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[[Datei:21 O Mü Rheinpforte Woog Giessen Rhein.jpg|mini|300px|Wormser Stadtbefestigung vom Rhein her gesehen]]
[[Datei:44 A HE MZer Tor.jpg|mini|300px|Mainzer Tor]]
[[Datei:Stadtmauer Worms N1.jpg|mini|300px|Stadtmauer im Nordabschnitt]]
[[Datei:Raschi-Tor + Touristen.jpg|mini|300px|Die Stadtmauer ist heute ein touristischer Höhepunkt in Worms]]
[[Datei:Christoffelturm.jpg|mini|300px|Der Christoffelturm gehört heute zum Museum [[Andreasstift (Worms)]]]]

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Die römische Mauer verlief südlich entlang der heutigen Andreas- und Wollstraße.<ref> Grünewald: ''Neue Thesen'', S. 18, bezeichnet ihre „Re“konstruktion selbst als „Gedankengebäude“. </ref> Im Osten etwas westlich von Fischmarkt und Bauhofgasse, der ursprünglichen Abbruchkante zum Rhein hin. Hier wurde die Mauer durch eine Ausgrabung nachgewiesen und ein Teil des Befundes in einem [[Archäologisches Fenster|
  Archäologischen Fenster]] offen gehalten, so dass sie hier zu sehen ist.<ref> Grünewald: ''Unter dem Pflaster'', S. 42. </ref> Der Verlauf des nördlichen Abschnitts dagegen ist nicht bekannt<ref> Grünewald in Bönnen (Hg.): ''Geschichte der Stadt Worms'', S. 95. </ref> und wird auf einer Linie zwischen Ludwigsplatz und nördlich der Paulusstraße vermutet.<ref> Grünewald in Bönnen (Hg.): ''Geschichte der Stadt Worms'', S.(contracted; show full)

In den [[Lampert von Hersfeld#Die Annales|''Annales'']] des [[Lampert von Hersfeld]], entstanden 1078/1079, berichtet dieser darüber, dass die Wormser Bürger sich in dem Konflikt um [[Heinrich IV. (HRR)|Heinrich IV.]] auf dessen Seite schlugen. Dabei wird die Wormser Befestigungsanlage als hervorragend und uneinnehmbar erwähnt.<ref> Bönnen, in: Bönnen (Hg.): ''Die Blütezeit'', S. 144. </ref> Da der Bischof von Worms, [[Adalbert II. (Worms)|
  Adalbert II.]], sich auf die Seite der Gegner Heinrich IV. geschlagen hatte, sahen die Bürger eine Chance, sich gegen den Stadtherrn mit dem König zu verbünden. Dieser legte Truppen in die Stadt und übernahm so faktisch die Stadtherrschaft. Bei dem stufenweisen Rückzug des königlichen Militärs überließ er den Bürgern der Stadt auch die Verfügungsgewalt über die Stadtmauer, ein Prozess, der im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts ablief. Seit dieser Zeit hatte die Bürgerschaft die Hoheit über die Stadtverteid(contracted; show full)

1907 kam es unter dem Baudezernenten und Bürgermeister [[Georg Metzler (Architekt)|Georg Metzler]] zur Sicherung und Neugestaltung der verbliebenen Mauer, auch im [[
Denkmalpflege|denkmalpflege]]rischen]] Sinn. Der Bestand wurde saniert, aber auch das neue Andreastor im Süden und das Raschitor im Norden durch die Mauer gebrochen, um modernen Verkehrserfordernissen zu genügen.<ref> Reuter in Bönnen (Hg.): ''Der Sprung'', S. 537. </ref>

(contracted; show full)nen.<ref> Isele: ''Das Wehrwesen'', S. 64. </ref> Nachts war es seine Aufgabe, Post, die am Stadttor ankam, weiter zu leiten.<ref> Isele: ''Das Wehrwesen'', S. 63. </ref> Die eigentliche Wache bestand aus den „Gesellen vom Schlag“ und umfasste drei oder vier Männer.<ref> Isele: ''Das Wehrwesen'', S. 64. </ref> Die Tagwache war besoldet.<ref> Isele: ''Das Wehrwesen'', S. 65. </ref>
  Jede der 17 [[Zunft|Zünfte]] in Worms hatte eine zu stellen. Die Umstellung auf [[Söldner]], wie das in vielen anderen Städten geschah, erfolgte in Worms bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nicht.<ref> Isele: ''Das Wehrwesen'', S. 64. </ref> Außer dem eigentlichen Wachdienst oblagen den „Gesellen vom Schlag“ auch Botendienste zum Bürgermeister, wenn fraglich war, ob jemand in die Stadt eingelassen werden durfte.<ref> Isele: ''Das Wehrwesen'', S. 65. &l(contracted; show full)89 begann das französische Militär, das Worms im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges besetzt hatte, den inneren Mauerring abzureißen.<ref> Mahlerwein in Bönnen (Hg.): ''Die Reichsstadt'', S. 301. </ref> Die Franzosen versuchten, die Martinspforte zu [[Sprengung|sprengen]]. Die Struktur hielt den gelegten fünf [[Mine (Waffe)|Minen]] stand, aber der Turm brannte aus. Aus dem Metall der vergrabenen Stadtglocke wurden später drei Glocken für die [[Dreifaltigkeitskirche (Worms)|
  Dreifaltigkeitskirche]] gegossen.<ref> Armknecht: ''Die Martinspforte'', S. 26. </ref><ref group="Anm."> Abweichend dazu gibt Hotz, Juni 1982, S. 10, an, die Stadtglocke sei in der Dreifaltigkeitskirche aufgehängt worden. </ref>

1719 wurde im Stadtrat über einen Wiederaufbau verhandelt, der aber unterblieb. 1779 war der Zustand der Ruine so bedenklich, dass die Stadt sie abreißen ließ. Die Steine wurden zur Uferbefestigung am Rhein verwendet, wo auch noch so manch anderer Teil der Stadtmauer endete. Ersetzt wurde das mittelalterliche Tor durch ein [[Barock|barockes]]es, das weniger der Verteidigung denn als Zollstation diente.<ref> Armknecht: ''Die Martinspforte'', S. 26; Isele: ''Das Wehrwesen'', S. 56; Grünewald: ''Unter dem Pflaster'', S. 104, nennt dafür bereits das Jahr 1699. </ref> Dieses stellte im 19. Jahrhundert ein Verkehrshindernis dar. Über die Abrisspläne entbrannte ein mehr als zwei Jahrzehnte währender Streit zwischen den städtischen und den staatlichen Behörden. Das Tor wurde in diesem Zusammenhang auch als „Mainzer Tor“ bezeichnet, was nicht zur Verwechslung mit dem damals schon nicht mehr existierenden Mainzer Tor des äußeren Befestigungsrings führen darf. Der zunächst ab 1842 als Kreisrat in Worms amtierende [[Reinhard Carl Friedrich von Dalwigk]], späterer [[Ministerpräsident]] des [[Großherzogtum Hessen|Großherzogtums Hessen]], setzte sich für den Erhalt des Tores ein, die Stadt präferierte eine breitere Straße. 1864 setzten sich die Wünsche der Stadt durch: Das Tor wurde beseitigt.<ref> Reuter in Bönnen (Hg.): ''Zwischen Reaktion'', S. 468. </ref>

Dieses „Loch“ als Stadteingang wurde offensichtlich als [[Städtebau|städtebau]]lich]] unbefriedigend empfunden. Das wurde 1903/04 durch den Bau des [[Haus Martinspforte|Hauses „Martinspforte“]] gelöst, das aus der Mauerflucht etwas zurück gesetzt errichtet wurde und so den Verkehr nicht störte, in der Form aber dem ehemaligen Torturm nachempfunden war, nur um 180 Grad gedreht und in der Höhe etwa halbiert. Der Balkon bildet den ehemaligen Wehrgang nach. Vorlage dabei war dabei die Darstellung des Tors durch [[Peter Hamman (Worms)|Peter Hamman]].<ref> Armknecht: ''Die Martins(contracted; show full)<references group="Anm." />

== Einzelnachweise ==
<references responsive />

[[Kategorie:Stadtbefestigung in Deutschland|Worms]]
[[Kategorie:Bauwerk in Worms]]
[[Kategorie:Kulturdenkmal in Worms]]