Revision 2144495 of "Seite:Ein gefährliches Abenteuer.pdf/4" on dewikisource<noinclude><pagequality level="3" user="Wassermann" /><div class="pagetext">{{Seitenstatus2|[[Walther Kabel]]|[[Ein gefährliches Abenteuer]]. In: Von Nah und Fern, Heft 8, S. 4–6|Ein gefährliches Abenteuer|}}{{BlockSatzStart}}
</noinclude>unserer Lage hinwegzutäuschen. Woran ich damals gedacht habe? Ob an sterben …? Ich weiß es nicht, weiß nur noch, daß ich mir ganz stumpfsinnig immer denselben Satz wiederholte: „Du darfst hier nicht erschossen werden, das wäre zu jammervoll, von den eigenen Landsleuten niedergeknallt zu werden …“ – Und dann irrten die Augen wieder Rettung suchend im Kreise umher. Ja, da vor uns lag eine Düne … Wenn wir nur erst dort wären …! Aber noch 300 Meter sind bis dahin. Und im Sande, im Wasser auf der noch zurückzulegenden Strecke überall die verhängnisvollen Wölkchen – aufspritzender Sand, sprühende Wassertropfen … Weiter, nur weiter … Und keuchend, halb in die auslaufenden kleinen Wellen hineingeduckt, mit jagendem Herzen, alle Sinne bis zum äußersten gespannt, schieben wie uns wie die Schlangen vor. Einmal hat mein Freund laut aufgeschrieen. Schon glaubte ich ihn getroffen; aber ein dicht vor ihm einschlagendes Geschoß hatte ihm nur den feuchten Sand ins Gesicht geschleudert …
Endlich, endlich sind wir auf einer Höhe mit der Düne. Nun gilt’s nur noch den Sandstreifen glücklich zu passieren, dann sind wir gerettet. Und auch das gelingt uns. Atemlos, wortlos ins Weite starrend, liegen wir dann hinter dem schützenden Wall. Aus unseren Kleidern rinnt das Wasser in kleinen Bächen heraus, unsere Wäsche ist völlig durchweicht … Was kümmert es uns! Wir sind ja gerettet – gerettet! Und mit diesem Bewusstsein kommt auch wieder die Ruhe über uns und eine erschlaffende Müdigkeit, gegen die wir vergeblich ankämpfen. Nach der furchtbaren Nervenanspannung verlangt der Körper nach Ergänzung der verschwendeten Kräfte, nach Schlaf. Und wir haben auch geschlafen – fest, traumlos, wohl drei Stunden lang.
Als wir erwachten, war das erste was wir sahen, ein Fischer, der in hohen Wasserstiefeln am Ufer entlang watete und mit dem Schiebenetz Krabben fing … Also war die Gefahr vorüber, das Schießen wohl längst eingestellt.
In Zoppot angekommen, haben wir dann eine Mahlzeit eingenommen, die uns besonders gut mundete. Aber von unserem Abenteuer erzählten wir niemand etwas. Erst nach Jahren gab ich es einmal am Stammtisch zum besten. Und da sagte der alte Major a. D. v. Kr…… hinterher kopfnickend: „Ja, ja, meine Herren – immer hübsch die Augen offen halten, und nicht so in der Welt herumdösen! Dann kann einem so was nicht passieren …!“
Das „herumdösen“ aber ging auf Freund Kiesel Stiefel und mich. Ich quittierte höflich mit einem kräftigen Zutrunk. Dann erzählte der Major eine ähnliche Geschichte. Die schmeckte aber sehr nach Jägerlatein, während mein Erlebnis tatsächlich Wort für Wort der Wahrheit entspricht.
{{PRZU}}<noinclude>{{BlockSatzEnd}}{{Zitierempfehlung|Projekt=[[Walther Kabel]]: ''[[Ein gefährliches Abenteuer]]. In: Von Nah und Fern, Heft 8, S. 4–6''. J. G. Mahl, Lienz 1913|Seite=6}}</div></noinclude>All content in the above text box is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike license Version 4 and was originally sourced from https://de.wikisource.org/w/index.php?oldid=2144495.
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