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{{Headline|140|0.2|Laufen am Kocher,}}

{{Headline|100||Gemeinde III. Kl. mit 904 Einw. a. Laufen am Kocher, D. 331 Einw., wor. 1 Kathol. mit aa. Hägelesburg, H. 10 Einw. und bb. Windmühle, 7 Einw. b. Braunhof, 7 Einw. c. Eckenberg, W. 15 Einw. d. Eisenschmiede, W. 35 Einw. Falschengehren, H. 9 Einw. f. Forst, 5 Kath. g. Hasenberg, Hs. 5 Einw. h. Heerberg, W. 18 Einw. i. Heilberg, H. 5 Kath. k. Hochhalden, H. 22 Einw. l. Knollenberg, H., auch Schockenhof, 21 Einw. m. Krasberg, W. 55 Einw. n. Platz, W. 22 Einw. o. Rübgarten, W. 93 Einw. p. Schönbrunn, W. 26 Einw. q. Teutschenhof, H. 14 Einw. r. Weiler, W. 25 Einw. s. Wengen, W. 143 Einw. t. Wimbach, H. 6 Einw. – Ev. Pfarr-Filial von Sulzbach am Kocher, mit Ausnahme von Parz. o., Filial von Eschach, und Parz. d., Fil. von Ober-Gröningen; die Kath. in Parz. a, f. und i. sind nach Unter-Gröningen eingepfarrt.}}

Der im obern Kocher-Thale, dessen Abhänge, steil und bewaldet, nur theilweise zur Cultur gebracht sind, gelegene Gemeindebezirk grenzt im Osten an das Oberamt Aalen. Das Thal ist sehr eng, an den weitesten Stellen kaum {{Bruch|1|8}} St. breit. Die Bergabhänge sind durch viele wilde und tiefe Schluchten zerrissen, über deren Hügeln die Parzellen liegen. Der Kocher macht um die Hügel vielfache Krümmungen, hat ein tiefes enges Bett und wenigen Fall, erhält aber aus den Schluchten manchfache rasche Zuflüsse, namentlich von Westen her den Wimbach, von Südosten den Nägelsbach mit dem Igelsbach, von Südwesten den Krempelbach, von Osten den Heiligenbach, überschwemmt gerne die von der Thalsohle bis an die Waldungen hinaufreichenden Wiesen und richtet manchmal große Verwüstungen an. Der Boden ist Sand und Lehm mit lettiger Unterlage; er geht tief, ist größtentheils schwer und sumpfig und nur bei besonderem Fleiß dankbar; der Pflug bedarf gewöhnlich 4 Ochsen als Anspann. Die Luft ist häufig nebelig, im Thale mild, so daß Gurken und Bohnen gedeihen, auf der Höhe scharf. Hagelschlag ist selten. Von Gaildorf und Sulzbach her führt die neue Communal-Straße über Heerberg und Laufen nach Unter-Gröningen. Die übrigen Wege sind ganz schlecht. Die Gemeinde gehört zu den ärmeren des Bezirkes. Daß Laufen die meisten unehelichen Geburten hat, ist S. 33 bemerkt. Nahrungsquellen sind Ackerbau, Viehzucht und Holznutzung, da sich die Vermöglicheren hauptsächlich mit Holz- und Kohlen-Handel, die Ärmeren mit Holzfällen, Kohlenbrennen und Flößerei beschäftigen. Die Gesammt-Markung ist 5092 {{Bruch|1|2}} M. groß, worunter 1883{{Bruch|3|8}} M. Wald, 728{{Bruch|3|8}} M. Weiden und Öden, und es kommen 2 {{Bruch|1|2}} M. Baufeldes auf den Kopf. Die Landwirthschaft ist im Allgemeinen noch auf niederer Stufe und herrscht hauptsächlich nur in Weiler vor, wo sich größere geschlossene Hofgüter erhalten haben. Die Güter liegen allermeist an Abhängen. Neben {{Seite|165 der Dreifelderwirthschaft ist hier hauptsächlich die Wechselwirthschaft (989{{Bruch|3|8}} M. Wechselfelder), und der Beetpflug in Übung. Man baut Dinkel, Weizen, Roggen, Haber und Einkorn, außerdem neben Kartoffeln, rothen Klee, Luzerne, Esper, wenig Flachs, viel Hanf, Hopfen und Kraut. Es wird bei Weitem nicht das Brodbedürfniß erzeugt. Die Thalwiesen sind, weil durch den Schlamm des Kochers bei seinem Austreten gedüngt, ergiebig. Ein Morgen Ackers kostet 30–150 fl.. Wiesen 50–400 fl. Die Obstzucht ist im Zunehmen; die Straßen sind mit Obstbäumen besetzt. Mit der Schule in Laufen sind Kinderbaumschulen verbunden, aus welchen die Bäume bezogen werden. Die Rindviehzucht ist nicht von Belang, das Vieh mager. Auch wird durch Juden bayrisches Vieh eingeführt und Stellvieh den Einwohnern übergeben. Stallfütterung ist noch nicht durchgeführt. Von Gewerben ist nur eine Mahl- und Säg-Mühle in Laufen, und die bei Sulzbach erwähnte Verfertigung von Holzwaaren zu erwähnen.

Der Gemeindebezirk ist dem Forstamt Comburg zugetheilt, mit Ausnahme der in's Forstamt Lorch gehörigen Parzellen Krasberg und Weiler. Die bis dahin verbunden gewesenen Gemeinden Laufen und Sulzbach wurden 1810 nach ihrem jetzigen Bestande gebildet. Das Vermögen der Gemeindepflege ist unbedeutend, und da auch die Mittel der Stiftungspflege unzureichend sind, so betragen die Umlagen für Amts- und Gemeinde-Zwecke mehr als das Dreifache der direkten Staats-Steuer. Die Schule für die sogenannte obere Pfarrei ist in Laufen. Zehentherr war von den Limpurgischen Herrschaften her überall der Staat; nur in Rübgarten hatte die Pfarrei Eschach den kleinen Zehenten.

Der größere Theil der Gemeinde war ein Bestandtheil der schon 1781 durch Württemberg erworbenen Herrschaft Limpurg-Sontheim-Schmiedelfeld, Amts Schmiedelfeld; die übrigen Orte, nämlich Eckenberg, Falschengehren, Forst, Schönbronn und Wengen, waren mit der erst neuerlich für den Staat erkauften Herrschaft Gröningen, Amts Unter-Gröningen, verbunden. Von den einzelnen Orten ist

a) das Dörfchen Laufen, oder Lauffen, am Kocher, 2 {{Bruch|1|2}} St. südöstlich von Gaildorf auf einem Bergabhang an dem rechten Ufer des Kochers gelegen. Die alte Kirche enthielt ein Altargemälde, welches den heil. Bartholomäus mit seiner eigenen Haut unter dem Arme vorstellte, ist aber vor nicht gar langer Zeit abgebrochen worden. Der Kirchhof für die obere Pfarrei ist noch hier. Das geräumige Schulhaus wurde 1840 von der obern Pfarrgemeinde mit einem Aufwand von 4200 fl. erbaut und die Schule von Heerberg hierher verlegt. Sie hat nur 23 fl. 53 kr. Fonds und einen Schulmeister mit einem Gehilfen. Zu Laufen {{Seite|166 gehören der Hof Hägelesburg und die sog. Windmühle, eigentlich Windenbachmühle.

Mit der nahen Veste Kransberg erwarb 1357 Limpurg die Vogtei über 13 Güter. Von Christian Kochenzer, Bürger zu Hall, kauften 1410 die Schenken das Eigenthum an 1 Hof und 4 Gütern dahier, die Mühle zu Werben, 1 Hof zu Krasberg, 3 Güter zu Haslach und die Hälfte der Zehenten zu Laufen, Wengen, Weiler, Schönbronn, Haslach, Mühlenberg, Uhlbach, Egelsbach und Eichenrain, alles dieß, wie er es vom Kloster Murrhardt als Leibgeding hatte, worauf 1414 dieses Kloster seine Rechte an diesen Gütern, nebst dem Kirchensatz und der Lehenschaft der Kirche zu Laufen, die es der Sage nach schon 817 mit der Pfarrei Vichberg (s. dort) erhalten haben sollte, um 330 fl. an die Schenken abtrat. Die Windenbachmühle kaufte Limpurg 1380 mit Adelmannsfelden vom Kloster Ellwangen. Im Jahr 1741 bestand der Ort aus 16 Wohngebäuden mit 16 Unterthanen und 1 Hausgenossen; 1785 zählte er 164 Einwohner. – Die ehemalige Pfarrei wird 1397 mit „Pfaff Hans, Pfarrer zu Laufen“, erstmals genannt. Sie scheint zur Zeit der Reformation aufgehoben worden zu seyn, und ist schon längst als sog. „obere Pfarrei“, deren Sprengel der politischen Gemeinde entspricht, mit der „untern Pfarrei“ zu Sulzbach unirt.

b) Braunhof, {{Bruch|3|8}} St. nördlich von L. (Laufen) an einem Abhang über dem Kocher. Wurde mit Kransberg erworben.

c) Eckenberg, {{Bruch|3|4}} St. südöstl. von L. auf der Markung von Wengen, im Walde. Dieses ursprüngliche Söldgut, das noch 1767 9 Einwohner hatte, wurde 1729 angelegt.

d) Eisenschmiede, früher „Eisenmühle“, {{Bruch|3|8}} St. südwestlich von L. am Kocher. Es ist dieß die zuvor genannte Mühle zu Werben (Werbe = Werf, d. h. aufgedämmtes Ufer). Im Jahr 1531 war hier ein Eisenhammer mit Schmelzhütte. Nachdem er abgegangen, wurde 1719 wieder eine Eisenschmiede errichtet und von der Herrschaft Schmiedelfeld verpachtet, 1757 aber aufgehoben.

e) Falschengehren, {{Bruch|3|4}} St. östlich von L. im Wald, auf der Grenze des Oberamts Aalen; 1540–1550 entstanden.

f) Forst, {{Bruch|5|8}} St. südöstlich von L. im Walde. Das 1833 erbaute, von einem Waldschützen bewohnte, Haus wurde 1838 vom Staat erworben und das Gut aufgeforstet.

g) Hasenberg, {{Bruch|1|2}} St. südöstl. von L. auf der Markung Wengen.

h) Heerberg, {{Bruch|1|8}} St. nördlich von L. auf einem an die übrigen Gebirgshöhen anschließenden Berge, südöstlich des Kransbergs. Das Örtchen besteht aus einem Kirchlein, einem vormaligen Schulhaus, einer Gastwirthschaft und einem mittelgroßen Bauernhofe. Die kleine, mit {{Seite|167 schlechtem Thurm versehene Kirche, in welcher der Pfarrer von Sulzbach jährlich fünfmal zu predigen hat, zeigt über dem Haupteingange die Jahreszahl 1400; auch sind über den Thüren die Wappen Schenk Conrad's († 1482) und dessen Gemahlin, der Gräfin Clara von Montfort, sowie seines Sohnes Schenks Albrecht († 1506), und seiner Gemahlin der Gräfin Elisabetha von Oettingen, eingehauen. Im Thurme hängen 2 Glocken, wovon eine mit der Umschrift: „hilf ihesus maria. bernhard lachaman gos mich. 1497.“ Die Kirche hatte vor der Reformation viele Altäre, zwei angebaute Capellen und ein wunderthätiges Marienbild, zu welchem stark gewallfahrtet wurde. Noch 1610 mußte die Heerberger Brüderschaft und Wallfahrt verboten werden. Im dreißigjährigen Kriege wurde die Capelle von den Kroaten verwüstet, das Marienbild und der Altar aber verschont. Vor etwa 100 Jahren soll jenes in das Archiv in Ober-Sontheim gekommen seyn, wo es Justinus Kerner entdeckte und 1846 erkaufte: eine edle Arbeit aus blendendem Alabaster in halber Lebensgröße, die er noch besitzt. Der Altar mit seinem Gemälde blieb jedoch, und wird vielfach aufgesucht und bewundert. Im Schreine desselben stehen ein Muttergottesbild mit dem Jesuskind und die heil. Catharina und heil. Barbara aus Holz, beinahe in Lebensgröße, geschnitzt und vergoldet, indeß das untere Altarblatt und die beiden Flügelthüren die schönste Arbeit der oberdeutschen Malerschule darstellen. Auf der Staffel ist Christus zwischen den Aposteln im Brustbild gemalt, auf den Flügeln die Anbetung der Hirten, die Darstellung im Tempel und die Verkündigung. Die Hinterwand des Altarkastens hat die Inschrift: „das Werk hat gemacht Bartholme Zeitblom, maler zu Vlm. 1497“. (Näheres siehe III. Veröffentlichung des Vereins für Kunst und Alterthum in Ulm und Oberschwaben. Von Ed. Mauch, 1845.) Da die Wappen des Schenken Albrecht und seiner Gemahlin auch an der südlichen Seite des Altars angebracht sind, so scheinen diese hieran sich betheiligt zu haben. Die Bilder wurden durch Fürsorge des württ. Alterthumsvereins von Conservator Eigner in Augsburg unlängst trefflich restaurirt. Der Altar ist Eigenthum der Ortsstiftung; die Capelle hat die obere Pfarrgemeinde zu erhalten. Bemerkenswert ist, daß noch jetzt die Capelle nicht nur von Katholiken der Umgegend häufig besucht, sondern auch von Evangelischen bei glücklichen Familien-Ereignissen oder in Krankheiten und dergl. ein Opfer dahin getragen wird. – Über die Entstehung der Capelle und Wallfahrt gehen im Volke zwei Sagen. Die eine läßt Maria bei ihrer Flucht nach Egypten auf dieser Höhe ein nächtliches Obdach suchen, die andere einen Ritter mit seinem Liebchen auf Einem Rößlein bei dem hier hausenden Einsiedler „Herberge“ finden und am Altare seiner Klause verbunden werden, worauf der Ritter aus Dankbarkeit ein Kirchlein {{Seite|168 baute und von weit her das damals schon bewährte Gnadenbild hineinstiftete. (Morgenblatt 1847, S. 245.) Andere vermuthen, der Name sey daher entstanden, daß ein Heer, das die Vestung Kransberg belagert, hier gestanden habe, oder, wofür sich Prescher II, 269 ausspricht, daß der Berg von alten Zeiten her ein Hörberg (Warte, specula) gewesen sey. Wahrscheinlich stand die Capelle zu dem nahen Kransfeld in engeren Beziehungen; jedenfalls gehörte der Ort dorthin.

i) Heilberg, {{Bruch|1|2}} St. südlich von L. auf einer Höhe; ein 1701 angelegtes Gut, das der Staat 1842 kaufte und wieder zu Wald umschuf. Das Haus bewohnt ein Waldschütze.

k) Hochhalden, {{Bruch|3|8}} St. südl. von L. auf dessen Markung, neuen Ursprungs.

l) Knollenberg, auch Schockenhof, {{Bruch|1|8}} St. westl. von L. auf dessen Markung; wurde um 1545 angelegt.

m) Krasberg, {{Bruch|3|8}} St. südwestlicb von L. auf der Höhe jenseits des Kochers. Limpurg kaufte 1380 von Ellwangen 5 Lehen und 1410 das Eigenthum von einem Gut. Der Ort hatte 1785 24 Einwohner.

n) Platz, {{Bruch|1|4}} St. südöstlich von L. auf dessen Markung, auf der Höhe; neuere Ansiedelung.

o) Rübgarten, {{Bruch|3|8}} St. südlich von L. auf einer Höhe über dem linken Kocherufer. Limpurg kaufte 1380 von Ellwangen 6 Güter, die nachmals in 3 zusammengezogen wurden, und erwechselte 1557 von dem Augustiner-Kloster in Gmünd ein weiteres Gut. Der Ort hatte 1785 45 Einwohner.

p) Schönbrunn, {{Bruch|1|2}} St. östlich von L. auf der Höhe; ein schon frühe in 3 Lehen getheilter Hof, 1380 von Ellwangen erkauft.

q) Teutschenhof, auch Erdgeschleifhöflen, {{Bruch|1|4}} St. östlich von L. auf dessen Markung; eine 1545 angelegte Sölde.

r) Weiler, mit dem Beisatze „im Schmiedelfeld'schen“, {{Bruch|1|2}} St. westlich von L. auf der Höhe über dem linken Kocherufer, gehörte nach Prescher einst als eine Villa zur Veste Kransberg, mit welcher Limpurg 12 Güter erwarb, die später in 3 Höfe zusammengelegt wurden. Ein weiteres freies Gut kaufte Limpurg 1404 von einem Bauern.

s) Wengen, {{Bruch|1|2}} St. südöstlich von L. zunächst am Einfluß des Krempelbachs in den Kocher. Mit Birkenlohe kaufte 1586 Limpurg 13 Güter.

t) Wimbach, {{Bruch|1|4}} St. südlich von L. am Wimbach, in einem engen Thälchen. Die Sägmühle wurde 1581 errichtet.

Der Kransberg, ein über dem rechten Kocherufer sich erhebender, steiler, länglichter, wenige Minuten von Heerberg entfernter, Bergvorsprung, der von Osten, Süden und Westen vom Kocher umflossen ist, {{Seite|169 zeigt noch die imposanten Ruinen der zerstörten Veste Kransberg, früher auch Cranchs- oder Cranichsberg genannt. Sie bestand, wie die Gräben zeigen, aus zwei Abtheilungen, und es ist noch ein Theil eines viereckigen Thurmes übrig. Über den Ursprung und die früheren Besitzer der Burg schweigt die Geschichte; nur so viel ist bekannt, daß 1357 Ludwig und Friedrich, Gebrüder, und Ludwig der jüngere, Grafen von Oettingen, die Burgen Kransberg und Buchhorn mit den zugehörigen Gütern um 4000 Pfd. Heller an Schenk Conrad von Limpurg verkauften, wie dieselben „ihr Vetter selig Graf Ludwig der Alte und sein Sohn Graf Albrecht hergebracht“, für frei und eigen, es wäre denn, daß die Vesten in Jahresfrist als Lehen angesprochen würden, in welchem Fall die Schenken sie als Lehen empfangen sollten; daß ferner Kransberg mit Röthenberg 1406 der Kurpfalz lehenbar gemacht, und kurze Zeit nach ihrem Übergang an Limpurg im Städtekrieg zerstört worden ist. (Auch im jetzigen Herzogthum Nassau gab es ein Schloß Cranichsberg oder Cransberg.)

Michelbach an der Bilz,

Gemeinde III. Kl. mit 1069 Einw. a. Michelbach an der Bilz, Pfd. 398 Einw., wor. 4 Kath. b. Adelbacher Wirthshaus, 5 Einw. c. Buchhorn, W. 82 Einw. d. Gschlachten-Bretzingen, W. 163 Einw., wor. 63 Kath. e. Hagenhof, H. 21 Einw. f. Hirschfelden, W. 141 Einw. g. Kohlhäu, H. 6 Einw. h. Neummühle, 13 Einw., wor. 5 Kath. i. Rauhen-Bretzingen, W. 195 Einw., wor. 35 Kath. k. Steinbrück, W. 20 Einw. l. Ziegelhütte, H. 25 Einw. – Ev. Pfarrei; die Kath. in Parz. a., d., h. und i. sind nach Steinbach eingepfarrt.

Die Gemeinde ist auf der nördlichen Spitze des Bezirkes ausgebreitet und grenzt westlich, nördlich und östlich an das Oberamt Hall. In einer Länge von 1 {{Bruch|1|2}} St. bildet der Kocher auf der westlichen Seite die Oberamtsgrenze. Die Hälfte etwa, dem rechten Kocherufer entlang, ist eine hin und wieder durch Schluchten unterbrochene Ebene, indeß die andere Hälfte bergig und meist bewaldet ist. Namentlich erheben sich gegen Osten bewaldete Berge, deren nördlicher Ausläufer der dem Oberamt Hall angehörige Einkorn ist und die sich gegen Süden mit dem Adelberg schließen. In den Niederungen hat der Boden Thon, auf der Höhe leichten Sand, und ist im Ganzen fruchtbar. Von den östlichen Waldgehängen treten der bei Rauhen-Bretzingen entspringende Remsbach und andere kleine Gewässer in den Kocher, indeß der unterhalb Kohlhäu entspringende Adelbach einen weitern Verlauf gegen Süden nimmt. Quellwasser ist überall zur Genüge; bei den meisten Häusern ein eigener Pump- oder Zieh-Brunnen; in Michelbach sind einige laufende Brunnen. Ein Hauptübelstand ist, daß die Gemeinde so wenige Verbindungsstraßen hat, daß {{Seite|169 
{{Seite|169}}

man erst seit Errichtung der Brücke bei Neumühle, jedoch nur mit bedeutendem Umweg, in die Oberamtsstadt gelangen kann, woraus auch folgt, daß der Verkehr mit dem gelegeneren Hall mehr lebhaft ist. In der Nähe von Michelbach werden ausgezeichnet gute und schöne Werksteine gebrochen. Das Clima ist das mildeste des Bezirkes. Der Menschenschlag ist gesund und kräftig. Die Einwohnerzahl hat in den letzten 65 Jahren kaum um {{Bruch|1|4}} zugenommen. In Michelbach, Hirschfelden und Gschlachten-Bretzingen sieht ma(contracted; show full)nicht entfernte Hüttenbühl sprechen möchte, ohne Zweifel ein Bergwerk,
das also zu den ältesten Schwabens zählte.

Bei Hinter-Steinenberg, wo die oben angeführte Schanze 150
Schritte nördlich von dem Ort unter dem Namen Landgraben, und eine
andere Schanze {{Bruch|1|8}} Stunde südlich vom Orte vorbeiführt, soll eine Burg
gewesen seyn, von der die Felder noch jetzt „Burgäcker“ heißen.

{{Seite|241

Schlußwort.

Bei Ausarbeitung der vorliegenden, schon vor einigen Jahren von
dem statistisch-topographischen Bureau eingeleiteten, Beschreibung durch
das Bureau-Mitglied, Finanzrath Moser, hat sich dieser wieder
manchfacher Unterstützung zu erfreuen gehabt. Zunächst ist der sehr
umfassenden Beihilfe des Cameral-Verwalters von Müller in Gaildorf, sodann der Unterstützung durch den Ober-Rentamtmann Mauch
daselbst, welcher sich namentlich um die Ermittlung der mittelalterlichen
architektonischen und Kunst-Gegenstände und der alten Glocken verdient
machte, und der Beiträge des vormaligen Rentbeamten, nunmehrigen
Cameral-Verwalters Grill in Kapfenburg, des Verwaltungs-Actuars
Pfizenmaier in Unter-Gröningen, des Pfarrers Cleß in Sontheim,
Oberamts Heidenheim, des Dr. med. Kirn in Gaildorf und des Schultheißen Hartmann in Ober-Sontheim, sowie der Förderung des topographischen Theiles durch beinahe sämmtliche Orts-Geistliche von Seiten des Bureau dankbarst zu gedenken.

Die Abschnitte II, 4, 5, 6 und 7 des allgemeinen Theiles sind von
dem Bureau-Mitgliede, Professor Dr. Kurr, der Abschnitt von dem
Waldbau von Forstrath Dr. Gwinner, und die Abschnitte der zuvor
nicht genannten Abtheilung II des allgemeinen Theiles, sowie der Abschnitt über die römischen Alterthümer von dem Bureau-Mitgliede
Topograph Paulus verfaßt. Die statistischen Berechnungen haben
Trigonometer Diezel und Secretär Dr. Sick gefertigt.

Stuttgart, im Dec. 1852.

Herdegen.


{{Seite|242

Nachtrag zu Seite 169.

Lutz von Hohenlohe bekennt 1334, daß er an König Johann von
Böhmen „sein eigen Haus Cronsberg“ zu Lehen gegeben habe, und
gelobt ihm Lehensmannstreue. (Sommersberg. Siles. rei hisor. et geneal accessiones. S. 73, 74.)

Berichtigungen früherer Hefte.

O.A-Beschreibung von Leonberg:

Seite 95 Zeile 2 v. o. lies Professor der Theologie, statt Professor und
Theolog.

Seite 174 Z. 6 v. o. lies Eberhard der Milde, statt der Greiner.

O.A.-Beschreibung von Stuttgart, Amt:

Seite 150 Z. 6 v. o. lies Wolf, statt Welf.

Seite 273 Z. 14 v. o. lies der, statt er.

{{Seite|243
I. Einwohner, Gebäude und Viehstand.
Namen der Gemeinden.	Einwohner. *)			Gebäude.					Viehstand. **)														
	Evan- gelische.	Katho-lische.	Von andern christl. Bekennt-nissen.	Anzahl sämmt- licher Ge- bäude.	Haupt- und Wohn- Ge- bäude.	Neben- Ge- bäude.	Brand- versiche- rungs- Anschlag. fl.	Auf ein Wohn- gebäude kommen Men- schen.	Pferde		Rindvieh.			Schafe.			Schwei-ne	Zie- gen.	Bie- nen- stöcke 	Auf 100  Menschen  kommen		Auf 100  Morg. Fläche kommen	
									über 2  Jah- ren.	unter 2  Jahren.	Ochsen und Stiere.	Kühe.	Schmal-vieh.	Spani- sche.	Ba- stard-	Land-				Pferde.	Stücke Rind- vieh.	Pferde.	Stücke Rind- vieh.
Gaildorf	1751	53	–	296	237	59	496.875	7,6	65	1	17	181	138	–	–	22	145	79	25	3,6	18,6	3,9	20,1
Altersberg	1358	–	–	217	139	78	125.850	9,7	16	–	86	275	106	1	33	11	70	72	66	1,1	34,3	0,4	13,5
Eschach	1114	166	–	274	184	90	178.400	6,9	38	8	236	362	547	155	145	–	215	59	92	3,5	89,4	0,8	21,6
Eutendorf	851	143	–	223	140	83	169.200	7,1	40	1	183	244	271	–	518	–	176	54	52	4,2	70,2	0,3	11,8
Frickenhofen	1385	123	–	254	181	73	142.400	8,1	48	5	184	314	310	–	520	56	103	75	65	3,5	53,5	0,7	11,3
Geifertshofen	689	36	–	137	86	51	84.000	8,4	22	2	107	190	209	–	327	9	100	19	28	3,3	69,7	0,5	11,6
Gschwend	1905	104	–	279	205	74	265.225	9,8	39	2	177	351	196	–	75	49	71	65	52	2,0	36,0	0,7	12,6
Hausen	310	678	–	148	110	38	100.875	8,9	14	2	57	167	177	34	58	7	62	42	38	1,6	40,5	0,7	17,7
Hütten	595	4	–	126	72	54	63.450	8,3	20	–	60	111	123	–	148	–	93	–	50	3,3	52,4	0,7	11,5
Laufen	893	11	–	158	105	53	82.775	8,6	33	4	109	210	190	643	24	–	90	94	60	4,0	56,3	0,7	9,9
Michelbach	972	97	–	309	153	156	178.475	6,9	29	–	190	265	287	100	558	212	201	39	76	2,7	71,0	0,4	12,7
Mittel-Fischach	890	24	–	194	144	50	131.725	6,3	42	8	177	262	297	–	–	750	214	17	58	5,4	80,5	0,9	13,5
Ober-Fischach	633	76	–	162	103	59	105.300	6,8	53	4	166	219	244	–	175	504	177	20	62	8,0	88,7	1,1	13,0
Ober-Gröningen	410	20	–	81	61	20	59.075	7,0	14	2	56	101	132	–	519	–	47	30	55	3,7	67,2	0,8	15,5
Ober-Roth	2354	1	–	463	271	192	265.475	8,6	48	4	376	495	505	–	958	–	304	144	181	2,2	58,4	0,5	13,5
Ober-Sontheim	1288	24	–	258	177	81	200.525	7,4	52	1	59	253	157	–	325	43	186	100	38	4,0	35,7	1,7	15,7
Ödendorf	860	5	–	207	116	91	119.550	7,4	38	4	127	190	204	–	407	–	140	30	42	4,8	60,2	1,1	14,3
Ruppertshofen	1129	44	–	229	156	73	126.600	7,5	31	4	276	318	418	–	16	55	204	27	98	2,9	86,2	0,6	17,8
Sulzbach	1514	6	–	232	156	76	189.550	9,7	43	–	176	280	259	–	–	466	90	104	61	2,8	47,0	0,4	8,0
Unter-Gröningen	997	451	–	236	178	58	128.375	8,1	26	2	40	210	109	290	183	54	46	93	39	1,9	24,7	0,7	9.8
Unter-Roth	1344	1	–	291	175	116	208.325	7,6	34	3	252	342	449	5	690	3	178	27	76	2,7	77,5	0,3	10,3
Vichberg	1390	6	–	298	177	121	180.225	7,8	37	2	202	352	379	–	944	22	224	43	103	2,7	66,8	0,5?	12,9
Vorder-Steinenberg	699	76	–	176	100	76	132.250	7,7	24	4	243	266	302	–	252	44	100	52	94	3,6	104,6	0,5	15,9
Zusammen	25.331	2149	–	5248	3426	1822	3.734.500	8,0	826	69	3576	5958	6009	1228	6875	2307	3236	1285	1511	3,2	56,5	0,7	13,6
	27.480																						
*) Stand am 3. December 1850.
**) Stand am 1. Januar 1850.


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II. Flächenmaß.
Gemeinden.	Zahl der Par-zellen.	Areal der Ort- schaf-ten.	Gärten und Länder.					Äcker.							Weinberge.		Wiesen.					Waldungen.				Weiden.			Öden.	Stein- brüche.	Erz-, Thon-, Sand- und Mer- gelgru- ben.	Gewässer.		Straßen ind Wege.	Ge- sammt- betrag der Fläche.	Es kommen Morgen auf einen Menschen.
(contracted; show full)
Die Standes-Herrschaften	8211	11	26	21	682	11	2890	34	240	27	7313	13	16	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–	–
Im Ganzen	224.801	32	3367	52	18.456	–	2921	15	243	–	1.382.671	2508	–	3125	1 	1924	–	266 3/8	22.391	79.118	43.682	11.921	12.325	29.679	17.195	17.280 	295 5/8	64.282 	13.520	7338	9425 
*) Die mit * bezeichneten Gemeinden haben keine Stiftungspflegen.
**) Unter-Gröningen hat die Stiftungspflege gemeinschaftlich mit Ober-Gröningen.
{{references|1}}