Revision 18932 of "De Ne'en Plattdüütschen Schrievrégels" on ndswiktionary

<big>De Ne'en Plattdüütschen Schrievrégels</big>
(na "de Plattfoorm")

'''I. Allgemein'''

1. Diese Rechtschreibung dient zur Schreibung des Standard-Niederdeutschen.

2. Das Hochdeutsche gilt nicht als konstituierend für Regeln.

3. Es kann Ausnahmen von den unten genannten Regeln geben, um Wörter besser auseinander zu halten: „tüüschen“, „tüschen“.

4. Allgemein gilt, dass bei Regelhaftigkeit auf Zusatzmarkierung verzichtet werden kann.

5. Standard-Niederdeutsch wird am Computer mit einem eigenen Tastatur-Layout geschrieben.

 
'''II. Vokale'''

1. Es gibt folgende Zeichen, um Vokale darzustellen: Aa, Ee, Éé, Ii, Oo, Uu, Öö, Őő, Üü, Ää

2. Bei offener Silbe wird keine Vokallänge markiert, der Vokal wird einfach geschrieben.

3. Bei geschlossener Silbe wird Vokallänge durch Doppelschreibung des Vokals bezeichnet.

4. „ie“ bezeichnet den langen „i“-Laut und wird in offener und geschlossener Silbe „ie“ geschrieben. In offener Silbe kommt sowohl „ie“ als auch das einfache „i“ vor. Als grobe Regel kann man ansetzen, dass bei solchen Silben, die bei Derivation oder Flexion bzgl. offen oder geschlossen variabel sind, häufiger „ie“ anzutreffen ist; sonst eher einfach "i".

5. Es gibt drei Laute, die im Standard-Niederdeutschen bei Vokallänge entweder eintönig oder zweitönig erscheinen: Oo, Ee, Öö. Bei Oo wird eine Eintönigkeit nicht markiert, da im Allgemeinen Zweitönigkeit vorliegt, außer vor „r“, was allerdings regelhaft ist (s. Absatz I. 4.). Um bei „Ee“ und „Öö“ Ein- und Zweitönigkeit zu unterscheiden, werden daher Ee und Öö eingesetzt, um den Doppellaut zu bezeichnen, Éé und Őő um die Eintönigkeit zu kennzeichnen.

6. Auslautendes Ee wird meistens doppelt geschrieben: z. B. Snee, dree.

7. Es gibt kein Dehnungs-h, Vokallänge wird durch obige Regeln gekennzeichnet.

8. Auch bei unbetonten, kurzen Wörtern, Suffixen, Artikeln, Pronomen, Partikeln u. a. wird im Allgemeinen die Vokallänge wie obig markiert.

9. Die Infinitivendungen –en/-eln/-ern bleiben entweder erhalten oder das „-e-„ assimiliert mit einem vorherigen Vokal. Die Substantivierungsendung  –en sowie die Adjektivdeklinationsendungen –e/-en werden ausgeschrieben. Die Endung –er wird ausgeschrieben.

10. Kürze des Vokals wird oft auch durch Verdoppelung des nachstehenden Konsonanten bezeichnet, wenn keine Konsonantenverbindung folgt. Die Konjugationsendung wird dabei nicht dem vorhergehenden Konsonanten zugerechnet.

11. Bei kurzen, wenig betonten Wörtern und weiteren Einzelausnahmen tritt keine Verdoppelung ein, z.B. as, al, bet, bün, dit, den, ik, sik, op, wat.

 
'''III. Konsonanten'''

1. „d“, „t“, „g“ und „ch“ richten sich im Auslaut nicht nach dem Hochdeutschen. Die Auslautverhärtung hat keine Auswirkung auf die Schreibung. Die Schreibung richtet sich danach, wie sich ein Auslaut verhält, wenn Endungen oder weitere Silben angehängt werden und der Laut somit aus dem Auslaut zum Anlaut wechselt. 

2. Wenn eine geschlossene Silbe mit kurzem Vokal durch Derrivation oder Flexion zur offenen werden würde, wird der finale Konsonant verdoppelt.

3. Der Gebrauch von v und f, vor allem im Anlaut, ist etymologisch und im Schreibgebrauch begründet.

4. Die Schreibung von „v“ und „f“ im Auslaut richtet sich danach, wie sie sich verhalten, wenn eine weitere Endung herantritt. Nach kurzem Vokal schreibt man allerdings „ff“.

5. „w“ steht nur im Anlaut, z.B. Water.

5. Verbreitetem Schreibgebrauch nach schreibt man: nix, fix, Büx, Hex, Lex, Ext.

7. „g“ und „gg“ bleiben in der Flexion unverändert, selbst wenn sie im Silbenauslaut gesprochen zu „ch“ werden.

8. Konjugations-t wird nach einem geschriebenen t und tt nicht mitgeschrieben: wi smiet, he sett. Das gilt nicht für d und dd: he liddt, he beedt.

 
'''IV. Zeichen'''

1. Der Apostroph tritt auf: bei verkürzten Artikeln (Zwischen Präposition und verkürztem Artikel kommt keine Leerstelle.), bei verkürzten Pronomen, bei anderen Verkürzungen oder Auslassungen in mündlicher Rede und zur besseren Kennzeichnung von Silben und Stimmabsatz.

2. In der Schriftsprache dürfen nur Artikel verkürzt werden. Vorzugsweise werden sie allerdings ausgeschrieben.

3. Ee und Éé sind zwei unabhängige Buchstaben und keine mit oder ohne Diakritika versehenen, unterschiedlichen Versionen eines Buchstabens.

4. Wenn ein Vokal wider Erwarten, sprich trotz offener Silbe, kurz gesprochen wird, kann dies durch das Diakritikum ^  auf dem Vokal gekennzeichnet werden. (Nur wenn die Kürze nicht durch Doppelkonsonanz gelöst werden kann und nicht bei unbetonten Vor- und Nachsilben.)

 
'''V. Fremdwörter'''

1. Ältere Fremdwörter werden soweit es geht ihrer Lautung nach an die Schreibung angepasst, neuere behalten meist noch ihre entlehnte Schreibung.

2. Dies gilt auch für Fremdwörter, die sich lautlich nicht vom Hochdeutschen unterscheiden.

''(Änderungen sind stets vorbehalten.)''