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'''St-Romuald in Lévis''' ist eine katholische Kirche, die 1855/56 erbaut wurde. Sie steht etwa 250 Meter südöstlich vom Sankt-Lorenz-Strom entfernt in Saint-Romuald, einem Stadtteil von Lévis, Québec, auf einer Hochebene. Erster Pfarrer war der zweisprachige Pierre-Télesphore Sax (1822–1881), der sich sowhl mit den französisch-kanadischen als auch mit den irisch-katholischen Mitgliedern der Kirchengemeinde verständigen konnte. Die Kirche wurde am 5. Februar 2004 zum Kulturerbe erklärt.

== Anfänge ==
In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung um Lévis durch die Einwanderung aus Europa so stark an, dass für die Katholiken 1853 eine Pfarrei aus dem kanonischen Zusammenschluss der vier Kirchengemeinden Etchemin, New Liverpool, Pont-Etchemin und Chaudière-Bassin errichtet wurde. Weil er es verstand, sich gewandt auf französisch und englisch auszudrücken und bei Konflikten zwischen den unterschiedlichen Kulturen kompetent zu vermitteln, wurde Pierre-Télesphore Sax als erster Pfarrer der neuen Gemeinde ernannt.  

== Baubeschreibung ==
Das Steingebäude wurde vom Architekten Charles Baillairgé (1826–1906) entworfen und entspricht dem Stil des Neoklassizismus Niederkanadas im 19. Jahrhundert. Es besteht aus drei Kirchenschiffen mit Tonnengewölbe und entspricht der Bauform einer Staffelkirche. Der schmalere Chor endet in einer halbkreisförmigen Apsis mit Chorumgang. Die zum Sankt-Lorenz-Strom ausgerichtete Frontfassade wird in der Mitte von dem leicht vorspringenden Glockenturm und seitlich von Flügelflanken gebildet, deren Giebel das Satteldach der Kirche überragen. Im Jahre 1901 wurde hinter der Apsis eine vom Architekten David Ouellet (1844–1915) entworfene eklektizistische Sakristei in T-Form angebaut und mit einem Giebeldach versehen. Die Rückfassade wurde wiederum als eine kleinere, halbkreisförmige Apsis ausgebaut. Ein zweiter Glockenturm überragt die nordöstliche Mauer der Sakristei. Die Kirche ist seit 1955 über einen überdachten Weg mit dem Presbyterium verbunden. Das Interieur der Kirche wurde 1979 restauriert und 2001 das Dach neu gedeckt.

Das Kirchengebäude wurde am 5. Februar 2004 vom Ministre de la Culture et des Communications du Québec Line Beauchamp zum Kulturgut ernannt und unterliegt seit März 2004 dem Denkmalschutz.

== Ausstattung ==
Auch der Innenraum der Kirche wurde von Baillairgé entworfen. Die Innenfassade des Gebäudes wurde mit neoklassizistischen Ornamenten versehen. Wegen ihrer künstlerischen Ausstattung ist St-Romuald in Lévis von besonderem kulturellem Interesse. Das Interieur der Kirche setzt sich aus einer außergewöhnlichen Kombination an gemalter und geschnitzter Dekoration zusammen.

Eine Gruppe deutschstämmiger Vertreter der nazarenischen Kunst, bestehend aus Wilhelm Lamprecht (1838–1922), Josef Lang (1840–1914) und Wenceslaus Thien (1838–1912), entwarf 1868 diese seltene Arbeit und brachte sie im Folgejahr in der Kirche an. Lamprecht, Absolvent der Münchener Akademie der Bildenden Künste, malte große Wandgemälde, die sowohl die wichtigsten Lebensstationen des jugendlichen Jesus Christus auf Fresken als auch die Jungfrau Maria auf der einen Seitenwand und St. Joseph auf der anderen darstellen und einen narrativen Ansatz der Glaubensgeschichte bilden. Entlang des Kirchenschiffgewölbes illustrierte Lang die Geschichte des St. Romuald, Ordensgründer der Kamaldulenser, die von seinem Eintritt in das Benediktinerkloster Sant’Apollinare in Classe nahe Ravenna bis zu seinem Tode erzählt. Thien rahmte diese Gemälde ein und zeichnete Medaillons von St. Peter und St. Paul sowie jeweils fünf der östlichen und der westlichen Kirchenlehrer oberhalb der Kirchensäulen. Mit dieser Arbeit präsentierten sie eine neue Ikonografie, die auf bayerischen Traditionen basiert. Die Kirche zählt zu den ersten in Québec, die mit solchen Gemälden ausgestattet wurden. Sie sind noch heute in einem sehr guten Erhaltungszustand.

Für die Kirche schnitzte der Münchner Bildhauer Johann Evangelist Riedmiller (1815–1895) Holzskulpturen mehrerer Heiliger von herausragender Qualität und Polychromie, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Deutschland nach Québec importiert wurden. Weitere Skulpturen, Plastiken und Mobiliar wurden Ende 19. bis Ende 20. Jahrhundert in den Ateliers der École de sculpture de Saint-Romuald gefertigt. Ihr guter Ruf ist sogar über die Grenzen Québecs hinaus wohlbekannt. Altäre, Abendmahlstisch, Lettner und Kanzel wurden im Jahre 1874 von den Bildhauern Ferdinand Villeneuve (1830–1909) und Louis Saint-Hilaire (1834–1877) nach Plänen des Münchener Bauarchitekten und Bildhauers Georg Schneider (1828–1897) gefertigt. Des Weiteren befindet sich die im 17. Jahrhundert geschaffene Statue "Der Engel des Jüngsten Gerichts" auf dem Schalldeckel der Kanzel. Sie stammte aus der Kapelle des Hôpital général de Québec. Im Jahre 1921 wurde die Kanzel durch eine von dem Unternehmer Joseph Saint-Hilaire (1864–1944), dem Bildhauer Lauréat Vallière (1888–1973) und dem Zimmermann Joseph Lacroix (1887–1951) entworfene neue Kanzel ersetzt sowie weitere Plastiken und Ornamente eingebaut. Von Vallière stammt auch das Taufbecken. Der Kirchenmöbel-Unternehmer Georges Trudelle (1877–1950) und sein Sohn Henri (1906–1970) vervollständigten 1947 das Interieur mit einem Kommunionstisch und der Kirchenchor-Balustrade aus schwarzem Nussbaumholz.

== Orgel ==
Die Orgel wurde 1869 errichtet.

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