Difference between revisions 133130553 and 133130555 on dewiki{{Begriffsklärungshinweis}} {{Infobox Gemeinde in Deutschland |Wappen = Wappen Loecknitz.png |Breitengrad = 53/27/10/N |Längengrad = 14/12/55/E |Lageplan = Löcknitz in UER.png |Bundesland = Mecklenburg-Vorpommern |Landkreis = Uecker-Randow |Amt = Löcknitz-Penkun |Höhe = 34 |Fläche = 22.69 |PLZ = 17321 |Vorwahl = 039754 |Kfz = UER |Gemeindeschlüssel = 13062033 |Adresse-Verband = Chausseestraße 30<br />17321 Löcknitz |Website = [http://www.loecknitz-online.de/alp/gemeinden/loecknitz.php www.loecknitz-online.de] |Bürgermeister = Lothar Meistring |Partei = [[Die Linke|LINKE]] }} [[Datei:Löcknitz, Evangelische Kirche.jpg|thumb|297px|Evangelische Kirche in Löcknitz (Vorpommern), in neugotischem Stil erbaut und 1871 geweiht.]] '''Löcknitz''' ist eine Gemeinde im [[Landkreis Uecker-Randow]] in [[Mecklenburg-Vorpommern]] (Deutschland) und Verwaltungssitz des [[Amt Löcknitz-Penkun|Amtes Löcknitz-Penkun]]. == Geografie == Die im Landesteil Vorpommern gelegene Gemeinde Löcknitz befindet sich an einer [[Furt]] des Flusses [[Randow]] zwischen [[Pasewalk]] und [[Stettin]]. Nördlich und südlich von Löcknitz erstreckt sich die breite [[Flussaue]] des Randowbruches. Das Gebiet dieses [[Urstromtal]]es bildete sich beim Abschmelzen der Eiszeit-Gletscher vor über 20.000 Jahren heraus. == Ortsteil Gorkow == Im Zentrum des [[Rundling]]sdorfes Gorkow steht eine turmlose [[Feldsteinkirche]], die aus dem Mittelalter stammte und später [[Barock|barockisiert]] wurde. Neben einer Kassettendecke sind die Wände mit einer [[Pilaster]]gliederung ausgemalt. In den 1990er Jahren musste die Kirche wegen des desolaten Zustandes gesperrt werden. Inzwischen sind die Schäden behoben, die kleine Orgel aus dem Jahr 1908 ist funktionstüchtig und Besucher können die Kirche wieder besichtigen. == Geschichte == === Name === Im Jahre 1212 unterschrieb ein „Thomas de Lokenitz“ eine Schenkungsurkunde, damit wurde der Ort zum ersten Mal indirekt erwähnt. In einer Urkunde die der [[Bischof von Cammin]] im Jahr 1267 in Stettin ausstellte, wird der Ort „Lokenitz“ (''slawisch für Sumpfloch'') dann das erste Mal urkundlich genannt. Bis etwa 1700 wurde auch die Randow überwiegend „Lochnitza“ genannt. === Frühe Geschichte === Grabfunde belegen die Besiedlung des Gebietes bereits in der Steinzeit. Um 600 vor der Zeitrechnung siedelten [[Slawen|slawische]] [[Ukranen]] in der Gegend. Die Slawenburg ''Lokenitza'' war um 1400 eine deutsche [[Burg Löcknitz|Burg]] aus Mauerwerk. Die Dörfer [[Plöwen]], [[Bergholz]] und Bismark (heute Ortsteil von [[Ramin]]) gehörten zur Burg. Löcknitz war wegen seiner Lage am Randowübergang und an der Grenze zwischen Pommern und Brandenburg oft umkämpft. Es gehörte bis 1390 zu Brandenburg, ab 1390 zu Pommern und seit 1468 wieder zu Brandenburg. Burg und Ansiedlungen wurden durch Kämpfe mehrfach zerstört. === Neuzeit === Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] (1618–1648) wurde Pommern wechselseitig von kaiserlichen und schwedischen Truppen besetzt und geplündert. Pommern verlor etwa zweidrittel seiner Bevölkerung. In Löcknitz blieben während dieser Zeit von 197 Domänen-Bauern nur 48 übrig, von 80 [[Kossat|Kossätenstellen]] nur noch eine. Im Juni 1630 waren schwedischen Truppen auf der Insel Usedom gelandet. 1637, nach dem Tod [[Bogislaw XIV. (Pommern)|Bogislaw XIV.]], des letzten Pommernherzogs wurde Pommern mit Löcknitz ab 1638 von schwedischen Truppen besetzt. Im [[Westfälischer Friede|Westfälischen Frieden]] 1648 wurde Pommern aufgeteilt. [[Hinterpommern]] fiel an das [[Kurfürstentum Brandenburg]], Schweden erhielt Vorpommern mit Löcknitz. Im [[Schwedisch-Brandenburgischer Krieg|Schwedisch-Brandenburgischen Krieg]] wurde Löcknitz am 15. Mai 1675, nach eintägiger Beschießung durch die schwedische Armee von Oberwachtmeister Jobst Sigismund gegen Zusicherung freien Abzugs für die Besatzung, übergeben. Hierfür wurde er von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 24. März 1676 hingerichtet.<ref>Jany, Curt:Seite 238</ref> Nach Ende des [[Großer Nordischer Krieg|Großen Nordischen Krieges]], erhielt Preußen im [[Frieden von Stockholm]] im Januar 1720 das südliche Vorpommern bis zur [[Peene]] ([[Altvorpommern]]) von Schweden. Löcknitz und seine Festung lagen nun nicht mehr an der Grenze sondern im Hinterland. Dadurch war die seit Jahrhunderten strategisch wichtige Lage von Löcknitz an einer Furt durch die Randow sowie die Festung militärisch bedeutungslos geworden. Noch im selben Jahr wurde die Festung aufgegeben. === 1800 – 1990 === 1807 wurde das Gebiet durch Truppen [[Napoléon Bonaparte|Napoleons I.]] verwüstet. Nach dem Ende der [[Befreiungskriege]] und dem [[Wiener Kongreß]], fand 1818 eine Neuorganisation der Kreise im [[Königreich Preußen]] statt. Im Zuge dessen wechselte Löcknitz endgültig von Brandenburg nach Pommern zurück und gehörte ab 1. Januar 1818 bis 1939 zum [[Kreis Randow]] im [[Regierungsbezirk Stettin]] in der preußischen [[Provinz Pommern]]. In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] wurden die im Ort ansässigen [[Juden]] terrorisiert. Beim [[Novemberpogrom]] 1938 wurden jüdische Geschäfte und der Gebetsraum der kleinen Gemeinde gestürmt und Mitglieder mißhandelt. Kurz nach Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurden die noch im Ort verbliebenen Juden deportiert und ihr Hausrat versteigert. Am 15. Oktober 1939 wurde durch die Vergrößerung des Stadtkreises [[Stettin]] ("Groß-Stettin") der [[Landkreis Randow]] aufgelöst. Löcknitz wurde daraufhin dem [[Landkreis Ueckermünde]] zugegliedert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Juli 1945 das Land Mecklenburg, bestehend aus [[Land Mecklenburg|Mecklenburg]] und dem westlichen Teil der preußischen Provinz Pommern ([[Vorpommern]]) gegründet. Parallel dazu wurde aus den westlich der Oder gelegenen Teilen des alten Landkreises Randow, ein neuer Landkreis Randow gebildet, zu dem dann auch wieder Löcknitz gehörte. Nach mehrfachem Wechsel des Kreissitzes in den nächsten Monaten, erst von [[Stettin]] nach [[Police (Oder)|Pölitz]], später nach [[Krackow|Hohenholz]] bei Penkun, wurde der Kreissitz im Oktober 1945 nach Löcknitz verlegt wo er bis 1950 verblieb. Mit der [[Kreisreformen in der DDR|DDR-Kreisreform 1950]] wurde der Landkreis Randow nach 1939 zum zweiten mal aufgelöst und Löcknitz dem dann neu gebildeten [[Kreis Pasewalk]] zugeschlagen. Durch die im Juli 1952 durchgeführte Auflösung der Länder und Bildung der [[Bezirk (DDR)|Bezirke in der DDR]], gehörte Löcknitz mit dem Kreis Pasewalk nun bis ins Jahr 1990 zum [[Bezirk Neubrandenburg]]. === Seit 1990 === 1990 wurden die DDR-Bezirke mit der [[Deutsche Wiedervereinigung]] aufgelöst; das Land [[Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns|Mecklenburg-Vorpommern]] entstand. Durch die [[Kreisreformen in der Bundesrepublik Deutschland nach 1990|Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern]] von 1993/94 wurden aus den drei DDR-Kreisen [[Kreis Pasewalk|Pasewalk]], [[Kreis Ueckermünde|Ueckermünde]] und [[Kreis Strasburg|Strasburg]] der neue [[Landkreis Uecker-Randow]] gebildet, zu dem Löcknitz gehört. Seit 1997 wurde in Löcknitz der [[Historischer Stadtkern|historische Ortskern]] im Rahmen der [[Städtebauförderung]] gründlich saniert; das [[Stadtbild]] hat sich stark verbessert. Heute steht in der Schloßstraße noch der achteckige [[Bergfried]] der ehemaligen mittelalterlichen Burg, als wieder aufgebautes und saniertes Monument. Die schon verfallenen Burgreste wurden in den 1980er Jahren gesprengt. [[Datei:Einwohnerentwicklung Löcknitz 1990-2007.png|thumb|297px|right|Einwohnerentwicklung seit 1990]] === Einwohnerentwicklung === Dem allgemeinen Trend in Vorpommern folgend reduzierte sich von 1993 bis 2003 die Einwohnerzahl um ein Siebtel. Seitdem [[Polen]] dem [[Schengener Abkommen]] beigetreten ist, steigen die Einwohnerzahlen wieder an, da Löcknitz zunehmend als Wohnort im grenzüberschreitenden Ballungsraum [[Stettin]] nachgefragt wird.<ref>http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,537930,00.html</ref><ref>Birk Meinhardt: ''Stadt, Land, Frust.'' In: Süddeutsche Zeitung 143/2008, 21. Juni 2008, S. 3.</ref><ref>(Zahlen des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern, jeweils zum 31. Dezember)</ref> {| | valign="top" | {| class="prettytable" ! style="background:#efefef;" | Jahr ! style="background:#efefef;" | Einwohner |- | 2002 || align="right" | 3.083 |- | 2003 || align="right" | 3.000 |- | 2004 || align="right" | 2.939 |- | 2005 || align="right" | 2.925 |- | 2006 || align="right" | 2.948 |- | 2007 || align="right" | 3.021 |- | 2008 || align="right" | 3.059 |} |} == Politik == === Wappen === [[Blasonierung]]: „Über grünem Schildfuß, darin ein silberner Wellenbalken, in Silber eine rote Burg mit einem rechtsstehenden eckigen Turm mit offenem schwarzen Tor und einer linksstehenden Mauer mit vier Zinnentürmen, die zwei mittleren erhöht und zwei offenen schwarzen Toren; über der Burgmauer ein schräglinks schwebendes grünes Eichenblatt.“ === Partnerstädte === * [[Sassenberg]] in Nordrhein-Westfalen (Westfalen/Münsterland) * [[Stare Czarnowo]] (deutsch: Neumark) in Polen (Woiwodschaft Westpommern) == Kultur == === Sehenswürdigkeiten === * [[Burg Löcknitz]] mit Burgfried (Wahrzeichen von Löcknitz) an der Randow * Tausendjährige Eiche (Wahrzeichen von Löcknitz) am Löcknitzer See * „Geschichtsblätter“ aus Bronze, mit historischen Daten zur Geschichte Löcknitz auf dem Marktplatz * Bronzeskulptur von „Nachtwächter Bartel mit Kater“ vor dem Gebäude des Amtes Löcknitz-Penkun * Burgwall am Leichensee zwischen Löcknitz und Retzin * historische Feldsteinkirche und Dorfschmiede im Ortsteil Gorkow * Sowjetischer Ehrenfriedhof am Ortsausgang Löcknitz Richtung Linken/dt.-poln. Grenze nach Stettin, gestaltet von dem Architekten Karl Niekrenz * Denkmal aus dem Jahre 1974 für die [[Opfer des Faschismus]] auf dem Areal des Sowjetischen Ehrenfriedhofs * Gedenkstein aus dem Jahre 1988 an der Chausseestraße/Ecke Straße der Republik für die [[Judentum|jüdischen]] Opfer der [[Shoa]] aus Löcknitz === Veranstaltungen === Regelmäßige und wichtige Veranstaltungen in Löcknitz sind das "Schützenfest", welches immer 2 Tage lang im Juni im Bereich der Löcknitzer Freilichtbühne, in Sichtweite des Löcknitzer See's abgehalten wird. Darüber hinaus findet jeden Sommer am ersten Augustwochenende in der Löcknitzer Badeanstalt das „Strandfest“ statt, bei dem nicht nur Neptun seine Täuflinge mit dem Element Wasser reinigt, es werden auch zahlreiche Schiffsmodelle präsentiert und vorgeführt. Eine besondere Veranstaltung ist das „Löcknitzer Burgfest“ das jährlich am ersten Septemberwochenende u.a. mit Ritterspielen, einem Mittelaltermarkt und Schaustellern in und rund um das historische Ambiente des Löcknitzer Burgfried stattfindet. Das Veranstaltungsjahr in Löcknitz wird dann mit dem Adventsmarkt abgerundet, der immer am ersten Dezemberwochenende auf dem Marktplatz veranstaltet wird. == Wirtschaft und Infrastruktur == === Verkehrsanbindung === Durch Löcknitz führt die [[Bahnstrecke Bützow–Szczecin]]. Im 2-Stunden-Takt verkehren auf der Linie Lübeck–Stettin Dieseltriebwagen der [[Baureihe 628]] der Deutschen Bahn in beide Richtungen. Ein Zugpaar führt abends nach [[Schwerin]]. In der Freitagnacht verkehrt außerdem ein Zug der [[Ostseeland-Verkehr|Ostseeland Verkehr GmbH]] nach [[Stettin]] und wieder zurück nach [[Neubrandenburg]]. Die [[Bundesstraße 104]] führt von [[Lübeck]] über Schwerin und Neubrandenburg in das etwa 25 Kilometer von Löcknitz entfernte Stettin. Darüber hinaus hat Löcknitz mit den 23, 21 beziehungsweise 22 Kilometer entfernten Anschlussstellen Pasewalk-Nord, Pasewalk-Süd und Prenzlau-Ost Anbindung an die [[Bundesautobahn 20]]. Mit den 23 beziehungsweise 29 Kilometer entfernten Anschlussstellen Schmölln und Storkow ist auch die [[Bundesautobahn 11|A 11]] in erreichbarer Nähe. === Bildung === * [[Europaschule Deutsch-Polnisches Gymnasium Löcknitz]] * Regionale Schule Löcknitz * Grundschule Löcknitz * Randow-Schule, Schule zur individuellen Lebensbewältigung In Löcknitz befindet sich die Geschäftsstelle der [[Euroregion Pomerania]], vertreten sind außer Deutschland auch Polen und Schweden. == Persönlichkeiten == * [[Viktor Bauer]] (1915–1969), Luftwaffenoffizier im Zweiten Weltkrieg * [[Werner Stern]] (* 1932), deutscher [[Fernschach]]spieler, zweifacher Europameister * [[Gerhard Thierbach]] (* 1938), deutscher Politiker, von 1990 bis 1999 Mitglied des brandenburgischen Landtags == Literatur == * Jany, Curt: ''Geschichte der Preußischen Armee - Vom 15. Jahrhundert bis 1914'', Bd. 1, Biblio Verlag, Osnabrück 1967 == Einzelnachweise == <references /> == Weblinks == {{Commonscat|Löcknitz}} * [http://www.burgfried.de Burgfried Löcknitz - Heimat- und Burgverein Löcknitz e.V.] {{Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Landkreis Uecker-Randow}} {{SORTIERUNG:Locknitz}} [[Kategorie:Ort im Landkreis Uecker-Randow]] [[en:Löcknitz]] [[eo:Löcknitz]] [[it:Löcknitz]]⏎ [[nl:Löcknitz]] [[pl:Löcknitz]] [[ru:Лёкниц]] [[vi:Löcknitz]] [[vo:Löcknitz]] [[war:Löcknitz]] All content in the above text box is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike license Version 4 and was originally sourced from https://de.wikipedia.org/w/index.php?diff=prev&oldid=133130555.
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