Difference between revisions 2992359 and 2992378 on dewikisource{{Historisch-Politisch-Geographischer Atlas der gantzen Welt|fertig|3|1191|1201|Chemnitz oder Kemnitz|Chemnitz oder Kamenice||}} {| | valign="top" style="text-align:justify; padding-left:10px; padding-right:10px;"| {{Seite|1191||}} '''Chemnitz,''' <tt>{{Ref ADB|1|(a)}}</tt> oder, wie es in denen alten Urkunden geschrieben wird, Kemnitz, Kempnitz, Kemniz, oder Kemenitz, Lat. <tt>''Chemnitium''</tt>, oder <tt>''Chemnicium''</tt>, eine derer ältesten, ansehnlichsten und berühmtesten Handels-Städte im Churfürstenthum Sachsen, nebst einem Amte und Schlosse, in einer schönen lustigen Ebene, am Fusse der Sud-Oedischen oder Sudetischen Meißnischen Ertz-Gebürge, denenselben gegen Mitternacht, fast in gleicher Weite, auf 3½. bis 4. Meilen, und in der Mitte, zwischen Freyberg, Marienberg, Annaberg, Schwartzenberg, Schneeberg, Zwickau, Altenburg und Rochlitz, am Flusse gleichen Nahmens, im Ertzgebürgischen Kreisse, und nach der alten <tt>Geographie</tt> harte an denen Gräntzen des Osterlandes, als worzu noch die nächste Gegen Norden benachbarte Stadt Penig <tt>{{Ref ADB|2|(b)}}</tt> gerechnet worden, jedoch in Meissen, und besonders in dem Ländlein <tt>Dalemincia</tt>, wie ehemals der Strich zwischen der Elbe, und dem Chemnitz-Wasser geheissen, und den die Wenden ins besondere <tt>Glomnacia</tt> genannt, <tt>{{Ref ADB|3|(c)}}</tt> und dem Chur-Fürsten von Sachsen zuständig, hat an Alter, Bequemlichkeit, Ansehen, Ruhm ihrer Einwohner, und anderen Vortheilen, wenig Städten des edlen Sachsenlandes zu weichen. Den Nahmen hat sie aus dem Wendischen, und zwar von der Wendischen Nation, denen <tt>''Camanis''</tt>, oder <tt>''Camannis''</tt>, und <tt>''Chamannis''</tt>, welche in dieser Gegend gewohnet haben, oder vielmehr von dem Worte <tt>''Camen''</tt>, oder <tt>''Camiz''</tt>, als auch nach der Endung in <tt>''iz''</tt>, welches einen Stein-Bruch, oder steinigten Ort bedeuten soll. <tt>{{Ref ADB|4|(d)}}</tt> Wie denn noch heut zu Tage die schönsten Stein-Brüche um die Stadt sind. Ihr Alter erstrecket sich weiter, als daß man dessen völlige Gewißheit angeben könnte, und sind die Meynungen davon sehr unterschieden. Wenn man sie aber alle zusammen nimmt; so ist am wahrscheinlichsten, daß da Sorben-Wenden, von welchen auch das Meißner Land <tt>Sorbia</tt> genennet worden <tt>{{Ref ADB|5|(e)}}</tt> sich zuerst im <tt>VI.</tt> Jahrhunderte nach Christi Geburt, oder zu Anfang des <tt>VII.</tt> in der dasigen Gegend angebauet, bald nach erst bemeldeter Zeit der Fränckische König <tt>Clotarius II.</tt> oder dessen Sohn <tt>Dagobertus I.</tt> einen Marckt-Flecken angeleget, der in denen nächstfolgenden <tt>Seculis</tt> durch starcken Anwachs in eine Stadt verwandelt, und im <tt>XII.</tt> Jahrhunderte von Kayser Luthern, oder <tt>Lothario II. Saxone</tt> vergrössert, oder doch wenigstens nach erlittener Verheerung um das Jahr 1136. wieder aufgebauet und in Aufnehmen gebracht worden. Und vermuthet man also den ersten Wendischen Anbau nicht nur daraus, daß, wie bereits gemeldet, die Wenden nach dem gemeinen Wahn, die ersten gewesen, welche in Meissen Städte und Flecken errichtet, <tt>{{Ref ADB|6|(f)}}</tt> sondern auch aus den oben gedachten und seinem Ursprunge nach wendischen Nahmen <tt>''Camen''</tt>, oder <tt>''Camiz''</tt>. <tt>{{Ref ADB|7|(g)}}</tt> Ob nun wohl die Wendische Sprache noch im <tt>XIV.</tt> Jahrhunderte an vielen Orten Sachsens, auch wo die Wenden längst aus- oder doch in die Enge getrieben worden, gebräuchlich gewesen, und demnach desto weniger von der blossen Benennung des Ortes auf dessen Erbauer zu schlüssen seyn möchte; so haben doch die Wenden die meiste Vermuthung vor sich, daß sie sich zuerst allhier niedergelassen haben, theils, weil man ihnen überhaupt, wie schon gedacht, die Anlegung derer ersten Städte und Dörffer in diesen Landen zuschreibt, theils, weil sie dieselben gemeiniglich entweder nach ihren vorigen Wohnungen, oder nach ihren Göttern, oder auch, und zwar am meisten, nach der natürlichen Beschaffenheit des Ortes, benahmet, und, daß also auch wohl die bey Chemnitz befindlichen Steinbrüche, oder aber der zum Theil an sich steinigte Boden, zu Benennung des Ortes Anleitung gegeben haben könne, gar nicht unglaublich fällt; wie hingegen diese Benennung von dem vorbey fliessenden Wasser, ebenfalls die Chemnitz genannt, wie einige wollen, herzuleiten, keinen Grund vor sich hat, weil die Bedeutung des Wortes nicht füglich auf das Wasser zu ziehen; sondern es ist glaublicher, daß die Stadt vielmehr jenem den Nahmen mitgetheilet, als welchen es auch erst nicht weit über der Stadt bekommt. Ob man es aber deshalben, wie bey andern Orten von einigen geschieht, zum Unterschiede anderer Städte gleiches Nahmens <tt>''Chemnitium Venedorum''</tt>, oder auch, weil noch vor der selbigen Völckern die <tt>Hermundu</tt>rer in dieser Gegend gewohnet, <tt>''Chemnitium Hermundurorum''</tt>, zu schreiben haben, lasset man dahin gestellet seyn. Doch könnte man auch mit gleichem Grunde, wo ja die Stadt von andern gleichen Nahmens zu unterscheiden nöthig, solche viel lieber <tt>''Chemnitium Saxonum''</tt> schreiben, zumahl wofern die Ableitung des Nahmens derer Sachsen in der '''Glosse Sächs. Land-Rechts''' <tt>{{Ref ADB|8|(h)}}</tt> von denen <tt>''Saxis''</tt> (Steinen) ihre Richtigkeit hat, mithin nicht unmöglich wäre, daß die Sachsen selbst anfänglich hier angebauet, und eben darum die ihnen benachbarte Wenden den Ort '''Chemnitz''' genennet. Absonderlich da die Sachsen, nach Endigung des mit dem oben erwehnten <tt>Dagoberto</tt> geführten Krieges, diesem wider die Wenden Beystand geleistet. <tt>{{Ref ADB|8|(i)}}</tt> Daß aber sonst auch der Boden zum Theil sehr sumpfig gewesen seyn müsse, will man unter andern daher schlüssen, weil das Rath-Haus vor Zeiten auf Pfählen gestanden, und, als man bey dessen letztern Wiederaufbauung Grund gegraben, dreyfaches Pflaster übereinander gefunden worden, welche Erhöhung aber, so auch an andern Orten der Stadt anzutreffen, vielleicht nur der Brand-Schutt von denen vielen Feuers-Brünsten verursacht haben kan. Dem sey aber, wie ihm wolle; so ist doch umstreitig die erste Erbauung der Stadt zwischen dem <tt>VI.</tt> Jahrhunderte, als zu welcher Zeit, wo nicht eher, die Wenden zwischen der Elbe und Saale seßhafft geworden, und dem Anfange des <tt>X.</tt> Jahrhunderts, da ihre Herrschafft und Macht schon wieder ziemlich gedämpfft worden, zu suchen. Dieser Meynung ist ferner gemäß, was von dem Fränckischen Könige <tt>Clothario II.</tt> und dessen Sohne <tt>Dagoberto I.</tt> <tt>{{Ref ADB|10|(k)}}</tt> gemeldet wird daß nehmlich der erstere, von dem aus denen Historien bekannt, wie er im Jahre 618. wider die Sorben- und Vilzer- oder Wiltzer-Wenden (von welchen letztern auch, nach einiger <tt>{{Ref ADB|11|(l)}}</tt> Meynung, der Vilz- oder Wilschbach, der mit der Hartha in die Chemnitz fällt, den Nahmen haben soll) in Thüringen und Meissen zu Felde gezogen, zum Andencken eines in diesem Feld-Zuge erfochtenen Sieges, ohnweit der Wahlstatt, das dasige Berg-Kloster, von welchem gegen Mittag, etwan eine Viertel-Stunde davon nachhero die Stadt erbauet worden, gestifftet; <tt>Dagobertus</tt> aber, nachdem die Wenden das Kloster bald wieder zerstöret, selbiges erneuert, und zu dessen Bedeckung eine Burgwarte, oder Schloß, nebst einem Marckt-Flecken dabey angeleget, oder denen Wenden, und vielleicht auch denen Sachsen, als mit welchen letztern gedachter <tt>Dagobertus</tt> gleichfalls schwere Kriege geführet, entgegen, und gewisse Kayserliche Burg-Voigte darüber gesetzt habe. <tt>{{Ref ADB|12|(m)}}</tt> Wie denn auch dieses Kloster das erste Kloster in Meissen gewesen seyn soll, mithin die Stadt Chemnitz, nach <tt>Albani</tt> <tt>{{Ref ADB|13|(n)}}</tt> Worten die Ehre hat, daß allhier die Christliche eligion in Meissen am ersten gepflanzet worden. Daher demm auch um so viel mehr zu vermuthen, daß vornehmlich das disseits der Stadt liegende Dorff '''Alt-Chemnitz''' noch ein Überbleibsel von dem ersten Wendischen Anbau sey. Zudem wäre vielleicht auch nicht unrecht zu glauben, weil Kayser '''Carl der Grosse''', um die Wenden desto besser im Zaum zu halten, zu Anfange des <tt>IX.</tt> Jahhunderts das nur eine Meile von Chemnitz liegende '''Schloß Sachsenburg''' erbauet, daß die Wenden unweit davon, also absonderlich hiesigen Ortes, als in einer derer besten Pflegen um Sachsenburg, sich feste gesetzt gehabt. Und im Fall die Erzehlungen von dem Kirchlein zu Sanct Marien, das der vor den ersten Apostel Deutschlands ausgegebene Pästliche <tt>Legat</tt> und Ertz-Bischoff zu {{Seite|1193||}} Mayntz, <tt>Bonifacius</tt>, allhier gestifftet haben soll, gegründet sind; so ist auch hieraus zu schlüssen, daß der Ort bereits im Anfange, oder doch in der Mitte des <tt>VIII.</tt> Jahhunderts, angebauet gewesen, weil <tt>Bonifacius</tt> im Jahre 755. <tt>{{Ref ADB|14|(o)}}</tt> hingerichtet worden. Daß aber einige die Erbauung der Stadt <tt>Lothario I. Franco</tt> <tt>{{Ref ADB|15|(p)}}</tt>, der vom Jahre 840. biß 855. den Kayserlichen Thron besessen, oder auch dem Fränckischen Könige <tt>Lothario</tt> <tt>{{Ref ADB|16|(q)}}</tt>, der von 954. biß 986. regieret, theils auch Kayser <tt>Lothario II. Saxoni</tt> <tt>{{Ref ADB|17|(r)}}</tt>, sonst dem Spieler genannt, zu geschrieben, scheinet nur von einem Irrthume und Vermengung der Nahmen, sonderlich, weil der letztere das obgedachte Berg-Kloster wieder aufgerichtet, herzuführen, obschon <tt>Fabricius</tt> <tt>{{Ref ADB|18|(s)}}</tt> als ein Chemnitzer Stadt-Kind, selbst der letztern Meynung ist, und meistentheils der Anfang der Stadt in das Jahr 1136. <tt>{{Ref ADB|19|(t)}}</tt> gesetzet wird. Jedoch kan gar wohl seyn daß die benannten <tt>Lotharii</tt> alle zu Erneuerung oder Erweiterung der Stadt etwas beygetragen haben. Wie denn auch <tt>Fabricius</tt> an einem anderen Orte <tt>{{Ref ADB|20|(u)}}</tt> den Kayser <tt>Lotharium Saxonem</tt> nur vor einen Erneuerer derer Stadt ( <tt>Restauratorem Urbis</tt>) angiebt. Daß also diese unterschiedene Meynungen sich gar leichte vereinigen lassen. Wenn es aber auch schon an dem wäre, daß nur Carls des Grossen Zeiten <tt>{{Ref ADB|21|(x)}}</tt> noch keine ordentliche Städte in diesem Theile Deutschlands gewesen, so müßte doch Chemnitz wenigstens im <tt>IX.</tt>. oder zu Anfang des <tt>X.</tt> Jahrhunderts, etwan unter <tt>Henrico Aucupe</tt>, der von 919. bis 936. Kayser gewesen, und nach Spangenbergs <tt>{{Ref ADB|22|(y)}}</tt> Bericht, in Sachsen ordentliche Städte anzulegen befohlen, zur Stadt geworden seyn. Zumahl da auch Peccenstein <tt>{{Ref ADB|23|(z)}}</tt>, der als Sächsischer <tt>Historiographus</tt> nicht nur vor anderen zu Untersuchung derer alten Urkunden Gelegenheit, sondern auch, die wahren von den untergeschobenen zu unterscheiden, zweifels ohne gnugsame Kenntniß gehabt, eines <tt>Vigiliis S. Kiliani & Sociorum ann.</tt> 944. <tt>dat</tt>irten <tt>Diplomatis</tt> gedencket, worinnen Kayser <tt>Otto III.</tt> der Stadt Chemnitz etliche alte <tt>Privilegia</tt> aufs neue bestätiget. Jedoch, da die Städte in Deutschland vor Alters nicht nach jetziger Art, daß die Häuser zusammen gestossen, erbauet, mithin von Marckt-Flecken wenig unterschieden gewesen <tt>{{Ref ADB|24|(aa)}}</tt>; so ist dennoch in Ansehung der Zeit, zu welcher Chemnitz noch einen Marckt-Flecken ähnlich gesehen, desto weniger von ihrem Alter abzukürtzen, sondern dieses um so viel eher ungefähr auf tausend Jahre zu rechnen, und solchem nach Chemnitz eine derer allerersten Städte disseits des Rheins in Deutschland, als welche auch nach Carls des Grossen Zeiten <tt>{{Ref ADB|25|(bb)}}</tt> noch gar sparsam gewesen. Die Lage der Stadt betreffend; so ist solche eines der schönsten Luft-Gefilde. Und manchen dieselbe die harte anstossenden Gebürge durch einen lieblichen Wechsel desto anmuthiger. Insbesondere wissen die Einwohner den der Stadt gegen Abend allernächst anliegenden Catzberg, welcher gleichsam eine Mauer vorstellt, mit denen darein gehauenen und gegrabenen frischen Berg-Kellern, ingleichen die spatziren gehenden, wegen des lustigen <tt>Prospects</tt> auf seiner Höhe, sich wohl zu Nutze zu machen, von welchen letztern er auch vielleicht den Nahmen bekommen, weil <tt>''Catsche''</tt> eine Jungfrau bedeuten soll, und das ledige Volck am meisten sich darauf zu erlustigen pflegt. Und ist also der Ort, nach seiner <tt>temperir</tt>ten Lufft, ebenen Fläche, und wegen Fruchtbarkeit seiner Fluhren, mehr vor niederländisch, als gebürgisch, auch nicht unfüglich vor eine derer Schmaltz-Gruben des Meißner-Landes, anzusehen. Wie denn auch auf dem Riesen-Saale zu Dreßden, ehe er abgebrannt, die Chemnitzer Gegend, wegen ihrer Fruchtbarkeit, unter dem Bilde eines Rindes in fetter Weide, so ihm bis an den Bauch gerechnet, vorgestellet worden. Die Feld- und Garten-Früchte gerathen nicht weniger, als irgendwo im Niederlande; und die Gärten sind mehr zum Nutzen, als zur blossen Zierde, angerichtet. Hingegen gehet der Gegend auch von demjenigen, worinnen sonst das Gebürge einen Vorzug hat, wenig ab. Besonders ist an frischen Quellen kein Mangel, worunter vornehmlich der Goldborn, und der von seinem blaulichten Wasser benannte '''Blauborn''', herrliches und gesundes Wasser führen. Eine Meile von Chemnitz ist auch ein stehend Wasser, in welchem nach etwas Zeit ganze Bäume im Stein verwandelt werden. <tt>{{Ref ADB|26|(cc)}}</tt> Bergwercke, die das benachbarte Gebürge berühmt machen, haben zwar in denen neuern Zeiten allhier nicht recht arten wollen. Doch hat vor Alters ihr Revier mit fündigen reichhaltigen Gängen und edlen Geschicken sich gnugsam ergiebig bewiesen. Wie denn auch vor Zeiten ene Seiger-Hütte, und ein Kupffer-Hammer, allhier gestanden. <tt>{{Ref ADB|27|(dd)}}</tt> Man findet auch noch dann und wann allerhand Edelgesteine um Chemnitz. Und zwar hat man nicht nur <tt>Chalcedonier</tt>, von welchen absonderlich, das sie um Chemnitz brechen, veschiedene Schrifftsteller gedencken; sondern auch wohl zuweilen <tt>Carniol</tt>, <tt>Achat</tt> und <tt>Topasier</tt>, in ihrer Gegend gefunden. Und die schönen Stein-Brüche, welche <tt>Albinus</tt> <tt>{{Ref ADB|28|(ee)}}</tt> allen Stein-Brüchen in Meissen vorziehet, können statt derer Bergwercke geachtet werden. Die Fisch-Wasser, worunter besonders der grosse Schloß-Teich zu denen Meißnischen Seen gerechnet wird <tt>{{Ref ADB|29|(ff)}}</tt>, sind nicht die schlechtesten, sondern enthalten einen ergiebigen Vorrath von allerhand Gattungen wohlschmeckender Fische. An anderen <tt>Victualien</tt>, welche von denen in starcker Anzahl umher liegenden Dörffern der Stadt zugeführet werden, ist ebenfalls ordentlicher Weise kein Mangel. Daher denn auch, die sich in Chemnitz einmahl niedergelassen haben, selten begehren, sich wieder hinweg zu wenden. Zumahl da über dieses alles noch ein jeder, sich nach seinem Beruffe redlich zu nähren, gnugsame Gelegenheit findet. Sonst aber soll, nebst der guten Beschaffenheit dieser Pflege, zubaldigen Anwuchs der Stadt unter andern das oben erwehnte <tt>Fanum Mariae</tt>, welches wie <tt>Peccenstein</tt> <tt>{{Ref ADB|30|(gg)}}</tt> aus dem <tt>Stella</tt> anführt, im Jahre 940. zu Zeiten Kayser <tt>Ottonis I.</tt> noch vorhanden gewesen, oder das darinnen erhaltene Marien-Bild, das nach damahliger Meynung Zeichen und Wunder gethan, viel beygetragen haben, als worzu starcke Wallfahrten entstanden. Es halten zwar zwar etliche davor, daß dieses vielmehr von einer beym Stiffte Ebersdorff, 1. Meile von Chemnitz, befindlich gewesenen Capelle zu verstehen sey. Und <tt>Paulus Langius</tt>, der sich bißweilen bey dem Abte des Berg-Klosters, '''Heinrichen von Schleinitz''', aufgehalten, meynet <tt>{{Ref ADB|31|(hh)}}</tt>, es habe bey der Berg-Kloster-Kirche in Chemnitz gestanden. Ob auch vielleicht selbiges unter dem <tt>Monasterio S. Mariae in Kemnitz</tt>, dessen <tt>Necrologium</tt> in <tt>Script. Rer. Germ.</tt> <tt>{{Ref ADB|32|(ii)}}</tt> enthalte, gemeynet ist, läßt sich, wegen Mangel weiterer Nachricht, nicht so genau entscheiden. Unterdessen besagen doch beglaubte alte <tt>Fragmenta Annalium</tt>, daß das wunderthätige Marien-Bild in dem grossen Brande <tt>An.</tt> 1389. mit verdorben. Sonst ist von alten Bildern unter andern noch vorhanden ein hölzener Esel, und ein so genanntes heiliges Grab, das hinter dem Orgel-Thore in der St. Jacobs-Kirche stehet, wobey die Verse zu befinden: <tt>En tibi, spectator, Jesu sculptura sepulchri, Quod Papæ coluit relligiosa cohors. Non colimus, toleramus; digna huc sede locamus, Quod docet indoctus dogmata sancta greges. MartInI per nos resonat DoCtrIna LVtherI; InfernI sane porta ferIre neqVlt.</tt> Dem sey aber :{{Note ADB|1|<tt>(a)</tt>}} <tt>''Zeileri'' Topogr. Saxon super.</tt> Knauths <tt> rodr. Misn.</tt> :{{Note ADB|2|<tt>(b)</tt>}} <tt>''Albini''</tt> Meißn. Land-Thron. <tt>Tit.</tt> 14. <tt>p.</tt> 181. :{{Note ADB|3|<tt>(c)</tt>}} <tt>''Ditmari'' Chron. Mattisb. Lib. I. <tt>p.</tt> 1 <tt>''Frid. Strunzius'' de Dalemencia, Saxonum Colonia</tt>. :{{Note ADB|4|<tt>(d)</tt>}} <tt>''Albini''</tt> Meißn. Land-Thron. <tt>Tit.</tt> IV. <tt>p</tt>. 50 u f. <tt>''Peccenstein''. Theatr. Saxon. P.</tt> III., <tt>p</tt>. 45. <tt>''Brotuff''. Chron. Martisb. Lib.</tt> I. <tt>pag</tt>. 445. Spangenbergs Sächsl. Chron. <tt>c</tt> 219. <tt>pag</tt>. 370. <tt>''Dresseri''</tt> Städte-Buch <tt>p</tt>. 180. :{{Note ADB|5|<tt>(e)</tt>}} <tt>''Monach. Pegav.'' in Chron. p.</tt> 341 :{{Note ADB|6|<tt>(f)</tt>}} :{{Note ADB|7|<tt>(g)</tt>}} :{{Note ADB|8|<tt>(h)</tt>}} :{{Note ADB|9|<tt>(i)</tt>}} :{{Note ADB|10|<tt>(k)</tt>}} :{{Note ADB|11|<tt>(l)</tt>}} :{{Note ADB|12|<tt>(m)</tt>}} :{{Note ADB|13|<tt>(n)</tt>}} :{{Note ADB|14|<tt>(o)</tt>}} :{{Note ADB|15|<tt>(p)</tt>}} :{{Note ADB|16|<tt>(q)</tt>}} :{{Note ADB|17|<tt>(r)</tt>}} :{{Note ADB|18|<tt>(s)</tt>}} :{{Note ADB|19|<tt>(t)</tt>}} :{{Note ADB|20|<tt>(u)</tt>}} :{{Note ADB|21|<tt>(x)</tt>}} :{{Note ADB|22|<tt>(y)</tt>}} :{{Note ADB|23|<tt>(z)</tt>}} :{{Note ADB|24|<tt>(aa)</tt>}} :{{Note ADB|25|<tt>(bb)</tt>}} :{{Note ADB|26|<tt>(cc)</tt>}} :{{Note ADB|27|<tt>(dd)</tt>}} :{{Note ADB|28|<tt>(ee)</tt>}} :{{Note ADB|29|<tt>(ff)</tt>}} :{{Note ADB|30|<tt>(gg)</tt>}} :{{Note ADB|31|<tt>(hh)</tt>}} :{{Note ADB|32|<tt>(ii)</tt>}} == Anmerkungen (Wikisource) == Siehe auch [[Chemnitz]] </div> |} [[Kategorie:Geschichte Chemnitz]]⏎ [[Kategorie:Lexikonartikel]] All content in the above text box is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike license Version 4 and was originally sourced from https://de.wikisource.org/w/index.php?diff=prev&oldid=2992378.
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