg. (12. Fortsetzung.) Der Mai ging vollends vorüber, wunderbar schön mit seinen Blütendüften, seinen warmen, dunklen vom Gesange der Nachtigallen durchtönten Nächten. Sie schlugen so laut und sehnsüchtig, daß der Mann da oben auf seinem Lager, neben dem das Bettchen des Kindes stand, nicht schlafen konnte, und daß, wenn er endlich schlief, allerhand süße liebliche Träume über ihn kamen, die er einst wachend hatte erleben wollen. Auch im Garten der Oberförsterei sangen sie in langgezogenen schmelzenden Tönen, die Nachtigallen, dicht vor Hedwig Kerkows Stube in den Haselnußsträuchern. Die Kinder nebenan schliefen süß und fest, aber sie wachte und saß halbe Nächte am Fenster und dachte an Heinz da droben und weinte um ihn, und wußte gar nicht, daß sie auch über sich selbst weinte in unruhigem nicht verstandenem Leid. Auch heute wieder erging es ihr so, zwei Tage vor dem Musikfeste, das bereits die ganze Stadt in Aufregung hielt. Eigentlich war es ja thöricht, daß sie weinte, sie konnte damit Heinzens Schicksal nicht ändern, und sie selbst – sie hatte es doch eigentlich recht gut getroffen im Leben, sie hatte ein Heim, eine Stellung, in der sie absolute Freiheit genoß; der Hausherr begegnete ihr mit derselben achtungsvollen Herzlichkeit, mit der er sie am ersten Tage ihres Eintritts empfangen. Ein- bis zweimal hatte er auch ein paar verlegene Dankesworte für sie gehabt, damals, als sie die Kinder Tag und Nacht pflegte während der bösen Scharlachepidemie. Nur ein Gemurmel war’s gewesen, ein Bilder: Die Gruppe Markgraf Ottos I. Für die Siegesallee in Berlin. Nach dem Entwurf von Professor Max Unger.<noinclude> {{BlockSatzEnd}}{{Zitierempfehlung|Projekt=verschiedene: ''[[Die Gartenlaube (1897)]]''. Ernst Keil's Nachfolger, Leipzig 1897|Seite=195}}</div>Paulis" />{{Seitenstatus2|Verschiedene|[[Die Gartenlaube (1897)]]|Die Gartenlaube (1897)}}{{BlockSatzStart}}</noinclude> 1^ bei ihr bedanken und anfs neue deiue Promeuadeu mit ihr machen'' rief uun Beatriee mit finsterem Blick uud ihr Muud zog sich fest zusammeu. ,,Rein - ich werde ihr den Esel wiedergeben,'' sprach düster und entschlossen Oreste. .Mein? Wirklich nein? Du willst ihren Esel uicht? Run dauu, Orefte - dann wollen wir ihr den Efel zufammeu zurück. gebeu,'' verfetzte darauf Beatriee mit feltfamem Lächeln. ,,Wir? Znfammen!'' rief Orefte jauchzeud. ,,Ia,'' erwiderte Veatriee ruhig. ,,Ich weiß, daß du mich liebft, uud ich liebe dich ja auch uud wenn du mir zuliebe früher deiuem fauleu Lebeu uud dem Herausputzen für die Amerikane. riuueu hätteft eutfagen können, wäre es schon längft anders.'' ,,Ich bin jetzt kuriert, Beatriee - ich bin jetzt kuriert,'' ver. sicherte Oreste. ,,Ich habe ja einen halbeu Monat wie in der Häkle leiden müssen!'' ,,Rnu, ich will's glanbeu,'' sprach Beatriee. ,,Dn wirst dir eiue Werkstatt eiurichteu - das mußt du mir schwären bei dem heiligen Antonio, der uns so sichtlich in seinen Schutz geuommen, nnd sleißig arbeiten!'' ,,Das will ich schwören,'' versicherte Oreste eiaug uud Beatriee reichte ihm herzlich beide Häude uud hatte nun nichts mehr da. gegen, daß er sie in seine Arme schloß und küßte. ,,Rnn wollen wir aber der Amerikanerin ihren Efel bringen, setzt gleich - ohne Berzug!'' erklärte Beatriee mit eiuem eigeu. fiuuigen Zug um den Mund. ,,Ia, laß uns gehen!'' fammte Orefte willig zn, und die beiden begaben sich wie Berlobte, eines den andern bei der Hand führend, nach der Hauptstraße hinnnter uud gingen so vereint nach Bogliaseo. Während dies geschah, hatte sich merkwürdigerweife das Ge. rücht von der sicheren Verlobnug Orestes mit Beatriee wie eiu Lauffeuer in gauz Rervi verbreitet. Ueberall erzählte man sich die sonderbare Mär, daß Orefte in die Eauaua geftürzt sei und das Mädchen vor allen Lenten als seine Verlobte geküßt, Beatriee ihn aber keineswegs von sich gestoßen, sondern dazn fröhlich gelacht habe, ebenfo die erstaunliche Rachricht, daß irgend jemand, der nicht bekannt werden wollte, durch den Gärtner vom Albergo Inglese Beatrieens Maulesel gekaust und das Dier heimlich bei Nacht in Orestes Stall gebracht hätte. Das Gerücht kam auch Miß Grantly zu Ohreu. Die ameri. kauische Dame sah darauf einen Angenblick ftarr hinaus in die Ferne, dann verlangte sie ihre Rechnung, trat an das Plakat der Eisenbahnzüge im Hotelflur uud befleckte zur foforagen Abreife den Hotelwagen. Darauf ging die Miß in ihr Zimmer, packle mil . ihrer Zofe schnell die Kosfer uud faß gerade in dem Schnellzuge ^ uach Rom, als Orefle uud Vealriee mit dem Efel vordem Albergo aulaugteu. Auf ihre Frage uach der amerikauischeu Dame er. fuhreu sie, daß dieselbe soebeu überrascheud schuell abgereist sei. Beatriee sah Oreste an - dauu lachte sie uud sprach. ,,Ruu ^ deuu - so behalteu wir den Esel. Es wäre ja eigeutlich auch dumm gewesen, der reichen Signora elfhuudert Lire zu scheukeu. Wir köuueu sie besser braucheu. Es sei uusere Magist, welche sie uns gegebeu!'' Uud Oreste beeilte sich, obwohl er noch nicht der Ehemann Beatrieens war, auch hierzu ,,Ia'' zu sage. ^ie ^n^n^trie ^er ^en!sl^. .^bl^e aus d.er modernen b^.echntn ^on ^.er.^rnw. unsere Kenntnisse vom Wesen des Sauerstosfes als des eigeut. lichen Drägers der meiften chemischen uud organischen Lebens. vorgänge hat Menschenalter hindnrch zu denjenigen theoretischen Dhatfachen gehört, die sich in der Schule von Geschlecht zu Ge. schlecht vererbeu, ohne daß das Lebeu erklecklichen Gewinn aus ihnen zieht. Daß von dem uns umgebeudeu Luftmeer nur der fünfte Deil, nämlich der darin enthaltene Sanerftoff, uns eigentlich von Rutzeu ift, währeud der weit überwiegeude Stickftoffgehalt uur als uuuützer Vallnft fowohl in nnferen Lnugen als bei alleu chemischen uud technische Prozesse, bei denen wir der Luft be. dürfeu, funktioniert, das haben wir alles längft gewnßt^ aber erft iu den letzten Jahren hat man begonneu, aus diesem Wisseu Rutzeu zu zieheu. Ratürlich köuueu wir den alltäglichste Lebesvvrgaug, bei dem die atmosphärische Luft die Hauptrolle spielt, die Atmung, nicht verändern^ die Lunge ist eiumal für die Verarbeitung des Sauerftosfs in der füuffacheu Berdüuuung, wie die Atmosphäre ihn uns bietet, eingerichtet uud vermag ihre Verbreuuungsarbeit auch so zu bewältigeu. Bisweileu aber trete auch hier Fälle ein, in denen eine Atmosphäre aus reinem Sanerftoss uns von weit größerem Rntzen sein würde und jetzt, nachdem man sie herznstecken gelernt hat, auch ist. So z. B. auf hohen Bergen, wo dem Be. fucher leicht der Atem zu kurz wird. In l^ll nn Höhe z.V., wo der Kubikmeter Luft bloß noch halb foviel Sauerftösf euthält als iu der Diefebeue, muß die Lunge mit verdoppelter Kraft arbeite, um die Lebeusvorgäuge zu uuterhalteu, uud je höher man kommt, desto schwieriger wird das. In ^'.^ bis Höhe härt die Möglichkeit, mittels der Lunge der Atmosphäre hinreicheud Sauer. stosf zu eutzieheu, überhaupt auf, uud die darüber hiuausliegeudeu Höhe, die mehrfach auf wifseuschaftlicheu Valloufahrteu erreicht worden sind, wurdeu dem Meuscheu erst zugäuglich durch die Mit. uahme von anfgefpeichertem reinen Sanerftoss, den man in den stark verdünnten Lnfachichlen zum Atmen benutzte. Unverhältnismäßig größer ist das Wirkungsfeld, welches fich dem reiuen Sauerstoff in der Verbrennung von Kohle oder irgeud. welche audere Feuerungsmitteln zu gewerblichen Zwecken ösfnet. In jeder Fenerungsaulage, vom Stubeuofeu bis zum Eiseschmelz. werk uud ebeuso in jedem Petroleum., Gas. oder Spiritusbrenner, der zum Kochen oder Heizen dient, findet eine große Verschwen. dung statt, indem jede Flamme nur durch unausgesetzte Luftzufuhr unterhalten werden kann, aber ftets nur ein Fünftel der zugeführten Luft wirklich ansnntzt, während vier Fünftel, der ganze Stickstoff. gehalt der Atmofphäre, als unnützer Ballast miterhitzt und alsdann ausgestoßeu wird. Es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß diese Erhitzung der überslüssigen atmofphärischen Bestandteile keine er. hebliche Rolle beim Verbrennnugsprozeß spieleu köuue. Die durch sie bewirkten Verluste sind jedenfalls größer als diejenigen der fo oft beklagte uuvollkommee Aufzehrung der Kohle, von welcher die Ruß. uud Raucheutwicklung zeugt. Eiu Hochoseu gebraucht iu ^ Swudeu an eiugeblaseuem Wind ein größeres Gewicht, als Erze uud Kohleu zusammeu ausmache, uud vier Füuftel dieses Gewichtes müsseu uutzlos auf dieselbe Demperatur erhitzt werdeu, welche das schmelzeude Erz befitzt. Viel Kofteu würde sich er. fpareu lassen, wenn man anstaa Lust reiueu Sauerstoff in die Oese blase köuute, um so mehr, als im reiueu Sauerstoff alle Breuumaterialieu sich unter weit höherer Glut zerfetze uud mit weuig Kohle derfelbe Esfekt erreicht wird wie unter bloßem Luftzutritt mit sehr viel mehr Breuuftoff. Im kleiueu beobachtet mau schou an einer Flamme von Leuchtgas oder Wafferftofs das. selbe. unter reiuer Sauerstoffzufuhr euavickelu diese Heizftosse eiue Demperatur, bei der die am schwerste schmelzbare Metalle sich verflüfsigen uud Kalk, Zirkou uud ähnliche Erden zu einer Glut gebracht werden, die an Helligkeit dem elektrischen Bogen. licht nichts nachgiebt. Daß alle diese uud audere Vorteile sich mit Hilfe des Sauer. stoffes erreiche lasse würde, sah man uun, wie erwähnt, schon vor Menschenaltern ein, aber erst in den letzten Jahren ist^ man der Verwirklichung des alte Gedankens näher gekommen, und jetzt giebt es bereits eine ganze Zahl von Fabriken, welche die Her. stellung von Sauerstoff zu ihrer Aufgabe gemacht habeu, wie es schon seit langer Zeit Leuchtgasfabriken und neuerdiugs solche zur Erzeugung von Kohleufäure uud zahlreiche audere Gasen giebt. Der Sauerstoff, den früher nur die Laboratorieu jeweilig in.. kleinen Meugen für ihren eigeueu Gebrauch erzeugteu, wird heute iu dieseu Anstalten im großen durch Retorte uud Maschiue fabriziert, uud zwar meist uach einer Methode, die von Boussingault schou vor mehr als ^ Jahreu augegebeu wurde, ohne iudes damals wegen der ihr noch auhafteudeu Mäugel eine prakasche Bedeutung erlaugen zu köuueu. Das Verfahren besteht darin, <noinclude>{{BlockSatzEnd}}{{references}}{{Zitierempfehlung|Projekt= Verschiedene: ''Die Gartenlaube (1897)''. Leipzig: Ernst Keil, 1897|Seite=195}}</noinclude> All content in the above text box is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike license Version 4 and was originally sourced from https://de.wikisource.org/w/index.php?diff=prev&oldid=1957918.
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