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<section begin=B5 />{{Headline|140|0.2|Frickenhofen,}}

{{Headline|100||Gemeinde II. Kl. mit 1508 Einw. a. Frickenhofen, Pfd. 211 Einw. b. Dietenhof, W. 72 Einw. c. Hirschbach, W. 24 Einw. d. Hohenohl, Hof 16 Einw. e. Hohenrausch, W. 69 Winw. f. Josenhof, H. 20 Einw. g. Käshöfle, H. 35 Winw., wor. 27 Kath. h. Kellershof, H. 15 Winw. i. Lindenreute, H. 18 Einw. k. Linsenhof, W. 37 Einw. l. Metzenshof, W. 24 Einw. m. Mittelbronn, W. mit Brechtenhalden, H. 411 Einw., wor. 91 Kath. n. Ottenried, W. 68 Einw. o. Rappenbühl, 6 Einw. p. Rappenhof, H. 8 Einw. q. Rothenhaar, W. 225 Einw. r. Schöllhof, H. 13 Einw., wor. 5 Kath. s. Spittelhof, W. 11 Einw. t. Steinhöfle. H. 27 Einw. u. Weyher, W. 104 Einw. v. Wildenhöfle, H. 27 Einw. w. Wimberg, W. 43 Einw. x. Wolfs-Mühle, 6 Einw. – Ev. Pfarrei; Parz. n. Fil. von Eschach, die Kath. in Parz. g. sind nach Unter-Gröningen, die in m. nach Spraitbach eingepfarrt.}}

Ein Theil der dem Limpurger Oberland angehörigen Orte dieser Gemeinde liegt auf der bei Eschach erwähnten Hochebene, die hier mit ziemlich schmalem Rücken beginnt, in südlicher Richtung einen ebenso schmalen Ausläufer hat, bei Mittelbronn in schnell wachsende Breite übergeht und westlich und nördlich sich steil abdacht. Die Gemeinde hat zwei erwähnenswerthe Berge: die Hohtanne und den Hohenohl. Die erstere, ein Ausläufer der Hochebene, gewährt eine ausgezeichnete Fernsicht bis Waldenburg, Ellwangen, Kapfenburg und Hohenstaufen; der Hohenohl ist kegelförmig und ragt wohl 40′ über Frickenhofen hervor. Unter einer kaum 1′ tiefen Humus-Erde kommt Thonboden, der ein hartes, hier „Fleinsen“ genanntes Felslager zum Untergrund hat. Dieses geht in den Keupersandstein, auch „Buchstein“ genannt, über, der hier vorzüglich schön ist und vortreffliche Bau- und Schleif-Steine liefert.<section end=B5 />

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Dann folgt Thonmergel oder Leberkies von bedeutender Mächtigkeit. Diese Erdmasse, die sowohl den Lehm- als den Sand-Boden verbessert, ist sehr zum Rutschen geneigt. In der Richtung gegen Mittelbronn findet sich Vitriolschiefer und Vitriolkohle (S. 22), daher hier viele Jahre lang vorzüglicher Vitriol gewonnen und auch nach Steinkohlen gegraben wurde, bis erst vor etwa 20 Jahren die Gruben als ausgebeutet aufgegeben worden sind. Aus dem jene Berge unterlagernden weißen und bunten, nur theilweise zum Straßenbau tauglichen, Sandstein, entspringen die reinsten Quellen von seltener Frische. Am Fuße der Hohtanne ist eine merkwürdige, bis jetzt nur wenig bekannte Schlucht, die „Teufels-Kanzel“ genannt. Von Außen unsichtbar senkt sich der Boden plötzlich fast senkrecht mehr als haustief, und ungeheure Felsen bilden eine etwa 150′ breite höhlenartige Bucht. Unter einem in Gestalt eines Schalldeckels hervorragenden Felsen öffnet sich eine Felsplatte in der Form einer schwer zugänglichen Kanzel, vor welcher sich im Rundkreis ein weiter Zuhörer-Raum ausbreitet. Hinter der Platte öffnen sich zwei unheimlich tiefe Felsspalten, die zu sicheren Schlupfwinkeln dienen und in deren einer eine krtystallhelle Quelle sprudelt. Diese wildromantische Schlucht erregt unwillkürlich die Phantasie, welche bald eine urchristliche Kirche, bald eine Räuberhöhle zu erblicken glaubt. Der Boden der Hochebene ist fruchtbar, die Bergabhänge aber taugen zumal, wegen ihrer großen Reigung zum Rutschen, in der Regel nur zum Waldbau und zur Weide, mit Ausnahme ihrer obersten Theile, welche dem Obstbau sehr günstig sind. Der Thalgrund ist magerer Sand oder sumpfig und strichweise so kalt, daß die Parzelle Hohenreusch nur unter dem Namen „das kalte Loch“ bekannt ist. In diesem kalten Striche, der sich von Gschwend an durch das Rothbach-Thälchen bis Birkenlohe und Hönig herabzieht, ist die Vegetation äußerst gering, die Kartoffeln erfrieren fast alljährlich und das Obst gedeiht selten. Merkwürdig ist, daß in Josenhof seit Menschengedenken kein Sperling sich sehen ließ. Je mehr sich der Boden der Hochebene östlich und südlich gegen Eschach hinzieht, desto mehr verschwindet die Keuperformation, der Liasformation Platz machend, welche im Liaskalk (Gryphitenkalk) unendliche Massen versteinerter Schnecken und andere schöne Versteinerungen enthält und den Kalkbrennern unerschöpfliche Vorräthe darbietet; Die Thäler sind meist Schluchten, von geringen Bächlein bewässert; nur die obere Roth, welche bei Gschwend eine Strecke bergauf zu laufen scheint, treibt einige Mühlwerke. Auf der Höhe tritt nicht selten Wassermangel ein, so daß manche Brunnen geschlossen werden müssen. Röhrbrunnen fehlen; das Wasser der Pumpbrunnen kommt aus sog. Schwitzadern, welche stets eine Auflösung des leimigen Bodens mit sich führen. Die einzige Quelle, am südöstlichen Bergabhange bei Frickenhofen, führt {{Seite|143 viele Schwefeltheile. An großem Wassermangel leidet zuweilen Mittelbronn in Folge der vollständigen Unterhöhlung durch das erwähnte Bergwerk. Bei Linsenhof ist die obere Roth durch einen Damm aufgehalten und bildet dort den 3–4 Morgen großen, mit Karpfen besetzten Hackensee, der Eigenthum der Standesherrschaft Waldeck ist. Der Boden der Hochebene ist durchgängig Lehm, vermischt mit den Urstoffen des Buchsteins, und für die Cultur empfänglich; im Gebiete der Liasformation wird er schwerer. An den Bergabhängen findet sich entweder Thonmergel oder sog. Mehlboden. Der Sandboden ist zwar leicht zu bauen, erträgt aber sehr wenig; er ist strichweise bald zu hitzig, bald zu kalt. Die Luft ist sehr rein und trocken. Es gedeihen Bohnen, Gurken etc. Auf der Höhe ist beständig Wind, der jedoch Sommers kühlt und Winters den Frost mäßigt, wie denn nicht bloß die Hitze, sondern auch die Kälte im Thale heftiger als auf der Höhe sind. Die Ernte beginnt hier 8–10 Tage später als im Thale. Die Gewitter ziehen meist gefahrlos vorüber. Im Ganzen zeigt sich das Klima eher rauh als mild, übrigens für die Gesundheit nicht unzuträglich.

Der Menschenschlag ist kräftig; gleichwohl finden sich hier die wenigsten alten Leute (S. 32). Durch den Bezirk führt die S. 81 erwähnte Straße von Gschwend an die Oberamtsgrenze Aalen. Die Hauptnahrung liefert der Wald und die Arbeiten in demselben; Ackerbau und Viehzucht sind untergeordnet, daher Brodfrucht zugekauft werden muß; Gewerbe nicht erwähnenswerth. Es ist einiger Wohlstand vorhanden, doch hat auch diese Gemeinde mehr arme, als vermögliche Einwohner. Die Markung ist 7143 4/8 M. groß, worunter 2788 {{Bruch|1|8}} M. Wald und 650 2/8 Morgen Weiden und Öden, wonach 2,4 M. Baufeldes einen Kopf treffen. Der Reichthum an Werksteinen von Keuper ist groß; jene von Frickenhofen und Mittelbronn werden oft auf mehrere Stunden verführt. Die oben angegebenen allgemeinen Hindernisse eines Emporblühens der Landwirthschaft gelten ganz besonders dieser Gemeinde. Der Haber, oft im Gemische mit Wicken gebaut, gedeiht in seltener Vollkommenheit, auch der Roggen wird vorzüglich. Dinkel geräth nur auf dem Lehmboden der Hochebene, wird aber selten gebaut. Außer dreiblättrigem Klee und wenigen Runkelrüben werden keine Futterkräuter gebaut. Flachs und Hanf gedeihen gut, deßgleichen rauhe Obstarten. Der Wiesenbau liegt noch im Argen, da es meist an Gelegenheit zur Wässerung fehlt und die Wiesen an sich schlecht sind; daher muß Futter zugekauft werden. Der Waldbau ist großartig; das Holz wird in Pfähle geschnitten, in Schnittwaaren und Bauholz verwandelt, auch sehr vieles verkohlt; der Absatz geht in's Unterland. Das Rindvieh ist sehr dauerhaft und schön, und wird auf den Gschwender Märkten von den Unterländern gesucht. {{Seite|144 Der Gemeindebezirk ist theils dem Forstamte Lorch, theils dem Forstamte Comburg zugewiesen. Die Vermögensverhältnisse der Gemeindepflege sind nicht ungünstig, die Einnahmen der Stiftungspflege zureichend. Schulen sind in Frickenhofen und Mittelbronn. Die Zehenten gehörten bisher theilweise von der Pfarrei Frickenhofen her, dem Staate, mit Ausnahme von Dietenhof, Mittelbronn, Ottenried, Spittelhof und Wildenhöfle, wo die Standesherrschaft Limpurg-Gaildorf die Zehenten bezog, und einiger der Pfarrei Frickenhofen gebührender Kleinzehentrechte.

Bis 1806 gehörten Frickenhofen, Hirschbachhof, Josenhof, Wimberg und Wolfsmühle in das Kloster-Oberamt Lorch, und kamen 1808 mit Antheil von Mittelbronn vom Oberamt Gmünd zu dem diesseitigen Bezirk; Hohenohl, Hohenreusch, Linsenhof und Rothenhaar waren Theile des Oberamts Schorndorf und wurden 1808 vom Oberamt Welzheim hierher gegeben; Kellershof, Schöllhof und Steinhöfle aber gehörten zur Herrschaft und in das Amt Schmiedelfeld, die übrigen Orte zur Herrschaft Limpurg-Sontheim-Gaildorf und in das Pückler'sche Landamt Gaildorf.

Von den einzelnen Gemeindetheilen ist Folgendes anzuführen:

a) Das ev. Pfarrdorf Frickenhofen liegt auf dem nördlichen Ausläufer der Hohtanne, 2 {{Bruch|1|2}} St. südlich von Gaildorf, an der oben erwähnten Straße, so hoch, daß sein Kirchthurm auf dem Roßberge bei Tübingen durch Fernröhren zu sehen ist; der Kirchthurmknopf ist 1822 P. F. über dem Meere. Der kleine Ort zählt nur 20, jedoch gute und ansehnliche Wohngebäude. Die massive Kirche zum hl. Nikolaus steht hoch und frei mitten im Dorfe und ist von der Heiligenpflege zu erhalten. Als die alte Kirche, in welcher 1502 zwei Altäre geweiht wurden, 1634 nebst dem Pfarr- und Schul-Haus abgebrannt war, wurde sie zwar 1649–1654 wieder aufgebaut, weil aber zu klein, wieder abgebrochen und 1743 die jetzige aufgeführt. Der massive Thurm mit 2 Glocken aus neueren Zeiten ward 1765 errichtet. Das daneben stehende Pfarrhaus hat wegen des Klosters Lorch der Staat zu erhalten. Das Schulhaus, worin auch das Rathslokal ist, wurde 1828 erbaut. Die Einwohner, worunter 8 Hofbesitzer, sind ziemlich wohlhabend. Die Pfarrei hat die Krone zu besetzen. An der Schule, die 25 fl. Fond hat, stehen ein Schulmeister und ein Gehilfe. Der Kirchhof liegt um die Kirche her.

Das Dorf, dessen Namen C. Heinze (in Gräter's Bragur VII, 1, 55) von der deutschen Göttin Frigga ableitet, kommt 1293 unter denjenigen Orten vor, wo Kloster Lorch damals begütert war; denn Graf Eberhard von Württemberg verspricht, von dessen Gütern hier und (1322) von denen in Mittelbrunnen kein Vogtrecht zu nehmen. Dasselbe besaß 1574 {{Seite|145 in Frickenhofen 5 Güter; es kaufte 1364 von Conrad im Steinhaus, Vater und Sohn, Bürgern von Gmünd, 2 Güter, welche 3 weitere Güter 1363 an Graf Eberhard von Württemberg verkauften. Die übrigen Güter und Rechte Lorchs dürften von den Hohenstaufen herrühren, da K. Karl IV. 1347 dem Kloster das Privilegium ertheilte, daß Niemand, der die Veste Staufen inne habe, ein Vogtrecht setze auf des Klosters Güter zu Frickenhofen, Muthlangen, Roth (Täferroth) etc. Kaiser Maximilian bestätigt 1505 diesen Besitz. Weitere Herren des Ortes waren Limpurg, das 4 Güter, deren eines der Besitzer 1450 den Schenken giltbar gemacht hatte, und die Stadt Gmünd, die ein Gut, je mit Vogtei besaßen. Im J. 1674 ist von Wiesen am „Haalbronnen“ und von einem Acker, genannt der „Weinberg“, die Rede. Im J. 1807 gehörten 113 Einwohner zum Oberamt Lorch, 9 zum Oberamt Schorndorf; der Limpurgischen waren es 1785 – 18.

Die Pfarrei ist alt, obwohl ihr erst 1488 Erwähnung geschieht. Das Patronat stand dem Kloster Lorch zu. Nach der Hinrichtung des hiesigen Pfarrers Kirschenbeißer (oben S. 109) kam ein Johannes Vischer auf den Dienst, der am 1. Sept. 1525 gegen den Abt einen noch vorhandenen Revers ausstellte, wodurch er sich unter Anderem verpflichtete „quod nullam concubinam sine enormiter suspectam mulierem mecum ac in domo mea siue exsovere ac seruare velim.“ Der erste evangelische Pfarrer, von Erhard Schnepf an Laurentien-Tag 1537 hierher verordnet, war Georg Perger von Salzburg. Damals hatte der Ort 13 Wohnhäuser und 50 Communicanten. Im 30jährigen Kriege wurde die Pfarrei mit Meß-Priestern besetzt, und später mit jener in Täferroth verbunden, was sie 1652 noch war. – Das Dorf wurde 1525 von den Bündischen, wohl wegen der Theilnahme im Bauernkriege, eingeäschert; dasselbe geschah, wie erwähnt, 1634; 1626 herrschte die Pest. Die vereinigte Pfarrei Frickenhofen-Thonolzbronn, die 1827 1700 Einwohner hatte, zählte noch 1665 deren nur 238.

b) Dietenhof, {{Bruch|3|4}} St. südlich von F. (Frickenhofen) auf dem zuvor erwähnten südlichen Ausläufer der Hochebene, am Bergrande; kam mit Birkenlohe an Limpurg und hatte 1741 nur einen Unterthanen und einen Beisitzer.

c) Hirschbach, auch Hirschbachhof, {{Bruch|3|4}} St. westlich von F., links über dem Roththälchen, war als Eigenthum des Klosters Lorch stets mit F. verbunden.

d) Hohenohl, {{Bruch|3|4}} St. nordwestlich von F. an dem Berge Hohenohl, rings von Staatswald umgeben, an der Landstraße von Gaildorf nach Welzheim, auf der Markung von Rothenhaar. Der Hof gehörte

{{Seite|146 als altwürttembergisch in den Stab Plüderhausen; 1845 kaufte ihn der Staat zur Ausforstung und setzte einen Forstwart hin.

e) Hohenreusch, 1 St. südwestlich von F. auf einer Höhe zur Linken des Roththälchens. Auch dieser Hof war ein Zugehör des altwürttembergischen Stabes Plüderhausen.

f)	Josenhof, auch Joosenhof, {{Bruch|1|4}} St. südwestlich von F. auf der Höhe zwischen dem Joosen- und Rothbach-Thälchen, war als Lorchisch stets mit F. verbunden.

g) Käshöfle, {{Bruch|1|2}} St. östlich von F. im Wald, auf der Markung von Mittelbronn.

h) Kellershof, 5/8 St. südöstlich von F. im Walde, wurde um 1600 auf Ottenrieder Boden angelegt.

i) Lindenreute, auch Lindenhöfle, {{Bruch|1|2}} St. südlich von F. wie Dietenhof gelegen, auf Mittelbronner Markung, zu Ende des letztverflossenen Jahrhunderts angelegt.

k) Linsenhof, {{Bruch|1|2}} St. südwestlich von F. auf der Höhe zwischen dem Rothbach- und Sägbach-Thälchen. Dabei eine Sagmühle. Eine altwürtembergische Besitzung im vormaligen Stabe Plüderhausen.

l) Metzlenshof, {{Bruch|1|4}} St. nördlich von F. im Metzlenswald, gehörte zur Caplanei Gebenweiler und kam 1535 an Limpurg.

m) Mittelbronn, ehemals Mittelbrunnen, {{Bruch|1|2}} St. südlich von F. am Waldsaume und an der Landstraße gegen Aalen. Dazu gehört das Haus Brechtenhalden. Der Ort zählt doppelt so viel Gebäude als F. Das Schulhaus wurde 1842 mit 400 fl. Staatsbeitrag erbaut. Die Schule hat 36 fl. Fond. – Auch hier saßen freie Bauern noch lange auf ihrem Eigen; von 1564 bis 1613 machten 8 Bauern den Schenken und 1540 einer dem Stifte Compurg ihre Güter „um Schirm und Schutz willen“ vogtbar, dienstbar und fallbar. Limpurg hatte 1741 hier 2 Bauern, 5 Söldner und 7 Häusler. Auch das Kloster Lorch (s. Frickenhofen) und die Reichsstadt Gmünd waren am Ort betheiligt; 1807 gehörten zu ersterem 53, zu letzterem 87 Einwohner.

Herzog Friedrich I. von Württemberg ließ hier 1596 ein Steinkohlen-Bergwerk eröffnen, welches jedoch neben der in Frickenhofen errichteten Schwefel- und Vitriol-Hütte nur wenige Jahre betrieben und sofort wieder aufgegeben wurde, wahrscheinlich, weil es bei den niederen Holzpreisen nicht einträglich war, obwohl die Steinkohlen sehr gut gewesen seyn sollen (Prescher II, 316). Über das Bergregal gerieth der Herzog mit den Mitherren des Ortes, den Schenken, in Streit, in welchem er die Herrschaft Welzheim, die sie von ihm zu Lehen hatten, und das Dorf Schnaith mit gewaffneter Hand einnehmen ließ. Eine Gewerkschaft ließ 1784 auf's Neue graben, und fand außer Steinkohlen auch Schwefelkies, {{Seite|147 Achat und eine Art Jaspis; auch dieses Unternehmen hatte aber, wie bemerkt, keinen Fortgang.

n) Ottenried, {{Bruch|3|4}} St. südöstlich von F. auf der Hochebene, am Waldsaume. Ein Gut erwarb Limpurg 1436 mit Gröningen; 3 weitere bis dahin freie Güter wurden ihm 1562 bis 1613 vogtbar und lehenbar gemacht. Zwei Güter gehörten dem Heiligen zu Heerberg. So hatte Limpurg 1741 in 6 Wohnhäusern 2 Bauern und 4 Söldner.

o) Rappenbühl, {{Bruch|1|2}} St. südwestlich von F. auf der Höhe, auf der Markung von Linsenhof.

p) Rappenhof, {{Bruch|3|4}} St. südwestlich von F. über dem rechten Ufer des Rothbachs, zunächst bei Rappenbühl.

q) Rothenhaar, {{Bruch|1|2}} St. nordwestlich von F. auf einer Höhe beim Hohenohl, an der mehrerwähnten Landstraße. Der stark bevölkerte Ort hat kaum 30 M. Baufeldes; er ist altwürttembergisch und war dem Stabe Plüderhausen einverleibt.

r) Schöllhof, {{Bruch|3|4}} St. östlich von F. Ein kleines 1740 angelegtes Gütchen.

s) Spittelhof, {{Bruch|3|4}} St. südlich von F. gegenüber von Dietenhof; ein 1708 angelegtes Söldnergütchen.

t) Steinhöfle, {{Bruch|1|2}} Stunde nordöstlich von F., 1732 im Metzlenswald angelegt.

u) Weihe, {{Bruch|1|2}} St. nordwestlich von F. auf dessen Markung, an der Landstraße; eine neuere Ansiedelung.

v) Wildenhöfle, 1 St. südlich von F.; ein 1706 angelegtes Söldnergütchen.

w) Wimberg, früher Winnberg, {{Bruch|3|4}} St. östlich von F. Ursprünglich ein großer Hof, dessen eine Hälfte 1522 die Pfarrei Frickenhofen kaufte, die andere aber Lorch zuvor schon zustand. So wurde der ganze Ort Lorchisch. „Kleewiesen“ werden schon 1522 genannt.

x) Wolfsmühle, {{Bruch|3|4}} St. südlich von F. an dem Rothbach, war schon 1537 Lorchisch und stets mit F. verbunden.

Der Volkssage nach soll nicht weit von Rothenhaar, in der Tiefe des Waldes, ein Kirchdorf gestanden haben.

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Geifertshofen.

Gemeinde III. Kl. mit 725 Einw. a. Geifertshofen, Pfd. 435 Einw., wor. 8 Katholiken. b. Gantenwald, H. 20 Einw. c. Hambacher-Mühle, 9 Einw. d. Imberg, W. 54 Winw. e. Immersberg, W. 36 Winw. f. Klingenbacher-Sägmühle, 5 Winw. g. Leippersberg, H. 21 Kath. h. Reitenhaus, H. 12 Einw. i. Säghalden, W. 26 Einw. k. Schärtlens-Sägmühle 6 Einw. l. Theuerzer-Sägmühle 11 Einw. m. Trögelsberg, W. 35 Einw., wor. 7 Kath. n. Weissenhof, Hs. 12 Einw. o. Wurzelhof, H. mit Wurzelbühl, H. u. Wurzelhaus, Hs. 43 Einw. – Ev. Pfarrei; die Kath. in Parz. a. u. m. sind nach Bühlerzell, die in Parz. g. nach Bühlerthann eingepfarrt.

Die Gemeinde erstreckt ihren Besitz über dem rechten Kocherufer der östlichen Grenze gegen das Oberamt Ellwangen entlang auf den gegen die Fischach und die Bühler abfallenden Limpurger Bergen, und hat gegen das Bühlerthal 3 Ausläufer, die auf ihrer Höhe angenehme Aussichten nach dem Aalbuch und gegen Ellwangen und Hall gewähren, aber mehr bewaldet als angebaut sind. Der Bezirk ist von einem Theile der Fischach, kurz vor ihrer Einmündung in die Bühler, und von drei gegen Osten streichenden, an den Seiten bewaldeten, kurzen Thälchen durchschnitten, die vom Römersbach, Gunzenbach und Klingenbach nebst mehreren Zuflüssen bewässert sind. Die Fischach setzt manchmal das Thal unter Wasser. Der Klingenbach, in Weihern gesammelt, treibt drei kleinere Sägmühlen; der kürzere aus einem Weiher entspringende Hahnbach setzt nur zeitweise eine solche in Bewegung. Die Luft ist rein und kühl, doch etwas milder als im Fischachthal, frisch und sehr gesund. Frühlingsfröste und Hagel sind selten. Der leichte, aus rothem Sand bestehende Boden mit steinigem Untergrund, ist nicht sehr ergiebig. Zwei Brüche liefern feinkörnigen, rothen Sandstein von geringerer Härte, unter welchem Mergel lagert, der zu Besserung der Wiesen verwendet wird. Die Vermögensverhältnisse der Einwohner sind mittelmäßig, ihre Hauptnahrungsquellen Feldbau, besonders Viehzucht und Waldnutzung. Das Erzeugniß an Brodfrucht entspricht nicht ganz dem eigenen Bedürfnisse. Die Markung umfaßt 4327 {{Bruch|1|8}} M., worunter 2116 {{Bruch|1|8}} M., also nahezu die Hälfte Wald und 482 {{Bruch|1|8}} M. Weiden und Öden, worüber 2,4 M. Baufeldes auf den Kopf kommen. Der Ackerbau hebt sich und die Mistjauche beginnt zu Rathe gehalten zu werden. In Geifertshofen selbst findet bis zum Herbste Stallfütterung statt, sonst aber wird das Vieh auch den Sommer über noch geweidet. Auf den Höhen wird meist Roggen und Haber, auf rauheren Plätzen neuerlich auch trefflich gedeihendes Heidekorn gebaut. Von Futterkräutern finden sich Wicken und namentlich rother Klee. Die Wiesen, auf deren Bau viel Fleiß verwendet wird, geben vieles und gutes Futter, da die an den Abhängen gelegenen meist gewässert {{Seite|149 werden können. Ein M. Ackers wird zu 50–300 fl., Wiese 150–400 fl. verkauft Die Obstzucht ist unbedeutend. Das Holz wird theils als Brenn- und Bau-Holz verkauft, theils zu Pfählen verarbeitet. Die Rindviehzucht, als die Hauptnahrungsquelle, wird sehr gepflegt. Außer dem Limpurger und Leinthaler Schlag ist hier auch der Neuburger anzutreffen. Geifertshofen hat zwei Viehmärkte. Gänse werden viele gezogen und jung verkauft. Von Handwerkern sind nur die notwendigsten vorhanden.

Der Gemeindebezirk ist dem Forstamte Comburg zugetheilt. Die Mittel der Gemeindepflege sind nach Verhältniß nicht ungünstig. Das Vermögen der Stiftungspflege ist hier, nächst Ober-Fischach, am Größten. Lorenz Vogelmann von Weissenhof stiftete 1838 für arme alte Leute der Gemeinde ein Capital von 500 fl. Die Schulverhältnisse sind nach den kirchlichen geordnet. Die Zehenten gebührten, von der Herrschaft Limpurg her, dem Staate, {{Bruch|1|3}} von Leippersberg ausgenommen, das zur Standesherrschaft Limpurg-Michelbach gehörte.

Bis 1806 gehörten Leippersberg mit Antheil an Immersberg zur Herrschaft und in das Amt Obersontheim, Theuerzer-Sägmühle in den Stab Comburg und die übrigen Orte, die bis 1774 einen Theil der Herrschaft Obersontheim gebildet hatten, zu der schon 1781 für Württemberg erworbenen Herrschaft und zum Amte Schmiedelfeld. Die Theuerzer-Sägmühle kam 1803 an Württemberg und 1808 vom Oberamte Vellberg zu dem Oberamte Gaildorf.

Einzelne Orte der Gemeinde:

a) Geifertshofen, das evang. Pfarrdorf liegt freundlich, 2 {{Bruch|1|2}} St. östlich von Gaildorf, in einer zwischen drei Waldvorsprüngen gebildeten Vertiefung, an dem vor dem Orte aus dem Reutenbach und dem Kochklingenbach sich bildenden römischen Bach, der denselben in zwei merkliche Hälften theilt. Die nicht sehr geräumige Kirche, welche von der Stiftungspflege zu erhalten ist, wurde nach dem Brande vom 24. April 1626 wieder errichtet. Das frei und angenehm gelegene Pfarrhaus hat der Staat 1822 neu erbaut. Das alte Schulhaus wurde schon 1650 erweitert; das jetzige, mit dem Rathhause verbundene, 1836 auf dem alten Kirchhofe erbaute Haus, ist sehr ungesund, da Todte und Lebende nur durch einen Bretterboden getrennt sind. Der Schulfond beträgt 113 fl. 55 kr. Geifertshofen ist seit 1813 marktberechtigt; im J. 1774 hatte es 271 Einwohner. Der Boden ist, da Mergel vorherrscht, fruchtbarer als in den anderen Parzellen.

Der Ort, dessen Name von dem alten Mannsnamen Geiselbrecht herzuleiten ist, wird 1085 erstmals genannt, wo Adelbert von Bilrieth bei seinem Eintritt in das Kloster Comburg diesem seine Güter in {{Seite|150 Giselbrechtshouen, Altenwineden und Tiurzis schenkt. Um 1100 übergibt Egesbertus de Hesendal demselben Kloster zwei Mansus in Giselbrechteshouen. (Wirt. Urk.-Buch I, 395. 404.) Comburg belehnte mit diesen Besitzungen die Herren von Weinsberg, die dieselben wieder in Afterlehen gaben. Ruff Guldin, Bürger zu Hall, verkauft 1417 an Schenk Conrad das ganze Gericht, die Taferne, den Hirtenstab, die Badstube, 1 Hof, 17 Güter und die Vogtei an dem Holz, das zu dem Dorf gehört, und 1419 verkauft der Reichskämmerer Conrad von Weinsberg an Limpurg seine Rechte an diesen Gegenständen nach vorangegangener Entschädigung Comburgs. Doch kauft noch Weinsberg 1425 von Heinrich Fickel um 300 fl. seine Rechte (Ludewig reliq. XII, 616). Drei andere Güter, die 1397 Hans von Kottspühl besessen, kamen an Ellwangen und 1578 an Limpurg, das auch 1541 zwei weitere Güter von Hall erwarb. Den obern und mittlern See bei dem Dorf hatte Hall 1423 von Hans von Vellberg erkauft. Zwei Gütchen waren dem hiesigen Heiligen lehenbar. Im J. 1741, wo der Ort aus 36 Wohnhäusern mit 10 Hofbesitzern, 16 Söldnern, 10 Häuslern und 1 Hirten bestand, worüber Limpurg alle Vogtei und Hoheit hatte, besaß Comburg nur die Eigenthumsgilten aus 19 Lehen.

Die Pfarrei ist gleichfalls von hohem Alter und kam 1079 durch die Grafen von Comburg als Schenkung an das Kloster Comburg (Comb. Copialbuch). Die Ernennung des Pfarrers blieb bei Comburg, das Epiceopat aber kam bei der Reformation an die Schenken zu Obersontheim. Der Bischof von Würzburg sträubte sich hiegegen und fiel bei Erledigung der Pfarrei am Stephanstage 1587 mit einigen 20 Reitern und 100 Schützen in Geifertshofen ein, ließ die Kirche gewaltsam öffnen und setzte einen Geistlichen ein. Schenk Friederich aber kam am andern Tage auch mit bewehrter Mannschaft und vertrieb den neuen Pfarrer. Die Sache wurde 1592 verglichen (Prescher I, 326) und das Episcopatrecht ging später an Limpurg-Sontheim-Schmiedelfeld, und mit diesem 1781 an Württemberg über, das 1803 auch das Patronatrecht erhielt.

Am 24. April 1626 brannten mit der Kirche viele Häuser ab.

b) Gantenwald, {{Bruch|3|4}} St. südlich von G. (Geifertshofen) im Wald auf der Oberamtsgrenze, ein kleines 1540 auf einer Weide angelegtes Gütchen.

c) Hambacher-Mühle, besser Hahnbacher-Sägmühle, 1 St südlich von G. im Wald, am Hahnbach. Neuern Ursprungs.

d) Imberg oder Wimberg, {{Bruch|1|4}} St. südlich von G. auf der Höhe. Anfänglich 2 Höfe, die Limpurg 1578 von Ellwangen einwechselte. Noch 1741 waren hier nur 2 Unterthanen.

e) Immersberg, auch Nimmersberg, {{Bruch|3|4}} St. südlich von {{Seite|151 G. am Walde, auf der Höhe. Der schon 1442 als Weiler bezeichnete Ort bestand gleichfalls aus 2 Höfen, wovon der eine, in's Amt Obersontheim gehörig, dem Heiligen in Mittelstschach lehenbar war, der andere, in's Amt Schmiedelfeld gehörig, 1442 von Hans von Thalheim durch die Schenken erkauft ward. Noch 1741 waren blos 2 Bauern hier. Am 6. August 1842 brannten 3 Wohngebäude, zugleich vom Blitz entzündet, ab.

f) Klingenbacher-Sägmühle, 5/8 St. südlich von G. auf Immersberger Markung, am Klingenbach.

g) Leippersberg, früher Luppoldsberg, {{Bruch|1|2}} St. nordwestlich von G. auf dem Leippersberg, jenseits der Fischach, auf der Oberamtsgrenze. Das Kloster Ellwangen verkaufte 1380 den Hof Luppoltzberg bei Thann um 70 fl. an Eberhard, Bürger zu Hall; dessen Sohn Luppold Eberhard, Pfarrer zu Mittelfischach, verkaufte ihn 1411 an Conrad Knopf, Caplan, der ihn an des h. Kreuzes Altar in der St. Michaelskirche zu Hall stiftete; 1562 erwirbt Limpurg von der Stadt Hall diesen Hof, auf welchem 1741 3 Bauern saßen, und erwechselt 1578 auch von Ellwangen den Zehenten.

h) Reitenhaus, ? St. von G. am Reutenbach und sollte daher Reutenhaus heißen. Eine neuere Anlage.

i) Säghalden, auch Seeghalden, {{Bruch|1|2}} St. südlich von G. über dem Klingenbach. Um 1550 wurden 3 neue Güter angelegt.

k) Schärtlins-Sägmühle, {{Bruch|3|4}} St. südwestlich von G. am Klingenbach. Gehört zu Trögelsberg.

l) Theuerzer-Sägmühle, {{Bruch|3|4}} St. südwestlich von G. auf dessen Markung, am Klingenbach. Dabei lagen noch 1657 die bei G. genannten See'n. Die Mühle ist der Überrest des Ortes „Tiurzis“, der mit G. an Comburg geschenkt ward. S. auch Winzenweiler.

m) Trögelsberg, früher Trägelsberg, {{Bruch|1|2}} St. südöstlich von G. über dem Gunzenbach. Um 1500 wurden 2 Güter, 1562 ein drittes angelegt; 1741 waren schon 42 Einwohner hier.

n) Weissenhof, {{Bruch|1|8}} St. nordöstlich von G. auf dessen Markung, auf einer waldigen Höhe ausgezeichnet schön gelegen, wurde 1721 in dem Walde Weissenberg, welchen Limpurg 1578 von Ellwangen gekauft, angelegt.

o) Wurzelhof, mit Wurzelbühl und Wurzelhaus, 3/8 St. südlich von G. bei dem Gunzenbach. Wurzelhof kam 1578 durch Tausch von Ellwangen an Limpurg; Wurzelbühl und Wurzelhaus wurden 1619–1622 angelegt. Der Weiler hatte 1741 10, 1790 schon 23 Einwohner. {{Seite|152

Gschwend.

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{{Headline|140|0.2|Gschwend.}}

Gemeinde II. Kl. mit 2009 Einw. a. Gschwend, Pfd. 1009 Einw., wor. 4 Kath. b. Birkhof, W. 137 Einw. c. Buchhöfle, H. 33 Einw. d. Dinglensmad, W. 117 Einwohner. e. Geschwender-Mühle, 25 Einw. f. Haldenhäusle, Hs. 11 Einw. g. Hasenhöfle, H. 34 Einw. h. Hetschenhof. H. 6 Einw. i. Hetzenhof, W. 45 Einw. k. Hohenreut, W. 33 Einw. l. Hollenhöfle, Hs. 6 Einw. m. Hollenhof, H. 6 Einw. n. Hugenhof, W. 34 Einw. o. Humbach, W. 32 Einw. p. Humberg, W. 30 Einw, q. Letttnhäusle, Hs. 11 Einw. r. Marzellenhof, H. 8 Kath.(contracted; show full)
Die Standes-Herrschaften	8211	11	26	21	682	11	2890	34	240	27	7313	13	16	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–
Im Ganzen	224.801	32	3367	52	18.456	–	2921	15	243	–	1.382.671	2508	–	3125	1 	1924	–	266 3/8	22.391	79.118	43.682	11.921	12.325	29.679	17.195	17.280 	295 5/8	64.282 	13.520	7338	9425 
*) Die mit * bezeichneten Gemeinden haben keine Stiftungspflegen.
**) Unter-Gröningen hat die Stiftungspflege gemeinschaftlich mit Ober-Gröningen.
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