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{{Headline|140|0.2|Gschwend.}}

Gemeinde II. Kl. mit 2009 Einw. a. Gschwend, Pfd. 1009 Einw., wor. 4 Kath. b. Birkhof, W. 137 Einw. c. Buchhöfle, H. 33 Einw. d. Dinglensmad, W. 117 Einwohner. e. Geschwender-Mühle, 25 Einw. f. Haldenhäusle, Hs. 11 Einw. g. Hasenhöfle, H. 34 Einw. h. Hetschenhof. H. 6 Einw. i. Hetzenhof, W. 45 Einw. k. Hohenreut, W. 33 Einw. l. Hollenhöfle, Hs. 6 Einw. m. Hollenhof, H. 6 Einw. n. Hugenhof, W. 34 Einw. o. Humbach, W. 32 Einw. p. Humberg, W. 30 Einw, q. Letttnhäusle, Hs. 11 Einw. r. Marzellenhof, H. 8 Kath. s. Mühläckerle, W. 24 Einw. t. Oppenland, Hs. 7 Einw. u. Rauengehren, Hs. 6 Einw. v. Roßsumpf, Hs. 12 Einw. w. Schlechtbach, W. mit Reisenhöfle, Hs. 183 Einw., wor. 85 Kath. x. Schlechtbacher-Sägmühle, 3 Kath. y. Schmidhügel, 57 Einw., wor. 4 Kath. z. Seelach, W. 54 Einw. aa. Steinenforst, W. 16 Einw. bb. Straßenhaus, W.16 Einw. cc. Straßenwald, H. 4 Einw. dd. Waldhaus, 50 Einw. – Ev. Pfarrei; Parz. i. u. w. Fil. v. Frickenhofen. Die Kath. in Parz. r. w. x. u. y. sind nach Spraitbach eingepfarrt.

Der Gemeindebezirk, hoch auf dem Rücken des Welzheimer Waldes, der hier auch Gschwender-Wald heißt, gelegen, bildet eine von verschiedenen Thälern und kleinen waldigen Anhöhen umgebene Hochebene; der bei Altersberg erwähnte Haagberg ragt westlich etwas herein. Südwestlich beginnt mit dem Hohfeld ein fast 2 Stunden langer, in seiner größten Brette {{Bruch|1|4}} Stunde messender Ausläufer, der sich bis in das Oberamt Welzheim erstreckt. An immer fließenden Quellen und reinem Trinkwasser ist kein Mangel. Erwähnenswerth ist nur der bei Dinglensmad entspringende Schlechtbach, mit welchem sich der Schlenken- und Rothbach vereinigt; auch sind noch einige Weiher vorhanden. Der Boden ist meist leicht, sandig und wenig fruchtbar, mit Ausnahme des zuvor gedachten Ausläufers, wo der fruchtbarere gelbe Lehm vorherrscht. Die Luft ist zwar scharf, aber rein und trocken. Im Übrigen ist Frickenhofen zu vergleichen. Durch die Gemeinde ziehen die Landstraßen von Welzheim nach Gaildorf und nach Murrhardt, die Amtskörperschafts-Straßen von Gschwend über Frickenhofen an die Oberamtsgrenze Aalen und von Gschwend über Hinterlinthal nach Gmünd und Süßen. An manchen Stellen sind die Straßen ganz in den Sandstein eingehauen, der auch oft mitten in den Feldern als Kegel hervorsteht. Daher liegen Steinbrüche überall zu Tag, welche jedoch nur gröberes Korn liefern. Was früher von Wohlstand in der Gemeinde war, ist größtentheils unter der schlechten Verwaltung eines frühern Ortsvorstehers zu Grunde gegangen, da Viele in verderbliche Güterhändel und Bürgschaften verwickelt wurden. Die Gemeinde gehört daher zu den ärmern des Oberamts. Waldnutzung und Viehzucht sind die hauptsächlichsten Nahrungsquellen. Der Feldbau ist gering, da die Parzellen meist aus schlechten Söldgütern {{Seite|153 bestehen, während mehr als 100 Familienväter Holzhauer sind. Die Gesammt-Markung begreift 5741 3/8 M., worunter 2572 7/8 M. Wald und 431 {{Bruch|1|8}} Weiden und Öden; daher nur 1,3 M. Baufeldes einen Kopf treffen. Der magere Boden erfordert vielen Dünger, der nicht beschafft werden kann und erzeugt daher auch nicht die nöthige Brodfrucht. Zur Erntezeit suchen viele ältere Leute und Kinder auswärts Verdienst. Es werden hauptsächlich Roggen, Haber, Hirse, weniger Dinkel gebaut. Der Flachs geräth gut; der Hopfenbau ist wieder eingegangen. Die Wiesen liefern nicht so viel Futter, daß nicht zugekauft werden müßte. Hinsichtlich des noch nicht bedeutenden Obstbaues ist die großartige Baumschute bei Seelach erwähnenswerth. Im Walde stehen die Tannen so schön, wie selten auf dem Schwarzwald, und es kommen neuerlich auch badische Holzhändler, um hier Holländer-Stämme zu kaufen, die zur Achse theils nach Canstatt, theils nach Neckarsulm auf den Neckar gebracht werden. Ebenso werden viele Pfähle ausgeführt. Die Köhlerei wird gleichfalls stark betrieben, auch viel Brennholz zum Remsfloß oder ganz nach Stuttgart geführt. Der Vermehrung der Rindviehzucht steht das kleine Wiesen-Areal entgegen. Das Vieh wird, weil es an rauhes Futter gewöhnt, schnell gedeiht, gerne gekauft. Von eigentlichen Gewerben sind nur die Bäcker in Gschwend, welche das Brod meist in die benachbarten Orte tragen lassen, und das Brennen von Potasche und Salpeter zu erwähnen.

Der Gemeindebezirk ist dem Forstamte Lorch zugetheilt. Das Gerneinde-Vermögen ist ganz gering, daher die Gemeinde- und Amts-Umlagen sehr namhaft. Auch die Stiftungspflege hat so wenige Mittel, daß sie bedeutende Zuschüsse bedarf. Unter den Armen-Stiftungen sind 782 fl. von der Fürstin Christine von Leiningen. Die Schulverhältnisse sind nach den kirchlichen geregelt. Der Staat war bisher Zehentherr in Hetzenhof, Hohenreut, Hollenhof, Hugenhof, Humbach, Marzellenhof, Schlechtbach, Seelach und Steinenforst; an den Zehenten in Hasenhof und Straßenwald war die Standesherrschaft Limpurg-Waldeck betheiligt; im Übrigen standen sie Limpurg-Gschwend zu, mit Ausnahme einiger kleinen Zehenten, die den Pfarreien Gschwend und Spraitbach gebührten. Über die grundherrlichen Rechte s. S. 102 u. f.

Altwürttembergisch sind: Hetzenhof, Hollenhof, Marzellenhof und Theile von Schlechtbach und Steinenforst, die 1808 vom Oberamt Welzheim zum Oberamt Gaildorf kamen, das zugleich Lettenhäusle vom Oberamt Gmünd erhielt. Bis 1806 gehörten zur Herrschaft Solms-Assenheim in's Amt Gschwend (Ober-Roth): Hugenhof, Hasenhof, Hollenhöfle. Seelach, Straßenwald, Waldhaus und Theil an Steinenforst und Humbach; zur Herrschaft Limpurg-Wurmbrand in's Amt Gschwend die {{Seite|154 übrigen Orte. Beide Herrschaften waren schon 1780 und 1790 theilweise württembergisch geworden.

Von den einzelnen Orten liegt

a) Gschwend, das evang. Pfarrdorf, 2 St. südlich von Gaildorf, in einer von mehreren kleinen Bächen durchschnittenen kesselförmigen Vertiefung, an den zuvor erwähnten Straßen, welche hier sich kreuzen. Von Westen her kommt der in der Nähe entspringende und im Orte selbst durch einige Zuflüsse verstärkte Wettenbach, mit welchem sich, nachdem er das Dorf verlassen, der nordwestlich herkommende Steinbach verbindet. Gschwend, der Sitz einer neuerlich errichteten Post-Expedition und eines K. Revierförsters, hat ein reinliches stattliches Aussehen, wozu namentlich die Häuser mehrerer Wirthe und Kaufleute beitragen.

In der Mitte des Orts steht die 1758–1760 von der Pfarrgemeinde erbaute, von der Stiftungspflege zu erhaltende, massive Kirche, die ein Quadrat bildet und mitten auf dem Dache ein in Schrauben stehendes Thürmchen mit einer 1835 angekauften Uhr von Stoß in Ulm hat. Das etwas entferntere Pfarrhaus hat die Herrschaft Wurmbrand 1760 erbaut und ist von der Standesherrschaft Limpurg-Gschwend zu erhalten. Das freundliche Försterhaus wurde 1827 erbaut. Von den beiden Schulhäusern wurde durch die Schulgemeinde das eine 1827 erbaut, das andere mit einem Staatsbeitrag von 800 fl. erworben. Der Ort hat vorzügliches Trinkwasser. Der sog. Weilerbrunnen, eine starke schwefelhaltige Quelle, deren Abfluß auch Winters dampft, soll in einem ehemaligen Badhaus benützt worden seyn (Prescher II, 205). Gschwend ist arm und hat eine für seine Bevölkerung zu kleine Markung. Bis zu Errichtung der Pfarrei ein kleiner Weiler, wurde es jetzt erst bedeutender. Seine Bevölkerung (1715 96, 1737 158, 1785 458) hat sich in den letzten 67 Jahren mehr als verdoppelt. Die 4 Vieh- und Flachs-Märkte, welche seit 1762 und 1776 bewilligt sind, kommen ihm wohl zu Statten, da dieselben sogar von Maulbronn und Nürtingen her besucht werden. Ein ehemaliger herrschaftlicher Fohlenhof ist längst eingegangen. Die Pfarrei, 1758 aus Gschwend und umliegenden, nach Frickenhofen und Kirchenkirnberg eingepfarrten, Orten gebildet, wozu die Gräfin Julianne Dor. Louise von Wurmbrand den ersten Fonds mit 1000 fl. stiftete, ist seit 5. Oct. 1831 durch die Standesherrschaft Limpurg-Gschwend zu besetzen. Außer der einen Fonds von 120 fl. besitzenden Volks-Schule, an welcher ein Schulmeister, ein Unterlehrer und ein Gehilfe stehen, ist auch eine Industrie-Schule vorhanden. Der 1797 am südwestlichen Ende des Dorfes angelegte Begräbnißplatz ist seit 1839 verlassen und wird seitdem wieder der alte Kirchhof benützt.

Den Namen des Orts glaubt Prescher von wendischen Ansiedlern {{Seite|155 herleiten zu können. Er entstand aus einzelnen Höfen, wovon noch der Haggassenhof, auf dem 1760 das einzige Wirthshaus war, genannt wird, und wird 1374 erstmals als ein Theil des Amtes Gaildorf erwähnt; 1434 war er noch zum Amte Seelach gerichtbar, wurde aber später selbst Sitz dieses Amtes. Im Jahr 1674 hatte Limpurg 3 Erblehen, wovon 2 nach 1557 der Stadt Gmünd gehörten, und 2 Sölden; der Heilige zu Sulzbach am Kocher und der zu Münster bei Gaildorf besaßen je 1 Lehen. Außerdem hatte Kloster Adelberg 7 Erblehen und 2 Sölden, die Vogtei und Hoheit darüber aber Limpurg. Im dreißigjährigen Kriege war der Ort manchmal ganz menschenleer. Damals lagen noch 8 Seen bei dem Dorfe, worunter der 6 Morgen große Zwieselsee.

b) Birkhof oder Bürghof, 3/8 St. südlich von G. (Gschwend) auf einer waldigen Anhöhe. Der Sage nach stand hier eine Burg, die dem Ort den Namen gegeben. Schon 1674 war dieser mittelgroße Hof in 11 Theile getheilt.

c) Buchhöfle, {{Bruch|1|4}} St. nördlich von G. auf dessen Markung.

d) Dinglensmad, {{Bruch|1|2}} St. westlich von G. im Wald, am südlichen Abhang des Haagbergs. Der Ort, aus 8 einzeln stehenden Wohnhäusern 1819 bestehend, von kaum 30 Morgen Baufeld, wurde nach 1737 angelegt und zählte 1785 nur 25 Einwohner.

e) Gschwender-Mühle, {{Bruch|1|4}} St. südlich von G. auf dessen Markung, am Rothbach.

f) Haldenhäusle, gehört zu Hohenreut und wurde im vorigen Jahrhundert erbaut.

g) Hasenhöfle oder Hasenhof, {{Bruch|1|4}} St. nordöstlich von G.; ein 1740 angelegtes ganz kleines Kammergut.

h) Hetschenhof, {{Bruch|1|4}} St. südwestlich von G. an dem östlichen Waldsaume. Ein größerer Hof, auf dem noch 1790 der Obstbau namhaft war. Er war früher ein Bestandtheil des Degenfeldischen Rittergutes Eybach unter Limpurgischer Hoheit und Vogtei.

i) Hetzenhof, 3/8 St südlich von G. auf dem Wald. Das kleine Gut gehörte zur Waibelhub und fiel 1713 an Württemberg zurück.

k) Hohenreut, auch Hochreut, {{Bruch|3|4}} St. südöstlich von G. am linken Ufer des Schlechtbachs. Dieses größere, 1557 von der Stadt Gmünd erworbene, aus der Schlechtbacher Markung vergrößerte Gut bestand schon 1674 aus 2 halben Höfen, 1 Lehen und 1 Sölde.

l) Hollenhöfle, {{Bruch|1|4}} St. östlich von G. auf dessen Markung; vor etwa einhundert Jahren erbaut.

m) Hollenhof, {{Bruch|3|4}} St. südlich von G. auf der linken Höhe über dem Schlechtbach. Ein mittelgroßer Hof, der dem Kloster Adelberg in's Kaisersbacher Viertel gehörte. {{Seite|156 n) Hugenhof, früher Hubenweiler, dann Hugenweiler, 1 St. südwestlich von G. am Waldsaum, auf dem Hugenberg. Der Hof wurde 1414 von Jakob Mäder, Bürger zu Gmünd, erkauft und war bereits 1674 getheilt.

o) Humbach, 3/8 St südlich von G. am Schlechtbach.

p) Humberg, früher Hunenberg, 3/8 St. südlich von G. am südlichen Abhang des Humbergs. Johann v. Rinderbach, genannt von Leineck, Bürger zu Gmünd, verkauft 1366 drei Gütlein „zu dem Hunenberg“ an den Gmünder Bürger Walther Eberwein, der sie 1370 um 150 Pfd. Heller dem Kloster Adelberg verkaufte. Der Ort blieb bei diesem, doch unter Limpurg'scher Vogtei und Hoheit; 1674 war er in den Händen von 4 Bauern. Da 1790 nur 2 Bauern hier saßen, so ist wahrscheinlich, daß früher das nahe, sonst nirgends genannte, Humbach unter Humberg mitbegriffen war. – Im Jahr 1732 wurde am Humberg ein Topf mit sehr alten silbernen Hellern ausgegraben (Prescher II, 210).

q) Lettenhäusle, {{Bruch|1|4}} St. südwestlich von G. Gehört zu Humberg.

r) Marzellenhof, auch Spatzenhof, {{Bruch|1|2}} St. südlich von G. an einer Seitenschlucht des Schlechtbach-Thälchens. Ein kleiner Hof, der zu dem altwürttembergischen Stabe Rudersberg gehörte.

s) Mühläckerle, {{Bruch|1|8}} St. nordöstlich von G. auf dessen Markung am Schlenkenbach, der hier einen See von einigen Morgen bildet; etwa 100 Jahre alt.

t) Oppenland, {{Bruch|1|4}} St. südwestlich von G. auf Seelacher Markung, 1811 erbaut.

u) Rauhengehren, {{Bruch|1|8}} St. südlich von G. auf dessen Markung, am Waldsaum; zu Ende des vorigen Jahrhunderts erbaut.

v) Roßsumpf, 3/8 St. westlich von G. auf dessen Markung.

w) Schlechtbach, im Gegensatz zu den gleichnamigen Orten im Oberamt Welzheim, auch Hinter-Schlechtbach, 1 St. südlich von G. Dazu gehört das Haus Reisenhöfle. Die Gebäude liegen meist zerstreut zu beiden Seiten des Schlechtbachs und bilden eigentlich zwei Weiler, wovon der eine von den Evangelischen, der andere von den Katholiken bewohnt ist. Auf einem kleinen Hügel steht eine 1618 renovirte Capelle, deren Baulast vom Kloster Gotteszell auf den Staat übergegangen ist und worin nur einige Messen gelesen werden. – Das Örtchen war ein Condominat: einige Güter gehörten zur Reichsstadt Gmünd, einige den Herren vom Holtz zum Rittergut Alfdorf, der größere Theil aber Limpurg, das 4 Güter, an deren 3 Comburg Lehenrechte hatte, 1395 von Greth von Finsterloh, Bürgerin zu Gmünd, um 27 fl. erkaufte. Auch zur Waibelhube gehörten Güter. {{Seite|157 x) Schlechtbacher-Sägmühle, am Schlechtbach, auf Schlechtbacher Markung.

y) Schmidbügel, {{Bruch|1|4}} St. südöstlich von G. im Wald über dem Schlechtbach; eine sehr kleine Ansiedelung.

z) Seelach, {{Bruch|1|2}} St. südwestlich von G. auf dem obengedachten Gebirgsausläufer, an der Straße nach Gmünd. In diesem wohlhabenden Orte hatte Limpurg keine Güter. Dieselben gehörten dem Kloster Lorch, das 1674 zwei halbe Höfe und einen ganzen Hof besaß. Einen derselben kaufte Lorch 1340 von Ludwig von Hohenhart. Einige Gefälle vermacht 1347 Bruder Berlin, Custos in Lorch, diesem Kloster aus einem Hof. Dasselbe kauft 1391 von Hans Böcklin zu Gmünd um 11 Pfund Heller dessen Vogtei über 3 Güter. Des alten Gerichtes ist S. 114 gedacht. Zwei hiesige Bauern waren Siebenzehner. Ein südlich bei Nardenheim liegender Platz heißt noch jetzt der „Gerichtswasen“. Eine nahe Höhe hieß 1489 „der Heidenbühl.“ In der Nacht vom 19/20. März 1843 brannten 2 Wohnhäuser ab, wobei zwei Menschen in den Flammen umkamen.

aa) Steinenforst, {{Bruch|1|4}} St. nördlich von G., gehörte in den altwürttembergischen Stab Rudersberg. – Im Jahr 1813 fand Prescher auf der Höhe einen alten Streithammer von Bronze, 1 Pfd. 12 Loth schwer. (Iduna und Hermode 1814, S. 103.)

bb) Straßenhaus, {{Bruch|1|8}} St. nördlich von G. auf dessen Markung.

cc) Straßenwald, zunächst dem ersteren, auch auf Gschwender Markung.

dd) Waldhaus, 3/8 St. südlich von G. an der Straße von Welzheim nach Gaildorf; brannte am 18. Mai 1833 ab. Es gehört zu Steinenforst.

Nach Prescher lagen folgende längst abgegangene Orte in der Gegend von Gschwend: Gestösseln, nordöstlich, wo noch der Stösselbrunnen und Stösselwald genannt werden; Kirchberg, {{Bruch|1|4}} St. nördlich auf dem Kirchberg, und Scherach, im Wald gegen den Metzlenswald {{Seite|158

Hausen an der Roth,

Gemeinde III. Kl. mit 988 Einw. a. Hausen an der Roth, Pfd. 312 Einw., wor. 9 Evang. b. Eitelwälde, Hs. 3 Einw. c. Erlenhof, W. 194 Einw., wor. 120 Evang. d. Greuthof, H. 16 Einw. e. Harnersberg, H. 11 Einw. f. Lunkenbrunnen, Hs. 16 Einw., wor. 11 Evang. g. Scheuerhalden, bestehend aus: aa. Aschenhäusle, Hs. 5 Einw. bb. Forsthaus, Hs. 6 Einw. cc. Neuhausen, W. 208 Einw., wor. 64 Evang. dd. Osterhöfle, H. 9 Einw. ee. Viehhaus, H. 28 Einw. h. Stielberg, Hs. 10 Einw. i. Sturzberg, W. 54 Einw. k. Völklenswald, 5 evang. Einw. l. Wiesenbach, W. 111 evang. Einw. – Kath. Pfarrei; die Evang. in Parz. a., c., f. sind nach Vichberg, die in Perz. g. cc., k. und l nach Ober-Roth eingepfarrt.

Die Orte dieser Gemeinde liegen etwa in der Mitte des Roth-Thales, theils in diesem selbst, theils zu beiden Seiten desselben, und grenzen im Südwesten an das Oberamt Backnang. In südöstlicher Richtung ist der Gemeindebezirk von dem Flüßchen Roth durchschnitten, das hier mehrere Zuflüsse, namentlich von Westen den Wiesenbach erhält. Das sonst tiefe Roth-Thal erreicht zwischen Hausen und Ober-Roth die größte Breite, die jedoch kaum {{Bruch|3|4}} St. beträgt. Beide User sind mit fetten Wiesen besetzt und auf den Höhen bewaldet. Die Äcker ziehen sich gegen die Berge hinauf. Wegen ihrer vielen Krümmungen tritt die Roth bei anhaltendem oder starkem Regen gern aus und düngt zwar mit ihrem fetten Schlamme die Wiesen, verschlammt oder entführt aber auch zuweilen die reichsten Futter-Ernten. Das Klima ist ziemlich rauh und namentlich dem Obstbau nicht zuträglich, der Boden im Allgemeinen nicht dankbar. Das Trinkwasser hat schwefelige Bestandtheile und soll die Veranlassung zu vielen dicken Hälsen seyn. Auf der Roth wird sog. Staudenholz in den Kocher und von da weiter geflößt. Durch das Thal zieht die Landstraße von Gaildorf nach Mainhardt. Feldbau mit Viehzucht, sodann Holzhandel mit Brettern, Pfählen, Kohlen, nebst Körbe-, Wannen- und Spindelnmachen sind die Erwerbsmittel der besonders auf den Filialien sehr armen Einwohner, welche sich früher namentlich auch durch den Hausirhandel mit Haller Salz fortbrachten. Die Gesammt-Markung begreift nur 2262 7/8 M., worunter 404 M. Wald und 329 4/8 M. Weiden und Öden, so daß an Baufeld noch 1,6 M. auf den Kopf kommen. Im Roth-Thale wächst guter Dinkel; der Esper- und Luzernen-Bau ist seit 60–70 Jahren eingeführt; von größerer Bedeutung ist aber der Wiesenbau, wegen dessen Prescher das Roth-Thal eine Goldgrube nennt. Bemerkenswerth ist, daß seit einigen Jahren in Hausen auch Versuche mit dem Weinbau gemacht werden. Im Übrigen sind Ober-Roth und Vichberg zu vergleichen.

Die Gemeinde-Orte sind den Forstämtern Comburg und Reichenberg {{Seite|159 

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{{Headline|140|0.2|Hausen an der Roth,}}

{{Headline|100||Gemeinde III. Kl. mit 988 Einw. a. Hausen an der Roth, Pfd. 312 Einw., wor. 9 Evang. b. Eitelwälde, Hs. 3 Einw. c. Erlenhof, W. 194 Einw., wor. 120 Evang. d. Greuthof, H. 16 Einw. e. Harnersberg, H. 11 Einw. f. Lunkenbrunnen, Hs. 16 Einw., wor. 11 Evang. g. Scheuerhalden, bestehend aus: aa. Aschenhäusle, Hs. 5 Einw. bb. Forsthaus, Hs. 6 Einw. cc. Neuhausen, W. 208 Einw., wor. 54 Evang. dd. Osterhöfle, H. 9 Einw. ee. Viehhaus, H. 28 Einw. h. Stielberg, Hs. 10 Einw. i. Sturzberg, W. 54 Einw. k. Völklenswald, 5 evang. Einw. l. Wiesenbach, W. 111 evang. Einw. – Kath. Pfarrei; die Evang. in Parz. a., c., f. sind nach Vichberg, die in Perz. g. cc., k. und l nach Ober-Roth eingepfarrt.}}

Die Orte dieser Gemeinde liegen etwa in der Mitte des Roth-Thales, theils in diesem selbst, theils zu beiden Seiten desselben, und grenzen im Südwesten an das Oberamt Backnang. In südöstlicher Richtung ist der Gemeindebezirk von dem Flüßchen Roth durchschnitten, das hier mehrere Zuflüsse, namentlich von Westen den Wiesenbach erhält. Das sonst tiefe Roth-Thal erreicht zwischen Hausen und Ober-Roth die größte Breite, die jedoch kaum {{Bruch|3|4}} St. beträgt. Beide User sind mit fetten Wiesen besetzt und auf den Höhen bewaldet. Die Äcker ziehen sich gegen die Berge hinauf. Wegen ihrer vielen Krümmungen tritt die Roth bei anhaltendem oder starkem Regen gern aus und düngt zwar mit ihrem fetten Schlamme die Wiesen, verschlammt oder entführt aber auch zuweilen die reichsten Futter-Ernten. Das Klima ist ziemlich rauh und namentlich dem Obstbau nicht zuträglich, der Boden im Allgemeinen nicht dankbar. Das Trinkwasser hat schwefelige Bestandtheile und soll die Veranlassung zu vielen dicken Hälsen seyn. Auf der Roth wird sog. Staudenholz in den Kocher und von da weiter geflößt. Durch das Thal zieht die Landstraße von Gaildorf nach Mainhardt. Feldbau mit Viehzucht, sodann Holzhandel mit Brettern, Pfählen, Kohlen, nebst Körbe-, Wannen- und Spindelnmachen sind die Erwerbsmittel der besonders auf den Filialien sehr armen Einwohner, welche sich früher namentlich auch durch den Hausirhandel mit Haller Salz fortbrachten. Die Gesammt-Markung begreift nur 2262{{Bruch|7|8}} M., worunter 404 M. Wald und 329{{Bruch|4|8}} M. Weiden und Öden, so daß an Baufeld noch 1,6 M. auf den Kopf kommen. Im Roth-Thale wächst guter Dinkel; der Esper- und Luzernen-Bau ist seit 60–70 Jahren eingeführt; von größerer Bedeutung ist aber der Wiesenbau, wegen dessen Prescher das Roth-Thal eine Goldgrube nennt. Bemerkenswerth ist, daß seit einigen Jahren in Hausen auch Versuche mit dem Weinbau gemacht werden. Im Übrigen sind Ober-Roth und Vichberg zu vergleichen.

Die Gemeinde-Orte sind den Forstämtern Comburg und Reichenberg 

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zugetheilt. Die Einnahmen der Gemeindepflege und der Stiftungspflege sind unbedeutend; die letztere verwaltet die sog. v. Erthal'sche Stiftung von 750 fl., deren Ertrag an die Hausarmen der Pfarrei zu vertheilen ist. Die Schulverhältnisse sind nach den kirchlichen geordnet. Zehentherr war bisher überall der Staat, mit der Einschränkung, daß die Pfarrei Ober-Roth am großen und kleinen Zehenten in Wiesenbach und am kleinen Zehenten in Hausen Theil hatte.

(contracted; show full)sen Rechte 1248 erstmals genannt werden, kaufte 1362 von Ritter Burkhardt Sturmfeder und dessen beiden Söhnen, auch Burkhardt genannt, um 200 Pfd. Heller die Vogtei über die Comburgischen Güter, das Gericht und Alles, was sie hier hatten, namentliche 1 Hof und 8 Güter; die Vogtei über ein anderes Gut kaufte es 1411 von Volkhart von Hohenhart und die über ein weiteres Gut 1414 von Limpurg. So besaß das Ritterstift 1657 hier 18 Lehengüter. Von dem, vom Kloster Murrhardt herrührenden Fruchtzehenten trat 1607 




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Württemberg {{Bruch|2|3}} an Limpurg ab; {{Bruch|1|3}} gehörte der Pfarrei Ober-Roth. Im Jahr 1688 scheint Limpurg auch noch Unterthanen hier gehabt zu haben, da hinsichtlich der Vogtei ein Streit zwischen Comburg und seinem Schirmherrn entstand. Das Ritterstift Comburg wandte sich deßhalb an seinen obersten Schirmherrn, den Bischof von Würzburg, der im März 1688 von seinen Soldaten, 100 Kürassiere und 300 Mann Infanterie hierher schickte, um Namens Comburgs einen Unterthanen aus einem Limpurgischen Hause h(contracted; show full)über den „Weiler zu Erlbach ob Viechberg“, wo schon 1343 Comburg Grundherr war, verkauften 1348 Hiltrut, Wittwe Heinrichs von Ottendorf, und ihr Sohn Heinrich sammt Zehenten um 18 Pfd. Heller an Comburg. Die 3 Comburgischen Lehen sind nun in den Händen der evang. Einwohner; die im Besitze der Katholiken befindlichen Häuser und Güter entstanden 1708 bis 1724. Das Limpurgische Gut, worauf 1785 24 Einwohner saßen, wurde im sechszehnten Jahrhundert angelegt. Einige andere Güter gehörten dem Kloster Murrhardt. 
{{Seite|161 d) Greuthof, {{Bruch|1|4}} St. südöstlich von H. auf dessen Markung, auf dem rechten Ufer der Roth, wurde 1700 angelegt.

e) Harnersberg, 3/8 St. südwestlich von H. auf dessen Markung, aus 2 Sölden bestehend, die 1740 angelegt wurden.

f) Lunkenbrunnen, 7/8

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d) Greuthof, {{Bruch|1|4}} St. südöstlich von H. auf dessen Markung, auf dem rechten Ufer der Roth, wurde 1700 angelegt.

e) Harnersberg, {{Bruch|3|8}} St. südwestlich von H. auf dessen Markung, aus 2 Sölden bestehend, die 1740 angelegt wurden.

f) Lunkenbrunnen, {{Bruch|7|8}} St. östlich von H. bei Erlenhof, eine 1770 entstandene Sölde.

g) Scheuerhalden, nordöstlich von H. auf dem Walde Scheuerhalden. Die unter diesem Namen begriffenen {{Bruch|1|4}} bis {{Bruch|3|4}} St von H. entfernten, zerstreuten Wohnsitze sind: Aschenhäusle, Neuhausen, Osterhöfle und Viehhaus. Sie entstanden 1734–1779, mit Ausnahme des ältern Viehhaus. – Johannes von Vggingen verkauft 1363 an Comburg den „Hof zu der Scheuren genannt“, zwei Theile des Zehentens und ein Gut zu Feuchtenbrunnen. Hans Herold und Rüdiger von Örn treten 1375 alle ihre Rechte an dem „Hof zu der Scheuren bei Feuchtenbrunnen gelegen“ an Comburg ab.

h) Stielberg, {{Bruch|1|4}} St. östlich von H. auf dessen Markung, auf einer waldigen Bergspitze, wo auch eine 1790 erbaute kleine Feldcapelle steht; wurde 1780 angelegt.

i) Sturzberg, 3/8{{Bruch|3|8}} St. nordöstlich von H., gleichfalls auf dessen Markung, an der Scheuerhalde; 1775–1770 entstanden.

k) Völklenswald, 3/8{{Bruch|3|8}} St. östlich von H. an der Scheuerhalde; eine kleine Sölde.

l) Wiesenbach, 3/8{{Bruch|3|8}} St. südwestlich von H., im Wald über dem Wiesenbach. Um 1627 wurde in diesem zum Forstamt Reichenberg gehörig gewesenen Distrikte von einem Limpurgischen Unterthanen die erste Sölde angelegt. Der Ort war ein Condominat, da noch 1804 28 Einwohner in's Stadtgericht Backnang gehörten.

Ein zu unbekannter Zeit abgegangener Ort bei der Scheuerhalden war das bei Scheuerhalden genannte Feuchtenbrunnen. Zwei Theile an der Vogtei und alle seine Rechte trat Limpurg 1414 an Comburg ab.

Hütten,

(contracted; show full)iese Lage und die Filiatverhältnisse bringen es mit sich, daß der Verkehr der Gemeinde-Angehörigen mehr auf Mainhardt, als auf das Limpurger Unterland angewiesen ist. Der Boden ist nicht dankbar. Über die sonstigen natürlichen Verhältnisse ist das bei Hausen und Vichberg Gesagte zu vergleichen. Die meist armen, auch in sittlicher Hinsicht weniger gehobenen Einwohner suchen in Ackerbau, Viehzucht und im Handel mit Holz aller Art ihre Nahrung. Die Gesammt-Markung begreift 2719 {{Bruch|1|2}} M., worunter 1307
 3/8 M., also fast die Hälfte Wald, und 177 M. Weiden und Öden, so daß an Baufeld nahezu 2 M. auf den Kopf treffen. Die Gemeinde ist dem Forstamte Comburg zugetheilt. Bei den unbedeutenden Einkünften der Gemeindepflege muß an Amts- und Gemeinde-Schaden fast dreimal mehr umgelegt werden, als die direkte Staatssteuer beträgt. Eine Stiftungspflege ist nicht vorhanden. Die Gemeinde ist nach Hütten schulpflichtig. In die Zehenten zu Hütten, Bäumlensfeld und Württemberger-Hof theilten sich der Staat, die Standesherrschaft Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein und die Pfarrei Maienfels; die übrigen Zehentrechte gebührten dem Staat allein.

Bis 1806 gehörten in das altwürttembergische Oberamt Weinsberg: Hütten (theilweise), Bäumlensfeld, Traubenmühle und Württemberger-Hof; in's altwürttemb. Oberamt Backnang: Scherbenmühle; in's Amt Ober-Roth zur Solms-Assenheim'schen Herrschaft: Hankertsmühle und Theil an Hütten, woran auch Hohenlohe-Bartenstein betheiligt war.

Von den die Gemeinde bildenden Orten liegt

a) das Dörfchen Hütten, 4 St. nordwestlich von Gaildorf, auf der zuvor erwähnten, von einigen Schluchten durchschnittenen Bergfläche. Durch dasselbe führt die zuvor gedachte Roth-Thalstraße. Das Schulhaus, in welchem auch das Gemeinderaths-Lokal sich befindet, wurde 1834 von der Gemeinde erbaut. Außer der deutschen Schule, die 75 fl. Fonds hat, ist auch eine Industrieschule vorhanden.

Hütten wird 1248 als einer der Orte bezeichnet, wo das Kloster Comburg begütert war. Im Jahr 1521 verkauft Comburg an die Stadt {{Seite|163 Hall die Gülten von 12 Gütern. Bis 1806 war Hütten ein Condominat-Ort zwischen Württemberg, Hohenlohe und Limpurg. Die Rechte des ersteren rühren von der Herrschaft Böhringsweiler her und blieben bis in die neueren Zeiten mit dem dortigen Stabe verbunden. Limpurg kaufte 1370 von Burkhardt und Friedrich Sturmfeder Alles, was sie hier hatten. Albrecht und Crafft von Hohenlohe übergeben 1486 die Zehenten hier und in einigen andern Orten der Pfarrei Mainhardt, die bis dahin einschließlich der Stolgebühren nur 14 fl. ertrug (Wibel II, 374). Am 29. Juli 1563 vertrugen sich Herzog Christoph von Württemberg, Graf Eberhard von Hohenlohe zu Langenburg und Schenk Christoph von Limpurg dahin, daß jede Herrschaft auf ihren Gütern die Obrigkeit haben, auf den Gassen und der Gemeinde aber dieselbe gemeinschaftlich bleiben solle. Im Jahr 1785 war die Einwohnerzahl nur 143.

b) Bäumlensfeld, 3/8 St. westlich von H. (Hütten) auf derselben Bergfläche.

c) Dobelhütte, 3/8 St. westlich von H. auf dessen Markung.

d) Hankertsmühle, 5/8 St. südwestl. von H. auf der Grenze des Oberamts Weinsberg, in einer Waldklinge an der Roth. Limpurg kaufte 1371 die „Heinkardsmühle“ von den Brüdern Conrad und Götz von Roth.

e) Scherbenmühle, {{Bruch|1|2}} St. südöstlich von H. an der Roth, im Walde Scherbenhau, den Limpurg theils 1410 von Hans von Roth kaufte, theils 1556 von Württemberg erwechselte. Die Mühle gehörte in das Stadtgericht zu Backnang; einige Rechte kaufte Limpurg 1537 von den Roth'schen Erben.

f) Traubenmühle, 3/8 St. südlich von H. auf dessen Markung, am Einfluß eines Waldbaches in die Roth.

g) Württemberger-Hof, 3/8 St. südwestlich von H. auf derselben Bergfläche, am nordwestlichen Abhang einer Thalschlucht. Das Lagerbuch über Böhringsweiler von 1528 nennt den Ort „Miltenbergershof“, der schon damals in 3 Theile getheilt war. Zu der Hankertsmühle führte damals eine „Brittersteige“ herab.

{{Seite|164

Laufen am Kocher,

Gemeinde III. Kl. mit 904 Einw. a. Laufen am Kocher, D. 331 Einw., wor. 1 Kathol. mit aa. Hägelesburg, H. 10 Einw. und bb. Windmühle, 7 Einw. b. Braunhof, 7 Einw. c. Eckenberg, W. 15 Einw. d. Eisenschmiede, W. 35 Einw. Falschengehren, H. 9 Einw. f. Forst, 5 Kath. g. Hasenberg, Hs. 5 Einw. h. Heerberg, W. 18 Einw. i. Heilberg, H. 5 Kath. k. Hochhalden, H. 22 Einw. l. Knollenberg, H., auch Schockenhof, 21 Einw. m. Krasberg, W. 55 Einw. n. Platz, W. 22 Einw. o. Rübgarten, W. 93 Einw. p. Schönbrunn, W. 26 Einw. q. Teutschenhof, H. 14 Einw. r. Weiler, W. 25 Einw. s. Wengen, W. 143 Einw. t. Wimbach, H. 6 Einw. – Ev. Pfarr-Filial von Sulzbach am Kocher, mit Ausnahme von Parz. o., Filial von Eschach, und Parz. d., Fil. von Ober-Gröningen; die Kath. in Parz. a, f. und i. sind nach Unter-Gröningen eingepfarrt.

Der im obern Kocher-Thale, dessen Abhänge, steil und bewaldet, nur theilweise zur Cultur gebracht sind, gelegene Gemeindebezirk grenzt im Osten an das Oberamt Aalen. Das Thal ist sehr eng, an den weitesten Stellen kaum {{Bruch|1|8}} St. breit. Die Bergabhänge sind durch viele wilde und tiefe Schluchten zerrissen, über deren Hügeln die Parzellen liegen. Der Kocher macht um die Hügel vielfache Krümmungen, hat ein tiefes enges Bett und wenigen Fall, erhält aber aus den Schluchten manchfache rasche Zuflüsse, namentlich von Westen her den Wimbach, von Südosten den Nägelsbach mit dem Igelsbach, von Südwesten den Krempelbach, von Osten den Heiligenbach, überschwemmt gerne die von der Thalsohle bis an die Waldungen hinaufreichenden Wiesen und richtet manchmal große Verwüstungen an. Der Boden ist Sand und Lehm mit lettiger Unterlage; er geht tief, ist größtentheils schwer und sumpfig und nur bei besonderem Fleiß dankbar; der Pflug bedarf gewöhnlich 4 Ochsen als Anspann. Die Luft ist häufig nebelig, im Thale mild, so daß Gurken und Bohnen gedeihen, auf der Höhe scharf. Hagelschlag ist selten. Von Gaildorf und Sulzbach her führt die neue Communal-Straße über Heerberg und Laufen nach Unter-Gröningen. Die übrigen Wege sind ganz schlecht. Die Gemeinde gehört zu den ärmeren des Bezirkes. Daß Laufen die meisten unehelichen Geburten hat, ist S. 33 bemerkt. Nahrungsquellen sind Ackerbau, Viehzucht und Holznutzung, da sich die Vermöglicheren hauptsächlich mit Holz- und Kohlen-Handel, die Ärmeren mit Holzfällen, Kohlenbrennen und Flößerei beschäftigen. Die Gesammt-Markung ist 5092 {{Bruch|1|2}} M. groß, worunter 1883 3/8 M. Wald, 728 3/8 M. Weiden und Öden, und es kommen 2 {{Bruch|1|2}} M. Baufeldes auf den Kopf. Die Landwirthschaft ist im Allgemeinen noch auf niederer Stufe und herrscht hauptsächlich nur in Weiler vor, wo sich größere geschlossene Hofgüter erhalten haben. Die Güter liegen allermeist an Abhängen. Neben {{Seite|165 der Dreifelderwirthschaft ist hier hauptsächlich die Wechselwirthschaft (989 3/8{{Bruch|3|8}} M., also fast die Hälfte Wald, und 177 M. Weiden und Öden, so daß an Baufeld nahezu 2 M. auf den Kopf treffen. Die Gemeinde ist dem Forstamte Comburg zugetheilt. Bei den unbedeutenden Einkünften der Gemeindepflege muß an Amts- und Gemeinde-Schaden fast dreimal mehr umgelegt werden, als die direkte Staatssteuer beträgt. Eine Stiftungspflege ist nicht vorhanden. Die Gemeinde ist nach Hütten schulpflichtig. In die Zehenten zu Hütten, Bäumlensfeld und Württemberger-Hof theilten sich der Staat, die Standesherrschaft Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein und die Pfarrei Maienfels; die übrigen Zehentrechte gebührten dem Staat allein.

Bis 1806 gehörten in das altwürttembergische Oberamt Weinsberg: Hütten (theilweise), Bäumlensfeld, Traubenmühle und Württemberger-Hof; in's altwürttemb. Oberamt Backnang: Scherbenmühle; in's Amt Ober-Roth zur Solms-Assenheim'schen Herrschaft: Hankertsmühle und Theil an Hütten, woran auch Hohenlohe-Bartenstein betheiligt war.

Von den die Gemeinde bildenden Orten liegt

a) das Dörfchen Hütten, 4 St. nordwestlich von Gaildorf, auf der zuvor erwähnten, von einigen Schluchten durchschnittenen Bergfläche. Durch dasselbe führt die zuvor gedachte Roth-Thalstraße. Das Schulhaus, in welchem auch das Gemeinderaths-Lokal sich befindet, wurde 1834 von der Gemeinde erbaut. Außer der deutschen Schule, die 75 fl. Fonds hat, ist auch eine Industrieschule vorhanden.

Hütten wird 1248 als einer der Orte bezeichnet, wo das Kloster Comburg begütert war. Im Jahr 1521 verkauft Comburg an die Stadt {{Seite|163 Hall die Gülten von 12 Gütern. Bis 1806 war Hütten ein Condominat-Ort zwischen Württemberg, Hohenlohe und Limpurg. Die Rechte des ersteren rühren von der Herrschaft Böhringsweiler her und blieben bis in die neueren Zeiten mit dem dortigen Stabe verbunden. Limpurg kaufte 1370 von Burkhardt und Friedrich Sturmfeder Alles, was sie hier hatten. Albrecht und Crafft von Hohenlohe übergeben 1486 die Zehenten hier und in einigen andern Orten der Pfarrei Mainhardt, die bis dahin einschließlich der Stolgebühren nur 14 fl. ertrug (Wibel II, 374). Am 29. Juli 1563 vertrugen sich Herzog Christoph von Württemberg, Graf Eberhard von Hohenlohe zu Langenburg und Schenk Christoph von Limpurg dahin, daß jede Herrschaft auf ihren Gütern die Obrigkeit haben, auf den Gassen und der Gemeinde aber dieselbe gemeinschaftlich bleiben solle. Im Jahr 1785 war die Einwohnerzahl nur 143.

b) Bäumlensfeld, {{Bruch|3|8}} St. westlich von H. (Hütten) auf derselben Bergfläche.

c) Dobelhütte, {{Bruch|3|8}} St. westlich von H. auf dessen Markung.

d) Hankertsmühle, {{Bruch|5|8}} St. südwestl. von H. auf der Grenze des Oberamts Weinsberg, in einer Waldklinge an der Roth. Limpurg kaufte 1371 die „Heinkardsmühle“ von den Brüdern Conrad und Götz von Roth.

e) Scherbenmühle, {{Bruch|1|2}} St. südöstlich von H. an der Roth, im Walde Scherbenhau, den Limpurg theils 1410 von Hans von Roth kaufte, theils 1556 von Württemberg erwechselte. Die Mühle gehörte in das Stadtgericht zu Backnang; einige Rechte kaufte Limpurg 1537 von den Roth'schen Erben.

f) Traubenmühle, {{Bruch|3|8}} St. südlich von H. auf dessen Markung, am Einfluß eines Waldbaches in die Roth.

g) Württemberger-Hof, {{Bruch|3|8}} St. südwestlich von H. auf derselben Bergfläche, am nordwestlichen Abhang einer Thalschlucht. Das Lagerbuch über Böhringsweiler von 1528 nennt den Ort „Miltenbergershof“, der schon damals in 3 Theile getheilt war. Zu der Hankertsmühle führte damals eine „Brittersteige“ herab.

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Laufen am Kocher,

Gemeinde III. Kl. mit 904 Einw. a. Laufen am Kocher, D. 331 Einw., wor. 1 Kathol. mit aa. Hägelesburg, H. 10 Einw. und bb. Windmühle, 7 Einw. b. Braunhof, 7 Einw. c. Eckenberg, W. 15 Einw. d. Eisenschmiede, W. 35 Einw. Falschengehren, H. 9 Einw. f. Forst, 5 Kath. g. Hasenberg, Hs. 5 Einw. h. Heerberg, W. 18 Einw. i. Heilberg, H. 5 Kath. k. Hochhalden, H. 22 Einw. l. Knollenberg, H., auch Schockenhof, 21 Einw. m. Krasberg, W. 55 Einw. n. Platz, W. 22 Einw. o. Rübgarten, W. 93 Einw. p. Schönbrunn, W. 26 Einw. q. Teutschenhof, H. 14 Einw. r. Weiler, W. 25 Einw. s. Wengen, W. 143 Einw. t. Wimbach, H. 6 Einw. – Ev. Pfarr-Filial von Sulzbach am Kocher, mit Ausnahme von Parz. o., Filial von Eschach, und Parz. d., Fil. von Ober-Gröningen; die Kath. in Parz. a, f. und i. sind nach Unter-Gröningen eingepfarrt.

Der im obern Kocher-Thale, dessen Abhänge, steil und bewaldet, nur theilweise zur Cultur gebracht sind, gelegene Gemeindebezirk grenzt im Osten an das Oberamt Aalen. Das Thal ist sehr eng, an den weitesten Stellen kaum {{Bruch|1|8}} St. breit. Die Bergabhänge sind durch viele wilde und tiefe Schluchten zerrissen, über deren Hügeln die Parzellen liegen. Der Kocher macht um die Hügel vielfache Krümmungen, hat ein tiefes enges Bett und wenigen Fall, erhält aber aus den Schluchten manchfache rasche Zuflüsse, namentlich von Westen her den Wimbach, von Südosten den Nägelsbach mit dem Igelsbach, von Südwesten den Krempelbach, von Osten den Heiligenbach, überschwemmt gerne die von der Thalsohle bis an die Waldungen hinaufreichenden Wiesen und richtet manchmal große Verwüstungen an. Der Boden ist Sand und Lehm mit lettiger Unterlage; er geht tief, ist größtentheils schwer und sumpfig und nur bei besonderem Fleiß dankbar; der Pflug bedarf gewöhnlich 4 Ochsen als Anspann. Die Luft ist häufig nebelig, im Thale mild, so daß Gurken und Bohnen gedeihen, auf der Höhe scharf. Hagelschlag ist selten. Von Gaildorf und Sulzbach her führt die neue Communal-Straße über Heerberg und Laufen nach Unter-Gröningen. Die übrigen Wege sind ganz schlecht. Die Gemeinde gehört zu den ärmeren des Bezirkes. Daß Laufen die meisten unehelichen Geburten hat, ist S. 33 bemerkt. Nahrungsquellen sind Ackerbau, Viehzucht und Holznutzung, da sich die Vermöglicheren hauptsächlich mit Holz- und Kohlen-Handel, die Ärmeren mit Holzfällen, Kohlenbrennen und Flößerei beschäftigen. Die Gesammt-Markung ist 5092 {{Bruch|1|2}} M. groß, worunter 1883{{Bruch|3|8}} M. Wald, 728{{Bruch|3|8}} M. Weiden und Öden, und es kommen 2 {{Bruch|1|2}} M. Baufeldes auf den Kopf. Die Landwirthschaft ist im Allgemeinen noch auf niederer Stufe und herrscht hauptsächlich nur in Weiler vor, wo sich größere geschlossene Hofgüter erhalten haben. Die Güter liegen allermeist an Abhängen. Neben {{Seite|165 der Dreifelderwirthschaft ist hier hauptsächlich die Wechselwirthschaft (989{{Bruch|3|8}} M. Wechselfelder), und der Beetpflug in Übung. Man baut Dinkel, Weizen, Roggen, Haber und Einkorn, außerdem neben Kartoffeln, rothen Klee, Luzerne, Esper, wenig Flachs, viel Hanf, Hopfen und Kraut. Es wird bei Weitem nicht das Brodbedürfniß erzeugt. Die Thalwiesen sind, weil durch den Schlamm des Kochers bei seinem Austreten gedüngt, ergiebig. Ein Morgen Ackers kostet 30–150 fl.. Wiesen 50–400 fl. Die Obstzucht ist im Zunehmen; die Straßen sind mit Obstbäumen besetzt. Mit der Schule in Laufen sind Kinderba(contracted; show full)Die Windenbachmühle kaufte Limpurg 1380 mit Adelmannsfelden vom Kloster Ellwangen. Im Jahr 1741 bestand der Ort aus 16 Wohngebäuden mit 16 Unterthanen und 1 Hausgenossen; 1785 zählte er 164 Einwohner. – Die ehemalige Pfarrei wird 1397 mit „Pfaff Hans, Pfarrer zu Laufen“, erstmals genannt. Sie scheint zur Zeit der Reformation aufgehoben worden zu seyn, und ist schon längst als sog. „obere Pfarrei“, deren Sprengel der politischen Gemeinde entspricht, mit der „untern Pfarrei“ zu Sulzbach unirt.

b) Braunhof, 
3/8{{Bruch|3|8}} St. nördlich von L. (Laufen) an einem Abhang über dem Kocher. Wurde mit Kransberg erworben.

c) Eckenberg, {{Bruch|3|4}} St. südöstl. von L. auf der Markung von Wengen, im Walde. Dieses ursprüngliche Söldgut, das noch 1767 9 Einwohner hatte, wurde 1729 angelegt.

d) Eisenschmiede, früher „Eisenmühle“, 3/8{{Bruch|3|8}} St. südwestlich von L. am Kocher. Es ist dieß die zuvor genannte Mühle zu Werben (Werbe = Werf, d. h. aufgedämmtes Ufer). Im Jahr 1531 war hier ein Eisenhammer mit Schmelzhütte. Nachdem er abgegangen, wurde 1719 wieder eine Eisenschmiede errichtet und von der Herrschaft Schmiedelfeld verpachtet, 1757 aber aufgehoben.

e) Falschengehren, {{Bruch|3|4}} St. östlich von L. im Wald, auf der Grenze des Oberamts Aalen; 1540–1550 entstanden.

f) Forst, 5/8{{Bruch|5|8}} St. südöstlich von L. im Walde. Das 1833 erbaute, von einem Waldschützen bewohnte, Haus wurde 1838 vom Staat erworben und das Gut aufgeforstet.

g) Hasenberg, {{Bruch|1|2}} St. südöstl. von L. auf der Markung Wengen.

(contracted; show full)

i) Heilberg, {{Bruch|1|2}} St. südlich von L. auf einer Höhe; ein 1701 angelegtes Gut, das der Staat 1842 kaufte und wieder zu Wald umschuf. Das Haus bewohnt ein Waldschütze.

k) Hochhalden, 
3/8{{Bruch|3|8}} St. südl. von L. auf dessen Markung, neuen Ursprungs.

l) Knollenberg, auch Schockenhof, {{Bruch|1|8}} St. westl. von L. auf dessen Markung; wurde um 1545 angelegt.

m) Krasberg, 3/8{{Bruch|3|8}} St. südwestlicb von L. auf der Höhe jenseits des Kochers. Limpurg kaufte 1380 von Ellwangen 5 Lehen und 1410 das Eigenthum von einem Gut. Der Ort hatte 1785 24 Einwohner.

n) Platz, {{Bruch|1|4}} St. südöstlich von L. auf dessen Markung, auf der Höhe; neuere Ansiedelung.

o) Rübgarten, 3/8{{Bruch|3|8}} St. südlich von L. auf einer Höhe über dem linken Kocherufer. Limpurg kaufte 1380 von Ellwangen 6 Güter, die nachmals in 3 zusammengezogen wurden, und erwechselte 1557 von dem Augustiner-Kloster in Gmünd ein weiteres Gut. Der Ort hatte 1785 45 Einwohner.

p) Schönbrunn, {{Bruch|1|2}} St. östlich von L. auf der Höhe; ein schon frühe in 3 Lehen getheilter Hof, 1380 von Ellwangen erkauft.

(contracted; show full), wie in dem angrenzenden Oberamt Hall, viele recht stattliche Bauernhäuser, das Gebälke meist mit rother Ölfarbe angestrichen, und von Gärten umgeben. Die Vermögensverhältnisse sind nur relativ günstig; der Wohlstand, der noch vor 20 Jahren herrschte, hat durch die allgemeinen Ursachen sehr gelitten. Die Hauptnahrungsmittel sind Ackerbau und Viehzucht. Die zwischen Michelbach, Rauhen-Bretzingen, Gschlachten-Bretzingen und Hirschfelden abgetheilte Markungsfläche beträgt 5829 {{Bruch|1|2}} M., worunter 1463
 6/8{{Bruch|6|8}} M. Wald und 579 {{Bruch|1|8}} M. Weiden und Öden, also noch 3,5 M. Baufeldes auf den Kopf. Der Zustand der Landwirthschaft ist zwar nicht glänzend, mit den übrigen Gemeinden verglichen aber nicht unerfreulich, da über das eigene Bedürfniß noch Brodfrucht verkauft werden kann. Größere Güter sind zwar vorhanden, aber nicht geschlossen. Die Brache wird selten angebaut, obgleich die besseren Güter dieß lohnen würden. Der schwere Thonboden verlangt zur Beackerung in der Regel 4 Stücke Anspann. Die vorherrschend(contracted; show full)
aber die Burgleute hievon Kunde erhielten, zündeten sie dieselbe an und
entflohen (Prescher II, 338). Jetzt sind nur noch Gräben und Wälle vorhanden; auf der Stelle der Ruinen hat aber der hier und in Hirschfelden
begüterte Freiherr von König ein Schweizerhäuschen erbaut, von dem
aus man eine herrliche Aussicht sowohl gegen die Alp hin, als in das
hallische und hohenlohische Gebiet genießt.

d) Gschlachten-Bretzingen, früher auch Schlechten-B.,

5/8{{Bruch|5|8}} St. nordwestlich von M. an der von Steinbrück herführenden Haller
Straße der beste Ort der Gemeinde, in welchem, da größere Güterbesitzer überwiegen und der Boden wirklich „geschlacht“ ist, ziemlicher
Wohlstand herrscht. Bischof Gebhard von Würzburg schenkte 1037 der
Pfarrkirche in Öhringen 2 {{Bruch|1|2}} Huben „in duabus villi“, que arnbe dicuntur Brezzingen“ (W. Urk.-Buch I, 264), und Comburg besitzt 1095,
wahrscheinlich von seinen Stiftern her, Zehenten in beiden Bretzingen
(contracted; show full)fürstlichen Waldschützen bewohnt.

In der Nähe war der im dreißigjährigen Kriege gestandene größere
Ort Kohlhofen, der noch 1541 als Filial von Michelbach genannt
wird. (Prescher II, 336.) Auf dem gegen Ober-Fischach hin gelegenen
waldigen Bergrücken sind noch die Ackerbeete zu unterscheiden.

h) Neumühle, 
3/8{{Bruch|3|8}} St. südöstlich von M. auf Hirschfelder Markung, auf der Oberamts-Grenze am Kocher gelegen, über welche die zuvor und S. 82 erwähnte Brücke führt. Eine vortreffliche Mahlmühle
und gut eingerichtete Sägmühle, 1587 aus Steinen der ehemaligen Capelle zu Hirschfelden durch die Herrschaft erbaut; seit längerer Zeit Privateigenthum.
{{Seite|175
i) Rauhen-Bretzingen, 3/8{{Bruch|3|8}} St. nördlich von M., {{Bruch|1|4}} St. von
Gschlachten-Bretzingen am Remsbach, zu den Füßen des Einkorns, von
der geringeren Bodenbeschaffenheit so zugenannt. Der Ort ist, wie zuvor
bemerkt, alt und war schon frühe, wohl von den Grafen von Comburg
her, ein Besitzthum des Klosters Comburg, bestehend aus 15 Gütern,
über deren 4 es auch die Vogtei hatte. Diese stand im Übrigen von
(contracted; show full)
ist auf mittlerer Stufe; doch haben größere Güterbesitzer zweckmäßige
Bauarten angenommen. Der größere Theil der Äcker liegt an Abhängen. Die Haupterwerbsmittel bestehen in Feldbau und Holzhandel, bei
den Wohlhabenderen auch in Viehzucht; die Ärmeren verdienen viel
durch Holzmachen. Von Gewerben sind nur die gewöhnlichsten Handwerker vorhanden.

Die Markung der ganzen Gemeinde, abgetheilt zwischen den Orten
Mittel-Fischach, Engelhofen mit Rothhof, Unter-Fischach und Weiler,
umfaßt 5429 
2/8 M., worunter 1705 6/8 M. Wald und 383 {{Bruch|2|8}} M., worunter 1705{{Bruch|6|8}} M. Wald und 383{{Bruch|1|2}} M. Weiden
und Öden, so daß 3,5 M. Baufeldes auf den Kopf bleiben. Die Culturverhältnisse kommen mit jenen von Ober-Fischach überein; deßgleichen
der Stand der Rindviehzucht. Es wird auch etwas Pferdezucht, deßgleichen Rindviehmastung und Gänsezucht betrieben. Von den Acker-Erzeugnissen kann Brodfrucht nach Außen verkauft werden.

Der Gemeindebezirk gehört dem Forstamte Comburg an. Das Gemeindevermögen genügt mehr als in mehreren anderen Gemeinden;
(contracted; show full)Ober-Sontheim und {{Bruch|3|4}} am kleinen Zehenten zu Ober-Sontheim, Mittel- und
Unter-Fischach, und Engelhofen kaufte Limpurg 1599 um 20.500 fl. von
der Stadt Hall, welche dieselben zuvor von Hohenlohe, das die Vellberg
damit belehnt hatte, erworben. Den hiesigen großen und Noval-Zehenten
erwarb die Standesherrschaft 1806 von Limpurg-Sontheim-Gaildorf.

b) Engelhofen, vormals Engelbolds- auch Engelbrechtshofen,

3/8{{Bruch|3|8}} St. südwestlich von M. (Mittel-Fischach), links der Gaildorf-Crailsheimer Landstraße, am Waldgebirge, an dem Eingang eines romantischen
Nebenthälchens. Der ansehnliche Weiler ist von dem südlich herkommenden
Stielbach bewässert, welcher, nachdem er im Ort den von Rothhof herkommenden Klingenbach aufgenommen, den Namen Breitenbach annimmt. Er
war ein Condominat-Ort. Das Kloster Comburg verkauft 1319 dem
Conrad von Vohenstein, sacerdoti, rectori parochialis ecclesie S. Johannis Baptiste in Vischach, zwei Lehengüter in Engelboldshofen. Limpurg
kaufte 1380 von Ellwangen die Vogtei über den Weiler. Die Haller
Bürger von Morstein verkaufen 1423 der Präsenz zu St. Michael in
Hall ein Gut; 1545 treten die Spieß zu Morstein an Limpurg 2 Güter
ab, das 1557 von Hans Wolf von Rechberg zu Heuchlingen und seiner
Hausfrau, Maria v. Vellberg, 52 M. Wald kauft und 1578 von Ellwangen 2 Güter erwechselt. Christoph Adler zu Lindenau, Bürger zu Hall, besitzt 1592 einen Hof. Ein Gut und eine Sölde mit Vogtei erwechselt 1685
Limpurg von Hohenlohe-Langenburg, ebenso 1740 die Vogtei über ein
Gut von 
Hohenlohe-Kirchberg. Im Jahr 1741 hatte Limpurg in 15
Wohnhäusern 6 Bauern und 12 Söldner und Häusler, Comburg aber
6 Güter und über 3 derselben die Vogtei, worauf 1804 28 Einwohner
waren; zwei Lehen gehörten noch dem Heiligen zu Mittel-Fischach.

c) Rothhof, {{Bruch|3|4}} St. südostlich von M. an der zuvorgedachten
Landstraße; ein kleineres Hofgut.

d) Unter-Fischach, früher auch Grefen-Fischach (das Prescher
für einen abgegangenen Ort hält), 3/8{{Bruch|3|8}} St. südöstlich von M. über dem
linken Ufer der Fischach, an der Grenze des Oberamts Ellwangen. Das
{{Seite|180
Örtchen ist von dem Weilerbach bewässert und hat an der Fischach eine
Mahlmühle. Auch dieses hatte zumal einige Herren (Condomini). Das
Kloster Comburg kauft 1361 von Hans von Enslingen 2, 1380 von Ellwangen 2 und 1410 von Conrad Münzmeister zu Unterlimpurg 2 Lehen
zu „Grefen-Fischach“. S. auch Rappoldshofen. Die Kirche Bühlerzell
kauft 1400 von einem Bauern sein freies Gut. Limpurg kauft 1380 von
Ellwangen 1 Gut und 1431 von der Brüderschaft zu St. Catharina in
Hall 1 Lehen, sowie 1541 von der Stadt Hall 7 und 1562 2 Güter,
1563 von Conrad von Vellberg 5, 1578 von Ellwangen 3 Güter, und
1593 von den Vellberg'schen Allodial-Erben 1 Hof. Als „Ganerben“
des Ortes werden jetzt Limpurg, Comburg, Rechberg zu Heuchlingen
und Ellwangen bezeichnet; 1741 als solche nur Limpurg und Comburg.
Ersteres hatte in 27 Wohnhäusern 12 Bauern, 13 Söldner und 1 Häusler, worunter die Unterlimpurger Frühmesse 1, die geistliche Verwaltung
Ober-Sontheim 3 und die Heiligenpflege Mittel-Fischach 4 Halbbauern
und Söldner. Comburg hatte 3 Güter mit Vogtei darüber, worauf 1804
17 Einwohner waren. (Dieser erwähnt Prescher aus dem bei Mittel-Fischach angegebenen Grunde nicht.)

e) Weiler, früher mit dem Beisatze „in der Fischach“, 5/8{{Bruch|5|8}} St.
südlich von M., freundlich an dem Waldgebirge zur Seite des romantischen Weilerbach-Thälchens gelegen. Eberhard Leupolt, Caplan des heil.
Kreuzaltars in St. Michael zu Hall, vermacht 1436 an diesen Altar
„das Gut genannt Weyler, gelegen in der Vischach“ zu einer Seelmesse.
Im Jahr 1509 werden als Grundherren des Ortes die gedachte Caplanei
und die Caplanei zu Vellberg, als Obrigkeit aber die Stadt Hall und die
Herren von Vellberg bezeichnet. Limpurg erwechselt 1541 von Hall 2
(contracted; show full)
unteren Fischachthal-Orten. Am wohlhabendsten sind Rappoldshofen
und Benzenhof, dann folgt Herlebach und hierauf Ober-Fischach. Die Erwerbsmittel sind schon angegeben. Rappoldshofen hat den besten, Herlebach, das dagegen vortreffliche Wiesen hat, den unergiebigsten Boden.
Das einzige größere geschlossene Gut ist der Benzenhof. In Ober-Fischach gerathen die Winterfrüchte, noch besser in Rappoldshofen, wo
auch der Flachs und die Hülsenfrüchte sehr gedeihen. Die Markung begreift 4818
 3/8{{Bruch|3|8}} M., worunter 1327 M. Wald und 439 2/8{{Bruch|2|8}} M. Weide und
Öden, daher 4 M. Baufeldes, der größte Betreff im Bezirke, auf den
Kopf kommen, und Brodfrucht über das eigene Bedürfniß noch verkauft
werden kann, obwohl der Boden das Saatkorn kaum vierfach zurückgibt. Gewöhnlich wird Roggen, gemischte Frucht, Haber und viel Dinkel, auch etwas Waizen gebaut. Beim Haber ist die Aussaat 7–8, der
Ertrag 24, beim Dinkel 7–8 und 32, beim Roggen 3 und 16 bis 24
Simri. Klee wird viel, Reps neuerlich von Einzelnen gebaut. Die
(contracted; show full)
Durch die Nachlässigkeit einer kaiserlichen Fouragier-Abtheilung,
die nach der Nördlinger Schlacht auf dem Kirchhof bivouakirte, entstand
in der Kirche Feuer, das wahrscheinlich auch das Pfarrhaus verzehrte,
da 1822 bei dessen Neubau ganze Lagen verbrannter Frucht etc. gefunden
worden sind.

b) Renzenhof, 
3/8{{Bruch|3|8}} St. südwestlich von O. (Ober-Fischach) am
Benzenbach, der in der Nähe einen Weiher bildet. Dieses schöne Hofgut ist von 2 Familien bewohnt und hat 2 gute Wohn - und solide Ökonomie-Gebäude, welche den Hofraum schließen. Es wird schon 1095 bei
der Übergabe an Kloster Comburg als „Bennenhoven“ genannt, s. Mittel-Fischach. Limpurg erwarb 1544 den Hof von Comburg, und verpachtete ihn später als ein Kammergut, bis es ihn 1789 um 11.600 fl.
an 2 Bauern verkaufte. Noch vor etwa 100 Jahren lagen 3 Seen, zusammen 6–7 M. groß, dabei.

c) Beutenmühle, 3/8{{Bruch|3|8}} St. südöstlich von O. auf den Ortsmarkungen von Rappoldshofen und Ober-Fischach, an der Fischach und an der
Oberamts-Grenze sehr freundlich gelegen. Eine neuerlich gut eingerichtete Mahl- und Säg-Mühle, welche Limpurg 1578 von Ellwangen eingetauscht hat.

d) Herlebach, früher Hörlebach und Herdelbach, {{Bruch|1|2}} St. nördlich
von O. an der Oberamts-Grenze, in dem hier sehr engen Thälchen, an
der ihrem Ursprunge nahen Fischach. Dazu gehört Lothhaus. Die
(contracted; show full)Gut, 1431 von der Brüderschaft zu St. Catharina in Hall die
Vogtei über 4 Comburg zinsbare Güter, 1562 von der Stadt Hall 3
Güter mit Vogtei und Gericht, und 1563 von Conrad von Vellberg ein
Gut mit denselben Rechten. Im Jahr 1741 waren in 17 Wohnhäusern
22 Unterthanen, davon 4 Comburg vogtbar und 11 lehenbar; 1785
waren 130 Limpurgische, 1804 33 Comburgische Einwohner vorhanden.

e) Rappoldshofen, 
3/8{{Bruch|3|8}} St. südöstlich von O. am Benzenbach,
ein freundliches Örtchen, dessen Gebäude von größerer Wohlhabenheit
zeugen; dasselbe war ebenfalls ein Condominat. Kraft von Heimberg schenkt 1299 dem Kloster Comburg einen Hellerzins aus hiesigen
Gütern. Hermann von Wollmershausen besitzt 1353 ein Gut. Mechtild
von Thalheim, Beringer, Wilhelm und Conrad von Hohenstein verzichten 1360 auf ihre Ansprüche an Güter des Klosters Comburg, das 1363
an Ellwangen eine Hube abtritt. Was den Limpurgischen Besitz angeht,
so übergibt Walther von Sontheim 1349 ein Gut an seine Schwester
im Kloster zu Unter-Limpurg, welches 1380 von Kraft von Sontheim,
Mönch zu Comburg und dessen Schwester Agnes, 2 weitere Güter erkauft, und 1398 stiftet Frau Ytta, Schenk's Conrad Wittwe, ein Gut
an die Frühmesse zu Unter-Limpurg. Die Schenken, an welche diese Güter bei der Reformation fielen, hatten schon 1406 von dem Haller Bürger Conrad Visel 1, von Hans von Thalheim 1552 2 Güter und
1562 von der Stadt Hall 1 Gut erworben. Im Jahr 1741 hatte Limpurg die Malefiz; die Vogtei besaßen Limpurg, Comburg und Ellwangen auf ihren Gütern; 1785 waren 2 Ellwangen'sche Güter, 74 Limpurgische Einwohner und 7 Comburgische Lehen, auf denen 1804 sich
39 Einwohner befanden, vorhanden.

f) Röschbühl oder Fallhaus, 3/8{{Bruch|3|8}} St. südöstlich von O. auf
dessen Markung, auf der Grenze des Oberamts Hall, dem der jenseitige
Theil des Örtchens als eine Parzelle von Dörrenzimmern angehört
Es war früher der Sitz eines Nachrichters und Wasenmeisters.
{{Seite|185

Ober-Gröningen.

(contracted; show full)
tiefgründiger, schwerer Lehm, ist eben nicht fruchtbar, die Luft rein,
scharf und gesund. Die Gemeinde hat die meisten alten Leute, s. S. 32.
(Vergleiche auch Eschach und Frickenhofen.) Durch den Gemeindebezirk
führt die neue Amtskörperschaftsstraße von Gschwend über Ober-Gröningen an die Oberamtsgrenze Aalen. Ober-Gröningen und einige Höfe
sind vermöglich; im Allgemeinen finden die Leute ihr Auskommen. Feldbau, Vieh- und Holzhandel und Taglohn sind die Erwerbsquellen.
Die Gesammt-Markung ist 1860
 4/8 M. groß, darunter 376 7/8 M. Wald
und 149 6/8{{Bruch|4|8}} M. groß, darunter 376{{Bruch|7|8}} M. Wald
und 149{{Bruch|6|8}} M. Weide und Öden, wornach 2,8 M. Baufeldes auf den
Kopf treffen. Die Äcker liegen an den Bergabhängen und sind daher
schwer zu bauen; die Wiesen im Thale. Das Fruchterzeugniß kommt dem
eigenen Brodbedarf gleich. Es wird hauptsächlich Roggen und Haber,
dann Dinkel, Gerste und Wicken gebaut. Auf einen Scheffel Aussaat
rechnet man vier Scheffel Ertrag. Der Pflug bedarf 4 Ochsen als Anspann. Außerdem werden Kartoffeln, Klee und Hanf, der aber grob ist,
(contracted; show full)beim Einfluß des Röthenbachs und Suhbachs in den Kocher. Dazu gehören eine Mahlmühle und die einzelnen Häuser Röthenbach und
Brand. Limpurg kaufte 1436 mit Gröningen die Mühle und 2 Güter;
1741 waren in 8 Wohngebäuden 8 Unterthanen und 1 Ausdinger; 1767
42 Einwohner.

c) Brandhof, {{Bruch|1|2}} St. nördlich von O. über dem linken Kocherufer. Eine neuere Ansiedelung.

d) Buchhof, 
3/8{{Bruch|3|8}} St. nordwestlich von O. auf der Hochfläche über
dem sogenannten Buchwald; ursprünglich ein kleiner Hof, der 1767 nur
5 Einwohner hatte.

e) Fach, früher Vach, 5/8{{Bruch|5|8}} St. nördlich von O. auf der Grenze
des Oberamts Aalen und dem linken Kocherufer. Hier war Kloster
Lorch frühe schon begütert; 1239 überläßt es „mansum nostrum situm
in Vache“ einem Ritter Ulrich von Merchingen auf Lebenszeit gegen
12 Pfund Heller. S. auch Kemmnathen und Stixenhof. Ein Gut erwarb Limpurg mit der Herrschaft Gröningen; ein zweites, das 1414 der
Gmünder Bürger Cyr Kirchberg an die St. Veitskapelle zu Gmünd verkauft hatte, wurde 1557 von der Stadt Gmünd erwechselt. Auch
die Herren von Adelmann zu Hohenstatt hatten ein Gut, das 1741, wo
Limpurg 3 Unterthanen und 2 Ausdinger hatte, in den Händen der
Propstei Ellwangen sich findet.

f) Schlauchhof, 3/8 St. nördlich von O. über dem linkseitigen
Kocherufer; ein 1702 angelegtes Waldgütchen.

g) Suhhaus, 3/8 St. nordwestlich von O. am Suhbach, auf der
Markung von Schlauchhof.

h) Wahlenhalden, 5/8{{Bruch|3|8}} St. nördlich von O. über dem linkseitigen
Kocherufer; ein 1702 angelegtes Waldgütchen.

g) Suhhaus, {{Bruch|3|8}} St. nordwestlich von O. am Suhbach, auf der
Markung von Schlauchhof.

h) Wahlenhalden, {{Bruch|5|8}} St. nördlich von O. über dem rechtseitigen Kocherufer. Ein kleines 1720 aus dem zu Algishofen gehörigen
Felde Wahlenhalden angelegtes Gütchen.

Zwischen Algishofen und Schlauchhof erhebt sich auf dem linken
Kocherufer ein Hügel, der „Schloßburren“ genannt, wo man noch
Reste von Wall und Graben sieht. Das Volk spricht von einem Schlosse
(contracted; show full)Antheil an Waldeck abtrat.

Ober-Roth wurde 1449 oder 1450 abgebrannt und 1525 während
des Bauernaufstandes von den Völkern des schwäbischen Bundes geplündert. Im dreißigjährigen Kriege hatte es harte Schicksale; 1635
starben aus der Pfarrgemeinde 218 Personen. Ober-Roth hatte 1785
400 Einwohner.

b) Badhaus, 
7/8{{Bruch|7|8}} St. nordwestlich von O. (Ober-Roth) am Einflusse des Mühlbachs in die Roth. Wird schon 1367 als Badhaus bezeichnet, s. zuvor.

c) Brennhof, {{Bruch|3|4}} St. nordwestlich von O. auf dem rechten Rothufer. Ein mittleres, vor 260–270 Jahren angelegtes Gut.

d) Dexelberg, früher auch Techsenberg, {{Bruch|3|4}} St. nordwestlich von O. zunächst dem Brennhof. Dazu gehört Dexelhof. Gehörte
zur Burg Roth und wurde später mit Konhalden verbunden.

e) Ebersberg, mit Ziegelhütte, 3/8{{Bruch|3|8}} St nordwestlich von O.
über dem rechten Rothufer. War ein Condominat. Einen Theil erwarb Limpurg mit der Burg Roth; ein anderer, 1789 mit 2 Gütern,
gehörte Hohenlohe-Bartenstein; einige Unterthanen gehörten in das altwürttembergische Amt und Stadtgericht Backnang. Die vom Kloster
Murrhardt herrührenden Zehenten in Ebersberg, Kornberg, Konhalden
{{Seite|193
und Obermühle mit einem Hof in Glashofen trat Württemberg 1607
in Limpurg ab.

(contracted; show full)Ein Waltherus de Glashoven kommt 1371 in einer Limpurgischen-Urkunde vor, s. auch Münster.

l) Hammerschmiede, 1 {{Bruch|1|4}} St. nordwestlich von O., an der
Roth, auf Kornberger Markung; ein vor etwa 160 Jahren erbautes
Hammerwerk.

m) Hohenhardtsweiler, Hohnartsweiler, früher
Honortsweiler und Wohnhartsweiler, 
5/8{{Bruch|5|8}} St. nordöstlich von
O. auf dem Gebirge über dem linkseitigen Roth-Ufer, an der 
Oberamts-Grenze Hall, aus zerstreut liegenden Häusern bestehend. War ebenfalls
Condominat. Limpurg kaufte 1370 mit Roth 4, und 1407 von Greth
von Öttendorf 4 Güter (s. auch Spöck). Die Reichsstadt Hall hatte
einige Unterthanen, die Kl. Murrhardt'sche Pflege 3 Lehengüter, und 1804
Württemberg 22 Unterthanen, die in's Stadtgericht Backnang gehörten.
{{Seite|194
n) Jaghaus, {{Bruch|1|2}} St. südlich von O. an der Grenze des Oberamts Backnang; ein kleines Gut des Klosters Murrhardt.

o) Konhalden, auch Cunhalden, 7/8{{Bruch|7|8}} St. nordwestlich von
O. an der gedachten Grenze; ein mit Roth erkaufter Hof.

p) Kornberg, {{Bruch|3|4}} St. nordwestlich von O. auf einer Höhe über
dem linkseitigen Roth-Ufer. Gleichfalls ein Condominat, wovon Limpurg 1370 einen Theil von Sturmfeder erwarb; der altwürttembergische
Antheil, 1804 mit 9 Unterthanen, gehörte in's Stadtgericht Backnang.

q) Obere und r) Untere Kornberger-Sägmühle, je
{{Bruch|1|4}} St. oberhalb und unterhalb von Kornberg, an der Roth.

s) Marbächle oder Morbächle, 1 {{Bruch|1|4}} St. nordwestlich von O.
an der Backnanger Oberamts-Grenze.

t) Marhördt, auch Marrhördt, 1 3/8{{Bruch|3|8}} St. nordwestlich von
O. zunächst bei Marbächle. Zu dem mit 2500 fl. im Jahr 1844 erbauten Schulhause gab der Staat 400 fl. Beitrag; die Ortseinwohner
haben dazu eine Glocke gekauft. – Marbächle und Marhördt liegen
in dem Walde Rindsbuch, den Limpurg theilweise 1367 und 1410 von
denen von Roth und theilweise 1556 von Württemberg erworben. Beide
Orte waren noch 1557 Höfe.

u) Marhördter-Mühle, zunächst bei Marhördt, auf dessen
Markung, an dem aus dem vereinigten Aschenbach und Morbach besteden Mühlbach.

v) Obermühle oder Obermühlen, 5/8{{Bruch|5|8}} St. nordwestlich von
O. zunächst der Roth, an dem Keyenberg. Auch hier war ein Condominat. Wie Limpurg seinen Antheil erwarb, ist bei Ober-Roth bemerkt.
Die Frauen-Klause zu Unter-Limpurg besaß ein 1360 von Ulrich von
Morstein erkauftes Gut. Der Haller Bürger Peter Fürer (Feurer) verkauft 1392 eine Gülte „uff der obern Müle gelegen vnter Rote der Veste,
die da gestanden ist,“ an St. Wendelin's Altar im Siechen-Spital zu
Hall. Außerdem waren bis in die neuere Zeit württembergische und
Kloster Murrhardt'sche Unterthanen hier, die beziehungsweise nach Backnang und Murrhardt gehörten. S. auch Ebersberg.

w) Ofenberg, auch Offenberg, 1 {{Bruch|1|8}} St. nordwestlich von
O. auf einer Höhe über dem rechten Roth-Ufer. Ein auf Reichenberger
Forstboden angelegtes Gütchen, das in's Stadtgericht Backnang gehörte.

x) Seehölzle, 5/8{{Bruch|5|8}} St. nordöstlich von O. an der Haller Oberamts-Grenze. Ein kleines, Kloster Murrhardt gehöriges, dessen Pflege
Westheim zugetheilt gewesenes Gut.

y) Stiershof mit Falkenhölzle, {{Bruch|1|2}} St. nordöstlich von O.
über dem Stiersbach. Auch ein Condominat zwischen Limpurg und
{{Seite|195
Württemberg, das in letzterer Hinsicht zum Stadtgericht Backnang gehörte. Im Jahr 1785 zählte der Ort 44 Einwohner.

(contracted; show full)
Rathhaus, 1596 erbaut, ist ansehnlich und so groß, daß ein Theil an
Privaten vermiethet werden konnte. Zwischen diesem, der Kirche und
dem Schlosse liegt der ziemlich große Marktplatz mit einer Linde in
der Mitte. In Ober-Sontheim ist am 24. März 1739 der Dichter
Christian Friedrich Daniel Schubart geboren. Sein Vater
war Cantor.

Die Nahrungsquellen der in mittleren Vermögensumständen stehenden Einwohner sind Fruchtbau und Viehzucht. Die Markung umfaßt 2865
 7/8 M., worunter 642 6/8{{Bruch|7|8}} M., worunter 642{{Bruch|6|8}} M. Wald und 86 {{Bruch|1|8}} M. Weide und
Öden, daher 1 {{Bruch|1|2}} M. Baufeldes auf den Kopf kommen. Der Ackerbau
gewährt im Ganzen einen ziemlich guten Ertrag an Roggen, Dinkel,
Haber und Gerste. Es sind viele Gärten, namentlich Baumgärten, vorhanden; der Obstbau, dem auch der Boden nicht genug tiefgründig ist,
wird nicht sorgfältig gepflegt. Der günstigen Lage des Ortes ungeachtet
(contracted; show full)
an Gerste, Haber und Hanf. Das Obst geräth, obwohl seine Cultur
nicht genügend beachtet wird. Noch vor 80–90 Jahren fand Weinbau
statt. Die Hauptnahrungsquelle ist der gut betriebene Ackerbau und die
nicht unbedeutende, wohl gepflegte Viehzucht. Getreide wird für das
eigene Brodbedürfniß hinlänglich erzeugt. Früher bestandene Gemeinderechte wurden gegen Ende des letztverflossenen Jahrhunderts getheilt.
Die Vermögensverhältnisse der Einwohner sind ziemlich gut. Die Gesammt-Markung begreift 3631
 6/8 M., darunter 940 7/8 M. Wald und
454 3/8{{Bruch|6|8}} M., darunter 940{{Bruch|7|8}} M. Wald und
454 {{Bruch|3|8}} M. Weiden und Öden, wonach noch 2,5 M. Baufeldes auf
den Kopf treffen. Die hiernach erwähnte bedeutende chemische Fabrik
beschäftigt mehrere Ärmere. Der landwirthschaftliche Betrieb kommt
im Wesentlichen mit dem von Michelbach überein.

Der Bezirk ist dem Forstamte Comburg zugewiesen. Die Vermögensverhältnisse der Gemeindepflege sind im Ganzen nicht ungünstig,
weniger sind es die der Stiftungspflege. Die Schule in Ödendorf ist
für die ganze Gemeinde gemeinschaftlich. Die Zehenten gebührten
(contracted; show full)
Hinter-Linthal. Die gesunden, kräftigen Einwohner verfertigen ihre
Kleidungsstoffe selbst. Das Fruchterzeugniß reicht für den eigenen Brodbedarf hin und die Einwohner, welche sich von Feldbau nebst Viehzucht
und der Waldnutzung ernähren, sind im Allgemeinen in nicht ungünstigen Vermögensumständen. Am Wohlhabendsten sind Thonolzbronn,
Steinenbach und theilweise Ruppertshofen; unvermöglich und zum Theil
sehr arm die Thalorte. Unter der 5653
 6/8{{Bruch|6|8}} M. großen Fläche des Gemeindebezirks sind 1159 M. Wald und 450 M. Weiden und Öden, wornach auf einen Kopf 3,1 M. Baufeldes kommen. Ein M. Ackers wird um 20
bis 100 fl. gekauft. Namhaft ist der Flachsbau; vorzüglichen Flachs bringt
Hinter-Linthal hervor. Die Wiesen sind nicht sehr ergiebig. Gewöhnliches
Obst geräth, die Straßen sind jedoch nicht mit Obstbäumen besetzt. Der
Rindviehstand ist sehr bedeutend und meist schön. Hinsichtlich der sonstigen
(contracted; show full)
Der frühere Wohlstand ist sehr gesunken und findet sich nur noch auf
einigen Höfen, weßwegen auch die Ziegenzahl so groß ist. Die Nahrungsquellen und die Betriebsweise der Landwirthschaft sind die bei Laufen
angegebenen. Die Markung (8878 
2/8{{Bruch|2|8}} M.) ist zwar groß, aber mehr als
die Hälfte ist Wald, und 1248 2/8{{Bruch|2|8}} M. bestehen aus Weiden und Öden,
so daß der durchschnittliche Betreff an Baufeld nicht 2 M. auf den Kopf
macht. Die Äcker, häufig an Bergabhängen liegend, sind schwierig und
mühsam zu bauen. Etwas Hopfenbau. Die Obstzucht ist neuerlich im
Zunehmen und mit der Schule eine Kinderbaumschule verbunden. Am
Schmiedelfelder Schloßberge finden sich noch Spuren ehemaligen Weinbaues. An Gewerben sind erwähnenswerth: in Sulzbach 1 Mechaniker,
2 Großhändler, 1 Kunstmühle, 1 Kunden-Mahlmühle, 1 Sägmühle mit
(contracted; show full)Landamts Gaildorf: Bayerhöfle; zur Herrschaft Limpurg-Sontheim-Groningen,
{{Seite|212
Amts Untergröningen: Grauhöfle, Gutschenhof, Haslach
und Ochsenhöfle; zu der 1780 durch Württemberg erworbenen Herrschaft
Limpurg-Sontheim-Schmiedelfeld, Amts Schmiedelfeld: die übrigen
Parzellen. Die einzelnen Orte sind:

a) Das ev. Pfarrdorf Sulzbach am Kocher, 1
 7/8{{Bruch|7|8}} St. südöstlich
von Gaildorf, in einem engen, von dem Eisbach bespülten Thälchen gelegen, da wo dieses in das Kocherthal ausmündet. Mehrere kleine Bäche
stürzen in und bei dem Dorfe von den nahen Bergen herab, und schwellen bei Regengüssen den Eisbach so sehr an, daß er – wie z. B. am
14. Juni 1845 – an Gärten, Wiesen und Gebäuden große Verwüstungen anrichtet. Sulzbach ist dem Eisbach entlang gebaut und rechts von
(contracted; show full)auf einer Verwechslung. Nach Gründung der Schloßkirche zu Schmiedelfeld im Jahr 1594–1595 wurde dem Pfarrer auch die Besorgung
dieser übertragen, daher er den Titel „Hofprediger“ erhielt.

In der Nähe von Sulzbach wurde 1710 eine Glashütte erbaut, welche
unter einem herrschaftlichen Hüttenverwalter stand und auch weißes Glas
bereitete. Wann sie eingegangen, ist unbekannt.

b) Aichenrain, früher Eichenrain, 
5/8{{Bruch|5|8}} St. südöstlich von S.
(Sulzbach) auf der Höhe. Ein großes Hofgut, das Limpurg 1380 von
Ellwangen mit „einem Lehen zu St. Wolfgang, so zum Eichenrain genossen wird“ kaufte. Es wurde 1589 zu einem Kammergut gemacht und
später verpachtet. S. Schmiedelfeld.

c) Alt-Schmiedelfeld, auch Alten-Schmiedelfeld, {{Bruch|1|2}} St. nordwestlich von S. am Kocher. Zwei Güter mit etwa 125 M. gehören der
Standesherrschaft Limpurg-Gaildorf. Zwei Güter kamen mit der Burg
Kransberg an Limpurg; einen Hof kauft es 1488 von Ulrich von Münkheim; 1562 macht ein Bauer seinen Hof den Schenken fallbar. Das
1710 auf einer nahen Weide angelegte Fahrhöflein war schon 1741
wieder eingegangen. In welchen Beziehungen der Ort zu dem nahen
Schlosse Schmiedelfeld gestanden haben mag, war nicht zu ermitteln.

d) Bayerhöfle, auch Vorder-Nestelberg, {{Bruch|1|4}} St. südlich von S.
auf der Höhe bei dem Nestelberg. Eine 1722 angelegte Sölde.
{{Seite|214
e) Brünst, auch Brünsterhof, 3/8{{Bruch|3|8}} St. nördlich von S. auf der
Höhe. Ein kleiner 1701 auf einer Höhe angelegter Hof, der 1785 bloß
5 Einwohner hatte. Prescher fand in der Nähe einen alten Schacht, ohne
Näheres ermitteln zu können.

f) Egelsbach, {{Bruch|1|2}} St. südöstlich von S. am Igelsbach. Die Besitzer dieses Gütchens begaben sich 1397 in den Schutz der Schenken und
machten es ihnen vogtbar. Das Kloster Lorch kaufte 1544 den Wald am
Egelsbach von einem Bauern und gab ihn 1553 zu Erblehen. Zugleich
ist die Rede von einem „Bergwerk in dem Egelsbach,“ worüber Näheres
nicht angegeben werden kann.

g) Engelsburg oder Engelhöfle, 1 St. östlich von S. auf der
Höhe. Eine nach 1714 angelegte kleine Sölde.

h) Frankenreute, 3/8{{Bruch|3|8}} St. südöstlich von S. auf dessen Markung;
neuere Ansiedelung.

i) Freihöfle oder Teufelshalde, {{Bruch|1|4}} St. südöstlich von S. auf
dessen Markung; gleichfalls neuere Ansiedelung.

k) Grauhöfle oder Lindenhöfle, 7/8{{Bruch|7|8}} St. östlich von S. auf der
Höhe; eine 1709 angelegte Sölde.

l) Gutschenhof, auch Schafhöfle, {{Bruch|3|4}} St. südöstlich von S.
Eine aus Haslach gezogene Sölde.

m) Haslach, 7/8{{Bruch|7|8}} St. südöstlich von S. auf der Höhe; ursprünglich ein Hof. Limpurg kaufte 1380 von Ellwangen die Vogtei über 4
Güter, die später wieder in einen Hof zusammengezogen und als Kammergut benutzt wurden.

n) Hägelenshöfle oder Fuchshäusle, {{Bruch|3|4}} St. östlich von S. auf
der Höhe; eine nach 1714 entstandene Sölde.

o) Hohenberg, 1 St. östlich von S. auf einem hohen Berge mit
vortrefflicher Fernsicht in's Fränkische. Zwei Güter kaufte Limpurg 1380
von Ellwangen. Das {{Bruch|1|4}} St. südlich davon gelegene Altenberg ist eine
neuere Ansiedelung.

Auf dem Berge stand einst eine Burg, von der noch Prescher Überreste fand; doch fehlen alle weitere Nachrichten.

p) Kleinteutschenhof oder Nebenstück, auf Sulzbacher Markung, gehört zu Frankenreute.

q) Kohlwald, auch Herrenkohlwald, mit Stöckenhof, {{Bruch|3|4}} St.
nordöstlich von S. auf der Höhe, aus zerstreut liegenden Häusern bestehend. Mit der Anlage wurde 1568 angefangen; Stöckenhof entstand
nach 1714. Im Jahr 1741 wurden 40, 1785 schon 99 Einwohner gezählt.

r) Mühlenberg, {{Bruch|1|2}} St. östlich von S. auf einem Berge. Ein
großes, früher als Domäne benütztes, Hofgut.
{{Seite|215
s) Nestelberg oder Nestelhöfle, 3/8{{Bruch|3|8}} St. südwestlich von S. auf
dem über dem linken Kocherufer sich erhebenden Nestelberg. Eine 1698
angelegte Sölde.

t) Neuhorlachen, 1 St. östlich von S. auf dem Wald am Nägelesbach; 1740 angelegt.

u) Öchsenhöfle, eigentlich Äxenhöfle, {{Bruch|3|4}} St. südöstlich von
S. im Walde; nach 1714 entstanden.
(contracted; show full)
Die Kocherthalstraße ist noch nicht vollendet; die übrigen Wege sind
schlecht. Die Nahrungsquellen sind Feldbau und Viehzucht, die Vermögensverhältnisse und die Mittel des Auskommens im Allgemeinen
schlecht. Unter-Gröningen ist diejenige Gemeinde, welche im Verhältnisse
zur Bevölkerung den wenigsten gebauten Boden hat, der überdieß den
Fleiß sehr wenig lohnt. Die Gesammt-Markung, 3629
 5/8 M. groß, 
{{Seite|217
begreift 1450 2/8 M. Wald und 326 7/8{{Bruch|5|8}} M. groß, 
{{Seite|217
begreift 1450 {{Bruch|2|8}} M. Wald und 326{{Bruch|7|8}} M. Weiden und Öden, worüber
nur 1,2 M. Baufeldes auf den Kopf verbleiben. Die Äcker sind ihrer
abhängenden Lage wegen schwer zu bauen. Um sie zu bessern, fehlen die
Mittel zu einem größern Viehstande. Dreifelderwirthschaft besteht nicht;
es wird Alles im Gemenge gebaut. Gewöhnliche Gegenstände des Anbaues sind: Roggen, Dinkel und Haber, auch Waizen, etwas Reps Klee
und wenig Wicken-Haber. Die Wiesen sind von mittlerer Ertragsfähigkeit. Die Obstzucht ist gering, auch der Boden ihr nicht günstig. Ein
(contracted; show full)
Händen von Hans Sträußer und Anna Sträußer, Jörgs von Horkheim
Wittwe; 1454 verkauft Melchior von Horkheim die Hälfte an Kraft von
Enslingen (unter den Waldungen wird auch der „Centberg“ genannt);
{{Bruch|2|3}} an der andern Hälfte besaß jedoch 1456 Schenk Conrad d. ä., der sie
1459 unter Vorbehalt der Wiederlosung an Kraft von Enslingen veräußerte. Im Jahr 1469 besaß Ehrenfried von Schechingen 
3/8{{Bruch|3|8}} der Herrschaft. Wann diese wieder an Limpurg gelangte, ist unbekannt, wahrscheinlich noch im fünfzehnten Jahrhundert. Die Zehenten diesseits des
Kochers, welche die Pfarrei Leinzell genoß, verkauften die Patronen derselben, Wolf Caspar von Haunsheim und Jörg zum Horn, beide von
Horkheim, 1556 um 340 fl. an Limpurg. Wie die Herrschaft vom Hause
Gaildorf an Sontheim und 1774 in den Besitz einer eigenen Linie kam,
ist mit den übrigen Geschicken derselben im allgemeinen Theil bemerkt.
(contracted; show full)Zahl, sind seit 1500 angelegt worden. Im Jahr 1741 waren 39 Wohngebäude mit 38 Unterthanen und 7 Beisitzern vorhanden. Im Jahr 1767
war die Einwohnerzahl 313; 1789 aber nach Prescher um die Hälfte
größer. Sie hat sich also in 84 Jahren verdreifacht.

b) Amselhöfle, {{Bruch|1|8}} St. südwestlich von U. (Unter-Gröningen)
auf dessen Markung. Eine neuere Anlage.

c) Billingshalden mit Schafhaus, 
3/8{{Bruch|3|8}} St. südwestlich von
U. über einer Waldschlucht, kommt mit Bühlingshalden 1436 vor (siehe
zuvor). Es wurde bis 1779 als ein Kammergut benützt und hatte 1741
ein mit einer Ringmauer umgebenes Herrenhaus.

d) Dinkbühl, auch Dünkbühl, {{Bruch|1|2}} St. nördlich von U. Gleichfalls bis 1780 ein von der Herrschaft verpachteter Hof (s. zuvor).

e) Forsthaus, 3/8{{Bruch|3|8}} St. nördlich von U. über dem rechten Kocherufer. Eine neuere Ansiedelung.

f) Gschwendhof, auch Öde-Gschwend, {{Bruch|1|2}} St. nordöstlich
von U. zur Rechten des Röthenbachthälchens. Der Hof bestand schon
1439 aus 2 Gütern (s. oben).

g) Hurrenhof oder Steinhöfle. Eine neuere Anlage.

h) Oberhollenbach, auch Hollenbach, 7/8{{Bruch|7|8}} St. nordöstlich von
{{Seite|222
U. auf der Oberamtsgrenze. Scheint um 1780 entstanden zu seyn (siehe
oben).

i) Ochsenhof, eigentlich Öchsenhöfle, 3/8{{Bruch|3|8}} St. südwestlich von U.
über dem Ödenbachthälchen. Wurde 1710 angelegt.

k) Röthenberg, auch Rödelberg, {{Bruch|1|2}} St. östlich von U. zur
Rechten des Röthenbachs (s. zuvor.) Im Jahr 1741 saß auch ein freiherrlich von Wöllwarth'scher Unterthan hier.

l) Seelach. Eine neuere Ansiedelung.

(contracted; show full)
hatte. Die Gegend ist gesund. Die übrigen natürlichen und die meisten
landwirthschaftlichen Verhältnisse kommen mit denen von Gaildorf und
Vichberg, beziehungsweise Gschwend, überein. Durch den Bezirk führt
die Landstraße von Gschwend nach Gaildorf über die sehr steile, doch
jetzt im Umbau begriffene Miedberger Steige; zunächst bei Unter-Roth
mündet in dieselbe die Roththal-Straße ein und führt die obere Kocherthal-Straße vorüber. Die Markung, nach Ober-Roth zwar die größte
(10.030
 4/8{{Bruch|4|8}} M.), besteht über die Hälfte aus Waldungen und zu mehr als
1/10 aus Weiden und Öden; der durchschnittliche Betreff an Baufeld ist
2,4 auf den Kopf. Der Boden, so weit er angebaut, ist allermeist fruchtbar. Haupterzeugnisse sind Dinkel, der in Bröckingen vorzüglich geräth,
Roggen, Hanf, in Hohnkling Flachs, ferner Klee und im Thale bei den
trefflichen Wiesen sehr vieles Heu, daher die Viehzucht als Hauptnahrungsquelle zu betrachten ist. Unter-Roth hatte ehemals Weinbau. In
(contracted; show full){{Seite|224
Sämmtliche Parzellen gehörten bis 1806 zur Herrschaft Limpurg-Gaildorf-Wurmbrand, Landamts Gaildorf, mit Ausnahme einiger Theile
von Unter-Roth und Reippersberg, welche unter dem Stabsamt Comburg standen und 1808 vom Oberamt Vellberg zum Oberamt Gaildorf
kamen.

Von den einzelnen Orten im Besondern:

a) Unter-Roth, früher auch Niedern-Roth, 
5/8{{Bruch|5|8}} St. südwestlich
von Gaildorf im Kocherthale an dem Fuße des Miedbergs und den oben
erwähnten Straßen. Ein reinlich gehaltener, von dem Spitzelbach bewässerter, zunächst der Roth gelegener Ort, mit ansehnlichen Gebäuden.
Die Gemeinde-Angelegenheiten werden in einem Privathause verhandelt.
Zu dem Orte gehört das schön gelegene Chausseehaus am Miedberg
und die Ölmühle an der Roth.

Früher waren Comburg und Limpurg Herren des Ortes. Limpurg
kauft 1338 von Walther Haugg von Wöllstein einen Hof; 1398 von Seyfried von Michelfeld seine Güter, die zuvor die Gregg besessen und bis
dahin von den Herren von Weinsberg Lehen waren; im Jahr 1473 stifteten die Schenken Friederich und Wilhelm an die ewige Messe in der
Capelle zu Adelmannsfelden „die Weilerstatt Unterrot an der Rodt gelegen“, die Schenk Friederich von Junker Ulr. von Schechingen erkauft hatte;
um 1488 kauft Limpurg von den Gmünder Bürgern im Steinhaus ein Gut
und von Bauern einige freie Güter; 1509 von Wilhelm und Erkinger von
Rechberg die Vogtei über ein dem Kloster Lorch zustehendes Gut im
Steigersbach. Auch ein 1467 durch die Caplanei Gebenweiler von Balthasar von Hausen erworbenes Gut, 2 Lehen des Heiligen zu Münster
und 4 Güter, die nur 1 Fastnachthenne und 1 Gulden zu Schirmgeld
reichten, standen unter Limpurg. Comburg hatte 6 Güter, davon 5 den
Schenken, 1 Comburg vogtbar waren; auf letzterem saßen 1804 4 Unterthanen. – Der Mordbrenner, welche im spanischen Erbfolgekriege
hier niedergemacht wurden, ist S. 110 gedacht.

Wann der vorgedachte Ort Steigersbach abgegangen, ist unbekannt.

b) Bröckingen, 5/8{{Bruch|5|8}} St. östlich von U. (Unter-Roth) am Waldrande des rechtseitigen Kocherufers, östlich und westlich von Bergen umgeben. Unter den Orten, welche Graf Heinrich von Rotenburg 1091 von
den Brüdern von Altdorf erhält, um sie dem Kloster Comburg abzutreten (s. Eutendorf), wird auch Drezenwilare genannt (welches das Würt.
Urk.-Buch I. 399 für einen abgegangenen Ort hält), womit wohl dieser
Ort gemeint seyn kann. Limpurg besaß 1374 den Zehenten und 2 {{Bruch|1|2}}
(contracted; show full)
eintrat, ist S. 127, und wie seit 1810 der Pfarrer zugleich Helfer von
Gaildorf ist, S. 125, angegeben. Der Filial-Verband mit Gaildorf
hatte 1694 aufgehört. Das stets Limpurgisch gewesene Patronat wurde
1690 zwischen Wurmbrand und Solms-Assenheim, die zugleich das Episcopat hatten, getheilt; 1819 ging der Württembergische Antheil an Waldeck und Ysenburg, 1824 aber auch der Ysenburgische Antheil an Waldeck über.

f) Reippersberg, auch Reuppersberg, 
5/8{{Bruch|5|8}} St. südwestlich auf
dem Walde. Der wohlhabendste Ort der Gemeinde, zu welchem die am
Steigersbach gelegene Sägemühle gehört. Er war ein Condominat
Limpurgs mit Comburg. Schon 1085 schenkte Adelbert von Bielrieth
Güter in Regenhereswilare an dieses Kloster (W. Urk. Buch. I, 395), welches auch 1400 von dem Gmünder Bürger Düring Nolle 2 Lehen kauft.
Limpurg besaß als Zugehör der Burg Röthenburg 1374 den Zehnten
und 2 Höfe und kaufte vor 1488 von den Spieß zu Hall und von denen
(contracted; show full)
in welcher hier die Stuttgart-Backnanger Landstraße über die jetzt in
Umbau kommende Schanzsteige (S. 83) einmündet. Auf allen, großen Theils erst in neuerer Zeit angelegten Orten ruhten bis jüngst noch
schwere Feudallasten. Die große Mehrzahl ist mit Schulden belastet
und hat nur bei ärmlicher Kleidung und Nahrung ihr Auskommen. Ihren
Haupterwerb ziehen die Einwohner aus Waldarbeiten; Viehzucht und
Ackerbau sind meist untergeordnet. Die Gesammtmarkung ist 7220 {{Bruch|1|8}}
M. groß, worunter 2696 
3/8{{Bruch|3|8}} M., also mehr als {{Bruch|1|3}} Waldungen, und 900 3/8{{Bruch|3|8}}
M. Waiden und Öden; der durchschnittliche Betreff an Baufeld ist 2 {{Bruch|1|4}} M.
Der Zustand der Landwirthschaft ist mittelmäßig. Im Thale wird Dinkel, Haber und Einkorn, auf den Höhen Roggen und Kartoffeln, die
früher sehr gut waren, gebaut. Der Dinkel, wovon der weißliche vorherrscht, wächst im Roththale in vorzüglicher Qualität. Doch befriedigt das Getreide-Erzeugniß den Bedarf der Gemeinde nicht immer;
kaum 10 ihrer Angehörigen können Frucht verkaufen. Ein mittelguter
(contracted; show full)
aus Gemeindemitteln und einem Beitrag von 300 fl. von Seiten der
Patronatsherrschaft aufgeführte, neue sehr einfache Kirche stößt an die
Landstraße und ist aus feinkörnigen ölgrünen Steinen (s. zuvor) erbaut.
Ihr gegenüber liegt das freundliche Pfarrhaus und neben ihr das Gasthaus zur Krone, dessen Eigenthümer seit etwa 16 Jahren ein massives
Gebäude nach dem andern aufführt und dadurch der östlichen Seite des
Dorfes das Aussehen von Wohlhabenheit gewährt. Zu Vichberg gehören Viehhaus, 
5/8{{Bruch|5|8}} St. südlich am Glattenzainbach und Stöckenhofer-Sägmühle, 3/8{{Bruch|3|8}} St. westlich an der Roth bei Waldeck liegend.
In Vichberg wurde der 1767 gestorbene Prälat von Blaubeuren, Philipp
Heinrich Weißensee, 6. Febr. 1673, geboren. Das Patronat steht der
Standesherrschaft Limpurg-Waldeck zu. An der Schule stehen ein Schulmeister, ein Unterlehrer und ein Gehilfe. Schulfonds 62 fl. 9 kr., Schulstiftungen 9 fl.

Der Ort ist von hohem Alter. Wenn auch die Urkunde vom Jahr
817, wonach K. Ludwig dem Kloster Murrhardt die Pfarrei „Viheberc“
(contracted; show full)an die Grafen von Waldeck und Ysenburg ab und gelangte am 14. Nov.
1824 an die Standesherrschaft 
Limpurg-Waldeck ausschließlich.

b) Buschhof, {{Bruch|1|2}} St. nördlich von V. (Vichberg) auf dessen
Markung, über dem Diepach-Thälchen; ein neueres Söldengut.

c) Duppach, 
3/8{{Bruch|3|8}} St. südwestlich von V. auf dessen Markung; ein
kleines Gut, 1338 Taubach genannt (s. zuvor).

d) Diebach, 3/8{{Bruch|3|8}} St. nördlich von V. auf dessen Markung, am
Diebach; eine neuere Ansiedelung.

e) Erlenbach, {{Bruch|3|4}} St. nördlich von V. am Ursprung des Erlenbachs; gleichfalls neuere Ansiedelung.

f) Gehrhof, 5/8{{Bruch|5|8}} St. nordöstlich von V. am Erlenbach; eine um
1700 angelegte Sölde.

g) Glattenzainbach, {{Bruch|3|4}} St. südwestlich von B. am Glattenzainbach; scheint nach 1790 angelegt worden zu seyn.

h) Hinter-Langert, {{Bruch|3|4}} St. südwestlich von V. an der Oberamtsgrenze, um 1780 (auf Limpurgischem Boden) angelegt.

i) Hornberg, 1 St. südwestlich von V. auf dem Hornberg, an
der Oberamtsgrenze. Wurde 1703 auf Waldboden des Klosters Murrhardt angelegt.

k) Kronmühle, 3/8{{Bruch|3|8}} St. östlich von V. auf dessen Markung, am Einflusse des Rauhenzainbachs in die Roth. Wurde mit Röthenberg erkauft.

l) Michelbächle, auch Michelbach, 5/8{{Bruch|5|8}} St. nordöstlich von V.
auf der Höhe, am Einfluß des Schembachs in den Erlenbach. Zu dem
ansehnlichen Örtchen gehört das um 1550 erbaute Kleehaus, eine
ehemalige Fallmeisterei. Limpurg besaß bereits 1374 hier 5 Güter, wovon damals Volkrath von Enslingen 3 inne hatte. Kloster Murrhardt
war schon 1338 hier begütert und besaß, nachdem 1607 der halbe große
Zehente und drei Güter an Limpurg abgetreten worden, noch im vorigen
(contracted; show full)
o) Rauhenzainbach, {{Bruch|1|2}} St. südöstlich von V. an dem Rauhenzainbach; scheint nach 1790 angelegt worden zu seyn.

p) Retzenhof, {{Bruch|3|4}} St. westlich von V. Ganz wie Plapphof.

q) Rupphof, {{Bruch|3|4}} St. westlich von V. bei Retzenhof. Hieß 1500 Rupprechtshöflen und gehörte gleichfalls in's Gericht Murrhardt.

r) Vorder-Langert, 
5/8{{Bruch|5|8}} St. südwestlich von V. bei dem vorigen; wurde 1709 auf Kl. Murrhardt'schem Boden angelegt.

s) Waldeck, früher Stöckachhof, dann Stöckenhof, 3/8{{Bruch|3|8}} St. nordwestlich von V., ein sehr hübsch auf einer Waldecke über der Roth, wo
sich die Straße nach Backnang und Mainhardt abzweigt, gelegenes
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Schlößchen. Zu dem Schloßgute gehören neben Wohn- und Ökonomie-Gebäuden etwas mehr als 400 M., worunter 175 {{Bruch|1|4}} M. Wald und 66
Morgen Weiden. Es ist, ausschließlich der Waldungen, verpachtet. Die
Vogtei kam mit Röthenberg an Limpurg, welches auch die Gefälle von
dem Barfüßer-Kloster zu Gmünd erwarb. Im Jahr 1819 gelangte Graf
(contracted; show full)
Gschwend und Frickenhofen, Bezug genommen. Die Landstraße von
Gschwend nach Gaildorf berührt kaum die Gemeinde, und die 
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Verbindungswege sind schlecht. Die Nahrungsquellen bestehen in Ackerbau,
Viehzucht und Waldwirthschaft. Das Getreide-Erzeugniß reicht für den
eigenen Brodbedarf hin. Die Einwohner, deren Zahl der kleinen Sterblichkeit ungeachtet im Allgemeinen nur mäßig wächst, bestehen meist aus
Bauern und zählen im Allgemeinen zu den wohlhabendsten des Bezirkes.
Die Markung umfaßt 5100
 7/8{{Bruch|7|8}} M. und es kommen durchschnittlich 3,6
Morgen Baufeldes auf den Kopf. Der Flachsbau ist namhaft, vorzüglich in Hüttenbühl. In Nardenheim verdient der Obstbau alle Anerkennung. Von Gewerben sind blos einige Mahl- und Säg-Mühlen zu erwähnen. Gegenstände der Ausfuhr sind Vieh, Stamm- und Brennholz,
Pfähle, Schnittwaaren, Flachs, Leinsamen und Leinöl.

Der Bezirk ist dem Forstamt Lorch zugetheilt. Die Vermögensverhältnisse der Gemeindepflege sind nicht ungünstig; eine Stiftungspfleg
(contracted; show full)

b) Bruckhof oder Heinlenshof, 1 St. nordwestlich von V.
(Vorder-Steinenberg) an der Straße von Welzheim nach Gaildorf. Ein
mittleres, nicht altes, Hofgut.

c) Deschenhof, auch Teschenhof, früher Teschenthal, 
7/8{{Bruch|7|8}} St.
nordwestlich von V. beim Krettenbach, neben welchem in älterer Zeit
zwei Seen lagen. Dieser mittelgroße Hof gehörte schon im Mittelalter
dem Kloster Lorch, war aber ein Siebenzehner-Gut.

d) Dornhalden, {{Bruch|1|4}} St. südlich von V. auf dessen Markung;
war immer mit V. verbunden, aber wohl Lorchisch.

e) Greuthöfle, auch Kreuthöfle, {{Bruch|1|2}} St. nordwestlich von
V. am Abhange des Gebirgsgrathes; eine nicht alte kleine Sölde.

f) Heinlensmühle, 7/8{{Bruch|7|8}} St. nordwestlich von V. bei Bruckhof,
an der schwarzen Roth. Eine Mahl- und Säg-Mühle, 1557 von der
Reichsstadt Gmünd eingetauscht.

g) Hellershof, früher Leybolds- oder Luttlensweiler, 1 St. nordwestlich von V. an der erwähnten Landstraße. An der hier befindlichen
Schule steht ein Schulmeister mit einem Gehilfen. Kloster Adelberg besaß 1469 ein Lehen, das an die Stadt Gmünd gekommen zu seyn scheint,
da Limpurg von dieser 1557 den schon damals zersplitterten Hof ertauschte.
Dabei lag 1614 der Kautzen-See.

h) Hinter-Steinenberg, 3/8{{Bruch|3|8}} St. nördlich von V. auf dem
Gebirgsgrath, mit der am Reichenbach liegenden Felgen-Sägmühle.
Auch hier war ein Condominat. Es waren 4 Siebenzehner-Güter vorhanden. Anna Adelmännin, Wittwe Georg's Schenk von Schenkenstein
zu Gmünd, verkauft 1446 an Martin Fürlay, Vogt zu Welzheim, 2 Güter für unvogtbar und ungerichtbar, doch daß sie Lehen von Weinsberg
sind, das sie 1449 eignet; Fürlay verkaufte dieselben 1454 um 106 fl.
als Limpurg gerichtbar, an die Kirche zu Gebenweiler, von welcher 
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(contracted; show full)
getheilten Hof und 3 Sölden. Das Lorch'sche Lagerbuch von 1489 sagt:
„4 Morgen Wiesen solle heuen N. zu Alchdorf“ (Alfdorf) „vnd dasselbig
Heu wird geben für den Heuzehent von dem Hof vnd muß der vorgenannt N. dem Mayer vff dem Hof den Eber vnd den Hummel leihen
wann er das nottürftig ist zu seinem Vieh.“ Die Einwohnerzahl betrug 1733 33, 1785 60.

l) Nardenheim, ehemals Nartenhayn, 
7/8{{Bruch|7|8}} St. nördlich von V.
auf dem Gebirgsgrath. Eine alte Capelle ist vor mehr als 100 Jahren
abgegangen. Von den 5 Gütern, aus welchen der Ort früher bestanden,
waren 2 oder 3 Siebenzehner. Den sog. „Maierhof“ kaufte Lorch 1381 von
Ludwig von Hohenhart um 20 Pfd. Heller; ihn hatte der Conventherr
zu genießen, welcher die Messe zu St. Egidien im Kloster versah. Ein
Gut kaufte Kloster Adelberg 1382 von Friedrich Lutz, Bürger zu Gmünd.
Ein weiteres Gut besaß Limpurg, das 1572 von Württemberg den dem
Kloster Lorch gehörigen Zehenten erwarb. Der Ort zählte 1785 39 Einwohner. Eine Strecke bei dem Ort heißt noch der „Gerichtswasen.“
(S. 114.)

m) Neuwirthshaus, 1 St. nordwestlich von V. an der Landstraße; vor etwa 70–80 Jahren erbaut.

n) Schotthof, 3/8{{Bruch|3|8}} St. südöstlich von V. auf dessen Markung, auf
der Oberamtsgrenze von Gmünd. War altwürttembergisch.
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o) Steinhaus, {{Bruch|3|4}} St. nordwestlich von V. Wie zuvor. War
Lorchisch.

p) Stixenhof, oder Krettenbach, 7/8{{Bruch|7|8}} St. nordwestlich von
V. im Wald über dem Krettenbach, bei welchem früher der „untere See“
lag. Sigmund Schenk von Schenkenstein verlieh 1469 den Hof als Erblehen „zu einem Handroß“; 1516 vertauschte ihn Hans Schenk von Schenkenstein, Marschall des Cardinals und Bischofs von Gurk (bei Klagenfurth), an das Kloster Lorch gegen ein Gut zu Fach. Es war ein Siebenzehner-Gut.

q) Vaihinghof, {{Bruch|3|4}} St. nordwestlich von V. am Abhang des
Waldes. Der Gmünder Bürger Heinrich Wolf tritt 1421 den Hof an
das Kloster Lorch ab, in dessen Amt und Gericht Pfahlbronn derselbe
nun gehörte.

r) Wahlenheim, früher Wahlenweiler, 3/8{{Bruch|3|8}} St. norstwestlich von
V. auf dem Gebirgsgrath. Conrad und Johannes von Waldhausen verschaffen 1341 dem Kloster Lorch eine Gülte; 1356 haben Johann der
Vetzer und Heinrich Hug, Bürger zu Gmünd, Wahlenweiler pfandweise
im Besitz. Die Kirche Gebenweiler kauft 1425 von Hans von Lichtenstein
die eine und von dem Gmünder Bürger Paul von Rinderbach die andere
Hälfte. Durch die Reformation fiel der Ort 1535 an Limpurg.

Bei Kapf lag die Eisenmühle, deren schon in der Beschreibung
(contracted; show full)
Die Standes-Herrschaften	8211	11	26	21	682	11	2890	34	240	27	7313	13	16	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–
Im Ganzen	224.801	32	3367	52	18.456	–	2921	15	243	–	1.382.671	2508	–	3125	1 	1924	–	266 3/8	22.391	79.118	43.682	11.921	12.325	29.679	17.195	17.280 	295 5/8	64.282 	13.520	7338	9425 
*) Die mit * bezeichneten Gemeinden haben keine Stiftungspflegen.
**) Unter-Gröningen hat die Stiftungspflege gemeinschaftlich mit Ober-Gröningen.
{{references|1}}