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'''Friedrich Amadeus Gottlieb von Raumer''' (* [[18. Januar]] [[1643]] in [[Dessau]]; † [[23. März]] [[1728]] in [[Dessau]]) war ein deutscher anhaltischer [[Regierungsdirektor]] und Staatsminister sowie fürstlicher [[Gesandter]]. 

== Leben und Wirken ==
Der Sohn des Dessauer [[Hofgeistlicher|Hofpredigers]] und [[Superintendent]]en [[Georg Raumer]] (1610–1691) und der Dorothea Elisabeth von Bergen (1619–1702) besuchte nach seiner Schulzeit in Dessau das protestantische [[Francisceum Zerbst|Gymnasium illustre]] in Zerbst, wo er die Basis für sein späteres Studium legte. Anschließend studierte er [[Rechtswissenschaft]]en und [[Philosophie]] bei [[Enoch Gläser]] und [[Hermann Conring (Polyhistor)|Hermann Conring]] an der [[Universität Helmstedt]] und bei [[Johann Brunnemann]] an der [[Viadrina]] in [[Frankfurt an der Oder]]. Im Anschluss an seine Abschlussprüfungen unternahm Raumer von 1666 bis 1669 eine dreijährige Studienreise durch Europa und es war geplant, dass er nach Inbesitznahme des [[Herzogtum Liegnitz|Herzogtums Liegnitz]] durch den Kurfürsten [[Friedrich Wilhelm (Brandenburg)|Friedrich Wilhelm von Brandenburg]] dort eine Tätigkeit als [[Hofmeister]] aufnehmen sollte. Nach dem Kaiser [[Leopold I. (HRR)|Leopold I.]] das kurfürstliche Vorhaben scheitern ließ, nahm Fürst [[Johann Georg II. (Anhalt-Dessau)|Johann Georg II. von Anhalt-Dessau]], der Schwager Friedrich Wilhelms, Raumer als Geheimsekretär in seine Dienste und beförderte ihn im Jahre 1672 zum [[Hofrat]].

Es folgten zahlreiche Reisen als Gesandter des Fürstenhauses unter anderem 1673 und 1676 an den kaiserlichen Hof nach [[Wien]] und von 1679 bis 1687 als [[Comitia|Comitialgesandter]] auf den [[Immerwährender Reichstag|Immerwährenden Reichstag]] nach [[Regensburg]]. Hier fungierte er vor allem als Verbindungsmann zwischen dem Kaiser [[Leopold I. (HRR)|Leopold I.]], der vor den Türken nach [[Linz]] fliehen musste, und dem Fürsten Johann Georg II. von Anhalt, der mit seinen Truppen zur Unterstützung nach Wien eilte. Im Jahre 1687 wurde Raumer nach Dessau zurückberufen und man übertrug ihm das Amt des Regierungsdirektors und beförderte ihn zum [[Geheimrat]]. 

Im Rahmen einer weiteren diplomatischen Mission im Jahr 1689 nach [[Augsburg]] und anschließend erneut nach Wien setzte sich unter anderem der amtierende Reichsvizekanzler [[Leopold Wilhelm von Königsegg-Rothenfels]] beim Kaiser dafür ein, dass mit Wirkung zum 18. Januar 1693 der Reichs- und erbländisch-österreichische Adel für Friedrich Gottlieb Raumer erneuert und bestätigt wurde. Eine zeitgleiche Ernennung zum [[Reichshofrat]] in Wien lehnte Raumer jedoch mit der Begründung ab, dass seine Arbeit in Dessau auf Grund des im gleichen Jahr erfolgten Todes von Johann Georg II. und der kriegsbedingten Abwesenheit dessen Nachfolgers und Sohnes [[Leopold I. (Anhalt-Dessau)|Leopold I. von Anhalt-Dessau]] von der Interimsregentin [[Henriette Catharina von Oranien-Nassau]] als besonders notwendig betrachtet wurde. Der Kaiser akzeptierte diese Entscheidung und Raumer wurde nach seiner Rückkehr nach Dessau von der amtierenden Regentin zusätzlich noch mit den Aufgaben des Justizdirektors betraut und zum [[Geheimrat]] befördert. 

In der Folgezeit wurde Raumer immer wieder als bevollmächtigter Minister zu wichtigen Konsultationen an fürstliche Höfe entsandt, vor allem in Vorbereitung und Abwicklung der Neugliederung der Kurfürstentümer jener Jahre. Friedrich Gottlieb Raumer führte seine ihm übertragenen Aufgaben mit äußerster Pflichterfüllung bis ins hohe Alter fort und verstarb 1728 im Alter von 85 Jahren. Seine umfangreiche Privatbibliothek vermachte Raumer bereits im Jahr 1715 dem [[Francisceum Zerbst|Francisceum]] in Zerbst.

== Familie ==
Friedrich Amadeus Gottlieb Raumer war selbst nie verheiratet und hatte keine eigenen Kinder. Dafür nahm er sich aber nach dem frühen Tod seines Bruders Ephraim Jonathan Raumer (1646–1676) und dessen Ehefrau sowie ihrer beiden Töchter infolge einer [[Dysenterie|Ruhrepidemie]] des einzigen überlebenden Sohnes [[Johann Georg von Raumer]] an. Im Alter von fünf Jahren nahm er seinen Neffen bei sich auf, adoptierte ihn und sorgte gemeinsam mit seinem Vater Georg Raumer und seinem Bruder [[Theodor Christian Raumer]] (1644–1707) für dessen Erziehung und Ausbildung. Später empfahl er ihn beim Fürsten als seinen Nachfolger für das Amt des anhaltischen Regierungsdirektors und sorgte durch seine persönliche Verbindung zum Kaiserhaus in Wien dafür, dass der vererbbare Adel am 15. September 1708 durch Kaiser [[Joseph I. (HRR)|Joseph I.]] auf Johann Georg übertragen, erneuert und bestätigt wurde.

Dadurch konnte die bis heute bestehende Linie der Familie [[Raumer (Adelsgeschlecht)|von Raumer]] im Adelsstand fortgeführt werden, deren zahlreiche Mitglieder immer wieder herausragende Positionen vor allem in der [[Wissenschaft]], [[Politik]] und im [[Militärdienst]] in Anhalt und [[Preußen]] innehatten.

== Literatur und Quellen ==
* Hermann v. Raumer: ''Die Geschichte der Familie von Raumer''; (Bibliothek familiengeschichtlicher Arbeiten Bd. 38 – Degener-Genealogie-Verlag); 1975. VIII u. 264 S., 24 Taf. mit 35 Abb., ISBN 3-7686-6002-8
* [[Jakob Christoph Beck]], August Johann Buxtorf, Johannes Christ: ''Supplement zu dem Baselischen allgemeinen historischen Lexicon'', Band 1, Basel, 1744 [http://books.google.de/books?id=0Dk-AAAAcAAJ&pg=PA761&lpg=PA761&dq=raamer+vom+rain&source=bl&ots=z_RSETXavB&sig=Tx0ylArGNH0MpUTvFxoTtX37JsQ&hl=de&ei=3u2PS_CGA8K84gaAkei2DQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CAkQ6AEwAQ#v=onepage&q=raamer%20vom%20rain&f=false Google Buch]

== Weblinks ==
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[[Kategorie:Verwaltungsjurist]]
[[Kategorie:Deutscher Diplomat]]
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[[Kategorie:Gestorben 1728]]
[[Kategorie:Mann]]

{{Personendaten
|NAME=Raumer, Friedrich Amadeus Gottlieb von
|ALTERNATIVNAMEN=Raumer, Friedrich Gottlieb von
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Verwaltungsjurist, anhaltischer Regierungsdirektor und Staatsminister sowie fürstlicher Gesandter
|GEBURTSDATUM=18. Januar 1643
|GEBURTSORT=[[Dessau]]
|STERBEDATUM=23. März 1728
|STERBEORT=[[Dessau]]
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